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Tiroler Landestheater

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Tiroler Landestheater
Tiroler Landestheater und Orchester GmbH Innsbruck
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Tanz

Una Noche Elegante

Choreografien von Jiří Kylián, Uwe Scholz und Nacho Duato

Premiere: 02. Februar 2019

Nach Ménage-à-trois und Masterpieces setzt Enrique Gasa Valga mit Una Noche Elegante die Reihe großer zeitgenössischer Choreografien fort.
Jiří Kyliáns 1991 entstandene Kreation Un ballo ist das erste Ballett, das er für die Nachwuchscompagnie des Nederlands Dans Theaters erschaffen hat. In seiner über 20-jährigen Direktionszeit etablierte er das NDT als die führende zeitgenössische Compagnie Europas. „Ein Tanz, Musik, mehr nicht“, so beschrieb der tschechische Choreograf diese „Übung für Musikalität und Sensibilität zwischen männlichen und weiblichen Partnern“, die sich zu Maurice Ravels Menuett aus Le tombeau de Couperin und seiner Pavane pour une infante défunte entwickelt.
Uwe Scholz choreografierte sein Tanzstück Oktett nach dem gleichnamigen Musikwerk von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Urfassung entstand 1987 für das Zürcher Ballett in der Ausstattung von Karl Lagerfeld; 2000 studierte Uwe Scholz eine Neufassung dieses modernen Tanzklassikers für das Leipziger Ballett ein und übernahm dabei auch die Gestaltung der Ausstattung.
Nacho Duato, Intendant des Staatsballetts Berlin, lässt in seiner Choreografie Por vos muero das Spanien des 15. und 16. Jahrhunderts mit den Mitteln des zeitgenössischen Tanzes aufleben. Er setzt in dieser 1996 für die spanische Compañía Nacional de Danza entstandenen Arbeit Gedichte von Garcilaso de la Vega und spanische Musik aus jener Zeit ein und zeigt uns so die Vielfalt der kulturellen Einflüsse der spanischen Renaissance.
Ein Tanzabend der Extraklasse, voller Eleganz und Anmut.

Enrique Gasa Valga
Nach zehn Jahren als Direktor habe ich die Ehre und die Freude, meinen TänzerInnen mit diesen Meisterchoreografien eine Aufgabe von höchster Qualität zu stellen.
Lassen wir die Tanzwelt auf Innsbruck schauen!
Theater

Liliom

Oper von Johanna Doderer

Österreichische Erstaufführung: 23. Februar 2019

Am 4. November 2016 erlebte die Oper ihre umjubelte Uraufführung als Auftragswerk des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München. Nun kommt das Werk als Österreichische Erstaufführung am TLT in seine eigentliche Heimat, denn sowohl die Komponistin als auch der Librettist, der Intendant des Gärtnerplatztheaters, stammen aus Österreich. Und die Vorlage, von dem 1878 in Budapest geborenen Ferenc Molnár verfasst, wurde erst in der 1913 in Wien aufgeführten deutschsprachigen Fassung von Alfred Polgar zu einem Erfolg. Die Rede ist von Liliom.

Die Titelfigur ist Ausrufer bei der Karussellbetreiberin Frau Muskat und Schwarm der Frauen – allen voran seiner Arbeitgeberin. Diese entlässt ihn prompt, als er mit dem Dienstmädchen Julie anbandelt. Die Beziehung steht unter keinem guten Stern. Liliom lässt seinen Frust an Julie aus, gerät an einen falschen Freund und stiehlt sich, als alles verloren scheint, mit Selbstmord aus der Verantwortung. Die Himmelspolizei gewährt dem Reuelosen allerdings noch eine letzte Chance …

Die Bühnenwerke der in Bregenz geborenen Johanna Doderer – verwandt mit dem Schriftsteller Heimito von Doderer – wurden bisher u. a. an der Wiener Staatsoper und dem Theater an der Wien herausgebracht. Die Komponistin fand für das Sozialdrama mit märchenhaften Elementen eine eigene Musiksprache. Grundprinzip ihrer überwiegend tonalen Partitur, die den Gefühlen und den Stimmen viel Platz einräumt, ist das Drehen des Ringelspiels, das zum Symbol des Lebens wird. Ein weiteres spannendes Werk in der Reihe Opera Austria.

Liliom:
Aus einem Hendelfanger
und einem nichtsnutzigen Kerl …
da kann auch noch ein Mensch werden.

