SCHAUSPIELHAUS BOCHUM

Spielzeit 2017/18

The Humans. Eine amerikanische Familie

von Stephen Karam

Stephen Karams mit vier Tony Awards unter anderem als „Best Play 2016“ ausgezeichnetes Stück ist ein temporeiches Familienporträt, in dem Auswirkungen der Finanzkrise ebenso wie Nachwirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001 im Alltag einer amerikanischen Familie spürbar werden. Brigid ist mit ihrem älteren Partner Richard zusammengezogen, doch der Umzugswagen mit all ihren Möbeln ist noch nicht angekommen. Bereits eingetroffen sind jedoch ihre Eltern Erik und Deirdre, ihre ältere Schwester Aimee und ihre pflegebedürftige Großmutter Momo, um gemeinsam Thanksgiving zu feiern. Familie Blake hat sich einiges verheimlicht und so wird das Fest zu einem Abend der Offenbarungen. Entwaffnend ehrlich und unterhaltsam zugleich zeichnet Stephen Karam eine Familie, deren amerikanischer Traum sich nicht erfüllt hat; eine Familie, die sich mit Armut, Krankheit und der Angst, gesellschaftlich nicht mehr zu genügen, konfrontiert sieht. Stephen Karams Broadway-Erfolg erlebt seine europäische Erstaufführung am 9. Dezember im Schauspielhaus Bochum.

Regie: Leonard Beck
Bühne (Idee): Otto Kukla
Bühne (Ausführung): Sophie Charlotte Fetten
Kostüme: Annie Lenk
Sound: Nina Wurman
Dramaturgie: Annelie Mattheis

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Mi, 20.12.2017, 19:30 |
Di, 26.12.2017, 19:00 |
So, 7.1.2018, 17:00 |
Mi, 10.1.2018, 19:30 |
Sa, 20.1.2018, 19:30 |

Arc de Triomphe

nach dem Roman von Erich Maria Remarque

in einer Theaterfassung von Stefan Wipplinger und Fabian Gerhardt

Kate: In welchem Jahrhundert möchten Sie leben, wenn Sie es sich aussuchen könnten?
Ravic: In diesem. Es ist das lausigste, blutigste, korrupteste, farbloseste, feigste und dreckigste soweit. Aber trotzdem.

Paris 1938. Der deutsche Arzt Ravic ist auf der Flucht vor der Gestapo in Paris untergetaucht, er lebt und praktiziert dort illegal, ohne Papiere, ohne Zulassung. Um sich sein Leben zu finanzieren, übernimmt er die schwierigsten Operationen für andere Ärzte und riskiert damit Tag für Tag die Ausweisung. Auf einem seiner nächtlichen Streifzüge lernt er die Schauspielerin Joan Madou kennen, die neu in Paris und ebenso fremd und verloren ist wie er. Zwischen ihnen entspinnt sich eine Amour fou am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Sie lieben und streiten sich leidenschaftlich, sie leben intensiv, denn sie wissen nicht, wie viel Zeit ihnen noch bleibt. Und dann taucht plötzlich der Gestapo-Agent Haake in Paris auf, der Ravics Geliebte Sybil tötete und ihn folterte. Er schwört Rache und macht sich auf die Suche nach seinem Peiniger.
Während sich in ganz Europa die Konflikte mit den Nationalsozialisten zuspitzen, sind die Menschen in Paris noch auf der Suche nach dem guten Leben. Viele sind auf der Durchreise und warten auf ein Visum nach Amerika. Tagtäglich werden die Anzeichen für den bevorstehenden Kriegsausbruch deutlicher. Erich Maria Remarque hat mit „Arc de Triomphe“ ein vielschichtiges Figurenpanorama geschrieben. Nach „Im Westen nichts Neues“ ist dieser Roman über einen deutschen Flüchtling in Paris Erich Maria Remarques zweiter literarischer Welterfolg. Wir spielen die für diese Inszenierung entstandene Theaterfassung von Stefan Wipplinger und Fabian Gerhardt.

