NEUES SCHAUSPIELHAUS

Spielzeit 2011/12

Torquato Tasso

Ein Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe

Premiere: 04. Februar 2012, Neues Schauspielhaus

Der italienische Schriftsteller Torquato Tasso (1544-1595) war einer der wichtigsten Autoren seiner Zeit. Sein umfangreiches Versepos »La Gerusalemme Liberata« war ein gewaltiges Zeugnis der Gegenreformation und in einer Weise erfolgreich, dass der Autor bis ins beginnende 19. Jahrhundert höher eingeschätzt wurde als Homer. Mittlerweile ist er als historische Figur weitgehend vergessen und seine Texte sind nur wenigen Spezialisten noch geläufig.
Überlebt hat er jedoch als Theaterfigur, die Johann Wolfgang von Goethe in den Achtzigerjahren des 18. Jahrhunderts geschaffen hat. Sein »Tasso« gilt als vollkommene Charakterstudie einer Schriftstellerpersönlichkeit. Goethe wurde durch seine persönliche Situation am Weimarer Hof dazu angeregt, sich mit dem Verhältnis zwischen einem Künstler und demjenigen, der ihn bezahlt, auseinander zu setzen. In kurzer Zeit hatte er die ersten beiden Akte seines Stückes fertiggestellt. Freunde, denen er das angefangene Prosadrama zu lesen gab, sagten voraus, dass es ein zweiter »Werther« werden könnte. Doch Goethe stellte plötzlich die Arbeit an seinem Schauspiel ein und es sollte fast zehn Jahre dauern, bis er es fertig stellen konnte. Mittlerweile hatte Goethe seine Sturm-und-Drang-Zeit jedoch hinter sich gelassen und den »Tasso« in ein Blankversdrama umgearbeitet: Die klassische Form trat nun in den Vordergrund und versteckte die inhaltliche Sprengkraft des Stückes. Trotzdem stellt kaum ein Stück die Frage nach der Abhängigkeit eines Künstlers von seinen Finanziers auf so gnadenlose Weise wie »Tasso« und beschreibt so genau die psychischen Abgründe, in die ein Künstler durch diese Abhängigkeit gestürzt werden kann. Seinen Zeitgenossen musste Goethe das allerdings erklären, zu sehr versuchten sie die Protagonisten des realen Weimarer Hofes in den Figuren des Stückes wiederzufinden. Goethe beschrieb das Thema seines Stückes mit »die Disproportion des Talents mit dem Leben«.

Regie: Nora Somaini
Bühnenbild: Ulrich Leitner
Kostüme: Doey Lüthi
Dramaturgie: Andrea Koschwitz

Ort:

Neues Schauspielhaus

Termine:

Sa, 4.2.2012, 20:00 | Premiere | Tickets online |
Di, 14.2.2012, 20:00 | Tickets online |
Fr, 17.2.2012, 20:00 | Tickets online |
Fr, 24.2.2012, 20:00 | Tickets online |

Full Body

Premiere: 09. Februar 2012, Neues Schauspielhaus

Der Körper als Subjekt und Objekt: In seinen verschiedenen Facetten steht er im Mittelpunkt des neuen Tanzstücks von Marcel Leemann. Die Funktionen des Körpers sind Voraussetzung und Begleitmusik allen menschlichen Handelns. Er ist unser sinnlicher Zugang zur Welt. Auch ohne Worte erzählt der Körper oft mehr als der Verstand es möchte. Augen, Hände oder Beine machen sich selbständig und entblößen Gedanken und Gefühle.
Der Schweizer Marcel Leemann steht für emotionales und physisch anspruchsvolles Tanztheater. In einer spartenübergreifenden Produktion hat er sich mit Tänzern und Schauspielern, deren Körper gleichermaßen Medium und Fundament ihres Berufes sind, auf eine physisch wie intellektuell gleichermaßen unterhaltsame Grenzerkundung begeben.
Nach einer langen und erfolgreichen Tänzerlaufbahn ist Marcel Leemann seit 2003 als Choreograph tätig und heute einer der aufregendsten Köpfe der Schweizer Tanzszene. Mit seiner eigenen Compagnie, dem Marcel Leemann Physical Dance Theater, gastiert er regelmäßig im In- und Ausland.

