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Schauspiel Stuttgart

Ehemals Königliche Hoftheater, 1909 bis 1912 von Max Littmann als Doppeltheater mit Opern- und Schauspielhaus erbaut. 1924 wurden die Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Erhalten blieb nach dem II. Weltkrieg nur das mit klassizistischen Säulen geschmückte Große Haus.
Im Schauspielhaus finden Veranstaltungen des Schauspiel Stuttgart und des Stuttgarter Balletts statt. Nach Diskussionen über eine Wiedererrichtung begann man 1959 nach der Kriegszerstörung an alter Stelle mit einem Neubau nach Entwürfen von Hans Volkart. 1962 konnte das Schauspiel den Spielbetrieb im Kleinen Haus aufnehmen. 2002 wurde der Bau in Schauspielhaus umbenannt. Das Schauspielhaus wurde von 2010 bis 2013 grundständig saniert und im September 2013 wiedereröffnet.

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Schauspiel Stuttgart
Oberer Schloßgarten 6
D-70173 Stuttgart

Telefon: +49 (0)7 11-20 32-0

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Schauspiel

Der Triumph der Waldrebe in Europa

von Clemens J. Setz

Uraufführung: 14.10.2022

Der achtjährige David Herzer ist tot. Ein Autounfall verändert das Leben seiner Eltern mit einem Schlag. Ihr Sohn hinterlässt eine Leerstelle, die Renate und Konrad Herzer nicht akzeptieren können. Mithilfe digitaler Medien erschaffen sie eine Welt, in der David weiterlebt. Auf ihrem Blog gibt Renate Herzer täglich Einblicke in ihr Familienleben. Die Öffentlichkeit reagiert gespalten. Ein Fernsehteam besucht die Eltern, um einen Film über den „Fall David Herzer“ zu drehen. Die Schule will David nicht mehr am Unterricht teilnehmen lassen. Die Debatte eskaliert, als der YouTuber Tim Feels ein kritisches Video über den Umgang der Eltern mit ihrem verunglückten Sohn postet. „Mein Sohn gehört nicht der Erde, er gehört uns“, sagt Renate in einem Interview. Sie kämpft gegen Hasskommentare und für das Weiterleben ihres Sohnes. Die mediale Resonanz legitimiert die Welt, die sich das Ehepaar geschaffen hat. Je mehr Aufmerksamkeit David bekommt, desto lebendiger scheint er zu werden.

Clemens J. Setz entwickelt in seinem neuen Stück ein düsteres Spiel über den Umgang mit dem Tod in unserer medialen Welt. Sind die Toten wirklich tot oder können sie im Virtuellen weiterleben? Wie beeinflusst die digitale Welt unsere Vorstellung von Unsterblichkeit? Gibt es eine digitale Unsterblichkeit, und was folgt daraus für unser „reales“ Leben? Was bedeutet Authentizität in einer Welt, in der sich jede:r vermeintlich „real“ im Netz darstellen kann?

Inszenierung: Nick Hartnagel
Bühne: Yassu Yabara
Kostüme: Tine Becker
Musik: Lukas Lonski
Licht: Stefan Maria Schmidt
Dramaturgie: Ingoh Brux, Sarah Tzscheppan
Choreografie: Stefanie Bloch

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Schauspiel

Der gute Mensch von Sezuan

Parabelstück von Bertolt Brecht mit Musik von Paul Dessau

Premeire: 15.10.2022

In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln

Drei Götter steigen auf die Erde herab, da immer mehr Klagen über die Unbewohnbarkeit der Welt zu ihnen dringen. Sie einigen sich auf einen Minimalkonsens: Die Verhältnisse können bleiben, wie sie sind, wenn genügend gute Menschen gefunden werden, die ein menschenwürdiges Dasein leben können. Der Prostituierten Shen Te geben die Götter ein Startkapital, um einen kleinen Tabakladen zu eröffnen. Schlagartig sieht sich Shen Te von Bittstellern umgeben, die an ihrem bescheidenen Wohlstand teilhaben möchten. Shen Te erschafft sich ein Alter Ego, sie tritt als ihr skrupelloser Vetter Shui Ta auf den Plan. Er gründet eine Tabakfabrik, in der die Angestellten unter unwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Als das Gerücht aufkommt, Shui Ta habe seine Cousine ermordet, sieht sich Shen Te von allen Seiten umstellt.
Die Götter haben ausgedient. Sie stehlen sich aus der Verantwortung, verweisen den Menschen auf sich selbst und kehren schließlich reichlich ramponiert in den Himmel, also ins „Nichts“, zurück. Güte als absolutes moralisches Gesetz scheint unmöglich.

