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Wiener Festwochen

vom 11. Mai bis 17. Juni 2018

»Terrorist*innen und Politiker*innen aller Lager schaffen zunehmend ein Theater der Angst, in dem wir nicht mit einer konkreten Gefahr, sondern mit möglicher Gefahr konfrontiert sind. Das hat Konsequenzen - für uns persönlich und für die Art und Weise, wie wir unsere Gesellschaft gestalten.«

Die allgegenwärtige Inszenierung von Angst und Ängsten, wie der Künstler Dries Verhoeven sie im einleitenden Zitat erwähnt, hat nicht nur enormen Einfluss auf jede*n Einzelne*n von uns, sie wirkt sich auch in fundamentaler Weise auf unsere Gesellschaft aus: die Idee von Demokratie gerät ins Wanken, Wahrheit und Fiktion werden in einem diffusen Nebel der Austauschbarkeit zu verhandelbaren Größen. Geschürte Ängste treffen das emotionale Herz von Gesellschaft wie ein effektvoller Theaterdonner; reale Bedrohungen mit dramatischen Konsequenzen hingegen schaffen es oftmals nur auf die Hinterbühnen des globalen Theaters der gesellschaftlichen Emotionen.

Die Wiener Festwochen 2018 wollen sich weder anmaßen, die Welt zu verstehen, noch sie zu erklären. Wir vertrauen auf die Kraft der Kunst und der Künstler*innen, die uns sowohl einen anderen Blick auf unser Leben und unsere Umwelt zeigen, als auch immer eine Ahnung einer anderen, möglichen Welt vermitteln. Durch den Spiegel der Kunst gelingt es Utopien zu entwickeln; sie gibt den nötigen Mut tradierte Normen geistig wie emotional abzulegen, sich dem Diktat des Rationalen und den Mechanismen von Wahrnehmung zu widersetzen -und sie entführt und in den Bereich des Unsagbaren, der Magie.

Fünf Wochen lang werden uns Künstler*innen aus allen Teilen der Welt in Uraufführungen, Koproduktionen und Gastspielen dazu anregen, mit einem anderen Blick die Welt in ihrer Komplexität zu erfassen und zu begreifen. In so unterschiedlichen Genres wie Theater, Musiktheater, Performance, Bildender Kunst, Musik, Medienkunst und Film wird uns die Kunst auch inspirieren, von einer neuen, anderen Welt nicht nur zu träumen.

Wir freuen uns auf anregende
und im besten Sinne des Wortes
aufregende fünf Wochen mit Ihnen,

Ihr Tomas Zierhofer-Kin

Kontakt

Wiener Festwochen
Wiener Festwochen Gesellschaft m.b.H.
Lehárgasse 11/1/6
A-1060 Wien

Telefon: +43 (0)1 589 22-0
Fax: +43 (0)1 589 22-49
E-Mail: festwochen@festwochen.at

Eröffnung Wiener Festwochen 2018

Die Eröffnung findet am 11. Mai um 21.20 Uhr bei freiem Eintritt auf dem Rathausplatz statt.
Performance

Phobiarama

Dries Verhoeven

Wien Version

»Terrorist*innen und Politiker*innen aller Lager schaffen zunehmend ein Theater der Angst, in dem wir nicht mit einer konkreten Gefahr, sondern mit möglicher Gefahr konfrontiert sind. Das hat Konsequenzen – für uns persönlich und für die Art und Weise, wie wir unsere Gesellschaft gestalten.« Mitten in den Städten Europas inszeniert der niederländische Künstler Dries Verhoeven, bekannt für provokante Projekte im öffentlichen Raum, ein ebensolches gesellschaftspolitisches Theater der Angst: Phobiarama, eine Geisterbahn des Unheimlichen und der neuen Ängste unserer Gesellschaft. Das eigentlich Erschreckende an Phobiarama ist, dass in unserem Alltag und in unserer Gefühlswelt dieselben Mechanismen der Angst, Verunsicherung, Skandalisierung und Überwachung etabliert und allgegenwärtig sind, wie in dieser inszenierten Welt. Erschaudern kann eine faszinierende Anziehungskraft entwickeln. Aber hilft es auch, unsere Ängste zu bewältigen? Und wie unterscheiden wir dabei echte Gefahren von sensationslüsterner Panikmacherei?

Konzept: Dries Verhoeven
Dramaturgie: Lara Staal
Casting: Renske Pluimers
Ton: S.M. Snider
Software: Sylvain Vriens
Kostüme: Tentacle Studio
Technische Entwicklung: Nelissen Decorbouw
Hospitanz Video: Casper Wortmann
Regiehospitanz: Carmen Schwarz
Fotografie: Willem Popelier, Kiki Papadopoulou
Videotrailer: Bowie Verschuuren
Mit Dank an: Demi vom Hexenzauber (Hella)

Mit: Michelangelo Hansen, Faiz Faouzi, Malcolm Hugo Glenn, Rodney Glunder, Rosario Roumou, Virginio Papa, Zouhair Mtazi, Tony Cakkie, Nabil Mallat, Rudolf Vooys & Andreas Koundourakis

Produktion: Studio Dries Verhoeven
In Zusammenarbeit mit: Onassis Cultural Centre Athens, Holland Festival
Dank an Creative Industries Fund NL, The Prins Bernhard Cultuurfonds, NORMA fonds, VSBfonds

Preise:
Euro 20,-

Termine:
jeweils 15:00 / 16:00 / 17:00 / 18:00 / 20:00 / 21:00 / 22:00

Dauer:
40 Min.

Hinweis:
Für Zuschauer*innen ab 16 Jahren
Konzert

∑(No,12k,Lg,18Wfw) New Order + Liam Gillick: So it goes..

New Order, Liam Gillick

Raumgreifende architektonische Installationen sind neben einer Vielzahl künstlerischer Ausdrucksformen charakteristisch für den Künstler und Autor Liam Gillick. Die Musik von New Order, der legendären Band aus Manchester, hat großen Einfluss auf seine Arbeit ausgeübt.
Sie erzeuge immer wieder »neue Dimensionen von Intensität und Kontrolle vor dem Hintergrund eines ständigen Austestens fundamentaler Strukturen.«
Ein Jahr lang arbeiteten Liam Gillick und New Order zusammen mit dem Komponisten Joe Duddell daran, das Material der Band zu dekonstruieren, zu reflektieren und es in einem neuen Kontext wieder zusammenzusetzen. Dafür durchleuchteten New Order ihr gesamtes Œu­v­re bis in die Zeiten von Joy Division. Joe Duddell hat als musikalischen Kommentar eine Wall of Sound bestehend aus einem 12-köpfigen Synthesizer-Orchester hinzugefügt; die immersive Lichtarchitektur von Liam Gillick reagiert während des Konzerts auf die Musik - die Neuerfindung einer Band aus dem Geist der Kunst.

Musikalische Leitung, Orchestrierung: Joe Duddell
Synthesizerorchester: Aaron Breeze, George Burrage, James Davis, Anna Disley Simpson, Andrew Jones, Gareth Jones, Ruairi Leonard, Ellen Lewis, Dave Maric – Lead Musician, Emily Owen, Charlie Sinclair, Carmel Smickersgill, Oliver Walton, Oliver West

Im Auftrag von: Wiener Festwochen, Manchester International Festival, OGR Torino

Produktion: Manchester International Festival
Koproduktion: Wiener Festwochen, OGR Torino

Preise:
Euro 53,- (Sitzplatz) / 45,- (Stehplatz)
Performance

The Song of Roland: The Arabic Version

Wael Shawky

Spätestens seit seiner Präsentation von Cabaret Crusades auf der dOCUMENTA (13) und im MoMA gilt Wael Shawky als Star der internationalen Kunstwelt. Mit Marionetten erzählte der ägyptische Künstler die Geschichte der Kreuzzüge aus arabischer Sicht, als martialisch brutalen Kampf um wirtschaftliche und machtpolitische Interessen. Mit dem Rolandslied, einem der bekanntesten mittelalterlichen Epen der europäischen Kulturgeschichte, zeigt Shawky erneut eine besondere Form des Perspektivwechsels. Die blutrünstigen Verse, die ursprünglich in Altfranzösisch von den Kriegszügen Karls des Großen gegen die islamischen Sarazenen erzählen, werden in seiner Inszenierung von zwanzig Fidjeri-Sängern auf Arabisch vorgetragen. Deren rhythmische Gesänge gehören zur Kultur der arabischen Perlentaucher und haben ihre Wurzeln etwa in derselben historischen Epoche wie das Rolandslied.
So entsteht ein irritierendes Spiel mit scheinbar historischen Gewissheiten und kulturellem Selbstverständnis, das neue Lesarten hochaktueller Themen wie Islamophobie oder Extremismus eröffnet.

Konzept, Regie, Design: Wael Shawky
Künstlerische Assistenz: Hashem Alalawi
Assistenz Bühne: Giorgio Benotto
Technische Leitung, Licht: Sergio Pessanha
Künstlerische Produktionsleitung: Stefan Scheuermann, Henning Mues
Tontechnik: Kay Engert

Mit: Juma Yousif Jumaja Almukaini Aljneibi, Abdulla Lashkarieid Mohammad, Fahed Omar Abdulla Heba Marzouq, Juma Aashir Almarashda, Matar Jasim Malalla Binnabhan AlMarzooqi, Mohamed Ali Khamis Alashar Almarshada, Anwar Ali Jasim Ahmed, Khaled Ali Mohamed Aljaffal, Yusuf Khamis Sbait Mubarak Alfarsi, Ali Husain Ahmed Husain Altamimi, Shawqi Abdulla Sabt Saud, Saad Ahmed Mohamed Aljaffal, Khaled Saad Salem Rashed, Ahmed Saleh Mohamed Alshabaan, Ahmed Abdulla Juma Farhan, Idrees Rabeea Idreses Bakheet, Ismaeel Mohamed Mesfer Saad, Faraj Mohamed Mesfer Saad, Yaqoob Ali Mohamed Bujaffal, Isa Ali Mohamed Aljaffal

Produktion: Kampnagel Hamburg
Koproduktion: Theater der Welt 2017, Sharjah Art Foundation, Holland Festival, Onassis Cultural Centre Athens, Zürcher Theater Spektakel
Mit Unterstützung von: Bundeszentrale für politische Bildung (Deutschland), Bahrain Authority for Culture and Antiquities

Preise:
Euro 36,- / 32,- / 28,- / 25,- / 21,- / 18,- / 14,- / 12,- / 9,- / 5,-

Sprache:
Arabisch mit deutschen Übertiteln

Dauer:
60 Min.
Konzert

Tanya Tagaq in concert with Nanook of the North

Tanya Tagaq

Tanya Tagaqs Stimme dringt aus den Tiefen ihres Körpers und ihrer Kultur, ihre Musik trägt Spuren animistischer Energien und archaischer Kräfte. Den gutturalen, rhythmischen Lauten der indigenen Tradition des Kehlkopfgesangs haucht sie einen zeitgenössischen Geist ein. Die gefeierte Kanadierin mit Inuit-Wurzeln ist punk und politisch. Als herausragende Künstlerin, frei von musikalischer Genrezuordnung, arbeitet sie mit Björk, Mike Patton und dem Kronos Quartet.

