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Kunstfest Weimar

»Das Weimar-Jahr«
21.8.-7.9.2019


Vom 21.8. bis 7.9.2019 bietet Thüringens größtes und deutschlandweit renommiertes Festival für zeitgenössische Künste eine aktuelle und dezidiert politische Rezeption und Reflektion der Weimarer Kulturgeschichte.

Thema des zum 30. Mal ausgerichteten Kunstfest Weimar ist »2019 - das Weimar Jahr«, das sich in thematischen Clustern spielerisch den verschiedenen, historisch bedeutsamen Jahrestagen der Weimarer Stadt- und Geistesgeschichte widmet.
Das Programm umfasst 2019 insgesamt 22 szenische Projekte, acht Installationen, sieben Konzerte – darunter zehn Uraufführungen und sieben deutsche Erstaufführungen. Erstmals wird es ein »Festival im Festival« geben: vom 26.8.-6.9. zeigen das Kunstfest und das Lichthauskino neun Stummfilme mit Live-Musik. Hinzu kommt ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Diskussionen, und Lesungen.

Kontakt

Kunstfest Weimar
Windischenstr. 10
D-99423 Weimar

Telefon: +49 (0) 3643 / 755 291
E-Mail: info@kunstfest-weimar.de

 

Kartenverkauf

Online
www.kunstfest-weimar.de
www.nationaltheater-weimar.de

Telefonisch
Theaterkasse des DNT
T +49 (0) 3643 / 755 334

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Ausstellung

Jenny Brockmann:
Kälte – Studie zur Empfind­sam­keit

Uraufführung / Ausstellung / Installation

Hitze Kälte Apparate

In ihren oft durch die Beteiligung der Besucher*innen sich entfaltenden Installationen greift Jenny Brockmann auf Apparate und Methoden zurück, wie sie in der naturwissenschaftlichen Forschung Anwendung finden. Mit »Kälte – Studie zur Empfindsamkeit« entwickelt die Künstlerin einen sinnlichen Erfahrungsraum für jeweils eine Person. Der Raum lädt dazu ein, sich der eigenen Empfindsamkeit und Empfindlichkeit für die Prozesse der Kälte (und Hitze) anzunähern, aber auch dazu, die psychologischen Wirkungen der Kälte zu reflektieren. Denn Kälte ist nicht allein ein meteorologisches Phänomen des Wetters, Kälte beschreibt auch einen gesellschaftlichen Zustand des Abgewendetseins, der unser Zusammenleben zunehmend herausfordert. Mit dieser Arbeit führt Jenny Brockmann ihr beim Kunstfest 2018 begonnenes Projekt zum Wirken von Gertrud Grunow fort, die am frühen Bauhaus in Weimar Zuwendung, Harmonisierung, Balance und Gleichgewicht zum Unterrichtsgegenstand machte. Mit ihrem Projekt platziert Jenny Brockmann das Bauhaus in der Mitte der aktuellen gesellschaftlichen Diskurse zum Klimawandel, die nicht von der Idee möglichst harmonischen Zusammenlebens zu trennen sind, und schlägt dafür eine Schulung unserer eigenen Empfindsamkeit vor.

Der Mensch und seine technischen Umgebungen sind unentwirrbar miteinander verflochten, oft verschmelzen sie sogar. Immer mehr technische Apparate und Systeme interagieren mit uns. Seit dem Bauhaus ist es nicht leichter geworden, die Frage zu beantworten, was Natur ist. Deuteten sich in den 1920er Jahren die heute unauflösbaren Verbindungspunkte von Mensch und Technik eher ästhetisch-visionär erst an, so wird uns im Zeitalter der Digitalisierung nun vollständig bewusst, wie eng Mensch und Technik miteinander verbunden und durch nichts mehr zu trennen sind. Alles ist Gestaltung. Was aber ist dann Natur?

Das Projekt »Hitze Kälte Apparate. Versuche am Gleichgewicht« beschäftigt sich seit 2018 in Ausstellungen, Publikationen und Gesprächsveranstaltungen mit dem historischen Bauhaus in Weimar und dessen Wirkungen auf die Kunst und Kultur der Gegenwart. In diesem Jahr haben die Kurator*innen vier international bekannte Künstler*innen bzw. Künstlerkollektive eingeladen sich mit der Verunsicherung, aber auch den Potenzialen zwischen Menschsein und technischem Sein zu beschäftigen. Und damit auch mit den kulturellen und geistigen Temperaturen und dem Begriff der Natur am Bauhaus. Während 2018 das Motiv von Hitze und Kälte auf die Auseinandersetzung am frühen Bauhaus bezogen wurde, auf Farbe und Farblehren, auf Formwerdung und Formgebung, auf Gleich- und Ungleichgewichte in ästhetischen und gesellschaftlichen Facetten, so sollen in diesem Jahr mit den Begriffen Hitze und Kälte Naturverständnisse am Bauhaus betrachtet werden.

In drei aufeinanderfolgenden Kurzzeit-Ausstellungen und einer durchgängigen Videoinstallation sowie durch Gesprächsveranstaltungen und eine Publikation wird gefragt: Wie kommen wir mit dem Bauhaus dem Phänomen auf die Schliche, das wir Natur nennen? Was ist Natur angesichts der scheinbaren Überlegenheit und Verfügbarkeit technischer Systeme?

Konzept: Jenny Brockmann
Recherche + Text: Paulina Olszewska
Planung + techn. Ausführung: Atefeh Farzandi

Hitze Kälte Apparate
Kuration: Janek Müller, Niklas Hoffmann-Walbeck, Pamela Schlewinski
Künstler*innen: Jenny Brockmann, Maxim Didenko & A.J. Weissbard, Kris Verdonck / A Two Dogs Company, Thom Luz
Produktion: Kunstfest Weimar
Förderung: Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus Heute« / Projekt »Hitze Kälte Apparate«
Mit freundlicher Unterstützung durch die Klassik Stiftung Weimar

Freier Eintritt

Zutritt alle 20 min für jeweils eine Person
Kostenlose Zeitkarten sind am Meyer-Pavillon erhältlich.
täglich von 10:00-17:00 geöffnet

21.8. 19:30 Vernissage
24.8. 16:00 Künstlergespräch

Hitze-Kälte-Gespräche
So 25.8. 16:00
Sa 31.8. 16:00
So 1.9. 16:00

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Aufführung

Nurkan Erpulat
»Reichstags-Reenactment«

Uraufführung / Partizipation

Ein partizipatives Projekt für und mit Bürger*innen aus Weimar und der Region

Die Sitzungsperiode der verfassungsgebenden Nationalversammlung in Weimar endete am 21. August 1919, also auf den Veranstaltungstag genau vor 100 Jahren. An diesem Tag entstanden eine Reihe diese Epoche prägende Bilder, als sich die Parlamentarier*innen auf den Treppen und dem Balkon des Nationaltheaters versammelten. Am Abend desselben Tages fand auf dem Theaterplatz ein Volksfest statt. Zum 100. Jahrestag werden zur Eröffnung des Kunstfests die Fotos des Auszugs aus dem Deutschen Nationaltheater mit hunderten Weimarer Bürger*innen in dunkler Kleidung vor dem DNT nachgestellt. Danach findet ein Wiedereinzug – die Besetzung des DNT – durch Weimarer Bürger*innen und Gäste statt, die an zwei Tagen die Nationalversammlung und den Reichstag bis 1933 in Form eines Reenactments, als soziale Skulptur auferstehen lassen: Schüler*innen, Erwachsene aus Deutschland und den Nachbarländern, Geflüchtete, Ensemblemitglieder des DNT und nicht zuletzt Politiker*innen aus Weimar, Thüringen und Berlin werden Höhepunkte parlamentarischer Debatten und Reden in Ausschnitten lesen, nachspielen oder rezitieren.

Wir möchten Sie dazu einladen, aktiv an dem Projekt mitzuwirken. Werden Sie Teil des Fotos! Das Eröffnungsprojekt des Kunstfests 2019 wendet sich an viele unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Zudem können Schüler*innen und junge Erwachsene in verschiedenen Workshop-Formaten zu dem Thema »Demokratie heute leben« arbeiten und in den Dialog treten. Am 21.8., ab ca. 21:30 Uhr laden wir Sie zum Abschluss des Tages zu einem großen Freiluftball auf den Theaterplatz ein.

Idee + Konzept: Rolf C. Hemke
Regie + Konzept: Nurkan Erpulat
Dramaturgie + Konzept: Tunçay Kulaoğlu
Dramaturgische Mitarbeit: Katharina Flick
Musik: Michael Haves + Benjamin Weidekamp
Video: Mehmet Can Kocak
Mit: Weimarer Bürger*innen, Matthias Goerne, Alexander Schmalcz, Ensemblemitgliedern des DNT u.a.

Produktion: Kunstfest Weimar, Deutsches Nationaltheater Weimar in Kooperation mit Weimarer Republik e.V., Stellwerk Weimar e.V. – Junges Theater in Kooperation mit der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft
Förderung: Sparkassenstiftung Weimar-Weimarer Land, Bundeszentrale für politische Bildung, Thüringer Staatskanzlei, Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Härterei Reese, Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Mit Unterstützung der SV Sparkassenversicherung

Die Fotonachstellung findet zur Eröffnung um 17:00 Uhr auf dem Theaterplatz statt. Bitte erscheinen Sie nach Möglichkeit in gedeckter Kleidung.

Dauer:
21.8. ca. 3 h (mit kleinen Pausen)
22.8. ca. 6 h (mit kleinen Pausen)
Die szenischen Teile können auch ausschnittsweise besucht werden.

Knowledge of German language required
Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Nach dem Reeanctment am 21.8. lädt das Kunstfest ab ca. 21:30 auf dem Theaterplatz zu einem Freiluftball mit Live-Musik der Zwanziger Jahre ein! Die Tanzakademie Thüringen wird für tänzerische Einlagen sorgen.

Freiluftball
Termin: Mi 21.8. 21:30
Ort: Theaterplatz
Musik: Die Suedstadt Syncopators, Leipzig

Freier Eintritt

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Performance

Gintersdorfer/Klaßen:
Meyer-Pavillon

Ein Dauerschnell­produktions­theater von Gintersdorfer / Klaßen in Weimar 2019

Die Performance-Gruppe um die Regisseurin Monika Gintersdorfer und den Bühnenbildner und bildenden Künstler Knut Klaßen ist weit über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus bekannt für ihre innovativen Formexperimente – um sich dezidiert einzumischen oder politisch provokant Stellung zu beziehen. Das Kunstfest lädt die Gruppe für das Jahr 2019 als Artists in Residence ein. Nach Residenzen im Februar und April eröffnet die Gruppe für den Zeitraum des Kunstfests ihr Dauerschnellproduktionstheater erneut. Dort wird tagsüber öffentlich geprobt, um abends eine jeweils neue Performance auf die Bühne zu bringen. In wechselnden Besetzungen werden Darbietungen zwischen Tanz und Bildender Kunst, Spontantheater und politischer Intervention zu sehen sein. Die Themen variieren: Von Verfassungs- und Bauhaus-Jubiläum bis hin zur Tagespolitik.

Ort des Geschehens ist ein rekonstruierter Pavillon, den der zweite Bauhaus-Direktor Hannes Meyer Anfang der 1940er Jahre im mexikanischen Exil zusammen mit seiner Frau Lena Meyer-Bergner gestaltet hat. Meyer hatte großen Anteil an der Erfolgsgeschichte des Bauhauses, unter ihm wurde das Herzstück des Bauhaus-Gebäudes, die Theaterbühne, mit Sprache und politischem Anspruch bespielt.

Von: Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen
Mit: Edem Meier Akakpo, Christopher Amm, Marc Aschenbrenner, Eva Carbó, Gotta Depri, Mars Dietz, Florian Feigl, Jule Flierl, Ted Gaier, Montserrat Gardó Castillo, Franziska Hartmann, Hauke Heumann, Zoe Knights, Sarah Loibl, Zwoisant Mars-Clarke, Carlos Martínez, Luise Meier, Anne Tismer, Cathy Walsh u.a.
Produktion: Gintersdorfer/Klaßen, Kunstfest Weimar
Förderung: Thüringer Staatskanzlei, Sparkasse Mittelthüringen

Dauer: je ca. 45 min

Eintritt frei

In deutscher, englischer und französischer Sprache mit Übersetzung / In German, English and French language with translation

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Installation

Lydia Ziemke:
Flucht nach Thüringen – gestern und heute

Das Projekt »Flucht nach Thüringen – gestern und heute« widmet sich Menschen, die in den letzten 10 Jahren etwa aus Syrien, Afghanistan, dem Sudan nach Thüringen gekommen sind, gleichermaßen wie solchen, die in den 1990ern aus den Balkan-Ländern oder direkt nach dem Fall der Mauer aus der ehemaligen Sowjetunion in den Freistaat kamen. Genauso bezieht das Projekt Menschen ein, die z. B. nach dem zweiten Weltkrieg aus den ehemals deutschen Gebieten in unsere Gegend kamen und blieben.

Die junge Berliner Künstlerin Lydia Ziemke recherchiert in verschiedenen Winkeln von Thüringen, spricht mit Vertriebenen und Geflohenen, taucht in Archive ein, um die Geschichten und Erfahrungen von neuankommenden Thüringer*innen damals und heute zu erzählen. 2019 gibt eine Hörstation Einblick in die Recherche, die 2020 in einer komplexen Audio-Installation aufgehen wird.

Recherche + Konzept + Regie: Lydia Ziemke (Suite42)
Ausstattung: Afra Nobahar
Musik: Öz Kaveller
Förderung: Thüringer Staatskanzlei

Freier Eintritt

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Konzert

Novoflot:
Die Oper #1 – Am Kreis (Für den Anfang)

Chorische Intervention

Uraufführung

Nach Motiven aus Monteverdis »Orfeo«

Was die Oper heute auszeichnet, widerspricht dem Ziel ihres Erfinders: eine Wiederbelebung der antiken Ideale. Schon Ende des 16. Jahrhunderts deutete die Bourgeoisie Europas die neu geschaffene Gattung um: Der Erkenntnisgewinn wurde dem unbedingten Willen zur Repräsentation geopfert. Ein unumkehrbarer Zufall der Musikgeschichte? Die Berliner Opernkompanie Novoflot ist anderer Ansicht und wirft in ihrer auf drei Jahre angelegten Trilogie »Die Oper #1 – #3« den Blick zurück auf die über 400 Jahre zurückliegende Geburtsstunde der Oper und auf ihren Gründungsvater, Claudio Monteverdi. Ohne ihn wäre die Gattung nicht zu denken. Als man Monteverdi im 20. Jahrhundert wiederentdeckte, wurde festgestellt, dass 15 Opern fehlen. Mit »Die Oper #1 – #3« feiern Novoflot, Kunstfest Weimar, DNT, Copenhagen Opera Festival und Østerbro Theatre über die nächsten drei Festivaleditionen die imaginäre Wiederentdeckung dieser verschollenen Bühnenwerke und schreiben unter kreativer Neubewertung der Faktenlage den Beginn der Operngeschichte neu. Hierbei dienen die drei bekannten Werke Monteverdis als ein lückenhaftes Puzzle, in das die fehlenden Elemente nach und nach eingesetzt werden. Den Beginn macht »Die Oper #1« für großen sprechenden und singenden Chor, Gesangssolist*innen, Tänzer* innen, Schauspieler*innen und Instrumentalensemble nach Motiven aus Monteverdis »Orfeo«. Die Aufführung wird aus zwei Teilen bestehen: Der erste Teil ist eine chorische Intervention, die auf verschiedenen Plätzen Weimars (Theaterplatz, Herderplatz u. a.) stattfindet. Der zweite Teil ist eine abendliche Aufführung im E-Werk. Die beiden Teile können unabhängig voneinander besucht werden.
ENGLISH

Regie + Konzept:Sven Holm
Musikalische Leitung: Vicente Larrañaga
Dramaturgie + Konzept: Malte Ubenauf
Ausstattung: Elisa Limberg, Nina von Mechow
Produktionsleitung: Dörte Wolter
Video: Mirko Borscht
Mit: Antonis Anissegos (Klavier / Cembalo), Hayden, Chisholm (Saxophon / Gesang), Raphael Clamer (Schauspiel), Chris Dahlgren (Kontrabass / Gambe / Gesang), Rafal Dziemidok (Tanz), Ichi Go (Tanz), Eric Schaefer (Schlagzeug), Nils Wogram (Posaune), Yuka Yanagihara (Sopran), Mädchenchor der Singakademie zu Berlin
Produktion: Novoflot, Deutsches Nationaltheater & Staatskapelle Weimar, Kunstfest Weimar
Koproduktion: CPH Opera Festival, Østerbro Theater Kopenhagen
Förderung: Senatsverwaltung Kultur und Europa Berlin, Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Doppelpass – Fonds für Kooperationen im Theater«

Freier Eintritt

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Vortrag

Bauhaus → Black Mountain College I (Einführungs­vortrag)

»Simulationen der Vierten Dimension. Zum Verhältnis von Musik und Malerei am Bauhaus und Black Mountain College«

Einführungsvortrag für das Bauhaus-Konzert am 23.8., 20:00 Uhr: Bauhaus → Black Mountain College I

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Konzert

Bauhaus-Konzerte:
Bauhaus → Black Mountain College I

Paul Hindemith (1895 – 1963)
Fünf Stücke für Streichorchester op. 44/4 (1927)

Henry Cowell (1897 – 1965)
Ensemble (origin 1925, revised version of String Quintet and Thundersticks, 1956)

Franz Martin Olbrisch (*1952)
Neues Werk für Flöte, Klavier und Live-Elektronik (Uraufführung)

John Cage (1912 – 1992)
Solo with Obbligato Accompaniment (1933)

Erwin Schulhoff (1894 – 1942)
Concerto doppio für Flöte, Klavier, 2 Hörner und Streichorchester op. 63 (1927), WV 89

Die fünf Bauhaus-Konzerte nehmen aufeinander Bezug und folgen dem konzeptionellen Ansatz, ausgehend vom Aufbruchsgeist der Weimarer Bauhausjahre musikalisch-künstlerische Entwicklungslinien bis in die unmittelbare Gegenwart aufzuspüren und nachzuzeichnen.

