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Maxim Gorki Theater

Das Maxim Gorki Theater, in der Singakademie am Boulevard Unter den Linden angesiedelt, ist unter den Berliner Ensembletheatern das Kleinste und Schönste, es ist auch ein historisch bedeutsamer Ort. Gegründet 1952 als Theater für die Gegenwart, wurde es für die Ostberliner Bürger*innen zum Stadttheater im besten Sinne, kritisch und auch dissident. 1988 antizipierte das Theater mit Thomas Langhoffs Inszenierung der Übergangsgesellschaft von Volker Braun prophetisch die friedliche Revolution vom 9. November 1989.

Wir laden ein in einen öffentlichen Raum, durch die Kunst des Theatermachens und Theaterschauens die condition humaine des heutigen Menschen und seine Identitätskonflikte zu reflektieren, um zu einer sorgfältigen und geduldigen Debatte über unser Zusammenleben in der heutigen Vielfalt beizutragen.

Kontakt

Maxim Gorki Theater
Am Festungsgraben 2
D-10117 Berlin

Telefon: +49 (030) 20221-115
Fax: +49 (030) 20221-128
E-Mail: ticket@gorki.de

Theater

Jugend ohne Gott

Nach dem Roman von Ödön von Horváth

Premiere 12. April 2019

Ein Projekt von Nurkan Erpulat & Ensemble

Die Jugend ist die Hoffnung. Sie ist noch nicht verbraucht, sie hat noch einen moralischen Grundimpuls, ist noch nicht abgestumpft und resigniert. Oder? Was, wenn ein Lehrer beim Korrigieren der Klassenarbeiten plötzlich mit Menschenverachtung und Rassismus konfrontiert wird? Wenn er sich einer Klasse gegenüber sieht, die komplett verinnerlicht hat, was ihr Umfeld vorlebt? Horváths im Jahr 1937 erschienener Roman Jugend ohne Gott ist die hellsichtige Analyse einer Gesellschaft, an der sich Werte-, Norm- und Moralverschiebung feststellen lassen. Horváth zeichnet darin am mikrokosmischen Abbild einer Schulklasse die schleichende Veränderung eines politischen wie auch gesellschaftlichen Systems, das sich in der Schule – dem Ort der Gesellschaftsbildung – manifestiert und an den Schülern offensichtlich zu Tage tritt. Der Lehrer Horváths ist dabei kein Held, ist keiner, der sich seiner Sache sowie sich selbst gewiss ist, vielmehr ist er einer, den die Beobachtungen seiner Schüler an sich und der ihn umgebenden Gesellschaft zweifeln lassen. Er hadert und ringt mit sich, indem er sich in einer von Verrohung und Vermassung bedrohten Gesellschaft als aufrichtiges Individuum zu behaupten versucht. Nurkan Erpulat, Hausregisseur am Gorki, wird Horváths Stoff auf seine Gegenwärtigkeit hin befragen. Die Autorin Tina Müller wird dafür einzelne Motive des Romans aktuell recherchieren sowie überschreiben und in ihre Bearbeitung der Romanvorlage einfließen lassen. Das für diese Inszenierung eigens zusammengesetzte Ensemble von jungen Spieler*innen wird Schauspieler Denis Geyersbach als Lehrer gegenüber gestellt sein. Auf der Grundlage von Jugend ohne Gott fragen sie gemeinsam: Welche Werte sind ihnen wichtig, welche Normen prägen sie und die Gesellschaft heute? Und: Wie sieht sich der Einzelne und kann sich behaupten?

In einer Bühnenfassung von Tina Müller
Regie: Nurkan Erpulat
Theater

Salome

Von Thomaspeter Goergen nach Oscar Wilde

Johannes der Täufer verliert seinen Kopf auf Wunsch von Salome, die das Begehren ihres Stiefvaterkönigs Herodes ausnutzt, um Rache für die Zurückweisung durch Johannes zu nehmen. Perversion und Fundamentalismus, das zerstörerische Gemisch aus diffuser Angst und realer Macht: Oscar Wilde erkannte 1893, was in dem Stoff steckt. Aus der misogynen biblischen Randnotiz machte er ein somnambules Stück über eine am Abgrund taumelnde Gesellschaft. Ersan Mondtag sucht in Salome die aktuelle Zuspitzung: auf der einen Seite sexistische und rassistische Fundamentalisten, auf der anderen Seite eine liberale Gesellschaft, die mit ihrer Freiheit nichts anfangen kann: »Die Besten von nichts überzeugt, die Schlechtesten leidenschaftlich besessen.« W. B. Yeats