Mit ihrer widerspenstig schönen Stimme erschafft Tanya Tagaq eine neue Klangwelt für den kontroversiellen, stummen Dokumentarfilm- Klassiker Nanook of the North aus dem Jahr 1922. Sie widersetzt sich den im Film transportierten, noch heute existierenden Stereotypen vom Leben der Inuit und erkämpft sich die Geschichte ihrer Vorfahren zurück. Aus eigenen Kindheitserinnerungen von Nunavut, sowie aus den Erzählungen ihrer Mutter von gewaltsamen Umsiedlungen schöpft Tanya Tagaq ihre rigorose, stimmgewaltige Interpretation der Filmbilder dieser arktischen Orte.

Mit: Tanya Tagaq (vocals), Jean Martin (Schlagzeug), Jesse Zubot (Violine)

Tanya Tagaq in concert with Nanook of the North entstand im Auftrag von TIFF Bell Lightbox als Teil der Filmretrospektive First Peoples Cinema: 1500 Nations, One Tradition. Der Film Nanook of the North wird mit freundlicher Genehmigung von The Flaherty verwendet.

Preise:
Euro 25,- / 20,- / 15,-

Dauer:
1 Std. 10 Min.
Konzert

Tanya Tagaq - Retribution

Tanya Tagaq

Tanya Tagaqs Stimme dringt aus den Tiefen ihres Körpers und ihrer Kultur, ihre Musik trägt Spuren animistischer Energien und archaischer Kräfte. Den gutturalen, rhythmischen Lauten der indigenen Tradition des Kehlkopfgesangs haucht sie einen zeitgenössischen Geist ein.
Die gefeierte Kanadierin mit Inuit-Wurzeln ist punk und politisch. Als herausragende Künstlerin, frei von musikalischer Genrezuordnung, arbeitet sie mit Björk, Mike Patton und dem Kronos Quartet.

Tanya Tagaqs Konzert Retribution zum gleichnamigen Album (2016) ist eine wütende Anklage gegen eine gewalttätige Welt am Rande der Zerstörung und gleichzeitig ein elektrisierendes, lautes Manifest für Frauenrechte und Respekt gegenüber indigenen Kulturen. Mit Leidenschaft zelebriert Tanya Tagaq die Stärke der Frauen und bietet patriarchalen Strukturen die Stirn. Sie rechnet ab mit destruktiver, militaristischer Männlichkeit und dem industriellen Kapitalismus des Westens, der Lebensräume unaufhaltsam zerstört.

Mit: Tanya Tagaq (vocals), Jean Martin (Schlagzeug), Jesse Zubot (Violine)

Preise:
Euro 25,- / 20,- / 15,-
Theater

Kamp

Hotel Modern

Wien Debut

Ein Miniatur-Modell des Lagerkomplexes von Auschwitz füllt die ganze Bühne. Baracken, Eisenbahnschienen, tausende fingergroße Figurinen und das Tor zum Grauen mit der Aufschrift »Arbeit macht frei«. Das Rotterdamer Theater- und Performance-Kollektiv Hotel Modern ist für seine Live-Animationsfilme bekannt und zeigt die bereits 2005 entstandene Arbeit nun erstmals in Wien. Sie ist der Versuch, das Unvorstellbare vorstellbar zu machen: einen der größten Massenmorde der Geschichte, begangen in einer eigens zu diesem Zweck gebauten Stadt. Die drei Spieler*innen Pauline Kalker, Arlène Hoornweg und Herman Helle begeben sich wie überlebensgroße Kriegsreporter*innen in das Set. Sie bewegen die Figurinen und filmen das Alltagsgeschehen des Horrors mit Mikrokameras. Dieses wird ohne Worte live auf eine große Leinwand übertragen. In der posthumen Trauerfeier für Pauline Kalkers in Auschwitz ermordeten Großvater werden wir Zeug*innen der Abläufe und Mechanismen dieser Fabrik des systematischen Quälens und Mordens.

Von und mit: Herman Helle, Arlène Hoornweg, Pauline Kalker
Ton, Geräusche: Ruud van der Pluijm
Technik: Joris Oosterhout, Edwin van Steenbergen, Aram Visser
Produktionsleitung: Tineke Verheij
Fotos: Herman Helle, Leo van Velzen
Poster Design: Ralph Prins, Sibe Kokke

Mit Dank an Fien Benninga-Warendorf, Leny Boeken-Velleman, Hans und Noëmie Beckman, die sich bereit erklärten, ihre Erinnerungen an die Konzentrationslager mit uns zu teilen.

Produktion: Hotel Modern

Preise:
Euro 30,- / 20,- / 15,-

Sprache:
ohne Sprache

Dauer:
60 Min.

Hinweis:
Nach jeder Vorstellung ist das Publikum eingeladen auf die Bühne zu kommen, das Set genauer zu betrachten und mit den Performer*innen zu sprechen.
Theater

Die Orestie

Ersan Mondtag, Aischylos

Wien Debut

Die Tragödientrilogie Die Orestie des griechischen Dramatikers Aischylos steht nicht nur am Beginn europäischer Theatergeschichte, sie steht auch am Beginn des abendländischen Demokratieverständnisses. Der Dichter lässt durch göttlichen Richterspruch der Pallas Athene den verheerenden Kreislauf von Schuld und Rache - und damit die anhaltenden Gräueltaten nach dem Ende des Trojanischen Krieges - durchbrechen.
Ersan Mondtag, 2016 von Theater heute zum Nachwuchs­regisseur des Jahres gekürt, zeigt mit Die Orestie erstmals eine seiner Inszenierungen in Österreich. In seiner Interpretation eröffnet er provozierende Perspektiven auf aktuelle Entwicklungen, die Fragilität von Demokratie und die Rolle der Bürger*innen: »Die zentrale Frage in der Orestie ist die nach Recht und Gerechtigkeit. Das ist in meiner Weltwahrnehmung auch ein gegenwärtig zentrales Problem […] Das Tragödiengeschehen macht klar, dass es wichtig ist, als Zu­schauer eine Haltung zu entwickeln.« Mondtags Zusammenarbeit mit dem Komponisten Max Andrzejewski und einem Gesangschor verleiht dem archaischen Werk eine musiktheatralische Qualität.

Die Orestie von Aischylos in einer Übersetzung von Walter Jens
Mit Musik von Max Andrzejewski
In einer Fassung von Ersan Mondtag und Matthias Günther

Regie: Ersan Mondtag
Dramaturgie: Matthias Günther
Bühne: Paula Wellmann
Kostüme: Josa Marx
Musik: Max Andrzejewski
Chorleitung/Gesangseinstudierung: Uschi Krosch
Musikaufnahme: Richard Koch (Trompete), Matthias Müller (Posaune), Henrik Munkeby Nørstebø (Posaune), Gerhard Gschlößl (Posaune)
Geräuschdesign: Florian Mönks

mit: Marie Löcker, Björn Meyer, Thomas Niehaus, Paul Schröder, Cathérine Seifert/Oda Thormeyer (alternierend), André Szymanski, Sebastian Zimmler
Gesangschor Charlotte Becher, Lars Böttcher, Andreas Bracht, Johanna Maria Braun, Marianne Bruhn, Franziska Buchner, Martin Conrad, Meral Dere, Minou Djalili, Ines Eberlein, Marta Frankenberg Garcia, Clemens Heise, Pauline Jacob, Annika Janßen, Ev Joost, Regine Jungemann, Marja Kaiser, Norbert Kijak, Günter Kochan, Kasimir Krzesinski, Jens Kühlbrey, Dustin Leitol, Harald Lieber, Charlotte Lindig, Michael Pehle, Gratian Permien, Ann-Kathrin Quednau, Inga Renz, Helena Rowinski, Marvin Sawatzki, Judith Schwendiger, Michaela Tröster, Målin Uschkureit, Jürgen Weiler, Qiong Wu

Produktion: Thalia Theater

Preise:
Euro 59,- / 46,- / 36,- / 30,- / 26,- / 21,- / 18,- / 15,- / 12,- / 9,- / 7,- / 5,- / 4,- (Stehplatz)

Sprache:
Deutsch

Dauer:
2 Std. 55 Min., eine Pause

Einführung:
21. / 22. / 23. Mai, 18:30, Theater an der Wien, Großer Pausenraum

Publikumsgespräch:
22. Mai, im Anschluss an die Vorstellung
Installation

micro | macro.
the planck universe

Ryoji Ikeda

Die Halle E im MuseumsQuartier verwandelt sich für micro | macro in eine überdimensionale Welt aus bewegten Bildern und Klängen. In seiner immersiven Installation erschafft Multimedia-Künstler Ryoji Ikeda ein Imaginationsfeld zwischen Quantenphysik, empirischem Experiment und menschlicher Empfindung. Komplexe, physikalische Theorien wurden dafür von Ikeda in Zusammenarbeit mit Kernforscher*innen des CERN in eine sinnliche Erfahrung übersetzt. Die Planck-Skala dient Wissenschaftler*innen dazu, kleinste Längen oder Zeitintervalle zu beschreiben. Jenseits dieser Skala, wo Konzepte wie Raum und Zeit ihren Sinn verlieren, ist die zeitgenössische Physik auf spekulative Theorien angewiesen. Und auf die Kunst.
In micro | macro betritt das Publikum eine Welt aus Daten, Teilchen, Licht und Klang, die die Größendimensionen des Universums in ihren Extrem-Bereichen für Auge und Ohr wahrnehmbar macht.
In der micro-Welt dringen wir in kleinste Dimensionen des Nicht-Darstellbaren ein, während wir in der macro-Welt in kosmische Weiten abheben, die uns in den unendlichen Raum jenseits des beobachtbaren Universums entführen. Im Sog der Daten entlädt sich akustisch wie visuell ein Feuerwerk, das die Kluft zwischen theoretischem Verständnis und sinnlicher Wahrnehmung überwindet.

