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Deutsches Theater Berlin

Das Deutsche Theater in Berlin zählt zu den bedeutendsten Sprechtheaterbühnen im deutschsprachigen Raum. Hinter seiner eleganten klassizistischen Fassade beherbergt das 1849 gegründete Theater in der Schumannstraße heute drei Bühnen: Das Große Haus mit ca. 600 Plätzen, die Kammerspiele mit ca. 230 Plätzen sowie die 2006 neu eröffnete Box - eine kompakte Blackbox im Foyer der Kammerspiele mit 80 Zuschauerplätzen. Auf dem Spielplan stehen zum einen Klassiker und moderne Klassiker von Autoren wie Shakespeare, Schiller, Tschechow, Sartre, Ibsen und Goethe, zum anderen werden Stücke zeitgenössischer Autoren wie Lukas Bärfuß, Dea Loher, Wolfram Lotz, Roland Schimmelpfennig, Ferdinand Schmalz und Nis-Momme Stockmann gezeigt und zur Uraufführung gebracht. Einmal im Jahr finden am Deutschen Theater die Autorentheatertage statt, ein 14-tägiges Festival der zeitgenössischen Dramatik.

Kontakt

Deutsches Theater Berlin
Schumannstraße 13a
D-10117 Berlin

Telefon: +49 (0)30 28441-0
E-Mail: service@deutschestheater.de

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Theater

Lear

von William Shakespeare
und: "Die Politiker" von Wolfram Lotz (Uraufführung)

Premiere / Uraufführung: 30. August 2019

Ein König, ein Reich, drei Töchter: Was also läge näher, als auch das Erbe auf drei Schultern zu verteilen? Bekanntermaßen scheitert Lears Vorhaben, weil sich Cordelia, seine Jüngste, nicht so benimmt wie erwartet und ihrem Vater den gewünschten Liebesbeweis vorenthält. Sie wird enterbt. Doch ist das für uns, die wir zeitliche Wesen sind, überhaupt möglich: nicht zu erben, nicht in Sprachen, Geschichten, Traditionen und Weltzustände hineingestellt zu sein? Inwieweit lässt sich ein Erbe ausschlagen, inwiefern wählen? Und umgekehrt, was ist es, das wir weitergeben? Kann man geben, was man nicht hat? Woraus wird Morgen gemacht sein (Victor Hugo)?

Zusammen mit dem Ensemble geht Sebastian Hartmann den Spuren des Erbes, der Gabe und des Künftigen in Shakespeares Königsdrama nach. Und sorgt im Zuge dieser Spurensuche für eine höchst überraschende Begegnung: Lear trifft auf den jüngsten Theatertext von Wolfram Lotz, das leichtfüßige, raffinierte, hoch rhythmisierte Sprechstück Die Politiker, einen gedankenschnellen Wortstrom, dessen Kaskaden Kindheitssplitter, Kanister und "klägliche Signale in der Finsternis" umspülen und das als Teil der Inszenierung im Deutschen Theater uraufgeführt wird.

Regie / Bühne: Sebastian Hartmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Licht: Rainer Casper
Dramaturgie: Claus Caesar

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Theater

Ausweitung der Kampfzone

nach dem Roman von Michel Houellebecq

Premiere: 08. September 2019, Kammerspiele

Ein namenloser IT-Spezialist, Angestellter eines Pariser Softwareunternehmens, unternimmt eine Dienstreise in die Provinz. Präzise und bestechend rational beschreibt er die Stationen seiner Vereinsamung, "das fortschreitende Verlöschen aller menschlichen Beziehungen", seinen Ekel, seinen Selbsthass – auch die Geilheit und Verzweiflung, mit der sein sexuell frustrierter Reisebegleiter und Arbeitskollege Tisserand auf die Welt und den weiblichen Körper blickt. Am Weihnachtsabend eskaliert die Situation. Nach dem Besuch einer Diskothek folgen die beiden einem jungen Liebespaar in die Dünen…

"Der Wirtschaftsliberalismus ist die erweiterte Kampfzone, das heißt, er gilt für alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen. Ebenso bedeutet der sexuelle Liberalismus die Ausweitung der Kampfzone, ihre Ausdehnung auf alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen", schreibt Houellebecq in seinem Romandebüt. Ausweitung der Kampfzone wurde in Windeseile zum Kultbuch, rückhaltlos gelobt und wütend bekämpft, zunächst in Frankreich, seit 1999 auch in Deutschland. Heute gilt der Roman als Pioniertat. Sein Titel ist zum Sprichwort geworden, die Kampfzonen zum Synonym für die Seelenlandschaften unserer Gesellschaft.

Regie: Ivan Panteleev
Bühne: Michael Graessner
Kostüme: Daniela Selig
Dramturgie: Bernd Isele

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Theater

Der Hals der Giraffe

nach dem Roman von Judith Schalansky

Premiere: 22. September 2019

Einen Systemwechsel hat sie überstanden, den Mann an die Straußenzucht verloren und die Tochter an ein Leben in den USA. Inge Lohmark, Sport- und Biologielehrerin seit 30 Jahren, weiß, dass man sich an veränderte Umstände anzupassen hat. Und nur die Stärksten überleben. Doch nun will die sterbende Kleinstadt in Vorpommern, in der sie unterrichtet, ihre Schule schließen, ihre Unterrichtsmethoden geraten in die Kritik – und sie, völlig unerwartet, verliebt sich in eine ihrer Schülerinnen. Lohmarks geordnetes Weltbild, ihr Biologismus, bekommt ernsthafte Risse.

Judith Schalansky erzählt von einer Zeit des Übergangs: das Alte gibt es nicht mehr, das Neue bleibt fremd. Sie schreibt über Menschen, die zu retten versuchen, was nicht zu retten ist, und über die Nachwendejahre zwischen Verknöcherung und Aufbruch.

Regie: Philipp Arnold
Bühne: Viktor Reim
Kostüme: Julia Dietrich
Musik: David Hirst
Dramaturgie: Juliane Koepp

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Theater

Am Boden

von George Brant

In einer Übersetzung von Henning Bochert

Eine F16-Kampfpilotin, selbstbestimmt und unabhängig, wird schwanger, ungeplant. Von nun an tauscht sie das Blau des Himmels gegen das Grau der Monitore, denn sie fliegt eine Drohne – ferngesteuert aus einem klimatisierten Anhänger in der Wüste. Nicht in der Luft, sondern am Boden, folgt sie den Befehlen aus dem Kopfhörer, jene abzuschießen, die andere für schuldig erklären. George Brants Monolog erzählt vom Verschwimmen von Grenzen, fragt nach Verantwortlichkeit, nach den Konsequenzen der modernen Kriegsführung und danach, wer das Urteil über die Schuldigen spricht.

Regie: Anna Berndt
Bühne: Carla Satoca Berges
Kostüme: Linda Spörl
Musik: Matze Pröllochs
Dramaturgie: Franziska Trinkaus

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Theater

ugly duckling

von Bastian Kraft nach Hans Christian Andersen

"Ich träumte nie von soviel Glück, als ich noch das hässliche kleine Entlein war."

In den Märchen von Hans Christian Andersen stößt man immer wieder auf Transformationen: Die kleine Meerjungfrau verwandelt sich in einen Menschen, das hässliche Entlein in einen stolzen Schwan. Dass es sich bei diesen Verwandlungen auch um ein maskiertes Spiel mit Geschlechtlichkeit und Sexualität handelt, ist Ausgangspunkt für ein Projekt, das Andersens Märchen den Biografien von Berliner Dragqueens gegenüberstellt. Diese Protagonist_innen des urbanen Nachtlebens machen das Spiel mit Geschlechterrollen zum befreienden Spektakel. Dabei bewegen sie sich an der schillernden Grenze zwischen schamloser Selbstdarstellung und subkulturellem Sendungsbewusstsein. Die Transformation mittels Schminke und Perücken nämlich produziert nicht nur ein neues Ich, sondern damit auch ein neues Selbstbewusstsein. Die so erschaffene Kunstfigur ist der stolze Schwan, in dessen Gestalt sich das hässliche Entlein der Welt stellen kann.

Regie: Bastian Kraft
Bühne / Video: Peter Baur
Kostüme: Jelena Miletić
Musik: Romain Frequency
Dramaturgie: Ulrich Beck

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Theater

Black Maria

von René Pollesch

F: Wenn ich dazu mal etwas sagen dürfte... Eine Sache, auf die ich mich immer verlassen kann, ist, dass ich mich schäme. Darauf kann ich mich immer verlassen. Ja, und das war's auch schon.

