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Deutsches Theater Berlin

Das Deutsche Theater in Berlin zählt zu den bedeutendsten Sprechtheaterbühnen im deutschsprachigen Raum. Hinter seiner eleganten klassizistischen Fassade beherbergt das 1849 gegründete Theater in der Schumannstraße heute drei Bühnen: Das Große Haus mit ca. 600 Plätzen, die Kammerspiele mit ca. 230 Plätzen sowie die 2006 neu eröffnete Box - eine kompakte Blackbox im Foyer der Kammerspiele mit 80 Zuschauerplätzen. Auf dem Spielplan stehen zum einen Klassiker und moderne Klassiker von Autoren wie Shakespeare, Schiller, Tschechow, Sartre, Ibsen und Goethe, zum anderen werden Stücke zeitgenössischer Autoren wie Lukas Bärfuß, Dea Loher, Wolfram Lotz, Roland Schimmelpfennig, Ferdinand Schmalz und Nis-Momme Stockmann gezeigt und zur Uraufführung gebracht. Einmal im Jahr finden am Deutschen Theater die Autorentheatertage statt, ein 14-tägiges Festival der zeitgenössischen Dramatik.

Kontakt

Deutsches Theater Berlin
Schumannstraße 13a
D-10117 Berlin

Telefon: +49 (0)30 28441-0
E-Mail: service@deutschestheater.de

Theater

Der Plan von der Abschaffung des Dunkels

nach dem Roman von Peter Høeg

Premiere: 12. Februar 2019

„Sie wollten nichts wissen von dem Gedanken, dass einige Schüler unten im Dunkel waren.
Sie wollten überhaupt vom Dunkel nichts wissen, alles im Universum sollte hell und licht sein.
Mit dem Messer des Lichts wollten sie das Dunkel sauberschaben. Dieser Gedanke wirkt beinahe geisteskrank.“

Peter hat sieben Waisenhäuser und Schreckliches hinter sich, als er überraschend an Biehls renommierter Privatschule aufgenommen wird. Er gilt als normal begabt und funktioniert, dann bekommt er plötzlich ein Problem mit der Zeit und ahnt, dass etwas Großes und Erbarmungsloses hinter dem rigiden System der Schule steht. Mit Katharina, die ähnlichen Fragen auf der Spur ist, gründet er ein Zeit-Laboratorium, um zu untersuchen: Warum haben die Lehrer ihre eigenen Kinder von der Schule genommen? Warum werden Lautsprecher und eine Abhöranlage installiert? Warum wird so viel Wert auf absolute Pünktlichkeit gelegt? Und weshalb wird jemand wie der verhaltensgestörte August aufgenommen? Die drei bilden eine Ersatzfamilie und versuchen, dem geheimen Plan auf die Spur zu kommen, um die Katastrophe zu verhindern. Nichts wird gut. Aber sie entdecken, dass sie der Zeit nicht einfach ausgeliefert sind, sondern sie selbst erschaffen. Dass man die Zeit sogar berühren, festhalten und verändern kann. Und Peter wird klar, dass es jetzt nicht mehr möglich ist aufzugeben, nicht, wenn man etwas wie die Liebe gefunden hat: "Ist man ihr einmal begegnet, dann will man nicht mehr sinken. Dann sehnt man sich für immer nach der Oberfläche."

Regie: Nora Schlocker
Bühne: Jessica Rockstroh
Kostüme: Caroline Rössle Harper
Musik: Simon James Phillips
Dramaturgie: Birgit Lengers
Theater

Fabian. Die Geschichte eines Moralisten

nach dem Roman von Erich Kästner

Premiere: 23. Februar 2019

Berlin 1930. Das Leben ist geprägt von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. In Bordellen und illegalen Kneipen versucht man sich zu betäuben. Aber auch Flitter, Alkohol und Sex können den voranschreitenden Zerfall kaum mehr über decken. Am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung schwankt die Metropole zwischen Exzess und Exitus. Auch Jakob Fabian – 32 Jahre alt, promovierter Germanist und zur Zeit Werbetexter in einer Zigarettenfabrik – taumelt durch dieses Treiben. Er erwartet nicht viel vom Leben, schon gar nicht, dass er selbst darauf irgendwie Einfluss nehmen könnte. Ganz anders als sein Freund Labude, der an die Veränderbarkeit der Verhältnisse durch das eigene Handeln glaubt. "Die Menschen anständig und vernünftig zu machen", sagt Fabian, das könnte ein Lebensziel sein, aber es ist hoffnungslos. Nur einmal, für einen kurzen Moment, blitzt die Möglichkeit eines anderen Lebens auf. Fabian verliebt sich in Cornelia und zum ersten Mal seit langem ist da etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt. Aber dann verliert er seine Arbeit und ein unaufhaltsamer, zuletzt tödlicher Absturz beginnt.

Nach seinen Adaptionen von Transit und Das Mädchen mit dem Fingerhut wird sich Alexander Riemenschneider mit Fabian nun einem der großen Berlin-Romane widmen.

Regie: Alexander Riemenschneider
Bühne / Kostüme: Johanna Pfau
Musik: Tobias Vethake
Dramaturgie: Meike Schmitz
Theater

Zeiten des Aufruhrs

nach dem Roman von Richard Yates

Premiere: 28. Februar 2019

"Keiner denkt oder fühlt oder interessiert sich mehr für irgendwas; keiner begeistert sich mehr oder glaubt noch an irgendwas außer an seine eigene gottverdammte bequeme Mittelmäßigkeit."

Amerika, 1955. April und Frank Wheeler sind mit ihren zwei Kindern in eine idyllische Vorstadtsiedlung gezogen. Rein äußerlich unterscheidet sich ihr Leben kaum von dem konventionellen, in Gewohnheit erstarrten und nur von gelegentlichen Zerstreuungen erhellte Alltag ihrer Nachbarn – sie haben sich bis zur Ununterscheidbarkeit ihrem gesellschaftlichen Umfeld angepasst. Doch von ihnen geht in den Augen der Anderen Glamour und Zauber aus, sie sind – und so empfinden sie selbst es auch – etwas Besonderes. Die Wheelers wollen sich nicht Abfinden mit dem Dahinschwinden der Jugend, sie wollen die verheißungsvollen Möglichkeiten, die das Leben bietet, nicht verpassen. Als April als Theaterschauspielerin scheitert und die Ehe der Wheelers merklich zu kriseln beginnt, ersinnt sie einen romantischen Ausweg – ein Umzug nach Paris soll die langersehnte Freiheit bringen und vor allem Frank die Chance geben, "sich selbst zu finden". Kurzzeitig belebt dieser Plan ihr Zusammenleben, doch Frank hat zunehmend Angst vor der Veränderung, hat begonnen, sich in seinem Job und mit einer Affäre einzurichten. Die Auseinandersetzungen nehmen zu, brüchige Versöhnungen folgen auf ungewollte Selbstentblößungen und Vorwürfe, bis das Ehepaar die Umzugspläne fallen lässt. Mit dieser Entscheidung verlieren die Wheelers immer rascher und schließlich tragisch im Verlauf eines Sommers jeglichen Halt.

