Museum Fünf Kontinente München

Das 1862 gegründete Museum Fünf Kontinente in München, ehemals Staatliches Museum für Völkerkunde, ist das älteste Museum seiner Art in Deutschland. Es verfügt heute über 160.000 Ethnographica und Kunstwerke außereuropäischer Völker, 135.000 fotografische Dokumente und eine über 100.000 Bücher umfassende Fachbibliothek. Ausgehend von den eigenen Sammlungen zeigt das Haus Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kulturen aus Afrika, Amerika, Asien, Australien, dem Orient, der Südsee und Europa auf. Das Museum steht für Weltoffenheit, kulturellen Dialog und Respekt vor den Menschen aus der ganzen Welt. In unseren ständigen Ausstellungen, in themenbezogenen Sonderausstellungen und Veranstaltungen laden wir Sie ein, die Einzigartigkeit und Vielfalt von Kulturen und der sie prägenden Menschen zu entdecken.

Lassen Sie sich in der Münchner Maximilianstraße in unbekannte Welten entführen und entdecken Sie im Museum Fünf Kontinente die Verbindungslinien zwischen außereuropäischen und unseren eigenen Kulturen.

In unserem Zweigmuseum im Residenzschloss Oettingen i. Bay. zeigen wir in wechselnden Ausstellungen Exponate aus den reichen Sammlungen des Münchner Hauses.

Sonderausstellungen

Farben. Kunst. Indianer. Der Münchner Impressionist Julius Seyler bei den Blackfeet

Fr, 13.11.2015 - So, 3.4.2016

Der Münchner Impressionist Julius Seyler (1873–1955), dessen Todestag sich heuer zum sechzigsten Mal jährt, ist einer der bedeutendsten Indianermaler. Seit langem sind seine Werke bei internationalen Sammlern anerkannt und begehrt. Die Jahre 1913 und 1914 verbrachte er bei den Blackfeet-Indianern. Die dort entstandenen Skizzen und Bilder zeigen Portraits, Reiterkrieger, typische Prärie- und Plainslandschaften oder Büffeljagden. Doch diese vermeintlichen Momentaufnahmen bilden nicht immer die ganze Wahrheit ab. Denn Seyler idealisierte das Leben der Blackfeet, die zu seiner Zeit längst in Reservaten lebten. Zum Modellsitzen im Malatelier mussten sie erst ihre „traditionelle indianische“ Kleidung anlegen. Dennoch spiegeln Seylers Bilder das Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der Blackfeet auf besondere Weise. Seine zeitweilig an japanische Kalligraphie erinnernde Technik lässt Figuren und Landschaften lebendig werden und wird so der ruhelosen Lebensweise der ehemals durch große Weiten ziehenden Plains-Indianer gerecht.

Seyler ist sowohl einzigartig unter den Indianermalern als auch als Persönlichkeit. Der erfolgreiche Sportler gewinnt internationlae Wettbewerbe im Eisschnellauf, den er schon als Schüler auf dem Kleinhesseloher See trainiert hat. Zudem ist er ein musisches Allroundtalent, spielt Klavier, Gitarre und Mundharmonika. Während seiner Gymnasialzeit fällt Seyler durch Lehrer-Karikaturen auf. „Mein Zeichenlehrer war nicht sehr erbaut über meine Freiübungen. Aber er nahms mehr mit Humor und begriff vielleicht im Stillen, dass mir die faden Gipsköpfe bald zu langweilig waren“, schreibt er in einem Brief.

Nach dem Abitur soll er die Offizierslaufbahn einschlagen, flieht jedoch aus der Kadettenanstalt und beschließt, Maler zu werden…

Die Ausstellung kombiniert Gemälde von Julius Seyler mit von ihm aufgenommenen Fotografien und indianischen Objekten aus den Beständen der Nordamerika-Sammlung des Museums Fünf Kontinente. Leihgaben aus bedeutenden privaten und öffentlichen Sammlungen ergänzen die Präsentation. Eine neue Filmdokumentation zu Leben und Werk Julius Seylers ist ebenfalls integriert. Ein Indianer-Tipi zum Erkunden rundet die Präsenation ab und macht nicht nur Kindern Freude.

