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Kunstfest Weimar

vom 17.8. bis 2.9.2018

In seiner 29. Ausgabe, die vom 17.8. bis zum 2.9.2018 stattfindet, nimmt das Kunstfest Weimar das bevorstehende 100. Jubiläum des Bauhauses in den Blick.

Im Chaos nach dem Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution gründete Walter Gropius im April 1919 in Weimar eine neuartige Kunst- und Architekturhochschule – das Bauhaus. Mit neuen Materialien, frischen Utopien und technischer Sachlichkeit wurde hier an der Gestaltung der Zukunft gearbeitet. Zwischen Natur und Technik, Gesellschaft und Individuum sollte ein neues Gleichgewicht entstehen.

Unter dem Motto „Von Hochstaplern und Seiltänzern – wie das Bauhaus nach Weimar kam“ zeigt das Kunstfest zeitgenössische künstlerische Arbeiten, die das Bauhaus als Inspirationsquelle für heutige Fragen begreifen oder in der Tradition des Bauhauses stehen. Die meisten der 26 Theaterproduktionen, Gastspiele, Kunstprojekte, Gesprächsreihen und Konzerte mit insgesamt etwa 90 Veranstaltungen wurden eigens für das Kunstfest 2018 entwickelt und machen den Besuch der Klassikerstadt Weimar während des Festivalzeitraums zu einem einzigartigen Erlebnis.

Kontakt

Kunstfest Weimar
Windischenstr. 10
D-99423 Weimar

Telefon: +49 (0) 3643 / 755 291
E-Mail: info@kunstfest-weimar.de

 

Kartenverkauf

Online
www.kunstfest-weimar.de
www.nationaltheater-weimar.de

Telefonisch
Theaterkasse des DNT
T +49 (0) 3643 / 755 334
Ausstellung

No Longer Can Anything Exist In Isolation

Matthew Lloyd (GB)

Im Rahmen von Acting Space – Bauhaus Goes Kunstfest 2018

Walter Gropius war fest davon überzeugt, dass Kunst die Welt verändern könne. Architektur, Plastik, Malerei – alle Künste sollten aufgehen in einem gemeinsamen »Bau der Zukunft«, der zugleich »Sinnbild eines neuen Glaubens« sein sollte. Matthew Lloyds Plakatinstallation greift diesen spirituellen Aspekt, der schon in Gropius’ »Bauhaus-Manifest« von 1919 zu finden ist, auf.

Aus Anlass des Bauhaus-Jubiläums hat das Kunstfest Weimar unter dem Titel »Acting Space – Bauhaus Goes Kunstfest 2018« Studierende der Bauhaus-Universität Weimar – insbesondere der Studiengänge »Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien« und »Freie Kunst« – eingeladen, neue Arbeiten für den Stadtraum zu entwickeln und einen frischen Blick auf das Bauhaus, seine Protagonist*innen und die bevorstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten zu werfen.

Weitere Veranstaltungen dieser Reihe
»Am Horn gepackt / Grab it by the Horn«
»Internationale Bauhaus-Meisterschaft«
»Bauhaus Forever«
»Der Souvenir-Shop«

Kuration: Prof. Liz Bachhuber, Anke Hannemann, Janek Müller, Kunstfest Weimar
Künstler: Matthew Lloyd (GB)
Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus heute« im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«, Hypo-Kulturstiftung, Härterei Reese
Mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Weimar

Freier Eintritt
Ausstellung

Am Horn gepackt / Grab it by the Horn

Daniel Theiler (D)

Im Rahmen von Acting Space – Bauhaus Goes Kunstfest 2018

Daniel Theiler baut das Haus am Horn, das erste Musterhaus des Bauhauses, aus Textilien nach – dem von den ersten Frauen am Bauhaus am häufigsten verwendeten Werkstoff. Das Patchwork aus gemusterten und bunten Stoffbahnen, von Studierenden und Interessierten gestaltet, ist ein fröhliches Statement der Gleichberechtigung.

Aus Anlass des Bauhaus-Jubiläums hat das Kunstfest Weimar unter dem Titel »Acting Space – Bauhaus Goes Kunstfest 2018« Studierende der Bauhaus-Universität Weimar – insbesondere der Studiengänge »Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien« und »Freie Kunst« – eingeladen, neue Arbeiten für den Stadtraum zu entwickeln und einen frischen Blick auf das Bauhaus, seine Protagonist*innen und die bevorstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten zu werfen.

Weitere Veranstaltungen dieser Reihe
»No Longer Can Anything Exist In Isolation«
»Internationale Bauhaus-Meisterschaft«
»Bauhaus Forever«
»Der Souvenir-Shop«

Kuration: Prof. Liz Bachhuber, Anke Hannemann, Janek Müller, Kunstfest Weimar
Künstler: Daniel Theiler (D)
Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung:
Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus heute« im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«, Hypo-Kulturstiftung, Härterei Reese
Mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Weimar

Freier Eintritt
Familienprogramm

Trip tout petit

Audrey Dero & Griet Herssens (BE)

Deutsche Erstaufführung

Ein fantasievoller Kurztrip für Groß und Klein

Entfliehen Sie dem Alltag und gehen Sie auf Reisen: In ihrem kleinen, liebevoll gestalteten Reisebüro für Tagträume bieten Audrey Dero und Griet Herssens kurze Ausflüge an. Ob auf hohe, schneebedeckte Berge, an warme Strände unter Palmen oder in unbekannte Gewässer voller Überraschungen – die kleinen und großen Zuschauer*innen können selbst entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Nach Check-In, Gepäckaufgabe und Boarding startet in Kleingruppen der »Trip tout petit«, der individuelle Kurztrip in Gedanken. Die Schauspielerin Audrey Dero und die Kostümbildnerin und Szenografin Griet Herssens aus Belgien erwecken Stifte, Papier sowie andere Büroutensilien und Alltagsgegenstände zum Leben. Sie erzählen mithilfe von Pop-up- und Objekttheater charmante Kurzgeschichten, die zum Träumen animieren.

Audrey Dero begeisterte das Publikum schon beim Kunstfest 2015 mit der »Hip Hip Hip! Box« auf dem Marktplatz. Mit Griet Herssens arbeitete sie bereits bei verschiedenen Projekten zusammen. Die erste gemeinsame Produktion der beiden, »Trip tout petit«, feierte im September 2017 in Gent Premiere und erlebt beim Kunstfest 2018 ihre deutsche Erstaufführung.

Konzept & Spiel: Audrey Dero, Griet Herssens
Ausstattung: Simone Scaini
Künstlerische Beratung: Annelies Van Hullebusch, Johan De Smet
Produktion: Pudding asbl

Koproduktion: Rotondes Luxembourg
Unterstützung: Die Regierung Flanderns, Kopergietery
Gastspielförderung: Wallonie-Bruxelles International

Karten: 3 € / ermäßigt 2 €

Der Einlass erfolgt alle 15 min für bis zu 4 Personen
Keine Sprachkenntnisse erforderlich

Barrierefreier Zugang
Ab 4 Jahren
Aufführung

Zwischen den Zeiten

Anke Heelemann / FOTOTHEK (D)

Uraufführung

Auf Streifzug durch ein neues altes Quartier

Zum Bauhaus-Jubiläum erfindet sich Weimar wieder einmal neu: Das Viertel rund um das gerade entstehende neue Bauhaus-Museum soll künftig den Namen »Quartier Weimarer Moderne« tragen. Weimar, so legt die Namensgebung nahe, hat eben mehr zu bieten als nur Goethe und Schiller.

Tatsächlich liegen in dem alten Viertel mit dem neuen Namen Licht und Schatten der Moderne dicht beieinander. Zahlreiche Bauwerke legen davon Zeugnis ab, wie das noch im Kaiserreich erbaute Neue Museum, das monumentale »Gauforum « der Nationalsozialisten und der nicht minder monumentale, als Studentenwohnheim errichtete »Jakobsplan« aus der Zeit der DDR.

Mit Bauhelm, Fernrohr, Kreide, Campingstuhl und jeder Menge bislang unerzählter Geschichten jongliert der Schauspieler Markus Fennert über 150 Jahre Zeitgeschichte und manövriert die Zuschauer*innen durch Abgründe, Hintergründe, Sichtweisen, Erwartungen und Visionen des vergangenen Jahrhunderts. Im Spannungsfeld zwischen damals und heute, zwischen persönlichen Geschichten und historischen Ereignissen ermöglicht dieser Stadtrundgang einen ungewöhnlichen Blick auf ein Areal voller Widersprüche. Mit verblüffenden Ein- und Aussichten, überraschenden Sichtachsen und Seitenwechseln wird das neue alte Quartier zur Bühne für eine eindrückliche Zeitreise.

Mit »Zwischen den Zeiten« laden die Weimarer Künstlerin Anke Heelemann und Markus Fennert nach »500 Meter Weimar« (2016) und »Ein Gespenst geht um...« (2017) bereits zum dritten Mal zu einer ebenso eigenwilligen wie unterhaltsamen Entdeckungsreise durch ein Weimarer Stadtviertel ein, das wir zu kennen glauben.

Konzept, Recherche & Regie: Anke Heelemann
Mit: Markus Fennert
Mitarbeit: Lisa Sohm

Produktion: Kunstfest Weimar

Mit freundlicher Unterstützung durch das Weimar Atrium und das Thüringer Landesverwaltungsamt

Karten 15€ / ermäßigt ab 8€

Frühzeitige Buchung sowie dem Wetter entsprechende Kleidung und bequemes Schuhwerk empfohlen
Aufführung

Der Souvenir-Shop

ThinkTankBauhaus100 – Nora Spiekermann (D), Yi Weihua (CHN), Suna Mathilde Yoo (D)

Im Rahmen von Acting Space – Bauhaus Goes Kunstfest 2018

Bauhaus100 ist eine Marke! Um die Stadt 2019 in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, werden keine Mühen gescheut. Der ThinkTankBauhaus100 begleitet diese Prozesse und sammelt Erinnerungsstücke an den Orten der Veränderung, die anschließend im Souvenir-Shop verkauft werden. Jede*r kann seine Erinnerungen an und Zukunftsvisionen für das Bauhaus in Weimar beitragen.

