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Schauspiel Stuttgart

Ehemals Königliche Hoftheater, 1909 bis 1912 von Max Littmann als Doppeltheater mit Opern- und Schauspielhaus erbaut. 1924 wurden die Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Erhalten blieb nach dem II. Weltkrieg nur das mit klassizistischen Säulen geschmückte Große Haus.
Im Schauspielhaus finden Veranstaltungen des Schauspiel Stuttgart und des Stuttgarter Balletts statt. Nach Diskussionen über eine Wiedererrichtung begann man 1959 nach der Kriegszerstörung an alter Stelle mit einem Neubau nach Entwürfen von Hans Volkart. 1962 konnte das Schauspiel den Spielbetrieb im Kleinen Haus aufnehmen. 2002 wurde der Bau in Schauspielhaus umbenannt. Das Schauspielhaus wurde von 2010 bis 2013 grundständig saniert und im September 2013 wiedereröffnet.

Kontakt

Schauspiel Stuttgart
Oberer Schloßgarten 6
D-70173 Stuttgart

Telefon: +49 (0)7 11-20 32-0

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Theater

Italienische Nacht

Volksstück von Ödön von Horváth

Premiere: 21. September 2019

„1930-?, in einer süddeutschen Kleinstadt“, so Horváths Angaben zum Stück. Im Wirtshaus Lehninger bereitet sich die Ortsgruppe des republikanischen Schutzverbandes auf ihre „italienische Nacht“ vor. Und Ortsvorstand Stadtrat Ammetsberger will sich das festliche Beisammensein mit Tanz und Gesang von keiner Seite vermiesen lassen. Weder von den Faschisten, die zeitgleich ihren „deutschen Tag“ mit einem Aufmarsch in der Stadt und einer militärischen Nachtübung begehen. Noch von dem jungen Genossen Martin, der vor der braunen Gefahr warnt und seinerseits zur Bewaffnung aufruft.
Er fordert seine Freundin Anna auf, die Pläne der Faschisten auszuspionieren, und schickt sie damit „auf den politischen Strich“, wie ihm sein Freund Karl vorhält, der selber die italienische Nacht nutzt, um die unpolitische Leni zu verführen. Martin kündigt Karl die Freundschaft. Für ihn ist er nur ein „halber Mensch“, weil er politisch unzuverlässig ist und ständig mit seiner Erotik in Konflikt gerät. Da erscheint Anna mit der Nachricht, dass die Faschisten im Anmarsch sind, um die italienische Nacht zu sprengen und die Herren Republikaner zu verprügeln.
In seinem 1931 uraufgeführten politischen Volksstück beschreibt Ödön von Horváth (1901 bis 1938) die Blindheit der demokratischen Kräfte vor dem aufziehenden Nationalsozialismus. Er erzählt von ideologischen Kämpfen der Jungsozialisten, saturierten Parteibonzen („draußen Prolet, drinnen Kapitalist“) und einer bürgerlichen Welt, hinter deren gemütlicher Fassade sich Herzenskälte und Bestialität verbergen.

Inszenierung / Bühne: Calixto Bieito
Bühne: Helen Stichlmeir
Kostüme: Sophia Schneider
Musik: Barbora Horáková
Licht: Sebastian Isbert
Dramaturgie: Ingoh Brux, Bastian Boẞ

