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Kleines Haus

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Theater Bremen
Theater der freien Hansestadt Bremen GmbH
Am Goetheplatz 1-3
D-28203 Bremen

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Theater am Goetheplatz
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Moks
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Theater

Amour

von Alize Zandwijk

Premiere: 01. Juni 2018, Kleines Haus

Allein in Deutschland gibt es weit über eine Million Demenzkranke, Tendenz steigend. In einer Welt, die auf Wachstumsraten schaut, stellt Demenz eine gegenläufige Bewegung dar: Erinnerungen erlöschen aus dem Bewusstsein. Als fragende, herantastende Annäherung an das Thema Alzheimer verstehen Samir Akika und Alize Zandwjik ihre mit Amour betitelte erste Zusammenarbeit. Was bedeutet es, die Kon­trolle über Körper und Geist zu verlieren und auf eine mehr oder weniger bewusste Art und Weise unseren Mitmenschen ausgeliefert zu sein? Und was bedeutet das für all jene, die dies beobachten müssen? Gibt es in der Mitte unserer Gesellschaft Platz für Menschen, bei denen Informationen nicht oder auf andere Weise haften bleiben? Wer kümmert sich und wie tut man das überhaupt? Und was spielt der Humor für eine Rolle in dem Ganzen? All diese Fragen stellen sich nicht zuletzt, weil beim Thema Alzheimer die schicksalhafte Schranke zwischen „gesund“ und „krank“ sinnbildlich wird: Wie gehen wir damit um, dass wir nicht wissen können, wie es sich anfühlt, zu vergessen, wer wir sind?

Choreografie: Alize Zandwijk, Samir Akika
Bühnenbild: Thomas Rupert
Licht: Christopher Moos
Dramaturgie: Viktorie Knotková
Theater

past forward

Ayguadè / Bohner / Korotkov / Overhead project / Sandroni

Premiere: 26. Juni 2018, Kleines Haus

Gerhard Bohner gilt als einer der Pioniere des zeitgenössischen Tanzes, der als Leiter der Tanzsparte am hiesigen Theater u. a. auch von Bremen aus wirkte. 2016 befragte Helge Letonja in „Zwei Giraffen tanzen Tango – Bremer Schritte“ Bohners Werk auf seine Aktualität. Mit past forward ist nun eine weitere Auseinandersetzung mit seinem Schaffen am Theater Bremen zu sehen. Im Zentrum des Abends der Tanzkompanie des Theaters Bielefeld steht die Rekonstruktion des 1990 uraufgeführten „Angst und Geometrie“. In drei neuen Stücken treten Lali Ayguadé, das Akrobaten- und Choreografen-Duo Overhead Project und der Bielefelder Tanzchef Simone Sandroni in einen schöpferischen Dialog mit Bohners Werk. Aus den unterschiedlichen Positionen entsteht ein vielschichtiger Abend, der ein Stück Tanzgeschichte aufleben lässt und gleichzeitig Verbindungslinien zu aktuellen Strömungen im zeitgenössischen Tanz sichtbar macht.
Theater

die unverheiratete

von Ewald Palmetshofer

„Wir sind in die Welt gevögelt und können nicht fliegen.“ (Werner Schwab) — Kurz vor Ende der Naziherrschaft belauscht eine Frau das Telefonat eines Soldaten, der mit dem Gedanken liebäugelt, zu desertieren. Wenig später wird er vom Militärgericht verurteilt und getötet. Nach Kriegsende wird die Denunziantin verurteilt: zwölf Jahre Kerkerhaft. Doch die Schuld bleibt. Und sie wird weitergegeben, prägt Generation um Generation. Die Alte, die Mittlere, die Junge – so bezeichnet der Autor seine Figuren. Drei Frauen, drei Generationen, die sich – getrieben von einem antiken Frauenchor – abarbeiten an Fragen von Schuld und Sühne, von Verantwortung, vom Leben als Kind und Kindeskind von TäterInnen. So groß die Lust nach Verdrängung und die Sehnsucht den zu lieben, den man hassen möchte, auch sein mag: die Vergangenheit ragt unerbittlich in die Gegenwart hinein. Für sein durchrhythmisiertes, in kunstvoll wuchtige Wortkaskaden gekleidetes Stück für sieben starke Frauen, erhielt Ewald Palmetshofer 2015 den Mülheimer Dramatikerpreis. Nina Mattenklotz setzt sich nachhaltig mit zeitgenössischer Dramatik auseinander. In der vergangenen Spielzeit inszenierte sie die Uraufführung „Ännie“ von Thomas Melle.

