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Herbstgold 2019

11. bis 22.9.2019

Kontakt

Herbstgold 2019
Esterházy Betriebe GmbH

Esterházyplatz 5
A-7000 Eisenstadt

Telefon: +43 (0) 2682 / 63854-12
E-Mail: konzert@esterhazy.at

Konzert

Haydns "IL DISTRATTO"

​NICOLAS ALTSTAEDT, VIOLONCELLO UND LEITUNG
​HAYDN PHILHARMONIE


Joseph Haydn: Sinfonie C-Dur Hob I:60 „Il distratto“
Robert Schumann: Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129
Sandór Veress: Vier Transsylvanische Tänze
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 102 B-Dur Hob.I:102

Sie ist ein Grenzgänger zwischen Konzertsaal und Theater, Joseph Haydns Symphonie Nr. 60, genannt „Il Distratto“: Als Schauspielmusik entstanden, verblüfft sie auch ohne die zugrundeliegende Komödie des Molière-Nachfolgers Jean François Regnard über einen zerstreuten Herrn – mit musikalischer Originalität, Überraschungseffekten und Komik in sechs ungewöhnlichen Sätzen. Zwischen den Genres changiert dafür seine in London entstandene, prachtvolle Symphonie Nr. 102, denn ihren berühmten langsamen Satz hat Haydn in ein Klaviertrio übernommen – als Hommage an eine enge Freundin. Gar nicht gruselig wird es dagegen bei den Transsylvanischen Tänzen, in denen Sandór Veress der Volksmusik seiner unmittelbaren Heimat Transsylvanien (Siebenbürgen) ein Denkmal gesetzt hat. In ihnen lässt sich erleben, wie die einmal wehmütigen, einmal mitreißenden Klänge über alle politischen Trennungslinien hinweg wirken: Immerhin ist Veress 1907 in der ungarischen Reichshälfte der Donaumonarchie geboren, in Koloszvár/Klausenburg, dem heutigen Cluj-Napoca, das seit 1920 zu Rumänien gehört ... Und mit Robert Schumanns Cellokonzert rührt das gefeierte Team aus Haydn Philharmonie und Nicolas Altstaedt als Dirigent und Solist an musikalische und andere Grenzen: Schumann verwischt darin die Konturen der drei Sätze, erzielt einen durchgehenden Fluss, konnte jedoch das Werk wegen geistiger Umnachtung und Tod nicht mehr selbst hören.

Kat. V EUR 34,– | Kat. IV EUR 49,– | Kat. III EUR 66,– | Kat. II EUR 79,– | Kat. I EUR 93,–

17:30 UHR: Abfahrt Shuttlebus ab Wien Erdberg EUR 15,–
Konzert

Der Kaiser

HORIA ANDREESCU, DIRIGENT
ELISABETH LEONSKAJA, KLAVIER
ORF RADIO-SYMPHONIEORCHESTER


Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73
Richard Dünser: The Waste Land
Georges Enescu: Orchestersuite Nr. 3 D-Dur op. 27

Was für ein Beginn! Mit wahrlich imperialen Gesten durch alle Oktaven macht das Klavier zu den Akkordsäulen des Orchesters in heroischem Es-Dur sofort seine uneingeschränkte Herrschaft klar. Kein Wunder, dass ein findiger englischer Verleger Ludwig van Beethovens größtes und letztes Klavierkonzert Nr. 5 „Emperor“ getauft hat.
Als Kaiserin oder Imperatorin will Elisabeth Leonskaja gewiss nicht gelten, aber eine in aller Welt verehrte Grande Dame des Klaviers ist sie allemal: Die aus Russland stammende, lange schon in Wien beheimatete Künstlerin verfügt über virtuose Kraft und Sensibilität gleichermaßen, um dieses packende, lebensfrohe Konzert auszuloten. In seinem Orchesterstück „The Waste Land“ setzt der in Bregenz geborene Komponist Richard Dünser, der 2019 60 Jahre alt wird, das gleichnamige Gedicht von T. S. Eliot wortlos in Musik um – trauernd-mitfühlende Botschaften aus dem Grenzland zwischen Leben und Tod. Wesentlich freundlichere Gefilde erkundet dafür Georges Enescu in seiner 3. Orchestersuite mit dem Untertitel „Villageoise“: reizvolle Szenen aus dem Dorfleben durch Tag und Nacht, teils schwelgerisch, teils burlesk. Der u. a. in Wien ausgebildete rumänische Dirigent Horia Andreescu bringt sie aus seiner Heimat mit ans Pult des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien, das Enescus Klangzauber zum Leben erweckt: Kein Geringerer als Pablo Casals nannte Enescu einmal „das größte musikalische Phänomen seit Mozart“.

