MUSEUMSLANDSCHAFT HESSEN KASSEL

Die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) ist eine Einrichtung des Landes Hessen und steht in einer rund 600-jährigen Tradition des Sammelns, Bewahrens und Gestaltens. Durch landgräfliche und kurfürstliche Sammelleidenschaft kamen hier über Jahrhunderte hinweg mannigfaltige und bedeutende Kunstschätze zusammen, welche unverändert an ihrem historischen Ort erhalten sind. Zahlreiche und vielfältige Zeugnisse der Kunst- und Kulturgeschichte stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Wir verpflichten uns den klassischen Museumsaufgaben: Sammeln, Bewahren, Ausstellen, Forschen und Vermitteln. Dies gilt auch für die historischen Baudenkmäler und Gärten.

Die Mitarbeiter der MHK erstellen für die Museen, Schlösser und Parkanlagen Ausstellungskonzepte, Führungen und Programme, sorgen für entsprechende Werbung und Kommunikation der Angebote und Veranstaltungen. Wir forschen zu Sammlungsinhalten, gewährleisten die denkmalpflegerische, konservatorische und gartenpflegerische Betreuung und Erhaltung der Objekte und sichern den organisatorischen Ablauf sämtlicher Aktivitäten einer der größten deutschen Kultureinrichtungen.

Mit der Einheit von Museen, Schlössern und historischen Parkanlagen tragen wir maßgeblich zur intellektuellen und kulturellen Identität der Stadt Kassel sowie des Landes Hessen – insbesondere Nordhessens – bei. Wir verstehen uns als lebendige Kulturinstitution. Zu einem Besuch bei uns gehören neben aktivem Lernen auch Spaß, Erholung und Erbauung. Durch unterschiedliche Vermittlungsformen stellen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Wissen auf gleichermaßen fachlich fundierte wie unterhaltsame und anregende Weise dar. Durch attraktive Sonderausstellungen und ein vielfältiges Programm möchte die MHK verschiedene Besucher- und Zielgruppen ansprechen – unabhängig von Alter, Bildungsstand und Herkunft.

Für das von der Museumslandschaft Hessen Kassel betreute Kulturgut gilt es, die (be)greifbaren Schätze vergangener Zeiten für kommende Generationen zu bewahren und als Grundstock eines immateriellen, gesellschaftlich zunehmend wichtigeren Wertekonsens zu vermitteln.

Schloß Wilhelmshöhe

Gemäldegalerie Alte Meister
Antikensammlung
Graphische Sammlung
Weißensteinflügel


Eingebunden in das Gesamtkunstwerk Bergpark Wilhelmshöhe, oberhalb der Stadt Kassel entstand ab 1786 das Schloss Wilhelmshöhe. Heute beherbergt es die Gemäldegalerie Alte Meister, die Antikensammlung, die Graphische Sammlung sowie das Schlossmuseum im Weißensteinflügel und eine wissenschaftliche Präsenzbibliothek im Kirchflügel.

Nach Plänen von Simon Louis Du Ry (1726–1799) entstanden zunächst die beiden Seitenflügel, der südliche Weißensteinflügel und der nördliche Kirchflügel und schließlich das Corps de Logis, der Mitteltrakt des Schlosses. Das Corps de Logis wurde durch klassizistische Elemente, einem Portikus und eine vom römischen Pantheon abgeleitete Kuppel monumental erhöht. Erst im 19. Jahrhundert unter Kurfürst Wilhelm II. (reg. 1821–1831) erhielt das Schloss seine geschlossene Form, indem Verbinderbauten zwischen den Flügeln errichtet wurden.

Anfang 1945 wurde das Corps de Logis von einer Bombe zerstört und konnte erst 1968–1974 wiederaufgebaut und als Kunstmuseum umgestaltet werden. Die Kuppel wurde dabei nicht wiedererrichtet.

Im Untergeschoss lädt das Museumscafé Jérôme zum Verweilen vor oder nach dem Museumsbesuch ein.