B: Was soll das denn heißen? "Juristischer fotografischer Realismus"?

K: Im Gegensatz dazu, wie 'Sichtbarkeit' gerade diskutiert wird, müsste es vielmehr darum gehen, dass Frauen genauso unsichtbar sind wie weiße Männer. Dass überhaupt alles Markierte undeutlich sein kann. Um eine optische Politik müsste es gehen, die das alles in das Dunkle zieht, raus aus der Erhellung, in die Nicht-Transparenz. Auf einer besseren Darstellung der Welt müsste man beharren, die sich nicht in der Suche nach Repräsentation erschöpft. In einem Regime der Überdeutlichkeit, der Erhellung, des Realismus also, ist der weiße Mann ja unsichtbar. Es gibt einen Blick, der bestrebt ist, zu repräsentieren, und zugleich der Repräsentation zu entgehen, und der will auch die vollkommen transparente Vermittlung der Welt. Aber gegen die Gefräßigkeit des Auges ginge es ja gerade darum, 'nicht sichtbar' zu sein.

A: Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit sind nie symmetrisch. Das Privileg liegt eindeutig bei der Unsichtbarkeit. Man müsste so unsichtbar sein wie die weißen Typen. Und wenn Sichtbarkeit was wert wäre, wäre ich wirklich dabei. Aber es geht eher darum: unsichtbar sein wie weiße Typen. Ja, und natürlich versteh ich auch, dass 'Sichtbarkeit' sein muss, dass eine Haltung zugunsten des Sichtbarmachens in kritischer Absicht erfolgen muss, um für Gleichheit einzutreten, aber die dem ganzen zu Grunde liegende Asymmetrie bleibt leider bestehen.

B: Beim Film lässt sich beobachten, dass die meisten, die über ihn nachdenken entweder an die Bewegung glauben und das Bild übergehen, oder am Bild festhalten und die Bewegung übergehen. Sie berücksichtigen dann nicht den Film, der zum Beispiel, wie etwa beim Kinematographen 50 Prozent dessen, was beim Schauen vor den Augen liegt, im Unsichtbaren belässt. Und darum müsste es vielleicht gehen... Ich würde mich gerne im Unsichtbaren lassen. Wie etwa jemand, der versucht illegal eine Grenze zu passieren. Wie jemand, der nicht gesehen werden will, weil es eine Herrschaft der Transparenz gibt, der Beleuchtung, des Erhellens. Die vor allem die betreiben, die nicht gesehen werden. Ich werde gesehen, und will unsichtbar bleiben. Repräsentation ist ja das, was seine eigene Grenze definiert. Und Figuren der Flucht, versuchen das Ziehen einer Grenze zu unterlaufen. Repräsentation versucht immer die Grenzen zu sichern. Das ist genau, was es bedeutet.

Black Maria. So nannte man das 1893 gebaute erste Filmstudio der Welt. Das Schwarz der Dachpappe, aus der es gebaut war, und seine Enge erinnerte an die schwarz lackierten Gefangenentransporter, lahme Pferdekutschen, die man "Black Maria" nannte nach dem damals berühmtesten Rennpferd. Das Haus stand auf Rollen, denn sein Dach, das man öffnen und schließen konnte, folgte der Sonne.

Regie: René Pollesch
Bühne und Kostüme: Nina von Mechow
Video: Ute Schall
Dramaturgie: Juliane Koepp

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Theater

Lenz

von Georg Büchner

"Er ging gleichgültig weiter, es lag ihm nicht's am Weg, bald auf- bald abwärts. Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehn konnte."

1778. Der junge Dichter Jakob Lenz wandert durchs Gebirge, auf dem Weg zum Pfarrer Oberlin, der ihn in sein Haus aufnehmen wird. Dort will Lenz zur Ruhe kommen, will nicht mehr dran denken, woher er kommt und wohin er zu gehen beabsichtigt. Doch Briefe von seinem despotischen Vater, Wiederbegegnungen mit Menschen, die ihn von früher kennen und die Abwesenheit des Pfarrers, der auf eine Reise muss, führen zu einem sich zusehends verschlechterten Geisteszustand.

Beklemmend intensiv beschreibt Georg Büchner die Verlorenheit und Einsamkeit eines entwurzelten Menschen und stützt sich dabei auf Quellen von Zeitgenossen des Schriftstellers Jakob Michael Reinhold Lenz, der 1792 nach Jahren der Verelendung tot auf einer Straße in Moskau aufgefunden wurde, und der als einer der bedeutendsten Vertreter des 'Sturm und Drang' gilt.

Regie: Lilja Rupprecht
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Pauline Hüners
Musik: Romain Grandveaud
Video: Moritz Grewenig
Dramaturgie: Anika Steinhoff

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Theater

Westend

von Moritz Rinke

"Das Gewitter ist genau über uns", schreibt Moritz Rinke in seinem neuen Stück. Es erzählt von einer untergehenden Welt: von Burgen der Bürgerlichkeit, die brüchig geworden sind; von einsamen Menschen, deren Biografien, Gesichter und Körper vernarbt sind vom Krieg und vom Zwang, schön und erfolgreich zu sein.

Eduard ist Schönheitschirurg, Charlotte eine erfolgreiche Sängerin. Das Kind, das Charlotte sich gewünscht hatte, haben die beiden nicht bekommen. Nun ist das neu gekaufte Haus zu leer, der Garten zu groß, der nahe See zu still. Umso mehr sprudeln die Pläne: Pläne für ein neues Gartenhaus (Fichtenholz), für die neue Praxis (lindgrün), für Um- und Anbauten, das nächste Gesangskonzert, die nächste Nasenkorrektur… In diese Welt bricht Michael ein. Eduard und "Mick" haben beide Medizin studiert, inzwischen trennen die beiden Welten. Eduard operiert im Krisengebiet der westlichen Seele; dort entfernt er die Angst, alt und wertlos zu sein. Michael, der jüngere der beiden, arbeitet für eine humanitäre Organisation und kommt eben aus Afghanistan zurück. Was er mitbringt, sind Geschichten von westlicher Gewalt, von Minenopfern, verzweifelten Todeskämpfen und sinnlosem Sterben.

Und dann ist da noch Lilly, die junge Nachbarin, eine Medizinstudentin, die nur in den Sommerwochen bei ihrem Vater Marek und dessen amerikanisch-russischer Freundin Eleonora lebt. Als die Nachbarsfamilie zu Besuch kommt, droht die alte Ordnung endgültig zu zerfallen.

Regie: Stephan Kimmig
Bühne: Katja Haß
Kostüme: Anja Rabes
Musik: Michael Verhovec
Dramaturgie: Bernd Isele

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Theater

Der Menschenfeind

von Molière

Der Menschenfeind ist auf den ersten Blick eine aufreizend schlichte Komödie: Alceste, ein adliger Schriftsteller, liebt Célimène, doch die umworbene junge Witwe hält ihn hin. Ungeduldig begibt er sich in ihr Palais um von ihr ein klares Bekenntnis zu hören. Dort trifft er auf zahlreiche kleine und größere Heuchler, auf Freunde und Konkurrenten, auf ihm gewogene Frauen. Alceste ist allen bekannt: ein anstrengender Charakter, klug, witzig, wohlhabend und voller Hass auf die Gesellschaft, zu der er gehört wie sie zu ihm. Er schlägt um sich, verletzt mit Worten, predigt unbedingte Wahrheit, Kompromisslosigkeit und gerät dabei immer mehr ins Abseits. Weltflucht scheint der einzige gehbare Weg für den Menschenfeind.

"Molière züchtigte die Menschen, indem er sie in ihrer Wahrheit zeichnete", so Voltaire hundert Jahre nach Entstehung des Menschenfeind über seinen Landsmann. Und tatsächlich spießt Molière seine Figuren wie Insekten auf und offenbart sich dabei als Menschenkenner und Komödienschreiber zugleich. Irgendwo zwischen steilem Egoismus und zu Herzen gehender Verlorenheit siedelt er seine Figuren an und liefert sie dem Lachen des Publikums aus. Glühendste Empörung, Antipathie, Ablehnung kommen ins Wanken, das festgefügte Menschenbild bekommt Risse, Schwächen werden ertragbarer – bestenfalls auch die eigenen.