Bühne: Ersan Mondtag
Kostüme: Josa Marx
Musikalische Leitung: Max Andrzejewski
Mitarbeit Musik: Gerrit Netzlaff
Lichtdesign: Rainer Casper
Dramaturgie: Aljoscha Begrich
Theater

The Making-of

Von Nora Abdel-Maksoud

Eine Filmregisseurin will ein Superhelden-Remake made in Germany realisieren. Doch einige Crew-Mitglieder sind dem buchstäblichen Rollendruck nicht gewachsen. Krisengeschüttelte Supermänner, freidrehendes Filmpersonal, ein lächerlich kühnes Vorhaben und ein Schuss Raubtierromantik bieten Futter für eine abgründige Komödie. In The Making-of verwirbelt Nora Abdel-Maksoud Themen, an denen man sich nur die Finger verbrennen kann. Eine bösartige Satire auf Filmbusiness und Theaterideale, ein verzweifeltes Hohelied auf das Paradox der Schauspielerei und ein optimistischer Abgesang auf Rollenbilder, die niemand so recht erfüllen kann. Alles dargebracht mithilfe zuschreibungstorpedierender Performancestrategien, in Echtzeit geschnitten und ganz ohne Kamera – dafür live und in 3D!

Regie: Nora Abdel-Maksoud
Bühne/Kostüme: Katharina Faltner
Musik: Enik
Dramaturgie: Tobias Herzberg
Theater

Third Generation - Next Generation

Von Yael Ronen & Ensemble

Nimm eine Handvoll Palästinenser, gib ein paar Israelis dazu, vermisch das Ganze mit dem Konflikt und schmeck es mit Deutschen und ihren Schuldgefühlen ab. Was kommt dabei raus? Ein großer Erfolg!
Dritte Generation, 2009

Vor zehn Jahren zeigten Yael Ronen und ihr Ensemble aus israelischen, deutschen und palästinensischen Schauspieler*innen die Premiere ihres Stückes Dritte Generation in der Schaubühne Berlin und kurz darauf in Tel Aviv. Die Aufführungen lösten zum Teil heftigen Debatten aus: für deutsche Verhältnisse wurden Konfliktlinien unter den Beteiligten schonungslos ausgetestet und das auch noch mit Humor!

Heute ist die politische Lage in Berlin Grund genug sich erneut mit dem Gordischen Knoten zwischen Israelis, Deutschen und Palästinenser*innen zu befassen. Denn in den vergangenen zehn Jahren ist viel passiert. Tausende Menschen aus dem Nahen Osten leben mittlerweile neu in Berlin: Zugezogene Israelis (unter anderen Yael Ronen und einige der Schauspieler*innen) genauso wie Menschen aus arabischen Ländern. Seit mindestens fünf Jahren versucht zudem ein wachsender deutscher Nationalismus beide Gruppen gegeneinander auszuspielen. Doch wie ist das Verhältnis zwischen den Neu-Berliner*innen untereinander? Welche Konflikte bringen sie mit, welche entstehen erst hier? Und was hat das alles noch mit der Staatsräson des »Nie wieder« zu tun? Die Next Generation trifft mit ihren Perspektiven auf die Third Generation. Gemeinsam fragen sie nach Ideen für die Zukunft vor dem Hintergrund einer neuen Situation, in der Deutsche glauben, ihre Schuldgefühle ablegen zu können wie eine zu enggewordene Jeansjacke, während Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus »von Tabus befreit« wuchern.

Regie: Yael Ronen
Theater

Skelett eines Elefanten in der Wüste

هيكل عظمي لفيل في الصحراء

Ein Scharfschütze sitzt auf einem Haus, das jederzeit einstürzen könnte. Ein junger Künstler behütet einen Zirkus, der längst leer steht. Ein Filmemacher hält die Ruinen seiner Stadt fest. Eine Krankenschwester sucht nach Leben in den Leichen. Ayham Majid Agha, Oberspielleiter des Exil-Ensembles, verwandelt in seiner ersten Berliner Arbeit das Studio Я in eine Konfliktzone, um der unheimlichen Verbindung zwischen Töten, Einsamkeit und Brüchigkeit nachzugehen.

