Museum Fünf Kontinente München

Das 1862 gegründete Museum Fünf Kontinente in München, ehemals Staatliches Museum für Völkerkunde, ist das älteste Museum seiner Art in Deutschland. Es verfügt heute über 160.000 Ethnographica und Kunstwerke außereuropäischer Völker, 135.000 fotografische Dokumente und eine über 100.000 Bücher umfassende Fachbibliothek. Ausgehend von den eigenen Sammlungen zeigt das Haus Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kulturen aus Afrika, Amerika, Asien, Australien, dem Orient, der Südsee und Europa auf. Das Museum steht für Weltoffenheit, kulturellen Dialog und Respekt vor den Menschen aus der ganzen Welt. In unseren ständigen Ausstellungen, in themenbezogenen Sonderausstellungen und Veranstaltungen laden wir Sie ein, die Einzigartigkeit und Vielfalt von Kulturen und der sie prägenden Menschen zu entdecken.

Lassen Sie sich in der Münchner Maximilianstraße in unbekannte Welten entführen und entdecken Sie im Museum Fünf Kontinente die Verbindungslinien zwischen außereuropäischen und unseren eigenen Kulturen.

In unserem Zweigmuseum im Residenzschloss Oettingen i. Bay. zeigen wir in wechselnden Ausstellungen Exponate aus den reichen Sammlungen des Münchner Hauses.


Sonderausstellungen

Últimos Testigos. Die letzte Rebellion der Maya in Yucatán.

Fotografien von Serge Barbeau

Fr, 1.7.2016 - So, 29.1.2017

Die Ausstellung fügt sich ein in den Rahmen des Dualen Jahres 2016/17, das im Zeichen des kulturellen Austausches zwischen Mexiko und Deutschland steht.

Die vielfältigen Kulturveranstaltungen und Ausstellungsprojekte des Dualen Jahres 2016/17 präsentieren sowohl die zeitgenössische Kultur Mexikos als auch Aspekte der präkolumbischen Kulturen. Mit seiner Ausstellung widmet sich das Münchner Museum Fünf Kontinente einer Gruppe der heute letzten noch lebenden Nachfahren der Maya.

Serge Barbeau, ein seit vielen Jahren in Mexiko lebender kanadischer Fotograf, hat berührenden Porträts von der Würde dieser Menschen geschaffen und ihren Unabhängigkeitswillen dokumentiert.

Den politischen Hintergrund für das opulente Porträt-Projekt liefert der sogenannte Kastenkrieg, la Guerra de Castas. Er fand von 1847–1901 auf der Halbinsel Yucatán statt. Dabei handelte es sich um einen Unabhängigkeitskrieg der Maya-Bevölkerung gegen die „weiße“ Oberschicht, mit dem sie sich gegen hohe Abgaben, harte Zwangsarbeit, soziale Ungerechtigkeit und zunehmenden Landraub zur Wehr setzte. Diesen Krieg konnte sie nicht gewinnen. Die Nachfahren jener kämpferischen Maya spüren bis heute die Folgen dieser Auseinandersetzung, denn noch immer führen sie ein Leben voller wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Benachteiligung.

Persönliche Erzählungen der oft über 100 Jahre alten Porträtierten, die während des Fotografierens aufgezeichnet wurden, machen die tiefe Verwurzelung in einem Glauben sichtbar, in dem das geistige Erbe der Maya und christliche Religion miteinander verschmelzen. Immer wieder taucht in den Interviews die Frage auf, ob denn la Guerra de Castas nicht doch bis heute andauert. Der 105-jährige Anastasio Estrada May lebt in der Gemeinde Melchor Ocampo und bringt es auf den Punkt: „Als Leutnant Evaristo Sulub und sein Unteroffizier mit den Bundessoldaten in Xyatil kämpften, war ich ungefähr zwölf Jahre alt. Das war das letzte Mal, dass die Maya auf die Armee geschossen haben – bis jetzt...“

Boxing Cuba. Hommage an einen Sport

Fr, 13.5.2016 - So, 11.9.2016

Boxen ist auf Kuba nicht nur einfach ein Sport. Boxen ist die Möglichkeit für junge Männer, der Perspektivenlosigkeit des Alltags zu entkommen. Und: Boxen bietet eine reelle Chance für einen sozialen Aufstieg in der Zukunft.

Ende 2015 begab sich die Münchner Fotokünstlerin Katharina Alt mit ihrer Kamera auf den Weg nach Kuba, um dort Spuren der Boxkultur zu entdecken und zu dokumentieren. Die Boxathleten der Karibikinsel gelten seit vielen Jahrzehnten als die erfolgreichsten der Welt.

Trotz einfachster Trainingsbedingungen gelingt es den Athleten durch höchstmöglichen Einsatz und ihre Hingabe an den Sport, immer wieder Siege bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen zu erringen. Die einzigartigen Porträtaufnahmen von Katharina Alt beschränken sich nicht nur auf die Favoriten der nächsten Olympischen Spiele 2016 in Brasilien. Vielmehr zeigen die Fotografien auch die Jugendarbeit der einfachen Sportschulen in Havanna. Gerade sie haben die wichtige Aufgabe übernommen, den Jugendlichen Perspektiven aufzuzeigen, ihnen ein Gefühl für eine reelle Zukunft zu vermitteln.

Katharina Alt porträtierte nicht nur Boxlegenden wie Emilio Correa Vailant (Padre), der 1972 olympisches Gold in München holte oder seinen Sohn Emilio, den Gold-Olympioniken von Barcelona 1992. Auch Boxerinnen, Trainer und Scouts, Ringrichter und Mannschaftsärzte, Jugendliche und Amateure bildete sie in ihren individuellen Momentaufnahmen der kubanischen Boxer-Szene ab.

Inmitten der Porträts zeigt die Ausstellung einen echten Berg-Boxring. Er ist alt, stammt aus den 1970er Jahren, ist immer noch in Gebrauch und strahlt gerade deshalb unverfälschte Authentizität aus.

Daneben leuchtet die dichte Atmosphäre des aktuellen Lebens auf Kuba immer wieder aus den Bildhintergründen hervor: Plätze, Straßen, ganze Viertel Havannas, die so kein Touristenprospekt wiedergibt. Damit erschließt sich dem Besucher ganz nebenbei die Lage der Sportschulen, ihre Umgebung und organische Eingebundenheit ins jeweilige Ambiente.

Museum Fünf Kontinente

Maximilianstraße 42
D 80538 München

Telefon: +49 (0)89-2101 36 100
Fax: +49 (0)89-2101 36 247
E-Mail: kontakt@mfk-weltoffen.de

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