Regie: Fabian Gerhardt
Bühne: Christian Wiehle
Kostüme: Laura Kirst
Musik: Michael Emanuel Bauer
Licht: Wolfgang Macher
Dramaturgie: Annelie Mattheis

Ort:

Kammerspiele

Termin:

Sa, 6.1.2018, 19:30 |

Gefährliche Liebschaften

von Christopher Hampton

nach dem Roman von Choderlos de Laclos

Paris. Kurz vor der französischen Revolution. Die Marquise de Merteuil spielt ein riskantes Spiel mit der Liebe. Aus purer Lust an der Zerstörung knüpft sie gefährliche Liebschaften, die die Menschen, die sie verkuppelt, zu Grunde richten. Im Vicomte de Valmont, ihrem ehemaligen Geliebten, findet sie einen kongenialen Verbündeten. Die beiden schließen eine Wette ab: Schafft er es, der verheirateten, überaus tugendhaften Madame de Tourvel die Ehre zu nehmen, soll eine Liebesnacht mit der Marquise der Preis sein. Bald aber werden die beiden selbst Opfer der Ereignisse, die sie lostraten. Das Theaterstück von Christopher Hampton adaptiert den weltberühmten Briefroman von Choderlos de Laclos. Libertins des ausgehenden 18. Jahrhunderts tanzen darin einen artistischen Drahtseilakt über dem Abgrund ihrer Begierden. Doch ihr Versprechen von der freien Liebe scheitert am wahrhaftigen Liebesgefühl zu einem einzigen Menschen. Eine dekadente Gesellschaft kurz vor dem Untergang. Ungebremst und in einem selbstzerstörerischen Rausch aus Lust und Liebe, aus Menschenverachtung und Manipulation rast sie auf den Abgrund zu.

Regie: Jan Neumann
Bühne: Matthias Werner
Kostüme: Nini von Selzam
Musik: Camill Jammal
Choreografie: Jelena Ivanovic
Dramaturgie: Volker Bürger

Ort:

Schauspielhaus

Termin:

Sa, 6.1.2018, 19:30 |

Volksverräter!!

nach Henrik Ibsen

„DIE GANZE MENGE (brüllt): Volksverräter! Volksverräter! Volksverräter!“ – Ersetzt man bei Ibsen den „Volksfeind“ durch das Unwort des Jahres 2016, sind wir statt in einem südnorwegischen Kurort des späten 19. Jahrhunderts mittendrin in einem aufgeheizten Aufmarsch „besorgter Bürger“ à la Pegida oder AfD. Das Wohl einer kleinen Gemeinschaft steht auf dem Spiel, weil einer für die „Wahrheit“ kämpft. Doch der Kampf von Kurarzt Stockmann wird schnell zur selbstgerechten Verachtung der Mehrheit und trägt die Züge des Totalitarismus. Fakten und Fakes geraten durcheinander. Ein Kampf zwischen der Funktion(är)s-Elite und dem „einfachen“ Volk wird konstruiert. Und die Rolle der Medien wird je nach Belieben zugunsten des eigenen Vorteils bewertet. Ähnlich wie in „Gespenster des Kapitals“ überschreibt Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer Henrik Ibsens „Ein Volksfeind“ für die Gegenwart. Bei ihm wird das Drama über ein verseuchtes Kurbad zum zeitgenössischen Lehrstück über die Erosion des demokratischen Diskurses im 21. Jahrhundert.

Regie: Hermann Schmidt-Rahmer
Bühne: Thilo Reuther
Kostüme: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Video: Adrian Ganea
Dramaturgie: Sascha Kölzow

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Di, 19.12.2017, 19:30 |
Fr, 29.12.2017, 19:30 |