Regie: Nina Mattenklotz
Bühne: Johanna Pfau
Kostüme: Lena Hiebel
Komposition: Carsten Meyer
Musikalische Leitung: Romy Camerun
Licht: Tim Schulten
Dramaturgie: Meike Schmitz
Theater

Crash

von Frederik Rohn / Unusual Symptoms

Seit der Mensch versteht, dass die Umstände seines Lebens plan- und gestaltbar sind, ist er auch mit der Tatsache konfrontiert, dass seine vermeintlichen Gewissheiten jederzeit durch unvorhergesehene Ereignisse revidiert werden können. Wie sich eine solche Erfahrung ausnimmt, hängt von den Mechanismen ihrer Deutung und Verarbeitung ab. Die Traumaforschung kennt unzählige Beispiele erfolgreicher und gescheiterter Krisenbewältigungsstrategien und am Ende läuft es oft auf die eine entscheidende Frage aus: wie lässt sich der unerwartete Einbruch der Katastrophe in das Leben begreifen? Wie lässt sich eine Geschichte, die sich urplötzlich in einen Scherbenhaufen verwandelt, wieder neu erzählen? Wie kann es gelingen, zu akzeptieren, dass das Leben gleichermaßen durch Angst, Tod, Schönheit und Lust bestimmt wird?
In seiner ersten choreografischen Arbeit für das Theater Bremen blickt Frederik Rohn, langjähriges Mitglied der Kompanie von Samir Akika, auf die eigene Furcht vor dem plötzlichen Fall. Gemeinsam mit den Tänzer*innen des Ensembles und Gästen widmet er sich den Lesarten und Narrativen der Krise zwischen Slapstick und Horror, Voyeurismus und Überwältigung. Der Unfall als gewaltsames Ereignis, das für den Einzelnen chaotisch und absichtslos erscheint, dient ihm als Metapher für die Auseinandersetzung mit der Angst des sich als vernünftiges Wesen begreifenden Menschen, nicht mehr Herr seiner selbst zu sein. Die physischen Implikationen des Schocks und seiner Bewältigungsstrategien werden dabei zum Ausgangspunkt für eine choreografische Begegnung mit dem Kontrollverlust.

Choreographie: Frederik Rohn
Bühne: Frederik Rohn
Kostüme: Alexandra Morales
Musik: Laura Konjetzky
Licht: Tim Schulten
Dramaturgie: Gregor Runge
Theater

Being Maria Stuart

von Friedrich Schiller

Abschlussarbeit des Schauspieljahrgangs HfMT Hamburg

Maria Stuart setzt all ihre Hoffnung auf Freiheit in ein persönliches Treffen mit Elisabeth. Diese hat die Geflüchtete einsperren lassen, da sie einen politischen Anschlag auf sich und ihren Thron fürchtet. Marias Todesurteil ist bereits gefällt, doch Elisabeths Unterschrift fehlt noch zur Vollstreckung. Als Repräsentantinnen eines patriarchalen Systems werden beide zu Zielscheiben sowohl männlicher als auch eigener Projektionen. Aber nicht nur die beiden Königinnen; in diesem Spiel müssen alle entscheiden, welche Rolle sie spielen wollen und dabei zwischen Überzeugung, Strategie, Geschlecht und Chance abwägen.
Friederike Heller befragt mit dem Abschlussjahrgang Schau­spiel der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Schillers Trauerspiel nach dem Verhältnis von Macht und Geschlecht. Wie präsentiert man/frau sich in einem Arbeits-Liebes-Markt-Zirkus, der in seiner angeblichen Alternativlosigkeit einem königlichen Gottesgnadentum gleichkommt?