Musikalische Leitung: Stefan Klingele
Regie: Johannes Reitmeier
Bühne: Thomas Dörfler
Kostüme: Michael D. Zimmermann
Kinderprogramm

Die Geschichte vom Ungeheuer

Kinderstück von Lena Hach

Uraufführung: 24. Februar 2019

Ab 6 Jahren

Das Ungeheuer, um das es in dieser Geschichte geht, ist eigentlich „ein ausgesprochen liebenswertes, ausgesprochen ozeanblaues Ungeheuer. Mit Felldrumherum“.
Aber egal wo es auftaucht – immer fürchten sich alle vor ihm und verschwinden. Natürlich gibt es auch Momente, in denen das ganz praktisch ist. Beispielsweise muss das Ungeheuer nie irgendwo Schlange stehen, weil die Leute, die vorher da waren, von ganz alleine Platz machen.
Aber heute ist kein besonders guter Tag für das feinfühlige Ungeheuer – die Einsamkeit ist schuld. Selbst ungesunde Sachen essen macht keinen Spaß, wenn niemand sagt: „Iss doch nicht so viel ungesundes Zeug.“ Und auch beim Schachspielen wird es bald langweilig, wenn einen beim Mogeln niemand erwischen kann.
Zum Glück hat das Ungeheuer eine Idee: Es will sein UN loswerden. Dann wird sich nämlich niemand mehr vor ihm fürchten, weil es zum Geheuer wird. Doch bald zeigt sich, dass das gar nicht so einfach ist: Weder auf einer Parkbank lässt sich das UN vergessen, noch vom Wind davonwehen oder von den Wellen forttreiben. Daher beschließt das Ungeheuer, das keines sein will, eine Anzeige in der Zeitung aufzugeben:
„In die Jahre gekommenes, kaum gebrauchtes UN in gute Hände abzugeben. An Selbstabholer kostenlos.“ Ob sich darauf wohl jemand melden wird …?
Ein unglaublich unbändiges, unvorstellbar unerhörtes, unbeirrt und unfassbar ungestümes, unsagbar unlangweiliges Stück über Außenseitertum, Einsamkeit und wahre Freundschaft.

Das Ungeheuer hat eine große Nase und kleine Ohren, die von seinem Kopf abstehen und im Wind wackeln. Natürlich nur, wenn das Ungeheuer im Wind steht. Gerade jetzt sitzt es nämlich zu Hause, auf seinem Sofa. Da ist es ausgesprochen windstill.

Regie: Ingrid Gündisch
Bühne & Kostüme: Franziska Goller
Dramaturgie: Uschi Oberleiter
Musical

Hello, Dolly!

von Jerry Herman

Buch von Michael Stewart nach dem Schauspiel „The Matchmaker“ von Thornton Wilder . Gesangstexte von Jerry Herman

„Ich war immer eine Frau, die gern was arrangiert, teils aus Neugier, auch aus Geldgier manches Mal.“ In diesem Fall ist die hervorragende finanzielle Lage des Halbmillionärs Horace Vandergelder die Antriebsfeder für die Heiratsvermittlerin Dolly, ihn bei der Suche nach einer Ehefrau zu unterstützen. Sie wäre natürlich am liebsten selbst Mrs. Vandergelder. Also entwickelt sie ein raffiniertes Doppelspiel, das zu Missverständnissen, Verwirrungen und überraschenden Entdeckungen führt. Am Ende erkennt nicht nur Horace, dass Dolly der Schlüssel zu seinem Glück ist, sondern es haben sich noch andere glückliche Paare gefunden.

Seit der Broadway-Premiere 1964 zählt Hello, Dolly! zu den international erfolgreichsten Musicals. Die turbulente Handlung basiert auf einem Schauspiel von Thornton Wilder. Und dieses wiederum beruht auf Einen Jux will er sich machen von niemand Geringerem als Johann Nepomuk Nestroy. Kein Wunder also, dass auch das Musical von komödiantischen Einfällen nur so sprüht; dazu die witzigen Dialoge von Michael Stewart, große Tanzszenen und ein Feuerwerk an Melodien von Jerry Herman, der für seine Ohrwürmer bekannt ist. Der Titelsong beispielsweise war in einer Interpretation von Louis Armstrong schon vor der Premiere in den Charts.