Aus Anlass des Bauhaus-Jubiläums hat das Kunstfest Weimar Studierende der Bauhaus-Universität Weimar – insbesondere der Studiengänge »Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien« und »Freie Kunst« – eingeladen, neue Arbeiten für den Stadtraum zu entwickeln und einen frischen Blick auf das Bauhaus, seine Protagonist*innen und die bevorstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten zu werfen.

Kuration: Prof. Liz Bachhuber, Anke Hannemann, Janek Müller, Kunstfest Weimar
Künstler: ThinkTankBauhaus100 – Nora Spiekermann (D), Yi Weihua (CHN), Suna Mathilde Yoo (D)
Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus heute« im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«, Hypo-Kulturstiftung, Härterei Reese
Mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Weimar

Eintritt frei
Ausstellung

Wie das Bauhaus nach Weimar kam

Ein Archiv von Hitze und Kälte – Eine Ausstellung an drei Orten

Vernissage und Kuratorenführung zu den Ausstellungsorten
Ehemalige Dorfner-Werkstatt, Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens und ACC Galerie Weimar

Start an der ehem. Dorfner-Werkstatt

Im Vorfeld des 100. Jubiläums des Bauhauses eröffnet das Kunstfest ein Archiv – eine Wunderkammer der Raritäten und Kuriositäten. Archäologische Fundstücke aus der nahen und fernen Vergangenheit, Objekte, Dokumente und Kunstwerke zeichnen nach, wie das Bauhaus in einem Balanceakt in politisch und wirtschaftlich instabilen Zeiten der Weimarer Republik gegründet wurde und versuchte, sich zu behaupten. Anhand einer Fülle von Materialien wird aufgezeigt, wie es zu einer Schule wurde, in der die junge Weimarer Demokratie das gesellschaftliche und ästhetische Gleichgewicht übte. Persönliche Briefe, kosmische Raumberechnungen, Zeitungsschnipsel, Wetterprognosen, Gleichgewichtsübungen, obskure Modelle, fast vergilbte Notizen auf Servietten, lichtscheue Fotografien und vieles mehr laden zu einem Spaziergang durch Räume und Zeiten ein, in denen das Bauhaus immer wieder neu gegründet wird und sich selbst neu erfindet.

Die ehemalige Werkstatt des Bauhaus-Künstlers und Buchbinders Otto Dorfner an der Erfurter Straße bildet das Zentrum des »Archivs von Hitze und Kälte«, ein Ort, der zum Stöbern in Dokumenten und Archivalien einlädt. Das Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens wird zum Bauhaus-Ort erklärt, an dem zeitgenössische Kunst in einen Dialog mit den archäologischen Fundstücken aus längst vergangenen Epochen der Menschheitsgeschichte tritt. Die ACC Galerie Weimar schließlich wird zum Schauplatz einer Spurensuche, wie außerhalb Deutschlands auf die Gründung des Bauhauses reagiert wurde.

Die Ausstellungsorte können unabhängig voneinander und in beliebiger Reihenfolge besucht werden. Das Kombiticket, das den Besuch aller drei Orte ermöglicht, ist während des gesamten Festivalzeitraums gültig.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, die an den Ausstellungsorten und am Festivalzentrum kostenfrei erhältlich ist.

Kuration: Janek Müller, Niklas Hoffmann-Walbeck

Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus heute« Im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«
Mit freundlicher Unterstützung durch den Landesbetrieb für Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt

Start an der ehemaligen Dorfner-Werkstatt

Eintritt frei

Dauer ca. 3h
Ausstellung

Mù - Cinématique des fluides

Compagnie Transe Express (FR)

Eröffnungsspektakel Kunstfest Weimar 2018

Zur Eröffnung des Kunstfests 2018 entführt die französische Straßentheatergruppe Transe Express das Weimarer Publikum auf dem Platz der Demokratie in eine Welt voller Akrobatik, Poesie und Fantasie. Surrealistische Geschöpfe aus anderen Dimensionen bahnen sich ihren Weg durch die Menge und lassen anschließend mit einem Ballett zwischen Himmel und Erde die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits verschwimmen. Wasserwesen erobern den Luftraum, Akrobaten schweben über dem Publikum, traumhafte Bilder entstehen am Himmel, der gesamte Platz leuchtet.

»Mù – Cinématique des fluides«, auf Deutsch etwa »Wasserwelten in Bewegung«, ist großformatige Luftakrobatik, neuer Zirkus und Livemusik zugleich. Inspiriert von Jules Verne und seinen fantastischen Welten, lädt die Gruppe – unterstützt von Mitwirkenden aus Weimar und Umgebung – ein zu einer spektakulären Reise von der Erde zum Mond und nimmt dabei die Aufmerksamkeit der Zuschauer*innen mit in schwindelerregende Höhen.

Transe Express, 1982 gegründet, ist eine der großen französischen Straßentheatergruppen. Sie sind berühmt für ihre »menschlichen Mobiles«, Aufführungen, die hoch über den Köpfen des Publikums stattfinden. Die Gruppe hat bereits in über 50 Ländern auf fünf Kontinenten gastiert, Olympische Spiele eröffnet und das Jahr 2000 in Paris eingeläutet. »Mù«, entstanden 2015, bildet den feierlichen Auftakt zu siebzehn prall gefüllten Tagen Kunstfest Weimar.

Konzept: Rémi Allaigre, Mickaël Belle, David Frier, Matthieu Neumann, Gilles Rhode, Ivan Tziboulsky
Szenografie: Rémi Allaigre, Gilles Rhode
Musik: Philippe Gilbert, Léopold Plastaga, Rémi Allaigre
Licht: TILT-François Fouilhé / Jean-Baptiste Laude
Ausstattung & Kostüm: David Frier, Céline Carraud, Clothilde Laude, Gilles Rhode

Mit: Laurent Arn, Raphael Carrara, Lutz Christian, Marc de Sousa, Tarzana Fourès, David Frier, Louis Gaumeton, Eric Houdart, Amélie Kourim, Maryvette Lair, Matthieu Neumann, Franck Saurel, Harold Savary, Vincent Stephan sowie Bürger*innen aus Weimar und Umgebung

Gastspielförderung: Institut français und das französische Ministerium für Kultur / DGCA
Mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Weimar

Dauer 50 min, keine Pause

Eintritt frei

Die Vorstellung findet auch bei Regen statt.

Keine Sprachkenntnisse erforderlich
Ausstellung

21 - Erinnerungen ans Erwachsenwerden

Mats Staub (CH)

Weimar ist ein Ort der Geschichte und Geschichten, des Erinnerns und Gedenkens. Wie Künstler*innen heute produktiv und kreativ mit Geschichte umgehen können, war daher eine zentrale Frage der vergangenen Festivalausgaben. Wie sich Weltgeschichte in persönlichen Erinnerungen spiegelt, erforscht der Schweizer Künstler und Geschichtensammler Mats Staub. Seine berührende Videoinstallation »21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden«, für die er mittlerweile mehr als 150 Menschen in verschiedenen Ländern befragt und gefilmt hat, war ein Publikumsmagnet beim Kunstfest 2014. Das Projekt hat sich in den vergangenen Jahren beständig weiterentwickelt und ist nun, fünf Festivalausgaben später, noch einmal in Weimar zu Gast.

Für sein Langzeitprojekt »21« spricht Mats Staub mit Menschen verschiedenen Alters über ihre Erinnerungen an die Zeit des Erwachsenwerdens und zeichnet ihre Erzählungen auf Tonband auf. Nach drei Monaten besucht er die Protagonist*innen erneut: Während er ihnen die verdichteten Tonaufnahmen vorspielt, filmt er die Reaktionen in ihren Gesichtern. Sie reichen von Schmunzeln über Weinen, Gesten des Stolzes bis zum sichtbaren Nachsinnen. Als Videoinstallation porträtiert »21« die Erzählenden als Hörende ihrer eigenen Erinnerung. Es ist ein intimer Moment, dabei zuzusehen, wie Menschen anfangen, über ihr Leben nachzudenken. Zugleich eröffnet sich durch die persönlichen Erinnerungen hindurch ein außergewöhnlicher Blick auf das vergangene und das gegenwärtige Jahrhundert. Auch einige der in Weimar entstandenen Gespräche werden zu sehen sein.

Gespräch zur Vernissage mit Mats Staub, der MDR-Journalistin Maria Socolowsky und dem Bibliotheksdirektor Dr. Frank Simon-Ritz

Idee, Konzept & Leitung: Mats Staub
Szenografie: Monika Schori
Kamera: Matthias Stickel, Benno Seidel, Sifiso Khanyile
Ton: Andrea Brunner, Mandla Nkuna
Technik: Hanno Sons

Produktionsleitung: Elisabeth Schack
Produktion: zwischen_produktionen
Koproduktion: Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Festival Theaterformen Hannover, Museum für Kommunikation Bern, Gessnerallee Zürich, Kunstfest Weimar, Kaserne Basel, Wiener Festwochen, Theater Freiburg, Noorderzon Festival Groningen, Adelaide Festival, Théâtre Vidy Lausanne

Unterstützung: Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Ernst Göhner Stiftung, Migros-Kulturprozent, Stadt Zürich Kultur, Kanton Zürich Fachstelle Kultur

Gastspielförderung: Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung
Mit freundlicher Unterstützung durch die Universitätsbibliothek der Bauhaus- Universität Weimar

Eintritt frei

Barrierefreier Zugang

In deutscher und englischer Sprache
Theater

Macbeth

Deutsches Nationaltheater Weimar (D)

von William Shakespeare
in der Übersetzung von Heiner Müller

Wer etwas darüber erfahren will, wie Macht funktioniert, wie man sie erobert und was es kostet, sie zu erhalten, findet in Shakespeares »Macbeth« das nach wie vor aktuelle Lehrstück dazu. Drehbuchautoren einer Serie wie »House of Cards«, die uns einen Blick in die Hinterzimmer der Mächtigen verschaffen, haben ihren Shakespeare jedenfalls genau studiert.

