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Schauspielhaus Bochum

In Bochum steht ein Schauspielhaus. Groß und stolz. Das schönste Theater der Welt, sagt man in Bochum. Die Adresse ist fürstlich: Königsallee. Der Eindruck von außen: ein Schiff, abfahrbereit der Stadt entgegenblickend.

Seit jeher bedeutet die Bühne die Welt, und deshalb soll die Welt auch hinein in dieses Theater. Sie darf es sprengen, ausdehnen, bis sich die weißen Säulen am Portal biegen, so wie in unserem neuen Signet: die Welt im schönsten Theater der Welt, zu Hause.
Und umgekehrt auch: ein Theater, das sich den Fragen der Welt stellt.

Aufbruch und neue Vielfalt verspricht die Spielzeit 2018/2019. Ein Aufbruch von sattsam bekannten Sichtweisen und Konventionen. Und ein Aufbruch in eine neue Zeit für das Schauspielhaus Bochum, in der kulturelle, politische und soziale Vielfalt
sein Gesicht prägen – so, wie sie es mit der Welt ja auch tun und mit unserer Heimat, dem Ruhrgebiet.

Kontakt

Schauspielhaus Bochum
Königsallee 15
D-44789 Bochum

Telefon: +49 (0)234 / 3333-5555
Fax: +49 (0)234 / 3333-5512

 

THEATERKASSE:
Königsallee 15
44789 Bochum
Tel. 0234 / 33 33 55 55
Email tickets@schauspielhausbochum.de
Bewertungschronik

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Schauspiel

Sherlock Holmes jagt Dr. Watson

von Angela Obst

Premiere: 9.12.2022

Wenn die Welt verworren und dunkel erscheint, wenn Erbschaftsschleicher, Trickbetrüger und fiese Hunde ihr Unwesen treiben oder globale Netzwerke am Untergang der Welt arbeiten, dann ist stets auf einen Verlass: Sherlock Holmes. Der Meister der Deduktion, der 1886 das erste Mal die literarische Bildfläche betritt, ist seitdem nicht mehr von ihr wegzudenken. Bis heute hält er den Weltrekord als die am häufigsten in Film und Fernsehen vorkommende literarische menschliche Figur und ist DIE Blaupause für alle berühmten Film- und Fernsehdetektive, die Licht in unsere Alpträume bringen. In Arthur Conan Doyles Roman Das Zeichen der Vier, der Vorlage für die Inszenierung ist, treiben seltsame Zwillinge, ein Schatz aus Kolonialzeiten, giftige Dornen und ein gefährliches Täterpaar ihr Unwesen. Sherlock und sein unverwüstlicher Begleiter Dr. Watson begegnen alten Feinden und neuen Bekannten, Ohrwürmern und dem roten Faden, nach dem wir schon so lange suchen.

Regie: Robert Gerloff
Text: Angela Obst
Bühne: Max Lindner
Kostüm: Lara Hohmann
Musik: Cornelius Borgolte
Lichtdesign: Sirko Lamprecht
Dramaturgie: Angela Obst, Jasmin Maghames

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Kindertheater

Die Schöne und das Biest

von Lucy Kirkwood und Katie Mitchell
aus dem Englischen von Katharina Schmitt

Für Menschen ab 6 Jahren

Ein Händler verirrt sich im Wald in ein verzaubertes Schloss. Niemand scheint dort zu wohnen. Als er eine Rose für seine Tochter mitnehmen will, zieht er den Zorn eines schrecklichen Wesens auf sich, halb Mensch, halb Tier. Nur unter der Bedingung, dass seine Tochter Belle zu ihm zieht, lässt das Biest den Mann ziehen. Die schöne Belle löst das Versprechen ihres Vaters ein und zieht mutig zu dem Ungeheuer. Belle genießt die Freiheit, die sie in diesem Märchenschloss hat, wo sie Hosen tragen, durch den Wald streifen und machen kann, was sie will. Mit der Zeit lernt sie das Biest kennen, das vielleicht doch nicht so schrecklich ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Als ihr Vater erkrankt, darf Belle das Schloss verlassen. Sie verspricht zurückzukommen, doch jemand will das auf alle Fälle verhindern. Denn es liegt ein Fluch auf dem Biest, und nur Belles Liebe kann ihn lösen … Eine Geschichte über Mut, Neugier und Liebe – für alle, die gerne Neues entdecken und zauberhafte Spannung mögen.

SCHULVORSTELLUNGEN
Für den Besuch im Klassen- oder Schulverband bieten wir ab Ende November zahlreiche Vormittagsvorstellungen von Die Schöne und das Biest an, weitere Termine für 2023 sind in Planung. Interessierte Einrichtungen wenden sich bitte an das Abobüro.
Schulklassen und Gruppen: 4,50 € pro Karte
Vorstellungsdauer: ca. 70 Minuten, keine Pause

THEATERPÄDAGOGISCHES ANGEBOT
Ab der Premiere bietet das Junge Schauspielhaus interessierten Pädagog*innen eine Materialmappe zur Vor- und Nachbereitung des Stücks an. Bestellungen richten Sie bitte an: jungesschauspielhaus[at]schauspielhausbochum.de

Regie: Katharina Birch
Bühne, Kostüm: Georg & Paul
Musik: Lars Ehrhardt
Lichtdesign: Jan Hördemann
Dramaturgie: Cathrin Rose

Dauer: 80 Minuten, keine Pause

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Schauspiel

Der Bus nach Dachau

Ein 21st Century Erinnerungsstück
von De Warme Winkel und Ensemble

Ein nie verfilmtes Drehbuch aus den 1990er Jahren ist Startpunkt für einen überraschenden Theaterabend über das Konzentrationslager Dachau. Auf der Bühne entsteht der Film, der erzählt, wie ehemalige niederländische KZ-Häftlinge zur Gedenkstätte nach Dachau reisen. Die Schauspieler*innen am Set diskutieren über die Darstellbarkeit der Gräuel, streiten über Dialoge und stellen infrage, ob man dem Holocaust überhaupt mit künstlerischen Mitteln gerecht werden kann. Und sie thematisieren die Frage, wie die Erinnerung an den Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert lebendig gehalten werden kann.

Der Bus nach Dachau entsteht unter Leitung der niederländischen Theatergruppe De Warme Winkel gemeinsam mit den Spieler*innen. Kein Dokumentartheater, sondern ein Abend voller Humor, Übertreibung, Fantasie, Ironie und mit großer Spielfreude. Die letzten Zeitzeug*innen sterben unweigerlich aus, deshalb ist es Zeit für neue Formen der Erinnerungskultur – auch im Theater.

Konzept, Text, Regie: De Warme Winkel
Bühne: Theun Mosk
Kostüm: Bernadette Corstens
Sounddesign: Richard Alexander
Lichtdesign: Jan Hördemann

Eine Produktion von Schauspielhaus Bochum und De Warme Winkel, Koproduzent Internationaal Theater Amsterdam

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Schauspiel

Kinder der Sonne

von Maxim Gorki
Deutsch von Ulrike Zemmer

Und jeden Tag von Neuem muss Tee serviert werden, aufgeräumt, gekocht, irgendetwas repariert. Jeden Tag muss man springen, wenn nach einem gerufen wird. Und immer der Gestank aus dem privaten Labor des Familienoberhaupts, das glaubt, es könne neue organische Materie entwickeln. Mit Geld umgehen können sie auch alle nicht. Das Schlimmste aber: Ständig darf man den Nichtstuern, die sich mit ihren Liebesverwicklungen, ihrer Malerei und naturwissenschaftlichem Dilettantismus die Langeweile vertreiben, dabei zuhören, wie sie dem primitiven Zustand der Masse abhelfen wollen …

Vielleicht denken sie so, die Angestellten im Hause Protassow, ohne die hier gar nichts funktionieren würde. Der Wissenschaftler Protassow kann sich nicht mit profanen Dingen wie dem Alltag beschäftigen. Er will den Fortschritt herbeiführen, chemikalisch und gedanklich. Nicht weniger als der endgültig befreiten Menschheit gilt all sein Wirken. So hat er weder ein Auge für die Witwe Melanija, die in verzweifelter Liebe zu ihm entbrannt ist, noch – und das ist schlimmer – für seine Frau, die sich einsam dem gemeinsamen Freund Wagin zuwendet. Auch die zarten Zeichen von Liebe zwischen seiner Schwester Lisa, die vom Anblick blutig niedergeschlagener Straßenunruhen seit Langem schwer traumatisiert ist, und dem moralisch derangierten Tierarzt Tschepurnoi entgehen ihm – ebenso wie die Katastrophe, die sich zwischen beiden anbahnt. Doch auf den Straßen grassiert die Cholera, es gibt Tote, und plötzlich wird die Luft im Elfenbeinturm gefährlich dünn.

Der Autor Maxim Gorki – ein Pseudonym, das übersetzt „der Bittere“ bedeutet – schrieb das Stück während seiner Haft in der Peter-und-Paul-Festung, in der u. a. auch Dostojewski einsaß. Entstanden angesichts des sogenannten Petersburger Blutsonntags, der die russische Revolution von 1905 einleiten sollte, entwirft Kinder der Sonne die tragikomische Bestandsaufnahme einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft, die sich neu erfinden muss, wenn ihre Tage nicht gezählt sein sollen.

Die slowenische Regisseurin Mateja Koležnik, die für ihre psychologisch genauen, atmosphärisch dichten Inszenierungen nicht nur im deutschsprachigen Theaterraum bekannt ist, stellt sich mit Kinder der Sonne nun dem Bochumer Publikum vor.