Vermutlich ist Der Menschenfeind Molières am meisten autobiographisch geprägtes Stück. Am Hof Ludwig des Vierzehnten, endgültig angekommen, klarsichtig und verführbar und einer um 21 Jahre jüngeren Frau erlegen, hat Molière den Menschenfeind in der Uraufführung selbst gespielt. Er wusste genau, dass nichts komischer ist als der Mensch im Strudel seiner Schwächen. Er durchschaute die Mechanismen des Hofes und dessen Macht-Hierarchie. Die Sitten und Regeln, die Masken und Selbstinszenierungen, die Rigidität, mit der ein konformes Verhalten gefordert und Nonkonformismus bestraft wurde – all das war dem Dichter bewusst. Auf der anderen Seite wusste er um den natürlichen Egoismus und die tiefliegende Bösartigkeit des Menschen und sah die Erfordernis eines gesellschaftlichen Vertrags. Doch wie sähe ein solcher optimalerweise aus? Wie lauteten die Regeln? Wieviel Ehrlichkeit, wieviel Diplomatie, wieviel Schein und wieviel Unbedingtheit vertrügen wir? Alceste gibt darauf eine Antwort, seine Lächerlichkeit eine andere – wo sich der Zuschauer positioniert – in seiner Zeit – ist wirklich interessant.

Regie: Anne Lenk
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Sibylle Wallum
Musik: Camill Jammal
Dramaturgie Sonja Anders

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Theater

Der Tempelherr

ein erbauungsstück von Ferdinand Schmalz

Das jüngste Stück von Ferdinand Schmalz beginnt mit der goldenen Aussicht auf eine kleine Heimat weit außerhalb der Stadt. Heiner hat ein Stück Land gekauft: für sich, seine schwangere Frau Petra und für das ungeborene Kind. Doch was als Sinn-Ganzes gedacht ist, als großer Zusammenhang, läuft bald aus dem Ruder. Fassungslos beobachtet seine Umgebung – die Dorfbewohner, sein Financier und Schwiegervater, seine Freunde, seine Ehefrau – wie der Bauherr nach wochenlanger Meditation eigenhändig und wie ein Irrer zu bauen beginnt. Doch was entsteht, ist kein "haus, / mit wänden, / türen, / fenstern, / keller, / speise-, / kinder-, / schlaf-, / und gästezimmer, / bad und klo, / brause im hause, / krüppelwalmdach, / terrasse, / carport". Statt dieser und ähnlicher Errungenschaften enthüllt Heiner einen strahlend weißen Tempel – "als hätt ein gott ihn / aus der akropolis herausgerissen". Bald wächst die Baustelle ins Unermessliche. "aus den ruinen des kontinents“ heraus erfindet der Tempelherr sich und sein Stück Land ganz neu. Alle anderen bleiben Zaungäste. Was ihnen verrückt erscheint, ist Heiner notwendig; was er sich erschafft, bleibt ihnen verschlossen. Der Tempelherr baut Fluchten, Säulengänge, labyrinthische Sinnsucher-Strukturen: eine Schöpfung, die alle Zeiten sprengt und aus dem Gestern ins Morgen hineinragt. Ein neues Haus, eine Stadt, ein Gegenentwurf zu allem Bestehenden, ein Mausoleum, das den Bauherrn am Ende verschluckt.

Regie: Philipp Arnold
Bühne: Viktor Reim
Kostüme: Julia Dietrich
Video: Sebastian Pircher
Dramaturgie: Bernd Isele, Juliane Koepp

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Theater

Die Umsiedlerin

von Heiner Müller

Ende der 1950er Jahre arbeitet Heiner Müller an einem Stück über Bodenreform und Kollektivierung in der Landwirtschaft der frühen DDR, ein Auftrag des Deutschen Theaters. Die Widersprüche, von denen er in einer eminent formbewussten Sprache erzählt, sind schwindelerregend, unversöhnt stehen die neue Zeit und das alte „Leben auf dem Lande“ nebeneinander. Müllers Blick auf die Protagonisten ist mitleidlos, seine Komik lässt keinen ungeschoren, und zugleich erscheinen am Horizont, nicht zuletzt über die Titelfigur, Umrisse eines neuen Menschen, einer anderen, solidarischen Art und Weise miteinander zu leben.

Die Uraufführung der „Umsiedlerin“ an der Hochschule für Ökonomie in Berlin-Karlshorst 1961 wird zum größten Theaterskandal der DDR. Der Schriftstellerverband schließt Müller aus, Regisseur B.K. Tragelehn muss zur Bewährung in den Braunkohletagebau. Erst 1976 darf das Stück in der DDR wieder gespielt werden. Nun, fast 60 Jahre nach der Uraufführung, holen Tom Kühnel und Jürgen Kuttner „Die Umsiedlerin“ in die Kammerspiele des Deutschen Theaters und in eine Zeit, in der die Fragen, die Müllers Text stellt, unerhörter sind denn je.

Regie: Tom Kühnel, Jürgen Kuttner
Bühne: Jo Schramm
Kostüme: Daniela Selig
Dramaturgie: Claus Caesar

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Theater

zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden

von Svealena Kutschke

Ein Wohnhaus in Berlin. Darin: ein alter Trinker, ein lesbisches Paar, ein Geflüchteter, eine depressive Frau und ihr Ex-Mann. Um den Alltag, das Neben- und Miteinander dieser Sechs entspinnen sich Fragen nach Gentrifizierung und Verdrängung, vor allem aber nach unserem Umgang mit Fremdem – mit Menschen, die uns nicht verständlich sind, sei es aufgrund von Kultur, Herkunft oder auch nur von Missverständnissen und verstellten Blicken.

"Svealena Kutschke zeichnet in zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ein präzises Gesellschaftspanorama und lässt ihre Antiheld_innen so wortgewandt wie hochreflektiert zu Wort kommen: Ihre scheinbare Sprachmächtigkeit, die um die Hintergründe und Untiefen der eigenen Situation weiß, erzählt jedoch vor allem von der eigenen Ohnmacht." (Aus der Begründung der Jury)

Svealena Kutschke ist in Lübeck geboren und studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim. Sie hat drei Romane veröffentlicht, zuletzt Stadt aus Rauch (Eichborn, 2017). Für ihre literarische Arbeit erhielt sie verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, unter anderem den Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin, das Berliner Senatsstipendium und Aufenthaltsstipendien in China, Polen und Kroatien; zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ist ihr erstes Theaterstück.

Regie: András Dömötör
Bühne / Kostüme: Sigi Colpe
Musik: Tamás Matkó
Licht: Heiko Thomas
Dramaturgie: Juliane Koepp

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Theater

Der Plan von der Abschaffung des Dunkels

nach dem Roman von Peter Høeg

„Sie wollten nichts wissen von dem Gedanken, dass einige Schüler unten im Dunkel waren.
Sie wollten überhaupt vom Dunkel nichts wissen, alles im Universum sollte hell und licht sein.
Mit dem Messer des Lichts wollten sie das Dunkel sauberschaben. Dieser Gedanke wirkt beinahe geisteskrank.“

Peter hat sieben Waisenhäuser und Schreckliches hinter sich, als er überraschend an Biehls renommierter Privatschule aufgenommen wird. Er gilt als normal begabt und funktioniert, dann bekommt er plötzlich ein Problem mit der Zeit und ahnt, dass etwas Großes und Erbarmungsloses hinter dem rigiden System der Schule steht. Mit Katharina, die ähnlichen Fragen auf der Spur ist, gründet er ein Zeit-Laboratorium, um zu untersuchen: Warum haben die Lehrer ihre eigenen Kinder von der Schule genommen? Warum werden Lautsprecher und eine Abhöranlage installiert? Warum wird so viel Wert auf absolute Pünktlichkeit gelegt? Und weshalb wird jemand wie der verhaltensgestörte August aufgenommen? Die drei bilden eine Ersatzfamilie und versuchen, dem geheimen Plan auf die Spur zu kommen, um die Katastrophe zu verhindern. Nichts wird gut. Aber sie entdecken, dass sie der Zeit nicht einfach ausgeliefert sind, sondern sie selbst erschaffen. Dass man die Zeit sogar berühren, festhalten und verändern kann. Und Peter wird klar, dass es jetzt nicht mehr möglich ist aufzugeben, nicht, wenn man etwas wie die Liebe gefunden hat: "Ist man ihr einmal begegnet, dann will man nicht mehr sinken. Dann sehnt man sich für immer nach der Oberfläche."

