Tiroler Landestheater         Tiroler Symphonieorchester Innsbruck    

Tiroler Landestheater

Spielzeit 2017/18

West Side Story

Musik von Leonard Bernstein

Premiere: 16. Dezember 2017, Großes Haus

Nach einer Idee von Jerome Robbins . Buch von Arthur Laurents

New York. In einem Viertel rivalisieren zwei Gangs: die einheimischen Jets und die aus Puerto Rico stammenden Sharks. Riff, der Anführer der Jets, schwört, dass er die von Bernardo angeführten Sharks aus „seinen“ Straßen vertreiben werde. Dabei soll ihn Tony unterstützen, sein Freund und ehemaliger Mitbegründer der Jets. Doch Tony ist der Gang eigentlich entwachsen und bei einem Tanzfest verliebt er sich auch noch Hals über Kopf in Bernardos Schwester Maria. Alle wissen: Diese Liebe hat unter den gegebenen Umständen eigentlich keine Chance.

Als William Shakespeare sein wohl bekanntestes Werk Romeo und Julia schrieb, griff er auf bereits vorhandene Geschichten und Theaterstücke zurück, schuf aber seine ganz eigene Fassung. Und er inspirierte damit über die Jahrhunderte hinweg andere Künstler. Die erfolgreichste Nachschöpfung ist West Side Story von Leonard Bernstein – denn auch er schafft aus der Vorlage etwas ganz Eigenes, Neues. Seine Musik verbindet Elemente des Jazz mit der Symphonie, spanische Klänge mit italienischem Opernstil. Dass Bernstein seine Ideen zunächst mit dem Regisseur und Choreografen Jerome Robbins entwickelt hat, ist dem Stück anzumerken – beim Stichwort „Tanzmusical“ denkt man auch heute schnell an die West Side Story. Folgerichtig, dass die Neuinszenierung am TLT nun in den Händen von Enrique Gasa Valga liegt, der nach Orphée et Euridice seine zweite Arbeit im Musiktheater vorlegt. Und als Spanier in Österreich bringt er die Erfahrung mit, sich in die Welt der Latino-Einwanderer einzufühlen.

Die Mädchen der Sharks:
„I like to be in America!
Okay by me in America!
Everything free in America
For a small fee in America“


Musikalische Leitung: Seokwon Hong
Regie & Choreografie: Enrique Gasa Valga
Bühne: Helfried Lauckner
Kostüme: Andrea Kuprian
Ballettmeisterin: Martine Reyn
Dramaturgie: Axel Gade
Regieassistenz: Julia Jenewein

In deutscher Sprache . Songtexte in englischer Sprache

Ort:

Großes Haus

Termine:

Fr, 22.12.2017, 19:30 |
Fr, 29.12.2017, 19:30 |
Sa, 30.12.2017, 19:00 |
So, 31.12.2017, 19:00 |
So, 7.1.2018, 19:00 |
Fr, 12.1.2018, 19:30 |
Do, 25.1.2018, 19:30 |
So, 28.1.2018, 19:00 |
Do, 8.2.2018, 19:30 |

Andre Hofer

Schauspiel von Franz Kranewitter

Premiere: 18. Januar 2018, Großes Haus

Am 3. Dezember 1903 kam es im Stadttheater in Innsbruck zum Skandal. Die Aufführung von Franz Kranewitters Andre Hofer wurde von Buhrufen und Störaktionen, Pfiffen und Geschrei begleitet – und von frenetischem Applaus der Befürworter. Schon zuvor hatte die k. k. Zensur die Präsentation des Stückes am Wiener Volkstheater untersagt und in Tirol machten katholisch-konservative Kräfte gegen das neue Bild des Tiroler Nationalhelden mobil. Denn in Kranewitters Tragödie setzt die Handlung ein, als ein Sieg der Tiroler nicht mehr möglich ist, weil der Kaiser mit Napoleon Frieden geschlossen hat. Der Autor wagte mit seiner Sicht eines Schwachen, eines Zweifelnden, eines Getriebenen eine völlige Neuinterpretation des Wirtes aus dem Passeiertal. Sein Interesse galt der Figur im Scheitern. Erst 1959 sollte das Stück wieder in Innsbruck am Tiroler Landestheater zu sehen sein. Als die Entscheidung bekannt wurde, kam es zu Protesten. In Inhalt und Aussage des Stückes wurde massiv eingegriffen.

