SONDERAUSSTELLUNGEN
Triumph der blauen Schwerter
Meissener Porzellan® für Adel und Bürgertum 1710 bis 1815
Sa, 8.5.2010 - So, 29.8.2010
Die Ausstellung konzentriert sich auf die für die Manufaktur so ereignisreichen ersten 100 Jahre. Zwischen 1710 und 1815 entwickelte MEISSEN® das ganze Spektrum der Möglichkeiten der Porzellanherstellung und feierte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts seine größten Triumphe. Das Meissener Porzellan® verkörperte die europäische Porzellankunst schlechthin, trotzte lange dem Konkurrenzkampf zwischen den neu entstandenen Manufakturen, um sich schließlich nach den Krisen des Siebenjährigen Krieges und der Napoleonischen Kriege erneut erfolgreich zu behaupten.
Im Gegensatz zu früheren Ausstellungen zieht »Triumph der blauen Schwerter« Krise und Neubeginn bewusst in das Konzept mit ein. Die Ausstellung endet mit dem Jahr 1815: Damals begann in MEISSEN® nicht nur ein künstlerischer und wirtschaftlicher Erneuerungsprozess, es tat sich auch eine neue Absatzmöglichkeit auf, die Produktion und Selbstverständnis der Manufaktur von jetzt an maßgeblich prägte: die Wiederauflage der alten, gefeierten Modelle des Meissener Porzellans®. Das Geschäft mit dem eigenen Mythos beginnt.
»Triumph der blauen Schwerter« gibt einen groß angelegten Überblick über die künstlerische wie technische Entwicklung des Meissener Porzellans® und öffnet gleichzeitig durch sozialund wirtschaftshistorische Fragestellungen einen neuen Blick auf das »Weiße Gold« aus Sachsen. Mit rund 800 herausragenden Exponaten aus über 80 Museen und Privatsammlungen ist die Ausstellung eine der größten Sonderausstellungen zur Meissener Porzellankunst, die jemals gezeigt wurde. Doch nicht nur Qualität und Umfang, sondern auch der Ausstellungsort machen die Schau zu einem Ereignis: Nach fast 300 Jahren wird 2010 erstmals wieder Meissener Porzellan® in dem Schloss zu sehen sein, das August der Starke einst ausschließlich der Präsentation der königlichen Porzellanschätze aus China, Japan und Meißen gewidmet hatte, im Japanischen Palais. Ganz im Sinne seines Schöpfers wird sich das Palais einen Sommer lang wieder in ein Porzellanschloss zurückverwandeln.
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog, 465 Seiten,
Verkaufspreis 39,90 Euro in der Ausstellung
49,90 Euro im Buchhandel
Öffnungszeiten:
täglich, 10 bis 18 Uhr, donnerstags 10 bis 21 Uhr
Eintrittspreis:
6,00 EURO, ermäßigt: 3,00 EURO
Gruppe, ab 10 Personen: 4,00 EURO pro Person
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre freier Eintritt
Abb.: Radschlagender Pfau, 1734, Foto: Herbert Jäger, Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Ort:
Japanisches Palais, Palaisplatz 11, 01097 Dresden
Zukunft seit 1560. Die Ausstellung
So, 18.4.2010 - So, 7.11.2010
Im Jahr 2010 feiern die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Tradition und Zukunft ihrer 450-jährigen Sammeltätigkeit in einer großen Jubiläumsausstellung. Historische Quellen belegen die Gründung der fürstlichen Kunstkammer im Dachgeschoss des Residenzschlosses durch Kurfürst August im Jahre 1560. Damit hatte er die Grundlage für eine der ältesten und bedeutendsten Sammlungen in Europa geschaffen. Die daraus hervorgegangenen verschiedenen Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bezeugen die vielfältigen Interessengebiete und weitreichenden Visionen der sächsischen Herrscher. Bis heute sehen sich die Sammlungen verpflichtet, Traditionen zu bewahren, Visionen zu entwickeln und die Zukunft mitzugestalten.