Regie: Friederike Heller
Bühne und Kostüme: Sabine Kohlstedt
Dramaturgie: Sonja Szillinsky

Abschlussproduktion des Studiengangs Schauspiel der Theaterakademie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, unterstützt vom Deutschen SchauSpielHaus Hamburg
Theater

Knausgård IV: Leben

Theaterprojekt nach den Romanen
von Karl Ove Knausgård

Deutsch von Paul Berf und Ulrich Sonnenberg
von Abt / Kindermann / Knotková / Schuboth / Sondermann

„Alle halten mich für eine Art Idiotin im täglichen Leben und eine Tyrannin im geistigen, und die Meinen halten sich für Opfer meines Schreibens, ohne zu sehen, dass ich täglich kniend diene, wer weiß, wozu! Ich habe schreckliche Lust zu schreiben. Bis zur Verzweiflung.“ (Marina Zwetajewa) — Regisseur Frank Abt folgt mit seinem Team in einem auf insgesamt sechs Abende angelegten Projekt Schilderungen des modernen Alltags von Karl Ove Knausgård. Für jeden Teil des autobiografischen Romanzyklus wird eine besondere Form gesucht, die Bilder für Knausgårds Sprache entwickelt und zugleich auf die Kraft des schlichten Erzählens setzt. Das radikale Vaterporträt in „Knausgård I: Sterben“ wurde in der vergangenen Spielzeit bereits ergänzt durch die kompromisslose Suche nach Nähe und Beziehung in „Knausgård II: Lieben“. Im dritten Teil kommt eine Welt zum Vorschein, in der Kinder und Erwachsene parallele Leben führen. Im vierten Teil wird die Zeit des Aufbruchs ins Erwachsenenleben verhandelt. Alle Teile kann man als einzelne Abende oder als eine Serie erleben.

Regie: Frank Abt
Bühne und Kostüme: Susanne Schuboth
Dramaturgie: Viktorie Knotková
Theater

Effi Briest (27)

Spiel nach Fontane

Effi stürzt ins Leben und sucht das Glück. Als auf Betreiben ihrer Mutter der um 20 Jahre ältere Baron von Innstetten um ihre Hand anhält, willigt sie begeistert ein und zieht zu ihm nach Kessin. In ihrer Ehe jedoch findet sie sich in einem Leben jenseits ihrer kindlichen Träume wieder. Ihre Erlebnissehnsucht bleibt unerfüllt. Effi fühlt sich funktionslos und allen unterlegen. Und dann spukt auch noch ein Chinese, der Jahre zuvor unglücklich in ihrem Haus lebte, an ihrem Bett. Um der Gefühls-Ödnis zu entgehen, flüchtet Effi in eine kurzzeitige Romanze mit dem Offizier Crampas. Deren Liebesbriefe findet Innstetten Jahre später, tötet Crampas im Duell, der überkommenen Regel nach, an der er selbst zweifelt. Effi wird verstoßen, wird krank und stirbt. Ist der Tod an mangelnder Selbstliebe, wie ihn Fontane für Effi erfand, aktuell? Die anderen haben Erfolg, „aber ich habe mich zu freuen verlernt“. Wie lerne ich lieben? Wie überwinde ich die Langeweile, die ich selbst bin? Wie entgehe ich dem Spuk, den ich mir selbst vorgaukele?

