Tiroler Landestheater
Spielzeit 2011/12
Falstaff
Commedia lirica von Giuseppe Verdi
Premiere: 05. Februar 2012, Großes Haus
Commedia lirica von Giuseppe Verdi
Libretto von Arrigo Boito nach William Shakespeare
„Es gibt nur einen Weg, um noch besser als mit Otello zu endigen: der glorreiche Abschluss mit Falstaff. Nachdem wir Schreie und Klagen im menschlichen Herzen geweckt haben, nun mit berstendem Gelächter schließen! Das wird alle umwerfen!“, schrieb Arrigo Boito nach dem sensationellen Erfolg von Otello an Verdi. Damit spornte er den Komponisten zu seiner letzten Oper an, in der er alles Bisherige übertrumpft. Boito schuf auf der Grundlage von Shakespeares Komödie The Merry Wives of Windsor und aus Teilen von Henry IV das Libretto zu Verdis brillantem Meisterwerk.
Dem selbstgefälligen, trinkfreudigen, schürzenjagenden und sich ewig in Geldnöten befindenden Sir John Falstaff soll ein Denkzettel verpasst werden. Hat er doch nicht nur an Alice Ford einen Liebesbrief, sondern auch einen zweiten – noch dazu gleichlautenden – an deren Freundin Meg geschrieben. Die Frauen sind empört über Falstaffs Dreistigkeit, zumal sie seine wahre Absicht, sich finanziell zu sanieren, durchschauen. Sie wollen zum Schein auf Falstaffs Avancen eingehen. Alice spekuliert zudem darauf, ihren eifersüchtigen Ehemann hereinzulegen. Dieser allerdings hat von Falstaffs Briefen erfahren und versucht selbst – unter falschem Namen – dem dreisten Konkurrenten eine Falle zu stellen. Die turbulenten Verwicklungen, die sich daraus ergeben, werden von Verdis geistreicher Musik kongenial weitergesponnen. Das Ganze endet in einer gigantischen Schlussfuge, an deren Ende die Erkenntnis steht: „Tutto nel mondo è burla“ - „Alles ist Spaß auf Erden.“
Musikalische Leitung: Christoph Poppen
Regie: Brigitte Fassbaender
Bühne: Helfried Lauckner
Kostüme: Michael D. Zimmermann
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Ort:
Großes Haus
Termine:
So, 5.2.2012, 19:00 | Premiere |



So, 12.2.2012, 19:00 |



So, 19.2.2012, 19:00 |



Sa, 25.2.2012, 19:00 |



Mi, 29.2.2012, 19:00 |


Zauber der Musik VII - Das Finale
Shakespeare Musicals
Konzertante Aufführung
Premiere: 11. Februar 2012, Großes Haus
Begonnen hat alles mit der Operngala TLT on Tour 2002, als während des Umbaus der normale Spielbetrieb im Großen Haus erst im Dezember aufgenommen werden konnte. So reisten die Sängerinnen und Sänger des TLT durch ganz Tirol zu ihrem Publikum und gaben einen musikalischen Vorgeschmack auf die zu erwartenden Produktionen. Moderiert wurde der Abend von der Intendantin persönlich, die damit eine erfolgreiche und sehr beliebte Tradition begründete. In den folgenden Jahren wurde die neue Reihe, ein Geschenk des TLT an seine AbonnentInnen, mit abwechslungsreichen Programmen fortgesetzt. Im Zauber der Musik II waren die Highlights der Saison 2003.04 von Beethoven bis Verdi zu hören, 2005.06 war der Zauber dem Geburtstagskind W. A. Mozart gewidmet. Es folgten 2006.07 die „Großen Chöre und großen Duette“ der Opernliteratur, 2008.09 wurde Wagners Das Rheingold in einer halbszenischen Version geboten und 2009.10 regierte Shakespeare in einer Musical-Gala das Programm.
Zum Abschluss der Reihe präsentieren wir das große Finale: Highlights aus Oper, Operette und Musical, gesungen von Mitgliedern des Ensembles und gerngesehenen Gästen, moderiert von Intendantin Ks. Brigitte Fassbaender. Mit den berühmtesten und schönsten Melodien aus den beliebtesten Produktionen der vergangenen Spielzeiten wollen wir uns von unserem Publikum verabschieden.
Musikalische Leitung: Alexander Rumpf
Szenische Betreuung: Brigitte Fassbaender
Bühne und Kostüme: Michael D. Zimmermann
Ort:
Großes Haus
Termine:
Sa, 11.2.2012, 19:00 | Premiere |