Regie: Nora Schlocker
Bühne: Jessica Rockstroh
Kostüme: Caroline Rössle Harper
Musik: Simon James Phillips
Dramaturgie: Birgit Lengers

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Theater

Fabian. Die Geschichte eines Moralisten

nach dem Roman von Erich Kästner

Berlin 1930. Das Leben ist geprägt von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. In Bordellen und illegalen Kneipen versucht man sich zu betäuben. Aber auch Flitter, Alkohol und Sex können den voranschreitenden Zerfall kaum mehr über decken. Am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung schwankt die Metropole zwischen Exzess und Exitus. Auch Jakob Fabian – 32 Jahre alt, promovierter Germanist und zur Zeit Werbetexter in einer Zigarettenfabrik – taumelt durch dieses Treiben. Er erwartet nicht viel vom Leben, schon gar nicht, dass er selbst darauf irgendwie Einfluss nehmen könnte. Ganz anders als sein Freund Labude, der an die Veränderbarkeit der Verhältnisse durch das eigene Handeln glaubt. "Die Menschen anständig und vernünftig zu machen", sagt Fabian, das könnte ein Lebensziel sein, aber es ist hoffnungslos. Nur einmal, für einen kurzen Moment, blitzt die Möglichkeit eines anderen Lebens auf. Fabian verliebt sich in Cornelia und zum ersten Mal seit langem ist da etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt. Aber dann verliert er seine Arbeit und ein unaufhaltsamer, zuletzt tödlicher Absturz beginnt.

Nach seinen Adaptionen von Transit und Das Mädchen mit dem Fingerhut wird sich Alexander Riemenschneider mit Fabian nun einem der großen Berlin-Romane widmen.

Regie: Alexander Riemenschneider
Bühne / Kostüme: Johanna Pfau
Musik: Tobias Vethake
Dramaturgie: Meike Schmitz

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Theater

Zeiten des Aufruhrs

nach dem Roman von Richard Yates

"Keiner denkt oder fühlt oder interessiert sich mehr für irgendwas; keiner begeistert sich mehr oder glaubt noch an irgendwas außer an seine eigene gottverdammte bequeme Mittelmäßigkeit."

Amerika, 1955. April und Frank Wheeler sind mit ihren zwei Kindern in eine idyllische Vorstadtsiedlung gezogen. Rein äußerlich unterscheidet sich ihr Leben kaum von dem konventionellen, in Gewohnheit erstarrten und nur von gelegentlichen Zerstreuungen erhellte Alltag ihrer Nachbarn – sie haben sich bis zur Ununterscheidbarkeit ihrem gesellschaftlichen Umfeld angepasst. Doch von ihnen geht in den Augen der Anderen Glamour und Zauber aus, sie sind – und so empfinden sie selbst es auch – etwas Besonderes. Die Wheelers wollen sich nicht Abfinden mit dem Dahinschwinden der Jugend, sie wollen die verheißungsvollen Möglichkeiten, die das Leben bietet, nicht verpassen. Als April als Theaterschauspielerin scheitert und die Ehe der Wheelers merklich zu kriseln beginnt, ersinnt sie einen romantischen Ausweg – ein Umzug nach Paris soll die langersehnte Freiheit bringen und vor allem Frank die Chance geben, "sich selbst zu finden". Kurzzeitig belebt dieser Plan ihr Zusammenleben, doch Frank hat zunehmend Angst vor der Veränderung, hat begonnen, sich in seinem Job und mit einer Affäre einzurichten. Die Auseinandersetzungen nehmen zu, brüchige Versöhnungen folgen auf ungewollte Selbstentblößungen und Vorwürfe, bis das Ehepaar die Umzugspläne fallen lässt. Mit dieser Entscheidung verlieren die Wheelers immer rascher und schließlich tragisch im Verlauf eines Sommers jeglichen Halt.

Richard Yates glanzvoller Roman aus dem Jahr 1961 zeigt in lässigen Momentaufnahmen und doch mit tiefem Ernst gegenüber den Menschen, wie das Erfüllen von gesellschaftlichen Konventionen unsere Sensibilität gegenüber unseren eigenen, tiefen Lebensimpulsen abstumpfen lässt und wie sich in Zeiten des Friedens der Krieg in die zwischenmenschlichen Beziehungen verlagert und einen Lebenstraum vergiftet.

Regie: Jette Steckel
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Pauline Hüners
Musik: Olaf Casimir, Bill Petry, Christian von der Goltz
Dramaturgie: Anika Steinhoff

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Theater

In der Sache J. Robert Oppenheimer

von Heinar Kipphardt

Er gilt als der „Vater der Atombombe“, war Direktor der Laboratorien in Los Alamos, in denen dieses „Patentspielzeug“ entwickelt wurde und hat den Abwurf der Bombe auf Hiroshima bis hin zur Zündhöhe wissenschaftlich begleitet: Dr. J. Robert Oppenheimer. Keine zehn Jahre später, im April 1954, wird er von der Atomenergiekommission in Washington verhört und muss sich verantworten – politisch, moralisch und wissenschaftlich – für die Waffe, die er geschaffen hat, für die Geschwindigkeit dieser Entwicklung und für seine Amerika-Treue. Die tatsächlichen Verhöre, die Heinar Kipphardt als einer der prägenden Autoren des dokumentarischen Theaters für dieses Stück verdichtet hat, sind ein Musterbeispiel für das Verantwortungsproblem des technischen Fortschritts, an dessen Spitze längst nicht mehr nur die Atomtechnologie, sondern auch die Digitalisierung, die Genforschung und die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz stehen. Die Schaffung neuer Möglichkeiten der Zerstörung, Überwachung und menschlichen Selbstüberschreitung bis hin zur Überwindung der Sterblichkeit im Sinne einer „transhumanity“ beschreibt die Doppelgesichtigkeit der Prozesse, die von Menschen gemacht, aber in ihren Konsequenzen weder zu ermessen noch zu kontrollieren sind. Und dennoch scheinen sie – einmal begonnen – unumkehrbar.

Regie: Christopher Rüping
Bühne: Jonathan Mertz
Kostüme: Lene Schwind
Musik: Christoph Hart
Dramaturgie: John von Düffel

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Theater

Jutta Wachowiak erzählt Jurassic Park

Ein Abend von Jutta Wachowiak, Eberhard Petschinka und Rafael Sanchez

"…und alle heben sich gleichzeitig empor / von ihren Stangen / und flattern hinauf in die Kuppel / als hätten sie das Loch dort oben im Eisengitter / erst jetzt gesehen…"

Die Schauspielerin Jutta Wachowiak, geboren 1940, spielt die Wärterin in einem geheimnisvollen Park. Dinosaurier werden hier gezüchtet. Es soll ein Vergnügungspark werden. Sie nimmt heimlich einen kleinen Dino mit nach Hause. Er wächst und wächst, lernt Kunststücke und tritt im Zoo auf. Die Geschichte des Parks, den man weder verlassen, noch unkontrolliert betreten darf, vermischt sich mit der Biografie Wachowiaks. Sie hat viel zu erzählen: vom Krieg, von einem Land, das es nicht mehr gibt, von dem Land, in dem sie jetzt lebt. Einst äußerst erfolgreich in Film und Theater der DDR und mehrfach ausgezeichnet, ist für die Schauspielerin nach der Öffnung des Parks nichts mehr so wie es war. Sie haben die Fenster aufgemacht. Die neue Freiheit ließ sich nicht genießen. Die Ignoranz gegenüber Fähigkeiten, Wissen, Ideen und Erlebtem und die Enttäuschung darüber führt sie zu einem Neuanfang nach Essen, zu Arbeiten mit jungen Regisseuren, und zurück nach Berlin an das Deutsche Theater in einen ehemaligen Vergnügungspark.

Regie: Rafael Sanchez
Bühne / Kostüme: Anne Ehrlich
Text und Musik: Eberhard Petschinka
Dramaturgie: Juliane Koepp

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Theater

Cry Baby

von René Pollesch

Es ist so schwer, jemandem den Unterschied zwischen einem aufstiegssüchtigen Talent und einem verbissenen Karrieristen zu erklären. Es gibt oft für zwei Sachen, die vollkommen unterschiedlich sind, nur ähnliche Begriffe. Ausgerechnet dann, wenn Welten dazwischen liegen, hört sich alles gleich an. Alles gibt sich der allgemeinen Äquivalenz anheim. Wie beim Schlaf, der ja oft auch zwischen Tag und Nacht nicht unterscheidet. Obwohl ihm das Undifferenzierte der Nacht ähnlicher ist. Man hat alles richtig gemacht. Sein innerstes Selbst hat man vor allen anderen ausgebreitet. Aber vor den Drangsalen von Erfolg und Misserfolg ist man nur geschützt, wenn man mehr hat als sich selbst.

Regie: René Pollesch
Bühne: Barbara Steiner
Kostüme: Tabea Braun
Chorleitung: Christine Groß
Dramaturgie: Anna Heesen
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Bernd Isele

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Theater

Tod eines Handlungsreisenden

von Arthur Miller

Deutsch von Volker Schlöndorff und Florian Hopf

„Ich werd's dir und allen anderen zeigen, dass Willy Loman nicht umsonst gestorben ist..."