Die Orestie

von Aischylos

Besonnenheit statt Rache, Rechtsstaat statt Willkür – die „westlichen Werte“ gründen in der antiken griechischen Polis. 458 v. Chr., in einer Zeit demokratischen Aufbruchs, beschreibt Aischylos den politischen Wandel Athens anhand des mythischen Atridenfluchs: Agamemnon kehrt siegreich aus dem Trojanischen Krieg zurück, doch Klytaimnestra tötet ihren Mann, weil er vor dem Feldzug die Tochter Iphigenie opferte. Orestes und Elektra rächen ihren Vater, sie bringen ihre Mutter und deren Geliebten Aigisthos um. Dies ruft wiederum die Erinnyen, die Rachegöttinnen, auf den Plan. Doch die Göttin Pallas Athene beendet den Fluch: Orestes begegnet nicht blinder Vergeltung, sondern muss sich vor Gericht öffentlich verantworten. Der blutige Kreislauf aus Gewalt und Rache ist durchbrochen. In der einzigen erhaltenen Trilogie der Antike, erstmalig in Bochum aufgeführt, lässt Aischylos einen friedlicheren Weg für die Menschheit aufscheinen. Denn ob als Familie oder Gesellschaft, jede Gemeinschaft ist von der Fähigkeit zum Interessensausgleich durch Argumente abhängig – und auch zur Vergebung.

Regie: Lisa Nielebock
Bühne: Oliver Helf
Kostüme: Ute Lindenberg
Musik: Thomas Osterhoff
Dramaturgie: Sascha Kölzow

Ort:

Kammerspiele

Termine:

Sa, 16.12.2017, 19:30 |
Do, 21.12.2017, 19:30 |
Mi, 3.1.2018, 19:30 |
So, 7.1.2018, 19:00 |

Pünktchen und Anton

Kinder- und Familienstück

nach dem Roman von Erich Kästner ab 6 Jahren

Pünktchen und Anton halten fest zusammen. Pünktchen heißt eigentlich Luise und kommt aus wohlhabendem Hause. Anton indes hat große Sorgen. Seit sein Vater krank ist, muss er das Geld verdienen. Da kommt ihm Pünktchens Hilfe wie gerufen. Jemand muss schließlich dem Lehrer erklären, warum Anton im Unterricht immer einschläft. Wenn Pünktchen es nur nicht übertreibt mit ihren guten Absichten! Allabendlich schleicht sie sich aus dem Haus und verkauft Streichhölzer für ihn. Bis die beiden Kinder plötzlich in einen echten Kriminalfall verwickelt und Pünktchens Eltern auf die nächtlichen Ausflüge ihrer Tochter aufmerksam werden.
Kästners Roman von 1931 geht weit über jene Freundschaft hinaus, die sich gegen alle Widerstände zu behaupten weiß. Denn nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob sich ungleiche Voraussetzungen überwinden lassen. Dass Antons Lage mehr als misslich ist, ruft Pünktchens Gerechtigkeitssinn auf den Plan. Bis die reichen Kinder, wie Kästner es in den nachdenklichen Zwischenbemerkungen festhielt, sagen würden: „Wenn wir mal groß sind und die Banken und Rittergüter und Fabriken unserer Väter besitzen, dann sollen es die Arbeiter besser haben! Die Arbeiter, das wären ja dann unsere Spielkameraden aus der Kindheit...“

Regie: Brigitte Dethier
Bühne und Kostüme: Carolin Mittler
Musik: Torsten Kindermann, Oliver Siegel
Dramaturgie: Eva Bormann

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

So, 17.12.2017, 12:00 |
So, 17.12.2017, 16:00 |
Mo, 18.12.2017, 09:00 |
Mo, 18.12.2017, 12:00 |
Di, 19.12.2017, 09:30 |
Do, 21.12.2017, 10:00 |
Sa, 23.12.2017, 15:00 |
Mo, 25.12.2017, 16:00 |
Do, 28.12.2017, 17:00 |
Mi, 3.1.2018, 17:00 |
Do, 11.1.2018, 10:00 |
So, 14.1.2018, 16:00 |
Mo, 15.1.2018, 09:00 |