قناص يجلس على سطح منزل قد ينهار في أي لحظة، فنان شاب يحمي السرك الفارغ منذ وقت طويل، صانع أفلام يسجل الدمار في مدينته، ممرضه تبحث عن حياة بين الجثث.
في عمله الأول في برلين (هيكل عظمي لفيل في الصحراء)، أيهم مجيد آغا، المخرج الفني لـ " فرقه المنفى " في مسرح مكسيم غوركي، يحول استوديو (يا) "Я” إلى ساحة صراع من اجل تتبع الرابط المبهر بين القتل والوحدة والهشاشة.

Text + Regie: Ayham Majid
Bühne: Shahrzad Rahmani, Magda Willi
Kostüme: Isabell Reisinger
Musik + Sounddesign: Lars Wittershagen
Dramaturgie: Necati Öziri
Licht: Daniel Krawietz
Videomitarbeit: Nadim Hendawi
Theater

The Sequel

Nora Abdel-Maksoud

Mit Fortsetzungen von Filmen ist es wie mit Regierungskoalitionen: Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab. Ist das Pferd aber noch nicht ganz hinüber, gibt es genug Gründe, weiterzumachen: Ein gut geöltes Team, jubelnde Massen, volle Kassen. In einem solchen Fall lässt es sich locker verkraften, dass ein Sequel selten besser wird als das Original. Beseelt vom bahnbrechenden Erfolg ihres Superhelden-Remakes Fledermausmann Rises nimmt sich die Filmregisseurin Gordon das heißeste Eisen unserer Tage vor – die allgegenwärtige Political Correctness, die wie ein Fallbeil jede freie Lebensäußerung bedroht. In Zeiten, in denen männlich, weiß, hetero als Dreifach-Malus jedem normalen Mann, der einfach mal seine Meinung sagen will, auf die Stirn gestempelt wird, braucht es schließlich Geschichten, in denen die zum Schweigen gebrachte Mehrheit sich wiederfinden kann. Die passende Grundlage für eine Schreckensvision konsequenten Tugendterrors liefert praktischerweise George Orwells 1984: Ein verunsicherter Held, der gegen Denk- und Sprechverbote kämpft, gegen Überwachung, Neusprech und Gedankenpolizei. Ein Weltbestseller mit mehrheitsfähigem Twist, die perfekten Zutaten zu einem Horrorszenario mit Mainstream- Potential. Wenn da nur der verdammte Zeitgeist nicht wäre, all die marginalisierten Partypupser*innen, deren Ideen mittlerweile auch Gordons Filmset erreicht haben und unerbittlich die Stirnen selbst der stärksten Helden malträtieren.

Mit The Sequel wagt Nora Abdel-Maksoud, die komischste unter den politisch korrekten Autoren-Regisseurinnen, sich an die unvermeidliche Fortsetzung, allen guten Ratschlägen zum Trotz.

Bühne + Kostüme: Katharina Faltner
Dramaturgie: Tobias Herzberg
Musik: Enik
Theater

Yes but no

Yael Ronen & Ensemble

Das Wichtigste ist, dass man ehrlich ist, oder? Wir können doch offen über alles sprechen? Oder nicht? Aber man sollte genau wissen, wo die Grenze zwischen Ehrlichkeit und Belästigung ist, was angemessen ist, was man sagen darf und was nicht. Vor allem sollte man wissen, wie man das alles herausfindet. Und wie machen das die anderen Leute? Worst case Szenario: was ist das Schlimmste, was passieren kann, wenn du sagst, was du begehrst! Und das best case Szenario? Und das ehrlich case Szenario?

Sexualität war schon immer kompliziert: Wenn Fantasie und Realität, Ausnahmezustand und Alltag, Begehren und Angst vor dem Verletzen zusammentreffen, kommt die Sprache an ihre Grenzen und außerhalb der sexuellen Komfortzone wird es schwer, »darüber zu reden«. Aber wie verändert sich der Umgang mit Scham, Angst und Lust offline in Zeiten der Online-Revolution von #MeToo?