Myanmar

Von Pagoden, Longyis und Nat-Geistern

Fr, 19.9.2014 - So, 3.4.2016 | verlängert

Bis 03. April 2016 – verlängert wegen des großen Erfolges!

Im Jahr 1911 reiste Lucian Scherman, Direktor des Münchner Völkerkundemuseums, zusammen mit seiner Frau Christine nach Burma, dem heutigen Myanmar. Die beiden legten eine weltweit einzigartige ethnographische Sammlung an, zu der mehr als 2300 Objekte, 1200 Fotografien, ausführliche Reisetagebücher und Tonaufnahmen zählen. Die schönsten und kostbarsten Stücke der Sammlung sind nun erstmals in einer herausragenden Präsentation zu sehen. Begleiten Sie uns auf den Spuren des Forscherpaares durch eines der faszinierendsten Länder Asiens: Sie begegnen den verschiedensten Volksgruppen und deren Lebensweise, gewinnen Einblicke in den myanmarischen Alltag, tauchen ein in religiöse Feste und staunen über einmalige Kunstwerke. Die Reise führt durch vielfältige Landschaften und eröffnet Ihnen den Zugang zu weitgehend Unbekanntem: Ob am lnle-See, Chindwin-Fluss oder in den weiten Bergregionen im Westen und Osten Myanmars – nur wenige Schritte entführen Sie in andere Welten.

Ausgangspunkt der „Reise“ ist ein Marktplatz, wie überall in der Welt auch in Myanmar Treffpunkt für Menschen aus nah und fern, Umschlagplatz für Handelswaren aller Art und Nachrichtenbörse.
Bewegten sich Schermanns seinerzeit noch „auf staubigen Straßen zu goldenen Pagoden“, so gelangen Sie sauberen Fußes zu den Höhepunkten der Ausstellung. Dazu zählt ein Marionettentheater, dessen Figuren nun nach hundert Jahren zu neuem Leben erweckt wurden.

Auch die neuesten Veränderungen des „Goldenen Landes" werden aufgezeigt und Sie können Zeuge der rasanten Entwicklungen Myanmars in den letzten Jahren werden. Wie verträgt sich eine schnellere, von wirtschaftlichen Zielsetzungen geprägte Lebensart mit der Spiritualität des Buddhismus in seiner speziell myanmarischen Ausformung? Wie lebendig ist der Glaube an die uralten Nat-Geister im neuen „Tigerstaat am Ayeyawady“? Sind die Naga immer noch ein „von Natur kampflustiges Volk“, wie es Christine und Lucian Scherman in ihrem Reisebericht in der Sprache ihrer Zeit ausdrückten?

Inspirierende Entdeckungen erwarten Sie im Ausstellungsbereich, der der zeitgenössischen Kunstszene Myanmars gewidmet ist. Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Nann Nann, Khin Zaw Latt, Zaw Win Pe oder Htein Lin belegen eindrucksvoll, wie fruchtbar der Boden des alten Burma, aber auch die politische Vergangenheit und Gegenwart des Landes für die Kunst des neuen Myanmar sind. Das spannende Begleitprogramm der Ausstellung rundet die Präsentation der Sammlung Scherman ab und bringt Ihnen Myanmar auf einzigartige Weise nahe.

Kommen Sie mit uns auf eine atemberaubende Reise!
Wir freuen uns auf Sie.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband (€ 24,80), ISBN 978-3-422-07267-1, im Deutschen Kunstverlag München.

Museum Fünf Kontinente

Maximilianstraße 42
D 80538 München

Telefon: +49 (0)89-2101 36 100
Fax: +49 (0)89-2101 36 247
E-Mail: kontakt@mfk-weltoffen.de

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