MAXIM GORKI THEATER BERLIN
Spielzeit 2011/12
Der Trinker
Hans Fallada
Premiere: 04. Februar 2012, Bühne
Was genau ist ein Delirium Tremens? Was macht er mit Menschen? Und wie ist ein so extremer und außergewöhnlicher Zustand auf der Bühne in all seiner Unberechenbarkeit darstellbar? Der Leipziger Regisseur und Intendant Sebastian Hartmann wird an Hand von Motiven aus Falladas Roman „Der Trinker“ versuchen, auf diese Fragen eine überraschende und eigensinnige Antwort zu geben. Der Protagonist des Romans Erwin Sommer hatte alles. Er war Chef eines gut laufenden Betriebes und lebte mit seiner Frau scheinbar glücklich in einem eigenen Haus. Doch nach 14 Jahren Ehe wurde mehr geschwiegen als gelacht – mehr gestritten als geliebt. So verheimlichte er ihr auch, dass er aus einer Nachlässigkeit heraus mit dem Großhandelsgeschäft plötzlich in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. In einer ersten düsteren Stimmung entdeckt Erwin die betäubende Wirkung des Alkohols. Er ist zuerst berauscht von der positiven Wirkung, fühlt sich stärker, wacher, den täglichen Anforderungen wieder gewachsen – doch dann gerät alles außer Kontrolle. Er trinkt flaschenweise Korn, verlässt seine Frau und versucht sie schließlich sogar zu ermorden. Zumindest wird das behauptet, und diese Behauptung bringt ihn letztendlich in die Trinkerheilanstalt.
Mit Samuel Finzi, Andreas Leupold, Steve Binetti
Regie: Sebastian Hartmann
Bühne: Sebastian Hartmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Musik: Steve Binetti
Licht: Lothar Baumgarte
Dramaturgie: Jens Groß
Ort:
Bühne
Termine:
Sa, 4.2.2012, 19:30 | Premiere |
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Di, 7.2.2012, 19:30 |
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Do, 23.2.2012, 19:30 |
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Fr, 16.3.2012, 19:30 |
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Sa, 31.3.2012, 19:30 |
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Droge Faust
Einar Schleef, Johann Wolfgang von Goethe
Berliner Premiere: 26. Februar 2012, Gorki Studio Berlin
In seinem monumentalen Essay-Buch „Droge Faust Parsifal“ las Schleef Goethes „Faust“ ausschließlich als Chor-Text, als rauschhafte, durch Drogen gespeiste Beschwörung einer utopiestiftenden Gemeinschaft. Ihr stellte er das Subjekt gegenüber, den Menschen, der „Ich“ sagt, und beschrieb dessen Ausstoßung aus der chorischen Masse durch Verrat. Das Drama, also auch das Theater, findet als Produktion von isolierten Opfern statt. Literarisch und politisch. Armin Petras spiegelt Goethes Klassiker mit Einar Schleefs Thesen und stellt dabei eine der „Gretchenfragen“: Wie viel Droge braucht der Mensch? „Die Figur friert in der Ausstoßung, krümmt sich, empfindet körperlichen Schmerz. Sie kann ihn nicht beruhigen, sondern mit der Erkenntnis wächst der Schmerz, die Unmöglichkeit, den immer noch blutenden Riss zu korrigieren. Im Fieber spürt sie ein Gift, spürt, wie sich die Wunde entzündet. Bis der Faden reißt, Panik ausbricht.“ (Einar Schleef „Droge Faust Parsifal“)
Regie: Armin Petras
Ausstattung: Patricia Talacko
Musik und Video: Riedel Rebecca
Dramaturgie: Jens Groß
Ort:
Studio
Termine:
So, 26.2.2012, 21:00 | Premiere |



Fr, 16.3.2012, 21:00 |


Zeit zu lieben Zeit zu sterben
Fritz Kater
Premiere: 09. März 2012, Bühne
Frei nach Motiven des Films "Time Stands Still" von Péter Gothár
Über drei eigenständige Teile des Stückes spannt sich ein Bogen, der von der Liebe in Zeiten gesellschaftlichen Stillstands, vom Sterben vieler Träume und der Ankunft in einer einsamen Gegenwart erzählt.
„Eine Jugend/Chor“: Mit sechzehn erlebt jeder die Welt irgendwie ähnlich — gemeinsam in der Gruppe und dennoch einsam. Fußball, Disco, Klassenfahrt, die Bank auf dem Spielplatz, erste Alkoholabstürze, Not mit der Schule und den Alten. Erster Kuss und erster Koitus. Wer schläft mit wem und warum? Suff und Sex. Rebellion probieren. Anarchie und Anpassung. Eine Jugend, die im Osten ähnlich erwachsen wurde wie im Westen. „Alter Film/die Gruppe“: Eine Familiengeschichte ohne Vater, aber mit Onkel Breuer, der nach 12 Jahren im Knast Anpassung gelernt hat und nun Mama Eva heiratet. Eine Familiengeschichte mit Freunden, der Gruppe und der großen Liebe. Die Zeit scheint stillzustehen. Irgendetwas muss passieren. Raus aus der Enge und dem Gefühl, eingeschlossen zu sein. „Eine Liebe/zwei Menschen“: Ein Mann hat Frau und Kind verlassen, um woanders Geld zu verdienen. Die Mauer ist weg, das Paradies scheint offen. Aber es ist die Hölle. Er begegnet einer anderen Frau. Eine Liebe beginnt. Das Paradies bleibt verschlossen.
Regie: Antú Romero Nunes
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Thea Hoffmann-Axthelm
Musik: Johannes Hofmann und marie & the redCat
Dramaturgie: Carmen Wolfram
Ort:
Bühne
Termine:
Fr, 9.3.2012, 19:30 | Premiere |
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Sa, 10.3.2012, 19:30 |
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Mi, 4.4.2012, 19:30 |
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Das Mädchen aus der Streichholzfabrik
Aki Kaurismäki
Premiere: 10. März 2012, Gorki Studio Berlin
Iris, eine junge Frau, steht Tag für Tag am Fließband einer Streichholzfabrik. So monoton wie die Arbeit, ist auch das Familienleben. Denn ihre Mutter und der trunksüchtige Stiefvater leben nicht nur von Iris Geld: sie kauft ein, kocht, putzt, bügelt die Wäsche, während die beiden vor dem Fernseher sitzen, dessen Töne das beklemmende Schweigen dieser Welt manchmal durchbrechen. Eines Tages lernt sie Aarne in einer Disco kennen. Könnte er der Ausweg aus ihrer tristen Welt sein? Doch Aarne verlässt die schwangere Iris, die sich daraufhin vor ein Auto wirft und das Kind verliert. Als ihre Eltern sie zudem auch noch aus der Wohnung werfen, beschließt Iris etwas zu ändern: In einer Apotheke kauft sie Gift.