Wie man zum Beispiel König wird, fragt sich der Titelheld Macbeth. Indem man denjenigen, der den Thron besetzt hält, beiseite räumt, lautet die eindeutige Antwort. Und so spinnt er mit seiner Gattin einen finsteren Plan. Er tut dies im Vertrauen auf eine Prophezeiung unheimlicher Hexen, die in ihm seine geheimen, noch unausgesprochenen Wünsche nach Ruhm und Macht wachrufen. Einmal angestachelt vom Ehrgeiz, herausgefordert von seiner Lady und gequält von neurotischen Verlustängsten um den einmal erworbenen Thron, entwickelt sich Macbeth zum Serienmörder, der beseitigt, wer ihm, wie er glaubt, im Wege steht. Und das ist ausnahmslos jeder, der sein Treiben hinterfragt – am Ende die ganze Welt. Regisseur Christian Weise verlegt die Tragödie um Willkürherrschaft, Machtmissbrauch und Umsturz in ein fiktives »Weimarer Haus«, das die Künstlerin Julia Oschatz gestaltet hat, in dem sich Glanz und Elend dieser Stadt und damit deutscher Geschichte angehäuft haben, und erzählt den Shakespeare’schen Albtraum als opulente Farce. Neben den Mitgliedern des DNT Schauspielensembles agieren in den Hauptrollen Corinna Harfouch und Susanne Wolff.

Regie: Christian Weise
Bühne: Julia Oschatz
Kostüm: Lane Schäfer
Komposition: Jens Dohle
Video: Bahadir Hamdemir
Dramaturgie: Beate Seidel
Mit: Corinna Harfouch, Thomas Kramer, Bernd Lange, Oscar Olivo, Krunoslav Šebrek, Susanne Wolff
Musik: Jens Dohle, Steffen Illner und Mitglieder der Staatskapelle Weimar

Produktion: Deutsches Nationaltheater Weimar, Kunstfest Weimar

Karten 28 € - 55 € / ermäßigt ab 8 €

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Weitere Termine in der Spielzeit des Deutschen Nationaltheaters Weimar:
Fr, 28.9. / 19:30
So, 7.10. / 16:00
Sa, 17.11. / 19:30
Fr, 21.12. / 19:30
Gespräch

Kollektiver Dialog »Gertrud Grunow«

Jenny Brockmann (D)

Töne, Farben und Bewegungen stehen im Zentrum der »Harmonisierungslehre«, die Gertrud Grunow 1920 bis 1924 am Bauhaus unterrichtete. Alle Sinne sollten gleichberechtigt und harmonisch genutzt werden. Mit dem bei Schüler* innen und Lehrer*innen beliebten Unterricht beeinflusste Gertrud Grunow als erste und einzige Meisterin maßgeblich das Programm des Bauhauses und die dort tätigen Künstler*innen; sie stand später aber auch im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen, die zur Schließung des Bauhauses in Weimar führten. Für die bildende Künstlerin Jenny Brockmann bildet das Leben und Wirken Gertrud Grunows nun den Ausgangspunkt für eine mehrteilige Arbeit, die 2018 mit einer Reihe von Gesprächen beginnt und 2019 in einer Ausstellung beim Kunstfest mündet. Jenny Brockmann arbeitet in ihren Werken, darunter Installationen, Skulpturen, Zeichnungen, aber auch Film und Fotografie, medienübergreifend und mit eher ungewöhnlichen Materialien. Sie hat unter anderem Architektur, Philosophie und Kunst studiert und war Meisterschülerin bei Rebecca Horn.

Handlungsanweisung
Was verbirgt sich hinter dem Begriff der »Handlungsanweisung« in der Lehre Gertrud Grunows und welche Inspiration entfaltet er heute? Die Veranstaltung führt in einer Präsentation zu Beginn in das Wirken Grunows in Weimar ein.

Weitere Termine dieser Gesprächsreihe
So, 26.8. / 11:00 Uhr, »Gesellschaftliche Dimension von Gestaltung«, Palais Dürckheim
So, 2.9. / 11:00 Uhr, »Farbe Ton Bewegung«, ACC Galerie Weimar

Konzept: Jenny Brockmann
Mit: Paulina Olszewska, Sophia Gräfe, Space for Visual Research u.a.

Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus heute« im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«

Eintritt 5 € / ermäßigt 3 €
1 € Rabatt ab der 3. Gesprächsrunde (nur an der DNT-Theaterkasse im Paket erhältlich), mit Veranstaltungsreihe »Gespräche in der Bauhausküche« kombinierbar

In deutscher und englischer Sprache
Ausstellung

Kopfgeburten oder zur Sachlage einer Duschkabine

Kollektiv Kubik (D)

Eine temporäre Vision von Morgen

2018. Das Gesellschaftssystem, in dem wir leben, ist in ein Korsett ökonomischer Zwänge eingeschnürt. Jugendliche des Jugendclubs Waggong in Weimar-West, der Sozialkontor Johannes Falk Weimar und das Kollektiv Kubik – ein Netzwerk verschiedener Akteur*innen aus dem Umfeld der Bauhaus-Universität – haben sich auf die Suche nach Möglichkeiten der Veränderung und Mitgestaltung dieses Systems begeben. In Workshops entwickelten sie Visionen für eine Welt, in der sie leben wollen. Edelschrott und Sperrmüllschätze waren das Ausgangsmaterial, Kunst und Gestaltung die Werkzeuge, um festgefahrene Strukturen zu sprengen. Anders denken! Hirngespinste frei lassen! Kopfgeburten austragen! Denn: Eine Duschkabine ist eine Duschkabine ist eine Duschkabine.

Am 19.8. unterziehen die Jugendlichen auf dem Goetheplatz ihre Ideen einer Überprüfung. Alle sind herzlich eingeladen, gemeinsam weiterzudenken und mitzugestalten.

Konzept: Kollektiv Kubik

Kooperation: Jugendclub Waggong & Kramixxo, Sozialkontor Johannes Falk Weimar

Förderung: Bauhaus-Universität Weimar, Bauhaus100-Fonds
Mit freundlicher Unterstützung durch das Jugend- & Kulturzentrum mon ami

Eintritt frei

Barrierefreier Zugang
Film

Die Zukunft ermitteln: Filme aus dem Bauhaus

Filmreihe

In den künstlerischen Experimenten des Bauhauses spielte das damals noch junge Medium Film eine wichtige Rolle. Eine kurze Filmreihe, zusammengestellt von dem Hamburger Filmemacher und Kurator Thomas Tode, zeigt in exemplarischen Zuspitzungen, wie der Film am Bauhaus verstanden wurde. Von den frühesten Entwürfen für abstrakte Filme über die Verbindung von Film und Tanz spannt die Reihe einen Bogen zu den Arbeiten zweier bemerkenswerter Filmemacherinnen, die am Bauhaus studiert haben. Vor jeder Vorführung findet eine Einführung mit Thomas Tode statt, im Anschluss besteht die Möglichkeit für Nachgespräche.

Vom abstrakten Bauhausfilm zum Werbefilm

Die Bauhäusler*innen Erna Niemeyer und Werner Graeff arbeiteten ab 1922 an den ersten abstrakten Filmen überhaupt, u.a. an der musikalischen Sinfonie »Diagonale« und an im Raum springenden farbigen Quadraten in »Komposition I / 1922«. Ihre Mitstudenten Kurt Schwerdtfeger und Ludwig Hirschfeld Mack entwarfen zur gleichen Zeit Projektionen mit farbigem Licht, stets live vorgeführt, denn der Farbfilm war noch nicht erfunden. Komplettiert wird das Programm durch bisher unbekannte Werbefilme des Bauhaus-Professors László Moholy-Nagy.

Kuration: Thomas Tode

Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes im Fonds Fonds »Bauhaus heute« Im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«

Karten 10 € / ermäßigt 6 €

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Dauer ca. 1h 30 min

Weitere Veranstaltungen dieser Filmreihe
Mo, 20.8. / 20:00 Uhr, »Bauhaus-Körper«, Kino im mon ami
Mo, 27.8. / 20:00 Uhr, »Amazonen der Avantgarde«, Kino im mon ami
Gespräch

Gespräche in der Bauhausküche: Kälte

In den turbulenten Jahren nach Kriegsende, Revolution und Republiksgründung wurde überall in der Gesellschaft um neue Gestaltungsfähigkeit gerungen. In dieser Phase übernahmen Künstler*innen, Architekt*innen und Gestalter* innen eine Führungsrolle. Mit der Gründung des Bauhauses entstand 1919 eine Schule, in der Schüler*innen und Lehrer*innen gemeinsam einübten, wie das Leben in der Industriemoderne eingerichtet werden könnte. Das Bauhaus stand für ein forschendes Verhältnis gegenüber Materialien, Formen und Wissen und verlieh der wirtschaftlich instabilen, politisch unruhigen Weimarer Republik eine konstruktive, ästhetische und umsetzbare soziale Utopie. Das Bauhaus war Künstlerrepublik und Ingenieursalon, Laboratorium und Experiment.

Mit der Reihe »Gespräche in der Bauhausküche« fragt das Kunstfest Expert*innen, Wissenschaftler* innen, Künstler*innen und das Publikum: Was bedeutet »modern sein« heute – 100 Jahre nach der Gründung des Bauhauses und mitten im 21. Jahrhundert? Zu jedem Gespräch öffnen wir die Bauhausküche mit einem kleinen Imbiss, der zum weiteren Diskutieren und Verweilen einlädt.

Kälte

Mit dem Satz »Keiner stört in dieser Wohnung den anderen« warb Walter Gropius für die Bauhausarchitektur. Großzügig, geordnet und auf Abstand bedacht sollten sich die neuen Städte zeigen. Auch das Leben der modernen Menschen sollte »sachlich« und »wissenschaftlich « werden. Am Bauhaus experimentierte man deshalb mit neuen Formen und einer neuen materiellen Kultur. Im Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens wird diskutiert, welche Katalysatoren in Vergangenheit und Gegenwart kulturelle Entwicklungen bestimmen. Wie entsteht das Handwerk des Lebens? Dazu gehören heute nicht nur der Umgang mit dem Klimawandel, sondern auch Phänomene wie Mobilität und die Vielgestaltigkeit der Gesellschaften.