Der Traum, Nummer Eins zu werden. Der Traum vom ganz großen Glück, Erfolg und Ruhm. Der Traum von Anerkennung. Am Ende eines arbeitsreichen Lebens ist dieser Traum von Willy Loman nicht in Erfüllung gegangen. 36 Jahre reiste er als Handelsvertreter durch die Lande und nun ist er am Ende. Die Stammkunden sind verzogen oder verstorben, die jüngeren Kollegen arbeiten effizienter, die unzähligen Autofahrten sind eine Qual. Als ihn der neue, junge Chef feuert, gerät er in eine existenzielle Sinnkrise. Loman sieht nur einen Ausweg: Selbstmord, als Autounfall getarnt, damit seine Familie mit der Lebensversicherung weiterleben kann.
Tod eines Handlungsreisenden ist eine Gesellschaftstragödie und die Geschichte eines Identitätsverlustes: Loman wird zum Opfer des bedingungslosen amerikanischen Traums von Erfolg und finanziellem Wohlstand.

Kooperation mit der Universität der Künste Berlin

Regie: Bastian Kraft
Bühne: Ben Baur
Kostüme: Inga Timm
Video: Stefan Bischoff
Musik: Björn SC Deigner
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Ulrich Beck

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Theater

Tschick

nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf

Eingerichtet vom Ensemble nach der Bühnenfassung von Robert Koall

"Eine Minute stand der hellblaue Lada Niva mit laufendem Motor vor unserer Garage, dann wurde der Motor abgestellt. Die Fahrertür ging auf, Tschick stieg aus. Er legte beide Ellenbogen aufs Autodach und sah zu, wie ich den Rasen sprengte. 'Ah', sagte er, und dann sagte er lange nichts mehr. 'Macht das Spaß?'"

Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, ein Russlanddeutscher aus Berlin-Marzahn, und Maik Klingenberg, sein wohlstandsverwahrloster Klassenkamerad, brechen mit geklautem Lada, aber ohne Plan und Kompass auf zu einer abenteuerlichen Irrfahrt durch die ostdeutsche Provinz. Alexander Riemenschneider inszeniert die berührende und lakonisch-komische Road-Novel über zwei 14-jährige Außenseiter, die nichts zu verlieren haben und auf ihrer Reise die Fremde vor der Haustür und wahre Freundschaft finden.

"Eine Geschichte, die man gar nicht oft genug erzählen kann … existentiell, tröstlich, groß."
Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Regie. Alexander Riemenschneider
Bühne und Kostüme. Rimma Starodubzeva
Musik. Arne Jansen
Dramaturgie. Birgit Lengers

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Theater

Die Zofen

von Jean Genet

Aus dem Französischen von Simon Werle

"Ich werde schön sein."

Claire und Solange sind Angestellte der Gnädigen Frau. Ist diese fort, beginnen die Schwestern ein Spiel. In Szene gesetzt werden die Machtstrukturen des Haushalts, in dem sie leben: überhöht, theatralisch, mit großer Lust an Gewalt und Unterwerfung. Noch sind es Proben, doch das Ziel der Inszenierung scheint festzustehen: der wahrhaftige Mord an ihrer Herrin. Bis die Grenzen zwischen Rolle und Realität, Imagination und Wirklichkeit immer durchlässiger werden.

"Eine Sache muss schriftlich festgehalten werden: Es handelt sich nicht um ein Plädoyer über das Los der Domestiken. Ich vermute, es gibt eine Gewerkschaft der Hausangestellten – das geht uns nichts an." (Jean Genet)

Regie: Ivan Panteleev
Bühne / Kostüme: Johannes Schütz
Sound-Design: Martin Person
Licht: Robert Grauel
Dramaturgie: Claus Caesar

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Theater

Vater

von Dietrich Brüggemann

Ein junger Mann am Sterbebett seines Vaters. Der Vater ist auf der Schwelle – noch da und schon weg. Man kann noch mit ihm reden, vielleicht hört er es noch, aber er wird nicht mehr antworten. Der junge Mann schaut zurück auf sein eigenes Leben, schaut zugleich in seine eigene Zukunft.

Die westliche Kulturgeschichte arbeitet sich seit Anbeginn an der Figur des Vaters ab. Das verwandtschaftliche Verhältnis dient dabei als Projektionsfläche für mal stabilisierende, mal erdrückende Autorität. Doch spätestens seit der Durchsetzung vergeschlechtlichter Arbeitsteilung in der frühen Industriegesellschaft sind die viel beschäftigten Väter vor allem eins: abwesend – ob auf Arbeit, im Krieg oder auf hoher See.

Was aber bedeutet die drohende, sehr konkrete Abwesenheit im Moment des Sterbens für die Biografie der Nachkommen? Welche Fragen hätte man noch stellen wollen? Welche Antworten gehen mit dem Tod des Vaters für immer verloren? Und wie viele Geheimnisse nimmt der Mann, der einen großgezogen hat und der nun als Greis da im Bett liegt, eigentlich mit ins Grab?

Nach seinen filmischen Arbeiten, die mit schonungslosem Blick deutsche Zustände beschreiben und mit zahlreichen Preisen – darunter der Silberne Bär für Kreuzweg – prämiert wurden, arbeitet Dietrich Brüggemann mit Vater das erste Mal für das Theater.

Regie: Dietrich Brüggemann
Bühne / Kostüme: Janja Valjarević
Dramaturgie: Joshua Wicke

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Theater

Das Mädchen mit dem Fingerhut

von Michael Köhlmeier

In einer Fassung von Alexander Riemenschneider und Meike Schmitz

"Menschen gingen an ihr vorüber, aber keiner sagte etwas. Sie sah nicht aus, als wäre sie verlorengegangen. Sie sah aus, als wartete sie."

Eine Stadt irgendwo in Westeuropa. Es ist Winter. Auf dem Markt steht plötzlich ein Mädchen. Woher sie kommt? Warum sie hier ist? Wie sie heißt? Sie weiß es nicht. Yiza, sagt sie, also heißt sie von nun an Yiza. Nach einiger Zeit lernt Yiza einen Jungen kennen: Arian. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg. Ihr Ziel: Etwas zu essen und ein warmer Ort, an dem sie bleiben können.

Das Mädchen mit dem Fingerhut erzählt die Geschichte zweier Kinder, die auf sich alleingestellt, in der Wildnis unserer Welt ums Überleben kämpfen. Der Autor Michael Köhlmeier schaut ihnen dabei mit großer Empathie über die Schulter und beschreibt, was er aus ihrer Perspektive sieht: Eine Welt, in der das Gutgemeinte oft nicht das Richtige ist und Mitleid sonderbaren Regeln folgt. "Sie mögen Kinder nicht, die Augenbrauen habe wie du", heißt es. Auf diese Weise macht Michael Köhlmeier erfahrbar, was absolute Fremdheit und "Nichtverstehen" bedeuten. Am Ende nimmt Arian Yiza mit zu seinen Freunden. "Die Freunde", schreibt Köhlmeier, "das sind eine Horde von Zerlumpten, die bereits zu alt sind für Mitleid und Rührung." In der Doppeldeutigkeit dieses Satzes bringt er eine für unser zukünftiges Zusammenleben vielleicht entscheidende Beobachtung zum Ausdruck: Die Freunde sind nicht nur zu alt, um Mitleid und Rührung in uns zu wecken, vielleicht haben sie auch schon zu viel erlebt, um selbst noch Mitleid und Rührung empfinden zu können.

Regie: Alexander Riemenschneider
Bühne / Kostüme: Juliane Grebin
Musik: Tobias Vethake
Licht: Peter Grahn
Ton: Konstantinos Georgiou
Dramaturgie: Meike Schmitz

Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

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Theater

Gift

von Lot Vekemans

Übersetzung: Eva Pieper und Alexandra Schmiedebach

"Es ist verrückt, wie man anfängt zu hoffen, dass jemand stirbt. Aufgibt. Loslässt. Mach ruhig. Geh ruhig. Es ist gut. Wir schaffen es schon. Wir schaffen es schon ohne dich. Das war ein Irrtum."

