HAUS KONSTRUKTIV ZÜRICH

Im Herzen von Zürich und in einem der schönsten Zürcher Industriebauten, dem ehemaligen Unterwerk-Selnau gelegen, zählt das Museum Haus Konstruktiv zu den führenden Ausstellungshäusern der Schweizer Kulturlandschaft. Die bis heute lebendige Geisteshaltung der Zürcher Konkreten – Max Bill (1908–1994), Camille Graeser (1892–1980), Verena Loewensberg (1912–1986) und Richard Paul Lohse (1902–1988) – sowie die Impulse der geistesverwandten konzeptuellen Kunst bilden den gedanklichen Ausgangspunkt der Ausstellungen und ausstellungsbegleitenden Veranstaltungen. Im Zentrum steht sowohl die Aufarbeitung, Bewahrung und Präsentation eines international hochgeschätzten kunsthistorischen Erbes als auch das Sichtbarmachen seines Weiterwirkens in der Gegenwartskunst.

Besuchen Sie unsere Ausstellungen, Künstlergespräche, Vorträge und Konzerte oder unsere Workshops – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Und gönnen Sie sich einen Espresso im gemütlichen Museumscafé, gestaltet von der Künstlerin Claudia Comte, oder stöbern Sie im assortierten Museumsshop.

(Foto: Peter Baracchi)

AKTUELLE TERMINE

Marguerite Humeau: RIDDLES (Final Beats)

Zurich Art Prize 2017

Das Museum Haus Konstruktiv und die Zurich Insurance Group Ltd freuen sich sehr, mit Marguerite Humeau die diesjährige Gewinnerin des Zurich Art Prize zu würdigen und anlässlich der zehnten Ausgabe des international renommierten Preises eine wichtige Neuerung bekannt zu geben: Zur bisherigen Summe von CHF 80’000, die jeweils in eine Einzelausstellung im Museum Haus Konstruktiv fliesst, wird ab 2017 dem Preisträger/der Preisträgerin zusätzlich ein Preisgeld in Höhe von CHF 20’000 zugesprochen.

Marguerite Humeau (geb. 1986 in Cholet, Frankreich, lebt in London) ist in den vergangenen Jahren mit ihren grossformatigen Installationen, organisch und kreatürlich anmutenden Skulpturen bekannt geworden, die meist in farbig gestalteten Räumen präsentiert wurden. In ihren Werkkonzeptionen geht Humeau oftmals von prähistorischen Ereignissen, wissenschaftlichen Theorien und okkulten Überlegungen aus.

Zu RIDDLES (Final Beats) – so der Titel der Ausstellung im Museum Haus Konstruktiv – wurde Marguerite Humeau durch Gespräche mit Archäologen angeregt, die sich mit dem prähistorischen Massenfriedhof Jebel Sahaba im Sudan auseinandersetzen. Hier wurden in den 1960er Jahren die Überreste von 59 Menschen entdeckt, darunter auffallend viele, die nachweislich gewaltsam zu Tode gekommen sind. Studien über erste Kriegsdarstellungen der Menschheitsgeschichte vor über 13’000 Jahren in Ägypten und Assyrien führten die Künstlerin zur Hypothese, derzufolge die frühe Menschheit die Figur der Sphinx als göttliches Wesen zum Schutz vor feindlichen Angriffen erfunden hat. Die Sphinx als schicksalhaftes Mischwesen zwischen Mensch und Tier, das anhand eines Rätsels über Leben und Tod entscheidet, begreift Humeau als Hybrid aus allen möglichen lebensbedrohlichen Angreifern. Bezugnehmend auf dieses ambivalente Motiv von Schutz und Bedrohung zeigt Humeaus für die Ausstellung neu geschaffene Sphinx OTTO besonders abschreckende Züge: Die raumgreifenden Flügel gleichen denen eines zum Flug ansetzenden Geiers. In frühen Kriegsdarstellungen wurde der Geier nicht nur im Kampf mit Menschen, sondern auch als deren Aasfresser dargestellt.
Humeau überträgt Motiv und Bedrohungsszenario auf unsere von abscheulichen Kriegen und technologischen Entwicklungen geprägte Welt und bringt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen. Die Ausstellung oszilliert somit zwischen mehreren Welten und verschiedenen Zeiten, zwischen Fakten und Fiktionen – und sie untersucht, wie Wissen über Mythen und fragmentarische Überlieferungen generiert wird.

Die Jury wählte Marguerite Humeau als Preisträgerin aus, weil ihre Arbeiten eine eigenständige, von wissenschaftlicher Neugier und Exaktheit geprägte Position formulieren und Parallelen zur wissenschaftlichen Basis der konstruktiv-konkreten Kunst aufweisen.

Zu den wichtigsten Ausstellungen von Marguerite Humeau zählen, neben den Einzelpräsentationen im Schinkel Pavillon, Berlin (2017), im Palais de Tokyo, Paris (2016) und im Nottingham Contemporary (2016/17) ihre Ausstellungsbeteiligungen an der High Line, New York (2017), der Seoul Biennale (2016), der Manifesta 11, Zürich (2016) und in folgenden Institutionen: TBA 21 – Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Augarten, Wien (2015), Serpentine Gallery, London (2014), Victoria and Albert Museum, London (2014), Hayward Gallery, London (2014), MoMA, New York (2014), Nottingham Contemporary, De La Warr Pavilion (2013) und Barbican Art Gallery, London (2011).