Regie: Leonie Böhm
Bühne: Zahava Rodrigo
Kostüme: Magdalena Schön, Helen Stein
Musik: Johannes Rieder
Licht: Joachim Grindel
Dramaturgie: Volker Bürger
Theater

[zupɛrpoziˈtsioːn]

Ein visual poem von Alexander Giesche

„Der Letzte räumt die Erde auf.“ (WALL·E) — Was, wenn die Schauspielerin Nadine Geyersbach sich für einen Roboter halten würde? Und was, wenn sich dieser Roboter für den letzten Menschen auf Erden hält? Lebt er gar in einer algorithmischen Vorwegnahme der Zukunft? Was, wenn es eine eindeutige Zukunft geben würde, aber keine eindeutige Vergangenheit mehr? Gab es sie vielleicht gar nicht – jene Apokalypse, die nur den Roboter allein verschont hat? Ist sein Chip nur durchgebrannt? Ist er viele? Wir Menschen befinden uns stets im Moment der Gegenwart. Dieser befindet sich immer zwischen Zukunft und Vergangenheit und diese Gegenwart lässt sich nur noch in Paradoxien begreifen. Die Hysterie ist gewichen und das Lebensgefühl der systemischen Ohnmacht im Mainstream angekommen. Ist es Zeit für eine neue Position? Für eine Superposition? Der Regisseur Alexander Giesche und der Musiker Ludwig Abraham recyceln in ihrem neusten visual poem die Zukunft. Sie fantasieren sich eine Zeit, in der wieder alles möglich wird! Possibilismus! Eine Kettenreaktion der radikalen Hoffnung – machen! Zukunft besser machen!

Regie: Alexander Giesche
Licht: Tim Schulten
Liederabend

You Want It Darker

ein Abend mit Liedern von Leonard Cohen
von Felix Rothenhäusler und Matthias Krieg

„Hier bin ich, Herr, du hast mich gerufen.“ (1. Samuel 3, 5) — Leonard Cohen liebte es, auf seinen Konzerten zu erzählen, er habe die Antwort auf alle Rätsel des Universums gefunden und ließ das simple Mantra intonieren: „Doo-dam dam-dam, Da doo-dam-dam“. Das Team von „I’m Your Man“ um den Hausregisseur Felix Rothenhäusler und den Musiker Matthias Krieg will es wieder tun: Leonard Cohen und seine Musik wieder auflegen, reanimieren, reinkarnieren. Der König ist tot, es lebe der Hohepriester der Liebe! In „You Want It Darker“ wird der Lord Byron des Rock’n’Roll auf einer fernen Insel wiederauferstehen, nicht als Schaumgeburt, sondern konzentriert auf seine letzten drei Alben voller philosophischer und kosmologischer Bezüge. OM! OM! OM! So viel sei jetzt schon versprochen: Cohen will be back on boogie streets of Bremen in einem universellen poetischen Liedstück – that’s how the light gets in!

Regie: Felix Rothenhäusler
Musikalische Leitung: Matthias Krieg
Bühne und Kostüme: Anne Sophie Domenz
Gesangscoaching: Uschi Krosch
Licht: Joachim Grindel
Theater

Ödipus / Antigone

in einer Fassung von Jan Eichberg nach Sophokles

„Ich habe eine dicke Haut und ein elastisches Herz.“ (Sia) — Es gibt keine gute und keine schlechte Seite mehr im Bürgerkrieg, der ihre beiden Brüder zu Mördern gemacht hat. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, auch wenn die Gesetze das so einrichten wollen. Nur Menschlichkeit. Deshalb beerdigt Antigone ihre beiden Brüder mit gleichem Respekt. Sie widersetzt sich, wird zur Staatsfeindin, fordert den Herrscher Kreon heraus, indem sie ihn in die Zwickmühle zwischen Staatsräson und Familienbande zwingt. Die Nichte verurteilen? Tochter und Schwester von Ödipus, der seinen Vater ermordete und vier Kinder mit seiner Mutter zeugte? Längst geht es nicht mehr um die Geste gegenüber den Toten, sondern um den Frieden zwischen den Lebenden. Kreon kämpft um den Aufbruch in eine neue Zeit und Antigone will den Preis, ihre Geschichte zu verleugnen, dafür nicht bezahlen.

Felix Rothenhäusler versteht den zugespitzten politischen Konflikt von „Antigone“ als Folge der Familientragödie des „Ödipus“ und setzt die beiden Werke zu einem großen Ganzen zusammen.

