Tiroler Landestheater
Spielzeit 2010/11
Andrea Chénier
Oper von Umberto Giordano
Libretto von Luigi Illica
Premiere: 25.09.2010, Großes Haus
Der historische Dichter André Chénier (1762-1794) war eine etwas zwielichtige Person: zunächst den Revolutionären zugetan und scharfer Kritiker der Aristokratie, blieb er doch den Adelskreisen verhaftet. Er wirkte später an der Verteidigung Ludwigs XVI. mit und wurde schließlich unter Robespierres Schreckensregiment hingerichtet. Auf der Grundlage seines bewegten Lebens entstand die bekannteste Oper Umberto Giordanos, der neben Mascagni und Leoncavallo zu den wichtigsten Vertretern des Verismo zählt. Luigi Illica, der später v.a. für Giacomo Puccini arbeitete, hatte das Libretto ursprünglich für Alberto Franchetti geschrieben, der es aber 1894 an Giordano abtrat.
So bildet die Französische Revolution den Rahmen für die tragische Dreiecksgeschichte zwischen dem Dichter Andrea Chénier, dem ehemaligen Diener Carlo Gérard, der sich in den Dienst der Revolution gestellt hat, und der jungen Adeligen Maddalena de Coigny, die ihre Familie und ihre privilegierte Stellung verliert und schließlich gemeinsam mit Chénier aufs Schafott geht.
Das dramatische Geschehen unterstützt Giordanos Musik, in der er sowohl schwelgerische als auch dramatische Arien und Duette mit aufwühlenden, tumultartigen Volksszenen vereint. Außerdem werden neben Gavotte und höfischer Musik, die das Ancien Régime und den Adel porträtieren, in den Revolutionsakten auch Lieder aus der Zeit der Französischen Revolution zitiert, so dass die Wirklichkeit gleichsam ins Geschehen einbricht.
MADDALENA UND ANDREA: LA NOSTRA MORTE È IL TRIONFO DELL’AMORE.
(UNSER TOD IST DER TRIUMPH DER LIEBE.)
Musikalische Leitung: Alexander Rumpf
Regie: Gregor Horres
Bühne & Kostüme: Jan Bammes
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Ort:
Großes Haus
Termin:
Sa, 25.9.2010 | Premiere
Urfaust
Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe
Premiere: 26.09.2010, Kammerspiele
Dankenswerterweise entdeckte im Jahr 1887 der Literaturhistoriker Erich Schmidt im Nachlass des Hoffräuleins Luise von Göchhausen die Abschrift eines Faust-Fragments, das Goethe, aus Frankfurt kommend, in seinem ersten Weimarer Winter 1775/76 am Hofe vorgelesen hatte. Es handelt sich um 22 Szenen, die der junge Goethe mit 23 Jahren niederschrieb, ein ungebändigtes Kaleidoskop in Vers- und Prosaform, das in seinem stürmisch-drängenden Ungestüm noch so gar nicht an den alten Geheimrat gemahnt.
Diese erste Bearbeitung ist ein Faust ohne Prolog im Himmel, ohne Osterspaziergang, Hexenküche und Walpurgisnacht. Der Urfaust konzentriert sich auf die Hauptfiguren: Faust, Margarete und Mephistopheles, und rückt die Gretchentragödie in den Mittelpunkt. Schroffer und schneller als in der späteren Fassung führt die Liebe der unschuldigen Margarete zu dem rastlos suchenden Faust zur Katastrophe, tatkräftig vorangetrieben von Mephistopheles. Böse, witzig, teuflisch blickt er auf das menschliche Treiben, Suchen, Streben – weiter und weiter. Für dieses Weiterkommen schließt man den Pakt mit dem Teufel. Ein Stück des 21. Jahrhunderts?
FAUST: HILF, TEUFEL, MIR DIE ZEIT DER ANGST VERKÜRZEN, / MAGS SCHNELL GESCHEHN, WAS MUß GESCHEHN! / MAG IHR GESCHICK AUF MICH ZUSAMMENSTÜRZEN, / UND SIE MIT MIR ZU GRUNDE GEHN!
Regie: Reinhard Göber
Bühne: Helfried Lauckner
Kostüme: Andrea Kuprian
Ort:
Kammerspiele
Termin:
So, 26.9.2010 | Premiere
Das bin ich WA
Tanz-Stück von Enrique Gasa Valga und Doris Happl
Choreographien: Enrique Gasa Valga, und Ensemble Mitglieder
Bühne und Kostüme: Michael D. Zimmermann
Ort:
Kammerspiele
Termin:
Fr, 24.9.2010 | Wiederaufnahme
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