Ort:

D-34131 Kassel, Schloßpark 1 (Schlosspark Wilhelmshöhe)

Löwenburg

Eingebettet in den Bergpark oberhalb von Schloss Wilhelmshöhe entstand zwischen 1793 und 1801 die Löwenburg als eine der ersten pseudomittelalterlichen Burgruinen Europas. Sie stellt ein wichtiges Einzelelement im Gesamtkunstwerk Bergpark Wilhelmshöhe dar.

Landgraf Wilhelm IX. (reg. 1785–1821, spät. Kurfürst Wilhelm I) beauftragte seinen Hofbaumeister Heinrich Christoph Jussow (1754–1825) mit dem Bau. Die Burg diente dem Landgrafen zum einen als Lustschloss, zum anderen sollte sie die historische Bedeutung des seit dem Mittelalter regierenden Hauses Hessen abbilden.

Die Ausstattung der äußerlich einer verfallenen Ritterburg ähnelnden Anlage, folgt im Inneren dem typischen Raumprogramm eines barocken Lust- und Landschlosses. Sie umfasst neben den fürstlichen Wohnappartements unter anderem eine Rüstkammer und eine neogotische Burgkapelle. In der Gruft unter der Kapelle fand der Burgherr auch seine letzte Ruhestätte.

Die unmittelbare Umgebung der Burg wurde ebenfalls in die Inszenierung mit einbezogen, indem ein altertümlich wirkender Burggarten, ein Weinberg, ein Turnierplatz und ein Tiergarten angelegt wurden. Die unterhalb gelegene Wolfsschlucht sollte sogar mit einem monumentalen Wasserfall versehen werden und wäre damit ein wesentlicher Teil der romantischen Wasserkünste im Bergpark geworden. Der Bau wurde jedoch schnell eingestellt.

Die ruinenhafte Gestaltung der Burg wurde mit der Zerstörung des Bergfrieds und anderer Bauteile im Zweiten Weltkrieg traurige Realität. Gegenwärtige Instandsetzungsmaßnahmen dienen dem Wiederaufbau des Bergfrieds, der Sicherung des überkommenden Baubestandes und der Wiedereinrichtung der Innenräume mit ihrem ursprünglichen Mobiliar. Damit wird die Löwenburg für die Besucher wieder so erlebbar sein, wie zu Zeiten des Kurfürsten Wilhelm I.

Ort:

D-34131 Kassel, Schloßpark 1 (Schlosspark Wilhelmshöhe)

Herkules

In 530 Meter Höhe krönt das Wahrzeichen Kassels – der Herkules – den Bergpark mit einem einmaligen Blick über die Stadt Kassel und das Umland.

Das monumentale Bauwerk besteht aus drei Teilen: dem felsartig gestalteten Grottenbau – hier haben auch die Wasserspiele ihren Ausgang –, dem offenen Belvedere und der Pyramide mit der 8,30 Meter hohe kupfergetriebenen Herkulesfigur.

In Auftrag gegeben wurde die Anlage Ende des 17. Jahrhunderts von Landgraf Carl (reg. 1677–1730), der ab 1701 den italienischen Architekten und Wasserbaumeister Giovanni Francesco Guerniero (1665–1745) mit der weiteren Planung betraute. Unter seiner Leitung wurde das Bauwerk bis 1717 fertiggestellt. Die Figur des Herkules schuf der Augsburger Goldschmied Johann Jacob Anthoni als eine der frühesten kupfergetriebenen Monumentalstatue weltweit.

Für den Landgrafen war das Bauwerk ein Symbol für den Triumph der Kunst über die Natur und die Allmacht der Schöpfungskraft des Menschen. In der Gestalt des Herkules, der in der Mythologie Kraft, Mut und Klugheit verkörpert, sah er seine eigenen Tugenden als Herrscher repräsentiert. Damit stellt die Gesamtanlage aus dem Herkulesbauwerk, den vorgelagerten Grotten und den Wasserkünsten ein Musterbeispiel barocker Herrschaftsarchitektur dar. Diese fürstliche Machtrepräsentation, die sich auch in der monumentalen Gestaltung des Parks widerspiegelt ist weltweit einzigartig. Sie macht das sogenannte »Outstanding Universal Value« des Welterbes Bergpark Wilhelmshöhe aus.