Drei Konzerte (»Bauhaus → Black Mountain College Ⅰ–Ⅲ«) beschreiben den Weg von Weimar zum Black Mountain College in North Carolina. Die Schule, die bis 1957 existierte, kann als eine direkte Nachfolgeinstitution des Bauhauses gelten. Zwischen beiden Institutionen finden sich personelle Überschneidungen (z. B. Josef Albers, Xanti Schawinsky, Stefan Wolpe) und zahlreiche inhaltliche Parallelen. Beide setzten auf eine umfassende Bildung und wiesen dem Austausch zwischen den Künsten eine zentrale Rolle zu.

Obwohl es am Bauhaus Weimar keine Werkstatt für Musik gab, wurde das Verhältnis zwischen Musik und Bildender Kunst von Beginn an diskutiert und gestaltet, etwa in der Harmonisierungslehre von Gertrud Grunow, in den visuellen Transkriptionsversuchen von Paul Klee, den Übersetzungen musikalischer Strukturen ins Räumlich-Visuelle von Heinrich Neugeboren oder in Arbeiten von Kurt Schmidt (Formund Farborgel) und Josef Albers (Glasrelief Fuge). Das Bauhaus Weimar bündelte und verdichtete gewissermaßen den bestehenden Zeitgeist der Kunst der 1920er Jahre und thematisierte auch auf musikalischem Gebiet das Verhältnis zur Technik und zu neuen Möglichkeiten elektronischer und mechanischer Klangerzeugung. Die über das Black Mountain College zur Aktionskunst und der Raumkomposition der 1950er und 1960er Jahre bis hin zu Klanginstallationen der Gegenwart führende Entwicklung lässt sich durchaus als Bauhaus- Konzerte 113 folgerichtig begreifen. Im Rahmen der Konzerte erleben zwei vom Verein klangwerk am bauhaus e. V. in Auftrag gegebene und vom Bauhaus-Jubiläum inspirierte Kompositionen von Franz Martin Olbrisch (*1952) und Charlotte Seither (*1965) ihre Uraufführung. Neben diesen stellt eine Klanginstallation von Robin Minard (*1953) im Bauhaus-Museum Weimar den ohrenfälligen Gegenwartsbezug her.

Im Programm »Kandinsky ::: JaJa ДaДa« stehen freie Improvisationen und experimentelle Kompositionen aus dem Umfeld des Weimarer und Dessauer Bauhauses theatralischen Ausdeutungen der unbekannten Dichtungen Wassily Kandinkys, solchen des Dadaismus und der Lautpoesie unserer Tage gegenüber.

Das Programm »Lichtspiele« widmet sich schließlich den filmischen Belegen der Bauhaus-Zeit und sucht die improvisatorische Übersetzung der in sich schon musikalischrhythmisch- visuellen Ereignisse ins Akustische. Dabei kommen auch elektroakustische Blasinstrumente zum Einsatz, die im modernen Konzertbetrieb ihren Platz suchen.

Elizaveta Birjukova: Flöte
Christoph Ritter: Klavier
Mendelssohn-Kammerorchster Leipzig- Leitung: Peter Bruhns
Kuration: Prof. Christoph Ritter, Weimar
Konzeption, Kuration und Management der Konzertreihe und der Einführungsveranstaltungen: Christoph Ritter, eine Veranstaltungsreihe des klangwerk am Bauhaus e.V. und des Kunstfests Weimar

Klangwerk am Bauhaus e.V.: Der Verein Klangwerk am Bauhaus e.V. (gegründet 2017) veranstaltet Konzerte mit neuer Musik, Klanginstallationen und entwickelt genreübergreifende Projekte und Programme, die sich den universellen Denkansätzen des Bauhauses verpflichtet fühlen. Er pflegt Kontakte zu Komponist*innen und Klangkünstler*innen und vergibt Auftragswerke an diese.

Förderung: Thüringer Staatskanzlei im Musikfonds e.V.
mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung
für Kultur und Medien

Weitere Konzerte in der Reihe »Bauhaus-Konzerte«:
29.8., 20:00 Lichtspiele/Improvisierte Filmmusik
30.8., 20:00 Kandinsky:::JaJa ДaДa
1.9., 11:00 Bauhaus → Black Mountain College II
6.9., 20:00 Bauhaus → Black Mountain College III

Einführung zum Konzert: Fr 23.8. 17:30 mit Prof. Dr. Andi Schoon (Bern)
»Simulationen der Vierten Dimension. Zum Verhältnis von Musik und Malerei am Bauhaus und Black Mountain College«

Einführungen zu den Konzerten finden in Zusammenarbeit mit dem Hotel Elephant Weimar statt

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Installation

Rochus Aust & 1. Deutsches Stromorchester:
DIE WOHNUNG EINHUNDERT

Medienkunst / Installation

Uraufführung

Wie geht es eigentlich den Bewohner*innen in historischen Bauhaus-Gebäuden? Was tun sie dort? Was geschieht mit ihnen in dieser so bedeutungsbeladenen Umgebung, die doch auch alltäglich ist? Das Projekt DIE WOHNUNG EINHUNDERT des international agierenden Kölner Komponisten, Klang- und Installationskünstlers Rochus Aust fragt nach dem Bauhaus-Menschen: Gibt es ihn noch oder schon oder nicht mehr oder noch nicht? Hat nur jemand vergessen, diese Frage heute zu stellen? Ist sie wirklich nur eine Randnotiz? Oder doch eine Art Lackmustest, will das Bauhaus nicht gänzlich zum Museum oder Mausoleum werden? DIE WOHNUNG EINHUNDERT ist ein real-dokumentarisches Ereignis aus Musik, Film und Architektur, ein interaktives Spiel über die Grenzen von Publikum und Akteur*innen hinweg, simultan auf allen medialen Kanälen, zum Sehen und zum Hören, partizipativ und zum Anfassen. DIE WOHNUNG EINHUNDERT bringt die Menschen, die weltweit in Bauhaus-Architekturen leben und arbeiten nach Weimar, um sie Teil einer interaktiven und performativen Medien-Skulptur auf dem Campus der Bauhaus-Universität Weimar werden zu lassen.

DIE WOHNUNG EINHUNDERT ist ein Weltentheater der Bauhaus-Synchronität in Weimar, Detroit, New York, Brno, Kaunas, Casablanca, Haifa, Köln, Berlin, Karlsruhe u. a. Die 25-Stunden-Installation wird von zwei jeweils circa einstündigen Interventionen auf dem Campus der Bauhaus-Universität gerahmt, in denen das 1. Deutsche Stromorchester unter der Leitung von Rochus Aust das Bauhaus-Material audiovisuell und performativ verdichtet.

Komposition + Video + Regie: Rochus Aust

1. Deutsches Stromorchester:
Rochus Aust (Trompete / Elektr. Geräte)
Heinz Friedl (Bassklarinette / Elektr. Geräte)
Florian Zwissler (Synthesizer / Elektr. Geräte)
Fosco Perinti (Stimme / Elektr. Geräte)
Susanne Starzak (Stimme / Theremin / Elektr. Geräte)
Markus Hennes (Stimme / Elektr. Geräte)
Jonathan Golove (Theremin-Cello / Elektr. Geräte)
Tobias Hartmann (Tasten / Posaune / Elektr. Geräte)
Marija Kandic (Akkordeon)
Jan Verbeek (Video)
Florian Walter (Hechtyphon)
Mark Polscher (Synthesizer / Elektr. Geräte)
Markus Aust (Sounddesign / Hawaii-Gitarre / Klangregie)

Mit: Bauhaus-Bewohner*innen aus Deutschland, Litauen, Marokko, Israel, Portugal, Bulgarien, Tschechien und den USA
Förderung: Thüringer Staatskanzlei

In Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar

Freier Eintritt

Dauer: Interventionen je ca. 1h

Installation 25h (die Installation ist auch während den Interventionen geöffnet)

Knowledge of German language is helpful but not necessary

Die Wohnung Einhundert in Jena So 25.8. 15:00 – 17:30
Villa Zuckerkandl, Haus Auerbach,
Mensa am Philosophenweg, Glashaus und Bootshaus im Paradies
Informationen unter: www.rochusaust.de

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Performance

Marion Rothaar:
The Other: Me / Das Andere: Ich

Performance / Installation

Deutsche Erstaufführung

Die Regisseurin, Dramaturgin und Performerin Marion Rothhaar war in ihren jungen Jahren erfolgreiche Turnerin: Deutsche Meisterin in der Rhythmischen Sportgymnastik und 1988 Olympiateilnehmerin für die damalige BRD. »The Other: Me« ist eine autobiografisch aufgeladene Performance mit einem Diskurs über den weiblichen Körper, seine Funktion und Darstellung in der Leistungsgesellschaft aus der Perspektive einer früheren Leistungssportlerin und heutigen Künstlerin. Erfahrungen und Anekdoten aus der gelebten deutsch-deutschen Sport-Vergangenheit werden verknüpft mit Literatur über die rumänische Turnerin Nadia Comăneci, die nicht nur zur Sportlegende, sondern auch zum politischen Spielball des Kalten Krieges wurde.

Das Comăneci-Zitat »Mit 45 Kilo kann ich besser denken, ich bin schöner und stärker«, bringt die ganze Widersinnigkeit der sportlichen Selbstkasteiung auf den Punkt.

Im Anschluss an die Performance kann das Publikum den mit Erinnerungsstücken ausgestatteten Bühnenraum wie eine kleine Ausstellung besichtigen. Die in Frankreich und Luxemburg entstandene Arbeit wird für das Kunstfest Weimar adaptiert und kommt hier zur deutschsprachigen Erstaufführung.

Konzept: Marion Rothaar
In Zusammenarbeit mit: Marc Planceon + Christina Clar
Regie: Marion Rothaar
Sounddesign: Christina Clar
Mit: Marion Rothaar, Marc Planceon, eine Sportgymnastin
Produktion: Nest Théâtre de Thionville / TNL Théâtre National de Luxembourg / »Paradise is hére« ASBL. Ticino / Danzschoul, Wellenstein
Gastspielförderung: Botschaft von Luxemburg

Publikumsgespräch am 24.8. im Anschluss an die erste Vorstellung

Karten: 10 € / ermäßigt ab 6 €
Dauer: 45 min

In deutscher und französischer Sprache mit Übersetzung/ In German and French language with translation

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Vortrag

Vortrag mit Katharina Jebsen

»Neuwebungen von Gebrauch­stoffen nach Bauhaus­entwürfen und der Wand­behang (sogenannte »5 C höre«) von Gunta Stölzl«

In ihrem Vortrag wird Katharina Jebsen über die besonderen Herausforderungen bei der Neuwebung von Gebrauchsstoffen nach Bauhausentwürfen sprechen und einen anschaulichen Einblick in die webtechnischen und kunsthistorischen Hintergründe und in ihre Werkstatt gewähren. Ausführlich wird sie auf die Neuwebung des Jacquardwandbehangs (sogenannte "5 Chöre") von Gunta Stölzl eingehen.

Katharina Jebsen ist freischaffende Textilgestalterin und lehrt im Fach Materialtechnologie an der Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein. Sie wurde für ihre Projekte und Arbeiten mehrfach ausgezeichnet (u. a. designpreis halle 2010, bundespreis ecodesign 2013, Sächsischer Staatspreis für Design 2012 und 2014, FINALIST NEWCOMER beim German Design Award 2015). Katharina Jebsen realisierte 2017 die textile Erstausführung (vollständige textile Gestaltung, technische Planung und Programmierung; Ausführung am Handjacquard nach detaillierten Vorgaben) nach einem Entwurf von Gunta Stölzl (Weberin und Leiterin der Weberei des Bauhauses Dessau). Am 2. September 2017 überreichte der kreis der freunde des bauhauses e.V. den Wandteppich an die Stiftung Bauhaus Dessau.

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Musiktheater

Katie Mitchell:
Zauberland

Deutsche Erstaufführung

Eine Begegnung mit Robert Schumanns Dichterliebe

Krieg in Nah-Ost. Eine junge Frau wartet irgendwo an der südlichen Grenze von Europa und hofft, in dieses Zauberland einreisen zu können – diese scheinbar magische Welt voll Sicherheit und Frieden. Doch die Vergangenheit, die Bilder ihrer brennenden Heimat, lassen sie nicht los …

Schumanns »Dichterliebe« – die Vertonung von 16 Gedichten von Heinrich Heine – ist ein Schlüsselwerk der deutschen Romantik. Der renommierte belgische Komponist Bernard Foccroulle und der weltweit gespielte, britische Dramatiker Martin Crimp stellen dem originalen Zyklus in seiner zeitlosen Schönheit 16 neu geschaffene, eigene Lieder gegenüber. Sie treten in einen poetisch-musikalischen Dialog zwischen gestern und heute, Orient und Okzident, der »Festung Europa« und den Ursprüngen unserer Zivilisation, die im östlichen Mittelmeerraum liegen. Der Gestus des Projektes klingt radikaler als er historisch ist – im 19. Jahrhundert entsprach es üblicher Aufführungspraxis, Zyklen durch Hinzufügung von Musik »aufzubrechen «.

Die Britin Katie Mitchell – eine der gefragtesten Regisseur*innen unserer Zeit – ist in Deutschland durch ihre Arbeiten u. a. an der Berliner Schaubühne und dem Deutschen Schauspielhaus in Hamburg bekannt. Ihre Produktionen wurden mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Die Uraufführung von »Zauberland« fand Anfang April an Peter Brooks legendärem Pariser Theater Bouffes Du Nord statt. In Weimar wird die Produktion erstmals außerhalb von Frankreich zu sehen sein. Die jung bereits gefeierte amerikanische Sopranistin Julia Bullock wird von Cédric Tiberghien am Flügel begleitet.

Musik: Robert Schumann, Bernard Foccroulle
Text: Heinrich Heine, Martin Crimp
Regie: Katie Mitchell
Ausstattung + Kostüm: Chloe Lamford
Licht: James Farncombe
Mit: Julia Bullock, Cédric Tiberghien und Ben Clifford, Natasha Kafka, David Rawlins, Raphael Zari
Produktion: C.I.C.T. – Théâtre des Bouffes du Nord
Koproduktion: Royal Opera London, La Monnaie / De Munt Bruxelles, Opéra de Lille, Lincoln Center for the Performing Arts Inc. New York, Le cercle des partenaires des Bouffes du Nord, Opéra de Rouen Normandie, University Musical Society of the University of Michigan Ann Arbor

Mit Unterstützung durch den Lyrical Creation Fund (SACD)

Karten: 20-40 € / ermäßigt ab 8 €

Dauer: 1h 15min

In deutscher und englischer Sprache mit deutschen Untertiteln
In German and English language with German subtitles

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Begleitveranstaltungen:
24.08 19:00 Einführung

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Performance

Ted Gaier + Gintersdorfer/Klaßen:
Weimar Cabaret

Performance / Musik

Uraufführung

»Weimar Cabaret« war ein Label für Unterhaltungsveranstaltungen von aus Deutschland vertriebenen Musiker*innen im London der 1930er Jahre und hat sich bis heute als Begriff in der englischen Theaterszene gehalten. 80 Jahre nachdem die NS-Wanderausstellung »Entartete Musik« in Weimar zu sehen war, widmet sich das Kunstfest der von den Nationalsozialisten verbotenen Musik der Weimarer Republik: Das Repertoire reicht von Brecht / Weill, über Eisler bis hin zu Holländer, Schönberg und Hindemith, aber auch in die jüdische, afro-amerikanische oder queere Musik hinein.

Wer nach theoretischen oder musikalischen Kriterien für den Begriff entartet sucht, wird bald merken, dass damit nicht die Musik, sondern viel mehr die künstlerische Arbeit von sogenannten Kulturbolschewisten gebranntmarkt wurde. Das Ensemble des Weimar Cabarets setzt sich aus der Performance- Gruppe um Gintersdorfer/Klaßen zusammen und hat sich seit Februar 2019 in einem Work in Progress auf die Suche nach dieser einst verbotenen, heute vielfach verschollenen Musik gemacht. So facettenreich wie das Ensemble, bestehend aus Musiker*innen, Performer*innen und Tänzer*innen verschiedener europäischer und afrikanischer Länder, sind auch die Musikgenres, in denen sie zuhause sind und der Blick auf das Erbe dessen, was die Nationalsozialisten paranoid zu verbannen versuchten.