Do, 16.2.2012, 19:30 |



Sa, 18.2.2012, 19:00 |


Sweet Dreams
Tanzstück von Enrique Gasa Valga
Premiere: 24. Februar 2012, Großes Haus
Libretto von Enrique Gasa Valga und Katajun Peer-Diamond
Ein mehrstöckiges Mietshaus in einer Stadt. Seine Bewohner leben so vor sich hin; Menschen mit ihren Schicksalen und Wünschen, Individuen mit unterschiedlichen Charakteren, manche aus fremden Kulturen, aus allen Himmelsrichtungen in diese Wohnzellen zusammengeweht.
Kleine Momentaufnahmen sind es, Short Cuts, die Enrique Gasa Valga, musikalisch beflügelt von einer Live-Band, in seinem neuen Tanzstück Sweet Dreams erzählt. Geschichten aus dem Alltag über die Freuden und Nöte, Illusionen und Hoffnungen der Hausbewohner. Es sind die Träume, welche die Nachbarn verbinden und die Schicksalsfäden ineinander verweben. Oder ist es der Zufall, der die Schicksale verknüpft? Jedenfalls kommt man sich in die Quere und mitunter auch näher. Und manchmal birgt das Leben auch ungeahnte Überraschungen…
Choreographie: Enrique Gasa Valga
Bühne: Helfried Lauckner
Kostüme: Eva Praxmarer
Ort:
Großes Haus
Termin:
Fr, 24.2.2012, 19:30 | Premiere |


Platonow
"Stück ohne Titel" von Anton Tschechow
Im Schreibtisch Anton Tschechows fand sich nach seinem Tod ein Bündel Manuskripte in einer Mappe, auf der geschrieben stand: „Ohne Titel“. 1923 wurde es im Nachlass unter dem Titel Platonow veröffentlicht und entpuppte sich als die erste meisterliche Komödie des großen russischen Dramatikers.
Ein Reigen tragikomischer Figuren dreht sich um einen tragikomischen Dorf-Don-Juan wider Willen. Der melancholisch zynische Dorfschullehrer Platonow, verheiratet mit der fügsamen Sascha, nimmt die Liebe der Frauen an, ohne sie zu erwidern, weil er zu schwach ist, ihnen zu widerstehen. So verlieben sich in ihn die Gutsbesitzerin Anna Petrowna ebenso wie Sofja, die Frau ihres Stiefsohns, und auch eine seiner Kolleginnen. Die Hitze des Sommers auf dem Landgut weicht den Menschen die Hirne auf, Tristesse lastet auf den verschwitzten Leibern. Und dann kommt er, Platonow, der vergammelte Dorfschullehrer, die verkrachte Existenz, philosophiert über den Zustand der Welt, stichelt, demütigt und verführt dennoch. Liebe wird zum Zeitvertreib, im Alkohol sucht er Vergessen und Trost. Und sie verehren ihn trotz allem, weil er sie das Fühlen lehrt: lieber das Leid spüren als belanglos bleiben.
Tragödie, Komödie und Satire zugleich; Platonow ist das böse Porträt einer lethargischen, maroden Welt, ausgestattet mit einem komischen Funken Melancholie.
Regie: Mona Kraushaar
Bühne: Katrin Kersten
Kostüme: Nini von Selzam
Ort:
Großes Haus
Termine:
Sa, 4.2.2012, 19:00 |