Humeaus Werk wurde u.a. mit dem Royal British Society of Sculptors Bursary Award ausgezeichnet, mit dem vom Arts Council England vergebenen Grant for the Arts und mit dem RCDAV research grant der HEAD in Genf.

Dauer:

Do, 26.10.2017 - So, 14.1.2018 |

Julije Knifer

I have probably already painted my last paintings, but maybe not the first ones

Das Museum Haus Konstruktiv freut sich, eine umfassende Ausstellung mit Werken des kroatischen Künstlers Julije Knifer (1924–2004) realisieren zu können. Die in enger Zusammenarbeit mit der Tochter des Künstlers entwickelte Schau präsentiert neben Gemälden und Arbeiten auf Papier eine Auswahl von Tagebüchern Knifers.

Julije Knifer gilt als einer der wichtigsten kroatischen Repräsentanten der nicht-figurativen Kunst. Er war Mitglied der von 1959 bis 1966 aktiven neo-avantgardistischen Künstlergruppe Gorgona in Zagreb, die sich von den traditionellen ästhetischen Praktiken im sozialistischen Jugoslawien absetzte und den Austausch mit den internationalen Avantgarden suchte. Die Mitglieder verband eine Affinität zum Geist der Moderne mit ihrem Sinn für das Absurde, für Leere und Monotonie. Ab etwa 1960 beschäftigte sich Julije Knifer intensiv mit der Form des Mäanders, einem aus der Ornamentik bekannten, potenziell unendlich fortsetzbaren Element aus vertikalen und horizontalen Linien, das er bis zu seinem Lebensende in Gemälden und Papierarbeiten auf vielfältigste Weise variierte. Ab 1971 übertrug Knifer das Mäander-Motiv im Grossformat auf Wandbilder im öffentlichen Innen- und Aussenraum. Charakteristisch für sein Schaffen ist die Repetition als Ausdruck von Dauer und Kontinuität. Seine Arbeiten sind – von den Zeichnungen über die Malerei bis zu seinen Tagebüchern – von einem existenzialistischen Geist geprägt, der die Grenzen zwischen Leben und Werk zum Verschwinden bringt.

Dauer:

Do, 26.10.2017 - So, 14.1.2018 |

Aurélie Nemours

Aus Schweizer Privatsammlungen

Das Museum Haus Konstruktiv widmet der französischen Künstlerin Aurélie Nemours (1910–2005) eine Einzelausstellung, die – dank Leihgaben aus privaten Sammlungen – die unterschiedlichen Schaffensphasen dieser Grand Dame der geometrisch-abstrakten Kunst vorstellt.

Aurélie Nemours, die erst nach dem Studium der Kunstgeschichte und Archäologie eine künstlerische Ausbildung aufnahm (u.a. bei André Lhote und Fernand Léger), fand in den 1950er Jahren zu einer konsequent geometrischen Bildsprache. An ihrem streng reduzierten Formenvokabular, bestehend aus Horizontale, Vertikale, Rechteck, Quadrat und Linie, hielt sie bis zu ihrem Tod fest. Obschon das Œuvre Aurélie Nemours’ der konkreten Kunst zugeordnet werden kann, unterscheidet es sich doch deutlich von Arbeiten der etwa gleichaltrigen Zürcher Konkreten Max Bill oder Richard Paul Lohse: Ausgangspunkt ihrer geometrischen Kompositionen ist – ganz ähnlich wie bei Piet Mondrian – vielmehr die künstlerische Intuition als das mathematisch streng kalkulierte System. Dass ihr feines Gespür für Form, Farbe und Rhythmus sich dennoch mit logischen Gestaltungsprinzipien verbinden liess, beweisen insbesondere die seriellen Arbeiten, die Nemours in den 1970er Jahren vermehrt entwickelte. Zu ihren bekanntesten Werkserien gehört etwa das über ein Jahrzehnt hinweg erarbeitete Konvolut Rythme du millimètre, aus dem exemplarische Werke im Museum Haus Konstruktiv gezeigt werden.

Dauer:

Do, 26.10.2017 - So, 14.1.2018 |

Fritz Glarners «Rockefeller Dining Room»

revisited by Alfredo Häberli
kuratiert von Sabine Schaschl

Eines der Herzstücke der Sammlung des Museum Haus Konstruktiv ist Fritz Glarners «Rockefeller Dining Room» von 1963/64. Es handelt sich um ein einmaliges Zeugnis konkreter Raumgestaltung nach seinem Konzept des «Relational Painting».