Ein Friedhof. Zwei Menschen. Eine gemeinsame Vergangenheit, ein gemeinsamer Verlust und zehn Jahre Trennung, Schweigen. Aus Anlass einer Grabverlegung kommen "Sie" und "Er" wieder zusammen. Gift soll aus einer nahegelegenen Fabrik ausgetreten sein und die Umbettung der Toten notwendig machen. Unterdessen betrachten die Frau und der Mann ihr umgebettetes Leben, das eines Silvesterabends sang- und klanglos auseinanderging. Was ist aus ihr und ihm geworden? Was aus ihrer Trauer, ihrem Leben? Und wer hat sich was vorzuwerfen? Zwischen Abrechnung und Annäherung, Trost und Trauer, Zärtlichkeit und Härte oszillieren die Szenen dieser Wiederbegegnung: das Porträt eines Paares, dessen Schicksal schon vorbei zu sein scheint – und das dennoch noch einmal durch alles hindurchgehen muss, in der Hoffnung, in einem Leben nach ihrem Leben anzukommen.

Dagmar Manzel wurde 2014 für ihre Rolle "Sie" mit dem Deutschen Theaterpreis 'Der Faust' ausgezeichnet.

Gift von Lot Vekemans ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.

Regie: Christian Schwochow
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Pauline Hüners
Dramaturgie: John von Düffel

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Theater

Solaris

nach dem Roman von Stanisław Lem

Deutsch von Irmtraud Zimmermann-Göllheim
Fassung von András Dömötör und Meike Schmitz

Seit seiner Entdeckung vor mehr als hundert Jahren steht der Planet Solaris im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Es scheint, als habe man tatsächlich außerirdisches Leben dort gefunden. Allerdings anders, als man sich das vorgestellt hatte: Auf der Solaris gibt es nur einen einzigen Bewohner, einen schleimigen Ozean, der den Planeten fast vollständig umgibt. Ganze Forschergenerationen haben versucht mit diesem Ozean in Kontakt zu treten. Bisher ohne Erfolg.

Auch der Psychologe Kris Kelvin hat sein Leben der Erforschung der Solaris gewidmet. Voll Tatendrang macht er sich auf den Weg zur Raumstation, um die Arbeit mit den dort stationierten Wissenschaftlern voranzutreiben. Aber was er vorfindet, ist nicht, was erwartet hatte.

Solaris, 1961 erschienen, zählt zu den Meisterwerken der Science-Fiction-Literatur. Stanisław Lem zeichnet darin das Bild einer zukünftigen Menschheit, die sich etwas vollkommen Unbekanntem und Unerklärlichem gegenübersieht. Mit all ihren Mitteln versucht sie, dieses Etwas zu begreifen. Es ist die Unfähigkeit die eigene Perspektive zu verlassen, die letztlich das Zustandekommen eines Kontakts verhindert. „Wir wollen gar nicht den Kosmos erobern, wir wollen nur die Erde bis an seine Grenzen erweitern. Menschen suchen wir, niemanden sonst“, heißt es. Lem stellt damit nicht nur die Frage nach den Grenzen menschlicher Erkenntnis, sondern verweist auch auf die Beschränktheit des Menschen, die ihm den offenen Blick auf sein Gegenüber verstellt. Auf der vermeintlichen Suche nach dem anderen, sucht und findet er doch immer nur sich selbst.

Regie: András Dömötör
Bühne / Kostüme: Sigi Colpe
Sound: Tamás Matkó
Video: Paul Fuhrmann
Licht: Peter Grahn
Ton: Martin Person
Dramaturgie: Meike Schmitz

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Theater

Die Glasmenagerie

von Tennessee Williams

"Sieht so die Zukunft aus, die wir für uns ins Auge gefasst haben?"

Trotz Rückschlägen, Enttäuschungen und familiären Streitigkeiten gibt Familie Wingfield ihre Wünsche und Hoffnungen nicht auf. Obwohl oder gerade weil Tom und Laura mit ihrer Mutter Amanda in einfachen Verhältnissen leben, träumen sie. Sie träumen von einem anderen Leben, von einem besseren Leben, von einem Leben ohne Arbeit in der Fabrik, von Zeit für Kunst, von einer Welt außerhalb der grauen Realität. Ihr Vater hat die Familie vor Jahren verlassen. Tom ernährt sie durch seine Arbeit in einem Lagerhaus, will aber lieber als Schriftsteller arbeiten. Während Amanda von ihrer Jugend schwärmt und die Restfamilie mit übertriebener Mutterliebe traktiert, konzentriert sich die schüchterne Laura ganz auf ihre Sammlung zerbrechlicher Glastiere. In dieser Menagerie sonderbarer Figuren findet sie Halt und kann die Realität vergessen. Als Tom eines Tages auf Wunsch der Mutter seinen Arbeitskollegen Jim zum Abendessen mitbringt, implodiert ihr Plan, Laura zu verkuppeln, auf absurde Weise. Tennessee Williamsʻ Stück, 1944 uraufgeführt, erzählt von der Fesselung an Träume, die dem Alltag die Angst rauben, ohne ihm standhalten zu können.

Regie: Stephan Kimmig
Bühne: Katja Haß
Kostüme: Anja Rabes
Musik: Michael Verhovec
Dramaturgie: Ulrich Beck

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Theater

Wut

von Elfriede Jelinek

Anlässlich des Überfalls auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 in Paris sucht Elfriede Jelinek nach Gründen für eine zerstörerische Wut. Und kommt angesichts einer Welt, in der die Wut alles zu beherrschen scheint und der Dialog zwischen den Menschen endet, zu höchst beunruhigenden Fragen: "Wenn aber die ganze Gemeinschaft das Töten für sich entdeckt hat, auch die Frauen, was entsteht dann?"

Jelineks Ermittlungen folgen griechischen Mythen wie dem des rasenden Herakles, lenken den Blick auf die Ilias, deren zentrales Thema der Zorn war, lassen aber auch die Stimmen von Dschihadisten, aufgeklärten Europäern, Wutbürgern und der Autorin selbst beim Schreiben zu Wort kommen. Ihre Ebenen schichten sich auf zu einem Wut-Gewitter über Götter, Weltanschauungen, Kalaschnikows und das Verfertigen und Konsumieren von Bildern der Kämpfe in unserer düsteren Welt.

Wann begann alles? Welcher ist der richtige Gott? Brauchen wir einen?

Regie: Martin Laberenz
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Aino Laberenz
Musik: Bernhardt
Dramaturgie: Juliane Koepp

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1 Theater

Transit

von Anna Seghers

Marseille im Sommer 1940: Am Rande des Kontinents stauen sich die Flüchtlingsströme. Tausende suchen einen Weg heraus aus Europa, hetzen nach Visa und Transits und hoffen verzweifelt eine der wenigen Passagen nach Übersee zu ergattern. Unter ihnen ein junger Deutscher: Aus einem Arbeitslager bei Rouen geflohen und ausgestattet mit falschen Papieren strandet auch er in der überfüllten Hafenstadt. Hier verliebt er sich in Marie. Doch sie ist auf der Suche nach ihrem Mann, von dem sie beim Einmarsch der Deutschen in Paris getrennt wurde.

Eindrücklich schildert Anna Seghers das Chaos, das Warten, die Hoffnung und die Verzweiflung der Flüchtenden – den menschenunwürdigen Transitzustand, der auch heute für Millionen von Menschen bittere Realität ist.

Regie: Alexander Riemenschneider
Ausstattung: Katharina Kownatzki
Musik: Tobias Vethake
Dramaturgie: Meike Schmitz

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Theater

Der Hauptmann von Köpenick

von Carl Zuckmayer in einer Bearbeitung von Armin Petras

Wilhelm Voigt, Schuster mit krimineller Laufbahn, wird aus der Strafanstalt Plötzensee entlassen und steht pass- und identitätslos in Berlin. Ohne Papiere keine Arbeit und ohne Arbeit keine Papiere – eine Kaffeemühle. Voigt versucht alles, um wieder am normalen Leben teilhaben zu dürfen und in die Stadtgesellschaft integriert zu sein, doch nimmt von seinem kleinen Schicksal niemand Notiz. Um an seine Personalakten zu gelangen, bricht er ins Potsdamer Polizeirevier ein, was ihn erneut hinter Gitter bringt – nun für volle zehn Jahre. Das ausgeprägte Faible des Gefängnisdirektors für die Armee nutzt Voigt für sich als Weiterbildungsmaßnahme und wird während seiner Haft zum Experten im Militärwesen. Als Voigt rauskommt, steht er obdachlos einer völlig veränderten Stadt gegenüber. Berlin ist zu einer neuzeitlichen Metropole geworden, die auf einen vorbestraften Arbeitslosen nicht gewartet hat. Seine wiedergewonnene Freiheit erweist sich schnell als ihr Gegenteil und er erfährt keine Resozialisierung: die Kaffeemühle dreht sich von vorn. Doch Wilhelm Voigt gibt (sich) nicht auf und schlägt die herrschende Ordnung mit ihren eigenen Waffen. Er erwirbt eine originale Hauptmannsuniform… die Köpenickiade nimmt ihren Lauf.