Die Frage, ob moralisches Empfinden als oberste Handlungsmaxime gelten kann, beschäftigt die Philosophie seit jeher. Bertolt Brechts 1943 in Zürich uraufgeführtes Parabelstück verdichtet dieses Dilemma: Kann ein guter Mensch im kapitalistischen Wirtschaftssystem überleben oder wird Güte erst durch Unbarmherzigkeit ermöglicht? Shen Te, der gute Mensch von Sezuan, klagt die Verantwortung jede:r Einzelnen ein: „Oh, ihr Unglücklichen! Eurem Bruder wird Gewalt angetan, und ihr kneift die Augen zu! Der Getroffene schreit laut auf, und ihr schweigt?“

Inszenierung: Tina Lanik
Bühne und Kostüm: Stefan Hageneier
Licht: Felix Dreyer
Dramaturgie: Carolin Losch
Musikalische Leitung: Cornelius Borgolte
Musiker:innen: Tommy Baldu, Clara Vetter, Martin Wiedemann, Lisa Wilhelm
Gesangscoach: Sandra Hartmann

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Schauspiel

Die Präsidentinnen

von Werner Schwab

Premiere: 22.10.2022

Allzu gerne würden sie einen Zipfel vom Glück erhaschen und bleiben doch nur die Präsidentinnen ihres Unglücks: die Mindestpensionistinnen Erna und Grete. Erna hat sich der Religion und der Sparsamkeit verschrieben, gießt ihren Kaffee mit Toilettenpapier auf und trägt eine Pelzhaube von der Mülldeponie. Sie sorgt sich um ihren Sohn Herrmann, der dem Alkohol zuspricht und nicht im Traum daran denkt, ihr Enkel zu schenken. Grete, von ihrem Mann für eine Achtzehnjährige verlassen, hat sich ihren Dackel Lydia zur neuen Lebenspartnerin erkoren. Mariedl, die dritte im Bunde, ist Klofrau von Beruf und aus Berufung. Gegen die Verlockungen der Liebe sind sie dennoch nicht gefeit. Erna träumt von einer Liaison mit dem örtlichen Fleischer, dem Wottila Karl, und Grete fantasiert sich eine Zukunft als Gutsherrin mit dem feschen Musikanten Freddy herbei. Mariedl hingegen würde gerne einmal unter dem Jubel einer großen Menge ihre Meisterschaft unter Beweis stellen. Ihre Tagträume arten in eine erbitterte Zimmerschlacht aus, an deren Ende eine der drei auf der Strecke bleibt.

Werner Schwab zündet in seinem längst zum modernen Klassiker avancierten „Fäkaliendrama“ ein komödiantisches Feuerwerk. Seine Präsidentinnen sind Königinnen ihres Leids. Gefangen in ihren Lebenslügen sitzen sie auf einem Vulkan unterdrückter Sehnsüchte und unerfüllter Begierden. „Das sind Leute, die glauben, alles zu wissen, über alle zu bestimmen. Eine Form von Größenwahn“, schrieb Schwab über sein infernalisches Frauen-Trio.

