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Tiroler Landestheater

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Tiroler Landestheater
Tiroler Landestheater und Orchester GmbH Innsbruck
Rennweg 2
A-6020 Innsbruck

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Fax: +43.512.52074.333
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Theater

Der Trafikant

Schauspiel nach dem Roman von Robert Seethaler

Premiere: 09. März 2019

Österreich 1937.38: Der junge Franz Huchel kommt aus der Provinz nach Wien. Seine Mutter schickt ihn zum Trafikanten Otto Trsnjek in die Lehre. Der alte Grantler soll ihm beibringen, Zeitungen zu lesen, Zigarren zu verkaufen und die Welt zu verstehen. Doch Letzteres ist schier unmöglich in diesen Zeiten, die man laut Trsnjek nur faulig nennen kann, verdorben und verkommen! Wo soll das noch enden? Zum Glück trifft Franz jemanden, dem er alle seine Fragen stellen kann: Professor Sigmund Freud, ein alter Kunde der Trafik, mit dem ihn langsam eine zwar seltsame, aber richtige Freundschaft verbindet. Und auch wenn Sigmund Freud keine Antworten weiß, tut es Franz doch gut, mit ihm zu reden. Über Gott und die Welt und vor allem: die Liebe. Denn wer versteht die schon?
Ein Mädchen gefunden hat Franz schnell: Anezka. Doch leider ist das Hochgefühl nur von sehr kurzer Dauer. Immerzu ist die junge Frau, die sich als Varietétänzerin mit einem Faible für Gulasch und Franzens „scheenes Popscherl“ entpuppt, verschwunden …

Der Wiener Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler Robert Seethaler ist der erste Österreicher, der es mit seinem Roman Ein ganzes Leben auf die Shortlist des „Man Booker International Prize“ geschafft hat. In seinem Bestseller Der Trafikant erzählt er mit Witz und poetischer Leichtigkeit von sympathisch-naiven Figuren in einer immer brutaler werdenden Zeit: dem „Wiener Totentanz des Jahres 1938“ (FAZ).

Regie: Birgit Eckenweber
Bühne & Kostüme: Ursula Beutler
Dramaturgie: Romana Lautner
Theater

Die unglaubliche Tragödie von Richard III.

Eine Komödie von Michael Niavarani . Frei nach William Shakespeare

Premiere: 16. März 2019

Mit Richard III. hat Shakespeare einen der größten Schurken der Theatergeschichte erfunden. Über insgesamt vier Stücke (die drei Teile von König Heinrich VI. sowie König Richard III.) spinnt Richard bei Shakespeare seine Intrigen und schreckt dabei vor keiner Grausamkeit zurück, um König von England zu werden. Als Gegenpol dazu hat Shakespeare in vielen seiner Tragödien und Historiendramen Figuren in die Handlung eingeflochten, die für komische Momente sorgen: Bei Hamlet sind es die Totengräber, bei Macbeth der Pförtner – und bei Richard III. die beiden Mörder, die Richard damit beauftragt, seinen Bruder Clarence zu töten.

Michael Niavarani, Schauspieler und Erzkomödiant, hat in seiner Neudichtung des Richard-Stoffes beide Teile, die tragisch-ernsten wie die komischen, auf gleiche Höhe gebracht, indem aus den komischen Nebenfiguren zwei Hauptakteure werden. Es sind der Koch Frederick Dighton und der Schuster William Forrest, die in schlechten Zeiten nur ein wenig Geld verdienen wollen und dabei an Richard geraten, der sie zu Handlangern seiner Übeltaten macht. Mit viel schwarzem Humor schafft es Niavarani, den Schurken ebenso plastisch auf die Bühne zu stellen wie die Komödianten. Ein großer, manchmal derber, aber immer kluger Spaß, der Shakespeare ehrt, indem er Shakespeares Lust am Vergnügen ernst nimmt.