Der Mann ohne Vergangenheit

nach dem Film von Aki Kaurismäki

Zwischen finnischem Tango und Chorälen der Heilsarmee entfaltet sich eine melancholisch-schöne Geschichte über Güte und Mitmenschlichkeit. Ein Mann wird in seiner ersten Nacht in Helsinki von Hooligans überfallen und fast zu Tode geprügelt. In einer Containersiedlung, in der die Ärmsten der Armen leben, wird er vorbehaltlos von einer Familie aufgenommen und gepflegt. Alle Erinnerungen an sein früheres Leben sind ihm abhandengekommen – er weiß nicht einmal mehr seinen Namen. Bei der Heilsarmee lernt er Irma kennen, die Suppe und Kleidung an die Bedürftigen verteilt. Als er seinen eigenen Container in der Siedlung erhält, kann er Irma zu sich einladen und es entwickelt sich eine zarte Beziehung zwischen den beiden. Der Einstieg in sein neues Leben ist jedoch beschwerlich, denn niemand hat auf einen Identitätslosen gewartet – weder das Arbeitsamt noch die Werften im Hafen. Als er Zeuge eines Banküberfalls wird, nimmt sein Leben eine neue Wendung.

Regie: Christian Brey
Bühne & Kostüme: Anette Hachmann
Musikalische Leitung: Tobias Cosler
Choerografie: Jelena Ivanovic
Dramaturgie: Annelie Mattheis

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Sa, 16.12.2017, 19:30 |
Do, 21.12.2017, 19:30 |
Sa, 30.12.2017, 19:30 |
Do, 4.1.2018, 19:30 |
Sa, 13.1.2018, 19:30 |
Fr, 19.1.2018, 19:30 |

Istanbul

Ein Sezen Aksu-Liederabend von Selen Kara, Torsten Kindermann und Akın E. Şipal

Was wäre gewesen, wenn das Wirtschaftswunder nicht in Deutschland stattgefunden hätte, sondern in der Türkei? Wenn statt der Bochumer Zechen der türkische Bergbau durch sein „Grubengold“ aufgeblüht wäre? Wenn das Opel-Werk in Istanbul gebaut worden wäre und die türkische Regierung in Deutschland Gastarbeiter angeworben hätte, die sich in Istanbul mehr oder weniger gut integriert hätten? Die in den Ferien zu den Bochumer Verwandten in den Schrebergarten gefahren wären und in der zweiten Generation im Istanbuler „Ruhrpark“ Cevahir Alışveriş Merkezi die erste Currywurstbude eröffnet hätten?
Mit einer einfachen, aber raffinierten Perspektivumkehrung erzählen Selen Kara und Torsten Kindermann in „Istanbul“ eine tragikomische Geschichte von Fremdsein und Ankommen, von Neugier und der Sehnsucht nach Glück, Heimat und Liebe, die auch die Frage nach der Zufälligkeit des Geburtsortes stellt. Hin- und hergerissen zwischen alter und neuer Heimat sprechen die Protagonisten deutsch und singen türkisch. Torsten Kindermann, der u. a. die Lieder Herbert Grönemeyers für „Bochum“ neu arrangierte, entwickelt aus den Liedern der türkischen Königin des Pop, Sezen Aksu, den Soundtrack für einen überraschenden und liebevollen Liederabend.

Regie: Selen Kara
Musikalische Leitung: Torsten Kindermann

Ort:

Kammerspiele

Termine:

So, 17.12.2017, 17:00 |
Fr, 22.12.2017, 19:30 |
Mo, 25.12.2017, 18:00 |
So, 31.12.2017, 17:00 |
So, 31.12.2017, 20:45 |
So, 14.1.2018, 19:00 |
Fr, 19.1.2018, 19:30 |
Sa, 27.1.2018, 19:30 |
So, 28.1.2018, 19:30 |