Inszenierung: Amélie Niermeyer
Bühne: Christian Schmidt
Kostüm: Kathrin Brandstätter
Mitarbeit Bühne: Helen Stichlmeir
Musik: Imre Lichtenberger Bozoki
Mitarbeit Musik: Jacob Suske
Licht: Felix Dreyer
Dramaturgie: Christina Schlögl

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Schauspiel

Ein Volksfeind

von Henrik Ibsen

Viel Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung verspricht das neue Kurbad einer verschuldeten Kleinstadt. Touristen und Badegäste sollen in den Ort gelockt werden. Dann aber macht der Badearzt Thomas Stockmann eine Entdeckung: Das vermeintlich heilende Wasser ist verseucht. Schuld daran ist pikanterweise der giftige Schlamm aus der Gerberei seines Schwiegervaters, der durch schlampig verlegte Zuflussrohre ins Badewasser gelangt. Aber damit nicht genug, auch das Trinkwasser der Stadt scheint davon betroffen – ein Umweltskandal, der es in sich hat.
Was die Stadtpolitik zu vertuschen versucht, will Stockmann an die Öffentlichkeit bringen. Sein Bruder, Bürgermeister der Stadt, möchte das mit aller Kraft verhindern. Denn die Stadt würde so ihre einzige Einnahmequelle verlieren, die Schulden würden steigen, Arbeitsplätze gingen verloren – seine Wiederwahl wäre gefährdet. Das aber lässt Stockmann nicht gelten: Recht, Wahrheit und die Gesundheit aller stehen für ihn an oberster Stelle, müssen über Macht- und Wirtschaftsinteressen den Sieg davontragen, sonst drohe der Verfall der Gesellschaft und das Land sei dem Untergang geweiht. Er ruft eine „Revolution“ aus, die einzig mögliche, radikale Lösung, um gegen die Lüge und die Dummheit ins Feld zu ziehen. Aber die Mehrheit der Bürgerschaft, Presse und Politik setzen sich zur Wehr und erklären Stockmann zum Volksfeind. Ein moderner Kohlhaas gegen den Rest der Welt? Der Kampf Stockmanns um Wahrheit und Freiheit ist also noch lange nicht zu Ende.

Je schwächer die demokratische Gesellschaft, desto größer ihre Anfälligkeit für Radikallösungen. Ein Volksfeind, 1883 geschrieben, gehört zu den Meisterdramen des norwegischen Schriftstellers Henrik Ibsen (1828–1906). Er zeigt darin, wie eng Eigeninteresse, Freiheitsrechte und Wahrheitsfindung mit politischem Handeln verstrickt sind und dass die Demokratie verloren hat, wenn sie nur noch Sache Einzelner ist.

Inszenierung: Burkhard C. Kosminski
Bühne: Florian Etti
Kostüme: Ute Lindenberg
Musik: Hans Platzgumer
Licht: Rüdiger Benz
Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger

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Schauspiel

ALL GOOD PODCAST: Live-Aufzeichnung

mit Jan Wehn und Special Guest

Wir freuen uns sehr, Jan Wehn mit dem vielleicht besten deutschen HipHop-Podcast ALL GOOD im Schauspiel Stuttgart begrüßen zu dürfen.
Am Vorabend unserer großen Partynacht laden wir euch zu einer der seltenen Aufzeichnungen vor Publikum ein und sind natürlich zusammen mit Euch gespannt, wen Jan auf der Bühne zu Besuch haben wird.

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Konzert

Toleranz & Tollerei

Rap on Stage präsentiert von Schauspiel Stuttgart und 0711

Liveshows und Party mit HAIYTI, EUNIQUE, YEVA, MIAMI LENZ & JOY

Am Samstag wird mit DJs und Liveshows im Foyer gefeiert, wie es das Schauspiel noch nie erlebt hat. Wir haben die offizielle Erlaubnis, eine wilde Party zu veranstalten und das werden wir mit euch zusammen auch tun. Joy und Miami Lenz werden die Aftershowparty abreißen, davor spielen Yeva, Eunique und Haiyti live auf der Bühne.
Wie der Titel schon sagt, ist die Vision der Veranstaltungsreihe für eine gewisse Haltung zu stehen und Wert darauf zu legen, neben der Party auch gesellschaftliche Themen zu bearbeiten. Vielleicht gibt das Line-Up schon eine Vorahnung, welches Thema uns dieses Mal beschäftigt hat…
Wir versprechen euch, das wird ein einzigartiger und sehr besonderer Abend – ohne Zeigefinger, ohne Stock im A**** aber mit gewaltigem Abriss.