Kat. V EUR 34,– | Kat. IV EUR 49,– | Kat. III EUR 66,– | Kat. II EUR 79,– | Kat. I EUR 93,–

AB 18:00 UHR: TALK UM 6, TERRASSE CAFÉ MASKARON (SCHLOSSHOF)
Erleben Sie beim "Talk um 6" spannende Podiumsdiskussionen mit Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Medien und Wirtschaft auf der Terrasse des Café Maskaron im Innenhof von Schloss Esterházy.
EINTRITT FREI
Konzert

Jazz im Schloss

"Die Künstler für Jazz im Schloss werden im Frühjahr 2019 bekanntgegeben."
Konzert

Balkan- und Roma-Sounds

Die Künstler für die Balkan- und Roma-Sounds werden im Frühjahr 2019 bekanntgegeben.

17:00 UHR: Abfahrt Shuttlebus ab Wien Erdberg

Nummerierte Sitzplätze: EUR 44,- | Stehplätze: EUR 33,- (freie Platzwahl)
Konzert

Geteilte Stadt

ROBERT HOLL, BASS
KYRIL ZLOTNIKOV, VIOLONCELLO
ELENA BASHKIROVA, KLAVIER
MUSIKER DER BARENBOIM-SAID AKADEMIE BERLIN


Ludwig van Beethoven: 12 Variationen über ein Thema aus dem Oratorium „Judas Maccabäus“
Antonin Dvořák: Biblische Lieder op. 99
u.a.

Berlin und Jerusalem: Hat die eine Stadt ihre historische Teilung längst überwunden, läuft durch die andere, die Juden, Christen wie Muslimen heilig ist, immer noch eine hochbrisante Trennlinie zwischen israelischem Westen und palästinensischem Osten. Man kann und muss Grenzen nicht leugnen oder schönreden, um sie zu überwinden. HERBSTGOLD schlägt eine musikalische Brücke von Jerusalem nach Berlin – zwischen dem Jerusalem Chamber Music Festival, das die Pianistin Elena Bashkirova leitet, Daniel Barenboims Ehefrau, und der Barenboim-Said-Akademie in Berlin, in der Stipendiaten aus Ländern des Nahen Ostens unterrichtet werden. Am Vormittag treffen eine illustre Interpretenschar für die Musik von zwei der größten Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts aufeinander: Zunächst erklingen im Empiresaal Beethovens Variationen über ein Händel-Thema, das wir heute als Weihnachtslied „Tochter Zion“ kennen, sowie die Gellertlieder (mit der „Ehre Gottes in der Natur“), für die Bassbariton Robert Holl aufgeboten ist, eine Autorität auf der Opernbühne ebenso wie auf dem Konzertpodium. Danach folgt in der Kapelle ein Kammermusikwerk, in dem Olivier Messiaen seinen unerschütterlichen Glauben in den glühendsten Farben schildert und das seit über 75 Jahren Menschen jeder und keiner Religion zu bewegen vermag: Das „Quatuor pour la fin du temps“ („Quartett für das Ende der Zeit“) wurde 1941 in einem deutschen Kriegsgefangenenlager geschrieben und uraufgeführt.

Kat. III 32,– | Kat. II EUR 40,– | Kat. I EUR 49,–

09:00 UHR: Abfahrt Shuttlebus ab Wien Erdberg EUR 15,–
Konzert

Geteilte Stadt II

KOLJA BLACHER, VIOLINE
JULIA DEYNEKA, VIOLA
KYRIL ZLOTNIKOV, VIOLONCELLO
ELENA BASHKIROVA, KLAVIER
MUSIKER DER BARENBOIM-SAID AKADEMIE BERLIN


Sergej Prokofjew: Ouvertüre über hebräische Themen c-Moll op. 34
Robert Schumann: Klavierquintett Es-Dur op. 44
Felix Mendelssohn-Bartholdy: Oktett Es-Dur für vier Violinen, zwei Viola und zwei Violoncelli op. 20
Noam Sheriff: Streichquintett