Von: Ted Gaier + Gintersdorfer/Klaßen
Mit: Petros Bouras, Gotta Depri, Ted Gaier, Montserrat, Gardó Castillo, Hauke Heumann, Latoya Manly-Spain, Tucké Royal, Hans Unstern
Produktion: Gintersdorfer / Klaßen, Kunstfest Weimar
Förderung: Thüringer Staatskanzlei

Freier Eintritt

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Gala

Kunstfest-Gala

Das Kunstfest Weimar und das Grand Hotel Russischer Hof laden zum gesellschaftlichen Höhepunkt der Weimarer Festivalsaison: Ein Gala-Empfang in Anwesenheit von Künstler*innen und Gästen des Kunstfests. Im festlichen Ambiente des Grand Hotels werden Kunstfest-Künstler*innen mit kleinen musikalischen Beiträgen zwischen Liedgut, Jazz und Klassik aufwarten.

nach der Premiere von »Zauberland«

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Tanz

Cathy Krier & Elisabeth Schilling:
Skizzen zu Ligeti

Die »Études« des bedeutenden ungarischen Komponisten György Ligeti sind kurze, technisch und musikalisch ungemein schwierige Stücke für Piano solo. Ligeti bezeichnete sie selbst einmal als in einem pianistischen Sinne »wuchernde Organismen«. Die Choreografin und Tänzerin Elisabeth Schilling und die Pianistin Cathy Krier versuchen in ihrer als Work in Progress angelegten Tanzrecherche, Tanz und Musik ineinander wachsen zu lassen, ohne der Versuchung einer programmatischen, stückweisen Interpretation zu erliegen. Während die Stücke also wechseln, ist der choreografische Fluss ununterbrochen, so dass der Tanz ein Muster aus Kontrast und Anverwandlung an die Musik bildet. Die Luxemburgerin Cathy Krier ist eine international agierende Solopianistin, die u. a. regelmäßig mit dem renommierten Orchestre Philharmonique du Luxembourg gastiert. Elisabeth Schilling, die als Tänzerin u. a. in Repertoirestücken bei Kompanien wie Sasha Waltz, Trisha Brown und dem Scottish Dance Theatre zu sehen war, ist mittlerweile auch als Nachwuchschoreografin preisgekrönt. Das Projekt wird in Weimar als Recherche-Etappe – also noch nicht fertige Produktion – zu sehen sein und so ist ein Probensaal ein passender Spielort.

Choreografie: Elisabeth Schilling
Tanz: Elisabeth Schilling
Klavier:Cathy Krier
Musik: György Ligeti
Gastspielförderung: Botschaft von Luxemburg

Karten: 6 €
Dauer: ca. 20 min, keine Pause

Keine Sprachkenntnisse erforderlich
No language skills required

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

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Ausstellung

Maxim Didenko & A. J. Weissbard:
The Children of Bauhaus

Ausstellung / Installation

Uraufführung

Hitze Kälte Apparate

Der russische Theatermacher Maxim Didenko kehrt 2019 zum Kunstfest zurück. Mit dem bildgewaltigen Theaterabend »Tschapajew und Pustota« voller choreografischer Musikalität war der Künstler 2017 in Weimar zu erleben. Nun arbeitet er zusammen mit dem amerikanischen Künstler A. J. Weissbard, der für seine spartenübergreifenden Licht- und Rauminstallationen für Theater, Oper, Architektur und Mode bekannt ist. Wie vielseitig das künstlerische Schaffen Maxim Didenkos ist, zeigt eine performative Videoinstallation, die ihren Ausgangspunkt in der Beschäftigung mit den gemeinschaftlichen Ritualen und künstlerischen Zusammenkünften am historischen Bauhaus in Weimar hat.

Hitze Kälte Apparate

Der Mensch und seine technischen Umgebungen sind unentwirrbar miteinander verflochten, oft verschmelzen sie sogar. Immer mehr technische Apparate und Systeme interagieren mit uns. Seit dem Bauhaus ist es nicht leichter geworden, die Frage zu beantworten, was Natur ist. Deuteten sich in den 1920er Jahren die heute unauflösbaren Verbindungspunkte von Mensch und Technik eher ästhetisch-visionär erst an, so wird uns im Zeitalter der Digitalisierung nun vollständig bewusst, wie eng Mensch und Technik miteinander verbunden und durch nichts mehr zu trennen sind. Alles ist Gestaltung. Was aber ist dann Natur?

Das Projekt »Hitze Kälte Apparate. Versuche am Gleichgewicht« beschäftigt sich seit 2018 in Ausstellungen, Publikationen und Gesprächsveranstaltungen mit dem historischen Bauhaus in Weimar und dessen Wirkungen auf die Kunst und Kultur der Gegenwart. In diesem Jahr haben die Kurator*innen vier international bekannte Künstler*innen bzw. Künstlerkollektive eingeladen sich mit der Verunsicherung, aber auch den Potenzialen zwischen Menschsein und technischem Sein zu beschäftigen. Und damit auch mit den kulturellen und geistigen Temperaturen und dem Begriff der Natur am Bauhaus. Während 2018 das Motiv von Hitze und Kälte auf die Auseinandersetzung am frühen Bauhaus bezogen wurde, auf Farbe und Farblehren, auf Formwerdung und Formgebung, auf Gleich- und Ungleichgewichte in ästhetischen und gesellschaftlichen Facetten, so sollen in diesem Jahr mit den Begriffen Hitze und Kälte Naturverständnisse am Bauhaus betrachtet werden.

In drei aufeinanderfolgenden Kurzzeit-Ausstellungen und einer durchgängigen Videoinstallation sowie durch Gesprächsveranstaltungen und eine Publikation wird gefragt: Wie kommen wir mit dem Bauhaus dem Phänomen auf die Schliche, das wir Natur nennen? Was ist Natur angesichts der scheinbaren Überlegenheit und Verfügbarkeit technischer Systeme?

Hitze Kälte Apparate
Konzept: Maxim Didenko und A.J. Weissbard
Kuration: Janek Müller, Niklas Hoffmann-Walbeck, Pamela Schlewinski
Künstler*innen: Jenny Brockmann, Maxim Didenko & A.J. Weissbard, Kris Verdonck / A Two Dogs Company, Thom Luz
Produktion: Kunstfest Weimar
Förderung: Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus Heute« / Projekt »Hitze Kälte Apparate«

Mit freundlicher Unterstützung durch die Klassik Stiftung Weimar

Freier Eintritt

Information:
25.8. 17:00 Vernissage
Hitze-Kälte-Gespräche: So 25.8. 16:00, Sa 31.8. 16:00, So 1.9. 16:00

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Konzert

Staatskapelle Weimar:
1. Sinfonie­konzert

Uraufführung

George Alexander Albrecht: »Sinfonia di due mondi« für großes Orchester und Mezzosopran auf Texte von Ulla Hahn Johannes Brahms: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d‑Moll op. 15

Dem instrumentalen Können und der technischen Virtuosität der Staatskapelle Weimar gedenkend, hat ihr Ehrendirigent George Alexander Albrecht, der mit Kammermusik, Liedern, Chören, einem Oratorium und einer Oper in den vergangenen Jahren verstärkt als Komponist von sich hören machte, dem Orchester nun seine erste Sinfonie auf den Leib geschrieben. Dabei thematisiert er, basierend unter anderem auf Texten der zeitgenössischen Autorin Ulla Hahn, den Widerstreit zwischen einer idealen Welt der Kunst und des Geistes und einer Realität, die von Spott, Zweifel, Verachtung und Profitdenken dominiert wird. Doch die Musik findet nach scheinbarer Hoffnungslosigkeit ihre Antwort in der Stille.

Das Programm komplettiert Brahms’ 1. Klavierkonzert, das einen Meilenstein auf dem musikalischen Weg des Komponisten markiert. Erwachsen aus Skizzen zu einer Sonate für zwei Klaviere und dann einer Sinfonie, ist das virtuose Werk, das mit Kontrastreichtum und Klangfülle fasziniert, gekennzeichnet durch seine quasi sinfonische Dichte der Themenverarbeitung im dialogischen Miteinander von Solist und Orchester. Eine echte Revolution der Gattung!

Dirigent: Marc Albrecht
Mit: Staatskapelle Weimar
Solisten*innen: Sayaka Shigeshima (Mezzosopran), Simon Trpceski (Klavier)

Einführung: 45 min vor Vorstellungsbeginn im Flügelsaal
Karten: 20 – 40 € / ermäßigt ab 8 €

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

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Lesung

Rabii Brahim / Hamdi Dridi / Wasim Ghrioui / Anis Hamdoun / Wihad Suleiman:
Generating Gathering

Lesung / Gespräch/ Public Art

Ein Netzwerktreffen

Die Umbrüche der letzten Jahre haben Künstler*innen vielerlei Herkunft nach Europa und nach Deutschland gebracht. Diese im schrecklichen Kontext so positive Entwicklung ermöglicht ungeahnte neue Zusammenarbeit im Theater, Film, Literatur, Tanz und einfach im Austausch von Perspektiven auf die jetzt gemeinsame europäische Gegenwart.

Zu »Generating Gathering« lädt das Kunstfest fünf multidisziplinäre Künstler*innen aus Syrien und Palästina ein, um Kolleg*innen aus Thüringen, anderen Menschen mit Fluchterfahrung und dem Kunstfest-Publikum zu begegnen – in Workshops, Interventionen und öffentlichen Diskussionen. Unsere fünf Gäste sind Theaterautor*innen und -regisseur*innen, Maler*innen, Dramaturg*innen, Tänzer*innen und Choreograf* innen, und ihr Auftritt ruft auf zum Hinterfragen der gemeinhin angenommenen Komponente ihrer Identität als Krisenkünstler*innen.

Konzept + Umsetzung: Lydia Ziemke (Suite42) mit Unterstützung der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft
Förderung: Thüringer Staatskanzlei

Die Produktion ist Teil des Projekts »Performance beyond two shores« - gefördert von der europäischen Kommission im Rahmen des Programms »Creative Europe«

Mit freundlicher Unterstützung durch Stellwerk Weimar e.V.

Freier Eintritt

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Gespräch

Enkhbat Rozoon, Marina Weisband:
Demokratie fällt nicht vom Himmel – wie ermutigt man Menschen?

Enkhbat Roozon ist ein Unternehmer, Verleger und politischer Publizist, der sich in seiner Arbeit für eine Modernisierung des mongolischen Bildungssystems sowie die Stärkung der Zivilgesellschaft und der kritischen Öffentlichkeit gegenüber den politischen Parteien einsetzt. Dabei geht es ihm vor allem um die Förderung von mehr Autonomie und Mündigkeit jedes Bürgers und jeder Bürgerin. Eine Grundvoraussetzung dazu sieht er in der Reform und Modernisierung des mongolischen Bildungssystems. Gemeinsam mit der Bildungsexpertin Marina Weisband wird er über Ermutigung zur Eigenverantwortung und zum zivilisierten Streit in einer Demokratie diskutieren. Wie lassen sich demokratisches Denken und demokratische Kompetenzen fördern? Wie Mitbestimmung stärken? Die Diskussion soll dabei auch die Entwicklung postkommunistischer Länder berücksichtigen.

Moderation: Elisabeth Ruge
Produktion: Goethe-Institut, Kunstfest Weimar

Karten: 10 € / ermäßigt ab 6 €
Dauer: 90 min

Knowledge of German language required

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Film

Stummfilm­festival:
Die Dame, der Teufel und die Probier­mamsell

Die Dame, der Teufel und die Probier­mamsell (D, 1919) Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme (D, 1918)

1. Film:

Bevor Robert Wiene seinen Klassiker Das Cabinet des Dr. Caligari (D, 1919/20) inszenierte, arbeitete er als Drehbuchautor eng mit Rudolf Biebrach zusammen und schrieb allein 18 Drehbücher für Henny-Porten-Filme. Ihre schauspielerische Vielseitigkeit gab Wiene Gelegenheit, sich in verschiedenen Sparten zu üben und im Jahr 1919 war sein Ruf als »Autor und Regisseur der Henny-Porten-Filme« (Der Film, 19.07.1919) bereits gefestigt.

Besessen von einem Hermelinmantel träumt eine junge Probiermamsell (altertümlich für Mannequin) vom reichen Käufer in der Gestalt des Teufels, der ihr den Mantel als Versuchung anbietet. Furchtlos trotzt sie den Gefahren der Unterwelt und meistert schließlich alle Mutproben. Wieder erwacht scheint sich das Erträumte zu verwirklichen, denn ein achttägiger Rollentausch mit der Baronin lässt das Objekt der Begierde in greifbare Nähe rücken. Während die vertauschten und angenommenen Identitäten zum festen Inventar seiner Komödien gehören, bedient sich Wiene hier bereits mythologischer Motive und spielt mit der Verwirrung zwischen Traum und Realität.

Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt 24 Vorführungen in den Reform Licht-Spielen (28.02. – 06.03.1919).

Im Anschluss folgt als Hauptfilm Richard Oswalds Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme (D, 1919). Der Eintrittspreis gilt für beide Filmvorführungen.

2. Film:

In Richard Oswalds fragmentarisch erhaltener Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Margarete Böhme flüchtet sich die ausgestoßene Heldin Dida Ibsen, gespielt von der schon zu Lebzeiten legendären Tänzerin Anita Berber, in eine sadomasochistische Zwangsehe mit einem Tropenfahrer.

Richard Oswald gilt neben Otto Rippert als der wichtigste Vertreter der sogenannten Aufklärungs- und Sittenfilme, welche bereits während des Ersten Weltkrieges zum Zwecke einer Verbesserung der hygienischen Lebensverhältnisse der größtenteils verarmten und an Infektionskrankheiten leidenden Bevölkerung vom Reichskriegsministerium staatlich gefördert wurden. Als im November 1918 die Volksräte die Zensur abschafften, verschoben sich die Filme in Richtung Voyeurismus und zogen mit ihren kalkulierten Tabubrüchen die Masse entlassener Soldaten an, die sich Freizügigkeit und Nacktszenen erhofften. Obwohl Oswalds Filme konservativer ausfielen als die Werbung suggerierte, wurden sie von beamteten Zeitgenossen vehement skandalisiert und weckten Befürchtungen vor einer Aufweichung der traditionellen Geschlechterordnung.

Als Vorfilm wird Rudolf Biebrachs Komödie Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell (D, 1919) nach dem Drehbuch von Robert Wiene gezeigt. Der Eintrittspreis gilt für beide Filmvorführungen.

Schock der Freiheit

Mit der Gründung der Weimarer Republik beginnt auch für das Weimarer Kino das goldene Zeitalter des deutschen Films. Nach der Kaiserherrschaft und den Schrecken des Ersten Weltkriegs spiegelt sich der plötzliche »Schock der Freiheit« (Siegfried Kracauer) in den eskapistischen Lustspielen, glamourösen Spektakeln und düsteren Leinwandfantasien des Films. Anhand der rekonstruierten Spielpläne der lokalen Kinos »Scherffs Lichtspielhaus« und »Reform Licht-Spiele« zeigen das Lichthaus Kino, die Bauhaus-Universität Weimar, das Kunstfest Weimar und das Weimarer Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit international renommierten Musiker*innen und Gästen eine Stummfilm-Retrospektive mit seltenen Werken, die sich vor genau 100 Jahren als Publikumsmagneten erwiesen und an das filmische Kulturerbe aus der Perspektive der Stadt Weimar erinnern. Historische Wochenschauen ergänzen die Hauptfilme.

Weitere Stummfilme mit Live-Musik in der Retrospektive »Schock der Freiheit«:

27.8., 19:45
Pax Æterna. Der ewige Frieden (DK, 1917)

28.8., 19:45
Rose Bernd (D, 1919)

31.8., 19:45
Im deutschen Sudan (D, 1917)

1.9., 15:00
Der Rattenfänger von Hameln (D, 1918) u.a. Kurzfilme

1.9., 19:45
Der grüne Vampyr (D, 1918/19) & Die
Austernprinzessin (D, 1919)

3.9., 19:45
Veritas Vincit. Die Wahrheit siegt! (D, 1918/19)

4.9., 19:45
Opium (D, 1918)

5.9., 19:45
Die Spinnen 1. Teil: Der goldene See (D, 1919)

Richard Siedhoff

Richard Siedhoff begleitete seit 2008 mehr als 300 Stummfilmklassiker mit Eigenkompositionen und konzipierten Improvisationen am Klavier und gilt als einer der gefragtesten Nachwuchstalente auf seinem Gebiet. Er gastiert regelmäßig auf den ‚Internationalen Stummfilmtagen Bonn‘, im Filmmuseum München und zahlreichen Stummfilmevents im In- und Ausland und hat zahlreiche seiner Musiken für DVD-Veröffentlichungen eingespielt. Er tritt auf Festivals in der Schweiz, Österreich, Italien, Schottland, Thailand und Süd Korea auf. Vermehrt schreibt Siedhoff auch Stummfilmbegleitungen für Kammerensemble und Orchester. Daneben bespielt er viele kleine Kultureinrichtungen mit 16mm-Fiilmkopien aus seiner umfangreichen Sammlung. Richard Siedhoff ist Hauspianist im Lichthaus Kino Weimar, dessen Stummfilmprogramm er kuratiert. Zudem ist er als Komponist, Pianist und Darsteller für Film, Theater und Kabarett tätig. Richard Siedhoff ist Composer in Residence des Metropolis Orchesters Berlin - Das Kinoorchester.

www.richard-siedhoff.de

1. Film: Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell
Regie: Rudolf Biebrach
Drehbuch: Robert Wiene
Darsteller*innen: Henny Porten, Alfred Abel
Live-Musik: Richard Siedhoff

2. Film: Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme
Regie + Drehbuch: Richard Oswald
Darsteller*innen: Anita Berber, Conrad Veidt, Werner Krauß
Live-Musik: Richard Siedhoff

Stummfilmfestival - Schock der Freiheit
Idee + Konzeption: Dr. Simon Frisch, Gerrit Heber, Katrin Richter, Bauhaus-Universität Weimar / Sven Opel +Dirk Heinje, Lichthaus GmbH / Dr. Jens Riederer, Stadtarchiv Weimar / Richard Siedhoff
Förderung: Thüringer Staatskanzlei, Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land, Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Stadt Weimar, Bauhaus-Universität Weimar, Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar, Weimarer Republik e.V.