Die frühe Kunstkammer vereinte handwerkliche sowie naturwissenschaftliche Objekte mit Werken der Bildenden Kunst. Dieses breite Spektrum spiegeln die Exponate der Jubiläumsausstellung wieder. Sie umfassen Gemälde, Skulpturen, Grafiken, historische Waffen und Rüstungen, Kostüme, Medaillen, Porzellane, wissenschaftliche Instrumente und Werkzeuge sowie Preziosen aus den eigenen Beständen. Andere Dresdener Sammlungen, etwa die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek, die Staatlichen Naturhistorischen Sammlungen oder die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen, die ehemals Teil der fürstlich-königlichen Sammlungen waren, steuern wichtige Ausstellungsstücke bei. Ergänzt werden sie durch herausragende deutsche und internationale Leihgaben, welche die guten Beziehungen Dresdens zu anderen Höfen und Ländern vom 16. Jahrhundert bis heute belegen und die seit langem – teilweise seit Jahrhunderten – nicht mehr in Dresden zu sehen waren.
Die ersten nachweisbaren Sammlungsräume der Kunstkammer befanden sich im Residenzschloss des Dresdener Hofes. Darauf nimmt die Ausstellung im zweiten und dritten Obergeschoss des Schlosses auch räumlich Bezug, selbst wenn von der einstigen Ausstattung dieser Räume nichts mehr erhalten ist. Der Fokus liegt nicht auf einer chronologischen Präsentation, vielmehr sind ungewohnte Gegenüberstellungen, neue Betrachtungsweisen und Assoziationen zwischen den verschiedenen Zeitebenen intendiert. Die fünf Themenschwerpunkte Schöpfung – Verlangen – Wissbegierde – Konfrontation – Ausstrahlung benennen zentrale Phänomene und Impulse des Umgangs mit den Werken und leiten durch die Ausstellung.
Das Sammeln wird als Form der Weltaneignung und Repräsentation anschaulich gemacht. In der Frühen Neuzeit bedeutete es den Versuch, das Universum zu begreifen. Der Mikrokosmos einer Sammlung bildete die Vielfalt der Schöpfung ab und der fürstliche Besitzer sah sich darin selbst als Teil des göttlichen Heilsplans. Mit der Entstehung der modernen Wissenschaften seit dem späten 18. Jahrhundert rückte das Erfassen und Systematisieren der Bestände in den Mittelpunkt. Vom groß angelegten, kürzlich initiierten Inventarisierungsprojekt „Daphne“, das die vollständige Erfassung aller Objekte der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zum Ziel hat, werden in der Ausstellung erste Ergebnisse vorgestellt.
Auch die Ereignisse der jüngeren deutschen Geschichte und ihre Auswirkungen auf das Museum werden in der Ausstellung thematisiert. Von den Werken, die während der Zeit des Nationalsozialismus in der Aktion „Entartete Kunst“ aus den Sammlungen entfernt wurden, kommen herausragende Beispiele für die Ausstellungsdauer wieder nach Dresden. Einfluss und Bedeutung von Hans Posse, Galeriedirektor von 1910 bis 1942, als engagierter Sammler zeitgenössischer Kunst einerseits und Hitlers Beauftragter für das „Führermuseum Linz“ andererseits, werden erstmals beleuchtet. Die DDR-Zeit, gekennzeichnet als Balanceakt zwischen Anpassung und Selbstbehauptung, war nicht zuletzt geprägt von engagierten Museumsdirektoren, die trotz zeitweiser restriktiver Kulturpolitik Spielräume ausloteten.
Die Jubiläumsausstellung rollt die Geschichte des Sammelns und den Wandel der Kunstkammer zum bürgerlichen Museum, dem „Heiligthume der Kunst“, auf. Sie zeigt, wie mit dem Entstehen des modernen Tourismus der Ruhm der Dresdener Sammlungen stetig steigt und die Berichterstattung sich neue Medien erschließt – von frühen Beschreibungen in Büchern über die ersten Fotografien im 19. Jahrhundert bis zum modernen Film und medialen Visualisierungsformen der Gegenwart. Sie spannt einen großen Bogen über verschiedene Jahrhunderte, Exponate aller Art und große Entwicklungsschritte im Sammeln und Präsentieren selbst. So manifestiert sich im Rückblick auf 450 Jahre Geschichte, die, wie die Ausstellung zeigt, dynamisch, ideenreich und visionär gewesen ist, auch immer Zukunft - Zukunft seit 1560.