Sexualität war schon immer politisch: als romantische Konstruktion, als Ideologie individueller Freiheit, als verklärte Ewigkeit. Aber die aktuelle Debatte um #MeToo hat ein erneutes Erdbeben ausgelöst und gezeigt, dass nichts »geklärt« ist. Aber was würde eine feminisierte Welt ausmachen? Die Solidaritätsbewegung muss sich finden, auf Backlashes reagieren und ein neues Zeitalter entwerfen. Wie wäre es, in so einer Welt zu leben?

Sexualität war schon immer ein Theaterstoff: Wo nur gespielt wird, kann durchgespielt werden, was jede*r träumt aber keine*r auszusprechen wagt. Yael Ronen und das unerschrockene Ensemble nehmen die Nachwirkungen von #MeToo in ihrer neuen Stückentwicklung persönlich, begegnen sie sich selbst als Opfer und als Täter, erforschen Begehren und Grenzen, gehen den eigenen Ängsten und Mindfucks auf den Grund und suchen nach aufrichtiger Kommunikation in Schamregionen. Alles nur gespielt? Wo die Sprache versagt, beginnt die Musik mit eigens komponierten Songs des israelischen Superstars und Experten für Beziehungsfragen Shlomi Shaban.

Regie: Yael Ronen
Kostüme: Amit Epstein
Songs: Shlomi Shaban
Musik: Yaniv Fridel, Ofer Shabi
Additional Songwrinting: Riah May Knight, Lindy Larsson
Video: Hanna Slak
Dramaturgie: Irina Szodruch
Theater

Mephistoland

von András Dömötör & Ensemble

Im wichtigsten Theater Mephistolands wurde der Direktor ausgetauscht und sein Nachfolger repräsentiert nun eine »gesunde, nationalistische« Kultur. Ein Dramaturg wird entlassen, ein Regisseur verrückt, ein Schauspieler flüchtet ins Ausland, die Zuschauer*innen sperren sich in Käfige und treten in Hungerstreik. Im Proberaum gibt es keine Beleuchtung mehr und in der Finsternis erscheint das Böse, an das niemand mehr glauben wollte. Mephistoland liegt längst inmitten Europas und wird von den Mächtigen regiert, die demokratisch gewählt, auf der Basis geltenden Rechts handeln. »Ich bin nur ein Schauspieler«, sagen hier die Schauspieler und kommen unter die Räder, passen sich an, oder leisten Widerstand.

Übersetzung aus dem Ungarischen: Mandla Mathonsi
Bühne & Kostüme: Moïra Gilliéron
Dramaturgie: Holger Kuhla

with English surtitles
Theater

You are not the hero of this story

»Heute ist alles, was Männer tun, sagen, fühlen oder denken, falsch – weil sie dem falschen Geschlecht angehören« Jens Jessen über die #metoo Debatte

Während viele Männer sich auf eine offene Diskussion über Rollenbilder freuen, bezeichnen einige Meinungsmacher #MeToo als Hexenjagd gegen Männer. Die meisten bleiben stumm, obwohl es doch auch um sie geht. Aus Angst etwas Falsches zu sagen? Weil sie sich nicht betroffen fühlen oder um nicht angegriffen zu werden? Oder wollen sie einmal nicht die Hauptrolle einer Geschichte spielen? Suna Gürler begibt sich mit dem Autor Lucien Haug und fünf Schauspieler*innen, u.a. des Exil Ensembles, auf die Suche nach den Haupt- und Nebenrollen: dazu interviewt das Team echte Männer und befragt sie zu ihren Erwartungen, Ängsten und Hoffnungen. Wer wird eigentlich gesehen und gehört? Wer ist Opfer, wer Täter und wer keines von beidem?

Eine Produktion des Exil Ensembles und des Maxim Gorki Theaters, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die LOTTO-Stiftung Berlin, die Stiftung Mercator und die Senatsverwaltung für Kultur und Europa
Theater

Die Geschichte vom Leben und Sterben des neuen Juppi Ja Jey Juden

Die Juden-Monologe

Bühne frei für die Dankesrede, den Monolog, die Umarmung einer israelischen Künstlerin, die ihr deutsches Publikum mit ihrer Dankbarkeit in den Schwitzkasten nimmt. Sie erzählt von dem Verlassen ihres Landes, von der freundlichen Aufnahme in Deutschland, den Sprachkursen, dem Stiftungsdschungel, durch den sie sich durchkämpfen musste, um dort anzukommen, wo sie heute ist – als neuer jüdisch-israelische Star am Himmel der deutschen (Kunst-)Landschaft. Spät versteht man, dass aus dem wortgewaltigen Angriff ihrer Liebe nur die Flucht in den Diasporagarten des Jüdischen Museums möglich ist. Und dort warten schon die Tiger.