Eine Veranstaltungsreihe von Lichthaus Kino, Bauhaus-Universität, Stadtarchiv Weimar und Kunstfest Weimar

Karten für beide Filme: 10 € / ermäßigt 7 €

Dauer: 60 min (1) / 55 min (2)

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

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Lesung

Doğan Akhanlı:
»Der letzte Traum von Madonna«

Der Schriftsteller Doğan Akhanlı lebt seit 1992 als freier Autor in Köln. Er liest gemeinsam mit dem Übersetzer Recai Hallaç und der Schauspielerin Nadja Robiné aus dem DNT-Ensemble aus seinem soeben in deutscher Sprache erschienen Roman »Der letzte Traum von Madonna«. Das Buch dreht sich um die Erinnerung an das Schiff Struma, das 1942 im Schwarzen Meer versenkt wurde und 769 jüdische Flüchtlinge in den Tod riss. Das anschließende Gespräch mit dem Chefdramaturgen der UFA Thomas Laue gibt einen persönlichen Einblick in das wechselvolle Leben Akhanlıs, in dessen Zentrum das Engagement für Menschenrechte und Erinnerungskultur steht. Akhanlı reist seit 2005 nach Armenien, um dort mit seinen Freund*innen zur Verständigung zwischen den armenischen, türkischen und kurdischen Menschen beizutragen.

Moderation: Thomas Laue
Übersetzung: Recai Hallaç
Produktion: Goethe-Institut, Kunstfest Weimar

Mit freundlicher Unterstützung durch die Klassik Stiftung Weimar

Karten: 10 € / ermäßigt ab 6 €
Dauer: 90 min

Knowledge of German language required
Barrierefreier Zugang

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Tanz

Ali Chahrour:
Layl – Nacht

In »Layl« geht es um die junge, die aufkeimende Liebe, die – ersten Prüfungen ausgesetzt – umso leichter zerrissen werden kann. Motivisch bezieht sich Ali Chahrour dabei auf Paare, die im kulturellen Gedächtnis der Levante und Mesopotamiens haften geblieben sind, weil sie mit ihrem Schicksal gegen soziale oder religiöse Konventionen verstießen und dafür ihre Strafe erhielten: physische Qual, ewige Trennung. Chahrour bezeichnet seine neue, choreografische Arbeit als ein »Tanz- Konzert«. Ausgangsmaterial für die Recherche waren unterschiedliche Texte großer schiitischer und vorislamischer Dichter, so auch die des Persers Hafez, mit dem sich Goethe im »West-östlichen Divan« auseinandersetzte. Damit knüpft der Abend auch an das Jubiläum der 200. Veröffentlichung von Goethes Gedichtsammlung an.

»Layl« ist Ali Chahrours fünfte Arbeit im fünften Jahr seiner Kunst. 2018 schloss er seine weltweit auf Festivals gefeierte Trilogie ab, die sich den Ritualen um Tod, Trauer und der damit verbundenen Körperlichkeit im schiitischen Islam widmete. Im nun beginnenden Werkzyklus geht es um die unterschiedlichen Ausdrucksformen von Liebe und Leidenschaft sowohl in der vorislamischen Zeit, als auch um die Bedeutungsverschiebungen im Laufe der Entwicklung des Islam bis in die Neuzeit. Das Kunstfest Weimar ist mit dem 29-jährigen Ali Chahrour verabredet, den gesamten neuen Zyklus in den kommenden Jahren jeweils als deutsche Erstaufführung zu präsentieren.

Regie + Choreografie: Ali Chahrour
Textadaption: Hala Omran, Junaid Sarieddine
Musik: Sharif Sehnaoui, Simona Abdallah, Aya Metwalli
Sounddesign: Khyam Allami
Licht: Guillaume Tesson
Kostüm: Ahmed Amer
Produktion: Ali Chahrour

Koproduktion: Zoukak Theatre Company, Arab Arts Focus, Studio Emad Eddin, Ford Foundation, Fonds de Dotation du Quartz (Brest), Züricher Theater Spektakel, Kunstfest Weimar

Gastspielförderung: Goethe-Institut, Klassik Stiftung Weimar

Publikumsgespräch am 28.8. im Anschluss an die Vorstellung

Karten: 17,50 € / ermäßigt ab 8 €
Dauer: 1h 15 min

In arabischer Sprache mit deutscher Übersetzung/ In Arabian language with German translation

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Begleitveranstaltungen:
27.08 19:30 Einführung
28.08 Publikumsgespräch

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Ausstellung

Kris Verdonck:
DETAIL

Deutsche Erstaufführung

Hitze Kälte Apparate

Ein großer Felsbrocken hängt an einem Seil von der Decke. Sobald die Sonne scheint, setzt er sich kreisend in Bewegung um sich selbst. »DETAIL« ist eine Installation des belgischen Theaterkünstlers Kris Verdonck. Beim Kunstfest erlebt sie ihre Weltpremiere. Ein geschlossener Kreislauf von faszinierender, aber nur scheinbarer Einfachheit. Im Spannungsfeld von Poesie und Technik, Gewicht und Bewegung, Masse und Energie greift die Installation fundamentale Fragen des Lebens auf. Der kreisende Felsbrocken wird somit zum Sinnbild für Beschleunigung und Erschöpfung, Fortschritt und Vergänglichkeit. Schon Walter Gropius prognostizierte, dass die menschlichen Kräfte, die Natur zu verändern, so gewaltig werden könnten, dass das, was wir durch technologische Entwicklungen gewinnen, nicht mehr im Verhältnis dazu steht, was wir durch sie verlieren könnten.

Hitze Kälte Apparate

Der Mensch und seine technischen Umgebungen sind unentwirrbar miteinander verflochten, oft verschmelzen sie sogar. Immer mehr technische Apparate und Systeme interagieren mit uns. Seit dem Bauhaus ist es nicht leichter geworden, die Frage zu beantworten, was Natur ist. Deuteten sich in den 1920er Jahren die heute unauflösbaren Verbindungspunkte von Mensch und Technik eher ästhetisch-visionär erst an, so wird uns im Zeitalter der Digitalisierung nun vollständig bewusst, wie eng Mensch und Technik miteinander verbunden und durch nichts mehr zu trennen sind. Alles ist Gestaltung. Was aber ist dann Natur?

Das Projekt »Hitze Kälte Apparate. Versuche am Gleichgewicht« beschäftigt sich seit 2018 in Ausstellungen, Publikationen und Gesprächsveranstaltungen mit dem historischen Bauhaus in Weimar und dessen Wirkungen auf die Kunst und Kultur der Gegenwart. In diesem Jahr haben die Kurator*innen vier international bekannte Künstler*innen bzw. Künstlerkollektive eingeladen sich mit der Verunsicherung, aber auch den Potenzialen zwischen Menschsein und technischem Sein zu beschäftigen. Und damit auch mit den kulturellen und geistigen Temperaturen und dem Begriff der Natur am Bauhaus. Während 2018 das Motiv von Hitze und Kälte auf die Auseinandersetzung am frühen Bauhaus bezogen wurde, auf Farbe und Farblehren, auf Formwerdung und Formgebung, auf Gleich- und Ungleichgewichte in ästhetischen und gesellschaftlichen Facetten, so sollen in diesem Jahr mit den Begriffen Hitze und Kälte Naturverständnisse am Bauhaus betrachtet werden.

In drei aufeinanderfolgenden Kurzzeit-Ausstellungen und einer durchgängigen Videoinstallation sowie durch Gesprächsveranstaltungen und eine Publikation wird gefragt: Wie kommen wir mit dem Bauhaus dem Phänomen auf die Schliche, das wir Natur nennen? Was ist Natur angesichts der scheinbaren Überlegenheit und Verfügbarkeit technischer Systeme?

Konzept: Kris Verdonck
Dramaturgie: Kristof Van Baarle
Technische Koordination: Jan Van Gijsel
Konstruktion: Koen Roggen
Software + Elektronik: Vincent Malstaf
Förderung: Flemish Authorities, Flemish Community Commission (VGC)

Hitze Kälte Apparate
Kuration: Janek Müller, Niklas Hoffmann-Walbeck, Pamela Schlewinski
Künstler*innen: Jenny Brockmann, Maxim Didenko & A.J. Weissbard, Kris Verdonck / A Two Dogs Company, Thom Luz
Produktion: Kunstfest Weimar
Förderung: Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus Heute« / Projekt »Hitze Kälte Apparate«
Mit freundlicher Unterstützung durch die Klassik Stiftung Weimar

Freier Eintritt

täglich von 10:00-17:00 geöffnet

28.8. 16:00 Vernissage und Künstlergespräch

Hitze-Kälte-Gespräche
So 25.8. 16:00
Sa 31.8. 16:00
So 1.9. 16:00

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Film

Shirin Neshat:
»Auf der Suche nach Oum Kulthum«

Die Ägypterin Oum Kulthum gilt wegen ihrer markanten Stimme und charismatischen Ausstrahlung als die »Maria Callas des Orients« – auch wenn sie mit ihrem Repertoire die Traditionen orientalischer Musik fortschrieb. Sogar über 40 Jahre nach dem Tod wird die Sängerin im arabischen Raum als berühmteste Künstlerin des 20. Jahrhunderts verehrt. Von den 1930ern bis in die 1970er Jahre füllte sie mit ihren Liedern große Konzerthallen. Die iranische Künstlerin Shirin Neshat verbindet in ihrem zweiten Spielfilm die Emanzipationsgeschichte der Sängerin mit der Situation von Frauen in der muslimischen Welt von heute. Neshat, die sich unter anderem mit Videoinstallationen einen Namen gemacht hat und im Exil lebt, gilt als Vorreiterin eines muslimischen Feminismus, für ein selbstbestimmtes Leben ohne männliche Einmischung.
ENGLISH

Regie + Drehbuch: Shirin Neshat, Shoja Azari
Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Goethe Institut

Filmgespräch im Anschluss an die Vorstellung

Karten: 10 € / ermäßigt ab 6 €
Dauer: 90 min

In englischer und arabischer Sprache mit deutschen Untertiteln
In English and Arabian language with German subtitles

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Begleitveranstaltungen:
28.08 19:30 Shirin

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Vortrag

Improvisierte Filmmusik (Einführungs­vortrag)
»Fabrik magischer Momente. Der Film im Bauhaus«

Einführungsvortrag für das Bauhaus-Konzert am 29.8., 20:00 Uhr: Lichtspiele / Improvisierte Filmmusik

mit Thomas Tode (Hamburg)

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Performance

Benjamin Verdonck:
Kurzstücke / Gille learns to read

Eigene Kinder lösen bei ihren Eltern einen lebenslangen kreativen Prozess aus. Benjamin Verdonck ist ein Zeuge dieser Erfahrung und »Gille learns to read« das Resultat. Entstanden ist das zehnminütige Stück nach einer Unterhaltung mit seiner Tochter, die seine künstlerischen Arbeiten als nichtssagend abqualifizierte. Verdonck stellte sich mit all seiner Ernsthaftigkeit dieser kindlichen Fundamentalkritik und entwickelte für seine Tochter einen erstaunlichen Wunderkasten in Koffergröße, der eine Miniaturmetropole enthält und als Marionettentheater mit geometrischen Formen funktioniert. Doch das eigentliche Thema des Abends ist das Gedankenexperiment um Schrödingers Katze …

Das Werk von Benjamin Verdonck ist von anarchischem Humor, intelligenter Quertreiberei und ungebändigter Fantasie geprägt – das gilt für seine abendfüllenden Projekte genauso wie für die Kurzstücke, für die er berühmt ist. Das Kunstfest Weimar zeigt in diesem Jahr eine Werkschau von vier Kurzstücken des flämischen Künstlers, die als Zyklus empfohlen, aber auch einzeln angeschaut werden können. Gemein haben die vier Aufführungen, dass sie jeweils einen völlig eigenen künstlerischen Bedeutungskosmos entwickeln.

Konzept + Regie: Benjamin Verdonck
Produktion: Toneelhuis, KVS

Karten: je 5 € / Kombiticket für 4 Vorstellungen 16 €
Dauer: je ca. 15 min

begrenzte Platzkapazität, frühzeitige Buchung empfohlen

In englischer Sprache mit deutscher Übersetzung auf Anfrage
In English language with German synopsis upon request


Weitere Kurzstücke:

Do 29.8.
18:45 One More Thing
19:30 Sag mir wo die Blumen sind
20:15 Waldeinsamkeit

Fr 30.8.
18:45 One More Thing
19:30 Sag mir wo die Blumen sind
20:15 Waldeinsamkeit

Sa 31.8.
15:45 One More Thing
16:30 Sag mir wo die Blumen sind
17:15 Waldeinsamkeit

So 1.9.
15:45 One More Thing
16:30 Sag mir wo die Blumen sind
17:15 Waldeinsamkeit

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Performance

Benjamin Verdonck:
Kurzstücke / One More Thing

An sich hat diese Produktion alles, was man sich von einem richtigen Theaterabend erwartet: Eine Bühne mit wechselnden Kulissen, Worte, die über farbige Flächen gleiten, Vorhänge, die sich öffnen und schließen. Doch steigt diese Bühne aus einem großen Koffer hervor. Auch erfahrenes und alles gewöhntes Publikum wird sich die Augen reiben und aus dem Staunen nicht herauskommen, was für ein Zauberding so eine kleine Bühne doch sein kann.

Das Werk von Benjamin Verdonck ist von anarchischem Humor, intelligenter Quertreiberei und ungebändigter Fantasie geprägt – das gilt für seine abendfüllenden Projekte genauso wie für die Kurzstücke, für die er berühmt ist. Das Kunstfest Weimar zeigt in diesem Jahr eine Werkschau von vier Kurzstücken des flämischen Künstlers, die als Zyklus empfohlen, aber auch einzeln angeschaut werden können. Gemein haben die vier Aufführungen, dass sie jeweils einen völlig eigenen künstlerischen Bedeutungskosmos entwickeln.

Konzept + Regie: Benjamin Verdonck
Produktion: Toneelhuis, KVS
Koproduktion: Kunstenfestivaldesarts, NXTSTP, Steirischer Herbst

Mit Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union

Karten: je 5 € / Kombiticket für 4 Vorstellungen 16 €
Dauer: je ca. 15 min

begrenzte Platzkapazität, frühzeitige Buchung empfohlen

In englischer Sprache mit deutscher Übersetzung auf Anfrage
In English language with German synopsis upon request


Weitere Kurzstücke:

Do 29.8.
18:00 Gille learns to read
19:30 Sag mir wo die Blumen sind
20:15 Waldeinsamkeit

Fr 30.8.
18:00 Gille learns to read
19:30 Sag mir wo die Blumen sind
20:15 Waldeinsamkeit

Sa 31.8.
15:00 Gille learns to read
16:30 Sag mir wo die Blumen sind
17:15 Waldeinsamkeit

So 1.9.
15:00 Gille learns to read
16:30 Sag mir wo die Blumen sind
17:15 Waldeinsamkeit

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Theater

Falk Richter:
I am Europe

80 Jahre nach der Katastrophe – dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs – und 30 Jahre nach dem Mauerfall – dem Ende der Nachkriegszeit – scheint die Idee eines geeinten Europas gefährdeter denn je. Gesellschaften driften auseinander, ein Leben zwischen Angst und Aufbruch. Intoleranz, Zynismus und Rechtspopulismus beherrschen den öffentlichen Diskurs, wie es vor wenigen Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre. Zugleich werden die alten Konzepte von Heimat und Familie von immer mehr Menschen individuell neu definiert und bei vielen macht sich ein neues Bewusstsein dafür breit, dass wir unser Zusammenleben neu erfinden müssen. In dieser Situation des Zwiespalts formuliert ein junges paneuropäisches Performance- Ensemble: »I am Europe«.

»Wie hat sich Europa in die Biografien der jungen Performer eingeschrieben? Wie leben sie die Konzepte von Heimat, Familie, Religion und Gemeinschaft? Wie reflektieren sie sich selbst in einem Europa, in dem der demokratische Diskurs immer weiter von Demagogie und Hass verdrängt wird? Welche Utopien kann man diesen Entwicklungen entgegensetzen? Und wie wollen wir in Zukunft zusammen leben?« – so umreißt Falk Richter den Stoff dieser europäischen Koproduktion. Daraus hat er in seinem eigenen, ganz unnachahmlichen Stil ein Bühnenessay entworfen, welches kein Publikum unberührt lässt.

Richter – einer der renommiertesten deutschsprachigen Bühnenautor*innen und Regisseur*innen – wurde 2018 mit seiner Hamburger Jelinek-Uraufführung »Am Königsweg « zum Berliner Theatertreffen eingeladen und zugleich bei der »Theater heute«-Umfrage als Regisseur des Jahres ausgezeichnet. Seine Arbeiten sind immer interdisziplinär gedacht und so ist die Choreografie des in Berlin lebenden, israelischen Choreografen Nir de Volff ein prägendes Element des Abends.

Regie + Text: Falk Richter
Dramaturgie: Nils Haarmann
Bühne: Katrin Hoffmann
Choreografie: Nir de Volff
Mit: Lana Baric, Charline Ben Larbi, Gabriel Da Costa, Mehdi Djaadi, Khadija El Kharraz Alami, Douglas Grauwels, Piersten Leirom, Tatjana Pessoa
Musik: Matthias Grübel
Video: Aliocha Van der Avoort
Licht: Philippe Berthomé
Übersetzung: Anne Monfort
Regieassistenz: Christèle Ortu
Ausstattungsassistenz: Émilie Cognard

Eine Produktion des Théâtre National de Strasbourg in Kooperation mit: Odéon Théâtre de l’Europe Paris, Thalia Theater Hamburg, Théâtre de Liège, HNK Croatian National Theatre Zagreb, Comédie de Genève, NNT Theatre Companny Groningen, Emilia Romagna Teatro Fondazione Modena, Théâtre de Liège et DC&J Créations, Dramaten – The Royal Dramatic Theatre of Sweden

Gastspielförderung: Institut francais Deutschland, Bureau du Théâtre et de la Danse, Institut francais en thuringe, Erfurt

Karten: 20- 40 € / ermäßigt ab 8 €

Dauer: ca. 2h
In französischer, englischer, niederländischer, kroatischer, deutscher, portugiesischer und arabischer Sprache mit deutschen Untertiteln
In French, English, Dutch, Croatian, German, Portuguese and Arabian language with german subtitles

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Begleitveranstaltungen:
29.08 19:00 Einführung
29.08 Publikumsgespräch

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Performance

Benjamin Verdonck:
Kurzstücke / Sag mir wo die Blumen sind

Uraufführung

In seiner jüngsten Produktion bezieht sich Benjamin Verdonck auf das 15. Buch der Metamorphosen des Ovid, in dem der antike römische Dichter seine Überzeugung darlegt, dass nichts im Universum sterben kann, sondern jeweils nur aufhört in einer Form zu existieren und in einen anderen Zustand übergeht. Mit drei Vogue-Magazinen, Klebeband und Schere beweist Verdonck, dass Ovid bis heute damit recht behalten hat: Gegenstand seiner Betrachtungen sind nicht Arbeitsresultate, sondern das Unfertige, nicht zu Ende gedachte oder gescheiterte Kunstprodukt. Dabei überrascht, wie viele Perspektiven man diesem gebrauchten und nicht zu Ende gelebten Leben abgewinnen kann.