Wo verläuft die Grenze zum Genie? „Er versuchte die Stelle aus dem Walpurgisnachtstraum des Goetheschen ‚Faust‘ zu komponieren: ‚Wolkenflug und Nebelflor / Erhellen sich von oben. / Luft im Laub und Wind im Rohr, / und alles ist zerstoben‘“, berichtet Felix Mendelssohns Schwester Fanny vom Scherzos aus dem Streichoktett ihres damals erst 16-jährigen Bruders. Das Oktett ist eines der erstaunlichsten Zeugnisse für Felix’ frühe Reife, das selbst die Werke von Mozart im vergleichbaren Alter überflügelt. Vom jüdisch-deutschen Komponisten Mendelssohn zu dessen Freund und Kollegen Robert Schumann: Dessen einziges Klavierquartett op. 44, auf Anregung von Franz Liszt in kaum drei Wochen geschrieben, ist das klingende Dokument einer glücklichen Zeit, „voll Kraft und Frische“, wie seine Frau Clara in ihrem Tagebuch schwärmte, „äußerst brillant und effectvoll“. Das gilt auch für Sergej Prokofjews „Ouvertüre über hebräische Themen“, die er in den USA für ehemalige Kommilitonen vom Petersburger Konservatorium schrieb. Sie gaben ihm ein „Heft mit hebräischen Themen. Als ich eines Abends darin blätterte, suchte ich einige angenehm klingende Melodien aus, begann am Klavier zu improvisieren und bemerkte plötzlich, daß sich ohne mein Zutun ganze Stücke zusammenfügten.“ Am nächsten Abend war das Stück fertig! Die Pianistin Elena Bashkirova und der Geiger Kolja Blacher sind die prominentesten Impulsgeber in einer wunderbaren, aus Stars und hochbegabten Jungen zusammengesetzten Interpretenschar.

Kat. V EUR 34,-- I Kat. IV EUR 49,-- I Kat. III EUR 66,– | Kat. II EUR 79,– | Kat. I EUR 93,–

16:00 UHR: Abfahrt Shuttlebus ab Wien Erdberg EUR 15,–
Konzert

Grenzwelten

MARLIS PETERSEN, SOPRAN
CAMILLO RADICKE, KLAVIER


Lieder von Carl Loewe, Johannes Brahms, Alexander Zemlinsky, Hans Pfitzner, Franz Schreier, Hans Sommer, Edvard Grieg u. a.

Nach Drüben zu schauen ins Reich der Naturgeister und Elementarwesen – wer von uns wagt es, wer vermag es? Die Sopranistin Marlis Petersen und der Pianist Camillo Radicke entführen uns mit diesem faszinierenden Liederreigen aus unserer streng rationalen, beengten Welt in Grenzwelten, in die Übergangsbereiche menschlicher Erfahrung. „Feen, Elfen, Sylphen, Trolle, Gnome, Kobolde, Nixen, Nymphen, Wasserlilien, Devas, Geister, Irrlichter, Wichtel: Kraftplätze sind ihre Heimat, und so manch ein Baumstamm, Wasserlauf, Felsen oder Blumenfeld ist ein Tor zu ihrer Welt“, erklären die beiden Künstler. „Die Dämmerung ist ihre bevorzugte Zeit, aber auch zu flirrender Mittagshitze lullen sie den Ruhenden mit magischen Träumen ein. Ihre Aufgabe ist die ätherische Gestaltung und der Schutz des Naturraumes, dem sie zugedacht sind. Sie sind zuständig für die Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer, und wenn sie uns Menschen begegnen und wir neugierig genug sind, sie kennenzulernen, erleben wir innige Naturverbundenheit, Sinnlichkeit, aber auch herrlichen Schabernack. Viele alte Völker wie die amerikanischen Ureinwohner, afrikanische und asiatische Stämme und auch die nordischen Kulturen leben noch heute mit diesen Wesenheiten, verehren sie und gestalten ihre Lebensrealität in gemeinsamer Absprache und Respekt füreinander. Wir lauschen ihnen von der frühen Romantik bis zur klassischen Moderne und hoffen, dass Sie es sich mit uns genussvoll erlauben, der Welt ein bisschen abhanden zu kommen!“

Kat. III 32,– | Kat. II EUR 40,– | Kat. I EUR 49,–

17:30 UHR: Abfahrt Shuttlebus ab Wien Erdberg EUR 15,–
Konzert

Reise durch Europa

KIRILL GERSTEIN, KLAVIER

Franz Liszt: Mephisto Polka S 217
Johannes Brahms: Variationen über ein ungarisches Lied op.21 Nr. 2
Béla Bartók: Klaviersonate Sz. 80 BB 88
Joseph Haydn: Fantasia C-Dur Hob.XVII:4
Franz Schubert: Wanderer-Fantasie op. 15 D 760 (arr. Liszt)
u.a.