Choreographie: Marcel Leemann
Bühne und Kostüm: Anike Sedello
Musik/ Sounddesign: Beat Halberschmidt
Licht: Philip Wiechert
Dramaturgie: Johanna Wall

Eine Produktion der Tanzcompagnie Oldenburg / Uraufführung / Choreographie Marcel Leemann

Ort:

Neues Schauspielhaus

Termine:

Do, 9.2.2012, 20:00 | Premiere |
Sa, 18.2.2012, 20:00 |
Mi, 29.2.2012, 20:00 |

Platonow

Drama in vier Akten von Anton Tschechow

Premiere: 15. März 2012, Neues Schauspielhaus

 Irgendwo in der (russischen) Provinz. Die Zeit steht still, es gibt nichts zu tun, als sich mit sich selbst und den Fehlern der Anderen zu beschäftigen ... So könnte man viele Stücke des russischen Dramatikers Anton Pawlowitsch Tschechow zusammenfassen. In keinem seiner zahlreichen Stücke wird aber die mögliche Sinnlosigkeit des menschlichen Miteinanders so entschieden exerziert wie in seinem ersten dramatischen Versuch »Platonow«. Tschechow war gerade 20 Jahre alt, als er sein Mikroskop auf die Irrungen und Wirrungen richtete, die durch Liebe, Gesellschaft, Anstand und Hoffnung auf eine bessere Zukunft entstehen. Das Stück geriet ihm zu lang und zu bitter, das Theater, dem er es angeboten hatte, lehnte es ab, er vernichtete die Reinschrift. Erst 40 Jahre später, nach Tschechows Tod, wurde die Erstfassung wiedergefunden und der Ursprungspunkt seiner Theaterwelt wurde der Öffentlichkeit zugänglich.
Der Lehrer Platonow ist ein zynischer Beobachter der ihn umgebenden Welt, alle lässt er nach seiner Pfeife tanzen und unterhält seine Umgebung ganz phänomenal. Dabei zieht er vor allem die Aufmerksamkeit der Damen auf sich. Zwar ist er verheiratet, aber er wird das Ziel der erotischen Phantasien gleich dreier weiterer Frauen. Das schmeichelt ihm, aber bringt ihn auch in die Situation, sich entscheiden zu müssen ...
Die Regisseurin Christine Eder arbeitet zum zweiten Mal am Theater Bremen, in der Spielzeit 2007/2008 inszenierte sie »Titus Andronicus« von William Shakespeare.

Regie: Christine Eder
Bühne und Kostüme: Annelies Vanlaere
Musik: Thomas Butteweg

Ort:

Neues Schauspielhaus

Termin:

Do, 15.3.2012, 20:00 | Premiere |

In einem Jahr mit 13 Monden

Von Rainer Werner Fassbinder

Von Juliane Lorenz nacherstelltes Drehbuch nach Originalaufzeichnungen von Rainer Werner Fassbinder und einem Filmprotokoll