Schauspieldirektor Thomas Krauß fächert in seiner Inszenierung des Andre Hofer die Facetten dieser historischen Figur weiter auf durch Ausschnitte aus Marc Pommerenings Schauspiel Gottes Guerilla. In dem 2009 für das Tiroler Dramatikerfestival entstandenen Auftragswerk wirft Pommerening zusätzlich den Blick von außen auf die Geschehnisse um Andreas Hofer und lässt dabei nicht zuletzt dessen Instrumentalisierung deutlich werden.

Andre Hofer:
So leicht fallt mier‘s Sterb‘n, dass mier nit amal die Aug‘n naß wear‘n.

Ort:

Großes Haus

Termine:

Sa, 13.1.2018, 19:30 | Premiere |
Do, 18.1.2018, 19:30 |
Fr, 19.1.2018, 19:30 |
Sa, 20.1.2018, 19:00 |
Do, 1.2.2018, 19:30 |
Fr, 2.2.2018, 11:00 |
Fr, 2.2.2018, 19:30 |
So, 4.2.2018, 19:00 |
So, 11.2.2018, 19:00 |

Die lächerliche Finsternis

Nach einem Hörspieltext von Wolfram Lotz

Premiere: 20. Januar 2018, Kammerspiele in der Messe

Ein somalischer Pirat bittet vor dem Hamburger Landgericht um Verständnis für seinen Überfall auf das Frachtschiff MS Taipan und beklagt den Verlust seines Freundes Tofdau. Szenenwechsel. Hauptfeldwebel Pellner und der Gefreite Dorsch fahren mit einem Patrouillenboot hinein in die Regenwälder Afghanistans. Ihr Auftrag: Liquidierung eines wahnsinnig gewordenen Oberstleutnants. Die Reise führt immer tiefer in eine wirr wuchernde Welt, in der koloniale Geschichte und neokolonialistische Realitäten untrennbar miteinander verbunden sind, hinein in Wildnis und Dunkelheit. Als der ertrunkene Pirat Tofdau unerwartet in die Geschichte zurückkehrt und in der Finsternis um Hilfe fleht, wird er von Hauptfeldwebel Pellner erschossen – denn in dieser Erzählung ist kein Platz mehr für einen Fremden.
Wolfram Lotz, geboren 1981, schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Lyrik sowie Prosa und erhielt bereits mehrere Auszeichnungen. Mit Die lächerliche Finsternis wurde er in der Kritikerumfrage des Jahrbuchs von „Theater heute“ zum Dramatiker 2015 gekürt. Sein Hörspiel, das bereits mehrfach für die Bühne adaptiert wurde, nimmt spielerisch Motive aus Joseph Conrads Roman Das Herz der Finsternis und Coppolas Film Apocalypse Now auf. Ironisch und zugleich unendlich traurig beschreibt Lotz dabei unsere Unfähigkeit, das Fremde wirklich verstehen zu können: Sei es das Grauen eines weit entfernten Kriegs, eine andere Kultur, einen anderen Menschen oder zuletzt sogar sich selbst.

Oliver Pellner:
„Ich lief durch die Finsternis. Es war alles ganz still. Ich hatte das Gefühl, auch in mir sei alles ganz dunkel und ruhig. Es war, als ginge ich nur in mir selbst umher. Die Finsternis machte mir keine Angst, nein, sie war ganz einfach, beinahe lächerlich.“


Regie: Rudolf Frey
Bühne & Kostüme: Aurel Lenfert
Dramaturgie: Axel Gade
Regieassistenz: Verena Schopper

Ort:

Kammerspiele in der Messe

Termine:

Sa, 20.1.2018, 19:30 | Premiere |
Mi, 31.1.2018, 19:30 |
Do, 8.2.2018, 20:00 |
Mi, 14.2.2018, 20:00 |

Erwin 2

Pippi plündert den Weihnachtsbaum - Ein Geschichte von Astrid Lindgren

ERWIN – so heißt doch eigentlich das nörgelnde und dennoch charmante Monster im schicken Streifenpullover? Bekannt, nein, berühmt, könnte man sagen, seit er als Held in einem lustigen Kinderstück ein bequemes Bett (und die dazugehörige Prinzessin) erringen konnte. Warum also nicht die ganze Kindertheater-Reihe nach diesem einzigartigen Monster nennen: ERWIN – Theater für Publikum ab fünf Jahren. Diese Reihe hat einiges zu bieten, die KünstlerInnen des Tiroler Landestheaters, die TänzerInnen, MusikerInnen und SchauspielerInnen, überlegen sich jedes Jahr etwas Neues, etwas Einmaliges. Einmalig ist das wirklich, denn jedes Programm gibt es nur an einem einzigen Sonntag zu sehen. Genaueres aus der ERWIN.Ideenschmiede darf an dieser Stelle noch nicht verraten werden.