Aki Kaurismäki entwirft ein bitterböses, aber modernes Märchen über eine an Einsamkeit und Repression verzweifelte junge Frau aus der Arbeiterklasse. Sein Film von 1989 greift Motive von Hans Christian Andersens Märchen „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ auf.
Regie: Michael Schweighöfer
Bühne: Michael Schweighöfer
Kostüme: Ines Schweighöfer
Dramaturgie: Rebecca Lang
Theaterpädagogik: Magdalene Brandt
Ort:
Studio
Termine:
Sa, 10.3.2012, 20:15 | Premiere |
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Mo, 12.3.2012, 20:15 |
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Mo, 26.3.2012, 20:15 |
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Der Kleine Bruder
Sven Regener
Premiere: 01. April 2012, Bühne
Berlin-Kreuzberg, November 1980: Im Schatten der Mauer gedeiht ein Paralleluniversum voller Künstler, Hausbesetzer, Kneipenbesitzer, Kneipenbesucher, Hunde und Punks. Bier, Standpunkte, Reden, Verräterschweine - alles ist da. Nur eins fehlt: jemand, der alles mal richtig durchdenkt . Frank Lehmann aus Bremen, der seinen Wehrdienst umgehen will, fährt erst mal nach Berlin zu seinem großen Bruder Manni, der dort als Künstler lebt und eine große Nummer ist. Dachte er. Doch Manni ist weg. Anstelle seines Bruders soll Frank an einem kurzfristig anberaumten Krisenplenum teilnehmen. Ein Plenum der Hausbesetzer, der selbsterklärten Künstler, der Linken, der Punks oder was? Wer gehört zu wem und wer will eigentlich was? Eine lange Nacht beginnt, in der Frank Lehmann lernt, dass in einer Welt, in der alle Künstler sein wollen, nichts notwendigerweise das ist, als das es erscheint, und in der er mehr über seinen Bruder erfährt, als er wissen will, aber nie das, wonach er fragt. Ganz nach dem Motto von Karl, der Typ, den Frank auf Anhieb nicht mag und der sein bester Freund werden wird: "Das ist wie in der Geisterbahn. Jetzt sind alle eingestiegen, und der Bügel geht runter, und dann müssen das auch alle bis zu Ende mitmachen ..."
Regie: Milan Peschel
Bühne und Kostüme: Magdalena Musial
Musik: Maike Rosa Vogel, Mary Ocher
Dramaturgie: Jens GroßSo
Ort:
Bühne
Termine:
So, 1.4.2012, 19:30 | Premiere |
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Do, 5.4.2012, 19:30 |
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Das Erdbeben in Chili
Heinrich von Kleist
Der Lehrer Jeronimo und seine Schülerin Josephe befinden sich in einem "zärtlichen Einverständnis". Josephe wird in ein Kloster gesteckt, das Verhältnis aber endet nicht. Ein uneheliches Kind ist unterwegs, und die beiden sollen nun hingerichtet werden. Sie überleben nur dank eines ausbrechenden Erdbebens. Das Glück aber ist nur von kurzer Dauer. Als die Kirche das Erdbeben als Folge der verfallenden Sitten und insbesondere ihrer schändlichen Beziehung brandmarkt, erwischt es sie doch.
"Die Emotionen übersetzt Petras in eine Unzahl von Bildern: in Bewegungen der Begierde, in Lust, Panik, Angst, Unterwürfigkeit, Verzweiflung. (…) Die Geschichte wird leidenschaftlich getanzt und geturnt, erschuftet und geschwitzt. Sie wird mal mit Pathos vorgetragen und mal mit ironischer Leichtigkeit, in Dialoge zerlegt oder wie in einer Familienaufstellung analysiert. Sie kommt auch mal als Oratorium daher und gleich darauf als Kammerspiel. Dieser Weg ist streckenweise großartig." (nachtkritik)
Regie: Armin Petras
Bühne: Natascha von Steiger
Kostüme: Karoline Bierner
Musik und Video: Niklas Ritter
Choreographie: Berit Jentzsch
Dramaturgie: Martin Heckmanns, Nina Rühmeier
Ort:
Studio
Termin:
Di, 7.2.2012, 20:15 |
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Kindheitsmuster
Basierend auf dem Roman von Christa Wolf
„Wie sind wir so geworden, wie wir heute sind?“. Christa Wolf stellt diese Frage in ihrem (auto-) biographischen Werk „Kindheitsmuster“. Die Protagonistin unternimmt gemeinsam mit ihrer Familie eine Reise in ihre Heimatstadt, die polnische Stadt G., früher L., um auf den Spuren des Kindes Nelly die Erinnerungen an die eigene Kindheit zu überprüfen. Eine Kindheit, die geprägt war vom Nationalsozialismus. Zwischen den Polen einer faschistischen Vergangenheit und einer sozialistischen Gegenwart stellen sich Fragen nach Schuld und Verantwortung, Fragen, die bis heute ihre Gültigkeit bewahren, denn „das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen“.