Mit einer kurzen Führung durch die »Eiszeit« mit dem Museumsdirektor Dr. Diethard Walter

Konzept: Janek Müller, Niklas Hoffmann-Walbeck

Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes im Fonds Fonds »Bauhaus heute« Im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«
Mit freundlicher Unterstützung durch den Landesbetrieb für Bau- und
Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt

Eintritt 5 € / ermäßigt 3 €

1 € Rabatt ab der 3. Gesprächsrunde (nur an der DNT-Theaterkasse im Paket erhältlich),
mit Veranstaltungsreihe »Kollektiver Dialog Gertrud Grunow« kombinierbar

Dauer ca. 1h 30 min, keine Pause

Weitere Veranstaltungen in dieser Gesprächsreihe
Mi, 29.8. / 18:00 Uhr, »Balancen«, ACC Galerie Weimar
Do, 30.8. / 18:00 Uhr, »Hitze«, ehemalige Dorfner-Werkstatt
Theater

Ohne Farbe geht nichts!

Kathrin Rothe (D)

Uraufführung

Ein live animiertes Filmtheater zur Farbenlehre von Johannes Itten

Als eine der schillerndsten Figuren prägte der Maler Johannes Itten das frühe Bauhaus. In einem live vor den Augen der Zuschauer*innen entstehenden Film begibt sich die Künstlerin Katrin Rothe auf eine Spurensuche, die in das Leben des Bauhauslehrers führt und zugleich in ihre eigene Studienzeit in Ost und West, in der sie Ittens Farbenlehre auf unterschiedliche Weisen kennenlernte. Sie blättert in Ittens Biografie vor und zurück und lässt eine musikalisch-fantastische Bildfolge der turbulenten Zeit des frühen Bauhauses entstehen. Vom Zeichentisch steigen wundersame Farben und Figuren direkt auf die Kinoleinwand, wo Begegnungen besonderer Art komponiert werden. Der kaum 30-jährige Itten begegnet sich selbst als altem Mann, der auf seine Zeit in Weimar zurückblickt. Abstrakte Geometrie und Architektur treffen auf ein Meer von rhythmisch schwingenden Farben und die freien und lockeren Übungen der Bauhausschüler* innen auf Ittens strenges Interesse für asiatische Lebens- und Heilsvorstellungen. Sie zeigen ein buntes Bauhaus, oder wie Itten selbst schrieb: »Ohne Farbe geht nichts!«

Konzept, Regie & Live-Animation: Katrin Rothe
Dramaturgie: Janek Müller
Sprecher*innen: Inka Friedrich, Olaf Helbing
Musik: Thomas Mävers, Olaf Helbing
Zeichnungen (Vorproduktion): Tonina Matamalas
Künstlerische Assistenz: Knut Rothe

Produktion: Kunstfest Weimar

Karten 15 € / ermäßigt ab 8 €

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)
Tanz

The Sea Within

Lisbeth Gruwez / Voetvolk (BE)

Wie kann es gelingen, aus den gewohnten Bahnen unseres Denkens auszubrechen? Warum versuchen wir eigentlich immer, das Chaos, das in unseren Köpfen herrscht, zu bändigen und Ordnung in unser Leben zu bringen? Wie wäre es, wenn wir dieses Chaos sich selbst überließen, bis es sich seine eigene Ordnung schafft? Und – auf den Tanz übertragen – welche Bewegungen, welche Choreografien würden dabei entstehen?

»Chaos«, glaubt Lisbeth Gruwez, »ist der Rhythmus, in dem wir loslassen, was uns einschränkt«. Ihr neues Stück »The Sea Within«, eine Meditation über unsere inneren Landschaften, versteht sie daher als eine Übung im Loslassen, inspiriert von Rhythmen der Natur wie der Abfolge der Jahreszeiten, dem Zyklus des Mondes oder dem Wechsel der Gezeiten. Zehn Tänzerinnen, kraftvoll und verletzlich zugleich, hat sie dafür auf der Bühne versammelt. Allmählich beginnen die Grenzen zwischen ihren Körpern zu verwischen. Kreisende, sich überlagernde Bewegungen erfüllen den Raum, bis das Ensemble, begleitet von minimalistischen elektronischen Klängen, ganz langsam zu einem organischen, sich bewegenden Ganzen verschmilzt.

Lisbeth Gruwez hat als Tänzerin mit einigen der bedeutendsten europäischen Theatermachern und Choreografen gearbeitet. 2006 gründete sie gemeinsam mit dem Musiker und DJ Maarten Van Cauwenberghe die Gruppe Voetvolk. Auf eine Reihe von Solostücken folgte 2016 das eindringliche Duett »We’re Pretty Fuckin’ Far From Okay«, dessen deutsche Erstaufführung beim Kunstfest Weimar zu sehen war.

Konzept & Choreografie: Lisbeth Gruwez
Sounddesign: Maarten Van Cauwenberghe, Elko Blijweert, Bjorn Eriksson
Dramaturgie: Bart Meuleman
Bühne & Ausstattung: Marie Szersnovicz
Kostüm: Alexandra Sebbag
Repetitor: Lucius Romeo-Fromm
Licht: Harry Cole
Technische Leitung: Thomas Glorieux

Mit: Francesca Chiodi Latini, Jennifer Dubreuil, Dani Escarleth Pozo, Ariadna Gironès Mata, Sarah Klenes, Chen-Wei Lee, Sophia Mage, Cherish Menzo, Charlotte Petersen, Natalia Pieczuro

Produktion: Voetvolk vzw
Koproduktion: KVS, Festival de Marseille / Théâtre Le Merlan, Rencontres Chorégraphiques Internationales de Seine-Saint-Denis, TANDEM Arras-Douai, Theater Freiburg, Le Fond du dotation du Quartz, Theater im Pumpenhaus Münster, Julidans Amsterdam, Kunstfest Weimar, CNN Nantes, CDC Toulouse, Tanz im August/HAU Hebbel am Ufer Berlin, Vooruit / Campo, Charleroi Danses, Key Performance
Residenz: Troubleyn/ Jan Fabre, Charleroi Danse, Arts Centre BUDA & Royal Flemish Theatre

Förderung: NONA, Die Flämische Gemeinschaft, Flämische Gemeinschaftskommission (VGC), Belgian Tax Shelter
Gastspielförderung: Die Regierung Flanderns

Karten 18 € / ermäßigt ab 8 €

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Keine Sprachkenntnisse erforderlich
Aufführung

Funkhaus Weimar - Mit Nietzsche auf Sendung

Rebstock & Compagnons (D)

Uraufführung

Eine musiktheatrale Spurensuche nach dem »Neuen Menschen«

Der »Neue Mensch« als Ziel einer neuen, rationalen Kunst stand am Anfang des Bauhaus- Gedankens. Unter dem Eindruck der Kriegs- und Revolutionsjahre suchten die Gründer der Weimarer Kunstschule »eine neue Menschlichkeit, eine allgemeine Lebensform« zu schaffen. Dabei verschmolz der Glaube an technischen Fortschritt auf eigentümliche Weise mit spirituellen und esoterischen Ausdrucksformen, dadaistischen Strömungen und der Auseinandersetzung mit dem Erbe Friedrich Nietzsches, der mit seiner Figur des Zarathustra bereits eine Art Prototyp des »Neuen Menschen« geschaffen hatte.

Kurz vor dem 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum begeben wir uns in das ehemalige Funkhaus Weimar, dessen Geschichte von dieser Entwicklung und ihren teils katastrophalen Folgen Zeugnis ablegt: Um 1910 als Huldigungsstätte für Nietzsche konzipiert, wurde der Bau ab 1937 von den Nationalsozialisten realisiert, beherbergte für kurze Zeit den sowjetischen Geheimdienst und diente ab 1946 bis ins Jahr 2000 als Rundfunkhaus. Nun geht das Funkhaus Weimar wieder auf Sendung. Wir laden die Zuschauer*innen ein zu einer Expedition in die ehemaligen Produktions- und Sendestudios. Wie bei der Aufnahme eines Hörspiels treffen Live-Musik, Elektronik, Ton- und Textdokumente aufeinander und formieren sich während des Rundgangs zu musiktheatralen Szenen und Klanginstallationen. Wir suchen nach dem Widerhall von Nietzsches Stimme und den verschlüsselten Botschaften des Übermenschlichen in der Gegenwart: im Zwang permanenter Selbstoptimierung, der Technisierung des Menschen und der Frage nach politischer Führung.

Konzept, Text & Regie: Matthias Rebstock
Komposition: Michael Emanuel Bauer
Elektronik: Matthias Meyer
Raum & Kostüm: Sabine Hilscher
Raum & Projektion: Sabine Beyerle, David Reuter
Dramaturgie: Martina Stütz
Tonassistenz: Jens Schmidt
Regieassistenz: Bartholomäus Pakulski, Ioana Petre

Mit: Anna Albu, Friederike Bartel, Georg Demel, Tobias Dutschke, Jonas Friesel, Panagiotis Iliopoulos, Ursula Renneke, Mariel Jana Supka und Mitglieder des DNT-Schauspielensembles

Produktion: Kunstfest Weimar
Kooperation: Deutsches Nationaltheater Weimar

Förderung: Gefördert durch den Musikfonds e.V. mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

Karten 18 € / ermäßigt ab 8 €
Dauer ca. 1h 20 min

Festes Schuhwerk empfohlen
Theater

Meet Juliet, Meet Romeo

CyberRäuber (D)

Ein virtuelles Theatererlebnis nach William Shakespeares »Romeo und Julia«

Ein Augenblick, ein flüchtiger Moment nur entscheidet über das Schicksal zweier Verliebter, ihrer Familien, einer ganzen Stadt: die Begegnung von Romeo und Julia. In der wohl bekanntesten Liebesgeschichte überhaupt prallen zwei Welten aufeinander, wenn die Kinder der beiden verfeindeten Familien sich ineinander verlieben. Julia und Romeo begegnen sich zum ersten Mal auf dem Maskenball der Familie Capulet – und ein berauschender Abend wird zum tragischen Schlachtfeld der Emotionen.

Entsteht die Liebe zwischen Romeo und Julia nur durch ihre Unmöglichkeit? Verrennen sich die beiden in ihrem unstillbaren Wunsch nach Freiheit? Mündet die Suche der jungen Generation nach Selbstbestimmung zwangsläufig in Gewalt?