Regie: Mateja Koležnik
Bühne: Raimund Orfeo Voigt
Kostüm: Ana Savić-Gecan
Lichtdesign: Bernd Felder
Dramaturgie: Angela Obst
Übersetzung: Anja Wutej

Dauer: 1:50h, ohne Pause
Sprache: Deutsch mit englischen Übertiteln

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1 Schauspiel

Das Gespenst der Normalität

von Saara Turunen

Ein Mann, so hellhaarig und hellhäutig, dass man ihn am liebsten als Albino bezeichnen würde, liest eine Traueranzeige vor. So beginnt das Stück. Der „Albino“ wird von einer Frau gespielt. Seine Identität passt in keine Schublade. In der letzten Szene werden wir seine Beerdigung sehen, in der er offen fragt, warum niemand so schöne Dinge wie in der Trauerrede zu ihm gesagt habe, als er noch am Leben war.

Figuren wie er tauchen auf und ab und wieder auf in dem sonderbaren Szenenreigen Das Gespenst der Normalität der finnischen Autorin und Regisseurin Saara Turunen. Der Titel ist inspiriert von Luis Buñuels Film Das Gespenst der Freiheit. Wo der Film die gesellschaftliche Freiheit in surrealistischen Episoden untersucht, bohrt sich das Theaterstück in unsere Vorstellungen vom Normalen und Alltäglichen. Es erzählt von der Sehnsucht nach dem Gewohnten, aber auch von der Bedrohlichkeit des Andersseins, der Angst, sich von der Menge abzuheben.

Minimalistische Szenen, ruhig, manche ganz ohne Sprache, versehen mit einem feinen Humor, fügen sich nahtlos aneinander und entwickeln einen fast filmischen Sog: eine Familie beim Fernsehen, eine kleine Hochzeitsfeier, eine Frau, die Vokabeln lernt, eine Frau beim Paartherapeuten, Schulkinder im Chorunterricht oder junge Männer in einem Nachtclub. Doch diese Idyllen haben feine Risse: Die Welt ist in diesem Stück ein Durchgangszimmer, in dem jede und jeder zu Hause und auch wieder fremd ist. Diese Menschen haben Wünsche und Ängste; sie wollen dazugehören, nicht auffallen, sich frei entfalten oder andere in ihre Schranken weisen. Saara Turunen, Jahrgang 1981, erzählt hiervon in einer ganz eigenen Theatersprache, die eine Entdeckung im deutschsprachigen Theater ist. Sie verfremdet das Gewöhnliche, indem sie eine absurde Welt aus traumartigen Bildern erschafft. Fast so, als wären die skurrilen Melancholiker aus den Filmen von Roy Andersson oder Aki Kaurismäki in die klaustrophobischen Kunst-Tableaus einer Theateraufführung von Susanne Kennedy geraten. Wie das aussieht? Jedenfalls alles andere als normal.

Die finnische Originalversion entstand 2016 am Q-teatteri in Helsinki und dem Tampereen Teatterikesä.

Aus dem Finnischen von Stefan Moster

Regie: Saara Turunen
Bühne: Milja Aho
Kostüm: Laura Haapakangas, Liisa Pesonen
Sounddesign: Tuuli Kyttälä
Choreografie: Janina Rajakangas
Lichtsesign: Erno Aaltonen
Dramaturgie: Dorothea Neweling

Koproduktion mit Turunen Company. Unterstützt von Arts Promotion Centre Finland, Alfred Kordelin Foundation, The Finnish Cultural Foundation, Goethe Institut Finnland & TINFO - Theatre Info Finland

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Schauspiel

Noise. Das Rauschen der Menge

von Manuela Infante

Das englische Wort Noise kann als Geräusch übersetzt werden, aber auch als Lärm, Störung, Rumoren – Rauschen. Noise bezeichnet das, was gewöhnlich klanglich stört. Denn dieses Rauschen ist mehr als Klang. Es ist eine Überlagerung von Schwingungen unterschiedlicher Lautstärke, ein Geräusch, das sich aus vielen Geräuschen zusammensetzt. Das kann auch sein: aus dem Rufen von Parolen und dem Schreien von Menschen, den Schlägen von Kochlöffeln auf Töpfe, von Händen gegen Wände oder aus Tritten gegen Bushaltestellen. Das würden wir schon eher als Rumoren bezeichnen.

Auch die Theaterautorin und Regisseurin Manuela Infante versteht Noise als Ausdrucksart der politischen Unruhe. Wie das Rumoren, das 2019 auf den Straßen von Santiago de Chile, wo sie lebt, zu hören war, ausgelöst durch die geplante Erhöhung der U-Bahn-Preise. Die Demonstrationen verstärkten sich zu landesweiten Protesten gegen soziale Ungleichheit und für nun erfolgende Verfassungsreformen, wohlgemerkt ohne einzelne Anführer*innen zu ernennen. Für Manuela Infante ist dieses Rauschen der Klang der Stimmen der Vielen, die sich lautstark zur Wehr setzen. Vergleichbar mit der Protestbewegung Fridays For Future, die zwar weltweit Personen verbindet, aber nicht zentral gesteuert, sondern als vielstimmige Menschenmenge zu lautstarkem Protest bringt. Mit ihrem Stück Noise. Das Rauschen der Menge möchte Manuela Infante der Frage nachgehen, ob Gesellschaften sich trauen werden, diese vielstimmige Unruhe auch mit einer pluralen Politik der Vielen zu beantworten, mit neuen Ideen von Mitbestimmung, statt sie mit einer einzelnen Stimme der Macht abzuwürgen.

Die Chilenin Manuela Infante zählt zu den international zurzeit spannendsten Theatermacher*innen. Ihre Arbeit zeichnet sich durch die szenische Artikulation philosophischer Fragestellungen aus. 2019 gewann sie mit ihrem Stück Estado Vegetal, in dem sie sich am Beispiel von Pflanzen kritisch mit gegenwärtigen Gesellschaftssystemen auseinandersetzt, den Werkauftrag des Stückemarkts des Berliner Theatertreffens. Am Schauspielhaus Bochum, dem Partnertheater des Stückemarkts, entsteht nun die Uraufführung ihres neuen Stücks. Sie wird es mit und für die Stimme eines Bochumer Ensemblemitglieds schreiben und sich mit ihr an eine poetisch-politische Untersuchung des Rauschens als neue vielstimmige Sprache der Menge machen.

Preisträger des Stückemarkt Werkauftrags im Rahmen des Theatertreffens 2019 gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

aus dem Englischen von Felicitas Arnold
Text, Regie: Manuela Infante

Dauer: 1:30h, keine Pause

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© Birgit Hupfeld
Schauspiel

Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

nach David Foster Wallace

Mit Corona kam auch die boomende Kreuzfahrtschifffahrt vorläufig zum Erliegen. Doch inzwischen wird wieder um die verunsicherte Kundschaft geworben: „Bleiben Sie unter sich: Rundumsorglos – an Bord und an Land.“

Für manche klingt das mehr wie eine Drohung. Eine siebentägige Luxuskreuzfahrt in der Karibik zum Beispiel – für David Foster Wallace kann es keine kürzere Definition für die Hölle geben. Im Auftrag von Harper’s Magazine ging der berühmte US-Autor Mitte der Neunziger an Bord der Zenith und stach von Key West aus in See. Ein Selbsterfahrungstrip besonderer Güte. Und ein grandioser Reisereport, der seit Jahren auf den Bestsellerlisten steht: Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich.

Wallace begibt sich in die kundigen Hände der Schiffscrew, deren Slogan „Your Pleasure is our Business“ (Ihr Vergnügen ist unser Geschäft) bisweilen einen drohenden Unterton annimmt. Er kämpft gegen die Angst, von einer ungemein effizienten Unterdruck-Toilette entsorgt zu werden. Er nimmt am Wettbewerb um die schönsten Männerbeine teil. Er beobachtet 500 amerikanische Leistungsträger*innen beim Ententanz. Und er hört erwachsene Menschen am Info-Counter fragen, ob man beim Schnorcheln nass wird, ob die Crew ebenfalls an Bord schläft oder um welche Uhrzeit das Mitternachtsbüffet eröffnet wird.

Eine Woche lang macht Wallace alles mit, was das Bordleben für den erholungsbedürftigen Urlauber bereithält. Umgeben von Jubel, Trubel und Heiterkeit, wird er selber zunehmend stiller und beginnt, sich in seiner Kabine einzuigeln. So gerät diese Reise übers Meer auch zu einer berührenden Reise zu sich selbst. Doch man muss sich den Dingen stellen und vor allem dem, was für andere Menschen die schönste Zeit des Jahres bedeutet.