In Kooperation mit 0711

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Schauspiel

Kammer of Love

von und mit Sebastian Röhrle, Max Braun und Gästen

Ich gebe Ihnen jetzt einen Tipp, den ich Ihnen eigentlich gar nicht geben dürfte: Sie wohnen beispielsweise in Winnenden oder gar in Backnang, unverschuldet.
Es gibt einige, nachvollziehbare Gründe weshalb Sie das Schicksal dorthin verschlagen hat: Nähe zur Arbeitsstelle, Ihre schlecht bezahlte Arbeitsstelle gestattet es Ihnen nicht, die horrenden Mieten in Stuttgart zu bezahlen, Sie haben Kinder, denen Sie das kriminelle Milljöh einer Großstadt ersparen wollen, Häuschen geerbt und da wär man ja schön blöd, ratzfatz im Grünen, Nachbarn, die man kennt und von denen manche sogar Freunde sind usw..
Jedenfalls wohnen Sie weit außerhalb von Stuttgart, sehnen sich aber nach mehr Kultur als die Provinz Ihnen bieten kann.
Und hier kommt mein heißer Rat: kaufen Sie sich im Vorverkauf eine Eintrittskarte für die 'Kammer of Love', die kostet Sie schlappe 6 Euro und Sie genießen ca. 2 Stunden 1a piccobello Abendunterhaltung.
Der Kracher ist: wir bezahlen Ihnen die An- und Abreise, drei Stunden vor Vorstellungsbeginn und drei nach Vorstellungsende. Genug Zeit um vorzuglühen, einkaufen zu gehen oder sich danach noch ordentlich die Kante zu geben.
Hin- und Rückfahrt von Winnenden kosten Sie achteuroachtzig, von Backnang fällt die Bilanz noch besser aus, da müssten Sie sogar stolze 11 Euro hinblättern. Merken Sie was?
Theoretisch könnten Sie sich natürlich den Theaterbesuch auch klemmen und einfach einen netten Abend in Stuttgart verbringen. Aber das wär dumm. Weil: nett können alle - wir können mehr.
Mit etwas Glück kriegen Sie auf den vorderen Plätzen sogar den feinen Sprühnebel unseres Spieleifers ab. Wir sind heiß und live.
Ihr Mut zum Unmut oder Ihre Begeisterung verhallen nicht ungehört. Sie zählen!
Und wir auf Sie!
Essen Sie bei uns - sonst verhungern wir beide.

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Lesung

Eine runde Sache

von Tomer Gardi

Im ersten Teil seines Romans, den der Autor selbst, auf Deutsch beziehungsweise im „Broken German“ verfasst hat, schickt sich Tomer Gardi selbst als literarische Figur mit dem sprechenden Schäferhund Rex und einem Erlkönig auf eine fantastisch-abenteuerliche Odyssee voller slapstickartigen und aberwitzigen Situationen. Im zweiten Teil, übersetzt aus dem Hebräischen, folgt man dem im 19. Jahrhundert lebenden indonesischen Maler Raden Saleh von Java durch Europa und zurück nach Asien. Gekonnt jongliert Tomer Gardi auf allen Ebenen mit Missverständnissen und Unerwartetem: inhaltlich, dramaturgisch - und nicht zuletzt sprachlich.
In Eine runde Sache reisen zwei Künstler aus zwei unterschiedlichen Jahrhunderten durch sprachliche und kulturelle Räume und sind immerzu in Bewegung. Fremdheitserfahrungen, Identität, das Leben als Künstler und jede Menge Politik sind die großen Themen des Romans, in dem sich die beiden Handlungsstränge gegenseitig spiegeln.
Für seinen Roman "Eine runde Sache" wurde der israelische Autor Tomer Gardi mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Tomer Gardi, 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa geboren, zog mit zwölf Jahren nach Wien. Er lernte Deutsch über das Hören, gespickt mit spannenden Wortneuschöpfungen. Auch in seinen Büchern bricht er die Regeln der Grammatik und Rechtschreibung - das allerdings sehr treffend und liebenswert waghalsig. Doch man findet sich gut zurecht in dieser Sprache. Eine Erfahrung, die auch der Ich-Erzähler macht, als er sich auf der Flucht mit einem sprechenden Schäferhund anfreundet, dem er sicherheitshalber ein Sexspielzeug aus der Hosentasche als Maulkorb übergestülpt hat - das Tier kann nur noch Ü-Vokale sprechen.