Ein US-amerikanischer Pianist russisch-jüdischer Herkunft, der in Deutschland lebt und neben seiner Hauptberufung zur Klassik auch seine jugendliche Begeisterung für den Jazz nie vergessen hat: Als Kirill Gerstein 2010 mit dem renommierten Gilmore Artist Award ausgezeichnet wurde, hieß es in der Laudatio, seine „meisterhafte Technik, klangliche Differenziertheit und musikalische Neugier“ befähigten ihn, ein „Repertoire mehrerer Jahrhunderte und Stile“ zu erschließen, womit er sich als einer der „spannendsten und vielseitigsten Musiker der Gegenwart“ erweise. Damit ist er der ideale Interpret für dieses Programm, das sich gleichsam im Namen von Franz Schuberts groß angelegter „Wanderer-Fantasie“ auf Exkursionen begibt – durch aller Herren Länder ebenso wie durch verschiedene Genres und Gattungen, von der strengen Sonate bis zu freieren Formen wie dem Variationszyklus und der Fantasie. Keinerlei Passkontrollen mussten die musikalischen Themen über sich ergehen lassen, die Joseph Haydn erfand oder Johannes Brahms aufgriff; für den in allen Metropolen gefeierten Franz Liszt war das Klavier ohnehin eine Art Fortbewegungsmittel, das der Virtuose in seinen eigenen Worten so notwendig brauche „wie der Seemann seine Fregatte, wie der Araber sein Pferd“ – und Béla Bartók, der seinem Heimatland aus politischer Überzeugung den Rücken kehrte, als es sich dem „Räuber- und Mördersystem“ des Faschismus ergab, ging in die USA, wo er an der Entwurzelung litt ...

Kat. V 22,– | Kat. IV 35,– | Kat. III 48,– | Kat. II EUR 61,– | Kat. I EUR 75,–

17:30 UHR: Abfahrt Shuttlebus ab Wien Erdberg EUR 15,–
Oper

Orfeo und Euridice

(Oper halbszenisch)

ENRICO ONOFRI, DIRIGENT
HAYDN PHILHARMONIE


Joseph Haydn: „Orfeo ed Euridice - L’anima del filosofo”

Die letzte Schwelle, jene zwischen Leben und Tod: Können wir sie nur in einer Richtung überschreiten? Die griechische Sage von Orpheus, der mit seinem herzergreifenden Gesang buchstäblich die Steine erweichen konnte und damit auch vor den Göttern Gehör fand, seine verstorbene Geliebte Eurydike aus der Unterwelt zurückzuholen, bewegt die Menschheit seit Jahrtausenden. Schon 1600 entstand die erste Orpheus-Oper, in Monteverdis „Orfeo“ wird 1607 erstmals der tragische Schluss des Mythos auf die Bühne gebracht: Entgegen dem göttlichen Gebot dreht sich Orpheus beim Aufstieg nach Eurydike um und verliert sie dadurch endgültig. 1791 sollte Joseph Haydn für London eine neue Version des Stoffes komponieren, seine letzte und reifste Opernpartitur: mit wieder wesentlich mehr Protagonisten und entsprechend komplexerer Handlung als etwa bei Christoph Willibald Gluck. Doch zerschlug sich wegen des Konkurrenzverhältnisses zwischen den vom König und den vom Prince of Wales unterstützten Theatern eine Produktion. Erst 1951 dirigierte Erich Kleiber in Florenz die Uraufführung mit Maria Callas als Euridice. Bei HERBSTGOLD tritt nun Enrico Onofri mit der Haydn Philharmonie und einer handverlesenen Besetzung für das ausnehmend schöne, bewegende Werk ein, das mit virtuoser Stimmbehandlung, konzertierenden Blasinstrumenten, einer ausdrucksvoll hinzutretenden Harfe sowie packenden Schilderungen von Hölle und Meeressturm mit Posaunen einen besonderen Rang nicht nur in Haydns Opernschaffen einnimmt.