Das Werk von Benjamin Verdonck ist von anarchischem Humor, intelligenter Quertreiberei und ungebändigter Fantasie geprägt – das gilt für seine abendfüllenden Projekte genauso wie für die Kurzstücke, für die er berühmt ist. Das Kunstfest Weimar zeigt in diesem Jahr eine Werkschau von vier Kurzstücken des flämischen Künstlers, die als Zyklus empfohlen, aber auch einzeln angeschaut werden können. Gemein haben die vier Aufführungen, dass sie jeweils einen völlig eigenen künstlerischen Bedeutungskosmos entwickeln.

Konzept + Regie: Benjamin Verdonck
Produktion: Toneelhuis

Karten: je 5 € / Kombiticket für 4 Vorstellungen 16 €
Dauer: je ca. 15 min

begrenzte Platzkapazität, frühzeitige Buchung empfohlen

In englischer Sprache mit deutscher Übersetzung auf Anfrage
In English language with German synopsis upon request


Weitere Kurzstücke:

Do 29.8.
18:00 Gille learns to read
18:45 One More Thing
20:15 Waldeinsamkeit

Fr 30.8.
18:00 Gille learns to read
18:45 One More Thing
20:15 Waldeinsamkeit

Sa 31.8.
15:00 Gille learns to read
15:45 One More Thing
17:15 Waldeinsamkeit

So 1.9.
15:00 Gille learns to read
15:45 One More Thing
17:15 Waldeinsamkeit

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Konzert

Bauhaus-Konzerte:
Lichtspiele / Improvisierte Filmmusik

Walter Ruttmann (1887 – 1941)
Lichtspiel Opus I (1921)

Kurt Kranz (1910 – 1997)
Der heroische Pfeil (1930 / 1972)

Kurt Schwerdtfeger (1897 – 1966) / Rudolf Jüdes
Reflektorische Farblichtspiele D (1922 / 1967)

Viking Eggeling (1880 – 1925)
Symphonie diagonale (1921 – 1924/25)

Hans Richter (1888 – 1976)
Rhythmus 21 (1921 / 1923)

Eugéne Deslaw (1898 – 1966)
Les Nuits électriques (1928)

Hans Richter (1888 – 1976)
Vormittagsspuk (1928)

Die fünf Bauhaus-Konzerte nehmen aufeinander Bezug und folgen dem konzeptionellen Ansatz, ausgehend vom Aufbruchsgeist der Weimarer Bauhausjahre musikalisch-künstlerische Entwicklungslinien bis in die unmittelbare Gegenwart aufzuspüren und nachzuzeichnen.

Drei Konzerte (»Bauhaus → Black Mountain College Ⅰ–Ⅲ«) beschreiben den Weg von Weimar zum Black Mountain College in North Carolina. Die Schule, die bis 1957 existierte, kann als eine direkte Nachfolgeinstitution des Bauhauses gelten. Zwischen beiden Institutionen finden sich personelle Überschneidungen (z. B. Josef Albers, Xanti Schawinsky, Stefan Wolpe) und zahlreiche inhaltliche Parallelen. Beide setzten auf eine umfassende Bildung und wiesen dem Austausch zwischen den Künsten eine zentrale Rolle zu.

Obwohl es am Bauhaus Weimar keine Werkstatt für Musik gab, wurde das Verhältnis zwischen Musik und Bildender Kunst von Beginn an diskutiert und gestaltet, etwa in der Harmonisierungslehre von Gertrud Grunow, in den visuellen Transkriptionsversuchen von Paul Klee, den Übersetzungen musikalischer Strukturen ins Räumlich-Visuelle von Heinrich Neugeboren oder in Arbeiten von Kurt Schmidt (Formund Farborgel) und Josef Albers (Glasrelief Fuge). Das Bauhaus Weimar bündelte und verdichtete gewissermaßen den bestehenden Zeitgeist der Kunst der 1920er Jahre und thematisierte auch auf musikalischem Gebiet das Verhältnis zur Technik und zu neuen Möglichkeiten elektronischer und mechanischer Klangerzeugung. Die über das Black Mountain College zur Aktionskunst und der Raumkomposition der 1950er und 1960er Jahre bis hin zu Klanginstallationen der Gegenwart führende Entwicklung lässt sich durchaus als Bauhaus- Konzerte 113 folgerichtig begreifen. Im Rahmen der Konzerte erleben zwei vom Verein klangwerk am bauhaus e. V. in Auftrag gegebene und vom Bauhaus-Jubiläum inspirierte Kompositionen von Franz Martin Olbrisch (*1952) und Charlotte Seither (*1965) ihre Uraufführung. Neben diesen stellt eine Klanginstallation von Robin Minard (*1953) im Bauhaus-Museum Weimar den ohrenfälligen Gegenwartsbezug her.

Im Programm »Kandinsky ::: JaJa ДaДa« stehen freie Improvisationen und experimentelle Kompositionen aus dem Umfeld des Weimarer und Dessauer Bauhauses theatralischen Ausdeutungen der unbekannten Dichtungen Wassily Kandinkys, solchen des Dadaismus und der Lautpoesie unserer Tage gegenüber.

Das Programm »Lichtspiele« widmet sich schließlich den filmischen Belegen der Bauhaus-Zeit und sucht die improvisatorische Übersetzung der in sich schon musikalischrhythmisch- visuellen Ereignisse ins Akustische. Dabei kommen auch elektroakustische Blasinstrumente zum Einsatz, die im modernen Konzertbetrieb ihren Platz suchen.

Elizaveta Birjukova: Flöte
Christian Meissner: Violincello
Claudia Buder: Akkordeon
Vladimir Golouhov: Vibraphon
Sergey Letov: Saxophon, Yamaha WX-5, Roland Aerophone AE-10
Kuration: Prof. Christoph Ritter, Weimar
Konzeption, Kuration und Management der Konzertreihe und der Einführungsveranstaltungen: Christoph Ritter, eine Veranstaltungsreihe des klangwerk am Bauhaus e.V. und des Kunstfests Weimar

Klangwerk am Bauhaus e.V.: Der Verein Klangwerk am Bauhaus e.V. (gegründet 2017) veranstaltet Konzerte mit neuer Musik, Klanginstallationen und entwickelt genreübergreifende Projekte und Programme, die sich den universellen Denkansätzen des Bauhauses verpflichtet fühlen. Er pflegt Kontakte zu Komponist*innen und Klangkünstler*innen und vergibt Auftragswerke an diese.

Förderung: Thüringer Staatskanzlei im Musikfonds e.V.
mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung
für Kultur und Medien

Einführung zum Konzert:
Do 29.8., 17:30 mit Thomas Tode (Hamburg)
»Fabrik magischer Momente. Der Film im Bauhaus«
Einführungen zu den Konzerten finden in Zusammenarbeit mit dem Hotel Elephant Weimar statt

Weitere Konzerte in der Reihe »Bauhaus-Konzerte«:
23.8., 20:00 Bauhaus → Black Mountain College I
30.8., 20:00 Kandinsky:::JaJa ДaДa
1.9., 11:00 Bauhaus → Black Mountain College II
6.9., 20:00 Bauhaus → Black Mountain College III

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Performance

Benjamin Verdonck:
Kurzstücke / Wald­einsamkeit

Der deutsche Titel des Stückes bedarf im fremdsprachigen Ausland der Übersetzung – allein dass sich die Bedeutung von Waldeinsamkeit kaum mit einem Wort in andere Sprachen übertragen lässt. Gemeinhin wird Waldeinsamkeit als die tiefe Empfindung desjenigen beschrieben, der alleine in einem Wald spazieren geht, doch kann dieses Wort auch allgemeiner die Unsicherheit einer Person im Dunkeln oder an unübersichtlichen Orten beschreiben. Verdonck verwandelt den nachtschwarzen Spielort also in einen Raum, in einen Raum, in einen Raum, bevor er zu einem schwarzen Loch wird, das dann … Mehr wird nicht verraten!

Das Werk von Benjamin Verdonck ist von anarchischem Humor, intelligenter Quertreiberei und ungebändigter Fantasie geprägt – das gilt für seine abendfüllenden Projekte genauso wie für die Kurzstücke, für die er berühmt ist. Das Kunstfest Weimar zeigt in diesem Jahr eine Werkschau von vier Kurzstücken des flämischen Künstlers, die als Zyklus empfohlen, aber auch einzeln angeschaut werden können. Gemein haben die vier Aufführungen, dass sie jeweils einen völlig eigenen künstlerischen Bedeutungskosmos entwickeln.

Konzept + Regie: Benjamin Verdonck, Lucas van Haesbroeck
Produktion: Toneelhuis, Theaterfestival Boulevard

Karten: je 5 € / Kombiticket für 4 Vorstellungen 16 €
Dauer: je ca. 15 min

begrenzte Platzkapazität, frühzeitige Buchung empfohlen

In englischer Sprache mit deutscher Übersetzung auf Anfrage
In English language with German synopsis upon request


Weitere Kurzstücke:

Do 29.8.
18:00 Gille learns to read
18:45 One More Thing
19:30 Sag mir wo die Blumen sind

Fr 30.8.
18:00 Gille learns to read
18:45 One More Thing
19:30 Sag mir wo die Blumen sind

Sa 31.8.
15:00 Gille learns to read
15:45 One More Thing
16:30 Sag mir wo die Blumen sind

So 1.9.
15:00 Gille learns to read
15:45 One More Thing
16:30 Sag mir wo die Blumen sind

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Vortrag

Kandinsky ::: jaja ДaДa (Einführungs­vortrag)

»Kandinsky: Poesie zweier Welten – der Kontrast zwischen alltäglichen und geistigen Welten«

Einführungsvortrag für das Bauhaus-Konzert am 30.8., 20:00 Uhr: Kandinsky ::: jaja ДaДa

mit Prof. Dr. Boris Michailowitsch Sokolov (Moskau)

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Theater

Waël Ali:
Sous un ciel bas / Unter einem hängenden Himmel

Deutsche Erstaufführung

Jamal ist Dokumentarfilmer und lebt seit zehn Jahren in Frankreich. Er teilt das Schicksal vieler Syrer*innen, deren Heimat zerstört ist, deren einst vertraute Plätze von Kindheit und Jugend verloren sind. Jamal empfindet diesen Umstand schlicht als Verlust der eigenen Vergangenheit, die er versuchen will wiederzufinden und zurückzuerobern. Er beginnt durch Europa zu reisen und dies zu dokumentieren, um die weit verstreut lebenden Menschen zu finden, die er mit seiner Vergangenheit verbindet. Durch das Kameraobjektiv versucht er so seine eigene Geschichte wiederzuentdecken, zu bebildern, ihr Bedeutung zu verleihen und sie als Teil eines globalen Narrativs zu erzählen. Parallel dazu führt ihn sein Ringen um die Objektivierung seiner Biografie der Entwurzelung in die Archive, um zu verstehen, wo er herkommt: Die technokratisch verfassten Kolonialdokumente von der Staatsgründung Syriens lassen ihn, wie die Tagebücher eines alten Freundes, nicht mehr los.

Waël Ali ist ein in Syrien und Frankreich ausgebildeter Theatermacher und gehört mittlerweile zu den renommiertesten exilsyrischen Regisseur*innen der jüngeren Generation.

Das Projekt »Sous un ciel bas« entstand als europäische Koproduktion von neun europäischen Festivals.

Text + Regie: Waël Ali
Bühne + Kostüm: Bissane Al Charif
Dramaturgie: Chrystéle Khodr
Licht: Camille Mauplot
Video: Ghazi Frini + Bissane Al Charif
Videoregie: Basile Pflug
Musik: Yazan Charif, Akkad Nizam Edine
Mit: Sharif Andoura: Nanda Mohammad
Produktion: Les Bancs Publics – Festival Les Rencontres Á L´ Échelle
Koproduktion: Les Bancs Publics, Marseille / Palais Des Beaux Arts, Bozar, Brüssel / Shubbak, London / Dancing on the Edge, Amsterdam / Napoli Festival of Theatre, Neapel / Kunstfest Weimar
Förderung: Die Produktion ist Teil des Projekts »Performance Beyond Two Shores« - Gefördert von der europäischen Kommission im Rahmen des Programms »Creative Europe«, Pôle Des Arts De La Scéne – Friche La Belle De Mai, Arab Arts Focus mit der Unterstützung von Stiftelsen Studio Emad Eddin und Ford Foundation
Gastspielförderung: Institut Francais Deutschland, Bureau Du Théâtre Et De La Danse, Institut Francais En Thuringe, Erfurt

Karten: 17,50 € / ermäßigt ab 8 €
Dauer: ca. 85 min

In französischer und arabischer Sprache mit deutschen Untertiteln
In French and Arabian language with German subtitles

Begleitveranstaltungen:
30.08. 17:30 Einführung
31.08 Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung

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Theater

Wael Kadour, Mohamad Al Rashi;
Chroniques d’une ville qu’on croit connaître

Deutsche Erstaufführung

Chronik einer Stadt, die wir zu kennen glauben

Im Sommer 2011 blickte die Welt nach Syrien und erwartete den Sturz des Regimes. Der Selbstmord von Nour, einer jungen, gebildeten Frau, zur selben Zeit schien persönliche Gründe zu haben − ihre Liebesbeziehung war zuvor zerbrochen. Der syrische Regisseur Wael Kadour war 2011 aus Damaskus geflohen, um dem Militärdienst zu entgehen. Mohamad Al Rashi, Schauspieler und Regisseur, folgte ihm nach seiner Haft ein Jahr später nach. Als sie sich in Frankreich wiedertrafen, beschlossen sie den Tod von Nour als Ausgangspunkt für ihr Projekt »Chroniques d’une ville qu’on croit connaître« zu nehmen. Ihre Geschichte beginnt mit der Verhaftung von Roula als politischer Aktivistin. Als die Staatssicherheit bei einer Durchsuchung auf ihre Kommunikation mit Nour stößt, wird die Natur ihrer verbotenen Beziehung bald klar…

Das Stück thematisiert nicht nur die Spirale der Gewalt zu Beginn der eigentlich friedlichen Revolution, sondern es fragt nach der gesellschaftlichen Anfälligkeit für Gewalt am Ende einer vier Jahrzehnte dauernden Diktatur. Diese europäische Koproduktion zeigt mit Amal Omran und Mohamad Al Rashi zwei der in ihrer alten Heimat prominentesten Bühnenstars in Weimar.

Text: Wael Kadour
Regie: Mohamad Al Rashi, Wael Kadour
Musik: Vincent Commaret, Clément Queysanne
Licht: Franck Besson
Bühne: Jean-Christophe Lanquetin
Produktionsleitung: Estelle Renavant
Mit: Mohamad Al Rashi, Ramzi Choukair, Hanane El Dirani, Amal Omran, Mouaiad Roumieh, Tamara Saade
Produktion: Cie Perseïden
Koproduktion: La Filature-Mulhouse, Kunstfest Weimar, Napoli Festival, Le POC-Alfortville, Tandem Arras Douai, Théâtre Jean-Vilar-Vitry-sur-Seine
Förderung: AFAC – The Arab Fund for Art and Culture, Citizen Artists – Beirut, Heinrich-Böll-Stiftung –Beirut, Maison Antoine Vitez, L’Onda, Sundance Institut, La Spedidam, Fonds Transfabrik
Gastspielförderung: Institut francais Deutschland, Bureau du Théâtre et de la Danse, Institut francais en thuringe, Erfurt

Karten: 17,50 € / ermäßigt ab 8 €
Dauer: 1h 25 min

In arabischer Sprache mit deutscher Übersetzung
In Arabian language with german translation

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Begleitveranstaltungen:
30.08 19:30 Einführung

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Vortrag

Bauhaus → Black Mountain College II (Einführungs­vortrag)

Einführungsvortrag für das Bauhaus-Konzert am 1.9., 11:00 Uhr: Bauhaus → Black Mountain College II

mit Christoph Ritter und Elizaveta Birjukova

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Tanz

CocoonDance / Rafaële Giovanola, Vera Sander, Nelisiwe Xaba, Kettly Noël:
Signifying Ghosts

Vier Choreografinnen, vier Länder, eine Uraufführung und die Erstaufführung des kompletten Zyklus einer Tanz-Tetralogie! Mit der aus Haiti stammenden Wahl-Malierin Kettly Noël, der Südafrikanerin Nelisiwe Xaba, der Kölnerin Vera Sander und der in Bonn ansässigen Schweizerin Rafaële Giovanola kooperieren vier außerordentliche Choreografinnen in aufeinander bezogenen Einzelarbeiten miteinander, was interkulturelle, künstlerische (Zwischen-)Räume für Begegnung schafft und sich beziehungsreich in unser Zeitalter der Migration einschreibt.