David Foster Wallaces so komische wie einfühlsame Beobachtungen über das Leben an Bord einer schwimmenden Hochzeitstorte, über eigentümliche Reisegenoss*innen, unvergessliche Landgänge, den Terror des Amüsierzwangs sowie die eignen Zweifel und Ängste nannte die FAZ ein

„Meisterstück der literarischen Reportage“ und Harald Schmidt schlicht „ein grandioses Buch“. Jetzt als großes Schauspieler-Solo. Leinen los – oder will doch noch jemand zu Hause bleiben?

aus dem Amerikanischen von Marcus Ingendaay
Bearbeitung von Vasco Boenisch

Regie: Tamó Gvenetadze
Übersetzung: Marcus Ingendaay
Bearbeitung: Vasco Boenisch
Bühne: Anna Wörl
Kostüme: Sofia Dorazio Brockhausen
Musik: Beka Buchukuri
Dramaturgie: Vasco Boenisch
Lichtdesign: Bernd Felder

Dauer: 1:40h, keine Pause
Sprache: Deutsch mit englischen Übertiteln

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Schauspiel

Alkestis

von Euripides
musikalische Motive nach Christoph Willibald Gluck

Auf Einladung des renommierten Athens Epidaurus Festival wird Johan Simons für die diesjährige 67. Edition das Stück Alkestis von Euripides, das 438 v.Chr. uraufgeführt wurde, zunächst für das Amphitheater in Epidaurus inszenieren und als Eröffnung der Spielzeit 2022/2023 im Bochumer Schauspielhaus zeigen.

Alkestis ist ein Theaterstück über falsche Entscheidungen. Allerdings über Entscheidungen, die nichts anderes als falsch sein können, weil ihnen ein Göttergeschenk zugrunde liegt, das menschliches Maß und Urteilsvermögen bei Weitem überschreitet. Admetos, Herrscher über Thrakien, kann einem frühen Tod entgehen, wenn er, so stellt der Gott Apollon es in Aussicht, jemanden findet, der an seiner Stelle freiwillig in den Tod zu gehen bereit ist. In der gesamten Verwandtschaft findet sich niemand, auch seine beiden Eltern weigern sich; allein Alkestis, seine Frau, bietet ihm dieses Opfer an. Alkestis gibt ihr Leben jedoch nicht vorbehaltlos auf. Sie macht Admetos Vorschriften darüber, wie er mit seinem weiteren Leben, also ihrem Geschenk, umzugehen hat. Er soll im Interesse der Kinder keine zweite Ehe eingehen, sie hält jede mögliche zweite Frau für ungeeignet und niedrigeren Sinnes als sich selbst. Sie macht ebenfalls deutlich, dass sie – im Falle seines Ablebens – leicht einen zweiten Mann hätte heiraten können, und überdeutlich, dass sie selbst keine Waisenkinder erziehen möchte – etwas, was Admetos unweigerlich bevorsteht. Auch spricht sie lange darüber, dass seine Eltern diesen Verzicht auf das jeweils eigene Leben nicht haben auf sich nehmen wollen. Sie macht Admetos auf alle offenstehenden Konflikte nach ihrem Tod aufmerksam, damit er zukünftig in dem Bewusstsein leben muss, dass er von ihr mehr bekommen hat, als er jemals zurückgeben kann. Das heißt, er gewinnt ein Leben ohne Sinn – sein Leben soll von fortwährender Trauer bestimmt und ganz in der Vergangenheit verhaftet sein. Alkestis und Admetos machen sich gegenseitig das Leben beziehungsweise den Tod nicht leichter, im Gegenteil, beides erscheint am Ende gleichermaßen sinnlos. Das Weiterleben von Alkestis nach der Deus-ex-machina-Rettung durch Herakles ist undenkbar; als er sie zurückbringt und Admetos sie erkennt, steht sie einfach da, zurückgestellt an einen Ort, der ihrer nicht mehr ist – und schweigt.

Regie: Johan Simons
Bühne: Johannes Schütz
Kostüm: Greta Goiris
Musik: Steven Prengels
Video: Voxi Bärenklau
Lichtdesign: Bernd Felder
Sounddesign: Will-Jan Pielage
Dramaturgie: Susanne Winnacker
Orgel: Boris Gurevich

Dauer: 1:45h, keine Pause
Sprache: Deutsch mit englischen Übertiteln

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Schauspiel

Die Hermannsschlacht - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht

Die Frohsinn Singing Society zur Pflege deutschen Brauchtums – der viel zu wenig bekannte Partnerverein der berühmten Sons of Hermann Lodge in New Ulm, Texas – zeigt anlässlich ihres fünfzigjährigen Bestehens Die Hermannschlacht von Heinrich von Kleist. Das berühmte Theaterstück rund um Hermann den Cherusker, der 9 n. Chr. die Römer aus Germanien vertrieb. Ein deutscher Mythos. Ein Bochumer Mythos: 1982 setzte Claus Peymann das patriotische Heldendrama an der Königsallee zeitkritisch in Szene. Eben dort erwartet Sie heute ein dramatisch-musikalischer Abend auf den legendären Spuren von Hermann, Varus, Thusnelda und den Barbaren im Teutoburger Wald. Holla, die Hörner! Oder anders ausgedrückt: Ah, ha, ha, ha, stayin‘ alive!

Die Hermannsschlacht – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie gehört in die Reihe von charmant-persiflierenden Musiktheaterabenden, die die Regisseurin Barbara Bürk und der Musiker, Schauspieler und Regisseur Clemens Sienknecht erfinden und in denen sie klassische Dramen, Romane oder Mythen nostalgisch und schräg nachspielen und nacherzählen. So entstand am Deutschen Schauspielhaus Hamburg Effi Briest – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie, eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2016. Es folgten Adaptionen von Anna Karenina, Madame Bovary und den Nibelungen. Am Schauspielhaus Bochum widmen sie sich mit Pop-Songs, alten und neuen Texten der viel diskutierten Hermannsschlacht von Heinrich von Kleist, dem Stück Weltliteratur, das wohl wie kein zweites mit dem Bochumer Theater verbunden ist.

Regie: Barbara Bürk, Clemens Sienknecht
Bühne, Kostüm: Anke Grot
Lichtdesign: Wolfgang Macher
Dramaturgie: Vasco Boenisch

Dauer: mindestens 100 Minuten, aber nicht länger als 119 Minuten, bestimmt keine Pause

Sprache: Deutsch

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Schauspiel

Mit anderen Augen

Ein musikalischer Abend über das Sehen
von Selen Kara und Torsten Kindermann

Mit anderen Augen ist eine berührende Theatercollage aus Songs, Texten, Bildern, Klängen und Sinneseindrücken, die auf poetische Weise eintaucht in die Welt der Blindheit. Wir leben in einer Gesellschaft der Sehenden. Von „Auf Wiedersehen“ über den blinden Alarm bis zur Liebe auf den ersten Blick ist unsere Sprache voller Metaphern des Sehens. Häufig werden Erkenntnis und Rationalität mit Licht und Sehen verknüpft, Unmündigkeit und Irrationalität hingegen mit Bildern der Blindheit und Dunkelheit. Die Welt der Blindheit ist vielen von uns vollkommen unbekannt, wir sprechen selten bis nie darüber, auch, weil wir nicht betroffen sind – oder Angst davor haben.

Und so ist unser Leben auf das Sehen aufgebaut. Doch was geschieht, wenn diese Voraussetzung nicht erfüllt wird. In welchem Raum befinden sich blinde oder sehbehinderte Menschen? Was bedeutet Zeit für sie? Was erzählen Töne, Geräusche? Kann man mit den Ohren sehen? Diesen und anderen Fragen geht Mit anderen Augen nach.

In diesem musikalischen Abend lenken Texte von blinden und sehbehinderten Menschen und die Lyrics der live gesungenen Songs unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Wahrnehmung weg vom Visuellen hin zu anderen Sinnen wie dem des Hörens. Nicht als Ersatz, vielleicht als Gewinn. Mit anderen Augen spürt mit musikalischen und akustischen Mitteln dem Sehen und Nichtsehen nach und schafft sinnlichemotionale Erfahrungen. Die acht Spieler*innen und Musiker befinden sich in einem Raum, der sich zwischen Dunkelheit, Unschärfe, hellem Licht und dem Verzicht auf starke Farben bewegt. Die Inszenierung unternimmt den Versuch, die Aufführung auch für nicht sehende Zuschauer*innen erfahrbar zu machen, auch mit Hilfe von Audiodeskription. Mehr als sehenswert!

Regie: Selen Kara
Musikalische Leitung: Torsten Kindermann
Bühne: Lydia Merkel
Kostüme: Emir Medic
Lichtdesign: Denny Klein
Sounddesign: Fabio Scarpari
Dramaturgie: Dorothea Neweling

Dauer: 1:30h, keine Pause

Sprache: Deutsch

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© Armin Smailovic
1 Schauspiel

Der große Gatsby

nach dem Roman von F. Scott Fitzgerald
in einer Bearbeitung von Angela Obst und Marvin L.T. Müller

Groß, größer, Gatsby. Innerhalb kürzester Zeit hat es Gatsby vom mittellosen Kriegsveteranen zum steinreichen Millionär gebracht. Er schmeißt die größten Partys, alle Welt schart sich um ihn. Doch niemand weiß, wer er wirklich ist – allerorten wimmelt es vor Gerüchten. Als Nick Carraway neben Gatsbys Anwesen zieht, setzt er langsam das Bild eines Mannes zusammen, der einzig und allein von einer verzweifelten Obsession getrieben ist: seine Jugendliebe, die aus reichem Hause stammende Daisy, zurückzugewinnen. F. Scott Fitzgeralds berühmtester Roman aus den goldenen 1920er Jahren, dem Jazz Age, erzählt von leerem Geld, der Gier nach Halt und den in Gin ertränkten Träumen einer vom Weltkrieg zerrütteten Generation. Mit ihrer Erfahrung der erlebten Katastrophe und der fiebrigen Ahnung einer nächsten wirft diese nervöse Transit-Zeit steile Schlagschatten auf unsere Gegenwart, in der wir jegliches Gefühl dafür verloren haben, zu wissen, was wird. Nur der nächste Gin ist sicher.

