KUNST HAUS WIEN / MUSEUM HUNDERTWASSER

Schon von weitem fällt das KUNST HAUS WIEN durch seine innovative und künstlerische Gestaltung auf. Es ist das einzige von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Gebäude in Wien, das an 365 Tagen im Jahr für BesucherInnen geöffnet ist.

Das Museum und Ausstellungshaus, von Hundertwasser gegründet und KUNST HAUS WIEN benannt, zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Mit hochkarätigen internationalen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst mit Fokus auf das Medium Fotografie hat es sich als Fixpunkt innerhalb der Wiener Kulturszene etabliert.

Für BesucherInnen aus aller Welt steht das im KUNST HAUS WIEN verankerte Museum Hundertwasser als größte permanente Präsentation der Werke des österreichischen Künstlers und Visionärs im Mittelpunkt. Die Dauerausstellung bietet einen einzigartigen Querschnitt durch Hundertwassers Schaffen und wird von Jung und Alt gleichermaßen als einzigartiges Besuchserlebnis geschätzt, das vielfach im begrünten Garten seinen Ausklang findet.

Mit der Präsentation von KünsterInnen, die Hundertwassers Ideen zu Ökologie und Nachhaltigkeit aufgreifen und aus heutiger Sicht transdisziplinär reflektieren, ist das KUNST HAUS WIEN zudem als erstes „grünes Museum“ Plattform für global diskutierte Themen von höchster Aktualität.

(Foto: Kunsthaus Wien, © Thomas Meyer)

AKTUELLE TERMINE

OLIVER RESSLER

HOW TO OCCUPY A SHIPWRECK

Oliver Ressler ist Künstler, Aktivist und Filmemacher. Mit Installationen, Arbeiten im Außenraum und Filmen bearbeitet er Themen wie Ökonomie, Demokratie, Klimawandel, Widerstandsformen und gesellschaftliche Alternativen. Seine Arbeiten basieren auf ausführlichen Recherchen, die Realisierung seiner Arbeiten ist aufwendig.

In der Garage des KUNST HAUS WIEN werden vier Filme aus der Serie Everything's coming together while everything's falling apart (Während alles auseinander fällt kommt alles zusammen) gezeigt, die der Künstler seit 2015 erweitert und bearbeitet. Mit ihr dokumentiert Ressler Schlüsselmomente der Klimabewegung, allen voran deren Kämpfe gegen den Einsatz und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Ressler sucht Orte des Widerstandes auf, wie beispielsweise eine Gegend in der Nähe von Nantes in Frankreich: Hier erwuchs 2012 aus dem Widerstand gegen den Bau eines neuen Flughafens ein Gebiet – die ZAD („zone à défendre“, zu verteidigende Zone) –, das die Polizei seither nicht mehr betritt. Weitere Schauplätze der Filme sind die Demonstrationen rund um die 21. UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015, die Blockaden eines Braunkohletagebaus in der Lausitz in Deutschland 2016 und die Besetzung von Europas zweitgrößtem Kohlehafen in Amsterdam im Juni 2017. Oliver Ressler fokussiert auf Massenaktionen des zivilen Ungehorsams und auf die Beweggründe und Taktiken der ProtagonistInnen.

Oliver Ressler (*1970 Knittelfeld) hat 1989–1995 an der Universität für angewandte Kunst Wien, studiert. Er lebt und arbeitet in Wien.

Kuratorin: Verena Kaspar-Eisert

Termine:

Mi, 24.1.2018, 19:00 | Eröffnung |
Do, 25.1.2018 - Mo, 2.4.2018 |

ELINA BROTHERUS

IT’S NOT ME, IT’S A PHOTOGRAPH

„In meinem Verständnis von Elina Brotherus’ 20-jährigem künstlerischen Schaffen steht weder das Autobiographische noch das Anekdotische im Vordergrund. Ihre Bilder sind für die Betrachter reine Projektionsflächen, die ohne Hintergrundgeschichten, deskriptive Titel oder Zusatzinformationen zur Verfügung stehen. Sie ermöglichen Prozesse der Identifizierung, Introspektion und Projektion, Voyeurismus oder Fetischismus. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, ihre Bilder und die Betrachter miteinander in Verbindung zu bringen“, schreibt die US-amerikanische Kunsthistorikerin und Autorin Abigail Solomon-Godeau im neuesten Katalog von Elina Brotherus anlässlich ihrer Ausstellung Règle du jeu im Pariser Centre Pompidou 2017.