Der Liebe Lust, der Liebe Schmerz

Ein literarisch-musikalischer Abend von und mit Karsten Riedel und Gästen

Lieder sind auch Gedichte und vor allem sind Gedichte immer auch (potenzielle) Lieder. Darum sollte man sie zwar jederzeit lesen, aber unbedingt gelegentlich auch singen! Karsten Riedel kam am Bochumer Schauspielhaus zur Bühnenmusik und über die Bühnenmusik zur Vertonung von Gedichten, die er – für Theaterinszenierungen, aber auch außerhalb davon – zu den unterschiedlichsten und berührendsten Songs verarbeitet. Oft singt er sie selbst: mal allein am Klavier, mal mit Band, mal mit klassischem Instrumentalensemble, mal auch mit Schauspielern und anderen (Bühnen-)Künstlern, mal in einer Bochumer Kneipe, mal auf der großen Wiener Burgtheaterbühne. Für „Der Liebe Lust, der Liebe Schmerz“ kehrt der Wattenscheider einmal mehr auf die Schauspielhaus-Bretter zurück. Mit Flügel, Geige, Kontrabass und Gitarre durchschreitet er sein vielfältiges lyrikmusikalisches Repertoire, das sich aus William Shakespeares Sonetten speist, ergänzt um Gedichte von Dylan Thomas und Frank Wedekind. Gesungen wird stets in Originalsprache. Und bei jeder Vorstellung bekommt er Besuch von einem Überraschungsgast aus dem Ensemble.

Konzept, Komposition, musikalische und künstlerische Leitung: Karsten Riedel
Mitarbeit Regie: Maren Watermann
Bühne: Angela Weyer
Kostüme: Doreen Winkler, u. a.
Dramaturgie: Sascha Kölzow
Licht: Wolfgang Macher

Ort:

Kammerspiele

Termine:

Sa, 30.12.2017, 19:30 |
Mi, 10.1.2018, 19:30 |
So, 21.1.2018, 19:00 |

Wir müssen reden

Eine Stückentwicklung

Was war zuerst da, die Gesellschaft oder die Familie? Findet sich das Große wirklich im Kleinen wieder? Und das Kleine im Großen? Wie wird Demokratie gemacht? Was ist schwieriger: Anderen vertrauen, dass sie gute Entscheidungen treffen? Oder alles alleine machen? Schließen Herrschen und Lieben einander aus? Wer kümmert sich um unsere Bedürfnisse? Wer schmiert uns ein Schnittchen? Haben Eltern immer Recht? Wenn alles so blöd ist, warum pflanzen wir uns überhaupt fort? Können wir noch mit unserem Sohn sprechen, obwohl er politisch untragbar geworden ist? Wie sehen das die Menschen in Bochum?
Die Autorin Laura Naumann, die Regisseurin Anna Fries und Schauspielerinnen und Schauspieler des Ensembles haben sich bei Bochumer Familien zum Abendessen eingeladen: bei jungen und alten, kleinen und großen Familien. Bei Familien, die durch Blut oder Gefühl verwandt sind. Bei Familien, die sich gerade erst kennengelernt haben, und solchen, die sich schon wieder fremd geworden sind. Aus dem, was sie beim gemeinsamen Abendessen erlebt haben, entsteht eine Inszenierung um die Familie als „Staat im Kleinformat“ und den Abendbrottisch als Zentrum des Universums.

Text: Laura Naumann
Regie: Anna Fries
Bühne und Kostüme: Barbara Lenartz
Musik: Malu Peeters
Dramaturgie: Miriam Wendschoff

Ort:

Theater Unten

Termin:

Fr, 29.12.2017, 18:00 |

Maria Stuart

von Friedrich Schiller

Das Völkerrecht beugen zur Sicherung der Macht? Dem brüllenden Volk nachgeben und durch Gewalt Stärke beweisen? Die eigene Verwandte hinrichten lassen, um den Thron nicht zu gefährden? – Elisabeth ist die mächtigste Frau der Welt. Sie hat eine schwere Entscheidung zu fällen. Und alle Welt hat sich gegen sie verschworen. Vor allem ihre Berater treiben ein intrigantes Spiel, angestachelt von politischem Kalkül, dem Bemühen, den eigenen Einfluss zu vergrößern, und von sexuellem Begehren. Die Königin von England hat das Todesurteil für Maria Stuart zur Unterschrift vorliegen. Seit vielen Jahren sitzt die schottische Königin in englischer Gefangenschaft, denn als Blutsverwandte erhebt Maria selbst Anspruch auf den englischen Thron. Der Tod der Stuart soll den Machtkampf endgültig beenden. Doch er könnte England auch in einen blutigen Krieg stürzen. Elisabeths Wunsch, weise und maßvoll zu handeln, erzeugt ein Machtvakuum. Das nutzt die Stuart für sich und stiftet Zwietracht unter Elisabeths Getreuen. Maria gelingt ein Treffen mit der Widersacherin, das für Elisabeth zur Demütigung wird. Als Elisabeth anschließend nur knapp einem Attentat entgeht, fasst die Monarchin einen Entschluss. Doch selbst in diesem Schicksalsmoment wird sie hintergangen.