Kat. V EUR 34,-- I Kat. IV EUR 49,-- I Kat. III EUR 66,– | Kat. II EUR 79,– | Kat. I EUR 93,–

17:30 UHR: Abfahrt Shuttlebus ab Wien Erdberg EUR 15,–
Konzert

Ungarische Melodie

HANNELORE ELSNER, REZITATION
SEBASTIAN KNAUER, KLAVIER,IDEE UND KONZEPT
WOLFGANG KNAUER, TEXT


Franz Schuberts Reisen in das Sommerschloss des Grafen Esterházy

Noch nie war Franz Schubert so weit gereist wie im Sommer 1818, als er mit der Postkutsche nach Zseliz an der Gran fuhr, um im Schloss des musikbegeisterten Grafen Johann-Karl Esterházy (aus der Altsohler Linie der Familie) dessen Töchter im Klavierspiel zu unterrichten. Bislang vergeblich hatte er in Wien auf öffentliche Anerkennung als Komponist gehofft, um nicht mehr als Hilfslehrer bei seinem Vater arbeiten zu müssen. Gescheitert waren auch seine Bemühungen, eine lukrative Anstellung als Musiker zu finden, die ihm ermöglicht hätte, seine Jugendliebe Therese zu heiraten. Das Engagement in Zselíz empfand er deshalb wie eine Befreiung – auch wenn sie nur kurz währen sollte. Viele Jahre nach Schuberts Tod denkt Therese an jene Zeit zurück – ausgelöst durch die Nachricht, dass die Comtesse Caroline Esterhazy, in die sich Schubert bei seinem zweiten Aufenthalt in Zselíz verliebt haben soll, 1844 in Pressburg einen pensionierten Major geheiratet hat, die Ehe aber schon wenig später annulliert wurde. Auch Therese hat längst geheiratet, freilich nicht aus Liebe, sondern nur um versorgt zu sein. Glücklich ist sie nicht geworden – so wenig wie Caroline und ihr einstiger Geliebter Franz Schubert. Bühnen-, Film- und TV-Legende Hannelore Elsner und der Pianist Sebastian Knauer machen das Lieben, Sehnen und Wähnen junger Leute zur Zeit klarer Standesgrenzen deutlich und liefern mit dieser Seelenbespiegelung in Wort und Ton zugleich das Sittenbild einer vergangenen Epoche.

Kat. III 32,– | Kat. II EUR 40,– | Kat. I EUR 49,–

Abfahrt Shuttlebus ab Wien Erdberg EUR 15,–
Konzert

Von Österreich nach Ungarn

JOSHUA WEILERSTEIN, DIRIGENT
FRANCESCO PIEMONTESI, KLAVIER
CHAMBER ORCHESTRA OF EUROPE


Joseph Haydn: Klavierkonzert D-Dur Hob.XVIII:11
Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur S 125
Johannes Brahms: Ungarische Tänze

Niemals war der Volksmusik der Eintritt in die klassischen Musentempel verwehrt: Immer schon haben die großen Komponisten aller Herren Länder und Epochen den Liedern, Tänzen und Gesängen ihrer eigenen Heimat oder auch anderen Weltgegenden mit größter Aufmerksamkeit gelauscht und dieser urwüchsigen Musizierpraxis wunderbare Anleihen entnommen – ob nun versteckt oder offen, subtil oder unüberhörbar. Für Joseph Haydn etwa war es selbstverständlich, mit dem Material deutscher, kroatischer wie ungarischer Volkslieder in seinen Werken zu spielen oder sein Publikum mit Anklängen an die Tanzmusik des Balkans zu überraschen und ergötzen. So bildet auch sein großartiges Klavierkonzert Hob. XVIII:11 mit dem schmissigen Finale „alle zingharese“ einen populären Glanzpunkt des Repertoires. Ein Jahrhundert später hat Johannes Brahms seiner lebenslangen, stürmisch-unsterblichen Liaison mit den Klängen der Puszta nirgendwo sonst gründlicher und mitreißender freien Lauf gelassen als in den zwei Serien seiner „Ungarischen Tänze“, deren Melodien er teilweise schon als junger Mann durch den aus Ungarn stammenden Virtuosen Eduard Reményi kennengelernt hatte. Dazu noch Franz Liszts romantisch abgetöntes und zugleich triumphal virtuoses Klavierkonzert in A-Dur, das auf einer einzigen Keimzelle basiert: ein kulinarischer, von Jungstars geprägter Abend mit dem Schweizer Pianisten Francesco Piemontesi sowie dem einst von Claudio Abbado gegründeten Chamber Orchestra of Europe unter Joshua Weilerstein.