Öffnungszeiten:
täglich 10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen
Eintrittspreis:
10,00 Euro, ermäßigt: 7,50 Euro
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre: frei
Gruppen ab 10 Personen, pro Person: 9,00 Euro
Der Eintritt ist auch gültig für das Neue Grüne Gewölbe sowie die laufende Sonderausstellungen des Kupferstich-Kabinetts. Ausgenommen ist das Historische Grüne Gewölbe.
Ort:
Residenzschloss Dresden, 2. OG
Eingang: über Kleinen Schlosshof oder Sophienstraße
Schätze aus Sachsens Erde
Münzfunde von der Antike bis zum 19. Jahrhundert
Do, 1.4.2010 - Mo, 1.11.2010
Sachsen ist ein an Schatzfunden reiches Land. Zehn der wichtigsten und schönsten Schatzfunde werden in der Ausstellung gezeigt - von den römischen Denaren aus Schwepnitz aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert bis zu den um 1847 versteckten Goldmünzen aus dem Keller eines Geschäftshauses am Dresdner Altmarkt. Die in verschiedenen Epochen verborgenen Münzfunde markieren Entwicklungsstufen der meißnischen und sächsischen Geldgeschichte: im Mittelalter die Perioden des Fernhandelsdenars, des regionalen Pfennigs und des Groschens, in der Neuzeit die Talerperiode.
Das »verborgene Geld« macht die wachsende Bedeutung des Geldverkehrs sichtbar. Es reflektiert einerseits die sprudelnden Einnahmen aus dem Silberbergbau und Zeiten wirtschaftlicher Blüte, andererseits aber auch Kriegs- und Krisenzeiten, in denen es üblich war, die persönliche Habe vor Plünderung oder Zwangsabgabe in Sicherheit zu bringen. Die Statistik belegt die dramatische Zunahme von Schatzverbergungen in Kriegszeiten.
Doch über die Hintergründe der Verbergung kann meist nur spekuliert werden. Warum wurde das Vermögen versteckt? Wem gehörte es? Weshalb wurde es nicht wieder gehoben? Höchst kurios ist beispielsweise der Fund von neunundzwanzig Goldmünzen und zwei Goldmedaillen in der Latrine des Juridicums der Leipziger Universität. Handelte es sich vielleicht um die Einkünfte eines betuchten Kaufmanns der Leipziger Messe, die als Diebesgut zur »heißen Ware« wurden und in die Latrine wanderten? Wie auch immer: Der Leipziger Goldfund ist der glanzvolle Höhepunkt der Ausstellung.
Der Besucher hat die Möglichkeit, mittels einer virtuellen Schatzkarte Auskünfte über alle bislang auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen geborgenen Schatzfunde einzuholen.
Öffnungszeiten:
täglich, 10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen
Eintrittspreis:
normal: 3,00 Euro, ermäßigt: 2,00 Euro
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre: frei
Gruppen ab 10 Personen pro Person: 2,50 Euro
Ort:
Residenzschloss Dresden, Hausmannsturm
Die Türckische Cammer
Die Sammlung orientalischer Kunst in der kurfürstlich-sächsischen Rüstkammer im Residenzschloss Dresden
Sie ist alles andere als eine kleine Kammer, sondern vielmehr eine der prachtvollsten Sammlungen ihrer Art. Zugleich aber ist die Eröffnung der Türckischen Cammer der erste Schritt der Rückkehr der Rüstkammer ins Dresdner Residenzschloss. Damit ist die Türckische Cammer kein neues Museum im Gefüge der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, sondern vielmehr ein bisher nicht adäquat gezeigter Teil einer historischen Sammlung. Die neue Dauerausstellung präsentiert auf 750m² im zweiten Obergeschoss circa 600 orientalische und orientalisierende Objekte. Damit öffnet sich die Sammlung für einen intensiven Blick auf exquisite Kunstwerke und zeigt mit einem großen historischen Bestand wie weltoffene Kulturen in der Renaissance und im Barock aufeinander zugegangen sind, sich aneinander gerieben haben und voneinander fasziniert waren.