Regie, Bühne und Kostüme: Heike M. Götze
Musik: Fabian Kalker
Dramaturgie: Olaf Kröck, Simon Meienreis

Ort:

Kammerspiele

Termine:

Di, 19.12.2017, 19:30 |
Mi, 27.12.2017, 19:30 |
Fr, 29.12.2017, 19:30 |
Do, 4.1.2018, 19:30 |
Fr, 12.1.2018, 19:30 |

Lindbergh - Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus

nach dem Bilderbuch von Torben Kuhlmann

für Kinder ab 5 Jahren

Weil ihr Zuhause nicht mehr sicher ist, beschließt die Maus ihre Heimat zu verlassen und ihren Angehörigen über den Ozean nachzureisen. Doch wie überquert man das Meer, wenn am Hafen die Katzen umherstreunen und man sich nicht ungesehen an Bord eines Schiffes schleichen kann? Eine nächtliche Begegnung bringt die rettende Idee: Wie die Fledermäuse fliegen, das wäre die Lösung. Zwar wollen die ersten Konstruktionen nicht recht gelingen, doch voller Tatendrang glückt es der Maus schließlich, einen Flugapparat zu bauen. Da aber lauern schon neue Gefahren, denn längst haben die Eulen Wind von der fliegenden Maus bekommen. Und auch die neuste Flugmaschine bleibt nur für Momente in der Luft. Aufgeben aber kommt nicht in Frage.
2015 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert sowie 2014 von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. und der Stiftung Buchkunst geehrt, zeichnet Torben Kuhlmann in Anlehnung an den Flieger Charles Lindbergh den Weg einer umgekehrten Ozeanüberquerung nach. Immer inbegriffen das notwendige Scheitern, das dieses groß angelegte Vorhaben birgt. Bis sich der Traum vom Fliegen schließlich in Aufsehen erregender Weise verwirklicht.

Regie: Martina van Boxen

Ort:

Theater Unten

Termine:

Sa, 16.12.2017, 15:00 |
Sa, 13.1.2018, 16:00 |
Sa, 20.1.2018, 16:00 |
So, 28.1.2018, 15:00 |

Über meine Leiche

von Stefan Hornbach

Friedrich ist ein junger Mann mit keinen besonderen Talenten. Er ist schüchtern und will nur eins: leben. Und dafür bleibt ihm vielleicht nicht mehr viel Zeit, denn Friedrich hat Krebs. Jana dagegen ist stark, selbstbewusst und gesund, aber sie will nicht mehr leben. Gegensätzlicher könnten die beiden also nicht sein. Und während Friedrich um sein Leben kämpft und sich von Jana leiten lässt, zeigt er ihr, wie man stirbt. Allmählich entschwindet ihm das Bewusstsein und am Ende weiß man nicht, ob nicht alles nur ein fiebriger Traum ist.

Stefan Hornbach beschreibt in seinem Debütstück, das mit dem Osnabrücker Dramatikerpreis 2015 ausgezeichnet wurde, das Erwachsenwerden. Sein poetisches Stück erzählt mit abgründigem Witz und großer Kraft nicht vom Tod, nicht einmal vom Sterben, sondern vom Leben und Lebenwollen. Anne Liebtrau zeigt dieses humorvoll tiefgründige Stück in ihrer ersten Inszenierung im Theater Unten.