Forrest:
Ein Hoch auf Euch, edler, anmutiger, wunderschöner Richard, dessen Buckel man kaum sieht.
Das ist ja nur ein Wimmerl.

Regie: Susi Weber
Bühne & Kostüme: Isabel Graf
Musik: Wolfi Rainer
Dramaturgie: Axel Gade
Kinderprogramm

Der Ritter in der weißen Rüstung

Erzähl- Musiktheater für Kinder ab 6 Jahren über den jungen Maximilian I.

Premiere: 29. März 2019

Elf klingende Miniaturen stehen im Mittelpunkt dieses halbszenischen Kinder- und Familienkonzerts. Das Publikum begibt sich auf eine spannende Reise von der wechselvollen Kindheit des kleinen Prinzen in der Obhut seiner Mutter Eleonore über die höfische Erziehung des „letzten Ritters“ bis zu seinem ersten Auftritt auf der Bühne der Weltpolitik.

Nach einer Konzeption von Intendant Johannes Reitmeier verfasste der renommierte Tiroler Komponist Hermann Pallhuber auf ein Libretto von Mareike Zimmermann seine „Kinderszenen“ für die Stadtmusikkapelle Wilten. Der bekannte Klangkörper erhält dabei vokale Unterstützung durch drei junge Sängerinnen, einen Schauspieler und den Kinderchor des Tiroler Landestheaters.

Insbesondere junge Zuhörerinnen und Zuhörer können sich von der effektvollen Komposition begeistern lassen und erfahren viel Wissenswertes über den jungen Erzherzog Maximilian und seine Epoche.

Idee: Johannes Reitmeier
Musik: Hermann Pallhuber
Text & Szenische Einrichtung: Mareike Zimmermann
Tanz

Der blaue Engel

Tanzstück von Marie Stockhausen

Uraufführung: 30. März 2019

Berlin in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts: Willkommen in der Welt der Varietés! Eine Frau in Rot. Sinnbild einer sich neu entdeckenden und begehrenden Weiblichkeit. Wunderbar beschwingte Musik, Skandale und Drogen. Es ist eine Welt, die nicht an die Zukunft denken will – selbstzerstörerisch und selbstverausgabend.
Assoziationsräume für Marie Stockhausens neue Choreografie gibt es viele: Ein spießbürgerlicher Gymnasialprofessor verfällt einer unmoralischen Tingeltangel-Sängerin und verliert zunehmend seine Stellung in der Gesellschaft, seine Würde, sein Leben. Aus dem Roman Heinrich Manns, der 1905 unter dem Titel Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen erschien, hat Josef von Sternberg 1930 einen unpolitischen Film gemacht, mit dem Marlene Dietrich weltbekannt wurde: Der blaue Engel. Marie Stockhausen nimmt ihn als Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit einer weiteren Berühmtheit: Anita Berber. Die Berliner Tänzerin war der Inbegriff einer exzentrischen Lebensweise. Sie galt als verrucht, Vamp und Femme fatale, nahm Morphium und Kokain, trank pro Tag eine Flasche Cognac, prügelte sich regelmäßig, tanzte nackt und starb mit nur 28 Jahren an Tuberkulose. Dem Maler Otto Dix stand sie 1925 – ebenfalls nackt – Modell. Das Bildnis der Tänzerin Anita Berber zeigt die junge Frau faltig, ausgezehrt, den Mund blutrot, den Teint blass und die Augen todesdunkel. So hat Otto Dix ihr destruktives Inneres auf die Leinwand gebannt.
Was nun, wenn der Maler, Anita Berber und Professor Unrat zusammenträfen? Ein Tanz auf dem Vulkan, soviel ist sicher!

Ich bin von
Kopf bis Fuß‘
auf Liebe
eingestellt!