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Theater

Echt Schmidt

Folge 1 der Show-Reihe der ehrlichen Worte
mit Entertainer Harald Schmidt

Premiere: 28. September 2019

In der Oper habe ich alles erreicht. Jetzt möchte ich im Schauspiel radikal an meine Grenzen gehen.“ Mit diesen Worten sorgte YouTube-Ikone Harald Schmidt für den Paukenschlag des Sommers im Schloßgarten. Der Hipster unter den Stadttheaterlegenden verabredete per Handschlag mit Schauspielintendant Burkhard C. Kosminski mehrere Abende auf der legendären Bühne zwischen Baugrube und Adenauer-Allee. Unter den Arbeitstiteln „Echt! Schmidt?“, „Echt? Schmidt!“, „!Echt Sch?midt“ und „@cht ??? sc#midt“ wird derzeit ein Konzept erarbeitet, das durchaus als Projekt enden könnte. Proben, feste Texte und andere Leute auf der Bühne wird es nicht geben. „Für sowas schmeißen wir im Staatstheater kein Geld raus“, lässt sich Schmidt zitieren. „Das ist beim Rückbau unserer Autoindustrie sinnvoller investiert.“
Nach ersten Plänen wird Schmidt auf der Bühne stehen und das Publikum unten sitzen. „Wir wollen alte Gewohnheiten bewusst dystopisch bearbeiten“, verriet der Nürtinger anlässlich eines Pressefrühstücks bei Ützel Brützel in der Königstraße. „Stuttgart ist Europa und Europa ist Stuttgart. Auf unseren Bühnen wurde lange genug deutsch gesprochen. Jetzt ist es Zeit für Klartext.“ Was genau an den Abenden passiert? „Ich lass mich selbst überraschen“, so der ehemalige belgische Steuerflüchtling. „Des isch mei kindliche Neugier. Wenn i die nemme hab, hör' i auf mitm Theater.“ Seien Sie dabei, wenn es soweit ist!

Termine der Folgen 1-6 in der Spielzeit 2019/20, jeweils 21 Uhr im Schauspielhaus:
Sa – 28. Sep 19: ECHT SCHMIDT
Do – 31. Okt 19: Echt? Schmidt?
Do – 12. Dez 19: Echt! Schmidt?
Do – 5. Mär 20: Echt? Schmidt!
Mo – 11. Mai 20: !Echt Sch?midt
Fr – 19. Jun 20: @cht ??? sc#midt

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Familienprogramm

Der satanarchäo-lügenialkohöllische Wunschpunsch

Familienstück ab 6 Jahren von Michael Ende

Premiere: 20. Oktober 2019

„Beim teuflischen Timing!“ Es ist Silvester und nur noch wenige Stunden bis Mitternacht. Beelzebub Irrwitzer, geheimer Zauberrat, hat das vorgeschriebene Jahressoll böser Taten nicht erreicht, zu dem er von „seiner Höllischen Exzellenz“ vertraglich verpflichtet ist. Und so steht plötzlich Maledictus Made vor ihm, ein Beamter des Teufels, der droht, Irrwitzer zu pfänden. Aber wie soll er in so kurzer Zeit die vorgeschriebenen zehn Tierarten ausrotten, fünf Flüsse vergiften und eine Seuche in die Welt setzen? Auch seine giftige Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, hat von Made Besuch bekommen und steckt im selben Schlamassel.
Ausgerechnet die eigenen Haustiere haben den beiden das böse Handwerk unmöglich gemacht – Irrwitzers naiver Kater Maurizio di Mauro und Tyrannjas altkluger Rabe Jakob Krakel sind Spione des Hohen Rats der Tiere. Obwohl sich Hexe und Zauberer auf den Tod nicht ausstehen können, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich zusammenzuschließen und zum letzten Mittel zu greifen: einen satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch zu brauen. Dieser erfüllt jeden Wunsch mit einer magischen Umkehrwirkung, sodass die Bösewichte vorgeben können, Gutes zu tun, um noch rechtzeitig Böses zu schaffen. Aber so leicht lassen sich die Tiere nicht an der Nase herumführen. Mit Jakobs Witz und Maurizios Schneid sind die beiden immer einen Schritt voraus.

Inszenierung: Patricia Benecke
Bühne: Monika Frenz
Kostüme: Gwendolyn Bahr
Licht: Adrian Groß
Musik: Bettina Ostermeier
Dramaturgie: Carolin Losch

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Theater

Die Marquise von O.

nach Heinrich von Kleist

Premiere: 26. Oktober 2019

Was hat dazu geführt, dass eine junge Frau „ohne ihr Wissen in andere Umstände gekommen“ ist? Wie kann man sich der wirklichen Wahrheit nähern? Die Leerstellen in Heinrich von Kleists Novelle schüren die Phantasie von allen eventuellen Realitäten. In forensischer Kleinarbeit entsteht so eine Schlaufe aus variierten Wiederholungen von Realitäten, die alle Möglichkeiten des wirklichen Tatbestandes beleuchten.