Das Kunstfest erntet mit dieser komplexen Projektpremiere den Erfolg einer langjährigen Entwicklungsarbeit, die Rafaële Giovanolas renommierte Bonner Tanzkompanie CocoonDance über die vergangenen Jahre mit viel Engagement und Sensibilität entwickelt hat.

Die einzelnen Choreografinnen setzen sich jeweils mit dem Werk einer ihrer Kolleginnen auseinander, um bestimmte Stilelemente in die eigene, neu entstandene Arbeit zu überführen und weiterzuentwickeln. Nachdem drei Teilprojekte bereits in der Saison 2018/19 zur Premiere kamen, findet der Zyklus mit der Uraufführung von Kettly Noël in Weimar seinen Abschluss, und wird dadurch zum Höhepunkt des Tanzprogramms des Kunstfests.

»Ex-Situ«
Choreografie: CocoonDance/ Rafaële Giovanola
Komposition: Jörg Ritzenhoff
Kostüme: Rafaële Giovanola, Fa-Hsuan Chen
Licht: Florent Blanchon

»Dialogue entre mouche et moustique – Dialog zwischen Fliege und Mücke« (AT), (UA)
Choreografie: Kettly Noël

»Nullstelle«
Choreografie: Vera Sander
Komposition: Dirk Specht
Licht: Florent Blanchon

»Fake N.e.w.s«
Choreografie: Nelisiwe Xaba

Mit: Ibrahima Camara, Fa-Hsuan Chen, Martina De Dominicis, Álvaro Esteban, Ana Koné, Werner Nigg, Léonce Konan Noah, Sanga Ouattara, Greta Salgado
Produktion: CocoonDance
Koproduktion: Kunstfest Weimar, Goethe-Institut (Internationaler Koproduktionsfonds), Donko Seko
Förderung: Die Produktion Signifying Ghosts ist gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Bundesstadt Bonn, Kunststiftung NRW, Theatre-ProVS, Le Conseil de la Culture Etat du Valais, La Loterie Romande
Gastspielförderung: Unterstützt durch das Nationale Performance Netz Gastspielförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder

Karten: 14- 29,50 € / ermäßigt ab 8 €
Dauer: ca. 3h mit Pause

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Begleitveranstaltungen
31.08 19:00 Einführung
01.09 14:00 Panel: Theater in der Transformation

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Film

Stummfilm­festival:
Im deutschen Sudan

Im deutschen Sudan (D, 1917)

Der Afrikaforscher Hans Schomburgk gehört zu den ersten Forschungsreisenden, die in der ehemaligen deutschen Kolonie Togo ethnographische Aufnahmen anfertigten und somit die Tradition der Expeditions- und Kolonialfilme mitbegründeten. Schon früh befürchtete Schomburgk, dass die alten Sitten und Gebräuche, Handwerke und Künste der Kotokoli »dem Untergang geweiht wurden« und so versuchte er, diese durch den Film für die Nachwelt zu retten. Auf seiner Tournee durch die Republik machte er im Februar 1919 auch in Weimar halt und sprach persönlich zu seinem dokumentarischen Material. Nur wenige dieser Filmberichte aus den deutschen Kolonien in Afrika sind bis heute erhalten geblieben.

Im deutschen Sudan erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt sieben Vorführungen in Scherffs Lichtspielhaus (25.02. – 27.02.1919).

Schock der Freiheit

Mit der Gründung der Weimarer Republik beginnt auch für das Weimarer Kino das goldene Zeitalter des deutschen Films. Nach der Kaiserherrschaft und den Schrecken des Ersten Weltkriegs spiegelt sich der plötzliche »Schock der Freiheit« (Siegfried Kracauer) in den eskapistischen Lustspielen, glamourösen Spektakeln und düsteren Leinwandfantasien des Films. Anhand der rekonstruierten Spielpläne der lokalen Kinos »Scherffs Lichtspielhaus« und »Reform Licht-Spiele« zeigen das Lichthaus Kino, die Bauhaus-Universität Weimar, das Kunstfest Weimar und das Weimarer Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit international renommierten Musiker*innen und Gästen eine Stummfilm-Retrospektive mit seltenen Werken, die sich vor genau 100 Jahren als Publikumsmagneten erwiesen und an das filmische Kulturerbe aus der Perspektive der Stadt Weimar erinnern. Historische Wochenschauen ergänzen die Hauptfilme.

Matthias Hirth

Der studierte Jazz-Pianist, Komponist und Musikpädagoge Matthias Hirth aus Dresden begleitet seit 2002 Stummfilme. Sein musikalisch vielseitiges Repertoire reicht von Jazz über elektronische Musik, Neoklassik bis Salsa und Latin. International gastierte er u.a. beim Festival de Cine Alemán in Madrid.
www.matthiashirth.com

Regie + Produktion: Hans Schomburgk
Live-Musik: Matthias Hirth
Stummfilmfestival - Schock der Freiheit
Idee + Konzeption: Dr. Simon Frisch, Gerrit Heber, Katrin Richter, Bauhaus-Universität Weimar / Sven Opel +Dirk Heinje, Lichthaus GmbH / Dr. Jens Riederer, StadtarchivWeimar / Richard Siedhoff
Förderung: Thüringer Staatskanzlei, Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land, Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Stadt Weimar, Bauhaus-Universität Weimar, Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar, Weimarer Republik e.V.

Eine Veranstaltungsreihe von Lichthaus Kino, Bauhaus-Universität, Stadtarchiv Weimar und Kunstfest Weimar

Karten: 10 € / ermäßigt 7 €

Dauer: 76 min

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Weitere Stummfilme mit Live-Musik in der Retrospektive »Schock der Freiheit«:

26.8., 19:45
Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell (D, 1919) & Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme (D, 1918)

27.8., 19:45
Pax Æterna. Der ewige Frieden (DK, 1917)

28.8., 19:45
Rose Bernd (D, 1919)

1.9., 15:00
Der Rattenfänger von Hameln (D, 1918) u.a. Kurzfilme

1.9., 19:45
Der grüne Vampyr (D, 1918/19) & Die Austernprinzessin (D, 1919)

3.9., 19:45
Veritas Vincit. Die Wahrheit siegt! (D, 1918/19)

4.9., 19:45
Opium (D, 1918)

5.9., 19:45
Die Spinnen 1. Teil: Der goldene See (D, 1919)

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Konzert

Bauhaus-Konzerte:
Bauhaus → Black Mountain College II

Philipp Jarnach (1892 – 1982)
Sonatine für Flöte und Klavier op. 12 (1919)

Heinrich Neugeboren (1901 – 1949)
Sonate für Flöte und Klavier (1933)

Erwin Schulhoff (1894 – 1942)
Fünf Pittoresken für Klavier (1919) (WVZ Bek 51)

Stefan Wolpe (1902 – 1972)
Sechs Klavierstücke
1 Gesang weil ich etwas teures verlassen muss (1920)

Henry Cowell (1897 – 1965)
Piece for Piano with Strings (1924)

Stefan Wolpe (1902 – 1972)
Piece in Two Parts for Flute and Piano (1960)

Charlotte Seither
Neues Werk für Flöte und Live-Elektronik (Uraufführung)

George Antheil (1900 – 1959)
Sonata for flute and piano (1951)

Erwin Schulhoff (1894 – 1942)
Sonate (1927)

Die fünf Bauhaus-Konzerte nehmen aufeinander Bezug und folgen dem konzeptionellen Ansatz, ausgehend vom Aufbruchsgeist der Weimarer Bauhausjahre musikalisch-künstlerische Entwicklungslinien bis in die unmittelbare Gegenwart aufzuspüren und nachzuzeichnen.

Drei Konzerte (»Bauhaus → Black Mountain College Ⅰ–Ⅲ«) beschreiben den Weg von Weimar zum Black Mountain College in North Carolina. Die Schule, die bis 1957 existierte, kann als eine direkte Nachfolgeinstitution des Bauhauses gelten. Zwischen beiden Institutionen finden sich personelle Überschneidungen (z. B. Josef Albers, Xanti Schawinsky, Stefan Wolpe) und zahlreiche inhaltliche Parallelen. Beide setzten auf eine umfassende Bildung und wiesen dem Austausch zwischen den Künsten eine zentrale Rolle zu.

Obwohl es am Bauhaus Weimar keine Werkstatt für Musik gab, wurde das Verhältnis zwischen Musik und Bildender Kunst von Beginn an diskutiert und gestaltet, etwa in der Harmonisierungslehre von Gertrud Grunow, in den visuellen Transkriptionsversuchen von Paul Klee, den Übersetzungen musikalischer Strukturen ins Räumlich-Visuelle von Heinrich Neugeboren oder in Arbeiten von Kurt Schmidt (Formund Farborgel) und Josef Albers (Glasrelief Fuge). Das Bauhaus Weimar bündelte und verdichtete gewissermaßen den bestehenden Zeitgeist der Kunst der 1920er Jahre und thematisierte auch auf musikalischem Gebiet das Verhältnis zur Technik und zu neuen Möglichkeiten elektronischer und mechanischer Klangerzeugung. Die über das Black Mountain College zur Aktionskunst und der Raumkomposition der 1950er und 1960er Jahre bis hin zu Klanginstallationen der Gegenwart führende Entwicklung lässt sich durchaus als Bauhaus- Konzerte 113 folgerichtig begreifen. Im Rahmen der Konzerte erleben zwei vom Verein klangwerk am bauhaus e. V. in Auftrag gegebene und vom Bauhaus-Jubiläum inspirierte Kompositionen von Franz Martin Olbrisch (*1952) und Charlotte Seither (*1965) ihre Uraufführung. Neben diesen stellt eine Klanginstallation von Robin Minard (*1953) im Bauhaus-Museum Weimar den ohrenfälligen Gegenwartsbezug her.

Im Programm »Kandinsky ::: JaJa ДaДa« stehen freie Improvisationen und experimentelle Kompositionen aus dem Umfeld des Weimarer und Dessauer Bauhauses theatralischen Ausdeutungen der unbekannten Dichtungen Wassily Kandinkys, solchen des Dadaismus und der Lautpoesie unserer Tage gegenüber.

Das Programm »Lichtspiele« widmet sich schließlich den filmischen Belegen der Bauhaus-Zeit und sucht die improvisatorische Übersetzung der in sich schon musikalischrhythmisch- visuellen Ereignisse ins Akustische. Dabei kommen auch elektroakustische Blasinstrumente zum Einsatz, die im modernen Konzertbetrieb ihren Platz suchen.

Elizaveta Birjukova: Flöte
Christoph Ritter: Klavier
Kuration: Prof. Christoph Ritter, Weimar
Konzeption, Kuration und Management der Konzertreihe und der Einführungsveranstaltungen: Christoph Ritter, eine Veranstaltungsreihe des klangwerk am Bauhaus e.V. und des Kunstfests Weimar

Klangwerk am Bauhaus e.V.: Der Verein Klangwerk am Bauhaus e.V. (gegründet 2017) veranstaltet Konzerte mit neuer Musik, Klanginstallationen und entwickelt genreübergreifende Projekte und Programme, die sich den universellen Denkansätzen des Bauhauses verpflichtet fühlen. Er pflegt Kontakte zu Komponist*innen und Klangkünstler*innen und vergibt Auftragswerke an diese.

Förderung: Thüringer Staatskanzlei im Musikfonds e.V.
mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung
für Kultur und Medien

Begleitveranstaltungen:
31.08 17:30 Bauhaus → Black Mountain College II
Einführung zum Konzert mit Christoph Ritter und Elizaveta Birjukova

Einführungen zu den Konzerten finden in Zusammenarbeit mit dem Hotel Elephant Weimar statt

Weitere Konzerte in der Reihe »Bauhaus-Konzerte«:
23.8., 20:00 Bauhaus → Black Mountain College I
29.8., 20:00 Lichtspiele/Improvisierte Filmmusik
30.8., 20:00 Kandinsky:::JaJa ДaДa
6.9., 20:00 Bauhaus → Black Mountain College III

Bauhaus-Konzerte: Bauhaus → Black Mountain College II bewerten:

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Theater

Panel: Theater in der Transformation

Das südafrikanische Theater zwischen Segregation und Aufbruch

Gespräch mit Mpumelelo Paul Grootboom, Nelisiwe Xaba und Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Universität Hildesheim) sowie Vorstellung des gleichnamigen Buches

Moderation: Rolf C. Hemke

Freier Eintritt

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Panel: Theater in der Transformation

Film

Stummfilm­festival:
Der Rattenfänger von Hameln

Der Rattenfänger von Hameln (D, 1918) u. a. Kurzfilme

Allsonntäglich veranstaltete Scherffs Lichtspielhaus Filmvorführungen, die sich speziell an das junge Publikum richteten. Besonders beliebt waren bei den Heranwachsenden neben Humoresken, Grotesken und Filmlustspielen die Märchen- und Abenteuerfilme mit ihren unerschrockenen Helden. An diese Tradition anknüpfend beheimatet auch die Stummfilm-Retrospektive eine Familien- und Jugendvorstellung mit Paul Wegeners fragmentarisch erhaltenem Märchen Der Rattenfänger von Hameln (D, 1918) sowie weiteren wundersamen Kurzfilmen und lustigen Sketchen. Im Anschluss an die Vorführung gewähren wir einen Blick hinter die Kinokulissen und erläutern allen (kleinen und großen) Interessierten die Funktionsweise der Kinotechnik von damals und heute.

Der Rattenfänger erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt 19 Vorführungen in den Reform Licht-Spielen und Scherffs Lichtspielhaus (08.03. – 13.03.1919, sowie am 24.08.1919).

Die Filmkritikerin Lotte Eisner resümiert in Die dämonische Leinwand: »Wegener verfällt diesem Hang zum Edelkitsch niemals, vielleicht weil er einst seine Märchenfilme in der echten Naturlandschaft gedreht hat. So schuf er Bilder reinster Poesie, wie jenes von der Bürgermeisters-Tochter, diesem kleinen Jungfräulein mit dem gotisch vorgestreckten Leib, das sich auf einem lichtüberfluteten Hang zum Klang der Zauberflöte dem Tanz hingibt, während auf der echten Rasenfläche Sonnenstrahlen ihr goldenes Netz weben.«

Schock der Freiheit

Mit der Gründung der Weimarer Republik beginnt auch für das Weimarer Kino das goldene Zeitalter des deutschen Films. Nach der Kaiserherrschaft und den Schrecken des Ersten Weltkriegs spiegelt sich der plötzliche »Schock der Freiheit« (Siegfried Kracauer) in den eskapistischen Lustspielen, glamourösen Spektakeln und düsteren Leinwandfantasien des Films. Anhand der rekonstruierten Spielpläne der lokalen Kinos »Scherffs Lichtspielhaus« und »Reform Licht-Spiele« zeigen das Lichthaus Kino, die Bauhaus-Universität Weimar, das Kunstfest Weimar und das Weimarer Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit international renommierten Musiker*innen und Gästen eine Stummfilm-Retrospektive mit seltenen Werken, die sich vor genau 100 Jahren als Publikumsmagneten erwiesen und an das filmische Kulturerbe aus der Perspektive der Stadt Weimar erinnern. Historische Wochenschauen ergänzen die Hauptfilme.

Maud Nelissen

Die niederländische Komponistin und Pianistin Maud Nelissen hat sich besonders der Stummfilm-Begleitung verschrieben. Sie arbeitete mit Charlie Chaplins letztem Arrangeur Eric James zusammen und tritt weltweit auf Festivals auf, u. a. mit ihrem Ensemble »The Sprockets«.

www.maudnelissen.com

Live-Musik: Maud Nelissen
Stummfilmfestival - Schock der Freiheit
Idee + Konzeption: Dr. Simon Frisch, Gerrit Heber, Katrin Richter, Bauhaus-Universität Weimar / Sven Opel +Dirk Heinje, Lichthaus GmbH / Dr. Jens Riederer, StadtarchivWeimar / Richard Siedhoff
Förderung: Thüringer Staatskanzlei, Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land, Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Stadt Weimar, Bauhaus-Universität Weimar, Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar, Weimarer Republik e.V.

Eine Veranstaltungsreihe von Lichthaus Kino, Bauhaus-Universität, Stadtarchiv Weimar und Kunstfest Weimar

Karten: 10 € / ermäßigt 7 €

Dauer: ca. 60 min

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)


Weitere Stummfilme mit Live-Musik in der Retrospektive »Schock der Freiheit«:

26.8., 19:45
Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell (D, 1919) & Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme (D, 1918)

27.8., 19:45
Pax Æterna. Der ewige Frieden (DK, 1917)

28.8., 19:45
Rose Bernd (D, 1919)

31.8., 19:45
Im deutschen Sudan (D, 1917)

1.9., 19:45
Der grüne Vampyr (D, 1918/19) & Die Austernprinzessin (D, 1919)

3.9., 19:45
Veritas Vincit. Die Wahrheit siegt! (D, 1918/19)

4.9., 19:45
Opium (D, 1918)

5.9., 19:45
Die Spinnen 1. Teil: Der goldene See (D, 1919)

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Film

Stummfilm­festival:
Der grüne Vampyr / Die Austernprinzessin

Der grüne Vampyr (D, 1918/19)
Die Austernprinzessin (D, 1919)

1. Film:

Die Bedeutung des Detektivgenres für den frühen Film kann kaum überschätzt werden. Mit über einhundert Vorführungen im Jahr 1919 prägten die Kriminal- und Detektivserien mit den cleveren Spürnasen Stuart Webbs, Max Landa und Rat Anheim maßgeblich das Bild der Weimarer Lichtspielhäuser. Sie gingen aus dem Geist der Groschenromane und der Unterhaltungstheater hervor und standen im Fokus volkspädagogischer Kinoreformer. In der hier gezeigten Folge schlüpft der Operettenschauspieler Heinrich Peer in die Rolle des berüchtigten Kriminalrats Anheim, der in einem niederländischen Moorgebiet einen gespenstischen Fall lösen soll. Ein zudem außerordentlich frühes Zeugnis für den »Vampirismus« im deutschen Film.