Text: Sivan Ben Yishai
Regie: Sasha Marianna Salzmann
Exkursion

Remote Mitte

Kollektiver Audiowalk von Rimini Protokoll (Kaegi/Karrenbauer)

In Online-Games begeben sich Menschen, die sich in der Realität noch nie begegnet sind, gemeinsam auf virtuelle Schnitzeljagd. In Remote Mitte brechen die Besucher*innen mit Funkkopfhörern in die reale Stadt auf. Geleitet werden sie von einer künstlichen Stimme, wie man sie von Navigationssystemen oder Telefonwarteschleifen kennt. Die Begegnung mit der Künstlichen Intelligenz verleitet die Gruppe zum Selbstversuch. Wie können wir gemeinsam Entscheidungen treffen? Wem folgen wir, wenn wir uns von einem Computerprogramm leiten lassen?

50 Menschen beobachten sich gegenseitig, treffen individuelle Entscheidungen und sind doch gleichsam Teil einer Gruppe. Während die Künstliche Intelligenz menschliches Verhalten aus der Distanz beobachtet, klingt ihre Stimme doch mit jedem Schritt menschlicher. Sie führt die Gruppe aus der Peripherie ins Zentrum. Unterwegs vertonen Kunstkopf-Aufnahmen und filmische Kompositionen die urbane Landschaft. Die Reise durch die Stadt wird zu einem kollektiven Film.
Remote X stellt die Frage nach künstlicher Intelligenz und unserer eigenen Vorhersagbarkeit und bewegt sich als mobiles Forschungslabor von Stadt zu Stadt. Was 2013 als Remote Berlin in Zusammenarbeit mit dem HAU Hebbel am Ufer begann, entwickelte sich seither in 28 ortsspezifischen Variationen in Städten wie Avignon, Bangalore, Moskau, New York, São Paulo, Abu Dhabi weiter. Jede neue ortsspezifische Version baut auf der Dramaturgie der Vor-Stadt auf. Nach über 700 Aufführungen weltweit kehrt das Projekt nach Berlin zurück und befragt in einer neuen Auflage im Auftrag des Maxim Gorki Theaters die deutsche Hauptstadt nach ihrem Zentrum: Mitte.

Start- und Endpunkt der Tour sind nicht identisch. Bitte seien Sie mindestens 15 Minuten vor Beginn am Startpunkt. Bitte bringen Sie einen Ausweis o. ä. als Pfand für Ihren Kopfhörer mit. Die Audiotour dauert ca. 120 Minuten (keine Pause). Längere Fußwege sind Teil der Veranstaltung. Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei.

Remote Mitte ist eine Produktion des Maxim Gorki Theaters und Rimini Apparat.
Remote X entstand in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer Berlin, Maria Matos Teatro Municipal und dem Goethe Institut Portugal, Festival Theaterformen Hannover/Braunschweig, Festivald'Avignon, Zürcher Theater Spektakel, Kaserne Basel

Konzept + Skript + Regie: Stefan Kaegi
Ko-Regie + Co-Skript: Jörg Karrenbauer
Sounddesign: Nikolas Neecke
Sounddesign: Ilona Marti
Dramaturgie: Aljoscha Begrich
Dramaturgie: Juliane Männel

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin und unterstützt von Pro Helvetia,Schweizer Kulturstiftung und Fachausschuss Tanz und Theater Kanton Basel-Stadt.

In Koproduktion mit House on Fire und mit Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union. Mit freundlicher Unterstützung der Evangelischen Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien und der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft. Stimmen von Acapela Group
Exkursion

Remote Mitte (Tour in English)

Collective Audiowalk by Rimini Protokoll

In online games, people that have never met in reality go on virtual treasure hunt together. In Remote Mitte the audience heads out into the real city with wireless headphones. They are led by an artificial voice, familiar from navigation systems or from computer-aided phone services. This encounter with an artificial intelligence leads the group to experiment on itself. How can we make decisions together? Who do we follow when we let ourselves be guided by a computer program?