Mi, 8.2.2012, 19:30 |



Fr, 17.2.2012, 19:30 |



Mi, 22.2.2012, 19:30 |



Do, 23.2.2012, 19:30 |


Liebe und Magie in Mammas Küche
Schauspiel von Lina Wertmüller
Italien in den Zeiten des Faschismus: Leonarda Cianciulli hat ein schweres Schicksal hinter sich. Alle ihre zwölf Kinder starben als Säuglinge. Eines nach dem anderen. Das dreizehnte, ein Sohn, hat überlebt. Nun droht der Zweite Weltkrieg und damit der sichere Tod für den jungen, inzwischen zwanzigjährigen Mann. Doch Leonarda ist keine, die sich dem Schicksal ergibt. Sie setzt ihren Willen durch. Und wenn Gott, Jesus und die heilige Madonna zusammen nicht helfen können, dann ruft sie eben die schwarzen Mächte um Unterstützung an. So hat sie es bereits geschafft, den Fluch der Mutter zu bannen, der all ihre Kinder noch während der Zeugung vergiftet hat und so gelingt es ihr auch, den Sohn gut durch den Krieg zu bringen. Das ein oder andere Opfer muss dabei schon gebracht werden. Doch herzlos ist sie nicht, nein, das kann man ihr nicht nachsagen. Sie kocht nur diejenigen ihrer Freundinnen zu Seife, denen es danach besser geht…
Lina Wertmüller, die große alte Dame des italienischen Films, hat ein makabres, auf wirklichen Begebenheiten basierendes Stück geschrieben, das voller skurriler Frauengestalten (ganze zehn an der Zahl!), Lebenslust, Liebe und Magie steckt. Männer treten übrigens keine darin auf – sie wären auch fehl am Platz.
Regie: Klaus Rohrmoser
Bühne: Alois Gallé
Kostüme: Christine Brandi
Ort:
Kammerspiele
Termine:
Sa, 4.2.2012, 19:30 |



Fr, 10.2.2012, 20:00 |



Sa, 11.2.2012, 19:30 |



Mi, 15.2.2012, 20:00 |



So, 19.2.2012, 19:30 |



Fr, 24.2.2012, 20:00 |



So, 26.2.2012, 19:30 |


Die Lustige Witwe
Operette von Franz Lehár
Libretto von Viktor Leon und Leo Stein
In Paris genießt man das Leben und amüsiert sich, während der kleine Staat Pontevedro von Geldnöten geplagt wird. Für Baron Zeta scheint die Lösung für die finanzielle Misere auf der Hand zu liegen: Hanna Glawari, seit kurzem Witwe, jung, gutaussehend, charmant und noch dazu steinreich, soll an den Mann gebracht werden. Dabei übersieht er völlig, dass seine eigene Frau vor seinen Augen heftig mit dem jungen Rossillon flirtet. Französische Mitgiftjäger, die der Millionenwitwe zu Füßen liegen, gibt es in Paris genug, doch muss sie, um dem Staat das Geld zu retten, einen Landsmann heiraten. Da kommt der Lebemann Danilo gerade recht. Der arbeitsscheue Gesandtschaftssekretär, der früher Hannas Geliebter war, verbringt seine Zeit lieber in Pariser Nachtclubs bei den Grisetten als hinter seinem Schreibtisch. Aus adligen Familienrücksichten durfte er sie damals nicht heiraten, doch es zeigt sich, dass er noch immer Gefühle für Hanna hat. Die jedoch will nicht nur wegen ihres Geldes geliebt werden. Bis zum Bekenntnis „Lippen schweigen, ’s flüstern Geigen, hab’ dich lieb“ ist es ein Weg voller Umwege und Missverständnisse. Die Zeit der großen Operetten von Strauß und Suppé schien bereits vorbei, als der fünfunddreißigjährige Franz Lehár mit der Lustigen Witwe den Nerv der damaligen Zeit traf. Die Uraufführung 1905 brachte dem Komponisten Weltruhm und den Ruf ein, Begründer der Ära der „silbernen Operette“ zu sein. Das Libretto von Victor Léon und Leo Stein, ursprünglich für Heuberger bestimmt, legte den Grundstein für Lehárs erfolgreichste Operette. Die Musik, die er dazu komponierte, changiert in vielen Farben und fängt die Atmosphäre der einzelnen Szenen treffend ein. Die unerschöpflichen Melodien, darunter das „Vilja-Lied“, der „Weibermarsch“ und die Arie „Ich bin eine anständ’ge Frau“ gehören zu den bekanntesten Nummern der Operettenliteratur und machten Die Lustige Witwe zu einer der weltweit am meisten gespielten Operetten.
Musikalische Leitung: Florian Erdl
Regie: Thomas Enzinger
Bühne und Kostüme: Toto
Ort:
Großes Haus
Termine:
Do, 9.2.2012, 19:30 |