Regie: Zita Gustav Wende
Bühne: Sophia Profanter
Kostüm: Tanja Maderner
Dramaturgie: Angela Obst, Marvin L. T. Müller

Dauer: 1:30h, keine Pause

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Schauspiel

Judas

Lot Vekemans

Judas handelt von einem Mann, dessen Name für Verrat steht. Ein Mann, der jahrhundertelang von jedem geschmäht wurde. Doch wäre ohne diesen Menschen und ohne seinen Judaskuss das Christentum nie zu einer der großen Weltreligionen geworden. Es gibt in jedem Zeitalter Spekulationen über Judas und seine Motive. Nach zweitausend Jahren ist es an der Zeit, dass Judas selbst spricht: Er inszeniert einen letzten Versuch, seine Tat wieder auf ein menschliches Maß zurück zu bringen und sein Publikum dahin zu führen, wo es lieber nicht hin möchte: zu dem Judas in sich selbst. – Steven Scharf wurde für diese Rolle 2013 zum „Schauspieler des Jahres“ gewählt.

Regie: Johan Simons
Bühne: Bettina Pommer
Kostüme: Henriette Müller
Musik: Maarten Schumacher
Lichtdesign: Wolfgang Göbbel
Dramaturgie: Julia Lochte

Dauer: 1h, keine Pause
Sprache: Deutsch

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Schauspiel

Hamlet

von William Shakespeare

Der alte König Hamlet ist tot, sein Mörder und Bruder Claudius hat seine Witwe Gertrud geheiratet und sitzt jetzt auf dem Thron. Prinz Hamlet, krank vor Trauer, wird vom Geist seines Vaters heimgesucht. Der Geist befiehlt ihm, ihn zu rächen. Dieser Auftrag treibt Hamlet immer weiter in die Isolation. William Shakespeare machte 1602 aus einer europäischen Legende die philosophische Geschichte einer bis heute faszinierenden Sinnsuche. In der Regie von Johans Simons mit Sandra Hüller in der Titelrolle wird Hamlet zu einem Plädoyer für radikale Ehrlichkeit.

Was fasziniert dich an William Shakespeare?

Johan Simons: Mich fasziniert seit jeher, wie Shakespeare eine große philosophische Kraft lebendig und spielbar macht. Er ist ein Virtuose der Sprache. Ein Stück von Shakespeare ist wie ein großes Fenster, durch das man in einen Wald blickt. Griechische Autoren wie Aischylos sind wie eine Wüste oder eine Eisfläche. Shakespeare ist wie ein Wald mit Hügeln, Bäumen, Teichen und Moorseen. Man rutscht leicht aus, der Boden ist glitschig.

Was ist der Kern des Stücks?

Johan Simons: „To be or not to be.“ Nicht umsonst ist der Satz so berühmt. Hier versucht jemand herauszufinden, ob es ein Recht auf Existenz gibt. Was ist der Sinn unseres Lebens, wenn eine Lüge so oft als Wahrheit gilt? Meiner Meinung nach ist Hamlet extrem empfindlich und kompromisslos, er erträgt keine falschen Fassaden. Das zerstört ihn.

In Bochum wird Hamlet von einer Frau gespielt. Warum?

Johan Simons: Ich möchte kein großes Thema daraus machen. Eigentlich ist es normal, dass eine Frau Hamlet spielt: Sarah Bernhardt, Angela Winkler, Asta Nielsen, viele andere haben es schon gemacht. Theater vermittelt sich über Gedanken, nicht über Identifikation. Der Stoff handelt von Geisteskraft und der Dynamik des Denkens. Sandra Hüller hat einen flexiblen Geist. Und sie hat eine persönliche Herangehensweise. Sie lehnt jeden Zynismus ab. Sandra erweitert Hamlets Gedanken und füllt sie mit Emotionen, wie nur sie das kann.

Regie: Johan Simons
Textfassung: Jeroen Versteele
Bühne, Kostüme: Johannes Schütz
Musik: Mieko Suzuki
Mitarbeit Musik und Sounddesign: Lukas Tobiassen
Klangregie: Will-Jan Pielage
Lichtdesign: Bernd Felder
Dramaturgie: Jeroen Versteele
Mitarbeit Dramaturgie: Felicitas Arnold
Übersetzung: Angela Schanelec, Jürgen Gosch

Dauer: 2:30h, eine Pause
Sprache: Deutsch mit englischen Übertiteln

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Schauspiel

Baroque

von Lies Pauwels

Wie fühlt es sich an, das Gewicht dieser Welt zu tragen? Eine Gruppe aus Mitgliedern des Bochumer Ensembles sowie gecasteten Performer*innen stellt sich mit ihren Körpern und ihren Gefühlen der Schaulust des Publikums. Sie wollen mehr gesehen werden, mehr sein, mehr zeigen. Manchmal auch am liebsten verschwinden. Wir blicken von 2022 aus auf den Barock und durch ihn hindurch auf die Zukunft.

Politische Umschwünge, andauernde Kriege, ökonomische Krisen, Seuchen, existenzielle Ängste, Endzeitstimmung, Unterwerfung der Natur, Fortschrittsglaube und Fortschrittsfurcht. Klingt das nach 16. und 17. Jahrhundert, auch bekannt als Zeit des Barock, oder nach jetzt? Leben wir nicht gerade in der Verschwendung – von Ressourcen und Konsumgütern – und stehen doch mit der Welt am Abgrund? Die Zeiten berühren sich, stellen einander in Frage, verschmelzen.

Es gab Zeiten, da war ein dicker Körper ein Symbol für Wohlstand, Erfolg und Macht. Es gab Zeiten, in denen Regieren bedeutete, eine Show zu veranstalten. Es gab Zeiten, da gab es den Begriff Depression noch nicht mal, und trotzdem war den Menschen die Welt bereits zu viel. Wird es Zeiten geben, in denen wir die Welt vor uns selbst gerettet haben werden?

Baroque – das ist Lebenslust, Fülle, Verausgabung. Eine Zeit der Paradoxe: Weltsucht und Weltflucht. Glaube und Zweifel. Lust an der Verschwendung und Angst vor der Leere.

Mit dieser Inszenierung kehrt die belgische Ausnahmeregisseurin Lies Pauwels nach ihrem Überraschungserfolg Der Hamiltonkomplex in der Spielzeit 2018/2019 ans Schauspielhaus Bochum zurück. In Anlehnung an eine Epoche, deren Merkmale sie bezeichnend für eine Beschäftigung mit unserer heutigen Zeit findet, tragt die Aufführung den Titel Baroque. Lies Pauwels ist berühmt dafür, wie sie in ihren unvergleichlichen Stücken nicht-professionelle Darsteller* innen und Schauspieler*innen auf der Bühne zusammenbringt. Mit ihrem intensiven – durchaus auch barocken – Bildertheater, ihren selbstverfassten Texten und hochemotionalen Soundtracks aus Pop und Klassik lenkt sie unseren Blick auf eine außergewöhnliche Weise auf aktuelle gesellschaftliche Themen.

Konzept, Text, Regie: Lies Pauwels
Bühne, Kostüm: Johanna Trudzinski
Lichtdesign: Wolfgang Macher
Dramaturgie: Felicitas Arnold, Vasco Boenisch

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Schauspiel

Dem Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat

Im Paris der 1980er-Jahre genießt der junge Schriftsteller Hervé Guibert ein ausgelassenes Leben voller Freiheit, Lust und Liebe. Doch eines Tages tauchen bei seinem jugendlichen Lover seltsame Hautflecken auf. Langsam wird klar, dass sie Anzeichen einer unbekannten Krankheit sind, die sich schnell ausbreitet und letztlich auch Hervé bedroht. Dem Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat erzählt von den Anfängen der Aids-Pandemie. Guibert beschreibt in seinem autobiografisch geprägten Roman die Bedrohung durch ein tödliches Virus und wie sich Angst, Hoffnung und Stigmatisierung auf Freundschaften und Beziehungen auswirken. Und welche Rolle die Pharmaindustrie in diesem Kampf ums Leben spielt. – Die Theaterinszenierung folgt den verschiedenen künstlerischen Spuren des Autors und Fotografen Hervé Guibert, der uns eindrücklich zeigt, was es heißt, in Zeiten von Krankheit sich und andere zu lieben.

Guiberts Geschichte nur als eine über Aids zu sehen, wäre ein Missverständnis. Vielmehr erzählt er von Liebe und Verrat, Berührungen, Freundschaft und Macht. Er schreibt von Personen, deren Leben auf verschiedene Art durch HIV verändert wurde: von seinem aidskranken Geliebten Jules, vom 1984 offiziell an Krebs gestorbenen Muzil (hinter dem sich Michel Foucault verbirgt) und von Bill, dem im Titel genannten Freund und Pharma-Manager, der ihm das Leben nicht gerettet hat. Immer wieder klammert sich Guibert an das Versprechen auf Heilung und stürzt von Hoffnung in Verzweiflung und wieder zurück.

Der Schriftsteller Guibert, 1955 in Paris geboren und dort 1991 verstorben – also in einer Zeit, als das Virus nach Europa kam und man(n) als Homosexueller schnell ausgestoßen wurde –, war auch Fotograf. Seine Bilder von Gegenständen, Zimmern und seine Selbstporträts spiegeln den Wunsch, das Leben festzuhalten und würdevoll zu gestalten. Zurzeit werden er und sein Werk in der bildenden Kunst und im Diskurs über den Umgang mit HIV wiederentdeckt. Sein Roman Dem Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat und seine Fotografien erzählen nicht zuletzt davon, was es bedeutet, sich der Welt zuzumuten: in Schönheit, Selbstachtung, Sterblichkeit.