50 people are watching each other, making individual decisions, and yet they are part of a group at the same time. Even though the artificial intelligence observes human behavior from a distance, her voice sounds more human with every step. She leads the group from the periphery to the center. Along the way, artificial binaural recordings and cinematic compositions set the urban landscape to music. The journey through the city becomes a collective film.

Remote X raises the question of artificial intelligence and our own predictability, and moves from city to city as a mobile research laboratory. What began in 2013 as Remote Berlin in cooperation with HAU Hebbel am Ufer has been further developed since then, in cities such as Avignon, Bangalore, Moscow, New York, São Paulo, Abu Dhabi, in 28 site-specific variations. Each new site-specific version builds on the dramaturgy of the previous city. After more than 700 performances worldwide, the project Returns to Berlin and interrogates in a new edition on behalf of the Maxim Gorki Theater, the German capital at its center: Mitte.

Bicycles cannot be taken on the tour. The tour ends at Hackescher Markt. Please use public transport for arrival and departure.

Depature Point: Invalidenfriedhof, Entrance Scharnhorststraße

Tour available in English every day. The start and end points of the tour are not the same. Please arrive at the start point at least 15 minutes early. Please bring an ID card or similar as a deposit for your headphones. The audio tour will take about 120 minutes (no intermission). Longer walks are part of the event. The event is not handicapped accessible.

Concept + Script + Director: Stefan Kaegi
Co-Director + Co-Script + Realisation Berlin: Jörg Karrenbauer
Sound Design: Nikolas Neecke
Dramaturgy: Aljoscha Begrich, Juliane Männel
Sound Editing + Assistant Director: Ilona Marti
Production Manager: Juliane Männel
Research Assistant: Alexander Kirchner
Theater

Papa liebt dich

Von Sivan Ben Yishai

Ein Zug, der sich in dunkler Nacht unter der Erde mit über 100 km/h einem unbekannten Ziel nähert. Im Zug sitzt eine Gruppe älterer Frauen ordentlich eingereiht auf einer Sitzbank. Ein namenloses weibliches Ich sitzt ihnen gegenüber und beobachtet, verurteilt und seziert sie gnadenlos. Je weiter der Zug vorankommt, desto schmerzhaftere Erinnerungen bröckeln aus den Untiefen des Bewusstseins hervor, die sich beide Parteien gegenseitig vorwerfen. Sie erzählen von überlebten Kriegen, von sexuellem Missbrauch, von gescheiterten Mütter-Vorbildern. Die Autorin Sivan Ben Yishai wird für ihre sprachliche Wucht gefeiert, mit der sie scheinbar politische Gewissheiten sprengt. Für das Gorki schreibt sie nun ein Generationenportrait über die Emanzipation vom Patriarchat.

Regie: Suna Gürler
Ausstatterin: Moïra Gilliéron
Musik: Ari Robey-Lawrence
Dramaturgie: Mazlum Nergiz
Ton: Vicki Schmatolla
Licht: Fritz Stötzner
Regieassistenz: Ariana Battaglia
Liederabend

Hier bin ich geboren

Ein Heimat- und Liederabend
von und mit Mareike Beykirch und Johannes Maria Schmit
stagediving

2015 und Gundermann. Der Westen und Gundermann. Ein junger Mensch, sehr aus dem Westen, genauer: aus einer west-deutschen Provinz, lernt die Musik der Ostlegende kennen, des Baggerfahrers, überzeugten Sozialisten. Er baut sich über Gundermanns Texte eine Brücke quer über die gesamte Republik in den Osten. Die Lieder von Gundermann vertonen seine permanente Suche, das Abhören des Herzens der Provinz und das unbedingte Fliehen, an Orte, die einem mehr versprechen und diese Versprechen brechen.