Regie: Anne Liebtrau
Bühne: Dorothea Lütke Wöstmann
Kostüme: Anna Maria Schories
Dramaturgie: Olaf Kröck

Ort:

Theater Unten

Termine:

Mo, 18.12.2017, 19:30 |
So, 21.1.2018, 19:00 |

Fred und Anabel

Eine Liebesgeschichte für Kinder ab 3 Jahren nach dem Bilderbuch von Lena Hesse

Fred und Anabel sind ein ungleiches Paar. Doch sie sind unzertrennlich. Ein Kater und eine Graugans. Den schönsten Sommer ihres Lebens haben sie miteinander verbracht: Fred hat Anabel gezeigt, wie man auf Bäume klettert. Und Anabel wollte Fred das Fliegen beibringen – das war gar nicht so leicht. Doch dann kommt der Herbst und die Tage werden kälter und kälter. Wie alle Zugvögel muss auch Anabel in den warmen Süden aufbrechen, während Fred sich ohne seine Freundin auf dem Ofen bei Paula Mai einrollt. Er vermisst Anabel schrecklich. Und auch Anabel hält es ohne Fred kaum aus – weder in der Wüste noch am grünen See noch in der Silvesternacht. So beginnen die beiden, einander Briefe zu schreiben… und irgendwann muss auch der längste Winter vorbeigehen.

Martina van Boxen inszeniert diese Geschichte über Freundschaft, Sehnsucht, Liebe und das Vergehen der Zeit als Erzähltheater mit Puppen und Musik für Kinder ab 3 Jahren.

Regie: Martina van Boxen
Bühne: Michael Habelitz
Kostüme: Cathleen Kaschperk
Dramaturgie: Anna Haas

Ort:

Melanchthonsaal

Termine:

Di, 26.12.2017, 16:00 |
So, 7.1.2018, 15:00 |

Drei Männer im Schnee

von Erich Kästner

Im Grandhotel Bruckbeuren tummeln sich die Schönen, Reichen und ein paar Damen auf der Suche nach dem Millionär ihres Herzens. Als die Gewinner des „Putzblank“-Preisausschreibens im Skihotel eintreffen, entspinnt sich eine heitere Verwechslungskomödie. Man munkelt, Dr. Hagedorn sei ein Millionär inkognito, der den armen Mann nur spiele. Dabei ist er tatsächlich ein arbeitsloser Werbefachmann. Ganz anders verhält es sich mit Geheimrat Tobler, unter falschem Namen reisend ist er der verkappte Millionär, der sich danach sehnt, endlich einmal die raue Realität fernab des Luxus kennen zu lernen. Sein Diener Johann hingegen muss den Millionär mimen: Herrn Kesselhuth, den Besitzer einer großen Schifffahrtslinie. Nebst ihrem Spiel um Schein und Sein entwickelt sich eine herzliche Freundschaft zwischen den drei sehr unterschiedlichen Männern.

Regie: Christian Brey
Bühne & Kostüm: Anette Hachmann
Video: Karolina Serafin
Dramaturgie: Annelie Mattheis

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Fr, 22.12.2017, 19:30 |
So, 31.12.2017, 16:00 |
So, 31.12.2017, 20:15 |
Fr, 5.1.2018, 19:30 |
Sa, 27.1.2018, 19:30 |

Bochum

Ein Singspiel von Lutz Hübner
mit Liedern von Herbert Grönemeyer

Nach vielen Jahrzehnten schließt die Kneipe und Lotte, die Frau hinterm Tresen, hat ihre Sachen schon gepackt. Die Band baut ab, die letzten Gäste gehen, nur Sandra, Ralf, Peter und Roger, die hier schon 1984 ihr Abitur begossen haben, wollen noch ein Glas trinken. Also spendiert Lotte eine letzte Runde und stellt dreißig Schnäpse auf die Theke. Für jedes Jahr einen. Der Alkohol löst die Zungen. Er beschwört Träume, Gespenster und gute Geister der zurückliegenden Jahre herauf. Und wenn Worte nicht mehr reichen, wird gesungen: schöne und traurige Lieder, Mut machende Hymnen und beschwingte Songs der Enttäuschung.

Autor Lutz Hübner (u. a. „Richtfest“) hat das Libretto zu diesem Singspiel geschrieben und Musiker Torsten Kindermann hat dazu die schönsten und bekanntesten, aber auch fast vergessene Lieder des berühmtesten aus Bochum stammenden Künstlers für das Ensemble arrangiert: Lieder von Herbert Grönemeyer.