Regie: Johann Kuithan
Ausstattung: Karla Fehlenberg
Dramaturgie: Barbara Falter
Video: Mareike Trillhaas
Ort:
Studio
Termine:
Mi, 8.2.2012, 20:15 |
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Do, 9.2.2012, 20:15 |
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Früchte des Zorns
John Steinbeck
Für die Bühne bearbeitet von Armin Petras
Die USA in den 1930er Jahren: Der New Yorker Börsencrash hat ein erodiertes Land zurückgelassen. Aus dem Mittleren Westen brechen tausende Farmerfamilien nach Kalifornien auf, um sich dort auf Obstplantagen zu verdingen. Der Exodus wird zur Zerreißprobe: Statt eines gelobten Landes warten an seinem Ende Fremdenfeindlichkeit, Ausbeutung und Elend. Allein der Versuch, ein solidarisches Kollektiv zu behaupten, verspricht einen Rest an Würde. John Steinbeck zeigt in seinem Roman am Beispiel der Familie Joad exemplarisch die Auswirkungen einer globalen Wirtschaftsdepression auf den einzelnen Menschen. Wie konsistent ist ein Lebensentwurf angesichts der Unstäten des Kapitalismus? Das Erscheinen von „The Grapes of Wrath” 1939 in den USA löste heftige politische Reaktionen bis hin zu regionalen Vertriebsverboten und öffentlichen Bücherverbrennungen aus. Ungeachtet aller Anfeindungen wurde der Roman jedoch 1940 mit dem Pulitzer- Preis ausgezeichnet und noch im selben Jahr in Hollywood verfilmt.
Regie: Armin Petras
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Aino Laberenz
Musikalische Leitung: Tilman Ritter
Video: Niklas Ritter
Dramaturgie: Nina Rühmeier
Ort:
Bühne
Termin:
Fr, 17.2.2012, 19:30 | letzte Aufführung! |
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Das Versprechen
Friedrich Dürrenmatt
Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis "Aufführung des Jahres 2006/07" der TheaterGemeinde Berlin
Schon fast auf dem Weg in einen ruhigen Lebensabend als Polizeiberater in Jordanien lässt sich Hauptkommissar Gerd Schwarz ein letztes Mal auf die Ermittlung in einem Mordfall ein. Im Wald ist ein kleines Mädchen getötet aufgefunden worden. Die Spuren deuten auf ein Sexualverbrechen hin. Der mutmaßliche Täter ist schnell ausgemacht. Ein ehrgeiziger Kommissar kann aus ihm ein Geständnis herauspressen. Dann bringt sich der vermeintliche Täter um. Damit könnte der Fall als abgeschlossen gelten.
Schwarz aber lässt die Geschichte keine Ruhe. Der Mutter des ermordeten Mädchens gibt er das Versprechen, den wahren Täter zu finden und setzt alles daran, sein Wort zu halten.
Als Privatmann kauft er in der Nähe des Tatorts eine Tankstelle und legt sich auf die Lauer. Jetzt braucht er nur noch einen Köder. Und den findet er in Chrissi, der Tochter ausgerechnet der Frau, die ihn liebt. Und tatsächlich: Unbemerkt für Schwarz lockt das kleine Mädchen den Täter gefährlich nahe zu sich heran. Doch nicht nur das bleibt ihm verborgen. Unmerklich hat sich die Grenze zwischen Gut und Böse verschoben. Längst ist nicht mehr bestimmbar, welche moralischen Kategorien Schwarz’ Handeln zu Grunde liegen.
Friedrich Dürrenmatt schrieb 1957 das Drehbuch zu dem berühmten Krimi „Es geschah am hellichten Tag“, der mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe verfilmt wurde. Für den Film musste sich Dürrenmatt der Auffassung der Kinoproduzenten beugen, dass ein Krimi, bei dem der Täter nicht gefasst wird, undenkbar sei. In seinem später verfassten Roman „Das Versprechen“ korrigierte er den Filmschluss. Im Untertitel nannte er das Buch „Requiem auf einen Kriminalroman“. Armin Petras erzählt den Stoff aus einer neuen Perspektive. Nicht – wie bei Dürrenmatt – aus der Sicht des Hauptkommissars, sondern rückblickend mit den Augen des inzwischen erwachsen gewordenen Mädchens.
Regie: Armin Petras
Bühne: Susanne Schuboth
Kostüme: Susanne Schuboth
Musik: Sir Henry
Dramaturgie: Juliane Koepp
Ort:
Bühne
Termin:
Mo, 20.2.2012, 19:30 |
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Prinz Friedrich von Homburg
Heinrich von Kleist
Eine Koproduktion mit dem schauspielfrankfurt
Zwei Mal schon hat der junge Prinz Friedrich im Krieg gegen die Schweden bei Fehrbellin versagt. Und die nächste Schlacht ist nah. Geschwächt vom Kampf fällt er in einen tiefen Traum. Es ist ein Traum vom Ruhm – und von der Liebe. Homburg ahnt nicht, wie nah ihm die angebetete Natalie bereits ist. Gefangen in seinen Träumen überhört er die Anweisung des Kurfürsten, nicht ohne ausdrücklichen Befehl in die Schlacht einzugreifen. Als er den rechten Moment gekommen sieht, greift er ohne zu Zögern an und erringt den entscheidenden Sieg über die Schweden. Ohne Befehl. Dem Siegestaumel folgt der tiefe Sturz. In einem schnellen Verfahren wird die Todesstrafe verhängt. Der Prinz glaubt zu träumen. Trudelnd bewegt er sich zwischen Schicksalsergebenheit, Sehnsucht nach Leben und abgrundtiefer Furcht. Einzig der Kurfürst kann ihn nun noch retten. Natalie tut alles, um ihren Geliebten ins Leben zurück zu holen. Im Angesicht des Kurfürsten aber trifft Homburg seine Entscheidung schließlich allein im Namen seines Gewissens.
Im von napoleonischen Truppen besetzten Berlin greift der chancenlose Dichter Kleist ein Jahr vor seinem Selbstmord zu einem letzten Strohhalm und beschwört Selbstaufgabe und Opfertod. Armin Petras befragt die Standpunkte der Figuren in Kenntnis des aktuellen Lebensgefühls in der Mark Brandenburg und inszeniert Kleists preußisches Traumspiel als zeitgenössischen Alptraum.
Regie: Armin Petras
Bühne: Katrin Brack
Kostüme: Aino Laberenz
Video: Chris Kondek
Dramaturgie: Andrea Koschwitz
Ort:
Bühne
Termin:
Fr, 24.2.2012, 19:30 |
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Gertrud
nach dem Roman von Einar Schleef
"Meine Kindheit fiel ins Kaiserreich, der Sportplatz in der Weimaraner, die Ehe auf Hitler und das Alter in die DDR. Wohin mein Kopf. Das 1000jährige Gottesreich erleb ich nimmer."