Inszenierung: Zita Gustav Wende
Bühne und Kostüme: Katharina Grof
Licht: Rainer Eisenbraun
Dramaturgie: Juliane Logsch
Dramaturgische Beratung: Christina Schlögl

eine Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg

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Theater

Die Physiker

von Friedrich Dürrenmatt

Warum sollte die Weltformel zur absoluten Vorherrschaft, um die sich die Großmächte schlagen, nicht dort zu finden sein, wo Isaac Newton und Albert Einstein sich die Klinke in die Hand geben: im Irrenhaus? Dorthin flieht auch der Kernphysiker Möbius vor seiner Familie und der Verantwortung, denn er hat die furchtbare Formel entdeckt, das Problem der Gravitation gelöst und das System aller möglichen Erfindungen erfunden. Nur in der Psychiatrie ist er noch frei, in der Öffentlichkeit wären seine Gedanken Sprengstoff.
Doch auch im abgeriegelten Rahmen der Anstalt kann sein zerstörerisches Wissen nicht ruhen: Einstein und Newton entpuppen sich als Agenten zweier konkurrierender Geheimdienste, die sich ebenfalls als geisteskrank ausgegeben haben. Im Irrenhaus des Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd kann aber nur bleiben, wer auf überzeugende Art und Weise verrückt ist. Deswegen muss Patient Beutler nicht nur glauben, er sei Newton, Patient Ernesti, er sei Einstein, und Patient Möbius, ihm erscheine der König Salomo, sondern sie müssen allesamt ihre Krankenschwestern ermorden. Die Polizei lässt sich von ihrem Schauspiel überzeugen, und Mathilde von Zahnd wird auf ihre ganz eigene Art Teil der Performance. Als Pfleger und Schwestern die Physiker zum Essen im Salon alleine lassen, kann ein drohender Showdown gerade noch abgewendet werden, und die diplomatischen Verhandlungen über die Geschicke der Welt können beginnen. Denn: „Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.“
Friedrich Dürrenmatt (1921–1991) ist einer der bedeutendsten Schweizer Schriftsteller und ein Meister der Groteske. 1956 wurde er mit seinem Stück Der Besuch der alten Dame weltweit bekannt, 1962 konnte er im zeitgeschichtlichen Kontext des Kalten Krieges mit Die Physiker an diesen Erfolg anknüpfen. Dürrenmatt entwickelte seinen eigenen Typus der Tragikomödie, den er dramentheoretisch als „die einzig mögliche dramatische Form, heute das Tragische auszusagen“, begründete.

Inszenierung: Cilli Drexel
Bühne: Judith Oswald
Kostüme: Janine Werthmann
Musik: Bärbel Schwarz
Licht: Jörg Schuchardt
Dramaturgie: Carolin Losch

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Theater

Othello

von William Shakespeare

"Und wenn ich dich nicht liebe, so ist das Chaos wieder da."

Othello, General der Republik Venedig, kennt den Krieg, sonst aber wenig. Er ist kein Mann zum Heiraten, sein Soldatenberuf füllt ihn ganz aus. Und er ist deshalb so verletzlich, weil Shakespeare keine Macht einführt, die sich Othellos Widersacher Jago entgegenstellt. Desdemona verliebt sich – trotzdem – in den Kriegshelden und er sich in ihre Liebe zu ihm. Aber diese Liebe ist es, die ihm zum Verhängnis werden wird.
Desdemona ist Othellos Halt in einer haltlosen Welt – einer Welt, die ihn, den Fremden, nur duldet und als Kriegswaffe einsetzt. Wirklich akzeptiert wird er nicht. Sein Selbstbild ist von einem professionellen Bewusstsein geprägt, denn immerhin hat er es im Dienst des venezianischen Staates zu Ansehen gebracht. In der Gesellschaft aber bleibt er der Outsider, der Wilde, Triebhafte und Ausländer, dem nicht zu trauen ist.
Die Intrige, die sein Fähnrich Jago (einer der ungemütlichsten Bösewichte der Weltliteratur) gegen ihn in Gang setzt, weil dieser sich von ihm übergangen fühlt, und die ein Verhältnis des Leutnants Cassio mit Desdemona behauptet, wird von Othello zu spät erkannt. Nicht nur Desdemona stirbt von seiner Hand, auch er selbst, als er den Betrug erkannt hat.
Die Liebe ist tot und das Chaos kehrt zurück …