In Innsbruck übernimmt Stefan Tilch, der bereits einige musikalische Komödien mit viel Charme umgesetzt hat, die Inszenierung. Die britischen Ausstatter Charles Cusick Smith und Philip Ronald Daniels versprechen ein opulentes Fest für die Augen.

Johann Nepomuk Nestroy:
Über kein Thema existieren so viele Variationen als übers Heiraten; aber noch so künstlich variiert, die uralte Fischgrätenmelodie ist nirgends zu verkennen.
Tanz

Frida Kahlo - Nueva Pasión

Tanzstück von Enrique Gasa Valga

Libretto von Enrique Gasa Valga und Katajun Peer-Diamond . Musik interpretiert von Lila Downs, Brigitte Fassbaender, Chavela Vargas, Buika u. a.

Am 1. April 2011 feierte der Direktor der Tanzcompany Enrique Gasa Valga mit seinen TänzerInnen einen triumphalen Erfolg mit seiner Interpretation des besonderen Lebens einer besonderen Frau: Frida Kahlo. 2012 mit dem Goldenen Schikaneder als Beste Ballettproduktion Österreichs ausgezeichnet, kommt dieses Tanzstück nun als Neuproduktion in einer Adaption für die neuen Kammerspiele zurück ins Repertoire der Tanzcompany Innsbruck. Basierend auf der in den letzten Jahren erfolgten enormen Weiterentwicklung der Company wird Gasa Valga die Kraft dieses Tanzabends nochmals intensivieren.
Die mexikanische Malerin Frida Kahlo ist nicht nur die bekannteste Künstlerin Lateinamerikas, sie ist auch eine der beeindruckendsten und schillerndsten Persönlichkeiten überhaupt. Sie lebte sinnlich, intensiv, strahlte pure Lebensfreude aus und liebte es, sich selbst zu inszenieren. Ihre exotische Schönheit zog die Bewunderer in Scharen an. Sie ging keine Kompromisse ein. Nicht in ihrer Kunst, nicht im Leben. Ihr Mann betrog sie – und sie ihn, mit Männern und mit Frauen. Sie trotzte dem Leben ab, was es nur irgendwie zu geben bereit war, obwohl ihre Existenz nach einem Verkehrsunfall von Krankheit und Schmerzen gezeichnet war. In ihren Bildern hat sie dem Ausdruck verliehen – ohne sich je ihre Stärke nehmen zu lassen.
Enrique Gasa Valga entführt das Publikum in die prächtige Farbenwelt Mexikos und macht die Visionen, die Leidenschaften, die exotische Ausstrahlung und den Schmerz des Lebens dieser einzigartigen Künstlerin sinnlich erfahrbar.

Choreografie & Regie: Enrique Gasa Valga
Bühne & Kostüme: Andrea Kuprian
Dramaturgie: Christina Alexandridis
Theater

Radetzky­marsch

Bühnenfassung von Andreas Karlaganis und Ingo Berk

Schauspiel nach dem Roman von Joseph Roth

Das Kaiserreich ist am Ende: Carl Joseph von Trotta führt ein Leben geprägt vom Militär und dessen Regeln. Doch diese scheinen ihren Sinn verloren zu haben. Er lebt in einer Welt, die unaufhaltsam auf den Untergang zusteuert, sich aber mechanisch immer weiter dreht. Und so macht auch er mechanisch weiter und weiter, ohne Sinn, ohne Glück. Zunächst dem Wunsch des Vaters folgend, wird er Soldat. Liebschaften mit verheirateten Frauen und die wenigen Freundschaften, die ihn begleiten, enden allesamt tragisch – größtenteils sogar tödlich. Mehr und mehr verfällt er dem Alkohol, verliert sein ganzes Geld. Und über allem thront das Bild des Großvaters, des Helden von Solferino, der einst im Krieg dem Kaiser das Leben gerettet hat und dadurch zum Helden wider Willen wurde.

In Joseph Roths großem, liebevoll-bitteren Roman herrscht eine ganz besondere Stimmung – zwischen Aufbruch und Abgesang, Festhalten und Loslassen. Seine Figuren spüren, wie die Idee und Kraft einer Ordnung, eines sicher geglaubten, scheinbar nie enden wollenden, behaglichen Systems verblasst. Aber sie stehen noch ohne Werkzeug da, um die neue Zeit mitgestalten zu können. So erscheinen sie wie gelähmt, unfähig, diese existentielle Veränderung für sich zu nutzen.