Im Anschluss folgt als Hauptfilm Ernst Lubitschs Die Austernprinzessin (D, 1919). Der Eintrittspreis gilt für beide Filmvorführungen.

2. Film:

Ernst Lubitschs aufwendig choreographiertes Lustspiel über Reichtum, Erotik und Alkoholexzesse war im Kinojahr 1919 der am häufigsten vorgeführte Film in Weimar: Ein amerikanischer Geschäftsmann hat sein Vermögen mit Meeresfrüchten verdient und ist deshalb als »Austernkönig« bekannt. Seine verzogene Tochter, die »Austernprinzessin«, soll einen verarmten Prinzen heiraten, doch gerät sie versehentlich an den Dienstboten Josef und verursacht etliche Turbulenzen und Absurditäten. Mit seiner »absichtlichen Selbstironie« (Béla Balázs) entlarvt Lubitsch zeitgenössische Filmmoden und verspottet die Pracht und die Eleganz der hochvornehmen Welt.

Die Austernprinzessin erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt 27 Vorführungen in den Reform Licht-Spielen und Scherffs Lichtspielhaus (24.10. – 27.10.1919, 04.11. – 06.11.1919, sowie vom 12.11. – 13.11.1919).

»250.000 Mark! Unerhörte Aufmachung! 300 Diener. Warum das? Nur weil Amerika in das Horn der Superlative stößt? Hat man von den Filmstädten in Amerika, von den 70.000 Mitwirkenden im Film Intolerance gelesen? Will man denen drüben damit imponieren? Man wird es bei diesem Film mit der Eleganz, dem Stil, dem Tempo, wie man es in unserem Film-Drama mit dem oft zitierten sogenannten ›logischen Spiel‹ und der unerhörten Lebendigkeit und Schmiß einer Pola Negri in Carmen kann.« B.E. Lüthge, Film-Kurier vom 22.6.1919.

Als Vorfilm wird die Episode Der grüne Vampyr (D, 1918/19) aus der Detektivserie »Rat Anheim« gezeigt. Der Eintrittspreis gilt für beide Filmvorführungen.

Schock der Freiheit

Mit der Gründung der Weimarer Republik beginnt auch für das Weimarer Kino das goldene Zeitalter des deutschen Films. Nach der Kaiserherrschaft und den Schrecken des Ersten Weltkriegs spiegelt sich der plötzliche »Schock der Freiheit« (Siegfried Kracauer) in den eskapistischen Lustspielen, glamourösen Spektakeln und düsteren Leinwandfantasien des Films. Anhand der rekonstruierten Spielpläne der lokalen Kinos »Scherffs Lichtspielhaus« und »Reform Licht-Spiele« zeigen das Lichthaus Kino, die Bauhaus-Universität Weimar, das Kunstfest Weimar und das Weimarer Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit international renommierten Musiker*innen und Gästen eine Stummfilm-Retrospektive mit seltenen Werken, die sich vor genau 100 Jahren als Publikumsmagneten erwiesen und an das filmische Kulturerbe aus der Perspektive der Stadt Weimar erinnern. Historische Wochenschauen ergänzen die Hauptfilme.

Maud Nelissen

Die niederländische Komponistin und Pianistin Maud Nelissen hat sich besonders der Stummfilm-Begleitung verschrieben. Sie arbeitete mit Charlie Chaplins letztem Arrangeur Eric James zusammen und tritt weltweit auf Festivals auf, u. a. mit ihrem Ensemble »The Sprockets«.

www.maudnelissen.com


1. Film: Der grüne Vampyr
Regie + Drehbuch: William Kahn
Darsteller: Heinrich Peer
Live-Musik: Maud Nelissen

2. Film: Die Austernprinzessin
Regie + Drehbuch: Ernst Lubitsch
Darsteller*innen: Ossi Oswalda, Victor Janson, Harry Liedtke, Julius Falkenstein
Live-Musik: Maud Nelissen

Stummfilmfestival - Schock der Freiheit
Idee + Konzeption: Dr. Simon Frisch, Gerrit Heber, Katrin Richter, Bauhaus-Universität Weimar / Sven Opel + Dirk Heinje, Lichthaus GmbH / Dr. Jens Riederer, Stadtarchiv Weimar / Richard Siedhoff
Förderung: Thüringer Staatskanzlei, Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land, Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Stadt Weimar, Bauhaus-Universität Weimar, Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar, Weimarer Republik e.V.

Eine Veranstaltungsreihe von Lichthaus Kino, Bauhaus-Universität, Stadtarchiv Weimar und Kunstfest Weimar

Karten für beide filme:
10 € / ermäßigt 7 €

Dauer: 45 min (1)
60 min (2)

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)


Weitere Stummfilme mit Live-Musik in der Retrospektive »Schock der Freiheit«:

26.8., 19:45
Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell (D, 1919) & Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme (D, 1918)

27.8., 19:45
Pax Æterna. Der ewige Frieden (DK, 1917)

28.8., 19:45
Rose Bernd (D, 1919)

31.8., 19:45
Im deutschen Sudan (D, 1917)

1.9., 15:00
Der Rattenfänger von Hameln (D, 1918) u.a. Kurzfilme

3.9., 19:45
Veritas Vincit. Die Wahrheit siegt! (D, 1918/19)

4.9., 19:45
Opium (D, 1918)

5.9., 19:45
Die Spinnen 1. Teil: Der goldene See (D, 1919)

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Theater

Neukampf, De Castro, Dörr, Jaglitz:
Redcäppchen

Das Märchen »Rotkäppchen« in der Fassung der Brüder Grimm oder von Charles Perrault kann man auch heute noch zur Populärkultur rechnen – auch wenn sein Bedeutungsgehalt zumeist im Verborgenen bleibt. Es heißt in der Moral, die Charles Perrault am Ende seines Märchens eröffnet: »Kinder, insbesondere attraktive, wohl erzogene, junge Damen, sollten niemals mit Fremden reden, da sie in diesem Fall sehr wohl die Mahlzeit für einen Wolf abgeben könnten.« Die Regisseurin Paulina Neukampf, bereits am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Schauspiel Hannover tätig, stellt in ihrer szenischen Adaption des Stoffes die Genderfrage, die aber natürlich weiter reicht als bis zum roten Käppchen als Zeichen der Sexualität des Mädchens, dem Wald als Gefahrengebiet und dem Wolf als bösen Mann. Der Titel ist nicht als angelsächsische Verballhornung zu verstehen, sondern als Verweis auf eine ganz andere, blutrünstige Legende der britischen Folklore: Dort ist ein Redcap eine Art bösartiger Kobold, der Reisende ermordet und seine Kopfbedeckung mit dem Blut seiner Opfer tränkt. Den Transformationen sind zumindest im Märchen keine Grenzen gesetzt.

Regie: Paulina Neukampf
Soundarbeit: Sarah De Castro
Text: Sarah de Castro, Cornelia Dörr, Friederike Jaglitz, Paulina Neukampf
Mit: Cornelia Dörr, Friederike Jaglitz
Förderung: Aktion Mensch

Eine gemeinsame Veranstaltung von Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. und Kunstfest Weimar

Begleitveranstaltungen
Publikumsgespräch am 2.9. im Anschluss an die Vorstellung

Karten: 17,50 € / ermäßigt ab 8 €

Dauer: 1h

Knowledge of German Language required

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

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Theater

Mpumelelo Paul Grootboom, Steve Karier:
Out in Africa / Tief in Afrika

Im November 2015 wurde eine Gruppe von 15 Tourist*innen und Geschäftsleuten aus verschiedenen, westlichen Ländern aus einem Resort nahe Mombasa entführt. Bei dem Überfall wurden elf Einheimische erschossen. Obwohl sich nie jemand zu dem Attentat bekannte, lassen Art und Vorgehensweise der Terrorist*innen wenig Zweifel daran, dass es sich um eine Bluttat islamistischer, somalischer Shabab-Milizen handelte. Die Meldungen über die spurlos verschwundenen Mombasa Hostages blieben – im Schatten der Pariser Attentate zur gleichen Zeit – nur eine Randnotiz in der Weltpresse. Der renommierte südafrikanische Autor und Regisseur Mpumelelo Paul Grootboom hat die erschütternde Lebensbeichte des einzigen Überlebenden dieser Horrorereignisse aufgeschrieben und den Abend mit aller Sensibilität ausgestaltet. Der Luxemburger Steve Karier berichtet die Geschichte in bedrückender Intensität, während er für seine Zuschauer*innen kocht.

Grootboom arbeitete 14 Jahre lang am südafrikanischen Staatstheater Pretoria. Seine Inszenierungen wurden zu zahlreichen europäischen Festivals wie den Wiener Festwochen und Kunstenfestivaldesarts eingeladen. Als Gastregisseur arbeitete er u. a. am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Derzeit ist er hauptsächlich als Drehbuchautor tätig. Für das Kunstfest Weimar adaptiert er seine Inszenierung für Aufführungen in Weimarer Wohnungen.

Möchten Sie das Stück bei sich zu Hause erleben? Das Kunstfest Weimar sucht für fünf Abende große Wohnküchen oder Wohnzimmer mit Kochecke für etwa 20 Zuschauer*innen pro Aufführung in Weimar. Werden Sie Gastgeber eines einzigartigen Theaterabends! Anmeldung unter: 03643 / 755 291.

Regie: Mpumelelo Paul Grootboom
Dramaturgie + Übersetzung: Rolf C. Hemke
Bühne + Kostüm: Katrin Kersten
Mit: Steve Karier
Koproduktion: Théâtre National du Luxembourg, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Fundamental Monodrama Festival
Gastspielförderung: Botschaft von Luxemburg

Die Spielorte können ab dem 21.8. an der DNT - Kasse erfragt werden.

Karten: 17,50 € / ermäßigt ab 8 €
Dauer: 1h 45 min

Knowledge of German language required

Freier Eintritt am 3.-7.9.

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Performance

Futur3
Post von drüben!

Eine partizipative Performance zwischen Ost und West

Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es Vorurteile zwischen Menschen in Ost- und Westdeutschland. Die Bilder des arroganten und egoistischen Besser-Wessis oder des sich benachteiligt fühlenden Jammer-Ossis sind nach wie vor lebendig. Nach den Erfolgen rechtspopulistischer Bewegungen, besonders in Teilen der neuen Bundesländer, scheinen sich die Bilder einer geteilten Identität weiter zu manifestieren. Dabei zeigen Studien, dass Vorurteile da verschwinden, wo Menschen in Kontakt kommen. Diesen Aspekt greift »Post von drüben!« auf und verbindet Zuschauer*innen aus Ost und West – auf dem Postweg. Seit dem Frühjahr 2019 spricht das künstlerische Team von Futur3 mit Bürger*innen in Weimar und Düsseldorf. Sie sammeln in beiden Städten persönliche Geschichten, Erinnerungsgegenstände und Gedankensplitter, die etwas über die eigene Identität erzählen. Hinzu kommen Vorstellungen, Vorurteile und Fragen, die sich auf die Menschen aus dem anderen Teil Deutschlands beziehen. Das gesammelte Material arrangiert Futur3 in zwei Postpaketen. Ein Paket reist von Weimar nach Düsseldorf, das andere von Düsseldorf nach Weimar. Diese Pakete bilden jeweils den Mittelpunkt für die Performances im Kunstfest Weimar und beim Asphalt Festival Düsseldorf. Auch bei den Aufführungen ist wieder die Beteiligung des Publikums gefragt. Denn »Post von drüben!« legt die Kommunikation in die Hände der Zuschauer*innen. Verändern sich dadurch die Bilder, die wir von den anderen und von uns selbst haben? Was würden Sie in ein Paket packen?

Künstlerische Leitung + Konzept + Realisation: André Erlen, Stefan H. Kraft
Medienkunst/-technik: Barbara Schröer
Ausstattung: Petra Maria Wirth
Projektleitung: Theresa Heussen
Produktion: Futur3 im Auftrag des ASPHALT Festivals Düsseldorf
Koproduktion: Kunstfest Weimar
Förderung: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Förderverein des Deutschen Nationaltheaters Weimar

Mit freundlicher Unterstützung durch das Mehrgenerationenhaus Weimar West

Karten: 4 €

Knowledge of German language required

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

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Film

Stummfilm­festival
Veritas Vincit. Die Wahrheit siegt!

Veritas Vincit. Die Wahrheit siegt! (D, 1918/19)

Der gebürtige Wiener Joe May gilt als einer der produktivsten und anregendsten Filmpioniere des Weimarer Kinos. Er war Regisseur, Autor, Produzent, Atelierbetreiber und ein ausgefuchster Werbestratege. In seinem Atelier in Berlin-Weißensee drehte er mit seiner Gattin und Diva Mia May für 750.000 Mark den ersten Monumentalfilm der deutschen Filmgeschichte: Veritas Vincit. Ein pompös ausgestatteter Episodenfilm, der drei Zeitalter (antikes Rom, Mittelalter und Gegenwart) über das Leitmotiv der Seelenwanderung verbindet und mit den eindrucksvollen Bauten und Kulissen von Paul Leni – etwa der authentischen Rekonstruktion des Circus Maximus auf dem Terrain der Weißenseer Rennbahn – das Verlangen nach immer größeren, immer teureren Sensationen bediente. Flieger warfen drei Tage vor der Uraufführung Hunderttausende von Flugblättern auf die Hauptstadt, an allen Litfaßsäulen prangten die Riesenplakate. Der Kritiker Willy Haas nennt Joe May den »König der Supermonumentalfilme«.

Veritas Vincit erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt 20 Vorführungen in den Reform Licht-Spielen (25.04. – 04.05.1919).

Schock der Freiheit

Mit der Gründung der Weimarer Republik beginnt auch für das Weimarer Kino das goldene Zeitalter des deutschen Films. Nach der Kaiserherrschaft und den Schrecken des Ersten Weltkriegs spiegelt sich der plötzliche »Schock der Freiheit« (Siegfried Kracauer) in den eskapistischen Lustspielen, glamourösen Spektakeln und düsteren Leinwandfantasien des Films. Anhand der rekonstruierten Spielpläne der lokalen Kinos »Scherffs Lichtspielhaus« und »Reform Licht-Spiele« zeigen das Lichthaus Kino, die Bauhaus-Universität Weimar, das Kunstfest Weimar und das Weimarer Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit international renommierten Musiker*innen und Gästen eine Stummfilm-Retrospektive mit seltenen Werken, die sich vor genau 100 Jahren als Publikumsmagneten erwiesen und an das filmische Kulturerbe aus der Perspektive der Stadt Weimar erinnern. Historische Wochenschauen ergänzen die Hauptfilme.

Richard Siedhoff
Pianist und Komponist Richard Siedhoff gilt als einer der gefragtesten Nachwuchstalente auf seinem Gebiet. Seit 2008 hat er mehr als 300 Stummfilme am Klavier begleitet, gastiert regelmäßig auf internationalen Festivals, ist auf zahlreichen DVD-Einspielungen vertreten und hat einige Orchesterpartituren für Stummfilme geschrieben.
www.richard-siedhoff.de

Mykyta Sierov
Mykyta Sierov wurde in Kiew (Ukraine) geboren. Er studierte klassische Oboe an der Musikakademie in Kiew an die Hochschule für Musik Franz Liszt, Weimar. Als freischaffender Solist und Orchestermusiker ist er begehrter Oboist in diversen Kammermusikensembles. Dabei spielt er nicht nur klassische Musik, sondern auch Jazz, Pop und eigene Kompositionen sowie Musik zu Stummfilmen mit anderen Partnern. Als Solist gibt er zahlreiche Konzerte in Deutschland und im Ausland.
www.bosque-magico.de

Regie: Joe May
Darsteller*innen: Mia May, Johannes Riemann
Live-Musik: Richard Siedhoff
Stummfilmfestival - Schock der Freiheit
Idee + Konzeption: Dr. Simon Frisch, Gerrit Heber, Katrin Richter, Bauhaus-Universität Weimar / Sven Opel +Dirk Heinje, Lichthaus GmbH / Dr. Jens Riederer, StadtarchivWeimar / Richard Siedhoff
Förderung: Thüringer Staatskanzlei, Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land, Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Stadt Weimar, Bauhaus-Universität Weimar, Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar, Weimarer Republik e.V.

Eine Veranstaltungsreihe von Lichthaus Kino, Bauhaus-Universität, Stadtarchiv Weimar und Kunstfest Weimar

Karten: 10 € / ermäßigt 7 €

Dauer: 151 min

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)


Weitere Stummfilme mit Live-Musik in der Retrospektive »Schock der Freiheit«:

26.8., 19:45
Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell (D, 1919) & Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme (D, 1918)

27.8., 19:45
Pax Æterna. Der ewige Frieden (DK, 1917)

28.8., 19:45
Rose Bernd (D, 1919)

31.8., 19:45
Im deutschen Sudan (D, 1917)

1.9., 15:00
Der Rattenfänger von Hameln (D, 1918) u.a. Kurzfilme

1.9., 19:45
Der grüne Vampyr (D, 1918/19) & Die Austernprinzessin (D, 1919)

4.9., 19:45
Opium (D, 1918)

5.9., 19:45
Die Spinnen 1. Teil: Der goldene See (D, 1919)

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Ausstellung

Thom Luz:
Unusual Weather Phenomena Machine

Ausstellung / Installation

Hitze Kälte Apparate

Der amerikanische Physiker William R. Corliss beschrieb 1974 in einem »Handbuch für ungewöhnliche Naturphänomene« wissenschaftlich fundierte, aber selten beobachtete Wetterereignisse, wie rückwärts-fallenden Regen, den vielfachen Sonnenuntergang oder die umgekehrte Reihenfolge der Jahreszeiten. 2016 entstanden, beschäftigt sich »Unusual Weather Phenomena Machine« des schweizerischen Theaterkünstlers Thom Luz mit unerklärlichen Wetterwundern. Aus Tonbändern, Heliumballons und fliegenden Lautsprechern entsteht ein Wettersystem im geschlossenen Raum. »Unusual Weather Phenomena Machine« ist ein automatisches Bühnenbild und eine raumgreifende Musikmaschine, die mit unterschiedlich langen Schleifen aus Tonband eine unberechenbare »Wettersymphonie« erzeugt. Aus Klängen und Sprachfetzen kombiniert sie eine Musik, in der nie zweimal das Gleiche geschieht, die endlos ist und sich trotzdem nie wiederholt, die ebenso gefährlich und wunderschön ist, wie das Wetter selbst.