Richard Yates glanzvoller Roman aus dem Jahr 1961 zeigt in lässigen Momentaufnahmen und doch mit tiefem Ernst gegenüber den Menschen, wie das Erfüllen von gesellschaftlichen Konventionen unsere Sensibilität gegenüber unseren eigenen, tiefen Lebensimpulsen abstumpfen lässt und wie sich in Zeiten des Friedens der Krieg in die zwischenmenschlichen Beziehungen verlagert und einen Lebenstraum vergiftet.

Regie: Jette Steckel
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Pauline Hüners
Musik: Olaf Casimir, Bill Petry, Christian von der Goltz
Dramaturgie: Anika Steinhoff
Theater

der tempelherr

ein erbauungsstück von Ferdinand Schmalz

Uraufführung: 03. März 2019

Das jüngste Stück von Ferdinand Schmalz beginnt mit der goldenen Aussicht auf eine kleine Heimat weit außerhalb der Stadt. Heiner hat ein Stück Land gekauft: für sich, seine schwangere Frau Petra und für das ungeborene Kind. Doch was als Sinn-Ganzes gedacht ist, als großer Zusammenhang, läuft bald aus dem Ruder. Fassungslos beobachtet seine Umgebung – die Dorfbewohner, sein Financier und Schwiegervater, seine Freunde, seine Ehefrau – wie der Bauherr nach wochenlanger Meditation eigenhändig und wie ein Irrer zu bauen beginnt. Doch was entsteht, ist kein "haus, / mit wänden, / türen, / fenstern, / keller, / speise-, / kinder-, / schlaf-, / und gästezimmer, / bad und klo, / brause im hause, / krüppelwalmdach, / terrasse, / carport". Statt dieser und ähnlicher Errungenschaften enthüllt Heiner einen strahlend weißen Tempel – "als hätt ein gott ihn / aus der akropolis herausgerissen". Bald wächst die Baustelle ins Unermessliche. "aus den ruinen des kontinents“ heraus erfindet der Tempelherr sich und sein Stück Land ganz neu. Alle anderen bleiben Zaungäste. Was ihnen verrückt erscheint, ist Heiner notwendig; was er sich erschafft, bleibt ihnen verschlossen. Der Tempelherr baut Fluchten, Säulengänge, labyrinthische Sinnsucher-Strukturen: eine Schöpfung, die alle Zeiten sprengt und aus dem Gestern ins Morgen hineinragt. Ein neues Haus, eine Stadt, ein Gegenentwurf zu allem Bestehenden, ein Mausoleum, das den Bauherrn am Ende verschluckt.

Regie: Philipp Arnold
Bühne: Viktor Reim
Kostüme: Julia Dietrich
Video: Sebastian Pircher
Dramaturgie: Bernd Isele, Juliane Koepp
Theater

Der Menschenfeind

von Molière

Premiere: 29. März 2019

Der Menschenfeind ist auf den ersten Blick eine aufreizend schlichte Komödie: Alceste, ein adliger Schriftsteller, liebt Célimène, doch die umworbene junge Witwe hält ihn hin. Ungeduldig begibt er sich in ihr Palais um von ihr ein klares Bekenntnis zu hören. Dort trifft er auf zahlreiche kleine und größere Heuchler, auf Freunde und Konkurrenten, auf ihm gewogene Frauen. Alceste ist allen bekannt: ein anstrengender Charakter, klug, witzig, wohlhabend und voller Hass auf die Gesellschaft, zu der er gehört wie sie zu ihm. Er schlägt um sich, verletzt mit Worten, predigt unbedingte Wahrheit, Kompromisslosigkeit und gerät dabei immer mehr ins Abseits. Weltflucht scheint der einzige gehbare Weg für den Menschenfeind.

"Molière züchtigte die Menschen, indem er sie in ihrer Wahrheit zeichnete", so Voltaire hundert Jahre nach Entstehung des Menschenfeind über seinen Landsmann. Und tatsächlich spießt Molière seine Figuren wie Insekten auf und offenbart sich dabei als Menschenkenner und Komödienschreiber zugleich. Irgendwo zwischen steilem Egoismus und zu Herzen gehender Verlorenheit siedelt er seine Figuren an und liefert sie dem Lachen des Publikums aus. Glühendste Empörung, Antipathie, Ablehnung kommen ins Wanken, das festgefügte Menschenbild bekommt Risse, Schwächen werden ertragbarer – bestenfalls auch die eigenen.

Vermutlich ist Der Menschenfeind Molières am meisten autobiographisch geprägtes Stück. Am Hof Ludwig des Vierzehnten, endgültig angekommen, klarsichtig und verführbar und einer um 21 Jahre jüngeren Frau erlegen, hat Molière den Menschenfeind in der Uraufführung selbst gespielt. Er wusste genau, dass nichts komischer ist als der Mensch im Strudel seiner Schwächen. Er durchschaute die Mechanismen des Hofes und dessen Macht-Hierarchie. Die Sitten und Regeln, die Masken und Selbstinszenierungen, die Rigidität, mit der ein konformes Verhalten gefordert und Nonkonformismus bestraft wurde – all das war dem Dichter bewusst. Auf der anderen Seite wusste er um den natürlichen Egoismus und die tiefliegende Bösartigkeit des Menschen und sah die Erfordernis eines gesellschaftlichen Vertrags. Doch wie sähe ein solcher optimalerweise aus? Wie lauteten die Regeln? Wieviel Ehrlichkeit, wieviel Diplomatie, wieviel Schein und wieviel Unbedingtheit vertrügen wir? Alceste gibt darauf eine Antwort, seine Lächerlichkeit eine andere – wo sich der Zuschauer positioniert – in seiner Zeit – ist wirklich interessant.