Kat. V EUR 34,-- I Kat. IV EUR 49,-- I Kat. III EUR 66,– | Kat. II EUR 79,– | Kat. I EUR 93,–

17:30 UHR: Abfahrt Shuttlebus ab Wien Erdberg EUR 15,–
Konzert

Haydn Marathon

Herbstgold Balkan & Roma Musik Festivalabend Eisenstadt im Schloss Esterházy

ACCADEMIA FILARMONICA

Beim "Haydn Marathon" wird das ganze Schloss Esterházy von Künstlern belebt und Musik erklingt in unterschiedlichen Räumlichkeiten.

Haydn-Marathon – das bedeutet fünf Stunden lang Haydn live auf allen Kanälen, sprich: in sämtlichen geeigneten Sälen des Schlosses Esterházy! Ouvertüre, Solokonzert, Pause, Symphonie: Jahrhunderte hindurch haben Programmschemata wie dieses unsere Wahrnehmung von klassischer Musik entscheidend mitgeprägt. Was aber passiert, wenn solche althergebrachten und zweifellos bewährten, dabei jedoch bis heute allzu selten in Frage gestellten Formate aufgebrochen werden? Wenn die Darbietungen (gemeinsam mit den Pausen zum Nachlauschen und Regenerieren, versteht sich) etwa in Form eines „Marathons“ sich multiplizieren und neu gliedern, zum Beispiel auch mit selbst wählbaren Wegen durch verschiedene Säle des Schlosses Esterházy, das damit seine Pforten in spezieller Manier öffnet? Wie wirkt die Musik dann auf uns, wie reagieren wir auf sie? Und wollen wir auch in der einen oder anderen Weise selbst ins musikalische Geschehen eingreifen, wo das erwünscht ist? Dieser Haydn-Marathon sprengt auf schon bewährte und doch immer wieder neue Weise die Ketten herkömmlicher Konzertumstände: Die besten Studierenden der renommierten Musikhochschule Bremen kommen nach Eisenstadt, perfektionieren hier in einer Art Ferienkurs auf ihren historischen Instrumenten eine Fülle von Werken Joseph Haydns von der Kammermusik bis zur Symphonie und bieten diese dann dem neugierigen Publikum dar – speziell ersonnene Mitmachmöglichkeiten inklusive. Eine musikalische Entdeckungsreise der multiplen, besonderen Art.

Erwachsene: EUR 44,- | Jugendliche (12-26 Jahre): EUR 22,- | Kinder (4-11 Jahre): EUR 11,-

15:30 UHR: Abfahrt Shuttlebus ab Wien Erdberg EUR 15,–
Konzert

Serenata Hungarica

THOMAS WIMMER, LEITUNG
ACCENTUS AUSTRIA


Instrumentalmusik aus dem Manuskript der Anna Szirmay-Keczer (1695)
Johann Joseph Fux: Partita K329
Johann Heinrich Schmelzer: Lamento sopra la morte Ferdinandi III a tre
u. a.

Das Ensemble Accentus Austria öffnet eine musikalische Schatztruhe ganz besonderen Zuschnitts und bringt den faszinierenden Schmelztiegel der Kulturen und Stile zum Klingen, den das Ungarn des 17. Jahrhunderts darstellte. „Mitten zwischen Ost und West“, erklärt der Ensemblegründer und –leiter Thomas Wimmer, „lange Zeit den verschiedensten Kriegswirren ausgesetzt, einmal Aufmarschgebiet und Außenposten des christlichen Kaiserreichs, das andere Mal mit aller Härte verteidigtes Grenzgebiet der muslimischen Osmanen, wurde dem durch geschickte Heiratspolitik ‚erworbenen‘ Königreich von beiden Seiten erfolgreich die Entwicklung einer eigenständigen Musiktradition versagt. (West-)Europäische Musik taucht fast gleichzeitig neben türkischer auf. Eine selbständige Kunstmusik oder zumindest eine vitale Szene konnte sich unter diesen Umständen freilich nicht bilden. Dafür entstanden gerade in der traditionellen Populärmusik völlig neuartige Stile, von monodischen Balladen bis zu feuriger Tanzmusik, die die Fantasie der Menschen in der Donaumetropole bis in die Zeit der Operette beflügelte. Wenn die ungarisch-türkische ‚Band‘ spielt, erklingt ein Feuerwerk aus Liedern und Instrumentalmusik, die dem Zuhörer eine Gänsehaut verleihen oder seine Füße unruhig werden lassen, als wäre die Puszta in den Konzertsaal geholt.“ Zusammen mit namhaften Wiener Impulsgebern wie Johann Joseph Fux oder Johann Heinrich Schmelzer ergibt das eine großartige, verblüffende Mischung von ganz eigenem Reiz.