Konzept, Komposition: Ryoji Ikeda
Programmierung, Computergrafik: Norimichi Hirakawa, Tomonaga Tokuyama, Yoshito Onishi, Satoshi Hama

Produktion: Wiener Festwochen
2015 als Auftragsarbeit im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien erstaufgeführt

Preise:
Eröffnung 22.5.: Eintritt frei
Euro 8,-
Jede Eintrittskarte der Wiener Festwochen 2018 ermöglicht den ermäßigten Eintritt zu 5,- Euro.

Karten sind ab 23. Mai 2018 an den Tageskassen der Wiener Festwochen erhältlich.

Öffnungszeiten:
23. bis 29. Mai, 16:00 bis 22:00,
30. Mai bis 2. Juni, 16:00 bis 24:00,
3. bis 17. Juni, 16:00 bis 22:00

Einführung:
25. Mai / 1. Juni / 8. Juni / 15. Juni, 19:00, Foyer Halle E+G

Hinweis:
In der Installation werden hochfrequente Töne sowie Stroboskopeffekte verwendet. Diese können unter Umständen epileptische Anfälle auslösen.

VIS Vienna Shorts 2018:
Eintrittskarten oder Festivalpässe von VIS Vienna Shorts 2018 berechtigen zum ermäßigten Eintritt von 5,- Euro bei micro | macro.

Kunsthistorisches Museum Wien:
Mit einer Eintrittskarte oder der Jahreskarte des Kunsthistorischen Museum Wien kann micro | macro von 23. Mai bis 17. Juni zum ermäßigten Preis von 5,– Euro besucht werden. Das Kunsthistorische Museum Wien kann mit einer Eintrittskarte der Wiener Festwochen 2018 vom 11. Mai bis 17. Juni ebenfalls zum ermäßigten Eintrittspreis von 11,– Euro besucht werden.
Konzert

HYPERREALITY 24

Zusammenbau 20:00 (bis 23:00)
Einlass: jeweils 30 Min. vor Beginn

Die Eröffnung von HYPERREALITY steht im Zeichen neuer Perspektiven und Experimente. Möglichkeiten der Grenzüberschreitung sucht der venezolanische Musiker, Produzent und Sänger Arca innerhalb der Matrix der Popwelt. Nach Produktionen für Björk und Kanye West konnte er sich als ein weltweit mit Neugier und Erstaunen wahrgenommener Elektronik-Artist positionieren. Die in Wien lebende iranische Musikerin Fauna präsentiert, begleitet von einem Ensemble aus Live-Musiker*innen, ihre neue LP Infernum mit einer eigens für die Wiener Festwochen konzipierten Release-Show. Visuals von AMEN fügen Faunas atmosphärischen, dystopischen Tracks eine optische Dimension hinzu. Die Schweizer-nepalesische Künstlerin Aïsha Devi stellt ihr neues stimmfokussiertes Album in einer audiovisuellen Show vor. In ihrem Werk fließen Elemente aus elektronischer Avantgarde, Techno und traditioneller asiatischer Musik entlang eines biografischen Narrativs zusammen.

Künstler*innen:
Aïsha Devi, Arca, Fauna

Preise:
VVK Euro 25,- / AK Euro 30,-
Konzert

HYPERREALITY 25

Zusammenbau 20:00 (bis 23:00)
Materialmagazin ab 23:00
Einlass: jeweils 30 Min. vor Beginn

„Unterwanderung“ ist eine häufig eingesetzte Praxis von Künstler*innen, die an der Schnittstelle zur Popmusik dringliche Fragen unserer Zeit verhandeln. Seit der Veröffentlichung ihres aktuellen Albums Take Me Apart zählt Kelela endgültig zu den strahlendsten Vertreter*innen einer neuen Generation wortgewandter Pop-Diven. Ihre Songs erzählen von Machtdynamiken in zwischenmenschlichen Beziehungen und entlarven nach den gleichen Prinzipien funktionierende patriarchale Gesellschaftsstrukturen.
Auch 2018 liegt ein wichtiger Fokus von HYPERREALITY auf dem Sichtbarmachen von Vertreter*innen musikalischer Strömungen diesseits des Mainstreams. In den 80er Jahren im New Yorker Gay-Underground groß geworden, besteht der Tanzstil Voguing auch heute noch, nach Jahren der Weiterentwicklung in der Community-stiftenden Organisationsform der „houses”, fort. Inzwischen dient er aber auch einer globalen Crowd queerer, nonkonformistischer Menschen als wichtiges Ausdrucksmittel. MikeQ, Label-Chef von Qween Beat Records, präsentiert als Vertreter der New Yorker Voguing Szene zusammen mit Tänzer*innen, MCs und DJs ein Label Showcase.
Acts wie Nina Kraviz, Electric Indigo oder Gabber Eleganza spannen einen Bogen zwischen unterschiedlichster in Techno verwurzelter Clubmusik.

Künstler*innen:

Zusammenbau
FAKA, Gaddafi Gals, Kelela

Materialmagazin
Ash B., Buddah, Byrell The Great, Cakes da Killa, Divoli S’vere, DJ Warzone, Electric Indigo, Gabber Eleganza, Gregg Evisu XL, JASSS, Karen Gwyer, Leggoh, LSDXOXO, Machine Woman, MikeQ, Nina Kraviz, Therese Terror, quest?onmarc

Preise:
Tagespass:
Euro 30,- (limitierte Auflage)
Zusammenbau:

VVK Euro 25,- / AK Euro 30,-
Materialmagazin:

VVK Euro 15,- / AK Euro 20,-
Performance

Deep Present

Jisun Kim

Wien Debut

Können wir das System unserer Welt von Grund auf neu denken?
Diese Frage liegt allen bisherigen Arbeiten der koreanischen Künstlerin Jisun Kim zu Grunde. Für Deep Present hat sie in der Strategie des Outsourcing, Antriebsmotor unserer kapitalistisch geprägten Gesellschaft, eine Antwort gefunden. Effizienz ist die neue Ethik, Risiken werden verlegt, Kosten reduziert. So werden Kriege über Joystick oder Stellvertreter*innen geführt. Es liegt nur noch ein finaler Schritt vor uns: die Auslagerung der zentralen menschlichen Fähigkeit, dem Denkvermögen.
In Deep Present unterhalten sich vier Künstliche Intelligenzen auf der Bühne. Das Publikum erlebt eine Dokumentation der Gespräche zwischen dem Wesen, das sein Denken auslagern wird, und jenen Wesen, die diese Aufgabe übernehmen sollen. Erkenntnisse, Fragen und Träume, die aus der Begegnung dieser beiden Denkwelten entstehen, blitzen auf und verschwinden wieder.
Fragt sich, wer am Ende das System unserer Welt verändern wird und die fundamentalen und dringlichen Fragen beantwortet: Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?

Konzept, Musik, Regie: Jisun Kim
Mit: HAL, AIBO, Libidoll, Tathata
Produktionsleitung: Seonghee Kim
Mitarbeit Produktion: Shinu Kim
Technische Leitung: Jimmy Kim
Entwicklung Gesprächsfähigkeit der Künstlichen Intelligenzen: Intelligent System Research Lab, Korea Aerospace University, Supervisor: Professor Sungdo Chi, Umsetzung: Hyungeun Kim, Isaac Kim
Hardware Libidoll und Tathata Donghyo Kim
AIBO Kostüm Produktion: Gaain Doll (Sanghee An)
Requisite: TheArt Society
Intro Video/Bildproduktion: Sounion Hong
Licht: Takayuki Fujimoto, Kinsei R&D
Ton: Taesoon Jang
Dramaturgische Beratung: Lim Jihye

Koproduktion: Wiener Festwochen, National Museum of Modern and Contemporary Art (Südkorea), Kunstenfestivaldesarts, SPRING Performing Arts Festival
Mit Unterstützung von: Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus (Südkorea), Stadtregierung Seoul, Seoul Foundation for Arts and Culture, Korea Foundation for the Advancement of Science and Creativity, Doosan Art LAB/Doosan Art Center, Center Stage Korea-Korea Arts Management Service

Dank an: Yuko Uematsu, Noriko Mitsuya, Norimatsu Nobuyuki, Ooi Fumihiko, Mobara Sangyo

Preise:
Euro 20,-

Sprache:
Englisch, Japanisch und Koreanisch mit deutschen Übertiteln

Dauer:
ca. 60 Min.