Pippi Langstrumpf will heute Abend in der Villa Kunterbunt den Weihnachtsbaum plündern. Alle Kinder der Stadt sind herzlich willkommen. Zieht warme Kleider an! Da lasst sich natürlich kein Kind zweimal bitten! In einem langen Zug strömen alle zur Villa Kunterbunt. Doch bevor der Weihnachtsbaum geplündert werden darf, warten noch so einige Abenteuer und Überraschungen. Von Sahnetorten und Klapperschlangen bis hin zur riesigen Schneerutsche … Bei Pippi weiss man eben nie, was einen erwartet. Nur eines ist sicher: Es ist alles andere als gewöhnlich, überhaupt an Weihnachten! Also: Machen wir uns die Welt, widde widde wie sie uns gefällt!

Ort:

Probebühne 2

Termine:

So, 17.12.2017, 11:00 |
So, 17.12.2017, 15:00 |

Erwin 3

Die Bücher­würmer zu Gast ­bei ERWIN

Die Fortsetzung von Kurt und Heinzis Abenteuer verschlägt die beiden nach Großbritannien. Die zwei schaffen es endlich, aus dem Gefängnis der letzten Folge auszubrechen, und graben ihren Weg in die Freiheit. Durch ein blödes Missgeschick biegen sie jedoch falsch ab und landen in Großbritannien. Dort haben sie nicht nur mit sprachlichen Verständnisproblemen zu kämpfen, sondern müssen auch erkennen, dass die Menschen dort etwas anders leben und denken als wir hier. Das führt zuerst einmal zu einigen Missverständnissen. Zum Glück finden Kurt und Heinzi aber musikalische Unterstützung, die ihnen spielerisch und liebevoll bei Sprach- und Kulturverwirrungen hilfreich zur Seite steht.

Und bis sie am Ende den Weg zurück in die Heimat finden, lernen sie so manch Neues und Interessantes.

Ausstattung: Iris Jäger
Leitung: Michaela Adrigan

Ort:

Probebühne 2

Termine:

So, 21.1.2018, 11:00 |
So, 21.1.2018, 15:00 |

Was wir wollen

Schauspiel von Teresa Dopler

Helene, Sofia und Wolf fahren nach Andalusien. Sie wollen das Haus ihrer Mutter verkaufen, die dort kürzlich verstorben ist. Ein dänisches Paar ist interessiert, doch plötzlich wollen die drei gar nicht mehr weg aus Andalusien. Aus sicheren Verhältnissen kamen sie hierher, nun ist vieles im Umbruch, Neues tut sich auf. Ist es da nicht richtig auszusteigen, und sei es nur auf Zeit? Doch auch das ist nicht so leicht. Wie sagt es ein anderer Aussteiger so treffend: „Wir schlafen gut und so lange wir wollen, wir müssen nicht aufstehen und zu keiner Arbeit gehen, wir arbeiten nur an uns selbst, ununterbrochen und gewissenhaft, wir sind unsere einzige Baustelle.“ Diese Form der Selbstbespiegelung kann sich Juan nicht leisten. Er ist einer der vielen Feldarbeiter vor Ort, und als Sofia ihn kennenlernt, treffen sich zwei Welten: die Einheimischen und die Fremden.

Teresa Dopler, geboren 1990 in Linz, schreibt Theaterstücke sowie Hörspiele und lebt in Wien. Dort studierte sie unter anderem Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst sowie Romanistik. Ihre Texte wurden in Anthologien und Zeitschriften wie „Falter“, „Die Rampe“ oder „Jenny“ veröffentlicht, ihre Werke beispielsweise 2014 beim Festival für Kurztheater „MIMAMUSCH“ und im Theater Drachengasse in Wien aufgeführt. Sie erhielt Literatur-, Dramatiker- und Reisestipendien, eine Talentförderungsprämie des Landes Oberösterreich und wurde für den Osnabrücker Dramatikerpreis 2015 nominiert.