Choreografie & Regie: Marie Stockhausen
Bühne & Kostüme: Andrea Kuprian
Dramaturgie: Christina Alexandridis
Oper

Mignon

Oper von Ambroise Thomas

Premiere: 06. April 2019

Der große Erfolg der Vertonung von Goethes Faust bewog das Autorenduo Jules Barbier und Michel Carré, ein weiteres Werk des deutschen Dichters in ein Opernlibretto umzuwandeln. Als Quelle diente ihnen nun der Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre. Die Komposition lag in den Händen von Ambroise Thomas, der bereits einiges Ansehen genoss. Ähnlich wie bei Faust rückten die Autoren die Frauenrolle in den Vordergrund.

Mignon heißt das junge Mädchen mit der geheimnisvollen Vergangenheit, das sich unsterblich in Wilhelm Meister verliebt, der mehrmals zu ihrem Retter wird. Doch er gerät in die Fänge der verführerischen Schauspielerin Philine. Erst im Laufe der Zeit wächst seine Zuneigung zu Mignon. Ist es Liebe oder Mitleid? Finden die beiden zueinander? – Das hängt ganz davon ab, welche der vier Schlussfassungen man für die Aufführung wählt. Da sich der Tod Mignons, wie Goethe ihn vorsah, für die Gattung der Opéra comique nicht eignete, erfanden die Franzosen ein versöhnliches Ende, das in drei unterschiedlichen Varianten vorliegt. Es gibt allerdings auch eine Fassung mit tragischem Ausgang.

1866 an der Pariser Operá-Comique uraufgeführt, wurde Mignon alsbald zum Welterfolg. Das Werk lebt von seinem lyrischen Grundcharakter, der subtilen, farbenreichen Instrumentation und den graziösen, eingängigen Melodien, darunter Mignons populäre Romanze „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn“. Die Figur der Mignon, die zum Inbegriff romantischer Sehnsucht wurde, betritt nun nach über 100 Jahren erstmals wieder die Bühne des TLT.

Nur wer die Sehnsucht kennt,
weiß, was ich leide!

Musikalische Leitung: Seokwon Hong
Regie: Helen Malkowsky
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Anke Drewes

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Theater

Liliom

Oper von Johanna Doderer

Am 4. November 2016 erlebte die Oper ihre umjubelte Uraufführung als Auftragswerk des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München. Nun kommt das Werk als Österreichische Erstaufführung am TLT in seine eigentliche Heimat, denn sowohl die Komponistin als auch der Librettist, der Intendant des Gärtnerplatztheaters, stammen aus Österreich. Und die Vorlage, von dem 1878 in Budapest geborenen Ferenc Molnár verfasst, wurde erst in der 1913 in Wien aufgeführten deutschsprachigen Fassung von Alfred Polgar zu einem Erfolg. Die Rede ist von Liliom.

Die Titelfigur ist Ausrufer bei der Karussellbetreiberin Frau Muskat und Schwarm der Frauen – allen voran seiner Arbeitgeberin. Diese entlässt ihn prompt, als er mit dem Dienstmädchen Julie anbandelt. Die Beziehung steht unter keinem guten Stern. Liliom lässt seinen Frust an Julie aus, gerät an einen falschen Freund und stiehlt sich, als alles verloren scheint, mit Selbstmord aus der Verantwortung. Die Himmelspolizei gewährt dem Reuelosen allerdings noch eine letzte Chance …

Die Bühnenwerke der in Bregenz geborenen Johanna Doderer – verwandt mit dem Schriftsteller Heimito von Doderer – wurden bisher u. a. an der Wiener Staatsoper und dem Theater an der Wien herausgebracht. Die Komponistin fand für das Sozialdrama mit märchenhaften Elementen eine eigene Musiksprache. Grundprinzip ihrer überwiegend tonalen Partitur, die den Gefühlen und den Stimmen viel Platz einräumt, ist das Drehen des Ringelspiels, das zum Symbol des Lebens wird. Ein weiteres spannendes Werk in der Reihe Opera Austria.

Liliom:
Aus einem Hendelfanger
und einem nichtsnutzigen Kerl …
da kann auch noch ein Mensch werden.