So, 4.3.2012, 19:00 |



Fr, 9.3.2012, 19:30 |



Sa, 31.3.2012, 18:00 |


Das Dschungelbuch
Kindermusical von Christian Berg nach Motiven von Rudyard Kipling
mit Musik von Konstantin Wecker ab 6
Im Dschungel ist der Tiger los! Shirkan ist auf der Jagd und versetzt alle Tiere in Angst und Schrecken. Vor allem das Wolfsrudel hat Grund zur Sorge. Ihr kleiner Schützling Mowgli, ein Menschenjunges, das sie einst elternlos im Dschungel gefunden hatten, bedeutet eine unberechenbare Gefahr für alle Wölfe. Denn genau auf dieses Menschenjunge hat es Shirkan der Tiger abgesehen. Mowgli darf nicht länger bei den Wölfen bleiben, er muss weg. Zum Glück weiß der Panther Baghira einen Ausweg. Er wandert gemeinsam mit Mowgli durch den Urwald, um ihn an den einzigen für ihn sicheren Ort zu bringen: die Menschensiedlung. Doch bis dorthin ist es ein weiter Weg und viele Abenteuer warten auf die beiden. Mowgli schließt Freundschaft mit Balou dem Bären, entkommt mit Hilfe der Schlange Kaa nur haarscharf der Affenbande und will überhaupt nicht zu den Menschen, denn er fühlt sich wohl bei den Tieren des Dschungels…
Die Geschichte ist hinlänglich bekannt. Nicht so bekannt jedoch sind Konstantin Weckers hinreißende Songs, die er für dieses Kindermusical geschrieben hat und die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. So gilt es Rudyard Kiplings Motive aus den Dschungelbüchern von 1894 und 1895 in zeitgemäßer Form wieder neu zu entdecken. Und eines ist in dieser Musical-Version auf jeden Fall sicher: Der Dschungel rockt!
Regie: Verena Schopper
Musikalische Leitung: Hansjörg Maringer
Bühne: Luis Graninger
Kostüme: Salha Fraidl und Julia Scheeler
Choreographie: Ellen Piendl
Ort:
Kammerspiele
Termine:
Sa, 4.2.2012, 11:00 |