Regie führt Florian Fischer, der in Bochum bereits die Aufführung Geister und das Hörstück Unsichtbar inszenierte; 2019 wurde er mit dem Kurt-Hübner-Regiepreis ausgezeichnet.

Dauer: 2:00h, keine Pause
Sprache: Deutsch

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Kindertheater

Der kleine Prinz

nach Antoine de Saint-Exupéry
Textfassung von Thorsten Bihegue

Für Menschen ab 6 Jahren

Kinder müssen mit Erwachsenen sehr nachsichtig sein. Wenn Erwachsene Geschichten erzählen, neigen sie zu Übertreibung und märchenhaftem Fabulieren: „Es war einmal ein Kleiner Prinz, der flog von Planet zu Planet und suchte allein mit seinem Herzen einen Freund …“

Der Kleine Prinz bereiste unter anderem zwei gestresste Kartograph*innen vom Sechsten Planeten. Die hielten ihn für verrückt. Er redete von Blumen, Vulkanen und Affenbrotbäumen, während sie versuchten, ihm ihre wirklich wichtige Arbeit zu erklären. Kurz, sie verstanden sich gar nicht. Also schickten sie ihn auf die Erde. Da war genug Platz für Geschichten über Blumen, Vulkane und Affenbrotbäume. Doch irgendwie ließ sie der komische Kleine Prinz mit seinem einsamen Herzen nicht los. Und irgendwie ging das vielen anderen Erwachsenen auch so. Egal auf welchem Planeten …

Mit diesem 2-Personen-Stück gehen wir in Grundschulen und spielen bei euch im Klassenzimmer!
Jetzt Vorstellung buchen unter jungesschauspielhaus@schauspielhausbochum.de

Regie: Thorsten Bihegue
Bühne, Kostüm: Theresa Mielich
Dramaturgie: Cathrin Rose

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Schauspiel

Iwanow

von Anton Tschechow

Neuübersetzung aus dem Russischen von Angela Schanelec, nach einer Interlinearübersetzung von Elena Sinanina

Iwanow kennt sich selbst nicht mehr. Nach dem Studium war er voller Tatkraft, wollte sich sozial engagieren, für Reformen eintreten, die Rückständigkeit der Provinz bekämpfen. Nun ist alle Energie verpufft, und er weiß nicht, warum und wohin. Vor fünf Jahren hat er Anna geheiratet, eine reiche Jüdin, die aus Liebe zu ihm alles aufgegeben hat, ihren Glauben, ihr Erbe, ihre Beziehung zu den Eltern. Anna ist an Tuberkulose erkrankt, aber Iwanow hat kein Geld für die Kur, ist verschuldet, und es fehlt ihm jegliche Kraft, etwas daran zu ändern. Um sich abzulenken, besucht er seinen alten Freund und Gläubiger Lebedew. Dessen Tochter Sascha ist jung, leidenschaftlich, freidenkend. Sie ist davon überzeugt, dass ihre Liebe zu Iwanow ihn wieder aufrichten wird. Raus aus der Enge!

Ein Jahr nach Annas Tod soll die Hochzeit stattfinden. Doch Gerüchte machen die Runde. Man glaubt, Iwanow habe seine Frau durch sein rücksichtsloses Verhalten ins Grab gebracht und heirate die reiche Sascha nur, um sein verschuldetes Gut wieder hochzubringen. Iwanow selber findet sich unerträglich, lachhaft. Er will alle Pläne abblasen. Doch als auch dieser Versuch scheitert, bleibt ihm nur noch eine letzte Möglichkeit, um nicht auch noch das Leben Saschas zu zerstören…

Regie: Johan Simons
Neuübersetzung: Angela Schanelec
Interlinearübersetzung: Elena Sinanina
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Sofia Dorazio Brockhausen
Musik: Benjamin van Dijk
Lichtdesign: Bernd Felder
Dramaturgie: Angela Obst

Dauer: 3:45h, eine Pause
Sprache: Deutsch mit englischen Übertiteln (nicht bei Livestreams)

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Kindertheater

Ton

von Barbara Kölling
Für Menschen ab 2 Jahren

Alles beginnt mit der Erde, diesem riesigen Erdklumpen! Aus Erde entstehen die Dinge. Man kann sie formen, gestalten. Ist das ein Klumpen oder ein Kopf? Die Schauspielerin Karin Moog und die Musikerin Maika Küster entwickeln gemeinsam Bilder und Klänge. In ihrer Ton- und Klangwerkstatt entstehen Wesen mit einem eigenen Kopf. Es wird geformt und gestaltet, gematscht und gelacht. Und genauso schnell, wie alles entsteht, kann es auch wieder vergehen. In diesem Stück für Menschen ab 2 Jahren spielen der Ton und die Töne miteinander, es klingt und tönt, es wird geknetet und geformt. „Es sind die Kinder, die mich zu einer gewissen Abstraktion in der Arbeit geführt haben. Interessanterweise vor allem die kleinen Kinder. Gleichzeitig entsteht gerade im Kontakt mit kleinen Kindern der Wunsch, auf ihre absolute Offenheit zu reagieren, ihnen behutsam und ebenso wach zu begegnen. Wahrnehmen mit allen Sinnen und mit dem gesamten Körper.“ Barbara Kölling

Regie: Barbara Kölling
Bühne: Ingrid Pons i Miras
Kostüme: Lasha Iashvili
Musik: Maika Küster
Lichtdesign: Bernd Kühne
Dramaturgie: Cathrin Rose
Mit: Maika Küster, Karin Moog

Dauer: 0:30h

Gefördert durch Neue Wege. Kommunale Theater & Orchester in NRW

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Jugendprogramm

Whatever the fuck you want

Ausgewählt durch die Drama Control
Für Menschen ab 12 Jahren

Das Theaterrevier lädt Menschen ein, sich die Bühne zu eigen zu machen und zu zeigen, was immer Mensch möchte. Von Lesung bis hin zur Akrobatik-Show. Von Kindern und Jugendlichen bis hin zu Erwachsenen, von professionellen Theaterschaffenden bis hin zu Menschen, die das erste Mal auf der Bühne stehen. Diese Spielzeit wird WTFYW zum Labor: Es gibt ein Überthema. Jede Gruppe und/oder Performer*in hat 24 Stunden Zeit, einen Abend zu gestalten. Und am Ende wird präsentiert, probiert und improvisiert. Schickt eine Bewerbung mit Selbstbeschreibung und kurzem Konzept per Mail an drama.control [​at​] schauspielhausbochum.de. Entschieden wird von der Drama Control.

Alle Infos zum Mitmachen unter www.theaterrevier.de

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Tanz

Danza Contemporánea de Cuba

Consagración von Christophe Béranger & Jonathan Pranlas-Descours
Coil von Julio César Iglesias Ungo
Matria Etnocentra von George Céspedes


Sie tanzen nach einem Rhythmus, der Kuba heißt: Die explosive Mischung aus zeitgenössischer Avantgarde und lateinamerikanischer Sinnlichkeit macht Danza Contemporánea de Cuba zu einer Kompanie voller Überraschungen. Neben ihrem Nationalstolz bringen die 24 Tänzer auch ein fragendes, forschendes Verhältnis zu ihrer Tradition mit, das nicht frei von Brüchen ist. Gegründet wurde die Kompanie 1959, im Jahr von Fidel Castros Revolution und im gleichen Jahr wie das Nederlands Dans Theater; genau wie ihr europäisches Gegenstück bewegt sich auch DCC im Spannungsfeld zwischen modernem Ballett und neuen Bewegungsästhetiken. Gefördert werden vor allem junge kubanische Choreografen, aber immer wieder lädt Direktor Miguel Iglesias Ferrer auch internationale Gäste auf die Insel ein.

In Consagración trifft afrokubanischer Tanz auf Igor Strawinsky: Zur revolutionären Partitur von Le Sacre du Printemps erfüllten die Franzosen Christophe Béranger und Jonathan Pranlas-Descours im Jahr 2018 einen auf Kuba lange gehegten Traum, ihre Uraufführung ist tatsächlich die erste kubanische Version dieses epochalen Werkes. Beide Choreografen stammen aus der modernen europäischen Szene, ihr „Frühlingsopfer“ konzentriert sich ganz auf die Körper und deren wilde Kraft. Hier steht nicht die auserwählte Jungfrau im Mittelpunkt, sondern mit ihr gemeinsam rebelliert das Kollektiv, es opfert sich mit ihr.

Coil ist ein Stück über das Verhältnis des Einzelnen zur Gesellschaft, über das sture Um-sich-selbst-Kreisen und das Rebellieren gegen die Gleichförmigkeit. In seinem dynamischen, experimentellen Stil beschäftigt sich Choreograf Julio César Iglesias Ungo mit Ritualen, mit dem Entstehen von Gewalt und der Freiheit des Individuums.

In geschmeidiger Präzision marschieren die Tänzer in Matria Etnocentra, bis sie sich in weit ausholenden Solos aus den starren Linien befreien. Choreograf George Céspedes forscht nach der „Cubanidad“, dem innersten Wesen seiner sich so stark verändernden Heimat.
 