Regie: Anne Lenk
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Sibylle Wallum
Musik: Camill Jammal
Dramaturgie Sonja Anders
Theater

Verirrten sich im Wald

nach Hänsel und Gretel der Gebrüder Grimm

Premiere: 30. März 2019

Eine VR-Inszenierung des Jungen DT

"In 99 von 100 Vermisstenfällen ist das Kind bei einem Elternteil oder bei einem Verwandten."
"Was ist mit dem anderen Fall? Dem einen Mal?"
Stranger Things
In einem der bekanntesten deutschen Kinder- und Hausmärchen werden zwei Geschwister von ihren Eltern verstoßen. Ausgesetzt in einem finsteren, bitterkalten Wald entdecken sie etwas Irreales: Ein Haus, erbaut aus süßen Köstlichkeiten. Doch was von außen verlockend und wie ein Wunschtraum erscheint, birgt eine dunkle Innenwelt. Die bildmächtige Inszenierung von Robert Lehniger und den VR-Künstlern CyberRäuber lädt das Publikum ein, einen neuen Blick auf das Märchen und die andere Seite zu werfen. Denn was es im Innern des Hexenhäuschens zu entdecken gibt, ist eine Frage der Perspektive.

Dem Publikum begegnen verschiedenen Versionen von Hänsel und Gretel – auf der Bühne und in der virtuellen Realität (VR). Sechs Geschwisterpaare führen die Zuschauer durch ein immersives 360°-Erlebnis, in dem die Grenzen zwischen unserer Wirklichkeit und den dunklen Parallelwelten aus Märchen, Fantasy-Romanen und Netflix-Serien verschwimmen.

"Ihr solltet jetzt gehen, es ist fast da…"
Regie Robert Lehniger
Virtuelle Realität (VR) CyberRäuber (Björn Lengers und Marcel Karnapke)
Bühne Janja Valjarević
Kostüme Linda Spörl
Musik Miguel Murrieta Vásquez
Dramaturgie: Lasse Scheiba
Theater

Black Maria

von René Pollesch

1973 und 1975 haben zwei Terrorfilme (in Abwandlung des Genres Horrorfilm) die Zeit des Blockbusterkinos begründet. Jaws ist dabei unmittelbar von The Exorcist beeinflusst, gerade in seiner Eröffnungsszene, die die Exorzismus-Szene aus letzterem nachspielt. Der einzige weitere Terrorfilm in den All Time Top 100 ist erst wieder Mel Gibsons The Passion of Christ. Die Geburtsstätte des kommerziellen Kinos ist wohl die Black Maria, das 1893 gebaute erste Filmstudio der Welt. Die Dachpappe, aus der es gefertigt war, und seine Enge erinnerten an die damaligen schwarz lackierten Gefangenentransporter, lahme Pferdekutschen, die man "Black Maria" nannte nach dem damals berühmtesten Rennpferd.

Regie: René Pollesch
Bühne und Kostüme: Nina von Mechow
Video: Ute Schall
Dramaturgie: Juliane Koepp
Theater

Westend

von Moritz Rinke

"Das Gewitter ist genau über uns", schreibt Moritz Rinke in seinem neuen Stück. Es erzählt von einer untergehenden Welt: von Burgen der Bürgerlichkeit, die brüchig geworden sind; von einsamen Menschen, deren Biografien, Gesichter und Körper vernarbt sind vom Krieg und vom Zwang, schön und erfolgreich zu sein.

Eduard ist Schönheitschirurg, Charlotte eine erfolgreiche Sängerin. Das Kind, das Charlotte sich gewünscht hatte, haben die beiden nicht bekommen. Nun ist das neu gekaufte Haus zu leer, der Garten zu groß, der nahe See zu still. Umso mehr sprudeln die Pläne: Pläne für ein neues Gartenhaus (Fichtenholz), für die neue Praxis (lindgrün), für Um- und Anbauten, das nächste Gesangskonzert, die nächste Nasenkorrektur… In diese Welt bricht Michael ein. Eduard und "Mick" haben beide Medizin studiert, inzwischen trennen die beiden Welten. Eduard operiert im Krisengebiet der westlichen Seele; dort entfernt er die Angst, alt und wertlos zu sein. Michael, der jüngere der beiden, arbeitet für eine humanitäre Organisation und kommt eben aus Afghanistan zurück. Was er mitbringt, sind Geschichten von westlicher Gewalt, von Minenopfern, verzweifelten Todeskämpfen und sinnlosem Sterben.

Und dann ist da noch Lilly, die junge Nachbarin, eine Medizinstudentin, die nur in den Sommerwochen bei ihrem Vater Marek und dessen amerikanisch-russischer Freundin Eleonora lebt. Als die Nachbarsfamilie zu Besuch kommt, droht die alte Ordnung endgültig zu zerfallen.

Regie: Stephan Kimmig
Bühne: Katja Haß
Kostüme: Anja Rabes
Musik: Michael Verhovec
Dramaturgie: Bernd Isele
Theater

In der Sache J. Robert Oppenheimer

von Heinar Kipphardt

Er gilt als der „Vater der Atombombe“, war Direktor der Laboratorien in Los Alamos, in denen dieses „Patentspielzeug“ entwickelt wurde und hat den Abwurf der Bombe auf Hiroshima bis hin zur Zündhöhe wissenschaftlich begleitet: Dr. J. Robert Oppenheimer. Keine zehn Jahre später, im April 1954, wird er von der Atomenergiekommission in Washington verhört und muss sich verantworten – politisch, moralisch und wissenschaftlich – für die Waffe, die er geschaffen hat, für die Geschwindigkeit dieser Entwicklung und für seine Amerika-Treue. Die tatsächlichen Verhöre, die Heinar Kipphardt als einer der prägenden Autoren des dokumentarischen Theaters für dieses Stück verdichtet hat, sind ein Musterbeispiel für das Verantwortungsproblem des technischen Fortschritts, an dessen Spitze längst nicht mehr nur die Atomtechnologie, sondern auch die Digitalisierung, die Genforschung und die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz stehen. Die Schaffung neuer Möglichkeiten der Zerstörung, Überwachung und menschlichen Selbstüberschreitung bis hin zur Überwindung der Sterblichkeit im Sinne einer „transhumanity“ beschreibt die Doppelgesichtigkeit der Prozesse, die von Menschen gemacht, aber in ihren Konsequenzen weder zu ermessen noch zu kontrollieren sind. Und dennoch scheinen sie – einmal begonnen – unumkehrbar.

Regie: Christopher Rüping
Bühne: Jonathan Mertz
Kostüme: Lene Schwind
Musik: Christoph Hart
Dramaturgie: John von Düffel
Theater

Antigone

von Sophokles

Nicht um ein Feind zu sein, nein, um ein Freund zu sein, bin ich geboren.