Ort:

D-34131 Kassel, Schloßpark 1 (Schlosspark Wilhelmshöhe)

Staatspark Karlsaue

Neben dem Bergpark Wilhelmshöhe ist der Staatspark Karlsaue die zweite große Parkanlage Kassels, die von der Museumslandschaft Hessen Kassel betreut wird. Eingebettet zwischen Rosenhang und Fulda liegt der heute 150 Hektar große Park in direkter Nähe zur Kasseler Innenstadt und dem Orangerieschloss. Die historische Parkanlage lädt zum Flanieren und Verweilen ein.

Um 1700 zunächst als symmetrisch ausgerichteter Barockgarten mit Wasserbassins und fächerförmig angelegten Kanälen angelegt, wurde die Karlsaue Ende des 18. Jahrhunderts zum Landschaftsgarten umgestaltet. Die barocken Sicht- und Bedeutungsachsen erschließen sich dem Besucher bis heute.

Am südlichen Ende des Parks liegt die Insel Siebenbergen, die wegen ihrer in der Frühlings- und Sommerzeit wechselnden Blütenpracht auch »Blumeninsel« genannt wird. Malerische, botanische Vielfalt wird im Park wie auch auf der Insel Siebenbergen bewahrt und gepflegt.

Ort:

D-34121 Kassel, Auedamm 18 (Stadtpark Karlsaue)

Neue Galerie

An der Schönen Aussicht mit Blick über die Karlsaue gelegen, beherbergt die Neue Galerie die städtischen und staatlichen Kunstsammlungen.

Das als Gemäldegalerie zwischen 1871 und 1877 nach den Plänen des Architekten Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825–1885) errichtete Gebäude beherbergte ursprünglich die bereits berühmte Gemäldesammlung des Landgrafen Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel (reg. 1730/51–1760). Nach einer Umfunktionierung des Gebäudes zu einer Stadtresidenz während der französischen Besatzungszeit unter Jérôme Bonaparte (reg. 1807–1813) konnte das Gebäude nicht mehr zu Ausstellungszwecken genutzt werden. Der notwendige Neubau orientierte sich an dem Vorbild der Alten Pinakothek in München.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden und war danach lange Zeit vom Abriss gefährdet. Nach einer Verlagerung der Gemäldegalerie Alte Meister wie auch der Bestände des 18. Jahrhunderts ins Schloss Wilhelmshöhe 1962, konnte mit dem Wiederaufbau des Galeriegebäudes als Haus der Moderne begonnen werden.

Im Zusammenhang mit der Neustrukturierung der Kasseler Museumslandschaft wurde das Gebäude unter der Leitung des Berliner Büros Staab Architekten umfassend saniert und modernisiert. Seitdem präsentiert die Neue Galerie regional wie international bedeutende Malerei, Plastik und neue Medien des 19. bis 21. Jahrhunderts.

Seit den 1960er Jahren wird die Neue Galerie wiederholt auch als temporärer Ausstellungsort der documenta genutzt und ist daher, neben der Sammlung von documenta-Kunstwerken, eng mit dieser renommierten Ausstellung zeitgenössischer Kunst verbunden.

Ort:

D-34117 Kassel, Schöne Aussicht 1 (Neue Galerie)

Hessisches Landesmuseum

Zu Beginn der Wilhelmshöher Allee markiert der weithin sichtbare Turm das Hessische Landesmuseum, das nach einer kompletten Neugestaltung sowie denkmalgerechten Instandsetzung im November 2016 wiedereröffnet hat.

Das 1913 eingeweihte Bauwerk des Architekten Theodor Fischer (1862–1938) vereint Elemente des Jugendstils mit Bauformen der Neorenaissance. Durch eine umfassende Neugestaltung konnten originale Raumeindrücke wiederhergestellt werden. Die Überdachung der beiden Innenhöfe ermöglicht einen Rundgang durch 300.000 Jahre (nord-)hessische Landes- und Kulturgeschichte.