Wolf:
„Will ich Ina, will ich ein Kind, will ich Kaffee, vielleicht will ich etwas ganz anderes.“


Regie: Verena Schopper
Bühne & Kostüme: Veronika Stemberger

Ort:

K2 in der Werkstatt

Termin:

So, 17.12.2017, 20:00 |

La Gioconda

Oper von Amilcare Ponchielli

Das Instrumentalstück Tanz der Stunden hat längst Einzug in die Konzertsäle gehalten. Maria Callas‘ Interpretation machte die Bravourarie Suicidio! einem breiteren Publikum bekannt. Doch das Werk, aus dem diese Musiknummern stammen, führt nach wie vor ein Schattendasein im Opernrepertoire. Auch in Innsbruck war es bisher noch nicht zu erleben: Amilcare Ponchiellis La Gioconda. Dabei zog der Komponist, ein Zeitgenosse Verdis, gekonnt alle Register der Opernkunst und bannte die Zuhörer mit effektvollen Massenszenen, grandiosen Arien und leidenschaftlichen Duetten, zu denen fein instrumentierte Gesänge einen gelungenen Kontrast bilden.
Dazu kommt eine dramatische Handlung, ein Liebes- und Intrigenkarussell, in dem die Titelfigur, die Straßensängerin „La Gioconda“, von widerstreitenden Gefühlen gequält wird. Sie muss erfahren, dass das Herz des von ihr geliebten Enzo schon lange Laura gehört. Ausgerechnet ihrer Rivalin verdankt Giocondas Mutter aber ihr Leben. Letztendlich siegt Giocondas Dankbarkeit über ihre Rachegelüste. Sie verhilft dem Liebespaar zur Flucht und bezahlt dafür mit ihrem Leben.

Für Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme konnte das Duo Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka gewonnen werden. Die Ungarinnen feiern seit einigen Jahren mit ihren spannenden Bühnenkonzepten europaweit Erfolge. Mit ihrer Lesart von La Gioconda, die den privaten Konflikten, entsprechend der Vorlage Victor Hugos, eine zusätzliche politische Dimension verleiht, ist ihnen ein Opernabend gelungen, der einen tiefen Eindruck hinterlässt.

Gioconda:
„So sei es! In dieser furchtbaren Stunde
Was bleibt mir übrig
Als Tod durch eigne Hand?
Dann wird verstummen
Des Herzens Sehnen
Und dann wird enden
Mein Leiden, mein Schmerz.“


Musikalische Leitung: Francesco Rosa
Regie, Bühne & Kostüme: Alexandra Szemerédy, Magdolna Parditka

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Großes Haus

Termine:

So, 17.12.2017, 19:00 |
Do, 21.12.2017, 19:30 |
Do, 28.12.2017, 19:30 |
Fr, 5.1.2018, 19:30 |
Do, 11.1.2018, 19:30 |
So, 21.1.2018, 19:00 |
Sa, 27.1.2018, 19:00 |
Mi, 31.1.2018, 19:30 |
Mi, 7.2.2018, 19:30 |
Fr, 16.2.2018, 19:30 |

Der kleine Prinz

Kinderstück nach Antoine de Saint-Exupéry

Für Kinder ab 6 Jahren und die ganze Familie

Mitten in der Wüste, gleichsam aus dem Nichts, taucht der kleine Prinz auf. Er komme von einem winzigen Planeten, der kaum größer ist als ein Haus, nur ihm, drei kleinen Vulkanen und einer Blume Platz biete, erzählt er. Seine Tage sind erfüllt mit dem Sauberhalten der Vulkane und der Pflege seiner Blume. Warum es ihm diese Blume, eine gewöhnliche Rose, derart angetan hat, das kann der kleine Prinz nicht verstehen. Seine Rose ist zwar etwas Besonderes, nur leider auch eitel und kompliziert. Aber seit er sie verlassen hat, quält ihn regelrecht die Sorge um seine geliebte Blume. Die „großen Leute“, denen er auf seiner Reise begegnet, können ihm da nicht weiterhelfen. Erst ein ungezähmter Fuchs vermag es, den Prinzen zu lehren, was er wissen wollte.

Mit hunderten Übersetzungen und unzähligen Fassungen zählt Saint-Exupérys poetische Parabel vom kleinen Prinzen zu jenen großen Geschichten der Weltliteratur, die Kinder wie Erwachsene gleichermaßen berühren und faszinieren.