Weitere Infos unter www.ecotopiadance.com

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Gespräch

Deutschland im Winter

Die Schauspielerin Gina Haller und der Regisseur und Intendant Johan Simons haben schon oft zusammengearbeitet, oft gemeinsam diskutiert, gelacht und nachgedacht. Auf den ersten Blick trennt sie vieles: Sie sind verschiedenen Geschlechts, aus verschiedenen Generationen und verschiedenen Ländern. In ihren Unterhaltungen, auch Streits über Texte, Kunst, über Privilegien und Ungerechtigkeiten haben sie diesen Unterschied immer fruchtbar gemacht. Heute stellen sie sich vor dem Publikum Fragen, die sie sich schon immer einmal stellen wollten. Eine Begegnung offenen Blicks auf der Folie von Fassbinders Streitgespräch mit seiner Mutter im Film Deutschland im Herbst.

Mit: Gina Haller, Johan Simons

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Gespräch

Oval Talk #1: Erinnerungskultur

Ein neuer Ort, eine neue Gastgeberin, ein neues Format: Oval Talk – Gespräche zum Verständnis unserer Zeit spürt ab der Spielzeit 2022/23 aktuellen Themen nach, über die wir gern mehr wüssten und über die wir uns intensiver austauschen möchten, mit Expert*innen und untereinander als Publikum. Prasanna Oommen lädt hierzu spannende Gäste ins Oval Office ein. Im Fokus stehen aktuelle gesellschaftliche Debatten und Ereignisse, durchaus auch mit Verbindungspunkten zum Spielplan des Schauspielhaus Bochum. In einer Kombination aus Vortrag und anschließender Diskussion wollen wir mehr erfahren, tiefer blicken und aufgeschlossen voneinander lernen.

Die Gastgeberin Prasanna Oommen ist seit mehr als 20 Jahren als Moderatorin und Referentin für unterschiedliche Institutionen – von Ministerien bis zu NGOs – in den Bereichen Kultur, Bildung, Stadtentwicklung und Medien tätig. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind eine diversitätssensible Kommunikation, die transkulturelle Öffnung in der staatlichen wie in der freien Kulturlandschaft, Bildungsgerechtigkeit und Digitalisierung.

Der Oval Talk wird viermal im Jahr stattfinden. Wie für alle Veranstaltungen im Oval Office gilt auch hierfür: Eintrittskarten gibt es an der Abendkasse vor Ort, und gezahlt wird nur so viel, wie man kann oder möchte – pay what you want.

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Lesung

Derîyê Dil

Ein kurdischer Abend in deutscher Lyrik

Derîyê Dil, das ist die Tür zum Herzen. Gemeinsam mit Ensemblemitglied Veronika Nickl und den beiden kurdischen Musikerinnen Nûrê Dlovanî und Zelal hebt der Autor und Turkologe Abdullah Incekan große Klassiker der deutschen Lyrik heraus aus ihrer bekannten Melodie, lässt sie im Kurdischen neu erklingen und schlägt so eine Brücke zwischen den Kulturen. Lyrik als verbindendes Element. Als Tür zum Herzen.

Kurdisch gehört zu den weltweit wenigen Sprachen, die per Gesetz verboten wurden. Von 1923 an war es in der Türkei nicht erlaubt die kurdische Sprache zu sprechen. Das Sprachverbotsgesetz wurde im Jahr 1992 zwar aufgehoben, die Repressalien haben seitdem aber nur marginal abgenommen. 

In Deutschland leben mittlerweile 1,5 Millionen Menschen kurdischer Herkunft, doch ist der Austausch zwischen den beiden Sprachen Deutsch und Kurdisch auf künstlerisch-literarischer Ebene nur marginal. Einzelne literarische Werke kurdischer Autor*innen werden in den vergangenen Jahren ins Deutsche übersetzt, noch seltener ist jedoch die Übersetzung deutscher Literatur in die kurdische Sprache. 

Abdullah Incekan, geboren 1979 in Türkisch-Kurdistan, lebt seit 1987 in Deutschland und studierte hier Germanistik, Turkologie und Deutsch als Zweitsprache / Interkulturelle Pädagogik. Er lebt und arbeitet als Autor und Pädagoge im Ruhrgebiet und hat es sich zum Ziel gemacht, die kurdische Sprache auf literarischer Ebene zu wahren und zu fördern. In seinem Lyrikband Deutsche Gedichte – zweisprachig übersetzt er ausgewählte Gedichte deutscher Dichter*innen aus unterschiedlichen Epochen ins Kurmanjî-Kurdische. Neben zahlreichen Gedichten aus dem West-Östlichen Divan von Johann Wolfgang von Goethe finden sich auch Werke von Autor*innen wie Heinrich Heine, Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke, Erich Fried, Ulla Hahn und Ingeborg Bachmann.

Die Gedichte werden auf Kurdisch und Deutsch gelesen.

Mit: Zelal, Nûrê Dlovanî, Abdullah Incekan, Veronika Nickl

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Lesung

Drei Frauen aus Deutschland

„Du verlierst nur, was du nicht wagst.“ (Bettina von Arnim)

Geschichte wird von Männern geschrieben – diesen Eindruck erwecken zumindest die Geschichtsbücher. Frauen kommen darin nur als Randfiguren vor; oder eben: im Umfeld berühmter Männer. Leistungen von Frauen werden von den meist männlichen Chronisten gern ignoriert.

Einen weiblichen Blick auf die Geschichte nimmt diese leise literarische Collage ein - Drei Frauen aus Deutschland, zweihundert Jahre Zeitgeschehen, erzählt entlang der Lebensläufe dreier Schriftstellerinnen. Bettina von Arnim, geborene Brentano, provozierte das bürgerliche und aristokratische Establishment ihrer Zeit mit ihren Sozialanklagen und ihrem Einsatz für Arme und Unterdrückte. Gleichzeitig führte sie im Berliner Dachstubensalon der Rahel Varnhagen geistreiche Gespräche mit berühmten Zeitgenossen. Ihre Haltung zu Erziehung und Emanzipation ist noch heute verstören aktuell. Jahrzehnte später irritieren die selbstbewussten Bürgerschreckauftritte der großen Lyrikerin Else Lasker-Schüler die Berliner. Genial, provozierend und zutiefst verletzlich wird sie unter den Nazi zur Vertriebenen, flieht zunächst nach Zürich, später nach Palästina, wo sie völlig mittellos und vereinsam stirbt.

Erika Mann, die mit ihrem Ensemble Pfeffermühle, ihrem scharfzüngigen politischen Kabarett in Zürich, allabendlich für Saalschlachten mit schweizerischen NS-Anhängern sorgte, entwickelte sich im Laufe ihres Lebens von einer vergnügungssüchtigen Bohemienne zu einer politisch denkenden und aktiven Frau. Gleich nach dem Abitur 1924 war auch sie nach Berlin gezogen, lernte in Max Reinhards berühmter Schauspielschule das Theaterhandwerk, und für ihre ersten Engagements durfte es natürlich nichts Geringeres sein als das Deutsche Theater in der Schumann-Straße.

mit Barbara Auer, Angela Winkler und Claudia Michelsen
Textbearbeitung, Regie, Produktion: Martin Mühleis

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Gespräch

Lasst uns reden! #2

Nach einer ersten Gesprächsrunde im Frühsommer 2022 möchten Intendant Johan Simons und sein künstlerisches Team wieder in direkten Austausch mit dem Publikum kommen. Lasst uns reden! Über das Programm des Schauspielhaus Bochum und was es bedeutet, Theater zu machen – in dieser Stadt, in diesen Zeiten und diesmal mit einem besonderen Fokus auf der Zukunft. Wie soll und kann das Theater von morgen aussehen? Wir freuen uns auf einen persönlichen Dialog mit allen, die ihre Wünsche, Ideen und Erfahrungen teilen wollen.

Eintritt frei, Zählkarten über Theaterkasse und Webshop

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Kindertheater

Bande Everyone

Das unbedingt sehr perfekte Weihnachtsfest
Für Menschen ab 6 Jahren

Ein aufgeregtes Jahr neigt sich dem Ende. Corona scheint unter Kontrolle, jetzt gibt es höchste Erwartungen an das perfekte Fest. Alles soll so besinnlich wie möglich werden, die Familien kommen zusammen, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Leider ist man hier und dort etwas aus der Übung geraten. Können wir noch weihnachten? Die Theatergruppe Everyone widmet sich dem besinnlichen Fest auf sehr besondere Weise...

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Aufführung

Let it snow

Ein Winter-Weihnachts-Gesangs-Spektakel!

Kommt vorbei! Wir treffen uns zum winterlichen, gemeinsamen Singen für Kinder, Jugendliche, Familien und alle, die sich noch mit uns auf die Wintergemütlichkeits-Gefühle einstimmen möchten. Mit Klang und Gesang treffen wir uns auf dem Platz vor dem Theaterrevier. Es gibt Punsch und Waffeln. Und das Beste: Wir machen auch eine Tombola und verlosen tolle Preise. Also, zieht euch etwas Warmes an und los geht's!

Alle Einnahmen der Tombola werden an das „Center for Human Rights in Iran“ gespendet.

Eintritt frei, Reservierung über Theaterkasse oder Webshop

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Lesung

Frank Goosen: Krippenblues

Weihnachtsgeschichten

Weihnachten – eigentlich ein Geburtstag wie jeder andere auch, nur kommt das Geburtstagskind selten vorbei, um einen auszugeben. In seinem Erfolgsprogramm Krippenblues beschäftigt sich Frank Goosen mit den besinnlichen, vor allem aber mit den weniger besinnlichen Seiten dieses Festes.