Die CyberRäuber verbinden in ihren Projekten Theater und virtuelle Realität (VR). Das neue Medium ermöglicht faszinierende Begegnungen mit Klassikern der Theaterliteratur. Nach »Der Geisterseher« (2017) lädt die Berliner Künstlergruppe in ihrer zweiten Produktion für das Kunstfest Weimar die Besucher*innen ein, Shakespeares tragische Liebesgeschichte in ihren unterschiedlichen Facetten und aus verschiedenen Blickwinkeln zu untersuchen. Ausgestattet mit VR-Brillen, werden die Zuschauer* innen in »Meet Juliet, Meet Romeo« selbst zu Gästen auf dem Maskenball. Vor ihren Augen und durch ihre Anwesenheit verwandelt sich die romantische Begegnung in den Ausgangspunkt einer unaufhaltsamen Tragödie.

Konzept: Branko Janack, Marcel Karnapke, Björn Lengers
Regie & Dramaturgie: Branko Janack

Produktion: CyberRäuber – das Theater der virtuellen Realität, Kunstfest Weimar

Mit freundlicher Unterstützung durch das Deutsche Nationaltheater Weimar

Der Einlass erfolgt alle 20 min für jeweils zwei Personen.
Dauer ca. 45 min

Karten 5 € / ermäßigt 3 €
Familienprogramm

Vol d‘usage

Compagnie Quotidienne (FR/CH)

Eine akrobatische Zirkusshow für die ganze Familie

Seilakrobatik – schon das Wort klingt nach Risiko, Spannung und Artisten, die hoch unter der Zirkuskuppel schweben. Und Fahrradfahren? Fahrradfahren ist alltäglich, gewöhnlich und wenig dazu geeignet, unsere Fantasie zu beflügeln. Wäre es nicht großartig, wenn man mit dem Fahrrad fliegen könnte?

Jean Charmillot und Jérôme Gallan lassen diesen Traum mit spielerischer Leichtigkeit Wirklichkeit werden. Sie treten in die Pedale, fliegen und wirbeln herum, als wären sie schwerelos. Ihr Stück »Vol d’usage« verbindet artistische Meisterleistungen auf einem rollenden Fahrrad mit akrobatischen Luftnummern. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, der eines Morgens aus dem Haus geht, auf sein Fahrrad steigt, stürzt und nun beginnt davon zu träumen, dass er schwerelos sei. »Vol d’usage« ist charmant, intelligent und witzig und überrascht mit einer erstaunlichen Choreografie und virtuoser Akrobatik.

Die Compagnie Quotidienne wurde von den Artisten Jean Charmillot und Jérôme Galan gegründet. Beide absolvierten die staatliche französische Zirkusschule in Châlons-en-Champagne, und beide teilen die Liebe zum Zirkuszelt und zum Reisen. Während Jean im Alter von zwölf Jahren in der Schweiz die Welt des Zirkus’ für sich entdeckte und in seiner Ausbildung den Schwerpunkt auf Seil- und Fahrradakrobatik legte, begann Jérôme seine Zirkuslaufbahn bereits mit elf Jahren in Bordeaux. Er arbeitet als Artist, Musiker und Techniker mit verschiedenen Zirkus- und Straßentheatergruppen.

Konzept & Akrobatik: Jean Charmillot, Jérôme Galan
Dramaturgie: Marc Vittecoq
Musik: Yannick Tinguely
Kostüm: Emily Cauwet
Licht: Lydie Del Rabal
Ton: Thomas Mirgaine

Produktion: Cie. Quotidienne
Kopruduktion: Cirk’Eole Montigny-lès-Metz
Residenz: Espace Périphérique Mairie de Paris – Parc de la Villette

Unterstützung: Républic et Canton du Jura, Loterie Romande, OARA, Centre National des Arts du Cirque Châlons-en-Champagne, École Nationale des Arts du Cirque de Rosny-sous-Bois, École de Cirque de Bordeaux, Circosphère Delémont
Gastspielförderung: Institut français und das französische Ministerium für Kultur / DGCA, Institut français Thüringen, Weimarer Wohnstätte GmbH

Mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Weimar

Karten 18 € / ermäßigt ab 8 €
Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)
Ab 5 Jahren
Keine Sprachkenntnisse erforderlich
Wettbewerb

Internationale Bauhaus-Meisterschaft

Sophie Foster (GB), Stefan Lesueur (USA), Denise Rosero Bermúdez (ECU), Jakob Wirth (D)

Im Rahmen von Acting Space – Bauhaus Goes Kunstfest 2018

Wieviel Bauhaus bist du? Wer ist Weimars Bauhaus-Meisterschüler? Willst Du Dich an den Bauhaus-Idealen messen? Wir suchen Teams, die sich in unterschiedlichen sportlichen und spielerischen Aufgaben an eine Neuinterpretation des Bauhauses wagen.

Anmeldung bis 30.6. an: bauhausmeisterschaft(at)gmail.com

Aus Anlass des Bauhaus-Jubiläums hat das Kunstfest Weimar unter dem Titel »Acting Space – Bauhaus Goes Kunstfest 2018« Studierende der Bauhaus-Universität Weimar – insbesondere der Studiengänge »Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien« und »Freie Kunst« – eingeladen, neue Arbeiten für den Stadtraum zu entwickeln und einen frischen Blick auf das Bauhaus, seine Protagonist*innen und die bevorstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten zu werfen.

Anmeldung bis 30.6. an: bauhausmeisterschaft(at)gmail.com

Kuration: Prof. Liz Bachhuber, Anke Hannemann, Janek Müller, Kunstfest Weimar
Künstler: Sophie Foster (GB), Stefan Lesueur (USA), Denise Rosero Bermúdez (ECU), Jakob Wirth (D)

Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus heute« im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«, Hypo-Kulturstiftung, Härterei Reese

Mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Weimar

Eintritt frei

Weitere Veranstaltungen dieser Reihe
»Am Horn gepackt / Grab it by the Horn«
»No Longer Can Anything Exist In Isolation«
»Bauhaus Forever«
»Der Souvenir-Shop«
Theater

Bilder deiner großen Liebe

Theater Neumarkt Zürich (CH) / OFF deluxe (D)

Ein Abend mit Sandra Hüller nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf

Eines Tages macht sich Isa, die 14-jährige Hauptfigur aus Wolfgang Herrndorfs unvollendet gebliebenem letzten Roman »Bilder deiner großen Liebe«, aus dem Staub. Mit lediglich zwei Tabletten und ihrem Tagebuch im Gepäck steigt sie aus dem Fenster der psychiatrischen Anstalt, die bisher ihr Zuhause war, und bricht auf zu einer Reise durch ein manchmal verzaubertes Land. »Steigt man aus dem Fenster, gelangt man in einen Raum wie in seinem eigenen Inneren«, sagt Isa, und aus diesem Inneren schöpft sie den fantasievollen, überbordenden, poetischen Soundtrack ihres ganzen jungen Lebens.

Isa ist nicht einfach nur Aussteigerin, sie ist eine Überlebenskünstlerin, eine Traum- und Seiltänzerin. Ob sie die Wahrheit erzählt, ob ihre Geschichten über ihre Reise, über die Menschen und Gestalten, die sie dabei trifft, frei erfunden sind, bleibt ein Rätsel.

Gemeinsam mit den Musikern Moritz Bossmann und Sandro Tajouri spielt, singt und spricht die Schauspielerin Sandra Hüller Isas Geschichte als fulminanten Monolog zwischen Geschichtenerzählen und Rockkonzert. Sie zeigt Isa als eine Heranwachsende, die sich vorbehaltlos und unvorsichtig ins Leben wirft, nicht als bedauernswertes Opfer, sondern als eine starke, junge Frau. »Zum Niederknien, einfach wahnsinnig gut«, schrieb der Züricher Tages-Anzeiger über die Premiere.

Sandra Hüller begann ihre Laufbahn am Theaterhaus Jena. Sie spielte seither an einigen der wichtigsten deutschsprachigen Bühnen und wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet. Zuletzt feierte sie mit ihrer Rolle in dem Kinofilm »Toni Erdmann« große Erfolge.

Textfassung: Robert Koall
Regie: Tom Schneider
Dramaturgie: Inga Schonlau
Bühne & Kostüme: Michael Graessner

Mit: Sandra Hüller, Moritz Bossmann, Sandro Tajouri

Kompostion: Moritz Bossmann, Sandra Hüller, Sandro Tajouri

Produktion: Theater Neumarkt Zürich
Koproduktion: OFF deluxe

Förderung: Landesverband Freier TheaterBaden-Württemberg e.V.

Karten 22 + 24 €/ ermäßigt ab 8€

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)
Konzert

Bauhaus Forever

Vincent Brière (CAN)

Im Rahmen von Acting Space – Bauhaus Goes Kunstfest 2018

Auf Einladung des Kunstfests Weimar präsentiert der Popstar Grrropius seine neue Hit-Single »Bauhaus Forever«, bevor er seine Welttournee fortsetzt. Folgen Sie ihm auf den Social-Media-Kanälen unter #Grrropius.

Aus Anlass des Bauhaus-Jubiläums hat das Kunstfest Weimar unter dem Titel »Acting Space – Bauhaus Goes Kunstfest 2018« Studierende der Bauhaus-Universität Weimar – insbesondere der Studiengänge »Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien« und »Freie Kunst« – eingeladen, neue Arbeiten für den Stadtraum zu entwickeln und einen frischen Blick auf das Bauhaus, seine Protagonist*innen und die bevorstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten zu werfen.

Kuration: Prof. Liz Bachhuber, Anke Hannemann, Janek Müller, Kunstfest Weimar
Künstler: Vincent Brière (CAN)

Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus heute« / Projekt »Hitze Kälte Apparate«, Hypo-Kulturstiftung, Härterei Reese
Mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Weimar

Weitere Veranstaltungen dieser Reihe
»Am Horn gepackt / Grab it by the Horn«
»No Longer Can Anything Exist In Isolation«
»Internationale Bauhaus-Meisterschaft«
»Der Souvenir-Shop«

Eintritt frei
Gespräch

Kollektiver Dialog »Gertrud Grunow«

Jenny Brockmann (D)

Töne, Farben und Bewegungen stehen im Zentrum der »Harmonisierungslehre«, die Gertrud Grunow 1920 bis 1924 am Bauhaus unterrichtete. Alle Sinne sollten gleichberechtigt und harmonisch genutzt werden. Mit dem bei Schüler* innen und Lehrer*innen beliebten Unterricht beeinflusste Gertrud Grunow als erste und einzige Meisterin maßgeblich das Programm des Bauhauses und die dort tätigen Künstler*innen; sie stand später aber auch im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen, die zur Schließung des Bauhauses in Weimar führten. Für die bildende Künstlerin Jenny Brockmann bildet das Leben und Wirken Gertrud Grunows nun den Ausgangspunkt für eine mehrteilige Arbeit, die 2018 mit einer Reihe von Gesprächen beginnt und 2019 in einer Ausstellung beim Kunstfest mündet. Jenny Brockmann arbeitet in ihren Werken, darunter Installationen, Skulpturen, Zeichnungen, aber auch Film und Fotografie, medienübergreifend und mit eher ungewöhnlichen Materialien. Sie hat unter anderem Architektur, Philosophie und Kunst studiert und war Meisterschülerin bei Rebecca Horn.