»Jedes 7. Jahr ist ein Jahr des Mondes. Besonders Menschen, deren Dasein hauptsächlich von ihren Gefühlen bestimmt ist, haben in diesen Mondjahren verstärkt unter Depressionen zu leiden, was gleichermaßen, nur etwas weniger ausgeprägt, auch für Jahre mit 13 Neumonden gilt. Und wenn ein Mondjahr gleichzeitig ein Jahr mit 13 Neumonden ist, kommt es oft zu unabwendbaren persönlichen Katastrophen. Im 20. Jahrhundert sind es sechs Jahre, die von dieser gefährlichen Konstellation bestimmt sind.« Rainer Werner Fassbinder erzählt in »In einem Jahr mit 13 Monden« eine Geschichte über Identität und Verlust, die anrührt und die soziale Kälte in unserem Land schonungslos offenlegt. Die Transsexuelle Elvira Weishaupt wird sich umbringen, sie ist am Ende und sieht keine Zukunft mehr. Ihr Leben war eine Achterbahnfahrt, gleichermaßen eine Suche nach sich selbst und eine Flucht vor den Konsequenzen ihrer Entscheidungen. Früher hieß sie Erwin und lebte ein bürgerliches Leben mit Job, Frau und Kind. Aber Glück konnte sie keins finden – weil ihr Leben nicht zu ihr gehörte? Weil ihre Umwelt nicht einmal versuchte, zu entdecken, was sich hinter ihrer Fassade verbarg? Als sie sich in einen Mann verliebt, trifft sie die Entscheidung, einmal alles auf eine Karte zu setzen. Sie verlässt ihre Familie und lässt sich in Casablanca auch körperlich zur Frau machen ...
»In einem Jahr mit 13 Monden« verfolgt die letzten fünf Tage von Elviras Leben. Noch einmal begegnet sie den Gespenstern ihrer Vergangenheit, noch einmal stemmt sie sich gegen die unaufhaltsam scheinende Fahrt in den bodenlosen Abgrund – umsonst. Rainer Werner Fassbinders Film über den Verlust menschlicher Identität entstand 1978 als Reaktion auf den Selbstmord seines Freundes Armin Meier – es ist vielleicht sein persönlichster Film.
Die Regisseurin Alice Buddeberg wird in ihrer vierten Arbeit am Theater Bremen Elviras Geschichte auf der Bühne des Neuen Schauspielhauses neu erzählen.

Regie: Alice Buddeberg
Bühne: Sandra Rosenstiel
Kostüm: Nele Dörschner
Musik: Stefan Paul Goetsch
Dramaturgie: Stephanie Beyer

Ort:

Neues Schauspielhaus

Termin:

Do, 13.12.2012, 20:00 | Tickets online |

Ein Volksfeind

Schauspiel in fünf Akten nach Henrik Ibsen

Der Badearzt Dr. Stockmann hat entdeckt, dass das Heilwasser des Kurbades durch Fabrikabwässer verschmutzt wird und jetzt eindeutig gesundheitsschädlich ist. Als er in bestem Glauben seine Erkenntnisse veröffentlichen will und offenbar wird, dass die Sanierungsmaßnahmen teuer sind und auch das Bad für eine geraume Zeit geschlossen werden müsste, löst er einen genauso heftig wie brutal geführten politischen Streit aus. Die anfängliche Zustimmung verkehrt sich in Windeseile in breite Ablehnung. Was ist wichtiger: die Gesundheit der Bevölkerung oder die wirtschaftliche Grundlage eines Ortes? Nicht erst seit den Ereignissen im japanischen Atomkraftwerk Fukushima muss sich jede Form der Stadtentwicklung mit dieser Frage auseinandersetzen. Der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen hat sie in seinem Stück »Ein Volksfeind« bereits am Ende des vorvergangenen Jahrhunderts gestellt. Seine Beschreibung der (politischen) Entscheidungsfindung ist allerdings auch heute noch erschreckend. Denn am Ende zählen nicht die Argumente, sondern nur noch die persönlichen Befindlichkeiten und auch der persönliche Wohlstand der Akteure.