Prinz:
„Die grossen Leute vergessen oft das, was wirklich wichtig ist. Oder sie trauen sich nicht hinzusehen. Oft können sie das Wichtige und das Unwichtige nicht auseinanderhalten.“


Regie: Birgit Eckenweber
Bühne & Kostüme: Claudia Weinhart

Ort:

Kammerspiele in der Messe

Termine:

So, 17.12.2017, 11:00 |
Mi, 20.12.2017, 09:00 |
Mi, 20.12.2017, 11:00 |
Do, 21.12.2017, 09:00 |
Do, 21.12.2017, 11:00 |
Fr, 22.12.2017, 09:00 |
Fr, 22.12.2017, 11:00 |
Di, 26.12.2017, 15:00 |
Fr, 29.12.2017, 15:00 |
Fr, 29.12.2017, 17:00 |
So, 7.1.2018, 15:00 |
So, 7.1.2018, 17:00 |

Macbeth

Tanzstück von Enrique Gasa Valga

Libretto von Enrique Gasa Valga und Katajun Peer-Diamond

Macbeth ist getrieben von der Lust nach Macht und Besitz. Und er ist getrieben von seiner Frau, die diese Lüste teilt. Sie sind das gewalttätigste Liebespaar der Weltliteratur. Gemeinsam träumen sie den blutigen Traum vom Königsein. Und dieser Traum kann, einmal gedacht, nicht mehr aus ihren Köpfen verbannt werden. Schnell entwerfen sie den Plan, König Duncan zu töten. Und setzen ihn gemeinsam in die Tat um. Macbeth wird König von Schottland. Doch es bleibt nicht bei dem einen, ersten Mord. Denn Blut fordert Blut. Macbeth muss die Zeugen des Verbrechens töten und die, die ihn verdächtigen. Er muss die Söhne und die Freunde derer töten, die er zuvor hat töten müssen. Schließlich muss er alle töten; denn alle sind gegen ihn. Und so wird das, was einst ihre Liebe krönen sollte, zu ihrem Verhängnis. Lady Macbeth verfällt dem Wahnsinn und Macbeth muss sterben, damit das Morden endlich ein Ende hat.

Shakespeares 1606 uraufgeführte, finstere Tragödie dient Enrique Gasa Valga als Vorlage für sein neues Tanzstück. Er ist fasziniert von Shakespeares Kunst, die wunderbarsten und schrecklichsten Eigenschaften von Menschen gleichzeitig aufzuzeigen: Macbeths Liebe zu seiner Frau und die fürchterliche Gewalt, die daraus resultiert. Deshalb stürzt er sich in den Macbeth‘schen Alptraum und damit in ein Nachtstück, das geprägt ist von magischen und übersinnlichen Kräften, von Hexen und Halluzinationen – und der überirdischen Gier nach Macht.

Macbeth:
Ich habe diese Sonne langsam satt,
ich will, dass diese Welt ihr Ende hat.


Choreografie & Regie: Enrique Gasa Valga
Bühne: Helfried Lauckner
Kostüme: Eva Praxmarer

Ort:

Großes Haus

Termine:

Mi, 10.1.2018, 19:30 |
Mi, 17.1.2018, 19:30 |
Fr, 26.1.2018, 19:30 |

Der Vetter aus Dingsda

Operette in drei Akten von Eduard Künneke

Fragen über Fragen wirft Eduard Künneke in seiner 1921 in Berlin uraufgeführten Operette Der Vetter aus Dingsda auf. Wird die reiche Alleinerbin Julia de Weert an Roderich, der ihr quasi im Sandkasten den Kopf verdreht hat, als ihrem Zukünftigen festhalten? Oder wählt sie doch den fremden Vetter? Und vor allem: Wo liegt Dingsda? Julias Vormunde, Onkel Josse und Tante Wimpel, haben klare Vorstellungen von deren Zukunft: Sie haben ihren Neffen August Kuhbrot als Bräutigam für Julia ausgesucht, damit das Geld in der Familie bleibt. Als nun aber zwei mysteriöse Fremde auftauchen, wird das Leben auf Gut de Weert gehörig durcheinandergewirbelt …