Goosen schöpft aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz nach vier Jahrzehnten als Weihnachtsgeschädigter: früher als Einzelkind selbst Mittelpunkt des Festes, heute nur noch der Mann, der die Kamera bedienen darf, während die eigenen Kinder die reichhaltigen Geschenke auspacken. Früher Weihnachten mit Omma, Oppa, Onkel Paul und Tante Anni, heute „Party für Jesus“ im modernen Kindergottesdienst. Vielleicht werden Sie nach diesem Abend Lichterschmuck in Wohnzimmerfenstern mit anderen Augen sehen oder mehr Verständnis für ihren gestressten Buchhändler im Weihnachtsgeschäft aufbringen.

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Musik

Das große Weihnachtslieder-Singen

Alle singen wieder

Alle Jahre wieder … hat man vergessen, wie sie eigentlich gehen, die bekannten und weniger bekannten Weihnachtslieder. Wir frischen unsere Kenntnisse auf und lernen neue Lieder. Gemeinsam singen ist sowieso am schönsten! Mit Schauspieler*innen und Mitarbeiter*innen des Schauspielhaus Bochum!

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Party

Die große Silvesterparty

Der Jahreswechsel mit DJan

Nach der 21:00-Uhr-Vorstellung von Mit anderen Augen im Schauspielhaus startet Die große Silvesterparty im schönen Foyer des Schauspielhauses mit DJan. Tanzt und feiert mit uns ins neue Jahr!

Im Preis der Karten für Mit anderen Augen um 21:00 sind die Party-Karten bereits enthalten. Alle anderen Interessierten können die Karten für die Party separat buchen – ob zusätzlich zu den Theaterkarten für Mit anderen Augen um 16:00 im Schauspielhaus, Sherlock Holmes jagt Dr. Watson um 19:30 in den Kammerspielen oder auch völlig losgelöst von einem vorherigen Theaterbesuch.

Unser Programm am 31.12. im Schauspielhaus Bochum:

Mit anderen Augen
Ein musikalischer Abend über das Sehen
von Selen Kara und Torsten Kindermann
16:00 – 17:30 & 21:00 – 22:30, Schauspielhaus

Sherlock Holmes jagt Dr. Watson
nach den Erzählungen von Arthur Conan Doyle
19:30 – ca. 21:00, Kammerspiele

Die große Silvesterparty
Der Jahreswechsel mit DJan
ab 22:30, Foyer Schauspielhaus

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Schauspiel

Wo steht dein Maulbeerbaum?

Vom Auswandern und noch nicht Ankommen
von Tamó Gvenetadze

Premiere: 7.1.2023

„Wenn man von seinem eigenen Land einmal weggegangen ist, dann kommt man in keinem neuen Land mehr an. Dann werden nur manche besonderen Menschen dein Land“, so hat die Schriftstellerin Emine Sevgi Özdamar einmal die Gefühlslage der Ausgewanderten in Europa beschrieben. Menschen verlassen ihre Heimat, weil sie anderswo auf ein besseres Leben hoffen. Doch dort angekommen, sind sie längst nicht angekommen: auf der Suche nach Anerkennung, Chancen, einem Stück neuer Identität. Sie sind Menschen, die ihre Wurzeln gekappt haben, ohne dass ihnen starke neue wachsen. Das Theaterstück Wo steht dein Maulbeerbaum? der jungen Theatermacherin Tamó Gvenetadze erzählt von den vielleicht utopischen Vorstellungen der Emigrant*innen, die diese Menschen nach Europa treiben – und wie sie hier zerstört werden. Ob es sich dabei um die Hoffnungen der georgischen Rockband Soft Eject handelt, die in den 1990er-Jahren in Berlin und Bochum eine neue musikalische Heimat suchte, oder um die Erlebnisse junger Menschen, die heute hierherkommen, als Kriegsgeflüchtete oder Au-pairs. „In Europa ist es warm.“ „In Europa wird es mir gutgehen.“ „In Europa kann ich alles werden.“ „In Europa werden die Träume war.“ Es ist möglich, in Europa eigene Träume wahr werden zu sehen. Doch die Frage ist: Wie hoch ist der Preis? Der Preis ist sehr hoch. Ein Theaterabend über die Erfahrungen der in Europa Immigrierten – ehrlich, persönlich, voller Zorn und Sehnsucht.
 
Regie: Tamó Gvenetadze
Bühne: Anna Wörl
Kostüm: Lasha Iashvili
Musik: Beka Buchukuri
Dramaturgie: Vasco Boenisch

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Lesung

Axel Hacke liest und erzählt

Axel Hackes Lesungen sind Unikate, kein Abend ist wie der andere. Da hockt nicht einer hinter einem Tisch mit Wasserglas und Lampe und trägt aus seinem neuen Buch vor, wie das üblich ist, nein, Hacke sitzt auf einem Stuhl, redet über das Leben, erzählt von seiner Arbeit und hat alles dabei, was er im Leben geschrieben hat, na gut, eine Menge von dem – und das ist sehr viel: tausende Exemplare seiner legendären Kolumnen aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, darunter auch die ganz aktuellen der vergangenen Monate, dazu einen Stapel von Büchern, das ebenso komische wie verträumte und versponnene Sprachspielbuch Im Bann des Eichelhechts und andere Geschichten aus Sprachland zum Beispiel und selbstverständlich dass allerneueste: Ein Haus für viele Sommer, Geschichten aus dem Leben eines Mannes, der mit seiner Familie seit fünfzig alle Ferien in einem alten und sehr geheimnisvollen Turm in einem italienischen Dorf verbringt. So entsteht jeden Abend (wenn es gut geht, und meistens geht es doch gut) – ein neues kleines Lese-Kunstwerk, in dem die hergebrachten Trennungen von ernst und unterhaltsam nichts bedeuten, weil in so einem Abend alles drin ist, das Heitere, das Philosophische und das brüllend Lustige. Man weiß nur vorher nie so genau: was? 

Axel Hacke, 1956 in Braunschweig geboren, lebt als Schriftsteller in München. Berühmt ist seine Kolumne Das Beste aus aller Welt, die er seit Jahrzehnten jede Woche im Magazin der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht. Seine Bücher, zum Beispiel Der weiße Neger Wumbaba oder Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen sind Bestseller. Seine Arbeit wurde unter anderem mit dem Joseph-Roth-Preis, zwei Egon-Erwin-Kisch-Preisen, dem Theodor-Wolff-Preis und zuletzt dem Ben Witter-Preis 2019 ausgezeichnet. Im August 2019 erschien Wozu wir da sind. Walter Wemuts Handreichungen für ein gelungenes Leben.

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Performance

Matthias Brandt & Jens Thomas

Die Bergwerke zu Falun
Eine Wort-Musik-Collage aus den Elixieren des E. T. A. Hoffmann

Der tief in der Romantik verwurzelte literarische Außenseiter E.  T.  A. Hoffmann eröffnet mit seinen Erzählungen fantastische Welten. Im Unterschied zu Hofmannsthals Drama Das Bergwerk zu Falun, in dem die Psychoanalyse eine wichtige Rolle spielt, gleicht E.  T.  A. Hoffmanns Interpretation der Sage von Elis Fröbom und seiner Braut Ulla einer Reise durch eine Nacht des Realitätsverlusts, an deren Ende das Erwachen in ewiger Liebe steht.

Nach den erfolgreichen Programmen Psycho, Life, Krankenakte Robert Schumann und Blackbird der neue Abend von Matthias Brandt und Jens Thomas.


Matthias Brandt, 1961 in Berlin geboren, ist ein deutscher Schauspieler und Autor. Ab Mitte der Achtzigerjahre gehörte er den Ensembles vieler Theater an, zuletzt denen der Schauspielhäuser Zürich und Bochum. Seit 2000 arbeitet er hauptsächlich für Film und Fernsehen und ist dort, zum Teil mehrfach, mit allen Branchenpreisen ausgezeichnet worden. Als Sprecher wurde er zweimal mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Seit einigen Jahren ist er gemeinsam mit dem Musiker Jens Thomas mit ihren improvisativen Wort-Musik-Collagen auf Bühnentour. 2016 erschien sein Buchdebüt, der Kurzgeschichtenband Raumpatrouille, 2019 sein Romandebüt Blackbird.

Jens Thomas, 1970 in Braunschweig geboren, studierte Jazz-Klavier an der Musikhochschule in Hamburg. Seit 1996 umfangreiche Konzerttätigkeit im In- und europäischen Ausland, zahlreiche Plattenveröffentlichungen und Auszeichnungen (u. a. SWR Jazzpreis, Int. Jazzpreis Nürnberg, Kunstförderpreis Niedersachsen, Choc de l'année des französischen Magazin's Jazzman, Deutscher Schallplattenpreis Vierteljahresliste). War seit 2003 in verschiedenen Theaterproduktion u. a. am Thalia Theater Hamburg, am Nationaltheater Gent, dem Münchner Kammerspielen, dem Wiener Burgtheater und am Schauspielhaus Bochum zu erleben. 2010 komponierte er die Musik zum NDR Dokumentarfilm Tod auf dem Hochsitz und 2020 zum Tatort Ich hab im Traum geweinet. 2016 veröffentlichte er sein Album Memory Boy, 2020 Jens Thomas.