Der Krieg um Theben ist vorbei. Der Angreifer Argos geschlagen. Auf dem Schlachtfeld liegen die Leichen. Unter ihnen die beiden Söhne des Ödipus – Eteokles und Polyneikes. Im Kampf um den Thron erschlugen sie sich gegenseitig. Der neue Herrscher über Theben ist Kreon. Als erste Amtshandlung verfügt er, dass Eteokles bestattet, Polyneikes aber, den er als Staatsfeind betrachtet, ohne Begräbnis vor den Toren der Stadt verrotten soll. Auf Zuwiderhandlung steht die Todesstrafe. Es ist Antigone, die Schwester der beiden Toten, die sich der Verfügung widersetzt. Sie beruft sich auf das überzeitliche Recht der Götter, das über jedes menschliche erhaben ist, und bestattet ihren Bruder. Den eigenen Tod nimmt sie dafür in Kauf.

In Sophokles Tragödie, uraufgeführt vor rund 2500 Jahren, steht weltliches Recht gegen göttliches, Staatsraison gegen Geschwisterliebe, Ratio gegen Herz. Es sind Fragen nach Verantwortung, Moral und nach der Notwendigkeit eigenen Handelns, die Antigones Schicksal aufwirft. Ihnen wird Lilja Rupprecht gemeinsam mit SchauspielerInnen des RambaZamba Theater, des DT und einem BürgerInnen-Chor nachgehen.

Regie: Lilja Rupprecht
Bühne / Kostüme: Paula Wellmann
Leitung: Chor Bernd Freytag
Musik: Romain Frequency
Dramaturgie: Meike Schmitz
Theater

Hool

nach dem Roman von Philipp Winkler

"Ich stehe im Bad und betrachte mein Spiegelbild. Es wird von den Rissen im Glas verzerrt und ich muss mich drauf konzentrieren, die Teile wie ein Puzzle in meinem Kopf zusammenzusetzen. Ich sehe mich an. Nicht das Mutantenspiegelbild, sondern das zusammengesetzte, echte Puzzle-Ich. "Gut gemacht", wiederhole ich und versuche, mir so in die Augen zu sehen, als ob hinter dem Spiegel eine echte Person stünde, die man loben müsste."

Der Blick in den Spiegel nach dem letzten Match offenbart ein angeschlagenes Leben, das endgültig auseinander zu fallen droht. Das Fundament war nie sonderlich stabil: Eine wirkliche Familie gab es in Heikos Leben nicht. Die Mutter lässt die Kinder beim alkoholkranken Vater zurück. Ihm hat Heiko nichts mehr zu sagen und auch bei den Frauen in seinem Leben, seiner Schwester Manuela und bei Ex-Freundin Yvonne, fehlten ihm die Worte. Sie sind in seinem Kopf, kommen aber nicht heraus.

Sehr präsent sind jedoch Poborsky und Bigfoot, zwei Kampfhunde und der Geier Siegfried. Um die kümmert sich Heiko und um Heiko kümmert sich Onkel Axel, Patriarch der Hooliganszene. Vor allem aber sind da die Jugendfreunde: Kai, Ulf, Jojo. Außer dem einen, der fehlt. Mit seinen Blutsbrüdern schlägt er sich durch für das, was ihm alles ist: Hannover 96, die Hools, ihr Mythos und die dritte Halbzeit nach dem Spiel. Mit unbändigem, toxischem Zorn führt Heiko einen immer einsameren Kampf, als seine Ersatzfamilie erwachsen wird und andere Wege wählt.

Adrian Figueroa verlagert das Drama in einen klaustrophobischen Kopfraum und splittet die Hauptfigur auf: Vier erwachsene Spieler und vier Kinder erzählen, wie Heiko der wurde, der er ist. Wie der Tunnelblick einsetzt und die Wut zum Motor wird, um etwas festzuhalten, was längst verloren ist.

Regie: Adrian Figueroa
Ausstattung: Irina Schicketanz
Musik: Miguel Toro
Dramaturgie: Birgit Lengers
Theater

Persona

von Ingmar Bergman

In der Übersetzung von Renate Bleibtreu

1965 lag der schwedische Regisseur Ingmar Bergman mit Lungenentzündung im Krankenhaus. Im Krankenzimmer entwarf er das Drehbuch für seinen experimentellen Spielfilm Persona. Später sagte er, Teile des Films entsprächen einem "Gedicht über seine persönliche Situation". "Ausgebrannt, wie tot", habe er sich gefühlt, gedacht, er könne nie wieder etwas erschaffen. Im Drehbuch wird der Krankenschwester Alma die Pflege für die gefeierte Filmschauspielerin Elisabeth Vogler übertragen. Diese hatte nach einer Vorstellung von Elektra aufgehört zu sprechen. In einem Haus am Meer verbringen die zwei ungleichen Frauen einen vorerst unbeschwerten Sommer. Alma spricht. Elisabeth hört zu. Als Alma einen Brief findet, in dem sich Elisabeth über sie lustig macht, kippt die Situation. Tatsächlich geht es in Persona um mehr als nur Depression oder Erschöpfung. Vielmehr gründet der Kern des Stoffes auf einer tiefgehenden Skepsis an der Konstruktion der Identität des Menschen. Beide Frauen im Stück stellen diese Fragen gleichermaßen und verschmelzen darin miteinander. In Anna Bergmanns Inszenierung spiegelt sich dieser Gedanke auf besondere Art: Die zwei Darstellerinnen werden im Laufe der Koproduktion Malmö – Berlin die Rollen tauschen: spricht zuerst die eine, übernimmt die andere ihre Rolle, wenn Land und Theater gewechselt werden.

Koproduktion mit dem Malmö Stadsteater

Regie: Anna Bergmann
Bühne: Jo Schramm
Kostüme: Lane Schäfer
Musik: Hannes Gwisdek
Licht: Sven Erik Andersson
Video: Sebastian Pircher
Dramaturgie: Sonja Anders, Felicia Ohly
Theater

Die stillen Trabanten

von Clemens Meyer

Ein Imbissbudenverkäufer raucht heimlich mit seiner Nachbarin nach der Arbeit Zigaretten im Hausflur eines Plattenbaus. Ein Wachmann verliebt sich am Schutzzaun des Ausländerwohnheims in eine der Bewohnerinnen. Nach einem Einbruch in seine Wohnung kann ein Mann nicht zu Hause bleiben und steht plötzlich im Wohnzimmer einer alten Frau. Eine andere Frau verlässt ihren Mann, der Stunden, vielleicht Tage auf die Leuchtanzeige seines Funkweckers blickt. Ein passionierter Lokführer der Nachtschicht sieht zu spät einen lachenden Mann auf den Gleisen, und eine Putzfrau schließt in der Bahnhofskneipe Freundschaft mit einer Friseurin. Leise erzählt Clemens Meyer von nächtlichen Begegnungen am Rande der Großstadt, bei denen Erinnerungen und Sehnsüchte verschmelzen, traurig und hoffnungsvoll, unsentimental und voller Liebe zu den Figuren, die man zu kennen glaubt und über die man dennoch nichts weiß.