Carl Zuckmayers Hauptmann von Köpenick ist ein Urberliner Stück, das 1931 in der Regie von Heinz Hilpert am Deutschen Theater uraufgeführt wurde. 86 Jahre später, an gleicher Stelle, erzählt Jan Bosse das berühmte Märchen mit Milan Peschel in der Titelrolle ins Heute hinein – eine Geschichte vom Mensch draußen.

Regie: Jan Bosse
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Kathrin Plath
Musik: Arno Kraehahn
Video: Jan Speckenbach
Dramaturgie: David Heiligers

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Theater

Das Missverständnis

von Albert Camus

Neu durchgesehene Fassung
nach der Übersetzung von Guido G. Meister

In einem abgelegenen Wirtshaus rauben zwei Frauen die Gäste aus und bringen sie um. Ihr Ziel: mit der Beute an einem anderen Ort ein besseres Leben anzufangen. Sohn und Bruder Jan ist seit vielen Jahren in der Welt unterwegs. Als er eines Tages nach Hause zurückkehrt, gibt er sich nicht zu erkennen, sondern will erkannt werden. Zu spät erst wird das Duo entdecken, wen sie dieses Mal ums Leben gebracht haben.

Co-Regie: Jürgen Kruse
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Sophie Leypold
Licht: Thomas Langguth
Dramaturgie: Juliane Koepp

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Theater

Macht und Widerstand

von Ilija Trojanow

Bulgarien. Zwei Biografien. Die des Anarchisten Konstantin – zehn Jahre saß er für die Sprengung eines Stalindenkmals in Haft: Lager, Zwangsarbeit, Psychiatrie, Kälte- und Hungerfolter, Schläge. Und die seines Folterers Metodi, dem "Michelangelo des Verhörs", Produkt und Profiteur eines Regimes, das auf das Ressentiment der Zukurzgekommenen setzte und der Brutalität freien Lauf ließ. Doch das ist Jahre her. 1989 wechselt die Regierung, es bricht eine neue Zeit an – zumindest äußerlich. Die Protagonisten der Macht bleiben die gleichen. Sie haben sich ohne größeren Reibungsverlust neu eingerichtet. Erinnerungen sind trügerisch. Und unerwünscht. Konstantin versucht, in den Akten der Staatssicherheit Zeugnisse für das Erlebte zu finden. Er sucht die Wahrheit, zornig und kompromisslos. Seine Unerbittlichkeit wird ihm selbst von Leidensgefährten zum Vorwurf gemacht. Warum zurückschauen? Tatsächlich stößt Konstantin nur auf wenig aussagekräftige Dokumente. Die Sicherheitsbehörden haben gründliche Arbeit geleistet, ihre Arme reichen bis in die Gegenwart. Seine Erfahrungen werden negiert, finden keinen Widerhall. Und so bleiben Opfer und Folterer, Konstantin und Metodi, aneinander gekettet, ihre Biografien auf Lebenszeit miteinander verflochten, makaber aufeinander angewiesen durch die Zeugenschaft, die allein sie sich gegenseitig ablegen können.

Der Autor und Kosmopolit Ilija Trojanow recherchierte fast zwanzig Jahre, führte Gespräche mit Zeitzeugen, bezog Originaldokumente mit ein. Ein eminent politisches Buch, das ein zeitgeschichtliches Panorama von exemplarischer Gültigkeit entfaltet.

Ilja Trojanow (geb. 1965 in Sofia) floh als Sechsjähriger mit seiner Familie aus Bulgarien in den Westen. Er wurde ein deutschsprachiger Autor, preisgekrönt, ein Kosmopolit, der für diesen großen Roman zu den Wurzeln zurückkehrt. Fast zwanzig Jahre lang recherchierte er, führte Gespräche mit Zeitzeugen, bezog Originaldokumente mit ein. Es ist sein Lebenswerk. Ein eminent politisches Buch und ein schwindelerregender Blick in den Abgrund zwischen Macht und Widerstand.

Regie / Bühne: Dušan David Pařízek
Kostüme: Kamila Polívková
Dramaturgie: Judith Gerstenberg

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Theater

Tagebuch eines Wahnsinnigen

Nikolai Gogol

Poprischtschin ist ein kleiner Beamter im Staatsdienst. Jeden Tag müht er sich in seinem grauen Alltag ab, ist unglücklich in seinem Beruf und auch noch hoffnungslos in die Tochter seines höchsten Chefs verliebt. Er träumt vom sozialen Aufstieg und zieht sich mehr und mehr aus der ihn demütigenden Realität zurück, um sich schließlich komplett in eine Scheinwelt zu flüchten.

Nikolai Gogol beschreibt in »Tagebuch eines Wahnsinnigen« die Situation eines Mannes, der keine Chance mehr hat auf Karriere und Aufstieg in der Gesellschaft, sich aber weigert, dies zu akzeptieren. Stattdessen versucht er, seinen Minderwertigkeitskomplex durch ein bis zum Größenwahn gesteigertes Omnipotenzgefühl zu bewältigen. Samuel Finzi spielt den Wahnsinnigen, der mit 42 Jahren eine neue Karriere startet.

Regie: Hannah Rudolph
Bühne: Mareile Krettek
Kostüme: Gealdine Arnold
Musik: Jacob Suske

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Theater

Warten auf Godot

von Samuel Beckett

"Wladimir: Also? Wir gehen?
Estragon: Gehen wir!
(Sie rühren sich nicht von der Stelle.)"


Landstraße. Ein Baum. Abend. Zwei Akte, zweimal zwei Personen: Wladimir und Estragon, Pozzo und Lucky. Manchmal geht ein Junge vorbei. Nichts geschieht. Und es ist, wie gleich die erste Replik von Becketts Text sagt, auch "nichts zu machen". Was bleibt, ist das Warten. Und das Sprechen. Als ob es keine andere Möglichkeit gäbe, sich seiner selbst zu versichern. Als ob die sich wiederholenden Rituale der Rede zugleich dazu dienten, das Leiden an der Leere der Welt, den puren Zeit-Vertreib, erträglich zu machen. Mit ihm zu spielen. Sich zu retten.

Während der Vorarbeiten zu seiner Warten auf Godot-Inszenierung ist Dimiter Gotscheff – der große bulgarische Regisseur, der dem europäischen Theater seinen unverwechselbaren Stempel aus Lakonie, Witz, Poesie und Abgründigkeit aufgedrückt hat – im Oktober 2013 gestorben. Es war insbesondere ein Wunsch seiner Schauspieler, das Stück auf die Bühne zu bringen: als liebevolle Hommage.

Regie: Ivan Panteleev
Bühne und Kostüme: Mark Lammert
Dramaturgie: Claus Caesar

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Theater

Onkel Wanja

von Anton Tschechow

Sonja und ihr Onkel Wanja bekommen Besuch auf dem Gut, das sie seit dem Tod von Sonjas Mutter aufopferungsvoll verwalten: Der Gatte der Verstorbenen, den sie damit unterstützen, ein berühmter und verehrter Professor, ist mit seiner neuen jungen Frau zur Erholung aus der Stadt angereist. Nun lässt er hier seinen Launen freien Lauf und wettert gegen die dummen Menschen auf dem Land. Angesichts des wahren Charakters des Professors und unter dem Eindruck zurückgewiesener Liebe, die Onkel Wanja für die neue Frau des Professors, Sonja wiederum für den Arzt und Umweltaktivisten Astrow empfindet, erkennen die beiden, dass sie die letzten 25 Jahre einem Irrtum gedient haben.

Anton Tschechow nennt seine großen Stücke Komödien oder Dramen, und beides ist so bezeichnend wie irreführend, und traurigkomisch sind sie alle. Bei »Onkel Wanja« verweigert Tschechow vollends die Auskunft: Es sind einfach Szenen – »Szenen aus dem Landleben«. Erschienen 1897, nach einer früheren Fassung, die »Der Waldschrat« hieß.
»Mir wird oft vorgeworfen«, sagt Tschechow, »dass ich über Bagatellen schreibe, dass es bei mir keine großen Helden gibt. Wo soll ich sie aber hernehmen? Solange wir jung sind, zwitschern wir munter wie die Spatzen auf dem Misthaufen; später, wenn wir uns den Vierzigern nähern, sind wir schon Greise und fangen an, an den Tod zu denken. Schöne Helden sind wir!«
»Onkel Wanja« war 2008 zum Berliner Theatertreffen eingeladen und wurde von der Zeitschrift »Theater heute« zur »Inszenierung des Jahres 2008« gewählt. Für ihre Rollen des Onkel Wanja und Astrow wurden Ulrich Matthes und Jens Harzer zum »Schauspieler des Jahres« gewählt. Die Inszenierung zeigt außerdem die »Schauspielerin des Jahres« Constanze Becker.