Musik: Matthias Krieg
Regie: Felix Rothenhäusler
Bühnenbild: Katharina Pia Schütz
Kostüme: Elke von Sivers
Licht: Christian Kemmetmüller
Dramaturgie: Akin E. Sipal
Theater

Ein Haus in der Nähe einer Airbase

von Akın Emanuel Şipal

„Ich kam in Deinen Garten doch einst so hoffnungsvoll! Wie kommt’s, dass arm und leer nun ich ihn verlassen soll?“ (Dschalaluddin Rumi) — Eine deutsche Familie mit türkischen Wurzeln kehrt nicht mehr aus den Sommerferien zurück. Die Eltern entscheiden sich, gegen den Willen der Tochter, ihren Lebensmittelpunkt in die Südtürkei zu verlagern. Das Ferienhaus in Adana soll von jetzt an dauerhaft Heimat sein. Die Mutter eröffnet eine psychotherapeutische Praxis, der Vater möchte Solarpanels verkaufen. Die Tochter lernt einen amerikanischen Soldaten der nahegelegenen Airbase kennen, von der aus der sogenannte IS bombardiert wird. Immer wieder wird der Versuch der Familie, Alltag zu leben, menschlich und wirtschaftlich anzukommen, von den politischen Ereignissen durchkreuzt. Der gescheiterte Militärputsch, der syrische Bürgerkrieg, die Angst, die das Leben bestimmt. Doch es gibt Dinge, die wie immer sind: Die Orangenernte und die in der Sonne leuchtenden Steine historischer Stätten. „Ein Haus in der Nähe einer Airbase“ ist ein Stückauftrag an den jungen Autor Akın Emanuel Şipal. Seine politische Familiengeschichte ist die sensible Erzählung einer Rückkehr, die zum Neubeginn wird.

Regie: Frank Abt
Ausstattung: Susanne Schuboth
Musik: Nihan Devecioglu
Video: Elisa Gómez Alvarez, Rebecca Riedel
Licht: Joachim Grindel
Dramaturgie: Viktorie Knotková
Soufflage: Elisabeth Weber
Theater

Scherbenpark

nach dem Roman von Alina Bronsky

„Ich glaube, Wut ist eines der wichtigsten Gefühle, die man Mädchen heute beibringen muss zu behalten.“ (Margarete Stokowski) — Sascha ist jung, klug und wütend. Und sie hat einen Plan. Sie möchte ihren Stiefvater töten. Der sitzt im Gefängnis, weil er Saschas Mutter im Streit erstochen hat: im Scherbenpark, der deutsch-russischen Hochhaussiedlung. Als ein sentimentaler Artikel über den reuigen Mann im Knast erscheint, sucht Sascha den Chefredakteur auf und knallt ihm ihr gekränktes Herz auf den Tisch. Eine Anziehung entsteht. Sascha taucht in die „andere“ Welt ein, die gar nicht so heil ist, wie sie scheint. Zu dem Sohn des Redakteurs keimt eine zarte Zuneigung auf, mit dem Vater entsteht Freundschaft, vielleicht sogar Liebe. Doch die Wut bleibt. Und als sich der Stiefvater in seiner Zelle selbst richtet, dreht Sascha durch. Hart, rotzig, empfindsam ist das Erstlingswerk von Alina Bronsky, mit dem sie 2008 die literarische Welt im Sturm eroberte. Ralf Siebelt, dem Bremer Publikum durch „Die Ermittlung“ in der Bremer Bürgerschaft bekannt, hat mehrere deutsch-russische Projekte realisiert und arbeitet in beiden Ländern und Sprachen. Mit „Scherbenpark“ begibt er sich auf die Suche nach den Träumen und Sehnsüchten junger deutscher und russischer Menschen in Bremen.