Der Leipziger Autor Clemens Meyer erhielt für sein Werk zahlreiche Preise, darunter der Preis der Leipziger Buchmesse, und wurde für den Man Booker International Prize 2017 nominiert. Die Verfilmungen seines Romans Als wir träumten und seiner Erzählung In den Gängen liefen im Wettbewerb der Berlinale.

Regie: Armin Petras
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Patricia Talacko
Musik: Miles Perkin
Choreografie: Denis Kooné Kuhnert
Dramaturgie: Juliane Koepp
Theater

Drei Schwestern

nach Anton Tschechow

"Ich kann mich nicht mehr erinnern. Ich weiß nur noch, dass es drei waren – drei Schwestern. Ihre Gesichter habe ich vergessen, ihre Stimmen, aber ich weiß ganz genau, dass ihr Vater, der General, drei Töchter hatte", sagt Oberst Werschinin bei seinem Besuch im Hause der drei Schwestern. Olga, Mascha und Irina leben nach dem Tod des Vaters vor sich hin, fernab von Moskau, in der Vergessenheit eines Provinzkaffs, in dem das stationierte Militär noch das Kultivierteste ist. Das Leben ist für sie und ihren Bruder Andrej zu einer Wiederholung geworden. Die Vergangenheit verfolgt sie und wird sie wie ein Alptraum immer weiter verfolgen. Denn Irinias Verehrer, der junge Offizier Nikolaj Tusenbach, den sie nach langem Drängen zu heiraten bereit war, hat sich erschossen, und die Erinnerung an ihn wird ihr immerzu nachgehen, so lange sie lebt. Doch Irina ist bei Weitem nicht die einzige, die sich wünscht, sie könnte ihr Leben noch einmal von vorne beginnen ...

Regie: Karin Henkel
Bühne / Kostüme: Nina von Mechow
Musik und Sounddesign: Arvild Baud
Licht / Video: Voxi Bärenklau
Dramaturgie: John von Düffel
Theater

Jutta Wachowiak erzählt Jurassic Park

Ein Abend von Jutta Wachowiak, Eberhard Petschinka und Rafael Sanchez

"…und alle heben sich gleichzeitig empor / von ihren Stangen / und flattern hinauf in die Kuppel / als hätten sie das Loch dort oben im Eisengitter / erst jetzt gesehen…"

Die Schauspielerin Jutta Wachowiak, geboren 1940, spielt die Wärterin in einem geheimnisvollen Park. Dinosaurier werden hier gezüchtet. Es soll ein Vergnügungspark werden. Sie nimmt heimlich einen kleinen Dino mit nach Hause. Er wächst und wächst, lernt Kunststücke und tritt im Zoo auf. Die Geschichte des Parks, den man weder verlassen, noch unkontrolliert betreten darf, vermischt sich mit der Biografie Wachowiaks. Sie hat viel zu erzählen: vom Krieg, von einem Land, das es nicht mehr gibt, von dem Land, in dem sie jetzt lebt. Einst äußerst erfolgreich in Film und Theater der DDR und mehrfach ausgezeichnet, ist für die Schauspielerin nach der Öffnung des Parks nichts mehr so wie es war. Sie haben die Fenster aufgemacht. Die neue Freiheit ließ sich nicht genießen. Die Ignoranz gegenüber Fähigkeiten, Wissen, Ideen und Erlebtem und die Enttäuschung darüber führt sie zu einem Neuanfang nach Essen, zu Arbeiten mit jungen Regisseuren, und zurück nach Berlin an das Deutsche Theater in einen ehemaligen Vergnügungspark.

Regie: Rafael Sanchez
Bühne / Kostüme: Anne Ehrlich
Text und Musik: Eberhard Petschinka
Dramaturgie: Juliane Koepp
Theater

Hunger. Peer Gynt

nach Hamsun / Ibsen

Sebastian Hartmann ist der große Menschenerkunder unter den deutschsprachigen Theaterregisseuren der Gegenwart. Und ein Romantiker dazu, dessen Inszenierungen stets aufbrechen ins Offene: in die Richtung derjenigen Kräfte, Entäußerungen und Abgründe, die unsere Existenz prägen und unserer Ratio entgehen. Wie in einem Teilchenbeschleuniger lassen Hartmann und sein Ensemble in Hunger. Peer Gynt die beiden Texte Knut Hamsuns und Henrik Ibsens aufeinanderprallen. Auf dass in den Funken, die in diesen thematischen und sprachlichen Kollisionen entstehen, in den Energien und Facetten, die dabei freiwerden, die Konturen eines anderen Bildes, einer anderen Erzählung von uns und unserem Ort in der Welt wahrnehmbar werden.

Regie: Sebastian Hartmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Bild / Installation / Video: Tilo Baumgärtel
Licht: Lothar Baumgarte
Dramaturgie: Claus Caesar
Theater

Publikumsbeschimpfung

von Peter Handke

"Sie werden kein Spiel sehen. Hier wird nicht gespielt werden. (…) Wir sind keine Darsteller. Wir stellen nichts dar. Wir stellen nichts vor." Peter Handkes erstes "Sprechstück" kündigt die Grundlagen der bürgerlichen Theatersituation auf. Die Schauspieler spielen nicht, sie richten sich in ihrem Sprechen direkt an den Zuschauer, der aus seiner Rolle des nichtbeteiligten Voyeurs herausgekitzelt wird. Die Uraufführung 1966 am Theater am Turm in Frankfurt in der Regie von Claus Peymann war ein Skandal. Das Stück ein "Aufstand gegen das Bestehende" (Peymann).

Und heute? Was hat es noch auf sich mit diesem Stück, das in Tiraden an das Publikum gipfelt, um sich am Ende beim Zuschauer zu bedanken?

Was will, kann, darf und fordert das Theater und was das Publikum – wie treffen sie am Abend selbst aufeinander?

Regie: Martin Laberenz
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Aino Laberenz
Musik: Leo Schmidthals
Dramaturgie: Jan Hein, Katrin Spira / Bernd Isele (Berlin)
Theater

Cry Baby

von René Pollesch

Es ist so schwer, jemandem den Unterschied zwischen einem aufstiegssüchtigen Talent und einem verbissenen Karrieristen zu erklären. Es gibt oft für zwei Sachen, die vollkommen unterschiedlich sind, nur ähnliche Begriffe. Ausgerechnet dann, wenn Welten dazwischen liegen, hört sich alles gleich an. Alles gibt sich der allgemeinen Äquivalenz anheim. Wie beim Schlaf, der ja oft auch zwischen Tag und Nacht nicht unterscheidet. Obwohl ihm das Undifferenzierte der Nacht ähnlicher ist. Man hat alles richtig gemacht. Sein innerstes Selbst hat man vor allen anderen ausgebreitet. Aber vor den Drangsalen von Erfolg und Misserfolg ist man nur geschützt, wenn man mehr hat als sich selbst.