Gesellschaftliche Dimension von Gestaltung

Welche gesellschaftliche Dimension eröffnen formende Gestaltung und Design, in welchem Verhältnis stehen dabei der Sinn für das Eigene und der Gemeinschaftssinn? Zu Beginn der Veranstaltung wird die Verbindung des Palais Dürckheim zum Bauhaus beleuchtet.

Konzept: Jenny Brockmann

Mit: Paulina Olszewska, Ines Weizman u.a.

Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus heute« im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«

Eintritt 5 € / ermäßigt 3 €
1 € Rabatt ab der 3. Gesprächsrunde (nur an der DNT-Theaterkasse im Paket erhältlich), mit Veranstaltungsreihe
»Gespräche in der Bauhausküche« kombinierbar

In deutscher und englischer Sprache

Weitere Termine dieser Gesprächsreihe
So, 19.8. / 11:00 Uhr, »Handlungsanweisung«, Bauhaus-Universität, Oberlichtsaal
So, 2.9. / 11:00 Uhr, »Farbe Ton Bewegung«, ACC Galerie Weimar
Ausstellung

Von der Künstlerin zur Aktivistin

Claudia Andujar (BRA), Stephen Corry (GB) & Davi Kopenawa Yanomami (BRA)

Claudia Andujar, 1931 in der Schweiz geboren, lebt seit 1955 in São Paulo, wo ihr zunächst – ohne Portugiesischkenntnisse – nur die Kamera eine Möglichkeit bot, zu kommunizieren. Heute zählt sie zu den bedeutendsten Vertreterinnen der künstlerisch-dokumentarischen Fotografie Südamerikas. Seit den 1970er Jahren engagiert sich Claudia Andujar für die Rechte der indigenen Bevölkerung Brasiliens. Dabei sticht vor allem ihr Umgang mit der Kultur der Yanomami hervor, der größten indigenen Volksgruppe im Amazonasgebiet, deren Lebensraum durch eine wirtschaftlich getriebene Invasion bedroht ist. In ihren Bildserien hat sie das Zusammenleben der Yanomami über mehrere Jahrzehnte fotografisch festgehalten. In einem Gespräch mit dem Anthropologen Stephen Corry und Davi Kopenawa Yanomami, Anführer der Yanomami-Indigenen, gibt Claudia Andujar einen Einblick in ihr Leben und Werk.

Moderation: Stephen Corry

Produktion: Goethe-Institut, Kunstfest Weimar

Mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Weimar

Karten 10 € / ermäßigt 6 €

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

In portugiesischer und englischer Sprache mit Übersetzung
Gespräch

Laboratorium der Künste

Heidi Abderhalden, Rolf Abderhalden (CH/COL)

Ihre Wurzeln haben die Geschwister Heidi und Rolf Abderhalden in der Schweiz und in Kolumbien: Aus diesem doppelten Blick speist sich die Arbeit ihres »Mapa Teatro«, das als eines der innovativsten Kunstlabore Südamerikas gilt. Mapa Teatro ist ein transdisziplinär arbeitendes Laboratorium der Künste, das 1984 in Paris gegründet wurde. Seit 1986 ist es in Bogotá ansässig. Jenseits geografischer und künstlerischer Grenzen setzt sich das Kollektiv mit klassischer und zeitgenössischer Dramatik ebenso auseinander wie mit aktueller Politik und Geschichtsschreibung. Besonderes Augenmerk liegt auf regionalpolitischen Themen wie dem durch die Entwaffnung der FARC-Guerilla ausgebrochenen »Krieg der Erinnerung«.
In einem Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun werden die Gründer des Theaterkollektivs einen Einblick in ihre künstlerische und ästhetische Arbeit geben.

Moderation: Christina von Braun
Produktion: Goethe-Institut, Kunstfest Weimar

Mit freundlicher Unterstützung durch die Klassik Stiftung Weimar

Karten 10 € / ermäßigt 6 €

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

In englischer und spanischer Sprache mit Übersetzung
Theater

Hört, hört!

Suse Wächter (D)

Uraufführung

Die Bauhaus-Protokolle – der große Streit von Weimar

Das Bauhaus kommt aus Weimar, verkündet die Klassikerstadt heute stolz. Dabei war die Hochschule zur Zeit ihrer Gründung und während ihres kurzen Bestehens in Weimar alles andere als unumstritten. So stellte Walter Gropius resigniert fest: »90% der Anstrengungen der Bauhäusler galten allein der Abwehr von Anfeindungen, nur 10% blieben für die schöpferische Arbeit übrig.« Die schnell wechselnden politischen Stimmungen der frühen Weimarer Republik, wohl kalkulierte Angriffe der zahlreichen Bauhaus-Gegner und hitzige Attacken im Thüringer Landesparlament brachten das Bauhaus immer wieder in den Fokus der politischen Auseinandersetzung und erzwangen 1925 seine Schließung in Weimar. Zugleich zeugen die Debatten um das Bauhaus vom Ringen der jungen Demokratie um ihr Selbstverständnis und von der Radikalisierung der politischen Sprache in den 1920er Jahren.

Nun werden die Protokolle der Thüringer Landtagsdebatten zum Bauhaus zum Ausgangspunkt eines Theaterabends. »Hört, hört!« bringt historische Dokumente wie Protokolle, Zeitungsartikel, Briefe und damit die Kontroversen um das Bauhaus selbst auf die Bühne. Neben Walter Gropius tauchen die politischen Protagonisten der frühen 1920er Jahre, rechte wie linke Parteipolitiker, aber auch andere berühmte Persönlichkeiten auf. »Hört, hört!« ist aber nicht etwa das Remake eines historischen Streits: Mehr und mehr verwandelt sich das Parlament, das hohe Haus der Demokratie, in den Schauplatz für ein verrückt entrücktes Bauhausfest. Im Zentrum der Aufführung stehen die Geschöpfe der Künstlerin und Puppenspielerin Suse Wächter. Mit ihrem Stück »Helden des 20. Jahrhunderts« wurden Wächter und ihre ausdrucksstarken Puppen, zuletzt zu sehen in Julian Rosenfeldts Videoinstallation und Film »Manifesto«, berühmt.

Konzeption & Realisierung: Suse Wächter
Bühne: Constanze Kümmel
Dramaturgie: Janek Müller

Mit: Suse Wächter u.a.

Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes im Fonds Fonds »Bauhaus heute« Im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«, Bauhaus.Weimar.Moderne. Die Kunstfreunde e.V.

18,00 €

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)
Gespräch

Gespräche in der Bauhausküche: Balancen

In den turbulenten Jahren nach Kriegsende, Revolution und Republiksgründung wurde überall in der Gesellschaft um neue Gestaltungsfähigkeit gerungen. In dieser Phase übernahmen Künstler*innen, Architekt*innen und Gestalter* innen eine Führungsrolle. Mit der Gründung des Bauhauses entstand 1919 eine Schule, in der Schüler*innen und Lehrer*innen gemeinsam einübten, wie das Leben in der Industriemoderne eingerichtet werden könnte. Das Bauhaus stand für ein forschendes Verhältnis gegenüber Materialien, Formen und Wissen und verlieh der wirtschaftlich instabilen, politisch unruhigen Weimarer Republik eine konstruktive, ästhetische und umsetzbare soziale Utopie. Das Bauhaus war Künstlerrepublik und Ingenieursalon, Laboratorium und Experiment.

Mit der Reihe »Gespräche in der Bauhausküche« fragt das Kunstfest Expert*innen, Wissenschaftler* innen, Künstler*innen und das Publikum: Was bedeutet »modern sein« heute – 100 Jahre nach der Gründung des Bauhauses und mitten im 21. Jahrhundert? Zu jedem Gespräch öffnen wir die Bauhausküche mit einem kleinen Imbiss, der zum weiteren Diskutieren und Verweilen einlädt.

Balancen

Das Bauhaus kann als eine »Schule des Gleichgewichts« verstanden werden. Mithilfe einfacher, oft technischer Materialien entstanden im berühmten Vorkurs am Bauhaus Gebilde, die sich balancierend, pendelnd oder schwingend bewegten, und gleichzeitig an Häuser, Raumschiffe und Maschinen erinnerten. Was erzählen diese faszinierenden Gleichgewichtsübungen über die Zeit der Weimarer Republik? Wie balancieren wir selbst durch die moderne Welt? Was steckt hinter unserem Bedürfnis nach innerem wie äußerem Gleichgewicht? Denn nicht nur auf dem Feld der Gestaltung, auch in Politik, Gesellschaft und persönlichem Leben geht es auch heute um die Frage der Balance.

Konzept: Janek Müller, Niklas Hoffmann-Walbeck

Mit: Helmut Lethen, Anna Zett

Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes im Fonds Fonds »Bauhaus heute« Im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«
Mit freundlicher Unterstützung durch den Landesbetrieb für Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt

Eintritt 5 € / ermäßigt 3 €
1 € Rabatt ab der 3. Gesprächsrunde (nur an der DNT-Theaterkasse im Paket erhältlich),
mit Veranstaltungsreihe »Kollektiver Dialog Gertrud Grunow« kombinierbar

Dauer ca. 1h 30 min, keine Pause

Weitere Veranstaltungen in dieser Gesprächsreihe
Mi, 21.8. / 18:00 Uhr, »Kälte«, Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Do, 30.8. / 18:00 Uhr, »Hitze«, ehemalige Dorfner-Werkstatt
Gespräch

Gespräche in der Bauhausküche: Hitze

In den turbulenten Jahren nach Kriegsende, Revolution und Republiksgründung wurde überall in der Gesellschaft um neue Gestaltungsfähigkeit gerungen. In dieser Phase übernahmen Künstler*innen, Architekt*innen und Gestalter* innen eine Führungsrolle. Mit der Gründung des Bauhauses entstand 1919 eine Schule, in der Schüler*innen und Lehrer*innen gemeinsam einübten, wie das Leben in der Industriemoderne eingerichtet werden könnte. Das Bauhaus stand für ein forschendes Verhältnis gegenüber Materialien, Formen und Wissen und verlieh der wirtschaftlich instabilen, politisch unruhigen Weimarer Republik eine konstruktive, ästhetische und umsetzbare soziale Utopie. Das Bauhaus war Künstlerrepublik und Ingenieursalon, Laboratorium und Experiment.