Regie: Ralf Siebelt
Ausstattung: Iris Holstein
Musik: Jojo Büld
Licht: Christopher Moos
Liederabend

Istanbul

Ein Sezen Aksu-Liederabend von Akin E. Sipal, Selen Kara und Torsten Kindermann

Ausgehend von eigenen Familienerfahrungen und Fragen, die sie sich zum Thema Heimat und Ankommen stellen, haben sich Regisseurin Selen Kara und Musiker Torsten Kindermann für eine Drehung der Perspektive, für eine Utopie der Gastarbeitergeschichte, entschieden.

Stellen wir uns vor: Das Wirtschaftswunder fand nach dem Zweiten Weltkrieg in der Türkei statt. Es waren deutsche Gastarbeiter, welche halfen, die Türkei wiederaufzubauen; statt Bremen war Istanbul die Stadt, welche die Neuankömmlinge willkommen hieß.
Mit einem deutschsprachigen Ensemble und einer deutsch-türkischen Band setzt sich das Team diesem Gedankenspiel aus. Der junge Autor Akın E. Sipal hat Texte entworfen, welche die Lieder von Sezen Aksu und die von Torsten Kindermann und Selen Kara formulierten Ideen zu einer tragikomischen Geschichte verwoben haben. Auf Deutsch wird von der Lebenssituation der Auswanderer erzählt und auf Türkisch die Sehnsucht nach Glück und Heimat besungen. Im Zentrum stehen hierbei die Lieder von Aksu, der Königin des türkischen Pop, welche drei Generationen der türkischen Gesellschaft weltweit begleiten.

Musikalische Leitung: Torsten Kindermann
Regie: Selen Kara
Text & Fassung: Akin E. Sipal
Bühne: Thomas Rupert
Kostüme: Emir Medic
Licht: Frédéric Dautier
Dramaturgie: Viktorie Knotková
Liederabend

I'm Your Man

Ein Leonard Cohen-Liederabend

„Wenn man in 100 Jahren die Anziehungskraft der romantischen Liebe im 20. Jahrhundert erklären wollte, dann würde man vermutlich ein Leonard Cohen-Stück vorspielen; zu Songs wie Suzanne und Marianne wurden vermutlich unzählige Kinder gezeugt. Wer sie hört, könnte, bei aller Melancholie, den Eindruck gewinnen, dass es am Ende doch nur diesen Sinn im Leben gibt.“ (Heike Faller) - Der Kanadier Leonard Cohen ist Sänger, Poet und Liedermacher. Immer auf der Suche nach der großen Erlösung, versuchte er dem Schmerz des Lebens durch Religion, Drogen und Frauen zu entkommen. Doch den eigentlichen Kanal fand seine Melancholie in der Musik und so verdanken wir diesem „Beautiful Loser“ einige der großartigsten Popsongs unserer Zeit. Immer voller Schmerz, immer voller Hoffnung. Gesungene Gebete, wie Bob Dylan einmal sagte. Der Liederabend „I’m Your Man“ begibt sich hinein in die musikalische Welt Leonard Cohens, um erleuchtet wieder aufzutauchen. Oder zumindest mit einem Lächeln auf den Lippen.

Regie: Felix Rothenhäusler
Bühne: Evi Bauer
Musikalische Leitung: Matthias Krieg
Kostüme: Anja Sohre
Musikalische Einstudierung: Uschi Krosch
Licht: Joachim Grindel
Dramaturgie: Tarun Kade
Theater

polaroids

von Samir Akika / Unusual Symptoms

Inspiriert von der künstlerischen Aufbruchsstimmung des New York der 70er und 80 Jahre im Zeichen von New Wave, Street Art und Punk, suchen Akika und sein Team den eigenen künstlerischen Untergrund. „polaroids“ ist ein multidisziplinärer Abend, der künstlerischer Selbstentwürfe der Beteiligten zeigt, ausstellt und verhandelt. Das Theater wird zu einem Ort mit unterschiedlichen Schauplätzen und Spielregeln, an dem künstlerische Prozesse sichtbar werden zwischen Tränen, Tierkostümen, Bühnennebel und Bier. Vielleicht gibt es Tänzerinnen, die Wände bemalen, Musiker die tanzen und Performer die Punksongs erfinden.