... und eine Freundin aus Pankow namens Daniela Petrozzi - Pankow, das ist die ostdeutsche Provinz - hat mir denn auch irgendwann Gundermann gezeigt ... und dann traf sich was, das sich nur schwer soziologisch beschreiben lässt ... jedenfalls werde ich seither regelmäßig von einer heftigen Ostalgie heimgesucht ... als wäre mir selber mein Land unterm Hinterm weggezogen worden und nur die Landschaft wäre noch da.
Aufführungen / Oper Komische Oper Berlin Berlin, Behrenstraße 55-57
Aufführungen / Festival Deutsches Theater Berlin Berlin, Schumannstraße 13a
Aufführungen / Konzert Festival Strings Lucerne Luzern, Dreilindenstr. 93
Aufführungen / Show Friedrichstadt-Palast Berlin Berlin, Friedrichstraße 107
Aufführungen / Cabaret Bar jeder Vernunft Berlin Berlin, Schaperstr. 24
Aufführungen / Theater Theater im Palais Berlin Berlin, Am Festungsgraben 1
Aufführungen / Theater Improtheater Paternoster Berlin Berlin, Voßbergstraße 3
Aufführungen / Oper Deutsche Oper Berlin Berlin, Bismarckstr. 35
Aufführungen / Theater HAU Hebbel am Ufer Berlin Berlin, Stresemannstr. 29
Aufführungen / Theater Sophiensaele Berlin, Sophienstr. 18
Aufführungen / Theater Komödie am Kurfürstendamm im Schillertheater Berlin, Bismarckstraße 110
Aufführungen / Theater Renaissance-Theater Berlin Berlin, Knesebeckstraße 100
Aufführungen / Oper Neuköllner Oper Berlin, Karl-Marx-Str. 131-133
Aufführungen / Theater Tribühne Berlin Berlin, Otto-Suhr-Allee 18
Aufführungen / Theater Berliner Kriminal Theater Berlin, Palisadenstrasse 48
Aufführungen / Theater Theater- und Konzertstätte Jüterbog Jüterbog, Mönchenkirchplatz 4
Aufführungen / Theater Theater Poetenpack Potsdam Potsdam, Lennéstr. 37
Aufführungen / Theater theater DIE BOTEN Berlin, Schottstraße 6
Aufführungen / Kabarett Berliner Kabarett Klimperkasten Berlin, Thuyring 63
Aufführungen / Theater Podewil Berlin, Klosterstr. 68-70
Aufführungen / Theater Kleines Theater Berlin Berlin, Südwestkorso 64
Aufführungen / Theater Theatersport Berlin Berlin, Bürgerheimstr. 8
Aufführungen / Theater Theater Lichterfelde Berlin, Drakestr. 49
Aufführungen / Theater Teatr Studio am Salzufer Berlin, Salzufer 13/14
Aufführungen / Theater BühnenRausch Berlin, Erich-Weinert-Straße 27
Aufführungen / Kabarett Kabarett Kartoon Berlin, Kochstraße 50
Aufführungen / Theater "Die Gorillas" Ratibortheater Berlin, Cuvrystrasse 20
Aufführungen / Theater Theaterdiscounter Berlin, Monbijoustr. 1
Aufführungen / Theater Cafe Theater Schalotte Berlin, Behaimstraße 22
Aufführungen / Kulturveranstaltung Glaskasten Ballsaal Berlin, Prinzenallee 33
Aufführungen / Theater BKA-Theater Berliner Kabarett Anstalt Berlin, Mehringdamm 34
Aufführungen / Theater Theater Mirakulum - Puppenkomödie Berlin Berlin, Brunnenstraße 35
Aufführungen / Theater Theater Morgenstern Stahnsdorf, Rotkehlchenweg 35
Aufführungen / Theater Theater o.N. (Zinnober) Berlin, Kollwitzstr. 53
Aufführungen / Theater Theater TRANSIT Berlin, Boxhagener Str. 99
Aufführungen / Theater Wintergarten Berlin Berlin, Potsdamer Straße 96
Aufführungen / Theater Chamäleon Theater Berlin, Rosenthaler Str. 40/41
Aufführungen / Oper Neuköllner Oper Berlin, Karl-Marx-Str. 131
Aufführungen / Theater Theater Thikwa Berlin, Fidicinstr. 40
Aufführungen / Theater English Theatre Berlin Berlin, Fidicinstr. 40
Aufführungen / Theater Stage Theater Am Potsdamer Platz Berlin, Marlene-Dietrich-Platz 1
Aufführungen / Theater Zimmertheater Steglitz Berlin, Bornstr. 17
Aufführungen / Theater Theater der Migranten Reuterkiez Theater Berlin, Bürknerstr. 5
Aufführungen / Theater Theater Adlershof Berlin, Moriz-Seeler-Str. 1

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