Regie: René Pollesch
Bühne: Barbara Steiner
Kostüme: Tabea Braun
Chorleitung: Christine Groß
Dramaturgie: Anna Heesen
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Bernd Isele
Theater

Vor Sonnenaufgang

von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann

"erschütternd, dass es für das Leben, wie es ist, nicht bessre Gründe gibt"

Noch versprechen der neue Tag und das Licht der aufgehenden Sonne eine hoffnungsvolle Zukunft. Doch in der ausgekühlten Welt, in der Familie Krause auf die Geburt eines Babys wartet, stehen die Menschen vereinzelt und entwurzelt, bahnt sich eine neue Liebe an und erlischt, sehen sich zwei Studienfreunde nach langer Zeit wieder und stellen fest, dass eine unüberwindbare Kluft sie und ihre Weltanschauungen nun trennt.

Vor Sonnenaufgang – schon der Titel des 1889 uraufgeführten Dramendebüts von Gerhart Hauptmann deutet eine transitorische Situation, einen Schwellenzustand an. Der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer seziert in seiner Neubearbeitung die Bruchstellen unserer Gegenwart und macht am Beispiel einer Familie und ihrer Konflikte größere gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar, zeigt die Beschädigungen und Entmenschlichungen hinter einer bürgerlichen Fassade und die Erosionserscheinungen eines demokratischen politischen Systems. In einer scheinbar einfachen Geschichte und profanen Alltagsschilderungen entwickelt der luzide Text eine tragische Wucht.

Regie: Jette Steckel
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Sibylle Wallum
Musik: Mark Badur
Dramaturgie: Anika Steinhoff

Eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
Theater

Alte Meister

nach Thomas Bernhard

Obwohl er beides hasst – Spazierengehen wie Museumsbesuche – spaziert der Musikkritiker Reger seit über dreißig Jahren ins Kunsthistorische Museum, wo er im Bordone-Saal seine Vormittage verbringt. Dort betrachtet er die sogenannten Meisterwerke, vornehmlich Tintorettos Weißbärtigen Mann, um mit großer Lust und Akribie in ihnen das Unfertige, das Fragmentarische und Fehlerhafte zu entdecken. Stets an seiner Seite: der Saaldiener Irrsigler, der ihm als Ansprechpartner und Sprachrohr dient. Eigentlich nämlich ist Reger die Museumssitzbank über die Jahrzehnte zum Denk- und Lesezimmer geworden. Umgeben von den Alten Meistern, inmitten der idealen Raumtemperatur und perfekten Lichtverhältnisse, durchblättert er die Bücher der Großen Geister, sucht die Wahrheit und findet ihre Lücke. Im Grunde genommen aber sichert ihm diese verrückte Gewohnheit das Überleben – vor allem nach dem Tod seiner Frau, der ihn die eigene Unvollkommenheit schmerzhaft deutlich spüren lässt.

Thom Luz inszeniert Thomas Bernhards 1985 erschienen Roman als helle, verzweifelte Hommage an die speziellen Talente einsamer Menschen und macht sich auf die Suche nach der Liebeserklärung hinter der Hasstirade.

Regie: Thom Luz
Musikalische Leitung: Mathias Weibel
Bühne: Wolfgang Menardi, Thom Luz
Kostüme: Sophie Leypold
Licht: Thomas Langguth
Dramaturgie: David Heiligers
Theater

Welche Zukunft?!
Let Them Eat Money

von Andres Veiel in Zusammenarbeit mit Jutta Doberstein

Ein Stück Zukunft: Nach partizipativen Formaten, in denen Andres Veiel und Jutta Doberstein Wissenschaftler_innen und Bürger_innen zu Workshops zu den Themen Arbeit, Finanzen, Umwelt etc. zusammengebracht haben, entstand nun ein Theaterstück, das sich in der Zukunft mit Vergangenheit beschäftigt: In einem Untersuchungsausschuss wird im Jahr 2028 die Frage nach der Verantwortung für die Ereignisse der Jahre 2018 bis 2028 gestellt. Die EU befindet sich nach dem Austritt Italiens 2023 in einer der größten Krisen ihrer Geschichte. Anlass genug, gegenzusteuern und in der Rest-EU 2024 ein bedingungsloses Grundeinkommen ein zuführen. Doch ein ökonomischer Crash ist nicht mehr aufzuhalten. Ist die Ursache in einer zufälligen Verkettung bester Absichten zu finden? Andres Veiel geht es um die Konfrontation mit widersprüchlichen Entwürfen von Zukunft – abseits von Legislaturperioden oder Parteiinteressen. So werden utopische Momente genauso zur Diskussion gestellt wie dystopische. Welche Spuren verfolgen wir? Und welche hinter lassen wir?

Koproduktion mit der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Regie: Andres Veiel
Bühne: Julia Kaschlinski
Kostüm: Michaela Barth
Video: Daniel Hengst
Musik: Fabian Kalker
Dramaturgie: Ulrich Beck
Theater

Tod eines Handlungsreisenden

von Arthur Miller

Deutsch von Volker Schlöndorff und Florian Hopf

„Ich werd's dir und allen anderen zeigen, dass Willy Loman nicht umsonst gestorben ist..."

Der Traum, Nummer Eins zu werden. Der Traum vom ganz großen Glück, Erfolg und Ruhm. Der Traum von Anerkennung. Am Ende eines arbeitsreichen Lebens ist dieser Traum von Willy Loman nicht in Erfüllung gegangen. 36 Jahre reiste er als Handelsvertreter durch die Lande und nun ist er am Ende. Die Stammkunden sind verzogen oder verstorben, die jüngeren Kollegen arbeiten effizienter, die unzähligen Autofahrten sind eine Qual. Als ihn der neue, junge Chef feuert, gerät er in eine existenzielle Sinnkrise. Loman sieht nur einen Ausweg: Selbstmord, als Autounfall getarnt, damit seine Familie mit der Lebensversicherung weiterleben kann.
Tod eines Handlungsreisenden ist eine Gesellschaftstragödie und die Geschichte eines Identitätsverlustes: Loman wird zum Opfer des bedingungslosen amerikanischen Traums von Erfolg und finanziellem Wohlstand.