Eine umfassende Mid-Career Show im KUNST HAUS WIEN stellt Elina Brotherus’ wichtigste Werkserien vor und präsentiert die in ihrer konsequenten Selbstbetrachtung oftmals an Cindy Sherman erinnernde finnische Fotografin, deren Bildsprache von Sensibilität, formaler Meisterhaftigkeit und ausgeführtem Perfektionismus geprägt ist. Neben Auszügen aus Brotherus’ jüngsten Arbeiten ist ein noch unveröffentlichter Werkkomplex zu sehen, den die Künstlerin auf Einladung des KUNST HAUS WIEN im Januar 2018 in Wien entwickeln wird. Elina Brotherus setzt sich dabei mit Werken von VALIE EXPORT, Erwin Wurm und anderen österreichischen KünstlerInnen auseinander und zieht diese Referenzen für neue fotografische und filmische Werke heran.
Die 1972 in Helsinki geborene, in Frankreich und Finnland lebende Fotokünstlerin Elina Brotherus zählt aktuell zu den erfolgreichsten VertreterInnen ihrer Generation. International machte sie mit Fotoarbeiten und Filmen, immer als Serie konzipiert, auf sich aufmerksam, in denen sie sich selbst zeigt, in der Rolle der Fotografin oder auch in der Rolle des Modells. Selbstdarstellungen, mit subtilen Referenzen an die Kunstgeschichte oder mit autobiografischen Komponenten versetzt, sowie die Auseinandersetzung mit Landschaft und Landschaftsdarstellung sind seit 1997 charakteristisch für ihr weitläufiges Werk. Mit ihrer jüngsten Serie Règle du jeu beschreitet die Künstlerin neue Wege: In einer Mischung aus Appropriation Art und Re-Enactment nähert sie sich dem Fluxus als Kunstform, bei der schöpferische Idee und die Einheit von Kunst und Leben im Vordergrund stehen.

„Ich bin eine Künstlerin, was mir im Gegensatz zu „richtigen Erwachsenen“ erlaubt, verrückte Sachen zu tun. Je älter ich werde, desto mehr neige ich dem Spiel zu. Die Dinge, die mich im Moment am meisten interessieren, passieren mit einer gewissen Leichtigkeit und mit Humor, obwohl meine Arbeit ebenso eine ernste Seite hat. Die grundlegende Vorrausetzung für ein solches Spiel ist: Bestimme die verrückten Regeln selbst und lasse Dich dann einfach auf sie ein.“ Elina Brotherus, 2016

Kuratorinnen: Verena Kaspar-Eisert, Bettina Leidl

www.elinabrotherus.com

Termine:

Mi, 14.3.2018, 19:00 |
Do, 15.3.2018 - So, 2.9.2018 |

JOCHEN LEMPERT

Jochen Lempert (geb. 1958, lebt in Hamburg) legt seit den frühen 1990er Jahren ein stetig wachsendes Oeuvre an Natur- und Tierfotografien vor, das er in Ausstellungen und Büchern immer wieder reorganisiert und erweitert. Seine Bilder erzählen von den Erscheinungsformen lebender Systeme aus naturwissenschaftlicher Sicht, von ihren Ordnungen und ihrer Autopoiesis-Phänomene, die der Biologe Lempert kennt, durchdrungen hat, überall sieht und fotografisch aufzeichnet.
Seine an der Schwelle zur Wissenschaftsfotografie operierenden Fotografien von menschlichen, tierischen, pflanzlichen und mikroorganischen Lebensformen entfalten zugleich eine poetische Tiefe, die seinem Selbstverständnis als bildender Künstler geschuldet ist. Somit erzählt das Werk zugleich von einer großen Unabhängigkeit: Es ist zwar einer Art des "forschenden Sehens" geschuldet, ohne aber, dass es zwingend einer höheren Ordnung unterworfen werden muss, mit der sich "Ergebnisse" abbilden. Die Freude daran – oder das Wissen, dass dies möglich ist –, unterschiedliche Kontexte der Wahrnehmung zu öffnen, ist einfach zu groß.

Für die Ausstellung im KUNST HAUS WIEN wird Jochen Lempert Vitrinen bespielen. Als Instrument der Wissensvermittlung hinterfragt er mit diesem spezifischen Display in unterschiedlichen Kapiteln spezifische Vorstellungen von Natur und Natur im Zusammenspiel mit Architektur.
Eine Übernahme der Ausstellung durch die Photographic Union in Zagreb (Kurator: Sandra Kricic-Roban) ist in Planung.