Publikumsgespräch:
26. Mai, im Anschluss an die Vorstellung
Konzert

HYPERREALITY 26

Zusammenbau 20:00 (bis 23:00)
Materialmagazin ab 23:00
Einlass: jeweils 30 Min. vor Beginn

»Spiegelbild Dunkelheit Gut« ist eine passende Beschreibung für den im Zusammenbau stattfindenden Teil des HYPERREALITY Abschlussabends, entnommen dem Track Tanz Kosmisch von REAL GEIZT.Wie prophezeit ist der Titel des vor 17 Jahren angekündigten Albums, das im Auftrag der Wiener Festwochen erstmals live aufgeführt wird. Taktloss hat für diesen Anlass ein Team aus Instrumentalist*innen und Visualist*innen versammelt und hält auch 20 Jahre nach Westberlin Maskulin dem poesie- und widerstandsbefreiten Teil der Rap-Szene einen Spiegel vor.
Dunkel und packend sind die immersiven Stücke der Komponistin und Turntable-Künstlerin Shiva Feshareki, die zusammen mit dem Organisten Kit Downes erstmals in Österreich auftreten wird.
Quay Dashs Debut-EP Transphobic erzählt von ihren Erfahrungen und alltäglichen Problemen mit und in LGBTQI Communitys. No-nonsense Storytelling findet sich in den Lyrics der Rapper*innen Flohio und Ebow. Die Detroiter Electro-Legende DJ Assault lässt in seinen Sets durch Mixes und Scratches die Geschichte elektronischer Tanzmusik am Clubfloor in atemberaubender Geschwindigkeit Revue passieren.

Künstler*innen:

Zusammenbau
Jung An Tagen, REAL GEIZT, Shiva Feshareki & Kit Downes

Materialmagazin
3GGA, Born in Flamez , DJ Assault, DJ Haram, DJ Hauswein, DJ Lycox, Ebow, Farce, Flohio, Florentino, God Colony, Kablam, Meuko! Meuko!, Mina, Quay Dash, Sega Bodega & Shygirl, STILL, Tygapaw, Ziúr

Preise:
Tagespass:
Euro 30,- (limitierte Auflage)
Zusammenbau:

VVK Euro 25,- / AK Euro 30,-
Materialmagazin:

VVK Euro 15,- / AK Euro 20,-
Ausstellung

Archipelago.
Insel des unvorhersehbaren Denkens

Into the City

Archipelago. Insel des unvorhersehbaren Denkens ist ein künstlerisches Projekt in der Hauptbücherei am Gürtel. Im Zentrum des Projekts steht die täglich von tausenden Menschen frequentierte Bücherei als ein Ort der denkenden Auseinandersetzung. Was sind Themen, die diese Menschen gerade beschäftigen? Was lesen sie gerade oder wonach suchen sie? Welche unerwarteten Zusammenhänge entstehen zwischen den Personen und den Medien, die sie in der Bücherei verwenden?
Die in der Hauptbücherei ausgestellten künstlerischen Beiträge, sowie die Performances, Filme, Workshops und diskursiven Programmpunkte gehen auf die Bedeutung eines pulsierenden Denkraums ein, wie ihn die Hauptbücherei darstellt, die gleich einem Dampfer im Strom der Stadt unterwegs ist.
Einen wichtigen Ansatzpunkt für das Projekt bildet die Poetik der Vielheit von Édouard Glissant. Der aus Martinique stammende Schriftsteller, Dichter und Philosoph spricht vom archipelischen Denken.
Dieses ist »nicht-systematisch, sondern induktiv angelegt« und erforscht auf diese Weise »das Unvorhergesehene des Welt-Ganzen«.
Im Innen- und Außenraum der Bibliothek finden sich Arbeiten von in Wien tätigen Kunstschaffenden. Ein zentral eingerichtetes Atelier der Gruppe Škart aus Belgrad produziert neue Nachrichten und Botschaften, die aus dem Archipel der täglichen Gedankenströme kommen.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung umfasst eine Filmreihe, Diskurs- und Vermittlungsformate sowie Workshops für Nutzer*innen, Besucher*innen und Mitarbeiter*innen der Hauptbücherei. Das gesamte Programm finden Sie hier ab 26. April 2018!

Künstler*innen: Ibrahim Amir, Iris Andraschek / Hubert Lobnig, Ovidiu Anton, Muhammet Ali Bas, Amoako Boafo, Carla Bobadilla, Seher Çakir, Adina Camhy / Robin Klengel / Coline Robin, Natalie Deewan, Petja Dimitrova, Sophie Dvorák, Eva Engelbert, Aldo Giannotti, Marlene Hausegger, Michael Heindl, Elvedin Klacar, Tatiana Lecomte, Mieze Medusa, Verena Melgarejo Weinandt, Fiston Mwanza Mujila, Lisl Ponger, Wendelin Pressl, Veza María Fernández Ramos/Christina Maria Lederhaas, Škart, Kamen Stoyanov, Sophie Utikal, Anna Witt, Yasmo, u. a.

Kurator*innen: Anton Lederer, Birgit Lurz, Margarethe Makovec, Wolfgang Schlag

Produktion: In Kooperation mit Büchereien Wien, Höhere Graphische
Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt, Institut français d’Autriche, Kino am Dach, Prosi Exotic Supermarket, Zentrum für zeitgenössische Kunst, Wiener Wortstaetten
Mit Unterstützung von: Arbeiterkammer Wien, Bundeskanzleramt Österreich

Eintritt frei

Ausstellung/Atelier Öffnungszeiten:
(29. Mai bis 16. Juni)
Montag bis Freitag, 11:00 bis 19:00
Samstag, 11:00 bis 17:00
an Sonn- und Feiertagen geschlossen

Diskursprogramm

4 Juni, 19:00
De la créolité à la diversalité
Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Patrick Chamoiseau
Sprache Französisch mit deutscher Übersetzung

Patrick Chamoiseau (Schriftsteller, Fort-de-France) im Gespräch mit Dieter Hornig (Dozent an der Université Paris 8, Literarischer Übersetzer, Paris)
Die französische Antilleninsel Martinique - und speziell die in der Hauptstadt Fort-de-France ansässige, antikolonialistisch geprägte Bibiothèque Schœlcher - war die Heimat so bedeutender Philosophen und Autoren wie Aimé Césaire, Frantz Fanon und Édouard Glissant. Das große antillanische Projekt der „Einheit in der Verschiedenheit” setzt Patrick Chamioseau in seiner neuen Poetik des Schreibens fort. Eine Welt, die kein Zentrum mehr kenne, so Chamoiseau, folge nicht mehr dem Prinzip der „universalité” sondern dem der „diversalité”

Filmprogramm Kino am Dach

Kino am Dach, 29. Mai, 21:00
Ex Libris
Frederick Wiseman, USA, 2017
Sprache Englisch mit deutschen Untertiteln

Kino am Dach, 5. Juni, 21:00
Négritude – Ein Dialog zwischen Soyinka und Senghor
Manthia Diawara, Mali, 2015
Sprache Französisch, Englisch mit deutschen Untertiteln
und
Édouard Glissant: One World in Relation
Manthia Diawara, USA/Mali, 2009
Sprache Französisch mit englischen Untertiteln

Kino am Dach, 12. Juni, 21:00
The Love of Books – A Sarajevo Story
Sam Hobkinson, Großbritannien, 2011
Sprache Englisch
Theater

Stadium

Mohamed El Khatib

Wien Version

53 Fans des nordfranzösischen Fußballclubs RC Lens eroberten in Mohamed El Khatibs dokumentarischem Theaterstück Stadium nicht nur die Bühne, sondern auch im Sturm die Herzen des französischen Publikums. Als Warm-up zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 entwickelt der Theatermacher erstmals eine adaptierte Version und bestreitet mit den Wiener Festwochen ein französisch-österreichisches Freundschaftsspiel. Unendlich scheint die Liebe für den Klub, unzählig sind die Klischees der Fußballwelt. In einer humorvollen, anthropologischen Analyse der Fan-Tribünen untersuchen Mohamed El Khatib und sein Kollektiv Zirlib den Mythos der Arbeiter*innenklasse, das Bilden von Gemeinschaft und Feindschaft, die Komplexität der Wertvorstellungen und die Kraft dieser 90-minütigen Zeremonie. Mit Sprechchören, Tanz und Videos entstehen verschiedenste Porträts einer Masse in Bewegung. Wenn die „besten französischen Fans“ auf österreichische Fußball-Aficionados und Wiener Theaterbesucher*innen treffen, wird deutlich, was es heißt, trotz aller sozialer Differenzen und kultureller Unterschiede ein Publikum zu sein!

Text: Mohamed El Khatib
Konzept, Regie: Mohamed El Khatib, Fred Hocké
Künstlerische Mitarbeit: Violaine de Cazenove, Éric Domeneghetty
Projektassistenz: Coraline Cauchi
Bühne, Licht, Video: Fred Hocké
Ton: Arnaud Léger
Inspizienz: Léopold Frey
Produktionsleitung, Vertrieb: Martine Bellanza
Presse: Nathalie Gasser

Produktion: Collectif Zirlib
Koproduktion: Centre dramatique national de Tours - Théâtre Olympia, TANDEM scène nationale, Festival d’Automne à Paris, Théâtre de la Ville, la Colline - théâtre national, Châteauvallon - Scène nationale, Le Grand T - théâtre de Loire-Atlantique, Théâtre national de Bretagne, Théâtre du Beauvaisis, Scènes du Golfe, La Scène - Musée du Louvre-Lens
Mit Unterstützung von: Fondation d’entreprise Hermès im Rahmen des Programms New Settings und Fonds SACD Théâtre

Preise:
Euro 36,- / 32,- / 28,- / 25,- / 21,- / 18,- / 14,- / 12,- / 9,- / 5,-

Sprache:
Französisch mit deutscher Übersetzung

Dauer:
2 Std.
Performance

FEED.X

Kurt Hentschläger

Uraufführung

Der Österreicher Kurt Hentschläger, Gründungsmitglied des Künstler-Duos Granular Synthesis, gilt als Pionier multimedialer Installationen und Performances. Mit FEED.X zeigen die Wiener Festwochen nun erstmals die Neufassung seiner ikonischen Arbeit FEED, die in Berichten begeisterter Besucher*innen oft als bewusstseinserweiternde, spirituelle Erfahrung beschrieben wird. Im Mittelpunkt der immersiven, performativen Installation steht die Frage nach den Grenzen der menschlichen Wahrnehmung. Diese wird durch das Wechselspiel von sensorischem Entzug und Überforderung ausgelotet. Einer Videoprojektion animierter 3D-Figuren, die sich in förmlich schwebenden Choreografien über eine Leinwand bewegen, folgt ein intensives Sinnesamalgam aus künstlichem Nebel, Stroboskop und Sub-Bass-Frequenzen. Die Trennung zwischen innerer und äußerer Wahrnehmung verschwimmt in einem Raum ohne Referenzen, in einer scheinbar endlosen, kaleidoskopischen Architektur.

