SONDERAUSSTELLUNGEN
Weiter als der Horizont - Fotografien von Jens Uwe Parkitny
Mi, 16.6.2010 - So, 31.10.2010
Kunstkabinett 4
Im Porträt: Gesichtstatauierungen der Chin-Frauen in Birma
Der Fotograf Jens Uwe Parkitny bereist seit 2001 regelmäßig das schwer zugängliche Gebiet der Chin und schuf während seiner Reisen auf behutsame und sehr ästhetische Weise Porträtaufnahmen der Chin-Frauen, die nun erstmals in einem europäischen Völkerkundemuseum zu sehen sind. Im Kunstkabinett werden 22 seiner fotografischen Porträts von Chin-Frauen gezeigt, die in den Jahren 2001 bis 2007 entstanden sind. Die umfangreiche fotografische Dokumentation der Gesichtstatauierungen der Chin-Frauen durch Jens Uwe Parkitny ist die erste ihrer Art und schon deshalb einmalig.
Das charakteristische Kennzeichen der Chin-Frauen ist ihr tatauiertes Gesicht. Mit Dornenkämmen und einer Mischung aus Ruß und Pflanzensäften werden bereits den Mädchen und jungen Frauen komplexe Muster, die auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurückgehen, in die Gesichtshaut tatauiert. Dies galt als Voraussetzung für die Heirat. Die heutige Generation der Chin steht dem alten Brauch der Tatauierung eher ablehnend gegenüber. Die Orientierung an westlichen Schönheitsidealen und westlicher Kleidung setzt sich auch bei den Chin immer mehr durch, und so sind es meist nur noch die alten Frauen, die auf ihren zerfurchten Gesichtern diese eindrucksvollen Muster tragen.
Das Volk der Chin (ca. 1,5 Millionen Menschen) lebt heute im Nordwesten Birmas, in Bangladesh und Indien. Alleine in Birma existieren über 30 verschiedene Untergruppen der Chin mit eigenen Dialekten. Tief eingeschnittene Täler und hohe Berge prägen die Landschaft. Die Flüsse sind nur mit kleinen Booten befahrbar und die wenigen Straßen in der Regenzeit unpassierbar. Schon seit dem 19. Jh. wurden die Chin von der American Baptist Mission in großem Umfang missioniert, so dass sich heute über 70 Prozent der Bevölkerung zum Christentum bekennen, während die Mehrzahl der Birmanen Buddhisten sind.
Katalog zur Ausstellung: 9.80 €
A Strong Desire To See The World
EINE REISE DURCH DAS MUSEUM | EEN REIS DOOR HET MUSEUM
Feldforschung | Veldonderzoek
Do, 15.4.2010 - So, 12.9.2010
Eine Ausstellung von Isi Kunath, Amsterdam
Über 12 Monate hinweg (2009/2010) habe ich im Münchner Museum für Völkerkunde Feldforschung betrieben. Charakteristisch für die Feldforschung ist die Überlegung, dass eine Gesellschaft nichts Einheitliches ist, sondern Nischen mit eigenen Kulturen besitzt.
Als so eine Nische betrachte ich das Museum für Völkerkunde, einem „Land“ von 12.000 Quadratmetern, mit 53 Einwohnern und über 150.000 Schätzen.
Und so, wie ein Entdecker etwas über die Welt in Erfahrung bringen möchte, so möchte ich meine sehr persönliche Sicht auf eine "Version der Welt" zeigen.
Die Arbeiten zu 'A STRONG DESIRE TO SEE THE WORLD' spiegeln das Sammeln von ästhetischen Eindrücken, die Konstruktion einer erweiterten Vorstellung von Wirklichkeit und die Reflexion und Aufarbeitung meiner sinnlichen Wahrnehmungen wider, die ich im Völkerkundemuseum beim Sammeln von Erfahrungsberichten der Einheimischen gemacht habe.
Die Ausstellung versteht sich als Konstruktion, Reflexion und Aufarbeitung einer erweiterten Vorstellung von (musealer) Wirklichkeit.
Sonderausstellung innerhalb der Dauerausstellungen
Öffnungszeiten: Di - So, 9.30 - 17.30 Uhr
Feiertagsregelung unter www.voelkerkundemuseum-muenchen.de
Eintritt: 4 €, ermäßigt 3 €, sonntags 1 €
Kaschmir, Ladakh, Baltistan 1911/12
Fotografien von Otto Honigmann
Mi, 10.2.2010 - So, 17.10.2010 | verlängert
Otto Honigmann (1879-1959) entstammte einer bekannten Familie von Bergwerksbesitzern aus Aachen. Die Vermögensverhältnisse der Familie erlaubten es ihm, in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg drei große Überseereisen zu unternehmen. Die dritte und längste führte ihn im Mai 1911 zusammen mit Bruder und Freund nach Kashmir, Ladakh und Baltistan. Im Oktober 1911 trennten sich die Wege der drei Reisenden und Otto Honigmann entschloss sich, den Winter 1912 allein in Ladakh und Baltistan zu verbringen und erst im Mai 1912 nach Europa zurückzukehren.