Musikalische Leitung: Stefan Klingele
Regie: Johannes Reitmeier
Bühne: Thomas Dörfler
Kostüme: Michael D. Zimmermann
Kinderprogramm

Die Geschichte vom Ungeheuer

Kinderstück von Lena Hach

Ab 6 Jahren

Das Ungeheuer, um das es in dieser Geschichte geht, ist eigentlich „ein ausgesprochen liebenswertes, ausgesprochen ozeanblaues Ungeheuer. Mit Felldrumherum“.
Aber egal wo es auftaucht – immer fürchten sich alle vor ihm und verschwinden. Natürlich gibt es auch Momente, in denen das ganz praktisch ist. Beispielsweise muss das Ungeheuer nie irgendwo Schlange stehen, weil die Leute, die vorher da waren, von ganz alleine Platz machen.
Aber heute ist kein besonders guter Tag für das feinfühlige Ungeheuer – die Einsamkeit ist schuld. Selbst ungesunde Sachen essen macht keinen Spaß, wenn niemand sagt: „Iss doch nicht so viel ungesundes Zeug.“ Und auch beim Schachspielen wird es bald langweilig, wenn einen beim Mogeln niemand erwischen kann.
Zum Glück hat das Ungeheuer eine Idee: Es will sein UN loswerden. Dann wird sich nämlich niemand mehr vor ihm fürchten, weil es zum Geheuer wird. Doch bald zeigt sich, dass das gar nicht so einfach ist: Weder auf einer Parkbank lässt sich das UN vergessen, noch vom Wind davonwehen oder von den Wellen forttreiben. Daher beschließt das Ungeheuer, das keines sein will, eine Anzeige in der Zeitung aufzugeben:
„In die Jahre gekommenes, kaum gebrauchtes UN in gute Hände abzugeben. An Selbstabholer kostenlos.“ Ob sich darauf wohl jemand melden wird …?
Ein unglaublich unbändiges, unvorstellbar unerhörtes, unbeirrt und unfassbar ungestümes, unsagbar unlangweiliges Stück über Außenseitertum, Einsamkeit und wahre Freundschaft.

Das Ungeheuer hat eine große Nase und kleine Ohren, die von seinem Kopf abstehen und im Wind wackeln. Natürlich nur, wenn das Ungeheuer im Wind steht. Gerade jetzt sitzt es nämlich zu Hause, auf seinem Sofa. Da ist es ausgesprochen windstill.

Regie: Ingrid Gündisch
Bühne & Kostüme: Franziska Goller
Dramaturgie: Uschi Oberleiter
Musical

Hello, Dolly!

von Jerry Herman

Buch von Michael Stewart nach dem Schauspiel „The Matchmaker“ von Thornton Wilder . Gesangstexte von Jerry Herman

„Ich war immer eine Frau, die gern was arrangiert, teils aus Neugier, auch aus Geldgier manches Mal.“ In diesem Fall ist die hervorragende finanzielle Lage des Halbmillionärs Horace Vandergelder die Antriebsfeder für die Heiratsvermittlerin Dolly, ihn bei der Suche nach einer Ehefrau zu unterstützen. Sie wäre natürlich am liebsten selbst Mrs. Vandergelder. Also entwickelt sie ein raffiniertes Doppelspiel, das zu Missverständnissen, Verwirrungen und überraschenden Entdeckungen führt. Am Ende erkennt nicht nur Horace, dass Dolly der Schlüssel zu seinem Glück ist, sondern es haben sich noch andere glückliche Paare gefunden.