Kat. III 32,– | Kat. II EUR 40,– | Kat. I EUR 49,–

09:00 UHR: Abfahrt Shuttlebus ab Wien Erdberg EUR 15,–
Konzert

Haydns Harmonie

HAYDN PHILHARMONIE
FABIO BONDI, DIRIGENT UND VIOLINE


Georg Philipp Telemann: Les Nations
Joseph Haydn: Violinkonzert G-Dur Hob. VIIa/4
Joseph Haydn: Messe Nr. 14 B - Dur Hob: XXII:14 „Harmoniemesse“

Widersprüche, Gegensätze, Scheidelinien – aber auch Brücken, offene Türen, ausgestreckte Hände: Was könnte man sich bei HERBSTGOLD 2019 zuletzt dringender wünschen und was wäre wichtiger als Harmonie? Jene Harmonie, die die Musik vielleicht so gut vermitteln kann wie keine andere Kunst? Joseph Haydns letzte große Messe soll also den würdigen Schlusspunkt bilden – wobei deren wohlklingender Beiname „Harmoniemesse“ sich eher von einem pragmatischen Grund herleiten dürfte: Hier verwendet Haydn nämlich die größte Bläserbesetzung unter allen seinen Werken dieser Gattung, und „Harmonie“ war ein Synonym für Blasinstrumente. Die Vielzahl der Stimmen und ihr selbstverständlich harmonisches, farbreiches Zusammenwirken lässt sich allerdings auf höherer Ebene erneut als Symbol eines einträchtigen Miteinanders begreifen – ein Miteinander, wie es auch die Zusammenarbeit von Fabio Biondi und der Haydn Philharmonie kennzeichnet. Dazu passt perfekt, dass der italienische Dirigent und Geiger auch als Solist mit einem jener Violinkonzerte auftritt, die Haydn einst für einen Landsmann und Kollegen Biondis komponiert hat, den Esterházy’schen Konzertmeister Luigi Tomasini nämlich. Ein solches Miteinander hat freilich schon Georg Philip Telemann in seiner abwechslungsreichen Orchestersuite „Les Nations“ für die europäisch-politische Ebene beschworen: Da geben sich nach einem Auftakt im französischen Stil auch Türken, Schweizer, Russen und Portugiesen die Ehre – musikalisch zusammenrückende Völker.

Kat. V EUR 34,– | Kat. IV EUR 49,– | Kat. III EUR 66,– | Kat. II EUR 79,– | Kat. I EUR 93,–

16:00 UHR: Abfahrt Shuttlebus ab Wien Erdberg EUR 15,–
Ereignisse / Oper Volksoper Wien Wien, Währingerstraße 78
Ereignisse / Konzert Wiener Konzerthaus Wien, Lothringerstraße 20
Ereignisse / Festival classic.Esterhazy Eisenstadt Eisenstadt, Esterházyplatz 5
Ereignisse / Festival Wiener Festwochen Wien, Lehárgasse 11/1/6
Ereignisse / Festival ImpulsTanz Wien Wien, Museumstraße 5/21
Ereignisse / Festival Wiener Kabarett Festival Wien, Lichtenfelsgasse 2
Ereignisse / Konzert Bolschoi Don Kosaken Strasshof, Flugfeldstraße 9
Ereignisse / Konzert Universität für Musik & darst. Kunst Wien Wien, Anton-von-Webern-Platz 1
Ereignisse / Festival Jazz Fest Wien Wien, Lammgasse 12/8
Ereignisse / Theater Brut Wien Wien, Karlsplatz 5
Ereignisse / Festival Internationales Kulturfestival Esperantella Wien, Künstlergasse 11
Ereignisse / Tanz Pasional Tango Club Vienna wien, Gärtnergasse 15
Ereignisse / Kulturveranstaltung ImPulsTanz Vienna International Dance Festival Wien, Museumstr. 5/21
Ereignisse / Symposium Initiative-Schwendermarkt Wien, Schwendermarkt 1