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Schauspiel

18 Briefe und eine Fabel aus Belarus

von Maryna Mikhalchuk
mit Texten aus Camel Travel von Volha Hapeyeva

Der belarussische Präsident Lukaschenko beanspruchte nach der Wahl am 9. August 2020 einen erdrutschartigen Sieg für sich, während die oppositionelle Kandidatin überraschend deutlich unterlag. Die Opposition um Swetlana Tichanowskaja bezeichnete die Vorgänge daraufhin öffentlich als Wahlbetrug, auch zahlreiche unabhängige Wahlbeobachter:innen stuften die Ergebnisse als gefälscht ein. Frauen wie Tichanowskaja, Maria Kalesnikava sowie Aktivist:innen und Unterstützer:innen wurden schnell zu Symbolfiguren der belarussischen Protestbewegung. In Brautkleidern und mit roten Blumen prägten sie die medialen Bilder im Westen, in ihren Reden dagegen unterwanderten sie die klassisch weiblich-passiven Rollenzuschreibungen der Regierung. Zahlreiche Personen, die man den Protesten zuordnete, wurden im Herbst 2020 umgehend außer Landes gezwungen oder inhaftiert.
Mit 18 Briefe und eine Fabel aus Belarus verschneidet Maryna Mikhalchuk dokumentarische Versatzstücke des gegenwärtigen Belarus mit dem autobiografischen Roman Camel Travel von Volha Hapeyeva. In ihrem 2021 erschienenen Debüt beschreibt die Autorin das Aufwachsen im (post-)sowjetischen Minsk der späten 1980er und frühen 1990er Jahre. Zwischen Flechtfrisuren, rhythmischer Sportgymnastik und Pelmeni deutet die Autorin aus einer kindlichen Perspektive bereits den Weg in ihre eigene Politisierung an – und gibt Hinweise auf die Generation der Belaruss:innen, die im August 2020 auf die Straße gingen und heute Briefe aus der Haft schicken.

Inszenierung: Maryna Mikhalchuk
Bühne: Hannah Zickert
Kostüme: Natalie Nazemi
Musik: Guillermo González, Natasha López
Licht: Stefan Maria Schmidt
Dramaturgie: Lena Meyerhoff

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Schauspiel Stuttgart

Ehemals Königliche Hoftheater, 1909 bis 1912 von Max Littmann als Doppeltheater mit Opern- und Schauspielhaus erbaut. 1924 wurden die Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Erhalten blieb nach dem II. Weltkrieg nur das mit klassizistischen Säulen geschmückte Große Haus.
Im Schauspielhaus finden Veranstaltungen des Schauspiel Stuttgart und des Stuttgarter Balletts statt. Nach Diskussionen über eine Wiedererrichtung begann man 1959 nach der Kriegszerstörung an alter Stelle mit einem Neubau nach Entwürfen von Hans Volkart. 1962 konnte das Schauspiel den Spielbetrieb im Kleinen Haus aufnehmen. 2002 wurde der Bau in Schauspielhaus umbenannt. Das Schauspielhaus wurde von 2010 bis 2013 grundständig saniert und im September 2013 wiedereröffnet.

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Aufführungen / Oper Staatsoper Stuttgart Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3
Aufführungen / Ballett Stuttgarter Ballett Stuttgart, Oberer Schloßgarten 6
Bildung / Werkstatt/Workshop WERKSTATTHAUS Stuttgart Stuttgart, Gerokstraße 7
Aufführungen / Theater Theater der Altstadt Stuttgart Stuttgart, Rotebühlstraße 89
Aufführungen / Theater Theater tri-bühne Stuttgart Stuttgart, Eberhardstraße 61A
Aufführungen / Theater Theater Rampe Stuttgart Stuttgart, Filderstraße 47
Aufführungen / Theater LIMA-Theater Esslingen Esslingen am Neckar, Landolinsgasse 1
Aufführungen / Theater Wilhelma Theater Stuttgart Stuttgart, Neckartalstraße 9
Aufführungen / Varieté Friedrichsbau Varieté Stuttgart, Friedrichstraße 24

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