Konzept: Kurt Hentschläger

Produktion: Humanew LLC
Koproduktion: Epidemic

Preise:
Euro 15,-

Dauer:
ca. 45 Min.

Hinweis:
Für Zuschauer*innen ab 18 Jahren

Hinweis:
Die Vorstellung ist nicht für Sie geeignet, wenn Folgendes auf Sie zutrifft: Epilepsie (vor allem fotosensible Epilepsie), Asthma, Klaustrophobie oder Angstzustände, Sensibilität auf Stroboskopeffekte, Atem- oder Herzprobleme, erhöhter oder niedriger Blutdruck, Migräne oder starke Kopfschmerzen sowie Augen- oder Ohrenkrankheiten. Auch für schwangere Frauen ist die Vorstellung nicht geeignet.

VIS Vienna Shorts:
Eintrittskarten oder Festivalpässe von VIS Vienna Shorts 2018 berechtigen zum ermäßigten Eintritt von 11,50 Euro bei FEED.X sowie zum ermäßigten Eintritt von 5,- Euro bei micro | macro.

Diese Ermäßigungen sind ab 23. Mai an den Tageskassen der Wiener Festwochen erhältlich.
Theater

The Walking Forest

Inspiriert von William Shakespeares Macbeth
Christiane Jatahy

Die multimedialen Arbeiten der brasilianischen Film- und Theaterregisseurin Christiane Jatahy sind gleichermaßen politische wie poetische Kommentare zu gesellschaftlichen Realitäten und einer Welt im Zustand der Krise. Inspiriert von den großen Themen in Shakespeares Macbeth – den Auswirkungen von Machtgier, Korruption, Angst und Gewalt – lädt sie in ihrem Stück The Walking Forest zu einer partizipativen Erfahrung zwischen Realität und Fiktion. Das Publikum betritt eine raumfüllende Videoinstallation, die es mit den harten Lebensrealitäten junger, von staatlicher Repression betroffener Menschen konfrontiert. Langsam beginnt sich mit und zwischen den Besucher*innen eine geheimnisvolle, surreale Erzählung zu entwickeln. Subtil und mit emotionaler Intensität bringt Jatahy die Grenzen zwischen Genres zu Fall, das Publikum in Bewegung und die Tragödie des täglichen Lebens zum Vorschein. The Walking Forest ist ein optimistischer Appell an die Kraft des Gemeinwillens der Gesellschaft, eine Veränderung zu bewirken.

Gestaltung, Live-Regie: Christiane Jatahy
Kamera, Licht, Live-Kamera: Paulo Camacho
Bühnenkonzept: Christiane Jatahy, Marcelo Lipiani
Ausstattung, Bühne: Marcelo Lipiani
Ton, Musik: Estevão Case
Künstlerische Mitarbeit: Fernanda Bond, Isabel Teixeira, Stella Rabello, Henrique Mariano
Kostüme: Fause Haten
Videosystem: Julio Parente
Regieassistenz: Fernanda Bond
Assistenz Licht: Leandro Barreto
Inspizienz: Diogo Magalhães
Assistenz Bühne: Thiago Katona
Videooperator, Musiker: Felipe Norkus
Tonassistenz: Francisco Slade
Produktionsleitung, Tourmanagement: Henrique Mariano

Mit: Julia Bernat

Produktion: Cia Vertice de Teatro
Koproduktion: Le CENTQUATRE-PARIS, Künstlerhaus Mousonturm, TEMPO_FESTIVAL, SESC São Paulo
Cia Vértice de Teatro wird unterstützt von Petrobras

Preise:
Euro 20,-

Sprache:
Portugiesisch, Deutsch, Englisch mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer:
60 Min.

Publikumsgespräch:
2. Juni, im Anschluss an die zweite Vorstellung
Tanz

Crowd

Gisèle Vienne

Eine kühle Nacht und der Geruch feuchter Erde umhüllen 15 junge Tänzer*innen. Vorfreude und Erregung sind spürbar. Mit dem einsetzenden Techno-Beat entwickelt sich ein komplexes Geflecht von Emotionen, Sehnsüchten und Spannungen im Mikrokosmos einer tanzaffinen Gemeinschaft. Berauschende, bedrohliche und befreiende Kräfte vereinen sich im kollektiven Ritus der Bewegung.
Die französisch-österreichische Regisseurin, Choreografin und bildende Künstlerin Gisèle Vienne erforscht mit ungemeiner Präzision Konflikte, die innerhalb einer Gruppe junger Menschen aufflackern. Trägt Gewalt auch positives Potenzial in sich? Kann sie als konstruktiver Bestandteil einer Gesellschaft betrachtet werden?
Das Berlin der 1990er Jahre – Techno, Punk und Love Parade – dient Gisèle Vienne ebenso als Inspiration wie zeitgenössische Clubkultur und archaische Riten. Im Sog der Tracks, eine Auswahl von Peter Rehberg, entfaltet sich im Zusammenspiel mit Licht und Bewegung die Magie eines Rave.
Zwischen Tagtraum und Trance flirrend bringt Crowd unsere lineare Wahrnehmung von Zeit zum Stillstand.

Preise:
Euro 30,- / 20,- / 15,-

Dauer:
1 Std. 30 Min.

Publikumsgespräch:
2. Juni, im Anschluss an die Vorstellung
Theater

Die Selbstmord-Schwestern / The Virgin Suicides

Nach Motiven des Romans von Jeffrey Eugenides
Susanne Kennedy

Wien Debut

Vom Freitod fünf streng behüteter Schwestern in einer nordamerikanischen Vorstadt erzählt Jeffrey Eugenides' Roman The Virgin Suicides, der als Sensation gefeiert und 1999 von Sofia Coppola verfilmt wurde. Susanne Kennedy greift die rätselhaften Ereignisse rund um den Tod der pubertierenden Schwestern auf und inszeniert sie als psychedelischen Trip. Das Publikum folgt den Mädchen auf ihrer Reise anhand der Struktur des Tibetanischen Totenbuchs. Sterbebegleiter ist der zum Avatar gewordene LSD-Guru Timothy Leary. Auf der Bühne, einem gigantischen Altar aus bunten Video-Screens und Schreinen, zelebrieren Figuren in prächtig geschmückten Gewändern und Masken das Andenken an die Mädchen. Als Medien der Erinnerung oszillieren sie zwischen der Welt der Schwestern und den Beobachtungen der Nachbarsjungen. In ihrer unverwechselbaren Ästhetik der Verfremdung und radikalen Künstlichkeit erschafft Kennedy einen Raum, der selbst zu Erinnerung wird.

Preise:
Euro 45,- / 35,- / 26,- / 16,-

Sprache:
Deutsch und Englisch mit deutschen Übertiteln

Dauer:
1 Std. 20 Min.

Einführung:
1. / 2. / 3. Juni, 19:00, Foyer des Theater Akzent

Publikumsgespräch:
2. Juni, im Anschluss an die Vorstellung
Performance

Deep Fridays

Performances, Musik und Visual Arts in den Gösserhallen

An drei Freitagen im Juni laden die Wiener Festwochen im Anschluss an die Produktionen von Gisèle Vienne, Christiane Jatahy, Kornél Mundruczó, Jean Michel Bruyère, Markus Öhrn und Boris Charmatz zu langen Nächten mit Performances, Konzerten, Interventionen und Audiovisueller Kunst in die Gösserhallen. Ab 22 Uhr werden die ehemaligen Industriebauten in der Laxenburgerstraße auch zu späterer Stunde zum Spielort für ein dichtes Programm mit künstlerischen Positionen unterschiedlichster Genres. Und das bei freiem Eintritt!
Im Programm ist neben vielen anderen die Body Art-Ikone Cassils vertreten, die in ihrer radikalen Arbeit Becoming an Image in völliger Dunkelheit die physische Gewalt gegen (Trans-)Körper thematisiert. Klangkünstler M.E.S.H., der elektronische Avantgarde mit impulsiven Clubsounds verbindet, präsentiert seine neue LP Hesaitix in einer aufwendigen audiovisuellen Show. In einem interdisziplinären Performance-Ritual für kollektives Healing übersetzt die Künstlerin Dohee Lee traditionelle schamanische Praktiken aus Korea in eine zeitgenössische Form. Die transgressiven Live-Auftritte von Tara Transitory aka One Man Nation – Musikerin, Konzeptkünstlerin und Nomadin zwischen Chiang Mai und Berlin – gleichen akustischen Séancen und spielen mit der Auflösung des Individuums in gemeinschaftlicher Trance.

Das Gesamtprogramm wird am 26. April veröffentlicht. Be prepared!

Eintritt frei
Theater

Tiefer Schweb

Christoph Marthaler

Ein geheim operierendes Fachgremium tagt in einer Unterwasserklausur-Druckkammer am tiefsten Punkt des Bodensees, im Volksmund „Tiefer Schweb“ genannt. Buchstäblich auf den Schultern der acht Ausschussmitglieder lasten so komplexe Sachverhalte wie bakterienverseuchtes Seewasser und eine überfüllte schwimmende Dorflandschaft für außereuropäische Flüchtlinge in der Mitte dieses Binnenmeeres.
Christoph Marthaler, Meister des hintersinnig Skurrilen, präsentiert seinem Publikum eine Verwaltungsrevue über eifrige Vertreter*innen einer alten Welt. In überstaatlichem Pflichtbewusstsein versuchen sie Lösungen für ihre schwerwiegenden Probleme zu finden – und erscheinen dabei zunehmend hilflos und verloren. Das Beobachten dieser heimelig-vertrauten und gleichzeitig befremdlichen, absurd abgeschotteten und vielleicht auch schon untergegangenen Welt, führt das Publikum in eine merkwürdige und scheinbar unauflösbare Verwirrung der Gefühle.