Auf drei Ebenen präsentieren die Sammlungen der Vor- und Frühgeschichte, Angewandten Kunst und Volkskunde einen Überblick von den Anfängen menschlicher Besiedelung bis in die Gegenwart. Neben der inhaltlichen Vernetzung der Sammlungen können Besucher weitere Neuerungen erleben: Erstmals werden Objekte der Sammlung Volkskunde ausgestellt, eine Turmbesteigung ermöglicht ganz neue Blickwinkel über Kassel und die neugeschaffene Sonderausstellungsfläche verspricht spannende Wechselausstellungen.

Informative Blicke hinter die Kulissen bis zur Neueröffnung können Sie noch einmal nachverfolgen auf dem Blog des Hessischen Landesmuseums!

Ort:

D-34117 Kassel, Brüder-Grimm-Platz 5 (Hessisches Landesmuseum)

Schloßpark Wilhelmsthal

Der in eine Talsenke eingebettete Landschaftsgarten bei Calden komplettiert das historische »Dreigestirn« der landgräflich-hessischen Schlossparkanlagen in und um Kassel.

Ähnlich wie der Bergpark Wilhelmshöhe (Welterbe seit 2013) und der Park Karlsaue wurde die ca. 30 ha große Anlage zunächst im Stil des Rokoko angelegt, später zu einem Landschaftsgarten umgestaltet. Der Schlosspark Wilhelmsthal zeichnet sich durch seine lockere Bewaldung, einen neugotischen Aussichtsturm, der nach den Plänen des Kasseler Architekten Simon Louis Du Ry als künstliche Ruine angelegt wurde, sowie eine aus der anfänglichen Rokokophase stammende Grotte mit Wasserspielen aus.

Den Höhepunkt des Parks bildet das zentral gelegene Schloss Wilhelmsthal, das zu den Meisterwerken deutscher Rokokokunst zählt.

Ort:

D-34379 Calden, Schloss Wilhelmsthal (Schloss Wilhelmsthal)

Schloß Friedrichstein

Bereits von weitem sichtbar, prägt die leuchtende gelbe Fassade von Schloss Friedrichstein noch heute das Stadtbild von Bad Wildungen.

Seine wechselhafte Geschichte lässt sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Ursprünglich als gotische Burg errichtet, wurde der mittelalterliche Bau von Graf Josias II. von Waldeck (1636–1669) Mitte des 17. Jahrhunderts durch ein imposantes Barockschloss ersetzt. Als Josias II. im Kampf gegen die Osmanen fiel, war der Bau noch nicht fertiggestellt. Friedrich Anton Ulrich (1676 – 1728), dem Neffen des verstorbenen Grafen, sind sowohl die Vollendung der verbliebenen Umbaumaßnahmen zu seiner heutigen Gestalt mit drei Flügeln als auch die Namensgebung »Friedrichstein« zu verdanken.

Nach dem Umzug der Fürstenfamilie in ein neu erbautes Residenzschloss in Bad Arolsen, zu Beginn des 18. Jahrhunderts, ging ein Großteil des Friedrichsteiner Interieurs verloren. Die prachtvollen Stuckaturen von Andreas Gallasini sowie die Deckengemälde von Carlo Caselli zieren jedoch noch heute die Innenräume. Nachdem das Schloss nach dem Ersten Weltkrieg in den Besitz des damals selbständigen waldeckischen Staates übergegangen war, wurde es während des Zweiten Weltkrieges zur Schulungsstätte der NSDAP umfunktioniert, bevor es in die Obhut des Landes Hessen kam. Nach umfangreicher Restaurierung beherbergt das Schloss heute den umfangreichen Sammlungsbestand der hessischen Militär- und Jagdgeschichte der Museumslandschaft Hessen Kassel.

Ort:

D-34537 Bad Wildungen, Schlossstraße 23 (Schloss Friedrichstein)

MUSEUMSLANDSCHAFT HESSEN KASSEL

Schloß Wilhelmshöhe
D 34131 Kassel

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