Regie: Robert Schuster
Bühne und Kostüme: Sascha Gross
Musik: Jörg Gollasch

Ort:

Neues Schauspielhaus

Termin:

Mi, 22.2.2012, 20:00 | Tickets online |

Drei alte Männer wollten nicht sterben

Komische Oper für Kinder ab acht Jahren von Guus Ponsioen

nach dem Libretto von Suzanne van Lohuizen
deutsche Übersetzung von Barbara Buri

Eines Tages fällt ein strahlend helles Licht durch den Briefkastenschlitz. Es ist früher Morgen und vermutlich ist es die Sonne, die Oliver, Dietrich und Lothar begrüßt. Doch ganz kurz nach dem Aufstehen flattert ihnen ein geheimnisvoller Brief ins Haus. Er kündigt den Dreien an, dass dieser Tag der letzte in ihrem Leben und daran auch nichts mehr zu ändern sei. Oliver, Dietrich und Lothar sehen das natürlich vollkommen anders. Schließlich sind sie noch topfit und von alt sein und abgelaufener Zeit kann noch lange nicht die Rede sein. Die Drei legen schriftlich Widerspruch ein und schmieden die waghalsigsten Pläne für ein ewiges Leben, machen sich schließlich aber doch Gedanken darüber, wie es wohl sein mag, wenn man stirbt.
Diese Oper für Kinder ab acht Jahren, die im Neuen Schauspielhaus Premiere haben wird, beschäftigt sich auf spielerische Weise mit dem Ende des Lebens. Damit, dass der Tod plötzlich unabwendbar vor der Tür stehen kann und wie dieser wohl aussehen mag. All das wird in Form einer kleinen Oper mit drei Sängern und vier Musikern zu sehen sein. Begleitend zu dieser Produktion bietet die Theaterpädagogik Workshops an, in denen Grundschulklassen an Stoff und Musik herangeführt werden.

Musikalische Leitung: Tero Valtonen
Regie: Patric Seibert
Bühne und Kostüme: Katrin Fürst

Ort:

Neues Schauspielhaus

Termine:

Sa, 11.2.2012, 16:00 | Tickets online |
Mo, 13.2.2012, 11:00 | Tickets online |

Leonce und Lena

Ein Lustspiel von Georg Büchner

Dem Burn-out nahe wünscht sich König Peter vom Reiche Popo nichts sehnlicher, als sein Amt seinem Sohn übergeben zu können. Doch der verwöhnte Kronprinz Leonce zeigt keinerlei Interesse. Als König Peter seinen Sohn mit Prinzessin Lena vom Nachbarreich Pipi verheiraten will, ergreift Leonce zusammen mit seinem Freund Valerio die Flucht – denn dieser Heirat mit einer Unbekannten und der damit verbundenen Nachfolge seines Vaters will er in jedem Fall entgehen. Unterwegs treffen die beiden auf Lena und ihre Gouvernante, die ebenfalls vor der staatlich beschlossenen Ehe flüchten. Den jeweils anderen nicht erkennend entdecken Leonce und Lena ein ihnen bisher unbekanntes, vom Überdruss betäubtes Gefühl: die Liebe. Mithilfe eines Tricks und nicht uneigennützig arrangiert Valerio die Hochzeit mit der scheinbar Unbekannten.

Für das Regie-Team Biel/Zboralski skizziert »Leonce und Lena« das Spannungsfeld zwischen der heutzutage durch vermeintlich grenzenlose Freiheit und gesicherten Wohlstand verwahrlosten Müdigkeitsgesellschaft und dem durch ständige Erreichbarkeit, Flexibilität und Mobilität entstandenen Wunsch nach Entschleunigung.

Regie und Bühne: Mirja Biel, Joerg Zboralski
Mitarbeit Bühne: Katrin Fürst
Kostüme: Petra Winterer
Musik: Knarf Rellöm
Dramaturgie: Stephanie Beyer

Ort:

Neues Schauspielhaus

Termine:

Do, 16.2.2012, 20:00 | Tickets online |
So, 19.2.2012, 18:30 | Tickets online |

Hauptsache Arbeit!