Eduard Künneke (1885–1953) stammte, wie die meisten der Berliner Operettenkönige, nicht aus der Metropole. Er wurde am Niederrhein, unweit der holländischen Grenze, geboren. Vielleicht spielt daher seine berühmteste Operette, Der Vetter aus Dingsda, in den Niederlanden. Diese Komödie der Irrungen, der Verwechslungen und Doppelgänger bescherte ihm einen Welterfolg. Situationskomik trifft hier auf großes Gefühl, kleinbürgerliche Enge auf exotische Wunschwelten – populäre Tanzformen der 20er-Jahre wechseln sich ab mit bewegenden Melodien. Künneke erweist sich als origineller Rhythmiker und Melodiker, der seinen Gedanken stets eine sehr präzise, schlagkräftige Form zu geben weiß. Lieder wie Strahlender Mond oder Ich bin nur ein armer Wandergesell sind längst Klassiker des Repertoires, die Rollen ein gefundenes Fressen für ein operettenerfahrenes Ensemble.

Hannchen:
„Onkel und Tante, ja, das sind Verwandte, die man am liebsten nur von hinten sieht.“


Musikalische Leitung: Hansjörg Sofka
Regie: Thomas Gassner
Bühne & Kostüme: Michael D. Zimmermann
Choreographie: Randy Diamond

Ort:

Kammerspiele in der Messe

Termine:

So, 17.12.2017, 19:30 |
Do, 28.12.2017, 20:00 |
So, 31.12.2017, 19:30 |
Mi, 3.1.2018, 20:00 |
Mi, 10.1.2018, 20:00 |
Sa, 13.1.2018, 19:30 |
Fr, 16.2.2018, 20:00 |

Hoffmanns Erzählungen / Les Contes d‘Hoffmann

Fantastische Oper von Jacques Offenbach

Text von Jules Barbier nach dem gleichnamigen Drama von Jules Barbier und Michel Carré

In seinen faszinierenden Erzählungen verknüpfte E.T.A. Hoffmann, der große Dichter der Romantik, auf kongeniale Weise die Wirklichkeit mit fantastischen Elementen. Ein raffinierter Schachzug des Komponisten Jacques Offenbach war es daher, drei von dem Autorenduo Barbier/Carré ausgewählte Geschichten zur Basis einer Opernhandlung zu machen. Dabei wird der Schriftsteller selbst zur Hauptfigur: Hoffmann schwärmt von der Sängerin Stella, in der er drei Seelen vereint sieht. Jede erinnert ihn an eine verflossene Liebschaft. Als er zu erzählen beginnt, taucht man in seine Vergangenheit ein. Man erfährt von der perfekten Olympia, die als Puppe enttarnt wird, von der jungen Sängerin Antonia, die ihr Leben der Sangeskunst opfert, und von der Kurtisane Giulietta, die Hoffmann das Spiegelbild entwendet.

Die Erzählungen Der Sandmann, Rat Krespel und Die Abenteuer der Silvesternacht standen Pate für diese unterschiedlichen Episoden. Offenbach setzte in einer bewundernswerten Stilvielfalt Humoristisches und Groteskes ebenso treffend um wie unheimliche Stimmungen oder eine romantische Atmosphäre, zum Beispiel in der beliebten Barkarole.

Vier Monate vor der erfolgreichen Uraufführung von Hoffmanns Erzählungen im Februar 1881 an der Pariser Opéra-Comique starb der Komponist und hinterließ das Werk unvollendet. Am TLT wird sich der Regisseur und Bühnenbildner Thaddeus Strassberger, der bereits die beeindruckenden Inszenierungen von Pique Dame und Un ballo maschera schuf, auf seine ganz eigene Art dem Stoff nähern.

Hoffmann:
Drei Frauen im nämlichen Weibe,
drei Seelen in einer einzigen Seele!
Künstlerin, Puppe und Kurtisane!
Drei Frauen sind’s von Reiz und Anmut,
die mich mit Liebeslust erfüllten!
Soll ich die Geschichte der drei euch erzählen?