Ausstattung: Elena Ortega, Stefan Schönfeldt
Musik: jayrope, Simon Camatta, Stefan Kirchhoff
Choreographie: Samir Akika
Licht: Christopher Moos
Dramaturgie: Anna K. Becker
Theater

Mr. Robot

nach Motiven der gleichnamigen Serie

Elliot liest Menschen. Er hackt sich in sämtliche Accounts von Menschen, die sich selbst und andere belügen, gräbt so tief, bis er genug kompromittierendes Material erbeutet hat. Er will die Welt vor dem Bösen schützen und verliert dabei nicht nur seinen Glauben an das Gute, sondern auch den Bezug zur Wirklichkeit. Doch für Elliot muss sich etwas ändern, denn er hat das Gefühl, dass alle Menschen um ihn herum eine Lüge leben. Das tun sie meist aber wissentlich, um überhaupt zu leben. Ist das nicht völlig nachvollziehbar? Hat die Lüge nicht auch etwas Schönes, Versöhnliches? Wirkt sie nicht auch befreiend, weil sie als das Nachspielen einer Fiktion des Anderen verstanden werden kann? Die Geschichte von Elliot kann dazu inspirieren, die eigene Lüge weiterleben zu wollen oder die Sehnsucht wecken, die Welt zu verändern und nach einem nicht-alltäglichen Selbst zu suchen. Aber was ist mit dem nie versöhnlichen, aber lebenswerten Weg des Dazwischen? Eine Musical-Fiktion.

Regie: Felix Rothenhäusler
Bühne: Kathatrina Pia Schütz
Kostüme: Elke von Sivers
Musik: Matthias Krieg
Licht: Christian Kemmetmüller
Dramaturgie: Marianne Seidler
Theater

Gas - Plädoyer einer verurteilten Mutter

von Tom Lanoye

„Und niemand sagt jemals, dass manche Kinder einfach echt böse sind“ (Lionel Shriver) — Er hat über zweihundert Menschen in den Tod geschickt. Er ist ein Attentäter, ein Mörder. Aber sie schaut auch in ihr eigenes Gesicht, wenn sie in seines sieht. Denn sie ist seine Mutter. Sie hat ihn geboren, ihn erzogen, ihn dabei Stück für Stück verloren an eine vernichtende Ideologie. In ihrem „Plädoyer einer verurteilten Mutter“ nimmt sie nicht Partei für ihn. Vielmehr verteidigt sie sich selbst, ihre Liebe, ihre Trauer. Darf sie überhaupt um ihn trauern? Darf sie ihn tatsächlich noch lieben? Darf sie sich bemühen, ihn zu verstehen? Mit schmerzhafter Offenheit teilt sich die Mutter dem Publikum mit, macht ihre Zerrissenheit öffentlich, lässt es teilhaben an ihrem zerstörten Leben. Ist sie eines seiner Opfer oder ist sie als Mutter des Täters Teil seiner Taten? Klar, schroff, unsentimental und mit poetischer Kraft zeichnet Tom Lanoye diese Figur zwischen Abscheu und Zuneigung zu ihrem verlorenen Sohn und schafft ein eindrückliches, sehr persönliches Bild des Terrors.

Regie: Alize Zandwijk
Ausstattung: Nadine Geyersbach
Licht: Christopher Moos
Dramaturgie: Simone Sterr
Aufführungen / Konzert Glocke Vokal Bremen Bremen, Domsheide 6-8
Aufführungen / Theater Kleines Haus Bremen Bremen, Am Goetheplatz 1-3
Aufführungen / Konzert Bremer Philharmoniker Bremen, Plantage 13
Aufführungen / Aufführung Oldenburgisches Staatstheater Oldenburg, Theaterwall 28
Schauspiel - Kinder- und Jugendtheater Oper, Operette Musical - Tanzensemble MS Schrittmacher