Eine Frau, den nahen Tod vor Augen, beschreibt ihr Leben in einer ostdeutschen Provinzstadt. Ein Frauenschicksal par excellence: 1909 geboren, eine Sportlerinnenkarriere in der Weimarer Republik, Familie und Ehe in der Hitlerzeit, Altern in der DDR, das Lebensende schließlich nach der Wende im wiedervereinigten Deutschland. Ihr Mann, einst Architekt, ist bereits gestorben. Die beiden Söhne haben das Haus verlassen. Der erste ist 1957 in den Westen geflohen, der zweite, beim Theater beschäftigt, folgt ihm zwanzig Jahre später. Zwischen Resignation, Wut, Eigensinn und Galgenhumor sucht Gertrud weniger nach Worten für ihre eigenen Hoffnungen, Sehnsüchte oder Ängste, sondern wird zum Sprachrohr einer zerrissenen Generation, einer dem Vergessen preisgegebenen Geschichte, einer Heimat.
Einar Schleef hat in dem exemplarischen Lebenslauf seiner Mutter, die 1993 starb, fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte dargestellt. "Gertrud“ ist sein literarisches Hauptwerk und unübersehbar ein Stück von ihm selbst.
Regie: Armin Petras
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Katja Strohschneider
Dramaturgie: Jens Groß
Ort:
Bühne
Termin:
So, 26.2.2012, 19:00 | Wiederaufnahme |
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Penthesilea
Heinrich von Kleist
Auf dem Schlachtfeld stehen sich die Heere der Griechen und Trojaner gegenüber. Unter Führung der Königin Penthesilea rückt das Heer der Amazonen aus Kleinasien an. Nach dem Gesetz ihres Frauenstaates müssen die Amazonen sich ihre Männer im Kampf erobern und als Gefangene in die Hauptstadt führen, wo dann beim Rosenfest die Vereinigung stattfi ndet. Auf dem Schlachtfeld treffen sich Penthesilea, die Amazonenkönigin, und Achill, der Griechenheld, zum ersten Mal. Im Zweikampf unterliegt die junge Königin Achill und verliert das Bewusstsein. Als sie erwacht, macht er sie glauben, sie habe ihn besiegt. Doch der Betrug fliegt auf. Schließlich fordert Achill Penthesilea erneut zum Kampf um Leben und Tod heraus, um sich freiwillig besiegen zu lassen und in der süßen Gefangenschaft des Rosenfestes Penthesilea zu gewinnen. Doch Penthesilea verwandelt sich in eine Furie: Liebe und Tod werden eins im Rausch, Tod ist Erfüllung, die Welt ein Schlachtfeld.
Regie: Felicitas Brucker
Bühne: Kathrin Frosch
Kostüme: Sara Schwartz
Musik: Jörg Follert
Video: Stefan Bischoff
Dramaturgie: Carmen Wolfram
Ort:
Bühne
Termin:
Mi, 29.2.2012, 19:30 | letzte Aufführung! |
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Effi Briest
Theodor Fontane
Die siebzehnjährige Effi Briest heiratet Baron von Innstetten, einen ehemaligen Verehrer ihrer Mutter. Nach der Hochzeitsreise zieht sie mit ihm in sein Haus in Kessin und leidet bald unter ihrer Angst vor einem angeblichen Spuk in der weitläufigen Villa. Ansonsten gestaltet sich das Leben an der hinterpommerschen Küste, bis auf die Geburt ihrer Tochter, eher langweilig und ereignislos für die lebenshungrige junge Frau. Als Major Crampas in Kessin auftaucht, beginnt sie eine Affäre mit ihm. Kurze Zeit später wird ihr Ehemann nach Berlin versetzt – für Effi eine Chance, sich aus ihrem bisherigen Leben und dem verbotenen Verhältnis zu befreien. Sechs Jahre später entdeckt ihr Ehemann Crampas’ Briefe an sie und erschießt diesen im Duell. Verstoßen von ihrem Ehemann, getrennt von ihrer kleinen Tochter, lebt Effi bis zu ihrem Tod allein. Fontane beschreibt unter Verzicht auf Schuldzuweisungen die gesellschaftlichen Konventionen der preußischen Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts und deren Auswirkungen auf das Leben des Einzelnen.
Regie: Jorinde Dröse
Bühne: Natascha von Steiger
Kostüme: Bettina Schürmann
Musik: Philipp Haagen
Video: Stefan Bischoff
Dramaturgie: Carmen Wolfram
Ort:
Bühne
Termine:
Sa, 11.2.2012, 19:30 |
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Mi, 15.2.2012, 19:30 |
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Do, 1.3.2012, 19:30 |
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Fr, 23.3.2012, 19:30 |
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Mo, 2.4.2012, 19:30 |
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Der Penner ist jetzt schon wieder woanders
Juri Sternburg
Ausgezeichnet mit dem Förderpreis des Stückemarktes im Rahmen des Theatertreffens 2011,
gestiftet von der Bundeszentrale für politische Bildung.
Andrej und Igor steigen in eine Berliner U-Bahn auf der Suche nach ihrem Dealer. Die Fahrt, die nun beginnt, wird zum Höllentrip, den keiner der anderen Fahrgäste überleben wird. Wahllos, ohne Empathie und scheinbar ohne Motiv morden die beiden: Ein Verleger, ein Graffitisprüher, eine Rentnerin, ein Touristenpärchen, ein Polizist müssen sterben. Nach dem sechsten Mord sitzt unvermittelt Gott zwischen Andrej und Igor. Doch statt sie zu stoppen und seine Allmacht walten zu lassen, ist Gott mit der Lektüre von Sir Arthur Conan Doylebeschäftigt. Bereitwillig beantwortet er die Fragen der beiden, erzählt von der Zukunft Europas und Afrikas und diktiert die Lottozahlen. Kurz vor dem Bahnhof Friedrichstraße wird Gott von Igor getötet und löst sich anschließend in Luft auf: „Der Penner ist jetzt schon wieder woanders.“ Igors und Andrejs Fahrt geht weiter... Mit viel Sinn für abgründigen Humor schickt Juri Sternburg seine beiden Protagonisten auf eine Sinnsuche, die zum nihilistischen Roadmovie gerät.