Seit der Broadway-Premiere 1964 zählt Hello, Dolly! zu den international erfolgreichsten Musicals. Die turbulente Handlung basiert auf einem Schauspiel von Thornton Wilder. Und dieses wiederum beruht auf Einen Jux will er sich machen von niemand Geringerem als Johann Nepomuk Nestroy. Kein Wunder also, dass auch das Musical von komödiantischen Einfällen nur so sprüht; dazu die witzigen Dialoge von Michael Stewart, große Tanzszenen und ein Feuerwerk an Melodien von Jerry Herman, der für seine Ohrwürmer bekannt ist. Der Titelsong beispielsweise war in einer Interpretation von Louis Armstrong schon vor der Premiere in den Charts.

In Innsbruck übernimmt Stefan Tilch, der bereits einige musikalische Komödien mit viel Charme umgesetzt hat, die Inszenierung. Die britischen Ausstatter Charles Cusick Smith und Philip Ronald Daniels versprechen ein opulentes Fest für die Augen.

Johann Nepomuk Nestroy:
Über kein Thema existieren so viele Variationen als übers Heiraten; aber noch so künstlich variiert, die uralte Fischgrätenmelodie ist nirgends zu verkennen.
Tanz

Una Noche Elegante

Choreografien von Jiří Kylián, Uwe Scholz und Nacho Duato

Nach Ménage-à-trois und Masterpieces setzt Enrique Gasa Valga mit Una Noche Elegante die Reihe großer zeitgenössischer Choreografien fort.
Jiří Kyliáns 1991 entstandene Kreation Un ballo ist das erste Ballett, das er für die Nachwuchscompagnie des Nederlands Dans Theaters erschaffen hat. In seiner über 20-jährigen Direktionszeit etablierte er das NDT als die führende zeitgenössische Compagnie Europas. „Ein Tanz, Musik, mehr nicht“, so beschrieb der tschechische Choreograf diese „Übung für Musikalität und Sensibilität zwischen männlichen und weiblichen Partnern“, die sich zu Maurice Ravels Menuett aus Le tombeau de Couperin und seiner Pavane pour une infante défunte entwickelt.
Uwe Scholz choreografierte sein Tanzstück Oktett nach dem gleichnamigen Musikwerk von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Urfassung entstand 1987 für das Zürcher Ballett in der Ausstattung von Karl Lagerfeld; 2000 studierte Uwe Scholz eine Neufassung dieses modernen Tanzklassikers für das Leipziger Ballett ein und übernahm dabei auch die Gestaltung der Ausstattung.
Nacho Duato, Intendant des Staatsballetts Berlin, lässt in seiner Choreografie Por vos muero das Spanien des 15. und 16. Jahrhunderts mit den Mitteln des zeitgenössischen Tanzes aufleben. Er setzt in dieser 1996 für die spanische Compañía Nacional de Danza entstandenen Arbeit Gedichte von Garcilaso de la Vega und spanische Musik aus jener Zeit ein und zeigt uns so die Vielfalt der kulturellen Einflüsse der spanischen Renaissance.
Ein Tanzabend der Extraklasse, voller Eleganz und Anmut.

Enrique Gasa Valga
Nach zehn Jahren als Direktor habe ich die Ehre und die Freude, meinen TänzerInnen mit diesen Meisterchoreografien eine Aufgabe von höchster Qualität zu stellen.
Lassen wir die Tanzwelt auf Innsbruck schauen!
Theater

Radetzky­marsch

Bühnenfassung von Andreas Karlaganis und Ingo Berk

Schauspiel nach dem Roman von Joseph Roth

Das Kaiserreich ist am Ende: Carl Joseph von Trotta führt ein Leben geprägt vom Militär und dessen Regeln. Doch diese scheinen ihren Sinn verloren zu haben. Er lebt in einer Welt, die unaufhaltsam auf den Untergang zusteuert, sich aber mechanisch immer weiter dreht. Und so macht auch er mechanisch weiter und weiter, ohne Sinn, ohne Glück. Zunächst dem Wunsch des Vaters folgend, wird er Soldat. Liebschaften mit verheirateten Frauen und die wenigen Freundschaften, die ihn begleiten, enden allesamt tragisch – größtenteils sogar tödlich. Mehr und mehr verfällt er dem Alkohol, verliert sein ganzes Geld. Und über allem thront das Bild des Großvaters, des Helden von Solferino, der einst im Krieg dem Kaiser das Leben gerettet hat und dadurch zum Helden wider Willen wurde.