Regie: Philipp Jescheck
Bühne & Kostüme: Michele Lorenzini
Dramaturgie: Romana Lautner
Theater

Die Österreicher­innen

Schauspiel von Thomas Arzt

Es beginnt mit Kaiserwetter. Fünf Frauen sind am Weg zum Gipfel und stoßen auf ihre Arbeit an – eine Ausstellung zum Jubiläum der Republik, die sie gemeinsam vorbereiten. Doch da kippt die Stimmung. Denn die Franzi hat ihren Peter verlassen, weil der neuerdings eine andere politische Meinung vertritt. Auch die Erni fragt sich nun, was ihr Martin so denkt. Das beunruhigt die Maxi und provoziert die Babsi, denn die sympathisiert zuweilen mit der „anderen“ Meinung. Die Sissi will die Wogen glätten, aber es wird klar: Ein schlimmer Sturm zieht auf. Und als die fünf im Tal sind, hat der Wind nicht nur die Akten im Archiv erfasst, sondern auch die Grundfesten einer Freundschaft.

In seinem Auftragswerk im Rahmen der Eröffnung der neuen Kammerspiele des Tiroler Landestheaters blättert Thomas Arzt geschickt in der hundertjährigen Geschichte der Republik Österreich. Dabei wirft er vor allem auch einen genauen Blick auf die Gegenwart. In den Wirren eines Unwetters legen fünf Österreicherinnen ihre Einstellungen und Überzeugungen zur Überprüfung unter ein Brennglas.

Der in Oberösterreich geborene Thomas Arzt lebt als freier Autor in Wien. Er erhielt für seine Arbeiten mehrere Preise. Beim Heidelberger Stückemarkt 2012 wurde Alpenvorland, das 2014 auch in den Kammerspielen des TLT zu erleben war, mit dem Autorenpreis ausgezeichnet. Der junge Regisseur Felix Hafner, 2017 mit dem Nestroy als Bester männlicher Nachwuchs geehrt, setzt die Uraufführung von Die Österreicherinnen in Szene.

Regie: Felix Hafner
Bühne & Kostüme: Camilla Hägebarth
Dramaturgie: Christina Alexandridis
Theater

Amras

Bühnenfassung von Stefan Maurer

Schauspiel nach der Erzählung von Thomas Bernhard

Innsbruck 1960. Ein ungleiches Brüderpaar hat den Familiensuizid überlebt und ist nun zum qualvollen Weiterleben verurteilt. Die Katastrophe kettet sie ebenso aneinander wie die Krankheit. Einer der beiden Brüder, Walter, leidet an Epilepsie. Zusammen leben sie in einem Turm in Amras – zu ihrem Schutz. Denn den beiden droht das Irrenhaus. Doch wie ein Zufluchtsort fühlt sich der Turm für sie nicht an, eher wie ein Gefängnis. Sie hausen in der Finsternis, verfolgt von ihren Ängsten, ihren Erinnerungen und unter der ständigen Last drohender Anfälle. Ein (lebens-)notwendiger Gang in die Innsbrucker Innenstadt zum Internisten, Menschen meidend durch Apfelgärten und an der Sill entlang, wird zur Qual. Eine Zumutung ist auch das Haus, in dem sich die Ordination befindet, – und der angsteinflößende Epileptikerstuhl. Am nächsten Tag liegt Walter tot unter dem geöffneten Turmfenster. Sein Bruder muss weiterleben.

Die 1964 veröffentlichte Erzählung Amras hat Thomas Bernhard selbst wiederholt als seinen Lieblingstext bezeichnet. In dem fragmentarisch wirkenden Werk, das sich aus Briefen, Tagebuchnotizen und Aphorismen zusammensetzt, gehen die Schilderungen der Krankheit, des Irrsinns und der Natur eine grausige Symbiose ein. Stefan Maurer, der am TLT zuletzt Geächtet inszenierte, wird das sprachgewaltige Werk für die Bühne bearbeiten.

