Museum Fünf Kontinente München

Das 1862 gegründete Museum Fünf Kontinente in München, ehemals Staatliches Museum für Völkerkunde, ist das älteste Museum seiner Art in Deutschland. Es verfügt heute über 160.000 Ethnographica und Kunstwerke außereuropäischer Völker, 135.000 fotografische Dokumente und eine über 100.000 Bücher umfassende Fachbibliothek. Ausgehend von den eigenen Sammlungen zeigt das Haus Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kulturen aus Afrika, Amerika, Asien, Australien, dem Orient, der Südsee und Europa auf. Das Museum steht für Weltoffenheit, kulturellen Dialog und Respekt vor den Menschen aus der ganzen Welt. In unseren ständigen Ausstellungen, in themenbezogenen Sonderausstellungen und Veranstaltungen laden wir Sie ein, die Einzigartigkeit und Vielfalt von Kulturen und der sie prägenden Menschen zu entdecken.

Lassen Sie sich in der Münchner Maximilianstraße in unbekannte Welten entführen und entdecken Sie im Museum Fünf Kontinente die Verbindungslinien zwischen außereuropäischen und unseren eigenen Kulturen.

In unserem Zweigmuseum im Residenzschloss Oettingen i. Bay. zeigen wir in wechselnden Ausstellungen Exponate aus den reichen Sammlungen des Münchner Hauses.


Sonderausstellungen

Shaded Memories. Der Schatten über Kambodscha.

Fotografien von Ann-Christine Woehrl

Fr, 17.2.2017 - So, 17.9.2017

Erstmals in Deutschland widmet sich das Museum Fünf Kontinente den Spuren der dunklen Vergangenheit Kambodschas. 1975 begann der Diktator Pol Pot (1925/28–1998) seine Vision von einer klassenlosen Agrargesellschaft mit aller Gewalt und Brutalität umzusetzen. Die Folgen seiner Politik waren verheerend und zeigen bis heute Auswirkungen auf eine noch immer traumatisierte Bevölkerung. Zwischen 1975 und 1979 starben fast zwei Millionen Menschen – ein Viertel der Bevölkerung Kambodschas. Sie wurden ermordet, verhungerten oder erlagen Krankheiten und Erschöpfung. Wer Bücher besaß, Lesen konnte, eine Fremdsprache beherrschte oder eine Brille trug, galt als Intellektueller und wurde verhaftet und getötet. Am Ende der Schreckensherrschaft der Roten Khmer gab es in Kambodscha noch 30 Lehrer. Das ist die traurige Bilanz eines der größten Genozide des 20. Jahrhunderts.

Die Fotografin Ann-Christine Woehrl reiste von 2013 an mehrmals nach Kambodscha. Sie besuchte das ehemalige Gefängnis S-21 in Phnom Penh, zahlreiche der sogenannten Killing Fields sowie das seit 2006 eingerichtete UN-Tribunal zur Ahndung dieser Verbrechen – Orte des Grauens und der ersten, vorsichtigen Aufarbeitung. Woehrls Dokumentationen dieser Stätten sind beklemmende Zeugnisse unfassbarer Ereignisse. Angesichts der Fotografien aus dem Gefängnis S-21 glaubt man das menschenverachtende Geschehen förmlich zu spüren. Seit 1979 ist das Gefängnis ein Museum, das Tuol Sleng Genocide Museum. Mit den dort ausgestellten Fotografien der ermordeten Menschen ist es zu einem Ort der Erinnerung geworden. In den Gesichtern der Männer, Frauen und Kinder, die gleich nach ihrer Verhaftung fotografiert und biografisch erfasst wurden, spiegelt sich das ganze Leid und die Hoffnungslosigkeit der Gefangenen. Die Arbeiten Woehrls sind persönliche und intime Reflexionen. Sie ziehen jeden Betrachter sofort in ihren Bann.

Begleitet wird die Ausstellung von Kunstwerken der Südasien-Abteilung des Museums.

Aus dem Land des Schneelöwen

Kostbarkeiten aus Tibet 15.–20. Jahrhundert

Fr, 9.12.2016 - So, 18.6.2017

1994 erwarben Justyna und Michael Buddeberg bei ihrem ersten Besuch in Lhasa einen kleinen Sitzteppich. Damit war die Begeisterung für Tibet und seine Kultur geweckt – und der Grundstein für eine große Sammlung gelegt. Tibetische Teppiche und Textilien, die das Paar auf insgesamt 16 Reisen ins zentralasiatische Hochland zusammentrugen, bilden den Schwerpunkt der nun erstmals ausgestellten Sammlung. Ergänzt wurde sie durch gezielte Ankäufe in Europa, Asien und den USA.

Teppiche zum Sitzen und Schlafen oder als Ausstattung für Reitpferde spielten in der traditionellen Kultur Tibets eine zentrale Rolle. Sie faszinieren durch die Vielfalt an Formen und Motiven und die Perfektion ihrer Technik. Besonders bezaubern die takyab genannten Knüpfteppiche zum Schmuck der Pferdestirnen. Nicht ohne Grund werden diese Kleinode der Knüpftechnik auch als „Pferdejuwelen“ bezeichnet.

Die Sammlung Buddeberg umfasst darüber hinaus tibetischen Schmuck, Amulettbehälter sowie bemalte Möbel aus Klöstern und adeligen Haushalten.

Bisher von der Forschung weitgehend unbeachtet sind die prachtvoll verzierten Endkappen von Thangka-Stangen. Sie dienten als Griffe, um die bekannten Rollbilder, die Thangkas, auf- oder abzurollen und stellen Meisterwerke tibetischer Metallbearbeitungskunst aus fünf Jahrhunderten dar. Ergänzt wird die Präsentation durch ausgewählte Teppiche aus der Sammlung Karl Steiner, dem Reisebegleiter und Sammlerkollegen von Justyna und Michael Buddeberg.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher und opulent illustrierter Katalog. Mit Beiträgen namhafter Experten gibt er einen profunden Überblick über die Bereiche Teppich- und Textilkunst, Schmuck und Metallhandwerk sowie die Herstellung und den Gebrauch von Möbeln in Tibet.

Die Sammlung Justyna und Michael Buddeberg

Museum Fünf Kontinente

Maximilianstraße 42
D 80538 München

Telefon: +49 (0)89-2101 36 100
Fax: +49 (0)89-2101 36 247
E-Mail: kontakt@mfk-weltoffen.de

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