In Joseph Roths großem, liebevoll-bitteren Roman herrscht eine ganz besondere Stimmung – zwischen Aufbruch und Abgesang, Festhalten und Loslassen. Seine Figuren spüren, wie die Idee und Kraft einer Ordnung, eines sicher geglaubten, scheinbar nie enden wollenden, behaglichen Systems verblasst. Aber sie stehen noch ohne Werkzeug da, um die neue Zeit mitgestalten zu können. So erscheinen sie wie gelähmt, unfähig, diese existentielle Veränderung für sich zu nutzen.

Regie: Philipp Jescheck
Bühne & Kostüme: Michele Lorenzini
Dramaturgie: Romana Lautner
Theater

Die Österreicher­innen

Schauspiel von Thomas Arzt

Es beginnt mit Kaiserwetter. Fünf Frauen sind am Weg zum Gipfel und stoßen auf ihre Arbeit an – eine Ausstellung zum Jubiläum der Republik, die sie gemeinsam vorbereiten. Doch da kippt die Stimmung. Denn die Franzi hat ihren Peter verlassen, weil der neuerdings eine andere politische Meinung vertritt. Auch die Erni fragt sich nun, was ihr Martin so denkt. Das beunruhigt die Maxi und provoziert die Babsi, denn die sympathisiert zuweilen mit der „anderen“ Meinung. Die Sissi will die Wogen glätten, aber es wird klar: Ein schlimmer Sturm zieht auf. Und als die fünf im Tal sind, hat der Wind nicht nur die Akten im Archiv erfasst, sondern auch die Grundfesten einer Freundschaft.

In seinem Auftragswerk im Rahmen der Eröffnung der neuen Kammerspiele des Tiroler Landestheaters blättert Thomas Arzt geschickt in der hundertjährigen Geschichte der Republik Österreich. Dabei wirft er vor allem auch einen genauen Blick auf die Gegenwart. In den Wirren eines Unwetters legen fünf Österreicherinnen ihre Einstellungen und Überzeugungen zur Überprüfung unter ein Brennglas.

Der in Oberösterreich geborene Thomas Arzt lebt als freier Autor in Wien. Er erhielt für seine Arbeiten mehrere Preise. Beim Heidelberger Stückemarkt 2012 wurde Alpenvorland, das 2014 auch in den Kammerspielen des TLT zu erleben war, mit dem Autorenpreis ausgezeichnet. Der junge Regisseur Felix Hafner, 2017 mit dem Nestroy als Bester männlicher Nachwuchs geehrt, setzt die Uraufführung von Die Österreicherinnen in Szene.

Regie: Felix Hafner
Bühne & Kostüme: Camilla Hägebarth
Dramaturgie: Christina Alexandridis
Oper

Simon Boccanegra

Oper von Giuseppe Verdi

Text von Francesco Maria Piave mit Ergänzungen von Giuseppe Montanelli nach einem Schauspiel von Antonio García Gutiérrez . Neufassung von Arrigo Boito

Er war der erste vom Volk gewählte Doge Genuas: Simon Boccanegra. Das von dem spanischen Autor Antonio García Gutiérrez über ihn verfasste Schauspiel nahm sich Giuseppe Verdi zur Vorlage für eine eigene Prosafassung, die er von dem Librettisten Francesco Maria Piave in Verse fassen ließ. Das historische Umfeld Mitte des 14. Jahrhunderts spielt in der Oper lediglich eine Nebenrolle. Im Mittelpunkt stehen, wie so häufig in Verdis Werken, die Dramen menschlicher Leidenschaften. Den Titelhelden erlebt man als großzügigen Herrscher, der in der Lage ist, seinen Gegnern zu vergeben. Nach 25 Jahren kann der liebende Vater seine verloren geglaubte Tochter Amelia wieder in die Arme schließen. Doch am Ende wird er Opfer der Rache Paolo Albianis, der Amelia entführen wollte und von Simon dafür verflucht wurde.