Inszenierung: Stefan Maurer
Bühne & Kostüme: Luis Graninger
Dramaturgie: Romana Lautner
Oper

Simon Boccanegra

Oper von Giuseppe Verdi

Text von Francesco Maria Piave mit Ergänzungen von Giuseppe Montanelli nach einem Schauspiel von Antonio García Gutiérrez . Neufassung von Arrigo Boito

Er war der erste vom Volk gewählte Doge Genuas: Simon Boccanegra. Das von dem spanischen Autor Antonio García Gutiérrez über ihn verfasste Schauspiel nahm sich Giuseppe Verdi zur Vorlage für eine eigene Prosafassung, die er von dem Librettisten Francesco Maria Piave in Verse fassen ließ. Das historische Umfeld Mitte des 14. Jahrhunderts spielt in der Oper lediglich eine Nebenrolle. Im Mittelpunkt stehen, wie so häufig in Verdis Werken, die Dramen menschlicher Leidenschaften. Den Titelhelden erlebt man als großzügigen Herrscher, der in der Lage ist, seinen Gegnern zu vergeben. Nach 25 Jahren kann der liebende Vater seine verloren geglaubte Tochter Amelia wieder in die Arme schließen. Doch am Ende wird er Opfer der Rache Paolo Albianis, der Amelia entführen wollte und von Simon dafür verflucht wurde.

Nach der Uraufführung 1857 in Venedig nahm Arrigo Boito umfangreiche Änderungen am Libretto vor, während Verdi seine Partitur komplett überarbeitete. In der Mailänder Fassung von 1881 kommen die Qualitäten von Verdis Musik – die Schönheit der Melodik, die lautmalerische und psychologische Orchestersprache sowie die eindringliche Charakterzeichnung der Figuren und Szenen – noch stärker zum Tragen.

Simon Boccanegra wird in Innsbruck von dem erfolgreichen Team Thilo Reinhardt (Regie) und Paul Zoller (Bühnenbild) auf die Bühne gebracht, das am TLT bereits durch seine schlüssige und psychologisch intelligente Interpretation von Dvořáks Rusalka begeistern konnte.

Musikalische Leitung: Francesco Rosa
Inszenierung: Thilo Reinhardt
Bühne: Paul Zoller
Kostüme: Katharina Gault
Musikalische Assistenz: Sumiko Tokushima
Dramaturgie: Susanne Bieler

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Oper

The Fall of the House of Usher

Alarmiert durch einen Brief, in dem sein kranker Jugendfreund Roderick Usher ihn inständig bittet, ihm zu helfen, macht sich William auf, diesen im Stammschloss der Familie zu besuchen. Es wird ein bedrückender Aufenthalt: Rodericks Schwester Madeline wandelt – gezeichnet von einer mysteriösen Krankheit – wie eine Geistererscheinung durch die unwirtlichen Räume, und auch Roderick selbst ist offensichtlich psychisch und physisch zerrüttet. Die Situation spitzt sich dramatisch zu, als Madeline stirbt. Aber was für eine Krankheit hatte Madeline wirklich? In welchem Verhältnis stand sie zu ihrem Bruder? Und ist sie wirklich tot? Am Ende versinkt das Haus Usher für immer im Nichts.

In seiner Oper The Fall of the House of Usher aus dem Jahr 1988 fängt Glass die nervöse Atmosphäre der Erzählung Edgar Allan Poes mit den Mitteln seiner Musik ein. Die sich unaufhörlich fortschraubenden musikalischen Windungen ziehen das Publikum in den Sog der sich zuspitzenden Handlung. Nach und nach enthüllt sich die Geschichte eines durch inzestuöse Beziehungen degenerierten Geschlechts, das zwangsläufig untergehen muss.

Der amerikanische Komponist Philip Glass (*1937) ist sicherlich einer der populärsten Vertreter der sogenannten „Minimal Music“. Mit seinen Arbeiten für Oper, Tanz, Konzert und Film schlägt Philip Glass eine Brücke zwischen der klassischen Musiktradition und der modernen Popkultur. In Tirol kennt man besonders sein Stück Tirol Concerto for Piano and Orchestra zum im Jahr 2000 entstandenen Imagefilm Tirol – Land im Gebirg’ der Tirol Werbung.

Musikalische Leitung: Seokwon Hong
Inszenierung: Johannes Reitmeier
Bühne: Michael D. Zimmermann
Kostüme: Markus Braunhofer
Dramaturgie: Axel Gade
Theater