Regie: Jürgen Gosch
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Johannes Schütz

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Theater

Demokratie

von Michael Frayn

"Und für einen Augenblick schien die Zeit selbst den Atem anzuhalten. Vor unseren Augen veränderte sich die Welt."

Bonn, 1969. Nach 20 Jahren CDU stellen erstmals die Sozialdemokraten den Kanzler der Bundesrepublik Deutschland: Willy Brandt. Der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin will "mehr Demokratie wagen" und setzt sich für eine andere Ostpolitik ein. Zugleich aber wird er, der die NS-Jahre im skandinavischen Exil erlebt hat, von konservativer Seite als Sozialist und Vaterlandsverräter attackiert. Fünf Jahre und eine gewonnene Bundestagswahl später tritt Brandt zurück. Günter Guillaume, einer seiner engsten Mitarbeiter, ist als Stasi-Spion aufgeflogen.

Der englische Autor Michael Frayn hat aus dem Brandt-Guillaume-Komplex einen dichten, genau recherchierten Theatertext gewoben. Nach ihren theatralen Auseinandersetzungen mit der Engführung von elitärer Ästhetik und sozialistischer Utopie bei Peter Hacks ('Die Sorgen und die Macht') und dem heroischen, asozialen Individuum bei Ayn Rand ('Capitalista, Baby!') nähern sich Tom Kühnel und Jürgen Kuttner nun jenen Jahren, in denen die westdeutsche Demokratie in die Moderne eintrat. Und der Osten dabei aufmerksam zusah.

Regie: Tom Kühnel, Jürgen Kuttner
Bühne: Jo Schramm
Kostüme: Daniela Selig
Musik: Markus Hübner
Video: Jo Schramm
Dramaturgie: Claus Caesar

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Theater

Ismene, Schwester von

von Lot Vekemans

Dreitausend Jahre hat niemand mehr an sie gedacht, war ihr Leben vergessen ebenso wie ihr Tod: Unerlöst befindet sich Ismene in einem Zwischenreich, nach einem Dasein ohne eigenen Inhalt und einem Ableben ohne Erinnerung. Alles an ihr scheint fremdbestimmt – durch die antiken Helden ihrer Familie, den Vater Ödipus, die streitbaren Brüder Eteokles und Polyneikes, besonders aber durch ihre Schwester Antigone, die gegen die Tyrannei ihres Onkels Kreon beispielhaft aufbegehrt, ein heroischer Weg, den Insmene nicht mitgeht. – Jetzt, dreitausend Jahre später, hat die niederländische Autorin Lot Vekemans diese Figur in der Vergessenheit aufgesucht und sie aus dem Schatten treten lassen. Nach einer Ewigkeit des Schweigens stellt sich Ismene ihrer Geschichte.

Dass Susanne Wolff nach ihrer fulminanten Darstellung des Kreon in 'Ödipus Stadt' ebenfalls in der Regie von Stephan Kimmig nun ausgerechnet diese Rolle spielt, ist mehr als nur eine Ironie des Theaterschicksals. Kreon ist der Mann, der Ismenes halbe Familie umbringt, ihren Vater Ödipus in die tödliche Verbannung schickt und Antigone zum Tod verurteilt. Nach dem großen Antigone-Drama kommt es in Lot Vekemans Fortschreibung des Mythos jedoch nicht zu einer erbitterten Auseinandersetzung zwischen Kreon und Ismene. Im Gegenteil. Beide leben in stiller Abgeschiedenheit weiter und als Kreon Jahre später schwer erkrankt, pflegt sie ihn geduldig bis zu seinem Tod, und so bilden sie, die Überlebenden des Mythos, im Geiste eine Art postapokalyptisches Paar.

Regie: Stephan Kimmig
Bühne und Kostüme: Anne Ehrlich
Dramaturgie: John von Düffel

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Ismene, Schwester von

Aufführungen / Oper Komische Oper Berlin Berlin, Behrenstraße 55-57
Aufführungen / Theater Maxim Gorki Theater Berlin Berlin, Am Festungsgraben 2
Aufführungen / Show Friedrichstadt-Palast Berlin Berlin, Friedrichstraße 107
Aufführungen / Theater Shakespeare Company Berlin Berlin, Prellerweg 47-49
Aufführungen / Cabaret Bar jeder Vernunft Berlin Berlin, Schaperstr. 24
Aufführungen / Theater HAU Hebbel am Ufer Berlin Berlin, Stresemannstr. 29
Aufführungen / Oper Deutsche Oper Berlin Berlin, Bismarckstr. 35
Aufführungen / Theater Theater im Palais Berlin Berlin, Am Festungsgraben 1
Aufführungen / Theater Sophiensaele Berlin, Sophienstr. 18
Aufführungen / Theater Improtheater Paternoster Berlin Berlin, Voßbergstraße 3
Aufführungen / Theater Komödie am Kurfürstendamm im Schillertheater Berlin, Bismarckstraße 110
Aufführungen / Theater Renaissance-Theater Berlin Berlin, Knesebeckstraße 100
Aufführungen / Oper Neuköllner Oper Berlin, Karl-Marx-Str. 131-133
Aufführungen / Theater Tribühne Berlin Berlin, Otto-Suhr-Allee 18
Aufführungen / Theater Berliner Kriminal Theater Berlin, Palisadenstrasse 48
Aufführungen / Theater Theater- und Konzertstätte Jüterbog Jüterbog, Mönchenkirchplatz 4
Aufführungen / Theater Theater Poetenpack Potsdam Potsdam, Lennéstr. 37
Aufführungen / Theater theater DIE BOTEN Berlin, Schottstraße 6
Aufführungen / Kabarett Berliner Kabarett Klimperkasten Berlin, Thuyring 63
Aufführungen / Theater Podewil Berlin, Klosterstr. 68-70
Aufführungen / Theater Kleines Theater Berlin Berlin, Südwestkorso 64
Aufführungen / Theater Theatersport Berlin Berlin, Bürgerheimstr. 8
Aufführungen / Theater Theater Lichterfelde Berlin, Drakestr. 49
Aufführungen / Theater Teatr Studio am Salzufer Berlin, Salzufer 13/14
Aufführungen / Theater BühnenRausch Berlin, Erich-Weinert-Straße 27
Aufführungen / Kabarett Kabarett Kartoon Berlin, Kochstraße 50
Aufführungen / Theater "Die Gorillas" Ratibortheater Berlin, Cuvrystrasse 20
Aufführungen / Theater Theaterdiscounter Berlin, Monbijoustr. 1
Aufführungen / Theater Cafe Theater Schalotte Berlin, Behaimstraße 22
Aufführungen / Kulturveranstaltung Glaskasten Ballsaal Berlin, Prinzenallee 33
Aufführungen / Theater BKA-Theater Berliner Kabarett Anstalt Berlin, Mehringdamm 34
Aufführungen / Theater Theater Mirakulum - Puppenkomödie Berlin Berlin, Brunnenstraße 35
Aufführungen / Theater Theater Morgenstern Stahnsdorf, Rotkehlchenweg 35
Aufführungen / Theater Theater o.N. (Zinnober) Berlin, Kollwitzstr. 53
Aufführungen / Theater Theater TRANSIT Berlin, Boxhagener Str. 99
Aufführungen / Theater Wintergarten Berlin Berlin, Potsdamer Straße 96
Aufführungen / Theater Chamäleon Theater Berlin, Rosenthaler Str. 40/41
Aufführungen / Oper Neuköllner Oper Berlin, Karl-Marx-Str. 131
Aufführungen / Theater Theater Thikwa Berlin, Fidicinstr. 40
Aufführungen / Theater English Theatre Berlin Berlin, Fidicinstr. 40
Aufführungen / Theater Stage Theater Am Potsdamer Platz Berlin, Marlene-Dietrich-Platz 1
Aufführungen / Theater Zimmertheater Steglitz Berlin, Bornstr. 17
Aufführungen / Theater Theater der Migranten Reuterkiez Theater Berlin, Bürknerstr. 5
Aufführungen / Theater Theater Adlershof Berlin, Moriz-Seeler-Str. 1

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