Museum Fünf Kontinente München

Das 1862 gegründete Museum Fünf Kontinente in München, ehemals Staatliches Museum für Völkerkunde, ist das älteste Museum seiner Art in Deutschland. Es verfügt heute über 160.000 Ethnographica und Kunstwerke außereuropäischer Völker, 135.000 fotografische Dokumente und eine über 100.000 Bücher umfassende Fachbibliothek. Ausgehend von den eigenen Sammlungen zeigt das Haus Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kulturen aus Afrika, Amerika, Asien, Australien, dem Orient, der Südsee und Europa auf. Das Museum steht für Weltoffenheit, kulturellen Dialog und Respekt vor den Menschen aus der ganzen Welt. In unseren ständigen Ausstellungen, in themenbezogenen Sonderausstellungen und Veranstaltungen laden wir Sie ein, die Einzigartigkeit und Vielfalt von Kulturen und der sie prägenden Menschen zu entdecken.

Lassen Sie sich in der Münchner Maximilianstraße in unbekannte Welten entführen und entdecken Sie im Museum Fünf Kontinente die Verbindungslinien zwischen außereuropäischen und unseren eigenen Kulturen.

In unserem Zweigmuseum im Residenzschloss Oettingen i. Bay. zeigen wir in wechselnden Ausstellungen Exponate aus den reichen Sammlungen des Münchner Hauses.

SONDERAUSSTELLUNGEN

Ornamente und Zeichen der lettischen Seele

Fr, 20.3.2015 - So, 19.4.2015

Ornamente und Zeichen der lettischen Seele“ lautet der Titel einer ab 20. März 2015 im Museum Fünf Kontinente gastierenden Sonderausstellung. Anlass ist die aktuelle EU-Ratspräsidentschaft der Republik Lettland, dessen Nationales Kulturzentrum die Ausstellung konzipiert hat. Sie führt zu den Wurzeln des lettischen Selbsbewusstseins und entführt dabei zum großen traditionellen Sänger- und Tanzfest mit seiner ureigenen Rhythmik und Dynamik, das mittlerweile sogar in die UNESCO-Liste des „immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen ist. Wie bei diesem nur alle fünf Jahre stattfindenden Ereignis in der Hauptstadt Riga begegnet man einer Vielzahl kunsthandwerklich einzigartiger und lebensfroher Trachten. Musik, Lieder und Tänze Lettlands aus allen seinen Regionen und verschiedenen Zeitepochen sind zu erleben, vielfach in Verbindung mit ethnographischen und archäologischen Objekten, aber auch in Form von Audio- und Video-Installationen.

Die Ausstellungsmacher stellen die lettischen Trachten aus Woll- und Leinenstoffen in direkten Zusammenhang mit der traditionellen Musik des Landes: Die Ornamente auf den Stoffen haben über ihre Schönheit hinaus eine soziale Bedeutung. Aber auch die besondere Rhythmik der lettischen Musik kann man als Parallele zur speziellen Ornamentik der Trachten verstehen. So finden sich die Spuren einer künstlerischen Dimension auch in der nächsten. Rhythmus als Wechsel von Tag und Nacht, Licht und Dunkel bis hin zur stetigen Wiederkehr der Jahreszeiten ist lebensbestimmend. In Lettland waren und sind diese Zusammenhänge tief verwurzelt im Bewusstsein der Menschen. Beim Sängerfest in Riga treten mehr als 30.000 Menschen auf, der Chor des Abschlusskonzerts allein besteht aus rund 13.000.

Als sich Ende der 1980er-Jahre die Unabhängigkeit von der damaligen Sowjetunion anbahnte, verstärkte das Sängerfest die gemeinsame Identität der Letten. Heute noch spricht man von der „Singenden Revolution“. „Beim Singen entstanden damals sehr starke gemeinschaftliche Gefühle“, erinnert sich der Dirigent Ints Teterovskis: „Zum ersten Mal in meinem Leben war ich stolz darauf, ein Lette zu sein“.