Regie: Christoph Marthaler
Konzeption: Christoph Marthaler, Malte Ubenauf, Ueli Jäggi
Bühne: Duri Bischoff
Kostüme: Sara Kittelmann
Licht: Jürgen Tulzer
Musikalische Leitung Jürg Kienberger
Dramaturgie Malte Ubenauf

Mit: Hassan Akkouch, Raphael Clamer, Olivia Grigolli, Walter Hess, Ueli Jäggi, Jürg Kienberger, Stefan Merki, Annette Paulmann

Produktion: Münchner Kammerspiele

Preise:
Euro 59,- / 46,- / 36,- / 30,- / 26,- / 21,- / 18,- / 15,- / 10,- / 5,-

Sprache:
Deutsch

Dauer:
2 Std. 5 Min.
Theater

LA PLAZA

El Conde de Torrefiel

In tragikomischen Erzählungen, absurden Tableaux Vivants und sachlichen Choreografien entspinnt sich die ungewöhnliche Theaterpoesie des jungen, spanischen Duos El Conde de Torrefiel, dessen Werke in kürzester Zeit international für Wirbel sorgten. „Intellektuelle Textplosion“ trifft darin auf visuellen Minimalismus. Humorvoll-irritierende Bilder Europas und seiner Bewohner*innen artikulieren Widersprüche zwischen dem Politischen und dem Privaten, zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und persönlicher Freiheit.
„La Plaza” (Der Platz) steht in der neuen Arbeit von Tanya Beyeler und Pablo Gisbert für den Ort des Aufeinandertreffens von Menschen und Geschichte, kollektiven Erinnerungen und unbekannter Zukunft. In einer Welt, die sich mit rasantem Tempo selbst überholt, wird Realität immer subjektiver, emotionaler und undurchdringbarer. Ein stetiger Konflikt herrscht zwischen der Sehnsucht nach dem Neuen und der Furcht vor dem Unbekannten. Von der unvorhersehbaren Zukunft eine Vorstellung zu erlangen, ist seit jeher ein großes Bestreben der Menschheit. Geschichten von dieser Suche zu erzählen ist die Leidenschaft von El Conde de Torrefiel.

Konzept/Erarbeitung: El Conde de Torrefiel in Zusammenarbeit mit den Performer*innen
Regie: Tanya Beyeler, Pablo Gisbert
Text: Pablo Gisbert
Bühne, Requisite, Kostüme: Blanca Añón
Licht: Ana Rovira
Ton: Adolfo Fernández García
Inspizienz: Isaac Torres

Mit: Gloria March Chulvi, Albert Pérez Hidalgo, Mónica Almirall Batet, Nicolas Carbajal, Amaranta Velarde, David Mallols und Performer*innen aus Wien

Produktion: El Conde de Torrefiel, Kunstenfestivaldesarts
Koproduktion: Wiener Festwochen, Festival de Marseille, Künstlerhaus Mousonturm, La Triennale di Milano, Alkantara & Maria Matos Teatro, Festival GREC, HAU Hebbel am Ufer, Vooruit, Zürcher Theater Spektakel, Festival d’Automne/Centre Pompidou, Black Box teater
Vertrieb, Tour Management: Caravan Production

Preise:
Euro 30,- / 25,- / 19,- / 12,-

Sprache:
In mehreren Sprachen mit deutschen Übertiteln

Publikumsgespräch:
8. Juni, im Anschluss an die Vorstellung
Performance

Häusliche Gewalt Wien

Markus Öhrn

Uraufführung

In Häusliche Gewalt Wien setzt der schwedische Künstler Markus Öhrn seine düstere und verstörende Expedition in die Abgründe heteronormativer, patriarchaler Gesellschaften fort. Ausgangspunkt dieser Reise ist seine Theaterarbeit Conte d’Amour, die bei den Wiener Festwochen 2012 für Aufsehen sorgte. Der Fall Fritzl diente ihm damals als Modell für die Reflexion über häusliche Gewalttaten, deren Wurzeln er in einer Ideologie bedingungsloser, romantischer Liebe sieht.
Mit der Uraufführung seiner neuen Arbeit führt er diese Auseinandersetzung weiter und nimmt vor Gericht verhandelte Missbrauchsfälle in Wien als Vorlage. Ein grausames Theater reproduziert Situationen körperlicher Bedrohung, denen Frauen in Beziehungen ausgesetzt sein können. Die durative, mehrstündige Performance steigert sich zu einer unentrinnbaren Spirale der Gewalt.

Regie, Bühne, Konzept: Markus Öhrn
Mit: Jakob Öhrman, Janet Rothe
Pianist: Arno Waschk

Koproduktion: Wiener Festwochen, Institutet, Wiesbaden Biennale 2018
Mit Unterstützung von: Kulturrådet/Swedish Arts Council

Eintritt frei

Hinweis:
Für Zuschauer*innen ab 16 Jahren
Limitierte Platzkapazität – Kommen und Gehen jederzeit möglich
Performance

L'habitude

Jean Michel Bruyère, LFKs

Uraufführung

»Erste Ursache für freiwillige Knechtschaft ist die Gewohnheit«, erklärte Etienne de La Boétie im 16. Jahrhundert. 400 Jahre später schreibt Assata Shakur in ihrer Autobiografie: »Menschen gewöhnen sich an alles. Je weniger du über deine Unterdrückung nachdenkst, desto größer wird deine Toleranz dafür. Nach einer Weile denken Menschen, dass die Unterdrückung der Normalzustand ist. Doch um frei zu werden, musst du dir bis ins Letzte bewusst sein, dass du eine Sklavin bist.« Am 2. Mai 1973 wurde Assata Shakur, Black Panther-Aktivistin und bedeutendes Mitglied der Black Liberation Army, von der Polizei in New Jersey aufgehalten, zweimal angeschossen und später für den Mord an einem Polizisten verurteilt. Nach mehr als sechseinhalb Jahren unter brutalsten Bedingungen im Hochsicherheitstrakt einer Strafvollzugsanstalt für Frauen in New Jersey, gelang ihr 1979 die Flucht ins kubanische Exil.
Als Prolog für den neuen Werkzyklus Violence & Institutions wird der Autor, Filme- und Theatermacher Jean Michel Bruyère mit dem Marseiller Kollektiv LFKs in der musikalischen, visuellen und theatralen Installation L'habitude (Die Gewohnheit) Assata Shakur und den Geist der Revolte heraufbeschwören.

Von und mit: Jean Michel Bruyère, LFKs featuring The Fourth Is Bearded

Koproduktion: Wiener Festwochen, LFKs Marseille, Epidemic

Preise:
Euro 20,-

Sprache:
Deutsch, Englisch

Dauer:
1 Std. 15 Min.
Theater

Winterreise

Hans Zender, Kornél Mundruczó, Proton Theatre

In Filmaufzeichnungen porträtierte der international mehrfach ausgezeichnete Theater- und Filmregisseur Kornél Mundruczó im Jahr 2014 Bewohner*innen eines ungarischen Flüchtlingslagers.
In stummen Bildern zeigt er zermürbendes Warten, existenzielle Not sowie den späteren Fußmarsch dieser Menschen auf Ungarns Autobahnen. In seiner Inszenierung Winterreise gibt er diesen Bildern schließlich eine Stimme – im Gesang des jungen ungarischen Schauspielers János Szemenyei.
Kornél Mundruczó wählt Hans Zenders komponierte Interpretation für kleines Orchester, um Schuberts berühmten Liederzyklus der Einsamkeit, des Reisens und der Fremde in seine filmische und musiktheatrale Konzeption zu integrieren.
Im Gegensatz zu den skandalisierenden Bildern aus Medien und Berichterstattung erzählen die Bilder seiner Inszenierung von Menschen, von Entbehrungen und Hoffnungslosigkeit, aber auch vom Suchen und Träumen. Sie brennen sich tief ins Gedächtnis ein, als eine bedrückend aktuelle und verstörend vertraute Winterreise.

Proton Theatre über die Winterreise

»Der Perspektivenwechsel macht die Aufführung des Proton Theatre zu etwas Besonderem. Die Winterreise stellt das existenzielle Leid der Menschheit dar und zeigt die Würde derjenigen, die keine Stimme besitzen. Wie in einem Passionsspiel begleiten wir Schuberts einsamen Wanderer, der sich auf einer hoffnungs- und ziellosen Reise befindet – wie die Vertriebenen oder Verfolgten zu praktisch jedem Zeitalter oder wie die Flüchtlinge in unseren Tagen.
Kornél Mundruczó verstärkt die von ihm gewählte Perspektive dadurch, dass er einen Nicht-Deutschen – also sozusagen einen ausländischen Schauspieler bzw. Sänger – die deutschen Lieder mit einem stark ausländischen Akzent singen lässt. Sein Akzent und seine schlechte Aussprache stehen für die Sehnsucht des Mannes ohne Zukunft nach Akzeptanz und Verständnis. Was auf der Bühne zu sehen ist, ist keine Tragödie der Konzerthalle, sondern eine Tragödie aus dem täglichen Leben. Bereits zur Zeit Schuberts wurde Wilhelm Müllers Gedichten politische Bedeutung zugeschrieben. Sie werden hier jedoch nicht mehr als das Drama eines Kleinbürgers des Biedermeier aufgeführt. Bei dieser Gelegenheit machen die Heimatlosigkeit, die Hoffnungslosigkeit sowie die fehlende Aussicht der Hauptfigur auf eine Zukunft die Musik von Schubert demokratisch.«

Musik: Schuberts „Winterreise“ – eine komponierte Interpretation von Hans Zender

Musikalische Leitung: Máté Hámori
Regie: Kornél Mundruczó
Bühne, Kostüme: Márton Ágh
Dramaturgie: Kata Wéber
Regieassistenz: Anna Fehér
Produktion: Dóra Büki
Produktionsleitung: Zsófia Csató
Technische Leitung: András Élteto
Lichttechnik: Zoltán Rigó
Tontechnik: János Rembeczki

Mit: János Szemenyei (Gesang), Danubia Orchestra Óbuda (Orchester)

Produktion: Proton Színház
Koproduktion CAFé Budapest Contemporary Art Festival, Danubia Orchestra Óbuda, FILC - Fischer Iván’s Apartment Theatre

Nach einer Originalproduktion der Opera Vlaanderen 2014

Preise:
Euro 30,- / 20,- / 15,-

Sprache:
Deutsch

Dauer:
1 Std. 30 Min.
Theater

The 2nd Season

Nach dem internationalen Erfolg von The Season ist nun die Fortsetzung des Anarcho-Puppen-Musicals über befreundete Waldtiere auch in Österreich zu sehen. Gemeinsam mit Joe Cobden, hat der kanadische Musiker und Cartoon-Zeichner Josh „Socalled“ Dolgin die Geschichte seiner Tiere mit The 2nd Season weitergeschrieben: Der Wald ist abgeholzt, der Biber sinniert über die guten alten Zeiten und der Bär fristet als Fließbandarbeiter in einer Posaunenfabrik ein tristes Dasein in der Stadt. Klingt nach traurig realistischer Kapitalismuskritik – ist es auch. Aber mit jeder Menge klugem Witz und großartiger Musik von Funk-Legende und James Brown Kollegen Fred Wesley. Gemeinsam mit dem Hamburger Kaiser Quartett, bekannt durch Auftritte mit Chilly Gonzales, und großartigen Sänger*innen sorgt Wesley für einen ganz besonderen Musicalabend: The Golden Age of Broadway im Puppenformat – gelandet im 21. Jahrhundert. Die Nachmittagsvorstellungen dolmetscht die Ente!