Regie: Ekat Cordes
Bühne: Anna Bergemann
Kostüme: Kerstin Narr
Musik: Jan S. Beyer, Jörg Wockenfuß (Testsieger)
Dramaturgie: Sibylle Dudek
Ort:
Studio
Termine:
Mo, 13.2.2012, 20:15 |
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Sa, 3.3.2012, 20:15 |
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Mi, 28.3.2012, 20:15 |
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Iphigenie auf Tauris
Johann Wolfgang Goethe
Ein Abend von Peter Baur, Sibylle Dudek, Falko Herold, Edgar Selge und Franziska Walser „Iphigenie auf Tauris“ geteilt durch zwei: Franziska Walser und Edgar Selge erkunden gemeinsam Goethes Schauspiel. Sie schlüpft in die Rolle der Iphigenie, er spielt den Anderen – mal Iphigenies Bruder Orest, mal dessen Freund Pylades, den König der Taurer, Thoas, oder dessen Vertrauten Arkas. Die Annäherung an das Stück, an die Figuren und die Sprache, ist ein Prozess, der sich vor den Augen des Publikums vollzieht. Im Zentrum steht der Dialog, die radikale Auseinandersetzung, aus der Iphigenie ihr Gegenüber nicht entlässt. In der Konfrontation formuliert sie ihren Anspruch auf Selbstbestimmung und Akzeptanz – ein Anspruch, der das männliche Selbstverständnis in Frage stellt und ein Umdenken einfordert. „Iphigenie erleidet die Wahrheit wie in den Wehen einer Geburt. Nur so wird das epochale Signal des Stücks möglich: Jede Intrige ist Verstellung, jede Verstellung ist Lüge, und die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. Das ist humanistischer Fundamentalismus, großartig in seiner Bedingungslosigkeit.“
Bühne, Kostüme und Video: Peter Baur, Falko Herold
Dramaturgie: Sibylle Dudek
Ort:
Bühne
Termine:
So, 12.2.2012, 18:00 |
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Fr, 30.3.2012, 19:30 |
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Fr, 6.4.2012, 19:30 |
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Die Familie Schroffenstein
Heinrich von Kleist
Bereits in seinem dramatischen Erstling „Die Familie Schroffenstein“, der 1803 erschien, lässt sich Kleists Grundthema, das alle nachfolgenden Werke durchzieht, erkennen und das Walter Jens folgendermaßen beschrieb: „Die Verrätselung der Welt für den einzelnen durch die undurchschaubare Verflechtung von Schein und Sein, den Gegensatz von Wahrheit und Täuschung, Wissen und Irrtum, Vertrauen und Misstrauen, die Problematik des Erkennens, der Wahrheitsfindung, die – wenn überhaupt – einzig im Vertrauen auf das eigene, letztlich unverstellte Gefühl gelingt.“ Die Familie Schroffenstein zerbricht in zwei Clans, nachdem ein Streit über einen alten Erbvertrag und dessen Auslegung ausgebrochen ist. Wessen Erblinie zuerst ausstirbt, dessen Besitz geht an den anderen Familienzweig über. Die misstrauische Haltung beider Häuser hat sich über viele Jahre hinweg durch mysteriöse Todesfälle verstärkt und so standen sie schon oft vor einem bewaffneten Konflikt. Nun haben beide Familien ein Kind verloren und verdächtigen die jeweils andere Seite des Mordes. Das Misslingen jeglicher Kommunikation erscheint hierbei als Ursache nicht nur für die Entzweiung der Familie, sondern auch für die Gespaltenheit der Welt. Die verfeindeten Parteien beginnen eine systematische Gewaltpolitik – eine Maschinerie aus paranoidintriganten Präventivmaßnahmen und tödlichen Vergeltungsschlägen kommt in Gang. Vorverurteilungen, Missverständnisse, Missgunst, Misstrauen und Hass bestimmen die Atmosphäre. Doch die beiden Kinder Ottokar und Agnes verlieben sich ineinander. Sie fliehen und entwickeln einen Plan, mit dem sie hoffen, den Rachegelüsten ihrer Väter zu entgehen. Und diese erliegen in ihrem blinden Wüten einem grausamen Missverständnis.
Regie: Antú Romero Nunes
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Tabea Braun
Musik: Johannes Hofmann
Dramaturgie: Carmen Wolfram
Ort:
Bühne
Termin:
Sa, 17.3.2012, 19:30 | letzte Aufführung! |
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Das Käthchen von Heilbronn
oder die Feuerprobe
Heinrich von Kleist
In einer unterirdischen Höhle mit einem Femegericht vermummter „Grafen, Herren und Ritter“ beginnt dieses „grosse historische Ritterschauspiel“, wie Kleist es (leicht ironisch?) nannte und zum Anlass nimmt, wieder einmal die Welt ins Verhör zu nehmen. 1808 schreibt er an Joseph von Collin: „Denn wer das Käthchen liebt, dem kann die Penthesilea nicht ganz unbegreiflich sein, sie gehören ja wie das + und das – der Algebra zusammen, und sind Ein und dasselbe Wesen, nur unter entgegengesetzten Beziehungen gedacht.“ Auch im „Käthchen" begegnet dem Mann eine starke Frau. Die Überforderung schlechthin: sie liebt den Grafen Wetter vom Strahl über alles. Sie verfolgt ihn überall hin, er will von ihr nichts wissen – sie ist nicht von seinem Stand. In einem Traum wird ihm prophezeit, dass er einst eine Tochter aus kaiserlichem Hause heiraten wird. Irrtümlich hält er Kunigunde dafür, die allen Rittern den Kopf verdreht. Seine Rüstung wird den Ritter vom Strahl nicht vor der bedingunslosen Liebe des Käthchens schützen; er wird sich ihr ergeben müssen – zumal dem unerschrockenen Mädchen nicht nur die Unterstützung des Kaisers selbst, sondern in einem Feuer die Hilfe eines leibhaftigen Engels zuteil wird. Im Käthchen begegnen wir der Sehnsucht nach der Einheit mit dem Sein: „Käthchen ist naiv. Ist unschuldig, sie hat diese Einheit. Sie ist die Wissende, die der Vernunft des Unbewussten gehorcht“ (Günter Blöcker). Für unsere heutige Vorstellung trägt Käthchens unerschütterliche Zuversicht und ihr Glaube an die Liebe utopische Züge.