Inszenierung: Burkhard C. Kosminski
Bühne: Florian Etti
Kostüme: Ute Lindenberg
Musik: Hans Platzgumer

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Schauspiel

Medea

von Franz Grillparzer

Der Grieche Jason und die Königstochter Medea befinden sich auf der Flucht. Medea hat Jason geholfen, das Goldene Vlies zu rauben, ein kostbares Widderfell, das ihr Vater, Herrscher des sagenumwobenen Kolchis an der Küste des Schwarzen Meeres, einst durch einen heimtückischen Mord in seinen Besitz gebracht hatte. Medea hat doppelte Schuld auf sich geladen: Sie hinterging ihren Vater und verursachte den Tod ihres Bruders. Jason und Medea segelten einer vermeintlich gloriosen Zukunft entgegen, doch nirgendwo sind sie willkommen. Medea ist als Ehefrau nicht gesellschaftsfähig, zu groß ist die Furcht der Griechen vor der zauberkundigen Medea, die sie als „Barbarin“ brandmarken. Nach jahrelanger Irrfahrt landen die beiden Liebenden in Korinth. Jason entschließt sich zu einem radikalen Neuanfang, denn für ein Leben auf der Verliererseite ist er nicht geschaffen. Kreon, König von Korinth, macht ihm ein verlockendes Angebot. Wenn Jason seine Tochter Kreusa heiratet, erhält er ein dauerhaftes Bleiberecht für sich und seine Kinder. Medea droht die Verbannung.
Seit über 2000 Jahren fasziniert der Mythos Medea. Für Jason hat sie alles geopfert: ihre Familie, ihre Heimat, ein selbstbestimmtes Leben. Konfrontiert mit Verrat und Treuebruch und angesichts ihrer völligen Entrechtung, der Auslöschung jeglicher Lebensperspektive entschließt sich Medea zu einer ungeheuren Tat: Sie tötet ihre eigenen Kinder.

Inszenierung: Mateja Koležnik
Bühne: Raimund Orfeo Voigt
Kostüme: Alan Hranitelj
Komposition: Nikolaj Efendi
Choreographie: Matija Ferlin
Licht: Felix Dreyer
Dramaturgie: Carolin Losch
Dramaturgische Mitarbeit / Dolmetschertätigkeit: Alina Zeichen

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Schauspiel

Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel

von Theresia Walser

Drei Diktatorengattinnen treffen sich zu einer Pressekonferenz. Anlass ist die geplante Verfilmung ihres Lebens. Redlich versucht ein Dolmetscher zwischen den Frauen zu vermitteln – und befördert wider Willen einen Wettstreit des Monströsen, in dem schon kleinste Missverständnisse fatale politische Verwerfungen auslösen. Dabei sind die drei Damen längst nicht mehr im Amt. „Wo kein Volk ist, muss auch nicht gewunken werden.“ Die Männer von Frau Margot und Frau Imelda sind unfriedlich verstorben und der von Frau Leila steht aktuell „vor so einem grotesken holländischen Gericht, Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Die Gründe für ihre Vertreibung ins Exil kann keine von ihnen nennen. Obwohl die Zeitläufe eine deutlich andere Sprache sprechen, weigern sich die drei buchstäblich, ihre Uhren umzustellen, und befinden unisono, dass ihre Biographien viel zu überwältigend seien, um in einen banalen Film zu passen; allein die Oper könnte das angemessene Medium sein ...