Komposition, Text, Design, Regie: Josh „Socalled“ Dolgin
Buch: Joe Cobden
Stimmen: Fred Wesley, Katie Moore, C-Rayz Walz, Joe Cobden, Michael Felber, Rich Ly, Annika Lehmann
Puppenspiel: Gabrielle Garant, Anne Lalancette, Marcelle Hudon, André-Anne Leblanc, Annika Lehmann
Special Guest: Joya Wesley
Puppenspiel Assistenz: Kerstin Treiber
Band: Josh “Socalled” Dolgin, Fred Wesley, Jamie Thompson, Patrice Agbokou, N.N. und dem Kaiser Quartett
Choreografie, Tanz: Jessica Nupen, Marcelo Doño
Kostüme: Monika Haredy
Bühne: Eric Grice
Masken: Mathieu René
Projektion: Michael Dubue, Andi State
Puppendoktor: Fabian Leske (Hamburg), Eliane Fayad (Montréal)
Zusätzliche Rap Texte: C-Rayz Walz
Zusätzliche Arrangements: Fred Wesley, Josh Goldman
Produktionsleitung: Ryhna Thompson, Brian Neuman
Regie- und Dramaturgieassistenz: Maria Isabel Hagen

Produktion: Internationales Sommerfestival Kampnagel
Koproduktion: Wiener Festwochen, Envision Management & Production
Gefördert von: der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen der Reihe „post musicals“, Kulturbehörde Hamburg

Besonderer Dank an: Dan Seligman und Pop Montreal, Moog Audio Montreal, Jason, Nathalie, Tom, Jennifer Besner, Jennifer Swarz, Pemi Paull, Warhol Dervish, Die Alfred Toepfer Stiftung

Preise:
Euro 30,- / 20,- / 15,-

Sprache:
Englisch, Nachmittagsvorstellungen mit deutscher Zusammenfassung für Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren

Dauer:
1 Std. 15 Min.

Publikumsgespräch:
9. Juni, im Anschluss an die zweite Vorstellung

Hinweis:
Kinder bis 14 Jahre erhalten 50% Ermäßigung.
Film

CSSC/DADDA VIENNA EDIT

Paul McCarthy

Der US-Amerikaner Paul McCarthy ist einer der einflussreichsten Künstler seiner Generation. Bevor er bei den Wiener Festwochen 2019 eine neue Arbeit uraufführen wird, präsentiert er dieses Jahr eine exklusive Montage aus seinem aktuellen Projekt CSSC-Coach Stage Stage Coach, das er gemeinsam mit seinem Sohn Damon McCarthy seit mehreren Jahren entwickelt.
Die Erschließung des Westens als fundamentaler Mythos der Vereinigten Staaten von Amerika ist der Ausgangspunkt des Filmes CSSC/DADDA VIENNA EDIT. In einer Neuinterpretation von John Fords Western-Klassiker Stagecoach (1939) setzt Paul McCarthy sechs Charaktere in eine Postkutsche und schickt sie auf eine mäandernde psychosexuelle Reise, die sich zu einem anarchischen und provokanten Zusammenbruch (nicht nur) sozialer Konventionen entwickelt.

»Two parts make up a whole hole, a work in process which began in 2015, in part a parody of America and Hollywood, the western film genre as a structure to hang the representation of cruelty, bullying and violence, a parody of sorts in which caricatures roam the real and the environmental staged sets perpetrating and defecating their emotional drama on each other, preview sample extraction, a fractured pair paired parody repetitive of stages of violence and a fascistic take over of the American land mass mass, a classic portraiture of american filmic west west« (Paul McCarthy)

Konzept, Drehbuch: Paul McCarthy
Regie: Paul McCarthy, Damon McCarthy
Kamera: Damon McCarthy, Eric Treml, Naotaka Hiro, Michael Ashe
Produktionsleitung: Karen McCarthy

Mit: Rachel Alig (Mary Magdalene/Red/Melania Trump/Daisy Duck), Jennifer Daley (Eve/Actress/Virgin/Ivanka Trump/Daisy Duck), Natasha Estrada (Heidi), Sebastian Fernandez (Dog/Shit/Little Joe), Honey Lauren (Proprietor's Wife/Ivana), John Edward Lee (Jesus/Gambler), Jose de Jesus Martinez (Pancho), Jesse McBride (John Wayne), Paul McCarthy (Ronald Reagan/Ron Paul/Artist/Banker/Donald Trump/Donald Duck), Paul McDade (Paul Ryan/Bartender), Bernhard Schütz (Dog/Rin Tin Tin/The Ben), James Skinner (Adam/Andy Warhol/Dentist), Lillian Solange (Minnie Mouse), Jack Spralja (Shotgun/Cowboy), James Trenton (Proprietor/Poorman), Dave Vescio (Dog/Skinny/The Adam), Michael Villar (Dog/Beef/Hoss), Kerry Wieder (Nancy Reagan)

Produktion: A Paul McCarthy production
Produzenten: Damon McCarthy, Alexis Hudgins, Jaime Blauvelt
Koproduzent: Brad Stevenson

Di, 12. Juni, 19:00
in Anwesenheit von Paul McCarthy

Preise:
Euro 10,-

Hinweis:
Für Zuschauer*innen ab 18 Jahren

In Kooperation mit:
ray Filmmagazin
Tanz

10000 gestes

Boris Charmatz, Musée de la danse

Wie in einem bewegten Wimmelbild führen 23 Tänzer*innen individuelle Variationen einer Partitur hunderter Gesten aus, ohne je eine einzige zu wiederholen. Ein Gewitter aus Bewegungen, in dem unser Blick zwischen Einzelereignissen und dem Ganzen hin und her springt. Sobald wir ein Detail entdecken, ist es schon wieder vergangen. Zu verwaschenen Klängen aus Mozarts Requiem in D-Moll formieren sich die stark individualisierten Figuren in den Kostümen des Modedesigners Jean-Paul Lespagnard mit ihren Sehnsüchten, Egos und Ängsten zu Schwärmen kollektiven Exzesses und kollektiver Melancholie. Das Bilden von Gemeinschaften, aber auch deren Konfliktpotenzial sind stets zentrale Themen der choreografischen Erkundungen von Boris Charmatz. Mit 10000 gestes hat er ein hypnotisches Werk erschaffen, das sowohl als animiertes Gemälde im Stil von Hieronymus Bosch, aber auch als künstlerischer Kommentar zu gesellschaftspolitischen Dynamiken gesehen werden kann.

››Kennen Sie die Zeichentrickfigur Wile E. Coyote auf der ewigen Jagd nach dem Road Runner von Chuck Jones und Tex Avery? Dieser Koyote, dieser Wolf, rennt und als sich an einem Felsen ein Abgrund auftut, rennt er einfach weiter. Solange er rennt, stürzt er nicht ab. Sobald er nach unten blickt, rauscht er auf der Stelle in die Tiefe. In diesem Stück rennen wir eine Stunde lang, damit wir nicht abstürzen. Es ist ein Spiel mit dem Flüchtigen, damit, dass all die Erfahrungen, Ereignisse, Schocks und Freuden unseres Lebens – vergänglich sind. So wie man im Moment des Todes vor seinem inneren Auge noch einmal sein ganzes Leben im Zeitraffer sieht.‹‹ (Boris Charmatz)

Interpretation: Djino Alolo Sabin, Salka Ardal Rosengren, Or Avishay, Régis Badel, Jessica Batut, Nadia Beugré, Alina Bilokon, Nuno Bizarro, Matthieu Burner, Dimitri Chamblas, Olga Dukhovnaya, Sidonie Duret, Bryana Fritz, Alexis Hedouin, Kerem Gelebek, Rémy Héritier, Samuel Lefeuvre, Johanna-Elisa Lemke, Maud Le Pladec, Mani Mungai, Noé Pellencin, Solene Wachter, Frank Willens
Choreografie: Boris Charmatz
Choreografische Assistenz: Magali Caillet Gajan
Licht: Yves Godin
Kostüme: Jean-Paul Lespagnard
Stimmbildung: Dalila Khatir
Soundmaterial: Requiem in D-Moll K.626 von Wolfgang Amadeus Mozart; Field recordings von Mathieu Morel
Inspizienz: Fabrice Le Fur
Tontechnik: Mathieu Morel
Ankleiderin: Marion Regnier
Produktionsleitung: Sandra Neuveut, Martina Hochmuth, Amélie-Anne Chapelain

Produktion: Musée de la danse / Centre chorégraphique national de Rennes et de Bretagne
Koproduktion: Wiener Festwochen, Volksbühne Berlin, Manchester International Festival (MIF), Théâtre National de Bretagne-Rennes, Festival d’Automne à Paris, Chaillot – Théâtre national de la Danse, Sadler’s Wells London, Taipei Performing Arts Center

Dank an: Julie Cunningham, Jolie Ngemi, Olivier Renouf, Marlène Saldana, Le Triangle – cité de la danse, Charleroi Danses - Centre chorégraphique de la Fédération Wallonie-Bruxelles, P.A.R.T.S., Archivio Alighiero Boetti und Fondazione Alighiero e Boetti, Chiara Oliveri Bertola / Castello di Rivoli Museo d'Arte Contemporanea

Preise:
Euro 30,- / 20,- / 15,-

Dauer:
55 Min.