Mit der Reihe »Gespräche in der Bauhausküche« fragt das Kunstfest Expert*innen, Wissenschaftler* innen, Künstler*innen und das Publikum: Was bedeutet »modern sein« heute – 100 Jahre nach der Gründung des Bauhauses und mitten im 21. Jahrhundert? Zu jedem Gespräch öffnen wir die Bauhausküche mit einem kleinen Imbiss, der zum weiteren Diskutieren und Verweilen einlädt.

Hitze

Wetterphänomene waren schon immer auch Metaphern zur Beschreibung des Weltgeschehens. So ist die Geschichte des Bauhauses eine des Wechselspiels von Aufheizung und Abkühlung, von hitziger Euphorie und frostiger Ablehnung. Wie Literatur, Kunst und Wissenschaft sich der Sprache der Meteorologie bedienen, um damit eine andere Perspektive auf das Weltgeschehen zu entwickeln, wird in dem Gespräch auch angesichts der aktuellen sozialen, gesellschaftlichen und politischen Ungleichgewichte diskutiert.

Konzept: Janek Müller, Niklas Hoffmann-Walbeck

Mit: Maxim Didenko, Thom Luz u.a.

Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes im Fonds Fonds »Bauhaus heute« Im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«

Mit freundlicher Unterstützung durch den Landesbetrieb für Bau- und
Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt

Eintritt 5 € / ermäßigt 3 €
1 € Rabatt ab der 3. Gesprächsrunde (nur an der DNT-Theaterkasse im Paket erhältlich),
mit Veranstaltungsreihe »Kollektiver Dialog Gertrud Grunow« kombinierbar

In deutscher und englischer Sprache
Dauer ca. 1h 30 min

Weitere Veranstaltungen in dieser Gesprächsreihe
Mi, 21.8. / 18:00 Uhr, »Kälte«, Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Do, 29.8. / 18:00 Uhr, »Balancen«, ACC Galerie Weimar
Theater

An Incomplete Life

Wild Vlees (NL)

Deutsche Erstaufführung

Das junge niederländische Künstlerkollektiv Wild Vlees ist mit seinem Stück »An Incomplete Life« zum ersten Mal in Deutschland zu Gast. »An Incomplete Life« ist eine Studie über das Verschwinden, das Ende, womöglich sogar den Tod. Es ist ein Stück über das Verstreichen der Zeit und zugleich deren Stillstand.

Salz konserviert Fleisch. Das wussten vor vielen hundert Jahren schon die Seefahrer. 800 Kilogramm Meersalz sind, neben einer überdimensionalen-Sanduhr, eine*r Darsteller*in und dem Publikum, daher der Hauptakteur der etwa einstündigen Aufführung, in der zwar wenig geschieht, die aber trotzdem in keiner Sekunde langweilig ist. Ganz im Gegenteil, öffnet sie doch den Raum für Fragen: Was ist die Rolle der Menschen auf der Erde? Warum wollen wir unser Leben um jeden Preis behalten? Was passiert mit uns, wenn wir verschwinden?

»An Incomplete Life« zeigt still und gerade deshalb besonders eindrücklich die Verletzlichkeit und Vergänglichkeit des menschlichen Lebens. Der Darsteller Tamar Blom und seine Kollegin Francesca Lazzeri sind Absolvent*innen-der Schule für Bewegungstheater in Amsterdam, einer Theaterform, deren wichtigstes Ausdrucksmittel der menschliche Körper ist. Unter dem Namen Wild Vlees entwickeln die beiden gemeinsam mit weiteren künstlerischen Partner*innen experimentelle Theaterprojekte, die ihnen stets einen hohen körperlichen Einsatz abverlangen, und die gerade dadurch Raum für Reflektion und Assoziationen eröffnen.

Mit: Tamar Blom, Francesca Lazzeri
Dramaturgie: Loes van der Pligt, Joost Segers
Creative Producer: Job Rietvelt
Technik: Neal Groot, Joren Rupert
Produktionsmanagement: Vera Andeweg

Koproduktion: Theaterfestival Boulevard `s-Hertogenbosch, Festival Cement, Het Huis Utrecht
Unterstützung: Plan Talent Development Brabant

Gastspielförderung: Königreich der Niederlande

Karten 15 € / ermäßigt ab 8 €

Kein Sprachkenntnisse erforderlich

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)
Familienprogramm

Géologie d’une fable

Collectif Kahraba (LB/FR)

Vom Ursprung einer Geschichte – ein Stück für die ganze Familie

Wann wird eine Geschichte geboren? Und wie? Als Wort, als Lied, als Tanz? Eines ist sicher: Geschichten durchwandern Raum und Zeit. Wir wissen, dass viele Geschichtenerfinder*innen sich von dem antiken Dichter Aesop inspirieren ließen, dieser von persischen Erzählungen, deren Ursprung wiederum in Indien liegt. Und so geht es weiter in die Tiefen der Zeit. Wer weiß schon, bis wohin die Wurzeln einer Geschichte reichen? Die allererste Geschichte wurde womöglich mit Lehm erzählt. Das libanesisch-französische Collectif Kahraba verbindet in seiner Inszenierung Figurentheater mit Bildhauerei, Bewegung mit Malerei und Musik. Das zentrale Element jedoch ist Lehm. Er wird geschichtet, geknetet und modelliert, geritzt, verrieben und verwischt – und plötzlich nimmt eine Geschichte Gestalt an: Figuren entstehen, ein Wind beginnt zu wehen, der zu einem Sturm wird, Vogelstimmen zwitschern und ein Mensch erhebt seine Stimme. Gebannt folgen die kleinen und großen Zuschauer*innen den stetigen Veränderungen der vor ihren Augen entstehenden Bilder und erkunden die faszinierenden Ursprünge von Geschichten. »Die Leichtigkeit, mit der menschliche Weisheiten Zeitalter und Kontinente durchreisen, erinnert uns daran, dass vor nicht allzu langer Zeit die Grenzen nicht so definiert wurden, wie sie heute sind«, schreibt der libanesische Regisseur Aurélien Zouki über seine Arbeit.

Das 2007 im Libanon gegründete Collectif Kahraba vereint Künstler*innen verschiedener Professionen. Ziel der gemeinsamen Arbeit ist es, Begegnungen zu stiften und den Dialog zu ermöglichen.

Konzeption & Spiel: Aurélien Zouki, Éric Deniaud
Sounddesign: Emmanuel Zouki
Lichtdesign: Tamara Badreddine

Förderung: Schweizerische Botschaft Libanon, Institut français Libanon
Gastspielförderung: Institut français Thüringen, Institut français und das französische Ministerium für Kultur / DGCA

Karten 10 € / ermäßigt 6 €

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)

Ab 5 Jahren

Keine Sprachkenntnisse erforderlich
Theater

Fruits of Labor

Miet Warlop (BE)

Die belgische Allround-Künstlerin Miet Warlop macht bildende Kunst mit den Mitteln des Theaters. Alles, was wir mit unseren Augen und Ohren, mit Herz und Verstand erfassen können, verwandelt sie in gleichermaßen unterhaltsame und überraschende, zuweilen rätselhafte, immer jedoch mitreißende Bühnenereignisse. Und so ist auch ihr jüngstes Stück – »Fruits of Labor«, Früchte der Arbeit – ein Fest für die Sinne: Ein Theaterstück und ein Rockkonzert, ein Spiel der Lichter, Farben und Formen, der Gefühle, Gedanken und Assoziationen.

Am Anfang ist da nur ein großer weißer Quader. Dann kommt ein Schlagzeug hinzu. Auftritt der Band. Warlop teilt sich die Bühne mit drei Musikern, einem Roadie und inszenierten Skulpturen. Sie überträgt Beats und Songs auf Objekte, die Theatermaschinerie und die Körper. Schließlich wird die ganze Bühne zum Instrument. Die Songs, die nun erklingen, kreisen um Religion und Natur, Zeit und Geschichte, Drogen und Psychosen.

Dieser bewusstseinserweiternde Reigen der Klänge, Bilder und Objekte ist bei aller Verrücktheit auch die künstlerische Reaktion auf eine aus den Fugen geratene Welt. Eine Reaktion, die sich funkelnd-chaotisch gegen Kontrolle und Restriktionen stellt – und damit in bester Bauhaus- Tradition steht. Oder in Miet Warlops Worten: »Versuchen wir, die Grenzen einzureißen und die Sprache hinter uns zu lassen. Gibt es eine andere Alternative zur schmucklosen Realität als den Griff nach der Seele der Dinge?«

Konzept, Text & Lyrics: Miet Warlop
Kostüm: An Breugelmans, Sofie Durnez, Karolien Nuytens
Technische Leitung: Hugh Roche Kelly
Ton: Saul Mombaerts, Bart Van Hoydonck
Lichtdesign: Henri Emmanuel Doublier
Mit: Timothy Coenen, Seppe Cosyns, Joppe Tanghe, Wietse Tanghe, Miet Warlop

Koproduktion: Kunstenfestivaldesarts Brüssel, Vooruit Gent, BUDA Kortrijk, La Villette Paris, PACT Zollverein Essen, La Bâtie Genf, Gessnerallee Zürich, International Summer Festival Kampnagel Hamburg, Dublin Theatre Festival, NXTSTP

Förderung: Beursschouwburg Brüssel, Die Regierung Flanderns, Stadt Gent
Kurs

Präsentation: Bauhaustreppe 2018 - Projekt mit Studierenden

Zuschauerakademie

Ausgehend von Oskar Schlemmers Bild »Bauhaustreppe« erarbeitet eine Gruppe von Studierenden eine theatrale Präsentation – auf einer Treppe. Mit der Methode des biografisch-dokumentarischen Theaters werden Texte, Bewegungen und Interaktionen mit dem Publikum entwickelt, die innerhalb einer gemeinsamen Präsentation mit der jungen Jury gezeigt werden.