Der Titel des Stücks bezieht sich auf ein Gedicht von Gaddafi, in dem es heißt: „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“. Der ehemalige libysche Diktator stellt sich dort als einsamer Herrscher dar, der vom Volk ungerechterweise verfolgt wird. Bei Theresia Walser betreten die Gattinnen der Diktatoren die Bühne. Es sind drei Frauen, denen ein großer Machtwille nachgesagt wird, die aber von außen gesehen mehr oder weniger in der zweiten Reihe zu stehen schienen. Die Theaterfiguren besitzen einen realen Hintergrund, was sich allein schon an den Namen zeigt. Hinter Frau Margot lässt sich unschwer Frau Honecker vermuten, hinter Frau Imelda die Gattin von Fernando Marcos von den Philippinen und hinter Frau Leila verbirgt sich eine Mischung aus Leila Ben-Ali, Suzanne Mubarak und Asma Assad. In ihren bizarren Gedanken- und Argumentationsmustern offenbaren sie sich als grandiose Selbstdarstellerinnen, die sich ihre grausamgrotesken Lebensgeschichten schönreden.

Inszenierung: Burkhard C. Kosminski
Bühne: Florian Etti
Kostüme: Ute Lindenberg
Musik: Hans Platzgumer
Licht: Nicole Berry
Dramaturgie: Ingoh Brux

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Theater

Der goldene Topf

Ein Märchen aus neuester Zeit auf dem Theater erzählt nach E.T.A. Hoffmann

Am Himmelfahrtstag stolpert der Student Anselmus in Dresden über den Marktkorb eines Apfelweibes. Obwohl er den Schaden mit seinem letzten Geld ersetzt, verflucht ihn die Alte: Er werde bald in einen Kristall fallen. Sein Missgeschick und sich selbst bedauernd, sitzt Anselmus unter einem Holunderbusch. Da hört er die verführerischen Stimmen von drei Schlangen und verliebt sich in die blauen Augen von Serpentina. Sein Freund, der Konrektor Paulmann, und dessen Tochter Veronika holen ihn zurück in die Realität. Veronika möchte Anselmus heiraten und ein geregeltes Leben an der Seite des angehenden Hofrates führen. Auch er selbst ist der Aussicht auf eine bürgerliche Existenz nicht abgeneigt. Im Haus des Archivarius Lindhorst, für den Anselmus exotische Manuskripte kopiert, begegnet er erneut Serpentina und erliegt der Magie ihrer fantastischen Welt. In Wirklichkeit ist Lindhorst ein Zauberer, der mit seiner Tochter Serpentina vor Urzeiten aus seiner Heimat Atlantis verbannt wurde. Hin- und hergerissen zwischen der bürgerlichen Welt Veronikas und dem Reich der Phantasie, welches Serpentina ihm eröffnet, ereilt ihn der Fluch des Apfelweibes …
„Ein Märchen aus der neuen Zeit“ nannte Hoffmann seine Novelle, die heute als ein Hauptwerk der Romantik gilt. Ihm ging es darum, „die Basis der Himmelsleiter, auf der man hinaufsteigen will in höhere Regionen, im Leben zu befestigen, so dass jeder nachzusteigen vermag.“ Zwischen der Vernunftehe mit Veronika und der magischen Liebe zur Schlangenfrau entscheidet sich der Traumtänzer Anselmus schließlich für ein Leben als Dichter an der Seite von Serpentina im sagenumwobenen Atlantis.
E. T. A. Hoffmann (1776–1822), der selbst eine Doppelexistenz als Künstler und Beamter führte, gilt als Dichter des Unbewussten. Der Konflikt zwischen innerer und äußerer Welt, zwischen der Welt des Geistes und dem materialistisch-bürgerlichen Leben, der sein ganzes Werk durchzieht, wird bei ihm ins Unheimliche und Fantastische gewendet, weshalb er auch den Beinamen Gespenster-Hoffmann bekam.