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Schauspiel

Underworlds

A Gateway Experience
von BVDS

Premiere: 20.1.2023

Im griechischen Mythos von Amor und Psyche reist die schöne Psyche in die Unterwelt, um für die Göttin Venus eine Salbe zu besorgen. In Lewis Carrolls Erzählung stürzt Alice durch einen Kaninchenbau in das Wunderland und erkundet den fantastischen Ort. Die junge Dorothy wird bei Lyman Frank Baum von einem Wirbelsturm in das Land der Munchkins gefegt und folgt dem gelben Ziegelsteinweg in die Smaragdstadt.

Inspiriert von dem Archetypus des „kleinen Mädchens“, welches eine Reise ins Unbekannte antritt, begibt sich das Theaterkollektiv BVDS auf eine feministische Reise in die Unterwelten. Wie kann eine „Heldenreise“ aussehen, wenn die Frau nicht das begehrte Objekt am Ende der Reise, sondern die Reisende selbst ist? Untersucht wird keine physische Reise, sondern das Reisen ins Innere – nicht als Übung in Vorstellungskraft, sondern als ein realer und tiefgreifender Prozess der Transformation.

Basierend auf dem Medizinrad der Inka, einer Art Landkarte der spirituellen Einswerdung mit der Schöpfung, beschreibt die Schamanische Reise in die Unterwelt die Befreiung vom Zugriff des Todes. Sich den eigenen Ängsten zu stellen, bedeutet auch, diese zu überwinden und damit die tief verborgenen Gedanken und Verbindungen zu lösen: sich selbst mit all den Fehlern und Problemen konfrontieren und sie zu akzeptieren. BVDS gehen auf ihrer Suche nach Transformationen vom Prinzip aus, dass alles imaginär ist. Alles, was wir wahrnehmen, ist eine Projektion unserer inneren Welt, sodass die (Außen-)Welt den Zustand unserer Seele perfekt widerspiegelt. Wie sehen also diese Unterwelten aus, in die das „kleine Mädchen“ Ebene um Ebene ins eigene Unbewusste hinabsteigt und sich den leibhaftigen Auswüchsen der eigenen Angst stellt?

Hinter der Abkürzung BVDS stecken die niederländischen Theatermacherinnen Suzan Boogaerdt und Bianca van der Schoot, die nach Headroom nun mit einer Neukreation ans Schauspielhaus Bochum zurückkehren. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Performance und Videoinstallation und erschaffen so eine Synergie aus darstellender und bildender Kunst: Zwischen der Black Box des Theaterraums und dem White Cube der Galerien eröffnen BVDS einen eigenen Grey Space, Grenzräume, die dazu einladen, sich auf die neu entstehende (virtuelle) Welt einzulassen und neue Realitäten zu träumen.

Regie: Bianca van der Schoot

Eine Koproduktion von Boogaerdt/VanderSchoot, dem Theater Rotterdam und dem Schauspielhaus Bochum

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Schauspiel

Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

von Edward Albee
aus dem Englischen von Alissa und Martin Walser

Premiere: 28.1.2023

Der Titel klingt fröhlich, wie eine Variante des Kinderlieds Wer hat Angst vor dem bösen Wolf? Aber hinter dieser scheinbaren Harmlosigkeit verbirgt sich das Chaos menschlicher Beziehungen. Schauplatz von Edward Albees weltberühmtem Theaterstück ist eine Wohnung, in der zwei Ehepaare nach einer Party aufeinandertreffen. Die Gastgeber Martha und George kleben seit Jahren an ihren Lebenslügen und führen einen andauernden Ehekrieg mit klaren Spielregeln: Den anderen bzw. die andere kleiner machen, als er oder sie sich sowieso schon fühlt!

An diesem Abend, weit nach Mitternacht, besucht sie das junge Paar Nick und Honey. Sie sind neu in der Stadt – und offenbar bereit, sich den Spielregeln anzupassen: Zunächst sind sie nur Zaungäste des ehelichen Schauturniers, werden aber bald aus ihrer Zuschauerrolle gerissen, voll in den Fight der Gastgeberpaars einbezogen und müssen Stellung beziehen. Dabei wird auch das brüchige Fundament ihrer eigenen Beziehung immer deutlicher.

Autor Edward Albee ist 1962 mit Wer hat Angst vor Virginia Woolf? gewissermaßen die Mutter aller Eheschlachten und Ehedramen gelungen: voll von boshaftem Humor, messerscharfen Dialogen und überraschenden Wendungen. Im Kern ging es ihm um die Aufdeckung menschlicher Illusionen. Er zeigt mit Wehmut und Ironie das Bild des Menschen, dem offenbar alles zum Glücklichsein zur Verfügung steht und der doch nur um so schmerzvoller allein ist. Welche schauspielerischen Funken sich aus diesem düster funkelnden „Spiel bis zum Tod“ schlagen lassen, ist nicht erst seit der legendären Verfilmung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton bekannt. Albees Stück ist bis heute ein beliebter moderner Klassiker auf den Bühnen – fragt sich nur, was uns immer wieder so fasziniert am Blick in den menschlichen Ehe-Abgrund? Um mit Marthas Worten zu sprechen: „Die Gäste sind da! Das Fest beginnt!“

Regie: Guy Clemens
Bühne, Kostüm: Dorothee Curio
Dramaturgie: Vasco Boenisch
Lichtdesign: Bernd Felder

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Jugendprogramm

Der geheimnisvolle Fremde

nach dem Roman von Mark Twain
Textfassung von Martina van Boxen

Premiere: 29.1.2023

Wir befinden uns im Jahr 1590 im verschlafenen Ort „Eselsdorf“, in dem Theodor, Nikolaus und Seppi zu Hause sind. Eines Tages taucht ein Fremder auf, der sich mit den Jugendlichen anfreundet. Er gibt sich als Engel zu erkennen. Sein Name? Satan!

Der geheimnisvolle Fremde ist eine verstörende Geschichte voller Abgründe, eine Geschichte über den moralischen Hochmut des Menschen, der sich für die Krone der Schöpfung hält und deswegen die schlimmsten Gräueltaten begeht. Ein Gedankenspiel über Moral und den Sinn des Lebens, ein Plädoyer für das Leben und gegen die Hoffnung auf ein Jenseits. Zwölf Jahre schrieb Mark Twain an seiner märchenhaften Erzählung, entwarf drei Versionen, von denen er keine zu Ende schrieb. Erst nach seinem Tod wurde The Mysterious Stranger veröffentlicht.

Lasst euch überraschen!

Regie: Martina van Boxen
Bühne, Live-Zeichungen: Michael Habelitz
Kostüm: Esther van de Pas
Choreografie: Arthur Schopa
Musik: Manuel Loos, Maria Trautmann
Lichtdesign: Hannes Koch
Dramaturgie: Felicitas Arnold

Für Menschen ab 13 Jahren

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12

Schauspielhaus Bochum

In Bochum steht ein Schauspielhaus. Groß und stolz. Das schönste Theater der Welt, sagt man in Bochum. Die Adresse ist fürstlich: Königsallee. Der Eindruck von außen: ein Schiff, abfahrbereit der Stadt entgegenblickend.

Seit jeher bedeutet die Bühne die Welt, und deshalb soll die Welt auch hinein in dieses Theater. Sie darf es sprengen, ausdehnen, bis sich die weißen Säulen am Portal biegen, so wie in unserem neuen Signet: die Welt im schönsten Theater der Welt, zu Hause.
Und umgekehrt auch: ein Theater, das sich den Fragen der Welt stellt.

Aufbruch und neue Vielfalt verspricht die Spielzeit 2018/2019. Ein Aufbruch von sattsam bekannten Sichtweisen und Konventionen. Und ein Aufbruch in eine neue Zeit für das Schauspielhaus Bochum, in der kulturelle, politische und soziale Vielfalt
sein Gesicht prägen – so, wie sie es mit der Welt ja auch tun und mit unserer Heimat, dem Ruhrgebiet.
THEATERKASSE:
Königsallee 15
44789 Bochum
Tel. 0234 / 33 33 55 55
Email tickets@schauspielhausbochum.de

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Bewertungen & Berichte Schauspielhaus Bochum

Aufführungen / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Aufführungen / Varieté Varieté et cetera Bochum Bochum, Herner Str. 299
Ereignisse / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4
Aufführungen / Theater Theater im Depot Dortmund Dortmund, Immermannstr. 29
Aufführungen / Theater Freilichtbühne Mülheim an der Ruhr Mülheim an der Ruhr, Dimbeck 2a
Aufführungen / Theater Consol Theater Gelsenkirchen Gelsenkirchen, Bismarckstr. 240
Aufführungen / Theater Theater Dortmund Dortmund, Theaterkarree 1 -3
Aufführungen / Theater Theater an der Ruhr Mülheim an der Ruhr, Akazienallee 61
Aufführungen / Theater Theater Duisburg Duisburg, Opernplatz
Aufführungen / Theater Ringlokschuppen Ruhr Mülheim an der Ruhr, Am Schloß Broich 38
Aufführungen / Theater Theater und Philharmonie Essen Essen, Opernplatz 10
Aufführungen / Show GOP Varieté Essen GmbH & CO. KG
Sa, 31.12.2022, 14:00 Uhr
Aufführungen / Show GOP Varieté Essen GmbH & CO. KG
Sa, 31.12.2022, 19:00 Uhr
Aufführungen / Theater Westfälisches Landestheater Castrop-Rauxel, Europaplatz 10
Aufführungen / Theater TheaterTotal Bochum, Hunscheidtstr. 154

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