Workshoptermine. 3.8. – 5.8./17.8./31.8. + 1.9.
Anmeldung bis 30.6. an: zuschauerakademie(at)kunstfest-weimar.de

Zuschauerakademie

Die Zuschauerakademie feiert fünfjähriges Jubiläum! Seit 2014 ist sie das vielfältige Vermittlungsangebot des Kunstfests, das alle ab 10 Jahren einlädt zu spielen, Kunst zu erleben, zu diskutieren, zu forschen und einander zu begegnen. 2018 beschäftigt sich die Zuschauerakademie mit der Frage »Was heißt hier modern?! « und wirft damit einen eigenen Blick auf 100 Jahre Bauhaus-Geschichte.

Weitere Infos unter: www.zuschauerakademie.de; T +49 (0) 3643 / 755 292

Gesamtleitung Zuschauerakademie: Amelie Mallmann
Workshopleitung: Marie-Luise Krüger, Amelie Mallmann
Projektleitung & Blog: Annegret Bauer
Audio: Mara Melissa May
Video: Olaf Nenninger

Produktion: Volkshochschule Weimar, Kunstfest Weimar

Förderung: Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land, Weimarer Wohnstätte GmbH
Gefördert im Rahmen des Bundesprojektes »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung«

Eintritt frei
Kurs

Präsentation: Die junge Jury - On Air

Zuschauerakademie

Die junge Jury ist eine Expert*innenkommission: Jugendliche von 10 bis 16 Jahren sind eingeladen, ausgewählte Produktionen des Kunstfests anzuschauen und ihre Erlebnisse öffentlich zu machen. In diesem Jahr entwickelt die junge Jury eine eigene Radiosendung, die am Ende des Kunstfests präsentiert wird. Um Antworten auf die Frage »Was heißt hier modern?!« zu bekommen, sind die Teilnehmer*innen mit Aufnahmegeräten unterwegs und arbeiten mit einer Radio-Expertin zusammen. Neulinge sind genauso herzlich willkommen wie alle, die bereits zum wiederholten Mal mitmachen. Vorerfahrungen sind nicht nötig. Offene Augen und Ohren für sich, die anderen und die Welt reichen völlig aus.

Workshop: 7.8. – 11.8.sowie ausgewählte Termine im Festivalzeitraum
Anmeldung bis 30.6. an: zuschauerakademie(at)kunstfest-weimar.de; T +49 (0) 3643 / 755 292

Zuschauerakademie

Die Zuschauerakademie feiert fünfjähriges Jubiläum! Seit 2014 ist sie das vielfältige Vermittlungsangebot des Kunstfests, das alle ab 10 Jahren einlädt zu spielen, Kunst zu erleben, zu diskutieren, zu forschen und einander zu begegnen. 2018 beschäftigt sich die Zuschauerakademie mit der Frage »Was heißt hier modern?! « und wirft damit einen eigenen Blick auf 100 Jahre Bauhaus-Geschichte.

Weitere Infos unter: www.zuschauerakademie.de; T +49 (0) 3643 / 755 292

Eintritt frei
Lesung

Von falschen Prinzen und liebenswerten Monstern

Eine Hochstapler-Lesung mit Texten von Thomas Mann, Harry Domela und René Halkett

Deutschland in den 1920er Jahren. Die alte Ordnung ist verschwunden, die neue noch nicht so recht angekommen. Selbstbewusstsein und Abenteuerlust treffen auf Untertanengeist und Obrigkeitshörigkeit. Eine gute Zeit für einen Menschenschlag, der nicht ist, wofür er sich ausgibt, und damit sein gesellschaftliches Vorankommen sichert: der Hochstapler. Mit seinen »Bekenntnissen des Hochstaplers Felix Krull«, erstmals erschienen 1922, hat Thomas Mann dieser Figur ein literarisches Denkmal gesetzt.

In einer Lesung präsentiert das Kunstfest Texte, die sich dem Phänomen des Hochstaplers aus verschiedenen Blickwinkeln nähern und dabei gleichzeitig ein spannendes Panorama der frühen Weimarer Republik zeichnen. Natürlich darf »Felix Krull« dabei nicht fehlen. Mit René Halkett und Harry Domela kommen jedoch auch zwei Autoren zu Wort, die auf besondere Weise mit Weimar und Thüringen verbunden sind.

René Halkett wurde 1900 als Albrecht Freiherr von Fritsch in Weimar geboren. Er studierte am Bauhaus und emigrierte 1933 nach England. Bereits 1939 erschien dort sein autobiografisches Zeitporträt »The Dear Monster«, das erst 2011 unter dem Titel »Der liebe Unhold« auf Deutsch veröffentlicht wurde und die Ziellosigkeit einer ganzen Generation nach dem Ersten Weltkrieg beschreibt.

Harry Domela hingegen war vielleicht der berühmteste Hochstapler der Weimarer Republik. 1926 steigt er unter dem Namen Baron von Korff in einem Erfurter Hotel ab, wird jedoch bald für Wilhelm von Preußen, den Sohn des früheren Kronprinzen, gehalten. Er genießt die Aufmerksamkeit, die ihm als Königliche Hoheit in Thüringen zuteil wird. Der Schwindel fliegt auf, Domela wird festgenommen. Im Gefängnis schreibt er mit »Der falsche Prinz« seine Memoiren, die ein beredtes Zeugnis vom Zustand der Weimarer Republik jener Jahre ablegen.

Einrichtung: Martina Stütz

Produktion: Kunstfest Weimar

Karten 22,50 € / ermäßigt ab 8 €

Barrierefreier Zugang (mit Anmeldung)
Gespräch

Kollektiver Dialog »Gertrud Grunow«

Jenny Brockmann (D)

Töne, Farben und Bewegungen stehen im Zentrum der »Harmonisierungslehre«, die Gertrud Grunow 1920 bis 1924 am Bauhaus unterrichtete. Alle Sinne sollten gleichberechtigt und harmonisch genutzt werden. Mit dem bei Schüler* innen und Lehrer*innen beliebten Unterricht beeinflusste Gertrud Grunow als erste und einzige Meisterin maßgeblich das Programm des Bauhauses und die dort tätigen Künstler*innen; sie stand später aber auch im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen, die zur Schließung des Bauhauses in Weimar führten. Für die bildende Künstlerin Jenny Brockmann bildet das Leben und Wirken Gertrud Grunows nun den Ausgangspunkt für eine mehrteilige Arbeit, die 2018 mit einer Reihe von Gesprächen beginnt und 2019 in einer Ausstellung beim Kunstfest mündet. Jenny Brockmann arbeitet in ihren Werken, darunter Installationen, Skulpturen, Zeichnungen, aber auch Film und Fotografie, medienübergreifend und mit eher ungewöhnlichen Materialien. Sie hat unter anderem Architektur, Philosophie und Kunst studiert und war Meisterschülerin bei Rebecca Horn.

Farbe Ton Bewegung

Ausgehend von den zeitlichen, geistigen und räumlichen Dimensionen des menschlichen Körpers und anhand von Zeitgenossinnen Grunows – den Künstlerinnen Hilma af Klint, Ljubow Popowa und Katarzyna Kobro – diskutiert die Veranstaltung die Frage: Welche Erfahrungen und Vorstellungen von Farbe, Ton und Bewegung könnten zu den Werken der historischen Avantgarde-Künstlerinnen geführt haben?

Konzept: Jenny Brockmann
Mit: Paulina Olszewska, Miet Warlop, Sophie Grobler und Katja Erfurth

Produktion: Kunstfest Weimar

Förderung: Kulturstiftung des Bundes im Fonds »Bauhaus heute« im Rahmen von »Hitze Kälte Apparate. Bauhaus – Versuche am Gleichgewicht«

Eintritt 5 € / ermäßigt 3 €
1 € Rabatt ab der 3. Gesprächsrunde
(nur an der DNT-Theaterkasse im Paket erhältlich), mit Veranstaltungsreihe »Gespräche in der Bauhausküche« kombinierbar

In deutscher und englischer Sprache

Weitere Termine dieser Gesprächsreihe
So, 19.8. / 11:00 Uhr, »Handlungsanweisung«, Bauhaus-Universität, Oberlichtsaal
So, 26.8. / 11:00 Uhr,»Gesellschaftliche Dimension von Gestaltung«, Palais Dürckheim
Ereignisse / Wettbewerb Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar Weimar, Platz der Demokratie 2/3
Ereignisse / Oper Domstufen-Festspiele Erfurt Erfurt,
Ereignisse / Konzert Wartburg Eisenach Eisenach, Auf der Wartburg 1
Ereignisse / Wettbewerb Internationaler Franz Liszt Wettbewerb Weimar, Platz der Demokratie 2/3
Ereignisse / Konzert Weimarer Meisterkurse Weimar, Platz der Demokratie 2/3
Ereignisse / Festival Güldener Herbst Thüringen Weimar, Erfurter Str. 13
Ereignisse / Festival montalbâne, einmalig im Kloster Pforta Naumburg OT Schulpforte, Schulstraße 22
Fr, 6.7.2018, 20:00 Uhr
Ereignisse / Festival montalbâne, einmalig im Kloster Pforta Naumburg OT Schulpforte, Schulstraße 22
Fr, 6.7.2018, 20:00 Uhr
Ereignisse / Kulturveranstaltung Thüringische Sommerakademie Böhlen, Ortsstraße 129
Fabrikhof Böhlen / Thüringer Wald
Ereignisse / Kongress congress centrum neue weimarhalle Weimar, UNESCO-Platz 1
Ereignisse / Kulturveranstaltung Academia Musicalis Thuringiae e.V. Weimar, Lisztstraße 2 a
Güldener Herbst Festival Alter Musik in Thüringen
Ereignisse / Festival Ekhof-Festival Gotha, Schloss Friedenstein
Frau Buchwald
Ereignisse / Festival other music e.V. Weimar, Ernst-Kohl Straße 23