Die Zertrennlichen

Fabrice Melquiot

Ein kleiner Junge sitzt auf einem hölzernen Schaukelpferd in seinem leeren Zimmer. Er sieht, wie der Eisvogel etwas in den Himmel schreibt, hört, wie der bunte Fisch im Aquarium weint, und riecht die Nelken, die auf dem Tisch die Köpfe hängen lassen.
Ein kleines Mädchen sitzt mit Federn im Haar in ihrem leeren Zimmer. Sie kennt sich aus mit Indianern. Sie ist selbst eine Sioux. Mit Sioux-Federn, Sioux-Blut, einem Sioux-Herzen. Sie ist eine Dakota. Der Name bedeutet Verbündete. Das heißt, dass man einander nie im Stich lässt.
Romain und Sabah wohnen zwar Wohnblock an Wohnblock, entstammen aber vermeintlich anderen Welten. Romain hat französische Wurzeln, Sabah algerische. Kaum verwunderlich, dass ihre ersten Begegnungen vor dem Hintergrund des vorherrschenden Alltagsrassismus in den jeweiligen Familien nicht ganz reibungslos ablaufen. Eines Tages aber begeben sich die beiden heimlich auf eine Erkundungstour in den Wald. Denn Romain hat Sabah vom Geheimnis der Riesenerdnuss erzählt, die über magische Zauberkräfte verfügt. Und als dann auch noch ein großer weißer Büffel – einer wie aus Sabahs Sioux-Geschichten – durch ihre Siedlung spaziert, wird ihnen eines klar: Dieses Zeichen ist richtig siouxmäßig zu verstehen und bedeutet, dass sie unzertrennlich sind.
Erst als aufgrund ihrer innigen Freundschaft die Spannung zwischen den Eltern eskaliert, drohen sie auseinandergerissen zu werden. Ob das Band ihrer Freundschaft den Anfeindungen der Umgebung standhält?
Fabrice Melquiot erzählt in Die Zertrennlichen feinsinnig, voller Poesie und Witz von der Freundschaft zweier junger Menschen, die sich über vermeintlich unüberbrückbare kulturelle Schranken hinwegzusetzen versuchen.

Romain:
Ich hatte diese Geschichte mit der Erdnuss völlig frei erfunden. Als könnte eine Erdnuss größer als drei Zentimeter werden, son Quatsch. Ich wollte Sioux und gleichzeitig Araber werden und dieses Mädchen auf den Mund küssen. Das war alles.

Inszenierung: Grit Lukas
Bühne & Kostüme: Markus Braunhofer
Theater

Vomperloch

Stück von Felix Mitterer

Die Entstehung dieses Auftragswerkes wurde unterstützt von Land Tirol und Stadt Innsbruck.

„Im Vomperloch, einem abgeschiedenen und unzugänglichen Seitental des Tiroler Karwendelgebirges, bestand zwischen Sommer 1943 und Kriegsende ein Deserteurslager, das überwiegend von einheimischen Wehrmachtssoldaten als Zufluchtsort nach der Desertion genutzt wurde. Die Angst vor Entdeckung, vor Verrat, vor dem Einschleusen eines Spitzels, die furchtbar kalten und dunklen Winter, der oftmalige Nahrungsmangel sowie das zwangsweise Ausharren auf engstem Raum, all das machte das Leben nahezu unerträglich und führte zu qualvollen Auseinandersetzungen. Desertion galt damals als Schande, galt auch nach dem Krieg als Schande, wird immer mit Schande behaftet sein. Ich habe dieses Stück mit der Intention geschrieben, die damaligen, heutigen und zukünftigen Deserteure von dieser Schande zu erlösen. Es wird mir nicht gelingen, aber einen Versuch ist es wert.“ So äußert sich Felix Mitterer zu Vomperloch, seinem Auftragswerk für das Tiroler Landestheater zur Eröffnung der neuen Kammerspiele im Haus der Musik Innsbruck. Es ist nach Märzengrund und Galapagos das dritte Theaterstück seiner Trilogie über Menschen, die sich von der Gemeinschaft zurückgezogen haben.

Felix Mitterer wurde in Achenkirch als Sohn einer verwitweten Kleinbäuerin und eines unbekannten Vaters geboren, von einem Landarbeiterehepaar adoptiert und wuchs in Kitzbühel und Kirchberg auf. Seit 1977 ist Felix Mitterer, der 2018 seinen 70. Geburtstag begeht, freischaffender Autor und wurde mit einer Vielzahl renommierter österreichischer und ausländischer Preise ausgezeichnet.

Felix Mitterer:
Es gibt keine bösen Menschen, es gibt nur Unglückliche.