Regie: Jan Bosse
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Kathrin Plath
Musik: Arno Kraehahn
Dramaturgie: Gabriella Bußacker
Ort:
Bühne
Termine:
Do, 16.2.2012, 19:30 |
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Di, 21.2.2012, 19:30 |
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Do, 15.3.2012, 19:30 |
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So, 25.3.2012, 19:30 |
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Jeder stirbt für sich allein
Hans Fallada
Für die Bühne bearbeitet von Jens Groß
Hans Falladas Roman beruht auf der wahren Geschichte des Berliner Ehepaares Hampel (bei ihm Quangel), das sich ohne Aussicht auf Erfolg, mit selbst verfassten und in Treppenhäusern abgelegten Postkarten, gegen den Terror der Nazis wehrte und 1943 hingerichtet wurde. Es handelt sich bei diesem Buch um das erste Werk eines deutschen Schriftstellers, das den Widerstand gegen das Hitlerregime thematisierte.Der ist für das Ehepaar Quangel weniger ein politischer Akt als eine Gewissensentscheidung, die sie gemeinsam treffen, nachdem ihr einziger Sohn gefallen ist. Sie wollen etwas tun, sich gegen das sinnlose Hinschlachten Tausender zur Wehr setzen. Fallada entwickelt ein Berliner Hinterhof-Panorama voller berührender, aufwühlender Schicksale und ambivalenter Charaktere – Tapfere und Feige, Kleinkriminelle und Weiberhelden, Nazis, Mitläufer und Spitzel; Leute, die andere belauern und überwachen. Er zeichnet das Bild einer Gesellschaft, die an moralischer Auszehrung leidet, in der Argwohn, Misstrauen und Angst jede soziale Beziehung bestimmen.
With English surtitles
Regie: Jorinde Dröse
Bühne: Barbara Steiner
Kostüme: Susanne Schuboth
Dramaturgie: Carmen Wolfram
Ort:
Bühne
Termine:
Di, 28.2.2012, 19:30 |
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Di, 6.3.2012, 19:30 |
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Do, 22.3.2012, 19:30 |
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Do, 29.3.2012, 19:30 |
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Die Wohlgesinnten
Jonathan Littell
Für die Bühne bearbeitet von Armin Petras
Max Aue ist ein europäischer Intellektueller. Er ist jung und begabt, liebt Flaubert, Stendhal und französische Barockmusik und spricht fließend Altgriechisch. Max Aue ist überzeugter Nationalsozialist, Teil der NS-Führungselite, Mörder. Max Aue ist das Auge, durch das Jonathan Littell in seinem Roman. „Die Wohlgesinnten“ die Schauplätze des Zweiten Weltkriegs und der Shoah in den Blick nimmt: die Hölle der Massaker des Genozids an den europäischen Juden, Stalingrad, die Büros des Reichssicherheitshauptamts, ein Hausmusikabend bei Eichmanns. Littells penibel recherchierter Roman ist eine Zumutung, weil er zur Beschäftigung mit der intellektuellen Seite des Nationalsozialismus zwingt: Die Logik des Bösen ist gefährlich, weil sie denkbar ist. Gerade durch historische Genauigkeit wird „Die Wohlgesinnten“ so zu einem beklemmenden Text über die aktuelle Fragilität gesellschaftlicher Normen und Werte.
Das Maxim Gorki Theater Berlin setzt mit Armin Petras’ Bühnenversion der „Wohlgesinnten“ seine intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte fort.
Regie: Armin Petras
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Karoline Bierner
Musik: Sebastian Vogel, Thomas Kürstner
Dramaturgie: Jens Groß
Ort:
Bühne
Termine:
Do, 9.2.2012, 19:30 |
Tickets online |



Fr, 2.3.2012, 19:30 |
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Rocco und seine Brüder
nach dem Film von Luchino Visconti
Auf der Suche nach einem besseren Leben ohne materielle Not verlassen immer mehr Menschen den bitterarmen ländlichen Süden, um ihr Glück im reichen Norden, in der Stadt Mailand, zu finden. Unter ihnen auch Rosaria Parondi und ihre Söhne: Auf der einen Seite Vincenzo, der schon bald eine Familie gründet und sich eine eigene Wohnung einrichten kann, sowie Ciro, der ein ähnliches Leben anstrebt. Auf der anderen Seite Simone und Rocco, die als Boxer Karriere machen. Als jedoch Simone im Sport nachlässt, sich verschuldet, dem Alkohol verfällt und sich seine ehemalige Geliebte Nadia in Rocco verliebt, nimmt die Tragödie ihren Lauf, und die Familie droht auseinanderzubrechen.
Die Filmvorlage von Luchino Visconti beschreibt mit dem Mythos der reichen Stadt, die einerseits den sozialen Aufstieg ermöglicht, andererseits mit ihren Verlockungen und Verführungen aber als Gefahr für die traditionelle Familie und ihre Werte wahrgenommen wird, ein Phänomen, das nicht nur im Nachkriegs-Italien aktuell war.
Regie: Antú Romero Nunes
Musik: Johannes Hofmann
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Judith Hepting
Dramaturgie: Carmen Wolfram
Ort:
Bühne
Termine:
Sa, 18.2.2012, 19:30 |
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Di, 27.3.2012, 19:30 |
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Der Besuch der alten Dame
Friedrich Dürrenmatt
Diese Stadt ist stolz: auf ihre Geschichte, die Baudenkmäler und darauf, dass durch ein Aufbegehren der Bürger der Weg zur Demokratie frei wurde. Nur ökonomisch läuft der Laden nicht: Die Fabriken sind geschlossen, es fehlt an allem. In dieser Situation zwischen Euphorie und Enttäuschung feiert man den Besuch eines prominenten Gastes: Clara, die vor 30 Jahren die Stadt als 17jährige verlassen hat, kehrt in ihre Heimat zurück. Inzwischen ist sie ein gefeierter Weltstar geworden. Den erwartungsvollen Bürgern stellt sie ein unglaubliches Geschenk in Aussicht: eine Milliarde, verteilt auf alle. Doch die Stiftung ist an eine Bedingung geknüpft. Für ihr Geld will Clara "Gerechtigkeit“. Der Kaufmann Alfred Ill, der sie damals geschwängert und dann verlassen hat, soll sterben. Die Bürger der Stadt werden auf eine harte Probe gestellt: Reicht ihr Widerstandsgeist, auf den sie so stolz sind, um einer Versuchung, wie dieser zu widerstehen?