Inszenierung, Bühne, Kostüm: Achim Freyer
Mitarbeit Regie: Sebastian Sommer
Mitarbeit Bühne: Moritz Nitsche, Petra Weikert
Mitarbeit Kostüm: Wicke Naujoks
Musik: Alvin Curran
Video: Jakob Klaffs, Hugo Reis
Licht: Felix Dreyer
Dramaturgie: Ingoh Brux, Klaus-Peter Kehr

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Theater

Die Wildente

von Henrik Ibsen

Der Fotograf Hjalmar Ekdal führt mit Ehefrau Gina und der vierzehnjährigen Hedwig ein bescheidenes, aber glückliches Leben. Während er an einer angeblich großen Erfindung arbeitet, betreiben seine Ehefrau und Hedwig das Fotoatelier. Der ganze Stolz der Familie ist ihr Dachboden. Hier lebt neben Kaninchen und Tauben auch eine angeschossene Wildente, die besonders von Hedwig abgöttisch geliebt wird. Als Gregers, der Sohn des Grubenbesitzers Werle, bei ihnen als Untermieter einzieht, bekommt das Familienidyll Risse.
Gregers ist ein idealistischer Wahrheitsfanatiker. Im guten Glauben, Hjalmar die Augen öffnen zu müssen, dass er in einer Scheinwelt lebt, konfrontiert Gregers seinen Jugendfreund mit der Vergangenheit von dessen Ehefrau. Dass die Wahrheit nicht nur Hjalmar, sondern die ganze Familie Ekdal zerstört, hat er dabei nicht bedacht.
Ibsens Stücke beschreiben den Organismus „Familie“ als bürgerliches Schlachtfeld. Seine Stadtwohnungen, Zimmer, Dachkammern sind Gehäuse familiärer Ausweglosigkeit. Dort bündeln sich die unterschiedlichsten Lebenslinien zu einem komplizierten, generationenübergreifenden Gespinst der Bezüge und Abhängigkeiten existenzieller, emotionaler, aber auch materieller Natur. Ein ideales Aufmarschgebiet für alte und neue Gespenster in jeglicher Form. Der Dachboden dient Hjalmar als Rückzugsort vor einer Lebenswelt, in der er keine Chancen mehr für seine Selbstverwirklichung sieht. Während er seine Arbeit als Fotograf als Zwang empfindet, fühlt er sich hier frei und entwickelt eine ungeahnte Aktivität. Die Natur als Ort der Freiheit taucht jedoch nur mehr als Fantasie eines verlorenen Glücks auf.
„Dichten“, schrieb Henrik Ibsen (1828–1906), heißt „Gerichtstag halten über sein eignes Ich.“ In seinen Tragikomödien konfrontiert der norwegische Dramatiker die bürgerliche Gesellschaft mit sich und ihren Widersprüchen und entlarvt ihre Lebenslügen. „Nehmen Sie einem Durchschnittsmenschen die Lebenslüge, so nehmen Sie ihm sein Glück“, sagt der Arzt Relling in der Wildente

Inszenierung: Elmar Goerden
Bühne: Silvia Merlo & Ulf Stengl
Kostüme: Lydia Kirchleitner
Musik: Helena Daehler
Dramaturgie: Ingoh Brux

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Die Wildente

Aufführungen / Ballett Staatsoper Stuttgart Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3
Aufführungen / Theater Theater der Altstadt Stuttgart Stuttgart, Rotebühlstraße 89
Aufführungen / Theater Theater tri-bühne Stuttgart Stuttgart, Eberhardstraße 61A
Aufführungen / Theater Theater Rampe Stuttgart Stuttgart, Filderstraße 47
Aufführungen / Theater LIMA-Theater Esslingen Esslingen, Landolinsgasse 1
Aufführungen / Theater AuGuSTheater Neu-Ulm Neu-Ulm, Silcherstraße 2
Aufführungen / Theater Wilhelma Theater Stuttgart Stuttgart, Neckartalstraße 9

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