Nach der Uraufführung 1857 in Venedig nahm Arrigo Boito umfangreiche Änderungen am Libretto vor, während Verdi seine Partitur komplett überarbeitete. In der Mailänder Fassung von 1881 kommen die Qualitäten von Verdis Musik – die Schönheit der Melodik, die lautmalerische und psychologische Orchestersprache sowie die eindringliche Charakterzeichnung der Figuren und Szenen – noch stärker zum Tragen.

Simon Boccanegra wird in Innsbruck von dem erfolgreichen Team Thilo Reinhardt (Regie) und Paul Zoller (Bühnenbild) auf die Bühne gebracht, das am TLT bereits durch seine schlüssige und psychologisch intelligente Interpretation von Dvořáks Rusalka begeistern konnte.

Musikalische Leitung: Francesco Rosa
Inszenierung: Thilo Reinhardt
Bühne: Paul Zoller
Kostüme: Katharina Gault
Musikalische Assistenz: Sumiko Tokushima
Dramaturgie: Susanne Bieler

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Theater

Vomperloch

Stück von Felix Mitterer

Die Entstehung dieses Auftragswerkes wurde unterstützt von Land Tirol und Stadt Innsbruck.

„Im Vomperloch, einem abgeschiedenen und unzugänglichen Seitental des Tiroler Karwendelgebirges, bestand zwischen Sommer 1943 und Kriegsende ein Deserteurslager, das überwiegend von einheimischen Wehrmachtssoldaten als Zufluchtsort nach der Desertion genutzt wurde. Die Angst vor Entdeckung, vor Verrat, vor dem Einschleusen eines Spitzels, die furchtbar kalten und dunklen Winter, der oftmalige Nahrungsmangel sowie das zwangsweise Ausharren auf engstem Raum, all das machte das Leben nahezu unerträglich und führte zu qualvollen Auseinandersetzungen. Desertion galt damals als Schande, galt auch nach dem Krieg als Schande, wird immer mit Schande behaftet sein. Ich habe dieses Stück mit der Intention geschrieben, die damaligen, heutigen und zukünftigen Deserteure von dieser Schande zu erlösen. Es wird mir nicht gelingen, aber einen Versuch ist es wert.“ So äußert sich Felix Mitterer zu Vomperloch, seinem Auftragswerk für das Tiroler Landestheater zur Eröffnung der neuen Kammerspiele im Haus der Musik Innsbruck. Es ist nach Märzengrund und Galapagos das dritte Theaterstück seiner Trilogie über Menschen, die sich von der Gemeinschaft zurückgezogen haben.

Felix Mitterer wurde in Achenkirch als Sohn einer verwitweten Kleinbäuerin und eines unbekannten Vaters geboren, von einem Landarbeiterehepaar adoptiert und wuchs in Kitzbühel und Kirchberg auf. Seit 1977 ist Felix Mitterer, der 2018 seinen 70. Geburtstag begeht, freischaffender Autor und wurde mit einer Vielzahl renommierter österreichischer und ausländischer Preise ausgezeichnet.

Felix Mitterer:
Es gibt keine bösen Menschen, es gibt nur Unglückliche.

Inszenierung: Thomas Krauß
Bühne & Kostüme: Helfried Lauckner
Dramaturgie: Christina Alexandridis
Musical

West Side Story

Musik von Leonard Bernstein

Nach einer Idee von Jerome Robbins. Buch von Arthur Laurents

New York. In einem Viertel rivalisieren zwei Gangs: die einheimischen Jets und die aus Puerto Rico stammenden Sharks. Riff, der Anführer der Jets, schwört, dass er die von Bernardo angeführten Sharks aus „seinen“ Straßen vertreiben werde. Dabei soll ihn Tony unterstützen, sein Freund und ehemaliger Mitbegründer der Jets. Doch Tony ist der Gang eigentlich entwachsen und bei einem Tanzfest verliebt er sich auch noch Hals über Kopf in Bernardos Schwester Maria. Alle wissen: Diese Liebe hat unter den gegebenen Umständen eigentlich keine Chance.