Musikalische Leitung: Seokwon Hong
Regie & Bühne: Thaddeus Strassberger
Kostüme: Michael D. Zimmermann

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Ort:

Großes Haus

Termine:

Mi, 20.12.2017, 19:30 |
Di, 26.12.2017, 19:00 |

Geächtet

Schauspiel von Ayad Akhtar

Amir Kapoor ist ein Paradebeispiel für gelungene Integration. Der Sohn muslimisch-pakistanischer Einwanderer arbeitet als erfolgreicher Anwalt in einer renommierten jüdischen Kanzlei in New York. Er hat eine weiße Amerikanerin geheiratet – Emily, die als Künstlerin gerade die islamische Kultur für sich entdeckt – und wohnt in einem traumhaften Loft in der Upper East Side von Manhattan. Als sein Neffe ihn bittet, einem Imam in einem Gerichtsverfahren beizustehen, hilft er nur widerwillig. Bei einem Abendessen mit seiner afroamerikanischen Kollegin Jory und deren jüdischem Ehemann Isaac – einem erfolgreichen Kurator, der sich auch für Emilys Kunst interessiert – eskaliert eine Diskussion um religiöse Traditionen. Plötzlich wird klar, dass nicht klar ist, wer zu welcher Welt gehört. Am Ende hat Amir alles verloren.

Ayad Akhtar, geboren 1970 in New York, wuchs in Wisconsin auf und studierte Theater an der Brown University. Er schreibt für Theater, Film und Fernsehen, sein erster Roman erschien 2012. Geächtet gewann 2013 den Pulitzer-Preis. 2016 wurde es von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum „Ausländischen Stück des Jahres“ gewählt. Akhtar benutzt darin unsere Gewohnheiten und Gewissheiten, um uns aufs Glatteis zu führen. Ein brillantes Stück mit unterhaltsamen, scharfen und höchst komischen Dialogen, das dennoch fundamentale, verdeckte Probleme der westlichen Gesellschaft analysiert.

Isaac:
Hast du am 11. September Stolz empfunden?


Regie: Stefan Maurer
Bühne & Kostüme: Luis Graninger

Ort:

Kammerspiele

Termine:

Fr, 5.1.2018, 20:00 |
Do, 11.1.2018, 20:00 |
Fr, 12.1.2018, 20:00 |

Edith Piaf. Der Spatz von Paris

Tanzstück von Marie Stockhausen

Libretto von Marie Stockhausen & Katajun Peer-Diamond

„Non, je ne regrette rien!“ – das konnte niemand seinem Publikum so ehrlich entgegenschleudern, wie Edith Piaf. Obwohl es in ihrem kunterbunten, viel zu kurzen Leben tatsächlich eine Menge zu bereuen gegeben hätte. Mythos und Wahrheit sind dabei schwer voneinander zu trennen. Sicher ist, dass diese kleine Person von nur 1,47 m Körpergröße unter ärmlichsten, wenig vielversprechenden Bedingungen 1915 zur Welt kam. Singen war ihr Leben. Ihr Gesang – melancholisch, verzweifelt und trotzig – füllte Konzerthallen und rührte Tausende zu Tränen mit den Liedern, die aus ihrer Vergangenheit und ihrem tiefsten Inneren kamen. Ihre Chansons waren nicht mehr und nicht weniger als die bestürzende Tonspur ihres Lebens. Alkohol und das nach einem Unfall zur Schmerzlinderung verabreichte Morphium wurden ihr zum Verhängnis. Krankenhausaufenthalte und Entziehungskuren wechselten sich ab mit triumphalen Auftritten. Die große Liebe war ihr nur für kurze Zeit vergönnt. Sie hatte unzählige Liebhaber und viele intensive Beziehungen – eine unendliche Sehnsucht, die nie gestillt werden konnte. Es war ihr Schrei nach Liebe: ihr Gesang, der die Menschen direkt ins Herz traf.

Marie Stockhausen widmet der französischen Ausnahmekünstlerin, die im Dezember 2015 hundert Jahre alt geworden wäre, ihren nächsten Tanzabend und möchte Sie entführen in die Welt der Leidenschaften und tiefsten Abgründe der Seele dieser besonderen Frau – Edith Piaf.

EDITH PIAF:
WENN ICH AUCH DIE MÄNNER SEHR GELIEBT HABE, BLIEBEN SIE DOCH IMMER „DIE ANDEREN“. DAGEGEN MEINE CHANSONS, DAS BIN ICH, DAS IST MEIN FLEISCH, MEIN BLUT, MEIN KOPF, MEIN HERZ, MEINE SEELE.

Choreographie & Inszenierung: Marie Stockhausen
Bühne & Kostüme: Andrea Kuprian

Ort:

Kammerspiele in der Messe

Termine:

So, 14.1.2018, 19:30 |
Fr, 19.1.2018, 20:00 |
Fr, 2.2.2018, 20:00 |
Sa, 3.2.2018, 19:30 |
So, 4.3.2018, 19:30 |

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