Eine Auswahl der 200 Fotografien, die während dieser Reise entstanden, seine Aufzeichnungen und einige Objekte, die er erworben hat, lassen nicht nur die Reiseroute, die Landschaft, die besuchten Orte und das Zusammentreffen mit Menschen vor den Augen des Betrachters erstehen, sondern es wird auch ein Bild von der abenteuerlichen Art des Reisens in jenen abgelegenen Gebirgsgebieten vor dem Ersten Weltkrieg gezeichnet.
Wissenschaftliche Auskunft:
Dr. Michaela Appel
+49(0)89-21 01 36-139
michaela.appel@mfv.bayern.de
Identität und Wandel
Textilien der Maya aus dem Hochland von Guatemala: Die Sammlung Avitabile
ab 21.04.2010
Neueröffnung der Lateinamerika-Räume mit der Ausstellung
Die farbenfrohe Webkunst des guatemaltekischen Hochlandes zählt zu der bedeutendsten und vielfältigsten in ganz Lateinamerika. Sie besticht durch ihre aufwendigen Webtechniken und Muster. Frauen stellen die Textilien auf dem manuellen Webstuhl her.
Die traje, also die traditionelle Kleidung, ist Ausdruck für die kulturelle Identität der Maya. Sie spiegelt politische, soziale und religiöse Umstände wider. Ihre Wurzeln reichen bis weit in die vorspanische Zeit zurück. Zahlreiche Faktoren beeinflussten und veränderten im Laufe der Jahrhunderte die Webkunst, die bis heute lebendig geblieben ist.
Die Ausstellung zeigt ausgewählte Textilien aus der Sammlung Giuseppe und Gunhild Avitabile, die in den Jahren 1984 bis 1986 entstand.
Das Staatliche Museum für Völkerkunde München erhielt diese Sammlung im Jahr 2006 als großzügige Schenkung.
Wissenschaftliche Auskunft:
Dr. Elke Bujok+49(0)89-21 01 36-136
elke.bujok@mfv.bayern.de
Neu im Museum: Sammlung Fittkau.
Materielle Kunst der Amazonas-Indianer
Sonderschau im Zentralbereich des I. OG
Mi, 19.5.2010 - So, 17.10.2010
Unter dem Titel "NEU IM MUSEUM" werden im Zentralbereich des 1. OG in loser Folge Exponate vorgestellt, die als Spende, Schenkung oder Ankauf neu ins Haus gekommen sind, oder nach einer Restaurierung wieder in altem Glanz erstrahlen.
Aktuelles Thema:
Sammlung Fittkau
Materielle Kunst der Amazonas-Indianer
19.05. - 17.10.2010
Vom 19. Mai bis 17. Oktober 2010 wird im Freskensaal des Museums eine erste Auswahl der mehr als 4000 Objekte umfassenden Sammlung gezeigt, die Professor Fittkau in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei über 100 Indianergruppen im gesamten Amazonasgebiet zusammentrug. Den größten Teil der Objekte sammelte er in direktem Kontakt mit den Indianern. Es entstand eine der bedeutendsten Sammlungen materieller Kultur der Amazonasindianer, die heute in dieser Form nicht mehr angelegt werden könnte. Sie zeigt den rasanten Wandel auf, dem der Lebensraum Amazonas in den letzten fünfzig Jahren unterworfen war.
Die Sammlung führt die gute Amazonien-Tradition des Staatlichen Museums für Völkerkunde München fort, die mit der Brasilienreise von Johann Baptist von Spix und Carl Friedrich Philipp von Martius in den Jahren 1817-1820 begann, die den Grundstock für die Errichtung eines ethnologischen Museums in München legte. Professor Fittkau war der zehnte Nachfolger von Spix als Direktor der Zoologischen Staatssammlung und leitete die jüngsten Forschungen über dessen Brasilienexpedition ein.
Für die großzügige Unterstützung des Ankaufs danken wir der Kulturstiftung der Länder, dem Sammelansatz des Freistaates Bayern durch die Direktorenkonferenz der Staatlichen Museen und Sammlungen, dem Freundes- und Förderkreis des Staatlichen Museums für Völkerkunde München e.V., der Bayerischen Landesstiftung und S.K.H. Herzog Franz von Bayern.
Wissenschaftliche Auskunft:
Dr. Elke Bujok
Tel. +49(0)89-21 01 36-136
elke.bujok@mfv.bayern.de