Kooperation mit der Universität der Künste Berlin

Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Luft-Preis 2017 der Berliner Morgenpost

Regie: Bastian Kraft
Bühne: Ben Baur
Kostüme: Inga Timm
Video: Stefan Bischoff
Musik: Björn SC Deigner
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Ulrich Beck
Theater

Tschick

nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf

Eingerichtet vom Ensemble nach der Bühnenfassung von Robert Koall

"Eine Minute stand der hellblaue Lada Niva mit laufendem Motor vor unserer Garage, dann wurde der Motor abgestellt. Die Fahrertür ging auf, Tschick stieg aus. Er legte beide Ellenbogen aufs Autodach und sah zu, wie ich den Rasen sprengte. 'Ah', sagte er, und dann sagte er lange nichts mehr. 'Macht das Spaß?'"

Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, ein Russlanddeutscher aus Berlin-Marzahn, und Maik Klingenberg, sein wohlstandsverwahrloster Klassenkamerad, brechen mit geklautem Lada, aber ohne Plan und Kompass auf zu einer abenteuerlichen Irrfahrt durch die ostdeutsche Provinz. Alexander Riemenschneider inszeniert die berührende und lakonisch-komische Road-Novel über zwei 14-jährige Außenseiter, die nichts zu verlieren haben und auf ihrer Reise die Fremde vor der Haustür und wahre Freundschaft finden.

"Eine Geschichte, die man gar nicht oft genug erzählen kann … existentiell, tröstlich, groß."
Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Regie. Alexander Riemenschneider
Bühne und Kostüme. Rimma Starodubzeva
Musik. Arne Jansen
Dramaturgie. Birgit Lengers
Theater

Die Zofen

von Jean Genet

Aus dem Französischen von Simon Werle

"Ich werde schön sein."

Claire und Solange sind Angestellte der Gnädigen Frau. Ist diese fort, beginnen die Schwestern ein Spiel. In Szene gesetzt werden die Machtstrukturen des Haushalts, in dem sie leben: überhöht, theatralisch, mit großer Lust an Gewalt und Unterwerfung. Noch sind es Proben, doch das Ziel der Inszenierung scheint festzustehen: der wahrhaftige Mord an ihrer Herrin. Bis die Grenzen zwischen Rolle und Realität, Imagination und Wirklichkeit immer durchlässiger werden.

"Eine Sache muss schriftlich festgehalten werden: Es handelt sich nicht um ein Plädoyer über das Los der Domestiken. Ich vermute, es gibt eine Gewerkschaft der Hausangestellten – das geht uns nichts an." (Jean Genet)

Regie. Ivan Panteleev
Bühne / Kostüme. Johannes Schütz
Sound-Design. Martin Person
Licht. Robert Grauel
Dramaturgie. Claus Caesar
Theater

Medea. Stimmen

von Christa Wolf

Fassung von Tilmann Köhler und Juliane Koepp

"Was reden sie. Ich, Medea, hätte meine Kinder umgebracht. Ich, Medea, hätte mich an dem ungetreuen Jason rächen wollen. Wer soll das glauben."

Verstoßen aus dem königlichen Palast, in dem sie mit ihrem Mann Jason und ihren Kindern Exil fand, erzählt Medea ihre Version ihrer Geschichte: Wie sie ihr Land verlassen musste, wie sie ein entsetzliches Verbrechen entdeckte und unbequeme Fragen stellte, und wie ein Netz aus Verleumdungen und Lügen sie aus dem Palast vertrieb.

Medea. Stimmen entstand als radikale Korrektur des gängigen Medea-Bildes. Erst seit Euripides, vorher nicht, ist sie die blutrünstige Furie, die ihre Kinder mordet. Christa Wolf fragt nach der Deutungshoheit über Historie – und danach, wessen Interesse es ist, die "wilde Frau" als Mörderin hinzustellen. Erstes Motiv aber sind für die Autorin die selbstzerstörerischen Tendenzen unserer abendländischen Zivilisation: Kolonialismus, Fremdenhass, Ausgrenzung. Wenn am Schluss das Volk aufgehetzt und blind vor Hass gegen die Fremde ist, bleibt Medea nur zu fragen: "Ist eine Welt zu denken, eine Zeit, in die ich passen könnte" – ein wütendes Fragen, ein Anrennen gegen Resignation, auf der Suche nach einem Neuanfang, nach neuen Werte-Hierarchien – nach der Zukunft.

Regie. Tilmann Köhler
Bühne. Karoly Risz
Kostüme. Susanne Uhl, Henrike Huppertsberg
Musik. Jörg-Martin Wagner
Puppenbau. Franziska Stiller; Karen Schulze, Andreas Müller
Licht. Thomas Langguth
Dramaturgie. Juliane Koepp
Theater

Terror

von Ferdinand von Schirach

Was geschieht, wenn ein Passagierflugzeug von Terroristen entführt wird und auf ein ausverkauftes Fußballstadion zurast? Was geschieht, wenn der Terror unseren Alltag beherrscht? Welche juristischen, moralischen und philosophischen Mittel hat unsere Gesellschaft in solch einer Ausnahmesituation? Darf die Würde des Menschen angetastet werden, wenn dadurch vermeintlich mehr Menschen gerettet werden können?

Anhand eines juristischen Konstrukts werden diese Fragen in Ferdinand von Schirachs erstem Theaterstück plastisch: An Bord von Flug LH 2047 von Berlin-Tegel nach München sind 164 Menschen. Die Maschine, von einem Terroristen entführt, nimmt Kurs auf die Allianz Arena. Major Lars Koch, Pilot eines Kampfjets der Bundeswehr, muss reagieren. Wie lauten seine Befehle? Soll er, darf er die Passagiermaschine abschießen, wenn die Terroristen nicht einlenken? Die Uhr tickt, und Lars Koch trifft eine Entscheidung. Wenige Wochen später muss er sie vor einem Schöffengericht rechtfertigen.

Die deutschlandweiten Abstimmungsergebnisse finden Sie unter folgendem Link:
terror.kiepenheuer-medien.de/

Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis "Aufführung des Jahres 2015/16" der TheaterGemeinde Berlin

Regie: Hasko Weber
Bühne: Thilo Reuther
Kostüme: Camilla Daemen
Video-/Soundart: Daniel Hengst
Dramaturgie: Ulrich Beck
Theater

It Can´t Happen Here

nach dem Roman von Sinclair Lewis

Der fast vergessene Politroman des Literaturnobelpreisträgers Sinclair Lewis, It Can’t Happen Here, erlebt derzeit eine regelrechte Wiedergeburt. Geschrieben 1935 unter dem Eindruck der Machtergreifung Adolf Hitlers, erzählt Lewis die Geschichte des nicht für möglich gehaltenen Aufstiegs eines amerikanischen Polit-Outsiders und Populisten namens Buzz Windrip zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Windrip gewinnt die Wahl 1936 gegen Roosevelt und verwandelt die USA mit Unterstützung einer "Liga der Vergessenen Männer" binnen kürzester Zeit in eine Diktatur. Eines der ersten Opfer seiner Herrschaft ist neben der Unterwanderung der Justiz die Pressefreiheit, geschildert anhand des Zeitungsherausgebers Doremus Jessup, der unter den zunehmenden Repressalien zu leiden hat, zunächst auf dem Papier, dann körperlich…
Die verbreitete Meinung in den USA Mitte der dreißiger Jahre mit Blick auf die politischen Verhältnisse in Deutschland war: Das kann hier nicht passieren. Heute denken viele in Deutschland genau das mit Blick auf die USA.

