SONDERAUSSTELLUNGEN

Des Kaisers geschenkte Kleider

25 Meisterwerke textiler Kunst aus Asien. Die Sammlung Marx

Do, 2.2.2012 - So, 30.9.2012

Erstmals ist im Völkerkundemuseum München die einzigartige Sammlung asiatischer Textilien von Claus-Peter Marx (gest. 2009) und Agnes Marx (gest. 2011) zu sehen.
Seit den 1970er Jahren trug das Tutzinger Sammlerehepaar mit großer Begeisterung und Kennerschaft exquisite Textilien zusammen.
Die chinesischen Gewebe der Sammlung zeichnen sich durch ihr hohes Alter, ihre Farbenfreudigkeit und höchste Kunstfertigkeit in Stickerei und Verarbeitung aus.
Einige Textilien wurden für den chinesischen Kaiserhof der Ming-Zeit (1369-1643) gefertigt, wie sich aus dem Symbol des Drachens mit fünf Klauen (nicht nur vier wie sonst üblich) und dem prachtvollen kaiserlichen Gelb ablesen lässt.
Der chinesische Kaiser zeichnete mit diesen besonderen Stoffen hohe Würdenträger aus, unter denen auch mongolische und tibetische Fürsten und Mönche waren.
Eines der Gewebe ist daher in Form eines tibetischen Mönchsgewandes in der Ausstellung zu bewundern.
Zu den Glanzstücken der Sammlung Marx gehören eine Reihe feinster osmanischer Stoffe und Stickereien aus dem 16.-17. Jahrhundert, große repräsentative Tücher aus Samt, Seide und Goldbrokat für den höfischen und vornehmen Wohnbereich.
Die Blütenmuster der Textilien erinnern an den Paradiesgarten, der nach islamischer Vorstellung ein Ort der vollkommenen Harmonie ist.
Vergoldete Altarornamente und Götterstatuen aus tibetischen Tempeln bereichern die Präsentation.

Oya. Von osmanischer Mode zu türkischer Volkskunst

Fr, 20.5.2011 - So, 29.4.2012

Vor hundert Jahren war das Tragen von Oya (Nadelspitze) im osmanischen Reich Mode.Heute ist in der Türkei das Anfertigen der Oya beliebte Volkskunst.

Im frühen 19. Jahrhundert treten sie in Erscheinung - bunte Blüten aus feinster seidener Nadelspitze. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind sie bereits im ganzen osmanischen Reich verbreitet, in Kleinasien, auf dem Balkan, den Inseln der Ägäis, in Palästina und Ägypten. Oya schmücken Kopftücher, aber auch Fese und Geldbeutel.

Heute sind Oya türkische Volkskunst, werden mit Vorstellungen aus dem Volksglauben und alten Mythen verbunden. Die Oya sind nur noch selten aus Seide gearbeitet, sondern meist aus Nylongarn. Nach altem Brauch verwahrt man sie in der Aussteuertruhe, sie werden aber auch auf dem Bazar verkauft sowie im Internet angeboten.

Das Münchner Völkerkundemuseum zeigt Oya-Beispiele vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit sowie zahlreiche Fotografien. Die Ausstellung wird unterstützt von der "Gesellschaft der Freunde Islamischer Kunst und Kultur" und der "Deutsch-Türkischen Gesellschaft Bayern" in München.

STAATLICHES MUSEUM FÜR VÖLKERKUNDE MÜNCHEN

Maximilianstraße 42
D-80538 München

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