Schenkung der Paul Büchi Stiftung


Fritz Glarner, der 1936 nach New York übersiedelte, wurde 1963 von Nelson A. Rockefeller beauftragt, seinen «Dining Room» zu gestalten: Glarner konzipierte ein begehbares Bild nach seinem Konzept des «Relational Painting» und damit ein Juwelbeispiel für die Raumgestaltung der Moderne. Einzelne, grossformatige Öl-auf-Leinwand-Bilder vereinten die Wand- und Deckenflächen des Esszimmers in der Stadtwohnung des Ehepaars Nelson A. Rockefeller in New York. Für den Künstler standen die komplexen Beziehungen zwischen den Farben, die Interaktion zwischen den Formen als auch die Relationen von Form und Farbe im Vordergrund seiner konzeptuellen Überlegungen.

Der «Rockefeller Dining Room» sollte nach dem Tod von Nelson Rockefeller in Einzelteilen verkauft werden. Die Paul Büchi-Stiftung, Frauenfeld, kaufte das Werk in den 1980er Jahren in seiner Gesamtheit für das Museum Haus Konstruktiv, das dieses aussergewöhnliche Werk seit 2008 permanent präsentiert.

Im Jahr 2016 konnte das Museum Haus Konstruktiv ein ganz besonderes Projekt verwirklichen, das Fritz Glarners permanent ausgestellter «Rockefeller Dining Room» seiner ursprünglichen Bestimmung näherbringt. Der bekannte Designer Alfredo Häberli wurde dazu eingeladen, ein neues Interieur zu entwerfen, um Glarners raumspezifische Arbeit wieder im Kontext eines Esszimmers erfahrbar zu machen.

Öffentliche Führungen

Zu jeder Ausstellung bietet das Museum Haus Konstruktiv regelmässig stattfindende, öffentliche Führungen zum regulären Eintrittspreis an: Das Publikum entdeckt die vielfältige Ideenwelt der Künstlerinnen und Künstler, erhält viele spannende Hintergrundinformationen und kann seinen Blick auf die moderne und zeitgenössische Kunst schulen.

Mi 18.30–19.30 Uhr (Führung im Eintritt inbegriffen)
So 11.15–12.15 Uhr (Führung im Eintritt inbegriffen)

So 11.15–13.15 Uhr / «SonntagsAtelier» für Kinder 5–10 Jahre / CHF 10.– / nicht während Schulferien

Private Führungen

Ihr privater Anlass im Museum Haus Konstruktiv

Schenken Sie Ihren Freunden oder Geschäftspartnern eine exklusive Führung im Museum Haus Konstruktiv! Wir bieten private Führungen in Deutsch, Englisch oder Italienisch. Unsere Kunsthistorikerinnen begleiten Sie kompetent und mit Charme durch das Museum. Dabei erhalten Sie Hintergrundinformationen und spannende Einblicke in den Entstehungsprozess der aktuellen Ausstellung. Der Museumsbesuch lässt sich danach stilvoll bei einem Apéro im schönen Ambiente unseres Museumscafés ausklingen.

Private Führung während der Öffnungszeiten
1 Führung für max. 25 Personen
inkl. MwSt.; exkl. Museumseintritt
Deutsch 60 Min: CHF 200.–
Englisch / Italienisch 60 Min: CHF 250.–
Museumseintritt ohne Ermässigung: CHF 16.– pro Person
Ab 10 Personen Gruppenrabatt: CHF 12.– pro Person

Private Führung ausserhalb der Öffnungszeiten
1 Führung für max. 25 Personen
inkl. MwSt.; exkl. Museumseintritt
Deutsch 60 Min: CHF 380.–
Englisch / Italienisch 60 Min: CHF 450.–
Museumseintritt ohne Ermässigung: CHF 16.– pro Person
Ab 10 Personen Gruppenrabatt: CHF 12.– pro Person

Apéro im Museumscafé während der Öffnungszeiten
Apéro für max. 40 Personen
inkl. MwSt.; inkl. Museumseintritt
Fingerfood Apéro: Ab CHF 30.– pro Person
Getränke werden nach Aufwand verrechnet
Personalkosten: CHF 200.–

Apéro im Museumscafé ausserhalb der Öffnungszeiten
Apéro für max. 50 Personen
inkl. MwSt.; inkl. Museumseintritt
Fingerfood Apéro: Ab CHF 30.– pro Person
Getränke werden nach Aufwand verrechnet
Personalkosten: CHF 400.–

Exklusives Dinner im «Rockefeller Dining Room» revisited by Alfredo Häberli
Ihr Anlass für die Firma oder private Feier im speziellen Ambiente des vom renommierten Designer Alfredo Häberli 2016 neu eingerichteten «Rockefeller Dining Room»
Für max. 18 Personen
Raummiete: CHF 10'000
Das Catering wird nach Aufwand verrechnet


Für weitere Informationen oder eine Buchung kontaktieren Sie bitte:
Christina Schütz
ch.schuetz@hauskonstruktiv.ch
+41 (0) 44 217 70 84

KONTAKT

Haus Konstruktiv

Selnaustr. 25
CH 8001 Zürich

Telefon: +41(0)44-217 70 80
Fax: +41(0)44-217 70 90
E-Mail: info@hauskonstruktiv.ch

Öffnungszeiten:
Di / Do / Fr 11-17 Uhr
Mi 11-20 Uhr
Sa / So 11-17 Uhr
Montag geschlossen