In seiner Bearbeitung wendet Armin Petras Friedrich Dürrenmatts dramatisches Experiment über die ökonomischen Grenzen des moralischen Diskurses auf die historische Situation nach der Wende von 1989 an. Eine Stadt im Konflikt der Werte: Die Verletzlichkeit des Lebens, die Ungesichertheit der politischen Kategorien und der Magnetismus des Geldes stehen gegeneinander.
Einer wird verlieren.
Regie: Armin Petras
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Katja Strohschneider
Musik: Sebastian Vogel, Thomas Kürstner
Dramaturgie: Ludwig Haugk Video Niklas Ritter
Koproduktion mit dem Staatsschauspiel Dresden
Ort:
Bühne
Termine:
Di, 14.2.2012, 19:30 |
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Di, 20.3.2012, 19:30 |
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Madame Bovary
Gustave Flaubert
Für die Bühne bearbeitet von Tine Rahel Völcker
Von ihrer Hochzeit mit dem Landarzt Charles Bovary erhofft sich die Pächtertochter Emma neben gesellschaftlicher Anerkennung vor allem Freiheit und Glück. Ihre in der Klosterschule und durch Lektüre erweckte Sehnsucht nach einem Leben in Leidenschaft und Luxus soll endlich Wirklichkeit werden. Doch das junge Paar scheitert an dem Idealismus seiner Liebe und an einem System, in dem der Wert des Einzelnen scharf kalkuliert und von seiner optimalen Verwertbarkeit abhängig gemacht wird. Emma probiert sich wechselweise in den gültigen Rollenbildern als Mutter, Hausfrau und Geliebte und wird dabei immer wieder mit der Hohlheit und dem Materialismus der Gesellschaft konfrontiert. Darin geht es nicht um die Behauptung oder Überschreitung eines Selbst, sondern um einen Prozess, in dem die Entäußerung des Eigenen erlitten wird. Emma flüchtet sich in die Arme ihrer Liebhaber Rodolphe und Leon, provoziert Charles Mutter und die Bürgerwelt des Apothekers Homais und der Händlerin Lheureuse, deren Opfer sie werden wird. Eine Suchende wird zur Süchtigen und Emmas Rausch in Luxus und Konsum endet im Ruin.
Tine Rahel Völcker fokussiert in ihrer Bearbeitung Flauberts berühmten Roman auf den Konflikt Individuum versus Gesellschaft und die Frage: Wie lebt man in einem System, das dem Einzelnen trotz oder gerade wegen seines Reichtums zwischen Profit und Ruin kaum eine Alternative lässt?
Regie: Nora Schlocker
Bühne: Jessica Rockstroh
Kostüme: Marie Roth
Musik: Paul Lemp
Dramaturgie: Andrea Koschwitz
Ort:
Bühne
Termin:
Sa, 3.3.2012, 19:30 |
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Sein oder Nichtsein
Nick Whitby
Komödie nach dem Film „To Be or Not To Be” von Ernst Lubitsch
Drehbuch von Edwin Justus Mayer und Melchior Lengyel
Koproduktion mit dem Narodowy Stary Teatr w Krakowie
Warschau 1939: Im Polski Theater finden die Proben zu einer Nazi-Satire statt. Aus Rücksichtnahme auf den deutschen Nachbarn wird das Stück jedoch von der polnischen Zensurbehörde abgesetzt. Man spielt wieder „Hamlet“ und das berühmte Schauspieler-Ehepaar Josef und Maria Tura lebt weiter sein erfolgreiches Theaterleben zwischen Verführung und Eifersucht. Gerade will der junge Verehrer Stanislaw Maria dazu überreden, sich von ihrem Mann zu trennen, da besetzt die deutsche Wehrmacht Polen. Stanislaw kämpft als polnischer Flieger in England. Durch Zufall erfährt er dort, dass Professor Silewski als Spion mit geheimen Informationen für die Gestapo auf dem Weg nach Warschau ist. Stanislaw wird nach Warschau eingeschleust, um die Katastrophe zu verhindern. Sein erster Weg führt zu Maria und ihrem eifersüchtigen Ehemann. Ernst Lubitschs meisterhafte Filmkomödie aus dem Jahr 1942 wurde vielfach kritisiert: Man mache sich über Polen lustig und verharmlose das Grauen des 2. Weltkrieges. Doch wie die polnische Schauspieltruppe in Nazi-Kostümen bei höchster Lebensgefahr die Gestapo hinters Licht führt, ist bis heute eine starke Hymne an den Geist des Widerstands.
Regie: Milan Peschel
Bühne und Kostüme: Magdalena Musial
Dramaturgie: Andrea Koschwitz
Ort:
Bühne
Termine:
Mi, 22.2.2012, 19:30 |
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Sa, 24.3.2012, 19:30 |
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Nora oder ein Puppenheim
Henrik Ibsen
Übersetzung und Bearbeitung von Gottfried Greiffenhagen und Daniel Karasek
Fassung des MGT Berlin
Mit "Nora" beleuchtet Ibsen die komplexe Beziehungsstruktur von Ehe und Familie. Er untersucht die fragilen Vereinbarungen auf denen diese beruhen: Nora ist seit Jahren mit Torvald Helmer verheiratet, der nun endlich den erhofften Aufstieg fast geschafft hat; er steht kurz vor seiner Ernennung zum Direktor der kommunalen Bankfiliale. Die beiden haben Kinder und halten sich für ein glückliches Paar. Wie brüchig diese Konstellation allerdings ist, zeigt sich als sie durch die schrittweise Aufdeckung eines lange zurückliegenden Vorfalles zu zerbrechen droht: Nora hatte seinerzeit heimlich eine Unterschrift ihres Vaters gefälscht und damit ihren Mann vor dem finanziellen Ruin bewahrt. Als Torvald davon erfährt, reagiert er darauf mit Bestürzung, Beschimpfungen und Furcht vor dem Skandal in der Öffentlichkeit, obwohl er weiß, dass Nora aus Liebe zu ihm so gehandelt hat. Für Nora zeigt sich in seinem Verhalten, dass er die eigenen Interessen wichtiger nimmt, als ihr gemeinsames Leben. Sie kommt ihrerseits zu dem Schluss, dass sie lernen muss, mehr an sich "selbst zu denken".