Publikumsgespräch:
14. Juni, im Anschluss an die Vorstellung

Vorstellung im Rahmen von A Dancer’s Day:
16. Juni ab 16 Uhr
Performance

CHEKHOV Fast & Furious

Superamas

Uraufführung

»Wenn man es sich recht überlegt, bin ich sehr, sehr unglücklich.«
Verbitterung, Langeweile und Selbstmitleid kennzeichnen die gescheiterten Existenzen, die Tschechow Ende des 19. Jahrhunderts in Onkel Wanja porträtiert. Der russische Dramatiker hält seine Figuren an einem Ort gefangen, an dem sie eigentlich nicht sein wollen. Kein Ausbruch und kein Wagnis finden statt. Wer sich auflehnt, beruhigt sich wieder und am Ende bleibt alles, wie es war.
Wenn sich das aufständische französisch-österreichische Performance-Kollektiv Superamas der vermeintlichen Komödie annimmt, entsteht ein dringlicher Appell an die Lebensfreude, den Mut und das Spektakel. Energiegeladene und risikofreudige junge Menschen aus Frankreich, Island und Österreich beschäftigen sich gemeinsam mit Superamas über mehrere Monate hinweg damit, die Thematiken, die das „alte“ Theater aufwirft, in unsere Zeit zu übersetzen. Wie viel Tschechow dem Publikum erhalten bleibt, ist ungewiss.
In dieser besonderen Form der künstlerischen Zusammenarbeit wird das Theater als ein Ort der Begegnung und des Experimentierens etabliert.

Regie, Bühne, Ton, Video: Superamas
Kostüm: Sabine Desbonnets, Superamas
Lichtdesign: Henri-Emmanuel Doublier

Von und mit: Yuria Knoll, Peter Alexander Kopciak, Richi Kuong, Johanna Mettnitzer, Naemi Latzer, Miriam Rosenegger, Gudrun Schmidinger, Katharina Senzenberger, Joseph Cyril Stoisits, Maya Unger, Maria Winkler, Lin Wolf, weiteren jungen Erwachsenen aus Amiens, Reykjavik, Maubeuge und Superamas

Produktion: Superamas
Koproduktion: Wiener Festwochen, Maison de la Culture d´Amiens, Reykjavík Dance Festival, Manège Maubeuge, apap - advancing performing arts project
Mit Unterstützung von: Kulturabteilung der Stadt Wien, Bundeskanzleramt Österreich, Direction Régionale des Affaires Culturelles Hauts-de-France, Ministère de la culture et de la communication France, Conseil Régional Hauts-de-France, Amiens Métropole, Creative Europe Programm der Europäischen Union
In Zusammenarbeit mit: Le Grand Jeu, Centre Culturel Jacques Tati, Service Education Jeunesse d’Amiens Métropole

Preise:
Euro 25,- / 20,- / 15,-

Sprache:
In mehreren Sprachen mit deutschen Übertiteln

Publikumsgespräch:
16. Juni, im Anschluss an die Vorstellung
Tanz

A Dancer’s Day

Boris Charmatz, Musée de la danse

››Das Herz des Tanzes liegt an den Rändern; bei den Menschen, die nicht tanzen, aber eigentlich doch …‹‹ (Boris Charmatz)
Als Höhepunkt der Aufführungsserie von 10000 gestes ist A Dancer’s Day eine Einladung von Boris Charmatz und seinem Musée de la danse an das Publikum, für einen Tag eine Gemeinschaft zu bilden. Über sechs Stunden hinweg können die Besucher*innen an der Lebenswelt eines Tänzers bzw. einer Tänzerin teilhaben und in die Architektur des Tanzstücks 10000 gestes eintauchen.

Beim Aufwärmen mit den Profis und im Workshop mit dem Choreografen, beim Picknicken und dem gemeinsamen Rasten oder Tanzen wird ein Raum mit kollektiver Erfahrung belebt. Später wird sich genau dort ein Tanzstück entfalten. Ob Frank Willens im Solo von Tino Sehgal, ob 23 Tänzer*innen in 10000 gestes oder Boris Charmatz und Emmanuelle Huynh, wenn sich der Tag mit verlangsamten und gedehnten Bolero-Klängen zu Ende neigt – mit A Dancer’s Day ist ein Tag dem Tanz gewidmet und der Gemeinschaft der Menschen, »die nicht tanzen, aber eigentlich doch …«

ab 15:30 Einlass
16:00 Warm-up mit 23 Tänzer*innen
17:00 Publikumsworkshop mit Boris Charmatz
18:00 Picknick und (Ohne Titel) (2000) von Tino Sehgal mit Frank Willens
18:50 Common Sleep
19:30 10000 gestes von Boris Charmatz
20:30 Dancefloor mit Electric Indigo
21:20 étrangler le temps mit Boris Charmatz und Emmanuelle Huynh

Konzept, Choreografie: Boris Charmatz
Choreografische Assistenz: Magali Caillet-Gajan
Licht: Yves Godin
Kostüme: Jean-Paul Lespagnard
Ton: Olivier Renouf
Inspizienz: Fabrice Le Fur

Produktion: Musée de la danse
Koproduktion: Wiener Festwochen

A Dancer’s Day hatte am 14. September 2017 am Flughafen Berlin-Tempelhof/Volksbühne Berlin Premiere.

Preise:
Euro 40,- / 30,- / 25,-

Sprache:
Deutsch

Dauer:
ca. 6 Std.

Karteninfo:
Während des gesamten Ablaufs von A Dancer’s Day gilt freie Platzwahl, ausgenommen ist die in diesem Rahmen gezeigte Aufführung von 10000 gestes (fixe Sitzplätze).

Hinweis:
Einlass den ganzen Tag – ausgenommen während der ersten 10 Minuten der Aufführung von 10000 gestes. Für Warm-up und Workshop sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Bequeme Kleidung und Schuhe sind von Vorteil. Picknick kann mitgebracht oder vor Ort gekauft werden. Picknickdecken sind vorhanden.
Theater

Trojan Women

Ong Keng Sen, National Changgeuk Company of Korea

Die National Changgeuk Company des koreanischen Nationaltheaters steht nicht nur für die traditionelle koreanische Oper und ihre alte Erzählform Pansori, sondern auch für die Weiterentwicklung des Genres mit internationalen Künstler*innen. Der für interkulturelle und interdisziplinäre Arbeiten bekannte Regisseur Ong Keng Sen eröffnet in seiner Bühnenfassung von Die Troerinnen, Euripides‘ Tragödie über das grausame Schicksal der Frauen im besiegten Troja, historisch wie musikalisch neue Perspektiven. Inspiriert von Jean-Paul Sartres Bearbeitung nimmt auch in der Version von Ong Keng Sen Helena eine zentrale Position als Außenseiterin. Sie ist Griechin unter Troerinnen, Europäerin unter Asiatinnen. Der ethnischen Dimension in Sartres Statement gegen Krieg und koloniale Praxis fügt Ong Keng Sen eine genderpolitische Dimension hinzu und inszeniert Helena als Grenzgänger*in der Geschlechter. In Zusammenarbeit mit der legendären Sängerin Ahn Sook-sun und dem jungen Musiker Jung Jae-il entsteht eine zeitgenössische Form von Changgeuk zwischen Pansori und zeitgenössischer Musik.

Text: Neufassung für Changgeuk von Bae Sam-sik, nach Jean Paul Sartres "Die Troerinnen des Euripides"

Konzept, Regie: Ong Keng Sen
Neufassung: Changgeuk Bae Sam-sik
Komposition: Pansori Ahn Sook-sun
Komposition, musikalische Leitung: Jung Jae-il
Choreografie: Wen Hui
Bühne: Myung Hee Cho
Licht: Scott Zielinski
Video: Austin Switser
Kostüme, Maske: Kim Moo-hong
Ton: Jee Young

Mit: Kim Kum-mi, Kim Ji-sook, Yi So-yeon, Lee Kwang-bok, Kim Jun-soo, Choi Ho-sung, Jung Mi-jung, Heo Ae-sun, Na Yoon-young, Seo Jung-kum, Kim Mi-jin, Lee Youn-joo, Min Eun-kyung, Cho Yu-ah, Yu Tae-pyung-yang
Musiker*innen: Choi Young-hoon, Park Hee-jung, Lee Sung-do, Cho Yong-su, Lee Won-wang, Kim Min-young, Lee Ye-ji, Jun Gye-yeol, Won Na-kyoung, Lee Jeong-ah

Präsentiert von: National Theater of Korea, National Changgeuk Company of Korea
Koproduktion: National Theater of Korea, Singapore International Festival of Arts

Preise:
Euro 69,- / 56,- / 48,- / 41,- / 33,- / 28,- / 24,- / 20,- / 17,- / 13,- / 7,- / 5,- / 4,- (Stehplatz)

Sprache:
Koreanisch mit deutschen Übertiteln

Dauer:
1 Std. 50 Min.

Einführung:
16. / 17. / 18. Juni, 19:00, Theater an der Wien, Großer Pausenraum

Publikumsgespräch:
17. Juni, im Anschluss an die Vorstellung
Ereignisse / Oper Volksoper Wien Wien, Währingerstraße 78
Ereignisse / Konzert Wiener Konzerthaus Wien, Lothringerstraße 20
Ereignisse / Konzert classic.Esterhazy Eisenstadt Eisenstadt, Esterházyplatz 5
Ereignisse / Festival Wiener Kabarett Festival Wien, Lichtenfelsgasse 2
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Ereignisse / Jazz Jazz Fest Wien Wien, Lammgasse 12/8
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