Di, 7.2.2012, 09:00 |



Di, 7.2.2012, 11:00 |


Tango | Letters of Others | Bolero
Tango (UA)
Tanzstück von Enrique Gasa Valga
Vanessa Laws & Leoannis Pupo-Guillen,
Clara Sorzano Hérnandez & Carlos Contreras Ramirez, Natalia Fioroni & Paolo Giglio
Choreographie & Inszenierung: Enrique Gasa Valga
Bühne & Kostüme: Veronika Stemberger
Choreographische Assistenz: Martine Reyn
Letters of Others (ÖEA)
Tanzstück von Bridget Breiner
Alexey Dmitrenko, Michal Douša, Andrii Lytvynenko, Luke Prunty, Leoannis Pupo-Guillen, David Rodriguez Cañabate
Ersatz: Carlos Contreras Ramirez, Paolo Giglio
Choreographie & Inszenierung: Bridget Breiner
Bühne & Kostüme: Jürgen Kirner
Choreographische Assistenz & Regie: Martine Reyn / Damiano Pettenella
Bolero (WA)
Tanzstück von Stephan Thoss
Chiung-yao Chiu, Laia Garcia Fernàndez, Marta Jaén García,
Annick Schadeck, Clara Sorzano Hérnandez, Marie Stockhausen
Ersatz: Vanessa Laws, Chiung-yao Chiu und Natalia Fioroni
Choreographie, Inszenierung, Bühne & Kostüme: Stephan Thoss
Choreographische Einstudierung: Mia Johansson
Assistenz: Marie Stockhausen
This American Life heißt die amerikanische Kultradiosendung von Chicago Public Radio, in der die Texte zu Bridget Breiners Tanzstück erstmals zu hören waren. Eine Sendung, die bekannt ist für ihre außergewöhnlichen Themen, Beiträge und Geschichten. Letters of Others sind Ausschnitte eines Radiotages, an dem Menschen aus Chicago der Aufforderung nachgekommen sind, Briefe in einem kleinen Nachtclub live vorzulesen: Briefe, die sie selbst geschrieben haben, oder Briefe, die sie bekommen haben oder Briefe, die aus Versehen in ihren Händen gelandet sind, die gefunden, ersehnt oder gehasst wurden. Briefe, die Brigitte Fassbaender ins Deutsche überträgt und die von Mitgliedern des Schauspielensembles gelesen werden. Zusammen mit der Musik von Françaix und Purcell bilden sie die Inspiration und Grundlage für die Österreichische Erstaufführung von Bridget Breiners Choreographie, die die ehemalige erste Solistin des Stuttgarter Balletts und der Semperoper Dresden ausschließlich für Männer geschaffen hat – voller berührender, kurioser, erschütternder und auch komischer Momente des Lebens.Sozusagen als Zugabe gibt es zu Beginn einen kleinen Aperitif, gemixt von Enrique Gasa Valga: Tango, leidenschaftliche Musik und Tanzpaare, die sich auch im wirklichen Leben lieben – und last but not least auf Grund des großen Erfolges in der letzten Spielzeit: Bolero! Die hinreißend Ravel-bewegten Damen der Company zum Wiedersehen in Stephan Thoss‘ wunderbarem Tanzstück, das beweist, dass Leidenschaft kein Privileg der Jugend ist.
Ort:
Kammerspiele
Termine:
So, 5.2.2012, 19:30 |



So, 12.2.2012, 19:30 |



Sa, 18.2.2012, 19:30 |


Adieu Bahnhof! oder Es fährt ein Zug nach Irgendwo
Revue von Doris Happl
Was passiert, wenn acht Menschen am Bahnhof auf den Zug warten? – Natürlich, sie singen: Vom Leben, der Liebe, der Lust, von Abschied und Neubeginn. Wie sprach schon der große Gilbert Bécaud: „So viele Züge gehen, wer weiß wohin. Und mancher sitzt sein Leben lang im falschen drin…“
Regie: Doris Happl
Muikalische Leitung: Harald Pröckl
Bühne & Kostüme: Eva Praxmarer
Ort:
Kammerspiele
Termine:
Do, 9.2.2012, 20:00 |