Kuratorin: Maren Lübbke-Tidow

Termine:

Mi, 11.4.2018, 19:00 | Eröffnung |
Do, 12.4.2018 - So, 10.6.2018 |

VISIONS OF NATURE

Das Verhältnis des Menschen zur Natur unterliegt einem permanenten Wandel. Nie vor unserer Zeit hatten jedoch die Veränderungen durch menschliches Einwirken auf die Natur so weitreichende Auswirkungen wie heute. Anhand von 25 Positionen internationaler und österreichischer Künstlerinnen und Künstler im Medium Fotografie und Video geht die Ausstellung der Frage nach, wie unsere Beziehung zur Natur aus künstlerischer Sicht gegenwärtig reflektiert wird. Sie thematisieren Natur und die Möglichkeiten der Abbildung und Repräsentation derselben vor dem Hintergrund des Anthropozän, der vom Menschen geprägten Epoche der Erdgeschichte.

Alle Arbeiten siedeln sich im Spannungsfeld zwischen Natur als Sehnsuchtsort sowie Natur als Ressource an und sind in einer Gegenüberstellung von gefährdetem Öko-System und alles überdauernder Naturgewalt verankert. Sie zeigen, dass die fotografische Abbildung von Natur und Landschaft als Konstrukt schon unsere Vorstellung von Natur prägt und veranschaulichen Szenarien der Annäherung und Abgrenzung zwischen Mensch und Natur. Die Bandbreite der vorgestellten Arbeiten – sie reichen von Darren Almond bis Anna Reivilä – macht zudem die Wandelbarkeit unserer Beziehung zur Natur deutlich. Natur ist kein von kulturellen Kontexten unabhängiger Ort: Natur und Kultur sind untrennbar miteinander verbunden.

Mit Arbeiten von Darren Almond, Rodrigo Braga, Vanja Bucan, Jennifer Colten, Andreas Duscha, Tomas Eller, Michael Goldgruber, Andreas Gursky, Ilkka Halso, Roni Horn, Michael Höpfner, Axel Hütte, Adam Jeppesen, Jaakko Kahilaniemi, Mathias Kessler, Claudia Märzendorfer, Ola Lanko, Myoung Ho Lee, Ralo Mayer, Simone Nieweg, Charly Nijensohn, Donna Ong, Anna Reivilä, Bruno V. Roels, Michael John Whelan

Kuratiert von Verena Kaspar-Eisert

Dauer:

Mi, 13.9.2017 - So, 18.2.2018, 00:00 |

MUSEUM HUNDERTWASSER

Dauerausstellung

Das Museum Hundertwasser befindet sich im KUNST HAUS WIEN. Es wurde von Friedensreich Hundertwasser, einem der wichtigsten österreichischen Künstler des 20. Jahrhunderts, als Teil des KUNST HAUS WIEN gegründet. Das einzigartige Museum und Ausstellungshaus, unweit des Hundertwasserhauses, folgt den philosophischen und gestalterischen Grundsätzen des berühmten Ausnahmekünstlers.

Auf mehreren Ausstellungsebenen vereint das Museum Hundertwasser die wichtigsten Aspekte seines Schaffens und zeigt die weltweit größte Sammlung seines Oeuvres. Biografisch geordnet sind Schlüsselwerke seiner Malerei, Originalgraphiken, Tapisserien, Briefmarken, Fahnen, Architekturmodelle und Zeugnisse seines ökologischen Engagements zu sehen. Seltene Fotodokumente und Filme, etwa über die Geschichte seines Schiffes „Regentag“, runden den Museumsbesuch zu einem umfassenden Eindruck über Leben und Werk des Künstlers ab. Dem/der BesucherIn eröffnet sich in Wiens erstem „grünem Museum“ auch das visionäre ökologische Engagement von Friedensreich Hundertwasser – er experimentierte mit begrünten Dächern und setzte Bäume in die Fassaden.

KONTAKT

KUNST HAUS WIEN - Hundertwassermuseum

Untere Weißgerberstraße 13
A 1030 Wien

Telefon: +43-1-712 04 91
E-Mail: info@kunsthauswien.com

Öffnungszeiten:
täglich 10:00-18:00