Hitze Kälte Apparate

Der Mensch und seine technischen Umgebungen sind unentwirrbar miteinander verflochten, oft verschmelzen sie sogar. Immer mehr technische Apparate und Systeme interagieren mit uns. Seit dem Bauhaus ist es nicht leichter geworden, die Frage zu beantworten, was Natur ist. Deuteten sich in den 1920er Jahren die heute unauflösbaren Verbindungspunkte von Mensch und Technik eher ästhetisch-visionär erst an, so wird uns im Zeitalter der Digitalisierung nun vollständig bewusst, wie eng Mensch und Technik miteinander verbunden und durch nichts mehr zu trennen sind. Alles ist Gestaltung. Was aber ist dann Natur?

Das Projekt »Hitze Kälte Apparate. Versuche am Gleichgewicht« beschäftigt sich seit 2018 in Ausstellungen, Publikationen und Gesprächsveranstaltungen mit dem historischen Bauhaus in Weimar und dessen Wirkungen auf die Kunst und Kultur der Gegenwart. In diesem Jahr haben die Kurator*innen vier international bekannte Künstler*innen bzw. Künstlerkollektive eingeladen sich mit der Verunsicherung, aber auch den Potenzialen zwischen Menschsein und technischem Sein zu beschäftigen. Und damit auch mit den kulturellen und geistigen Temperaturen und dem Begriff der Natur am Bauhaus. Während 2018 das Motiv von Hitze und Kälte auf die Auseinandersetzung am frühen Bauhaus bezogen wurde, auf Farbe und Farblehren, auf Formwerdung und Formgebung, auf Gleich- und Ungleichgewichte in ästhetischen und gesellschaftlichen Facetten, so sollen in diesem Jahr mit den Begriffen Hitze und Kälte Naturverständnisse am Bauhaus betrachtet werden.

In drei aufeinanderfolgenden Kurzzeit-Ausstellungen und einer durchgängigen Videoinstallation sowie durch Gesprächsveranstaltungen und eine Publikation wird gefragt: Wie kommen wir mit dem Bauhaus dem Phänomen auf die Schliche, das wir Natur nennen? Was ist Natur angesichts der scheinbaren Überlegenheit und Verfügbarkeit technischer Systeme?

Raum + Konzept: Thom Luz
Musikalische Beiträge: Michael, Flury, Evelinn Trouble, Mathias Weibel, Mara Miribung
Sounddesign: Martin Hofstetter
Organisation: Ramun Bernetta
Produktion: Thom Luz und Bernetta Theaterproduktionen
Koproduktion: Gessnerallee Zürich, Théâtre Vidy Lausanne, Kaserne Basel, Theater Chur, Südpol Luzern
Unterstützung: Stadt Zürich Kultur, Pro Helvetia, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Fachausschuss Theater und Tanz Kanton Basel-Stadt Kultur/Kanton Basel-Landschaft, Migros Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, Georges & Jenny Bloch-Stiftung

Hitze Kälte Apparate
Kuration: Janek Müller, Niklas Hoffmann-Walbeck, Pamela Schlewinski
Künstler*innen: Jenny Brockmann, Maxim Didenko & A.J. Weissbard, Kris Verdonck / A Two Dogs Company, Thom Luz
Produktion: Kunstfest Weimar
Förderung: Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus Heute« / Projekt »Hitze Kälte Apparate«

Mit freundlicher Unterstützung durch die Klassik Stiftung Weimar

Eintritt frei
täglich von 10:00-17:00 geöffnet

4.9. 16:00 Vernissage und Künstlergespräch

Hitze-Kälte-Gespräche
So 25.8. 16:00
Sa 31.8. 16:00
So 1.9. 16:00

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Film

Stummfilm­festival:
Opium

Opium (D, 1918)

Der neu rekonstruierte Thriller des archaischen Kinomodernisten Robert Reinert verbindet exotischen Orientalismus mit erotischen Schauwerten. Der Wissenschaftler Prof. Gesellius studiert in China die Wirkung des Rauschmittels Opium und befreit die schöne Sin aus den Fängen des Opiumhändlers Nung-Tschang. Daraufhin wird er von dem rachsüchtigen Chinesen über seine Heimat bis nach Indien verfolgt und fällt schließlich selbst der Droge zum Opfer.

Mit der Lichtdramaturgie und den raumtiefen Aufnahmen seines Kameramanns Helmar Lerski erschafft Reinert rauschhafte Traumsequenzen und eine Metaphorik, die bereits den filmischen Expressionismus einleitet. Zudem registriert Opium mit seiner »halluzinatorischen Filmsprache« (Tobias Nagl) die durch Morphine und Granatschock ausgelösten mentalen Zustände der Fronterfahrung im Ersten Weltkrieg. Eine kontroverse Wiederentdeckung eines bisher vernachlässigten Regisseurs.

Opium erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt zwölf Vorführungen in Scherffs Lichtspielhaus (07.03. – 10.03.1919).

»Dieser ›Monumentalfilm‹ schwelgt geradezu in ›Sensationen en gros‹. Fast jede Szene ist in ihrer Eigenart eine kleine ›Sensation‹. Das größte Lob an dieser Arbeit gebührt dem Spielleiter Reinert. Von besonderer Wirkung ist die Wiedergabe der Opiumträume: im Rausche wirbeln Erlebnisse und Phantasie in unkenntlichem Durcheinander vorbei. Es gibt keine andere Darstellungsmöglichkeit, die die Wirkungen des Opiumgiftes in einer derartigen Lebenswahrheit wiederzugeben vermag. Hier versagen Bühne und Buch, nur die Technik des Kinematographen triumphiert.« Eric Jacobsohn, aus: Der Kinematograph Nr. 631 vom 05.02.1919.

Schock der Freiheit

Mit der Gründung der Weimarer Republik beginnt auch für das Weimarer Kino das goldene Zeitalter des deutschen Films. Nach der Kaiserherrschaft und den Schrecken des Ersten Weltkriegs spiegelt sich der plötzliche »Schock der Freiheit« (Siegfried Kracauer) in den eskapistischen Lustspielen, glamourösen Spektakeln und düsteren Leinwandfantasien des Films. Anhand der rekonstruierten Spielpläne der lokalen Kinos »Scherffs Lichtspielhaus« und »Reform Licht-Spiele« zeigen das Lichthaus Kino, die Bauhaus-Universität Weimar, das Kunstfest Weimar und das Weimarer Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit international renommierten Musiker*innen und Gästen eine Stummfilm-Retrospektive mit seltenen Werken, die sich vor genau 100 Jahren als Publikumsmagneten erwiesen und an das filmische Kulturerbe aus der Perspektive der Stadt Weimar erinnern. Historische Wochenschauen ergänzen die Hauptfilme.

Stephen Horne

Stephen Horne gilt als einer der führenden Stummfilm-Begleiter. Er ist seit über dreißig Jahren Hauspianist im ‚Londoner BFI Southbank‘. Er spielte an den wichtigsten Kinos und Festivals Großbritanniens und nahm Musik für viele DVD-Veröffentlichungen von Stummfilmen auf. Als Pianist bezieht er oft andere Instrumente in seine Performances mit ein und schrieb auch einige Ensemblepartituren. Er tritt auch regelmäßig auf internationalen Festivals auf, so in Pordenone, Bologna, San Francisco, Telluride, Paris, Cannes, Hongkong, Bangkok, Shanghai, Istanbul, Berlin und Wien. 2014 bis 2018 wurde er fünf Jahre in Folge in der Kategorie ‚Best Screening with a Single Accompanist‘ der ‚Silent London‘-Jahresumfrage gewählt.

www.stephenhorne.co.uk

Regie + Drehbuch: Robert Reinert
Kamera: Helmar Lerski
Darsteller*innen: Eduard von Winterstein, Hanna Ralph, Werner Krauß
Live-Musik: Günter A. BuchwaldStummfilmfestival - Schock der Freiheit
Idee + Konzeption: Dr. Simon Frisch, Gerrit Heber, Katrin Richter, Bauhaus-Universität Weimar / Sven Opel +Dirk Heinje, Lichthaus GmbH / Dr. Jens Riederer, StadtarchivWeimar / Richard Siedhoff
Förderung: Thüringer Staatskanzlei, Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land, Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Stadt Weimar, Bauhaus-Universität Weimar, Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar, Weimarer Republik e.V.

Eine Veranstaltungsreihe von Lichthaus Kino, Bauhaus-Universität, Stadtarchiv Weimar und Kunstfest Weimar

Karten: 10 € / ermäßigt 7 €

Dauer: 93 min

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)


Weitere Stummfilme mit Live-Musik in der Retrospektive »Schock der Freiheit«:

26.8., 19:45
Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell (D, 1919) & Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme (D, 1918)

27.8., 19:45
Pax Æterna. Der ewige Frieden (DK, 1917)

28.8., 19:45
Rose Bernd (D, 1919)

31.8., 19:45
Im deutschen Sudan (D, 1917)

1.9., 15:00
Der Rattenfänger von Hameln (D, 1918) u.a. Kurzfilme

1.9., 19:45
Der grüne Vampyr (D, 1918/19) & Die Austernprinzessin (D, 1919)

3.9., 19:45
Veritas Vincit. Die Wahrheit siegt! (D, 1918/19)

5.9., 19:45
Die Spinnen 1. Teil: Der goldene See (D, 1919)

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Performance

TAO Ya-lun, Fujui WANG, WU Chi-tsung, Liping TING:
Light Interdiction

Deutsche Erstaufführung

Installationen und eine Performance aus Taiwan

Das Kunstfest Weimar und das Idolonstudio der taiwanesischen Kuratorin Chun-chi WANG präsentieren eine Auswahl von Arbeiten, die ein Schlaglicht auf die Relevanz der aktuellen taiwanesischen Kunst- und Performanceszene wirft.
TAO Ya-Luns Arbeiten können ganz unterschiedliche Formen annehmen. Seine auf virtueller Realität (VR) basierenden Arbeiten adaptiert er jeweils für den Ort, an dem sie gezeigt werden: »E-Werk Weimar No. 1« ist eine beunruhigende Grenzerfahrung für eine Person in 3D.
Fujui WANGs Klang-Installation »Hollow Noise« arbeitet mit mehreren Ultraschall-Richtlautsprechern, um genau fokussierte Klangwellen zu erzeugen. Dadurch entsteht der Eindruck eines Klangwinds, der aus unterschiedlichen Richtungen auf unsere Ohren trifft.
Auf der Bühne des E-Werks wird WU Chi-tsung erstmals in Europa seine Licht-Installation »DUST« zeigen, in der es dem Künstler mittels eines optischen Tricks gelingt, den normalen Umgebungsstaub durch das Licht eines Projektors zu reflektieren und ihn auf diese Weise sichtbar werden zu lassen. Die »Luft« bekommt plötzlich Struktur. Die Performerin und Musikerin Liping TING verbindet für ihren multidisziplinären Ansatz gern die Beschreibung »Poésie d’Action«. Sie wird das Installations-Environnement in beiden Sälen des E-Werks mit einer jeweils dreistündigen Langzeit-Performance beleben

TAO Ya-lun »E-Werk Weimar No.1«
VR-Installation, Einlass alle 4 min für jeweils eine Person Reservierung von Zeitslots für denselben Tag nur vor Ort

Fujui WANG »Hollow Noise«
Klanginstallation mit Ultraschall-Richtlautsprechern

WU Chi-tsung »DUST«
Lichtinstallation für ein ganzes Theater

Liping TING »Poésie D’Action«
Performance

Kuration: Chun-chi WANG / IDOLONSTUDIO
Förderung: Ministry of Foreign Affairs Republic of China (Taiwan), Kulturabteilung der Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Begleitveranstaltungen:
07.09. 13:30 Panel: Die aktuelle Kunst- und Performance in Taiwan
mit Kuratorin Chun-chi Wang und Prof. Dr. SHIEH Jhy-wey, Repräsentant der Vertretung von Taipeh in der Bundesrepublik Deutschland

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Film

Stummfilm­festival:
Die Spinnen 1. Teil: Der goldene See

Die Spinnen 1. Teil: Der goldene See (D, 1919)

Fritz Langs erster überlieferter Spielfilm ist eine Hommage an die Abenteuergeschichten aus der Zeit seiner Jugend: Die populären Schriften von Karl May (von denen Lang ein leidenschaftlicher Bewunderer war), Arthur Conan Doyle, Jules Verne, Rider Haggard und Wilkie Collins.

Der sportliche amerikanische Dandy Kay Hoog (Carl de Vogt), häufig als Indiana Jones-Prototyp erachtet, erfährt durch eine Flaschenpost von einem sagenumwobenen Inkaschatz, doch auch der weltumspannende Geheimbund »Die Spinnen« ist hinter dem Gold her. In Langs Abenteuervision verschmelzen die exotischen Schauplätze der Inkazeit mit den Errungenschaften der Moderne, Okkultismus trifft auf Wissenschaft, Mystik auf Rationalität. Übrigens begann in Weimar die Leinwandkarriere von Lil Dagover, die bereits 1913 ihren ersten Film mit dem Filmpionier und Inhaber der Reform Licht-Spiele Louis Held drehte.

Der goldene See erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt fünf Vorführungen in Scherffs Lichtspielhaus (23.12. – 25.12.1919).

Schock der Freiheit

Mit der Gründung der Weimarer Republik beginnt auch für das Weimarer Kino das goldene Zeitalter des deutschen Films. Nach der Kaiserherrschaft und den Schrecken des Ersten Weltkriegs spiegelt sich der plötzliche »Schock der Freiheit« (Siegfried Kracauer) in den eskapistischen Lustspielen, glamourösen Spektakeln und düsteren Leinwandfantasien des Films. Anhand der rekonstruierten Spielpläne der lokalen Kinos »Scherffs Lichtspielhaus« und »Reform Licht-Spiele« zeigen das Lichthaus Kino, die Bauhaus-Universität Weimar, das Kunstfest Weimar und das Weimarer Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit international renommierten Musiker*innen und Gästen eine Stummfilm-Retrospektive mit seltenen Werken, die sich vor genau 100 Jahren als Publikumsmagneten erwiesen und an das filmische Kulturerbe aus der Perspektive der Stadt Weimar erinnern. Historische Wochenschauen ergänzen die Hauptfilme.

Stephen Horne
Stephen Horne gilt als einer der führenden internationalen Stummfilm-Begleiter*innen. Er ist seit über 30 Jahren Hauspianist im »Londoner BFI Southbank«, spielt auf den wichtigsten internationalen Festivals und nahm Musik für viele DVD-Veröffentlichungen von Stummfilmen auf. Als Pianist bezieht er oft andere Instrumente in seine Performances mit ein.
www.stephenhorne.co.uk

Regie + Drehbuch: Fritz Lang
Darsteller*innen: Carl De Vogt, Ressel Orla, Lil Dagover
Live-Musik: Stephen Horne
Stummfilmfestival - Schock der Freiheit
Idee + Konzeption: Dr. Simon Frisch, Gerrit Heber, Katrin Richter, Bauhaus-Universität Weimar / Sven Opel +Dirk Heinje, Lichthaus GmbH / Dr. Jens Riederer, StadtarchivWeimar / Richard Siedhoff
Förderung: Thüringer Staatskanzlei, Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land, Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Stadt Weimar, Bauhaus-Universität Weimar, Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar, Weimarer Republik e.V.

Eine Veranstaltungsreihe von Lichthaus Kino, Bauhaus-Universität, Stadtarchiv Weimar und Kunstfest Weimar

Karten: 10 € / ermäßigt 7 €

Dauer: 70 min

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)


Weitere Stummfilme mit Live-Musik in der Retrospektive »Schock der Freiheit«:

26.8., 19:45
Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell (D, 1919) & Dida Ibsens Geschichte. Ein Finale zum »Tagebuch einer Verlorenen« von Margarete Böhme (D, 1918)

27.8., 19:45
Pax Æterna. Der ewige Frieden (DK, 1917)

28.8., 19:45
Rose Bernd (D, 1919)

31.8., 19:45
Im deutschen Sudan (D, 1917)

1.9., 15:00
Der Rattenfänger von Hameln (D, 1918) u.a. Kurzfilme

1.9., 19:45
Der grüne Vampyr (D, 1918/19) & Die Austernprinzessin (D, 1919)

3.9., 19:45
Veritas Vincit. Die Wahrheit siegt! (D, 1918/19)

4.9., 19:45
Opium (D, 1918)

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Vortrag

Bauhaus → Black Mountain College III (Einführungs­vortrag)

»Die Komponisten der Bauhauswoche 1923«

Einführungsvortrag für das Bauhaus-Konzert am 6.9., 20:00 Uhr: Bauhaus → Black Mountain College III

mit Prof. Christoph Ritter

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Konzert

Bauhaus-Konzerte:
Bauhaus → Black Mountain College III