Inszenierung: Thomas Krauß
Bühne & Kostüme: Helfried Lauckner
Dramaturgie: Christina Alexandridis
Musical

West Side Story

Musik von Leonard Bernstein

Nach einer Idee von Jerome Robbins. Buch von Arthur Laurents

New York. In einem Viertel rivalisieren zwei Gangs: die einheimischen Jets und die aus Puerto Rico stammenden Sharks. Riff, der Anführer der Jets, schwört, dass er die von Bernardo angeführten Sharks aus „seinen“ Straßen vertreiben werde. Dabei soll ihn Tony unterstützen, sein Freund und ehemaliger Mitbegründer der Jets. Doch Tony ist der Gang eigentlich entwachsen und bei einem Tanzfest verliebt er sich auch noch Hals über Kopf in Bernardos Schwester Maria. Alle wissen: Diese Liebe hat unter den gegebenen Umständen eigentlich keine Chance.

Als William Shakespeare sein wohl bekanntestes Werk Romeo und Julia schrieb, griff er auf bereits vorhandene Geschichten und Theaterstücke zurück, schuf aber seine ganz eigene Fassung. Und er inspirierte damit über die Jahrhunderte hinweg andere Künstler. Die erfolgreichste Nachschöpfung ist West Side Story von Leonard Bernstein – denn auch er schafft aus der Vorlage etwas ganz Eigenes, Neues. Seine Musik verbindet Elemente des Jazz mit der Symphonie, spanische Klänge mit italienischem Opernstil. Dass Bernstein seine Ideen zunächst mit dem Regisseur und Choreografen Jerome Robbins entwickelt hat, ist dem Stück anzumerken – beim Stichwort „Tanzmusical“ denkt man auch heute schnell an die West Side Story. Folgerichtig, dass die Neuinszenierung am TLT nun in den Händen von Enrique Gasa Valga liegt, der nach Orphée et Euridice seine zweite Arbeit im Musiktheater vorlegt. Und als Spanier in Österreich bringt er die Erfahrung mit, sich in die Welt der Latino-Einwanderer einzufühlen.

Die Mädchen der Sharks:
„I like to be in America!
Okay by me in America!
Everything free in America
For a small fee in America“


Musikalische Leitung: Seokwon Hong
Regie & Choreografie: Enrique Gasa Valga
Bühne: Helfried Lauckner
Kostüme: Andrea Kuprian
Ballettmeisterin: Martine Reyn
Dramaturgie: Axel Gade
Regieassistenz: Julia Jenewein

In deutscher Sprache . Songtexte in englischer Sprache
Schauspiel

Totenfrau

Schauspiel nach dem Thriller von Bernhard Aichner

Was würde ich tun, wenn man mir das Liebste nehmen würde? Was muss passieren, dass sich der Schalter in meinem Kopf umlegt? Könnte ich einen Mord begehen? Letztlich war es diese zentrale Frage, die Bernhard Aichner umtrieb, als er seinen Bestseller Totenfrau schrieb. Monatelang stand der Thriller in Österreich und Deutschland auf den Bestsellerlisten. Er wurde bisher in 16 Länder verkauft und ist unter anderem in Stephen Kings amerikanischem Heimatverlag erschienen. Eine Verfilmung ist in Vorbereitung. Das Tiroler Landestheater hat sich die Uraufführung der Bühnenfassung sichern können.

Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Sie ist mit dem Polizisten Mark glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Bis es durch den Unfalltod ihres Mannes aus den Fugen gerät. Doch war es wirklich ein Unfall mit Fahrerflucht? Oder hat sein Tod etwas mit seiner letzten Ermittlung zu tun? Blum beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Sie stößt auf Dunja, ein Entführungsopfer, dem keiner glauben will, einen geheimnisvollen Keller und fünf maskierte Männer, die dort ihre perversen Gelüste auslebten. Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos.

Bernhard Aichner wurde für seine Arbeit mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014 und dem Crime Cologne Award 2015.

Dunja:
„Meine Geschichte hat ihn kaputt gemacht. Sie wird auch dich kaputt machen.“


Regie: Thomas Krauß
Bühne: Katharina Ganner, Thomas Krauß
Kostüme: Katharina Ganner
Video/Foto: Bernhard Aichner
Dramaturgie: Christina Alexandridis
Aufführungen / Konzert Tiroler Symphonie-orchester Innsbruck Innsbruck, Rennweg 2
Aufführungen / Konzert Musik im Riesen Swarovski Kristallwelten Wattens, Kristallweltenstraße 1
Aufführungen / Theater Passionsspielverein Erl Erl, Mühlgraben 56