Über mehrere Jahrhunderte hatten die sächsischen Herrscher durch diplomatische Geschenke und Beutestücke unterschied-licher Schlachten gegen die Osmanen, aber auch durch gezielte Ankäufe eine Sammlung exotischer Kunststücke zusammengetragen, die heute in Deutschland ihres Gleichen sucht und einen besonders prunkvollen Teil der osmanischen Geschichte den Besuchern näherbringt. Sie bringt aber auch das zunehmende Interesse des sächsischen Hofes an einem kulturellen Verständnis der anderen Lebensart und an der Kunst des Orients zum Ausdruck. Denn ein Teil der Stücke entstand unter osmanischem Einfluss in bedeutenden europäischen Werkstätten.
Die Präsentation, konzipiert vom Oberkonservator der Rüstkammer Holger Schuckelt und gestaltet durch das Architekturbüro Peter Kulka Architektur Dresden GmbH, ist eine authentische Neuerfindung, die es in dieser Form bisher nicht gab. Hauptattraktionen sind die prächtigen Teile osmanischer Staatszelte sowie die umfangreichen osmanischen Prunkreit-zeuge auf eigens für diesen Zweck geschnitzten, lebensgroßen Araberhengsten. Umgeben von Panzerhemden, Helmen, Fahnen, Waffen und Gewändern ermöglichen es diese textilen Kostbarkeiten, die von der osmanischen Kunst und Kultur ausgehende Faszination der sächsischen Kurfürsten nachzuvollziehen.
Die Dresdner Sammlung osmanischer und orientalisierender Kunst gehört zu den umfangreichsten der Bundesrepublik Deutschland. Allein das größte Objekt, ein 20 m langes, 8 m breites und 6 m hohes osmanisches Staatszelt mit prächtigen Applikationen aus Seide und vergoldetem Leder, wurde aufwändig für mehr als 3,6 Millionen Euro restauriert. Bereits seit Anfang der 1990er Jahre arbeiteten die Restauratoren der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und viele freie Mitarbeiter auf höchstem Niveau an der Instandsetzung und Ausbesserung der Objekte.
Geschichte: Mit der Eröffnung der großen musealen Präsentation im Residenzschloss im März 2010 sind die Schätze in dieser Fülle erstmals wieder seit 70 Jahren öffentlich zu sehen. Bis 1942 wurde ein kleiner Teil der Objekte in anderer Form im Dresdner Johanneum ausgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten die meisten Objekte in die UdSSR und kamen mit der Rückführung der Bestände der Rüstkammer 1958 aus Leningrad nach Dresden zurück. Seit 1959 war eine kleine Auswahl der Türkischen Cammer in die Dauerausstellung der Rüstkammer, in der Osthalle des Semperbaus am Zwinger, integriert.
Ausstellungsarchitektur: Als Teil des Wiederaufbaus des Residenzschlosses entstand aufgrund der Ausstellungs-konzeption der Rüstkammer in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Peter Kulka Architektur Dresden GmbH eine völlig neu gestaltete Raumpräsentation. Zum Schutz der Textilien (Zelte, Fahnen, Kostüme, Schabracken und Sättel) wird dabei das Licht stark reduziert und die gesamte Ausstellung in eine nächtliche Atmosphäre getaucht. Vor den dunkelblau gestrichenen Wänden werden die prachtvollen Objekte mit spezieller Beleuchtung inszeniert. Einzelne Ausstellungsstücke werden gezielt hervorgehoben. So wird der Wechsel von Bereichen mit funkelnden Edelsteinen und Gold in glänzendem Licht und geheimnisvoll abgedunkelten Bereichen ein spannungsgeladenes Bild erzeugen.
Zusammen mit dem Grünen Gewölbe, den weiteren Ausstellungsbereichen der Rüstkammer und den noch zu gestaltenden Fest- und Paraderäumen wird die Türckische Cammer das Dresdner Residenzschloss im Zeichen höfischer Repräsentationen in Renaissance und Barock präsentieren.
Besucherinformationen
täglich 10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen
Eintrittspreis normal: 10,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 7,50 Euro
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 17 Jahre): 7,50 Euro
Gruppen ab 10 Personen: pro Person: 9,00 Euro
Der Eintritt ist auch gültig für das Neue Grüne Gewölbe sowie laufende Sonderausstellungen. Ausgenommen ist das Historische Grüne Gewölbe.
Ort:
Residenzschloss Dresden
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Besucherinformation
Postfach 12 05 51
D-01006 Dresden
Telefon: +49 (0)3 51 / 49 14 2000
Fax: +49 (0)3 51 / 49 14 2001
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