Als William Shakespeare sein wohl bekanntestes Werk Romeo und Julia schrieb, griff er auf bereits vorhandene Geschichten und Theaterstücke zurück, schuf aber seine ganz eigene Fassung. Und er inspirierte damit über die Jahrhunderte hinweg andere Künstler. Die erfolgreichste Nachschöpfung ist West Side Story von Leonard Bernstein – denn auch er schafft aus der Vorlage etwas ganz Eigenes, Neues. Seine Musik verbindet Elemente des Jazz mit der Symphonie, spanische Klänge mit italienischem Opernstil. Dass Bernstein seine Ideen zunächst mit dem Regisseur und Choreografen Jerome Robbins entwickelt hat, ist dem Stück anzumerken – beim Stichwort „Tanzmusical“ denkt man auch heute schnell an die West Side Story. Folgerichtig, dass die Neuinszenierung am TLT nun in den Händen von Enrique Gasa Valga liegt, der nach Orphée et Euridice seine zweite Arbeit im Musiktheater vorlegt. Und als Spanier in Österreich bringt er die Erfahrung mit, sich in die Welt der Latino-Einwanderer einzufühlen.

Die Mädchen der Sharks:
„I like to be in America!
Okay by me in America!
Everything free in America
For a small fee in America“


Musikalische Leitung: Seokwon Hong
Regie & Choreografie: Enrique Gasa Valga
Bühne: Helfried Lauckner
Kostüme: Andrea Kuprian
Ballettmeisterin: Martine Reyn
Dramaturgie: Axel Gade
Regieassistenz: Julia Jenewein

In deutscher Sprache . Songtexte in englischer Sprache
Aufführungen / Konzert Tiroler Symphonie-orchester Innsbruck Innsbruck, Rennweg 2
Aufführungen / Kulturveranstaltung Universität Mozarteum Salzburg Salzburg, Mirabellplatz 1
Aufführungen / Performance Galerie St. Barbara | Osterfestival Tirol Hall i.T., Schmiedgasse 5
So, 7.4.2019, 20:15 Uhr
Aufführungen / Film Galerie St. Barbara | Osterfestival Tirol Hall i.T., Schmiedgasse 5
Mo, 8.4.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Film Galerie St. Barbara | Osterfestival Tirol 6060 Hall i.T., Schmiedgasse 5
Do, 11.4.2019, 18:15 Uhr
Aufführungen / Performance Galerie St. Barbara | Osterfestival Tirol 6060 Hall i.T., Schmiedgasse 5
Fr, 12.4.2019, 20:15 Uhr
Aufführungen / Tanz Galerie St. Barbara | Osterfestival Tirol 6060 Hall i.T., Schmiedgasse 5
So, 14.4.2019, 20:15 Uhr
Aufführungen / Tanz Galerie St. Barbara | Osterfestival Tirol 6060 Hall i.T., Schmiedgasse 5
Di, 16.4.2019, 20:15 Uhr
Aufführungen / Film Galerie St. Barbara | Osterfestival Tirol 6060 Hall i.T., Schmiedgasse 5
Fr, 19.4.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Tanz Galerie St. Barbara | Osterfestival Tirol 6060 Hall i.T., Schmiedgasse 5
So, 21.4.2019, 20:15 Uhr
Aufführungen / Konzert Musik im Riesen Swarovski Kristallwelten Wattens, Kristallweltenstraße 1
Aufführungen / Theater Passionsspielverein Erl Erl, Mühlgraben 56

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