Regie: Barbara Hauck
Musikalische Leitung: Torsten Kindermann
Bühne: Mara Henni Klimek
Kostüme: Anna Maria Schories, Annika Träger
Licht: Jan Bregenzer
Dramaturgie: Olaf Kröck

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Mi, 27.12.2017, 19:30 |
Fr, 26.1.2018, 19:30 |

Gift. Eine Ehegeschichte

von Lot Vekemans

Ein Mann und eine Frau treffen sich auf dem Friedhof, auf dem sie vor zehn Jahren ihr Kind beerdigt haben. Sie haben sich seitdem nicht gesehen, doch sie sind zutiefst verbunden durch den Schmerz, der sie nicht loslässt. Sie warten auf jemanden, der ihnen die anstehende Umbettung des Grabes erklärt, doch es kommt niemand. Nur ihre Erinnerungen kommen. Alte Bilder und ewige Vorwürfe werden wach und immer die gleichen Fragen: Warum, und wann wird es je ein Ende nehmen? Darf die Trauer überhaupt aufhören? Irgendwie schaffen sie es, miteinander zu reden. Oder auch nur zusammen Schokolade zu essen. Oder zu lachen. Denn dieses Stück der niederländischen Autorin Lot Vekemans ist kein Stück über den Tod, sondern darüber, wie wir mit ihm leben.

Regie: Heike M. Götze
Bühne: Ricarda Beilharz
Kostüm: Heike M. Götze
Musik: Malte Preuss
Dramaturgie: Sabine Reich

Ort:

Kammerspiele

Termin:

Sa, 13.1.2018, 20:00 |

Finnisch

von Martin Heckmanns

„Und dann steht sie da / in ihrer Postbotinnenschönheit / und ich sage schön / vielleicht / dass du da bist / schön.“ Er hat sie schon einmal gesehen, die Postbotin, in einem Altenheim. Dort brachte sie jemandem ein Päckchen und hat auf bezaubernde Weise gelächelt. Er wünscht sich, von ihr auch so angelächelt zu werden. Und deshalb hat er sich ein Paket geschickt. Bald, ganz bald wird sie da sein. Sie wird vor seiner Tür stehen, klingeln und ihm das Paket übergeben – und dann? Es ist höchste Zeit diese erste Begegnung zu üben, denn auf den ersten Eindruck kommt es an. Verschiedene charmante und humorvolle Varianten werden durchgespielt, denn genau diese Begegnung könnte alles verändern. Sie könnte einen Neuanfang bedeuten, der alles in ein anderes Licht rückt.

„Finnisch“ von Martin Heckmanns ist ein Stück über Sehnsucht und Einsamkeit sowie den Versuch, diese in Zweisamkeit zu überwinden. Gerade um die eigenen Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen, heißt es zunächst mutig in die Welt hinaustreten und sich den eigenen Ängsten zu stellen.

Regie: Maren Watermann
Bühne: Dorothea Lütke Wöstmann
Kostüme: Frederike Marsha Coors
Musik: Maren Watermann, Volker Kamp
Licht: Bernd Kühne
Dramaturgie: Annelie Mattheis

Ort:

Theater Unten

Termine:

Fr, 22.12.2017, 19:00 |
Mi, 31.1.2018, 19:30 |

SCHAUSPIELHAUS BOCHUM

Oskar-Hoffmann-Straße
D 44789 Bochum

Telefon: +49 (0)234 / 3333-5555
Fax: +49 (0)234 / 3333-5512

ÖFFNUNGSZEITEN THEATERKASSE
Mo bis Fr 10.00 – 18.00 Uhr
Sa 10.00 – 14.00 Uhr, 18.00 Uhr bis zur Öffnung der Abendkasse
So 17.00 bis 18.00 Uhr
An Feiertagen bleibt die Vorverkaufskasse geschlossen.

ABENDKASSE SCHAUSPIELHAUS/ KAMMERSPIELE
Öffnung eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.