Schauspiel von Sibylle Berg

Der Arbeitsmarkt entspannt sich. Die Arbeitslosenzahlen sinken. Die Finanzkrise ist überwunden. Der Aufschwung ist da. Das alles klingt gut, aber ist das wirklich so?
Die Dramatikerin Sibylle Berg gewährt uns mit ihrem Stück »Hauptsache Arbeit!« einen sarkastischen Insiderblick in ein großes deutsches Unternehmen und zeigt, wie Krisenmanagement funktioniert und wie man Mitarbeiter zu Höchstleistungen anspornt.
Das alljährliche Betriebsfest ist ein guter Termin, einander besser kennen zu lernen, hier kann man über die Kollegen reden und trinken, tanzen und trinken oder auch einmal persönliche Fragen stellen und trinken. Ein Termin, um sich selbst, die Firma, den Chef zu feiern. Die Geschäftsführung hatte eine wirklich schöne Idee und hat einen Dampfer gechartert. Während die ganze Belegschaft also gemütlich eine Flussfahrt unternimmt, verkündet gut gelaunt der Chef, dass zur Verbesserung der Bilanz ein paar Mitarbeiter entlassen werden müssen. Ein Wettbewerb beginnt, Widerstand und Würde zwecklos, wenn man seinen Job behalten will. Während oben jeder reihum vortritt und unter der Leitung eines Motivationstrainers intime Beichten ablegt, warum gerade er oder sie nicht gekündigt werden sollte, laufen im Bauch des Schiffs ganz andere Spiele ...
Die Autorin Sibylle Berg formt aus ernsten Themen Komödien, die mit pointierter Sprache und bösem Humor normale, wiedererkennbare Menschen an ihrem eigenen Alltag scheitern lassen.
Für den Regisseur Sebastian Martin ist »Hauptsache Arbeit!« die dritte Inszenierung am Schauspiel Bremen. Er inszenierte in den vergangenen beiden Spielzeiten bereits »Die Reise von Klaus und Edith durch den Schacht zum Mittelpunkt der Erde« von Lukas Bärfuss und »Das blaue blaue Meer« von Nis-Momme Stockmann.

Regie: Sebastian Martin
Bühne und Kostüme: Katja Fritzsche
Musik: Oliver Jahn
Dramaturgie: Diana Insel

Ort:

Neues Schauspielhaus

Termin:

So, 26.2.2012, 18:00 | Tickets online |

Frühlings Erwachen

Nach Frank Wedekind / 14+

Die Jugendlichen in »Frühlings Erwachen« wollen es wissen. Alles! Warum sie auf der Welt sind, was für ein Leben sinnvoll ist und wie die Liebe geht. Sie erhalten auf ihre drängenden Fragen keine Antworten, weder Zuhause noch in der Schule. Von ihnen werden Leistungsbereitschaft und gute Noten erwartet. Und so treiben die Jugendlichen durchs Leben, probieren alles aus und stolpern in die Tragödie. Am Ende gibt es zwei Tote: Moritz, der dem Leistungsdruck aus Schule und Elternhaus nicht mehr standhalten kann und Wendla, die an den Folgen einer Abtreibung stirbt.
In einer eigenen Bearbeitung für das Moks wird der Regisseur Mario Portmann diesen Klassiker für ein heutiges junges Publikum inszenieren.
Es spielen die Ensemblemitglieder des Moks sowie Mitglieder des Schauspielensembles und Studierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Regie: Mario Portmann
Bühne und Kostüme: Stephan Testi
Musik: Octavia Crummenerl
Choreographie: Julieta Figueroa
Dramaturgie: Rebecca Hohmann

Ort:

Neues Schauspielhaus

Termin:

Mo, 20.2.2012, 20:00 | Tickets online |

Endspiel

Schauspiel von Samuel Beckett

Deutsch von Elmar Tophoven

»Aus, es ist aus, es ist so gut wie aus, es muss so gut wie aus sein.« Wer kann das schon genau sagen? Der darüber sinnierende Clov jedenfalls nicht. Eine nicht näher bezeichnete, vernichtende Katastrophe hat fast alles Leben ausgelöscht – nur zwei Überlebende scheint es zu geben: Der alte Hamm, der blind und gelähmt im Rollstuhl sitzt, und Clov, der nur noch mit großer Mühe gehen, aber nicht sitzen kann. Gegenseitige, existenzielle Abhängigkeit verbindet und daraus entstandener Hass trennt die beiden gleichermaßen. Gibt es einen Ausweg aus dieser Herr-Knecht-Verbindung? Und lohnt es sich überhaupt diesen zu gehen, wo doch die Welt um sie herum tot und grau ist? Was Samuel Beckett düster in seinem 1957 entstandenen Stück »Endspiel« aufzeichnet, ist ebenso ein Bild vom Ende aller Tage wie ein sich im Kreis drehendes Spiel. Ein absurdes Endzeitstimmungsspiel, das die Figuren mit großer Tragikkomik immer wieder zusammen und gegeneinander treibt.

Regie: Frank-Patrick Steckel
Bühne und Kostüme: Sabine Böing
Musik: Ronald Steckel
Dramaturgie: Stephanie Beyer

Ort:

Neues Schauspielhaus

Termin:

Sa, 25.2.2012, 20:00 | Tickets online |

Die Glasmenagerie

Tennessee Williams / Stück in zwei Akten

Nach „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ zeigt das Schauspiel Bremen ein weiteres Stück des amerikanischen Dramatikers Tennessee Williams. Mit „Die Glasmenagerie“ konnte sich Williams 1944 als Theaterautor etablieren und den Grundstein seiner erfolgreichen Karriere legen.

Amanda lebt mit ihren Kindern Laura und Tom in ärmlichen Verhältnissen. Ihr Mann hat die Familie längst verlassen. Jeder sucht nun seinen Weg aus dieser Misere. Amanda lebt in ihren Jugenderinnerungen, Tom träumt von einem Leben als Dichter und Laura entflieht der Realität mit Hilfe ihrer Glasmenagerie, einer Sammlung von Glastierchen, die sie hütet und beschützt. Auf Drängen der Mutter, die ihre Tochter endlich verheiratet und ihr eigenes Leben abgesichert sehen will, lädt Tom seinen Arbeitskollegen Jim nach Hause ein. Als sich der vermeintliche Hoffnungsträger im Laufe des Abends jedoch als bereits vergebener Mann herausstellt, bricht das mühsam errichtete Wunschweltbild der gesamten Familie zusammen.

Der Moralist Tennessee Williams zeigt mit einer poetischen Eindringlichkeit, wie leicht es ist, vor einer ungeliebten Realität in einen Traum zu fliehen, und dass die Realität doch immer stärker ist als jeder Traum.
Der Regisseur Matthias Kaschig, Jahrgang 1976, studierte Schauspieltheaterregie am Institut für Theater, Musiktheater und Film der Universität Hamburg. Seit 2004 arbeitet er als freier Regisseur. Am Theater Bremen inszenierte er bereits „Katzen haben sieben Leben“ von Jenny Erpenbeck und „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ von Edward Albee.

Inszenierung: Matthias Kaschig
Bühne und Kostüm: Jürgen Höth
Musik: Tobias Vethake
Dramaturgie: Diana Insel

Ort:

Neues Schauspielhaus

Termin:

Do, 23.2.2012, 20:00 | Tickets online |

BREMER THEATER

Theater der freien Hansestadt Bremen GmbH

Am Goetheplatz 1-3
D-28203 Bremen

Telefon: 0421 / 36 53 0
E-Mail: info@theaterbremen.de

Postfach 10 10 46
28010 Bremen

Theaterkasse
Tel.: 0421 / 3653 333
Fax: 0421 / 3653 332
Mo-Fr: 11-18 Uhr
Sa: 11-14 Uhr
E-Mail: kv@theaterbremen.de

Spielorte

Theater am Goetheplatz
Am Goetheplatz 1-3
28203 Bremen

Neues Schauspielhaus
Am Goetheplatz 1-3
28203 Bremen

Brauhaus
Am Goetheplatz 1-3
28203 Bremen
Zugang auch von der Bleicherstraße

Moks
Rangfoyer des Theater am Goetheplatz