Sa, 25.2.2012, 19:30 |


Prinz Hamlet der Osterhase oder Sellawie
Eine Gesellschaftskomödie von Fritz Herzmanovsky-Orlando
Schon der Blick auf die Namen der Besetzungsliste verspricht ein besonderes Vergnügen, denn ein grotesk-phantastisch-urösterreichisches Panoptikum hat der im Wien des Jahres 1877 geborene Fritz von Herzmanovsky-Orlando in seiner „Gesellschaftskomödie“ versammelt: Da sind Thekla Wallenstein, genannt „Baby“, standesbewusste Tochter aus dem Hochadel und der arme „hohlröhrende Mime“ Rudi Lallmayer, der sich zum Schluss als weggelegtes Fürstenkind erweist; oder der polnische Pseudo-Graf Judasz Tadeusz Jaroszinsky, der noch rechtzeitig als Falschspieler entlarvt wird; oder die reiche Witwe Wetti Zwöschbenflöck, die aus nicht ganz altruistischen Gründen zur Rettung des armen Schauspielers bereit wäre. Um Herzmanovsky-Orlando ranken sich zahlreiche Anekdoten, und er selbst machte sich zum Mythos. Bei genauerer Betrachtung nimmt sich sein Lebenslauf doch recht bescheiden aus. Zuerst Architekt, gab er wegen chronischer Nierentuberkulose seinen Beruf auf und verlegte mit seiner Ehefrau 1917 seinen Wohnsitz in das sonnigere Meran. Das väterliche Vermögen ermöglichte ihm neben zahlreichen Reisen, fortan als Schriftsteller und graphischer Künstler tätig zu sein. Zu Lebzeiten kaum publiziert, wurde Herzmanovsky-Orlando erst posthum durch die von Friedrich Torberg herausgegebene Gesamtausgabe bekannt. Sein Nachlass liegt im Innsbrucker Forschungsinstitut Brenner-Archiv.„Betrachtet den Unsinn, damit ihr auch den Sinn erkennen könnt“, lautet Herzmanovskys Gebrauchsanweisung. So finden sich neben einer liebevoll karikierten postmonarchistischen Gesellschaft auch Elemente des absurden Theaters und köstliche Seitenhiebe auf die Künstlerschaft, etwa im „Österlichen Zwischenspiel“ um Prinz Hamlet. Und kurzerhand findet auch „Sein oder Nichtsein“ seine Entsprechung im unschwer als böhmakelnde Transkription von „C’est la vie“ erkennbaren Schlusswort:GRAF ÜLLÖ: SELLAWIE!
Regie: Michael Worsch
Bühne: Andreas Lungenschmid
Kostüme: Andrea Bernd
Musik: Florian Bramböck
Ort:
Kammerspiele
Termin:
Do, 16.2.2012, 20:00 |


Idomeneo
Dramma per musica von Wolfgang Amadé Mozart
Libretto von Giambattista Varesco
Idomeneo, König von Kreta, kehrt aus dem Trojanischen Krieg zurück. Sein Schiff gerät in Seenot, doch er überlebt und verspricht dem Meeresgott Neptun zum Dank, ihm den ersten Menschen, der ihm begegnet, zu opfern. Unglücklicherweise ist es sein Sohn Idamante. Um die Einhaltung des Versprechens zu umgehen, schickt er Idamante auf eine Insel. Doch weil ein Ungeheuer im Hafen auftaucht, kann das Schiff nicht auslaufen. Idamante tötet zwar das Ungeheuer, dennoch fordert Neptun das Opfer ein...
Eigentlich hatte der fünfundzwanzigjährige Mozart auf eine feste Anstellung am Münchner Hof des Kurfürsten Karl Theodor gehofft, doch stattdessen bekam er den Kompositionsauftrag für die Karnevalsoper 1781. In München, wo ihm mit der aus Mannheim mitgebrachten Hofkapelle das beste Orchester zur Verfügung stand, wurde ein eigener musikalischer Stil gepflegt, der Mozarts Ambitionen, die musikdramatische Form weiterzuentwickeln, sehr entgegenkam. Die Mischung aus französischer Tragédie lyrique und italienischer Opera seria, die er für Idomeneo übernahm, ermöglichte große Arien im italienischen Stil, die durch rezitativische und ariose Passagen, wie sie in der französischen Oper vorherrschten, verbunden wurden, sowie das obligate „lieto fine“. Das italienische Libretto verfasste der Salzburger Hofkaplan Giambattista Varesco nach einer französischen Vorlage. Nach der Uraufführung erlebte die Oper lediglich eine weitere (konzertante) Aufführung 1786 in Wien, bevor sie in zumeist starken Bearbeitungen gespielt wurde. Erst seit Erscheinen der Neuen Mozart Ausgabe 1972 gehört die Oper in ihrer ursprünglichen Form als früheste der sieben wichtigen Mozart-Opern zum Repertoire.
Musikalische Leitung: Christoph Altstaedt
Regie, Bühne und Kostüme: Peer Boysen
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Ort:
Großes Haus
Termin:
Fr, 10.2.2012, 19:00 |


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