Regie: Jorinde Dröse
Bühne / Kostüme: Susanne Schuboth
Musik: Roderik Vanderstraeten
Dramaturgie: Carmen Wolfram
Ort:
Bühne
Termine:
Fr, 10.2.2012, 19:30 |
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So, 18.3.2012, 19:30 |
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Der zerbrochene Krug
Heinrich von Kleist
Adaption einer Produktion des Schauspielhauses Zürich
Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
In Huisum bei Utrecht ist ein Krug in die Brüche gegangen. Für Frau Marthe Rull scheint alles klar: bei einem heimlichen nächtlichen Besuch in der Kammer ihrer Tochter Eve hat deren Bräutigam Ruprecht einen wertvollen Krug zerbrochen. Gleich am nächsten Morgen erscheint sie mit den Beteiligten und dem Indiz vor Gericht, wo der Dorfrichter Adam kurzen Prozess machen soll. Doch: Woher stammen Adams Verletzungen? Wer war der unerkannte Rivale, den Ruprecht bei Eve überrascht hat? Warum schweigt sie? Und, was zum Teufel hat Frau Brigitte wirklich gesehen? Der Schreiber Licht wartet auf seine große Chance, Gerichtsrat Walter, der auf seiner Inspektionsreise ausgerechnet in den Gerichtstag gerät, versucht, den drohenden Zerfall aufzuhalten und der Richter ist auf der Jagd nach sich selbst. Kleist macht den Zuschauer in diesem Prozess in Echtzeit zum unmittelbaren Zeugen der Macht der Worte. Sein Motor ist die Komödie: im Befreiungsschlag durch groteske Überdrehung der profanen Verhältnisse der "hinfälligen“, fragilen Welt zu trotzen und sich in ihr zu behaupten.
Jan Bosse gelang 2006 am Schauspielhaus Zürich eine Inszenierung, die so schlank und gegenwärtig wie sein furioser Hauptdarsteller Edgar Selge war. Mit ihm, Jean-Pierre Cornu, Franziska Walser und mit Schauspielern des Maxim Gorki Theaters Berlin wird Kleists Lustspiel in einer Adaption der Produktion des Schauspielhauses Zürich von Jan Bosse neu inszeniert.
Regie: Jan Bosse
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Kathrin Plath
Dramaturgie: Gabriella Bußacker, Andrea Koschwitz
Ort:
Bühne
Termine:
Mi, 21.3.2012, 19:30 |
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Di, 3.4.2012, 19:30 |
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Der Kaufmann von Venedig
William Shakespeare
Bassanio braucht Geld, damit er sich um die reiche und adlige Portia, Erbin von Belmont, bewerben kann. Um dem verschuldeten Freund mit der benötigten Summe auszuhelfen, macht der Kaufmann Antonio selber Schulden, denn sein Kapital fluktuiert im globalen Warenhandel. Güterverkehr und weltweiter Handel machen seinen Reichtum aus, seine Schiffe kreuzen auf den Weltmeeren, sein Vermögen hat er in Übersee investiert. Er borgt beim reichen Juden Shylock Geld und unterschreibt einen Schuldschein, der diesem erlaubt, bei Rückzahlungsschwierigkeiten „ein Pfund Fleisch nächst dem Herzen" aus Antonios Körper zu schneiden. Antonio ist sich sicher, dass er nicht in Zahlungsverzug geraten wird, da seine Schiffe bald reich beladen mit neuen Waren in Venedig zurückerwartet werden. Unterdessen war Bassanio mit seiner Brautwerbung erfolgreich und hat Portia geheiratet. Zurück in Venedig findet er Antonio in Sorge, denn die Schiffe sind verschollen und die Rückzahlung des Geldes scheint auf einmal aussichtslos. Shylock, der Außenseiter, dem sein Reichtum außer Hass nichts eingebracht hat, der von den Christen Venedigs verachtet und von Antonio öffentlich gedemütigt und beleidigt wird, fordert nun sein Recht vor Gericht ein. Vertrag ist Vertrag.
Regie: Armin Petras
Bühne: Natascha von Steiger
Kostüme: Aino Laberenz
Dramaturgie: Carmen Wolfram
Ort:
Bühne
Termin:
So, 4.3.2012, 19:30 |
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Amphitryon
Heinrich von Kleist
Langezeit führte "Amphitryon" als vermeintlich bloße Übersetzung des Erfolgsstückes von Molière ein Nischendasein in der Wahrnehmung des kleistschen Gesamtwerkes. Dabei hatte bereits der zeitgenössische Herausgeber Adam Müller zu Recht erkannt: "Eigenthümlich und im edelsten Sinne des Werks original ist diese Bearbeitung des Molière." Den Stoff lieferte eine Randnotiz der griechischen Mythologie: die Zeugungsgeschichte des Herakles. Begeistert von der Schönheit der Alkmene beschließt Zeus, sie in Gestalt ihres Mannes Amphitryon zu besuchen. Die getäuschte Alkmene erlebt mit dem falschen Ehemann eine unvergessliche Liebesnacht. Der echte Amphitryon, als Sieger aus der Schlacht heimgekehrt, erlebt seine größte Niederlage im Privaten: Ein anderer raubt ihm seine Identität. Was bleibt, wenn einem alles genommen wird, wenn selbst das Ich abhanden kommt? Vom titelgebenden Helden lenkt Kleist den Fokus auf Alkmene und lässt sie auf die Frage nach dem Ich mit dem berühmtesten "Ach!" der Literaturgeschichte antworten: drei Buchstaben, die die Komödie ins Schleudern bringen.
Regie: Jan Bosse
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Dagmar Fabisch
Musik: Arno Kraehahn
Dramaturgie: Ludwig Haugk
Ort:
Bühne
Termine:
Mo, 6.2.2012, 19:30 |
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Mi, 14.3.2012, 19:30 |
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MAXIM GORKI THEATER
Am Festungsgraben 2
D-10117 Berlin
Telefon: +49 (030) 20221-115
Fax: +49 (030) 20221-128
E-Mail:
ticket@gorki.de