Die Ausstellung „Ornamente und Zeichen der lettischen Seele“ bietet Gelegenheit zu einer farbenprächtigen musikalischen Reise in ein vielfach noch unbekanntes Land mitten in Europa.

Myanmar

Von Pagoden, Longyis und Nat-Geistern

Fr, 19.9.2014 - So, 3.5.2015

Im Jahr 1911 reiste Lucian Scherman, Direktor des Münchner Völkerkundemuseums, zusammen mit seiner Frau Christine nach Burma, dem heutigen Myanmar. Die beiden legten eine weltweit einzigartige ethnographische Sammlung an, zu der mehr als 2300 Objekte, 1200 Fotografien, ausführliche Reisetagebücher und Tonaufnahmen zählen. Die schönsten und kostbarsten Stücke der Sammlung sind nun erstmals in einer herausragenden Präsentation zu sehen. Begleiten Sie uns auf den Spuren des Forscherpaares durch eines der faszinierendsten Länder Asiens: Sie begegnen den verschiedensten Volksgruppen und deren Lebensweise, gewinnen Einblicke in den myanmarischen Alltag, tauchen ein in religiöse Feste und staunen über einmalige Kunstwerke. Die Reise führt durch vielfältige Landschaften und eröffnet Ihnen den Zugang zu weitgehend Unbekanntem: Ob am lnle-See, Chindwin-Fluss oder in den weiten Bergregionen im Westen und Osten Myanmars – nur wenige Schritte entführen Sie in andere Welten.

Ausgangspunkt der „Reise“ ist ein Marktplatz, wie überall in der Welt auch in Myanmar Treffpunkt für Menschen aus nah und fern, Umschlagplatz für Handelswaren aller Art und Nachrichtenbörse.
Bewegten sich Schermanns seinerzeit noch „auf staubigen Straßen zu goldenen Pagoden“, so gelangen Sie sauberen Fußes zu den Höhepunkten der Ausstellung. Dazu zählt ein Marionettentheater, dessen Figuren nun nach hundert Jahren zu neuem Leben erweckt wurden.

Auch die neuesten Veränderungen des „Goldenen Landes" werden aufgezeigt und Sie können Zeuge der rasanten Entwicklungen Myanmars in den letzten Jahren werden. Wie verträgt sich eine schnellere, von wirtschaftlichen Zielsetzungen geprägte Lebensart mit der Spiritualität des Buddhismus in seiner speziell myanmarischen Ausformung? Wie lebendig ist der Glaube an die uralten Nat-Geister im neuen „Tigerstaat am Ayeyawady“? Sind die Naga immer noch ein „von Natur kampflustiges Volk“, wie es Christine und Lucian Scherman in ihrem Reisebericht in der Sprache ihrer Zeit ausdrückten?

Inspirierende Entdeckungen erwarten Sie im Ausstellungsbereich, der der zeitgenössischen Kunstszene Myanmars gewidmet ist. Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Nann Nann, Khin Zaw Latt, Zaw Win Pe oder Htein Lin belegen eindrucksvoll, wie fruchtbar der Boden des alten Burma, aber auch die politische Vergangenheit und Gegenwart des Landes für die Kunst des neuen Myanmar sind. Das spannende Begleitprogramm der Ausstellung rundet die Präsentation der Sammlung Scherman ab und bringt Ihnen Myanmar auf einzigartige Weise nahe.

Kommen Sie mit uns auf eine atemberaubende Reise!
Wir freuen uns auf Sie.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband (€ 24,80), ISBN 978-3-422-07267-1, im Deutschen Kunstverlag München.

Museum Fünf Kontinente

Maximilianstraße 42
D 80538 München

Telefon: +49 (0)89-2101 36 100
Fax: +49 (0)89-2101 36 247
E-Mail: museum.voelkerkunde@extern.lrz-muenchen.de