Regie: Christopher Rüping
Bühne: Julian Marbach
Kostüme: Lene Schwind
Musik: Christoph Hart
Licht: Thomas Langguth
Dramaturgie: John von Düffel
Theater

Gift

von Lot Vekemans

Übersetzung: Eva Pieper und Alexandra Schmiedebach

"Es ist verrückt, wie man anfängt zu hoffen, dass jemand stirbt. Aufgibt. Loslässt. Mach ruhig. Geh ruhig. Es ist gut. Wir schaffen es schon. Wir schaffen es schon ohne dich. Das war ein Irrtum."

Ein Friedhof. Zwei Menschen. Eine gemeinsame Vergangenheit, ein gemeinsamer Verlust und zehn Jahre Trennung, Schweigen. Aus Anlass einer Grabverlegung kommen "Sie" und "Er" wieder zusammen. Gift soll aus einer nahegelegenen Fabrik ausgetreten sein und die Umbettung der Toten notwendig machen. Unterdessen betrachten die Frau und der Mann ihr umgebettetes Leben, das eines Silvesterabends sang- und klanglos auseinanderging. Was ist aus ihr und ihm geworden? Was aus ihrer Trauer, ihrem Leben? Und wer hat sich was vorzuwerfen? Zwischen Abrechnung und Annäherung, Trost und Trauer, Zärtlichkeit und Härte oszillieren die Szenen dieser Wiederbegegnung: das Porträt eines Paares, dessen Schicksal schon vorbei zu sein scheint – und das dennoch noch einmal durch alles hindurchgehen muss, in der Hoffnung, in einem Leben nach ihrem Leben anzukommen.

Dagmar Manzel wurde 2014 für ihre Rolle "Sie" mit dem Deutschen Theaterpreis 'Der Faust' ausgezeichnet.

Gift von Lot Vekemans ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.

Regie: Christian Schwochow
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Pauline Hüners
Dramaturgie: John von Düffel
Theater

Solaris

nach dem Roman von Stanisław Lem

Deutsch von Irmtraud Zimmermann-Göllheim
Fassung von András Dömötör und Meike Schmitz

Seit seiner Entdeckung vor mehr als hundert Jahren steht der Planet Solaris im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Es scheint, als habe man tatsächlich außerirdisches Leben dort gefunden. Allerdings anders, als man sich das vorgestellt hatte: Auf der Solaris gibt es nur einen einzigen Bewohner, einen schleimigen Ozean, der den Planeten fast vollständig umgibt. Ganze Forschergenerationen haben versucht mit diesem Ozean in Kontakt zu treten. Bisher ohne Erfolg.

Auch der Psychologe Kris Kelvin hat sein Leben der Erforschung der Solaris gewidmet. Voll Tatendrang macht er sich auf den Weg zur Raumstation, um die Arbeit mit den dort stationierten Wissenschaftlern voranzutreiben. Aber was er vorfindet, ist nicht, was erwartet hatte.

Solaris, 1961 erschienen, zählt zu den Meisterwerken der Science-Fiction-Literatur. Stanisław Lem zeichnet darin das Bild einer zukünftigen Menschheit, die sich etwas vollkommen Unbekanntem und Unerklärlichem gegenübersieht. Mit all ihren Mitteln versucht sie, dieses Etwas zu begreifen. Es ist die Unfähigkeit die eigene Perspektive zu verlassen, die letztlich das Zustandekommen eines Kontakts verhindert. „Wir wollen gar nicht den Kosmos erobern, wir wollen nur die Erde bis an seine Grenzen erweitern. Menschen suchen wir, niemanden sonst“, heißt es. Lem stellt damit nicht nur die Frage nach den Grenzen menschlicher Erkenntnis, sondern verweist auch auf die Beschränktheit des Menschen, die ihm den offenen Blick auf sein Gegenüber verstellt. Auf der vermeintlichen Suche nach dem anderen, sucht und findet er doch immer nur sich selbst.

Regie: András Dömötör
Bühne / Kostüme: Sigi Colpe
Sound: Tamás Matkó
Video: Paul Fuhrmann
Licht: Peter Grahn
Ton: Martin Person
Dramaturgie: Meike Schmitz
Theater

In Stanniolpapier

von Björn SC Deigner

nach einer Idee von Anna Berndt
in einer Fassung von Sebastian Hartmann

Eine verwahrloste Kindheit, der Vater ein Trinker, die Mutter abwesend, der Missbrauch durch den Freund der Familie, folgenlos, dann, irgendwann, die große Liebe mit Verbindungen ins Milieu, die nächtliche Arbeit auf der Straße, gewalttätige Freier: Es sind, beim ersten Lesen, fast klassische Stationen einer Prostituierten-Karriere, die Björn SC Deigner mit seinem Theatertext aufruft. Ein verfehltes Leben, so denkt man zunächst. Doch zugleich ist da der Ton, in dem Maria, die Protagonistin, teils erzählend, teils in szenischen Rückblenden, von ihren Erlebnissen und Erfahrungen berichtet: kühl, mitleidlos gegenüber sich selbst, sehr präzise, vollkommen unsentimental und mit einem höchst lakonischen Witz. Hier ergreift eine Frauenfigur das Wort, die ihr Leben anders beschreibt als bürgerliche Konventionen es ihr zugestehen. Und dass sich hinter dem Ausgangsmaterial von Deigners Text die tatsächlichen Erfahrungen einer realen Frau verbergen, bewahrt ihn vor dem möglichen Vorwurf, Prostitution (aus männlicher Perspektive) zu romantisieren.

In Deigners Text kehrt Maria nicht ihr Innerstes nach außen, sondern es verhält sich gewissermaßen umgekehrt: Sie betrachtet sich selbst, aus großer Distanz. Mit seiner Inszenierung sucht Sebastian Hartmann nach genau diesem Verdrängten: nach dem, was hinter einer Oberfläche bebt, was unter einer Schädeldecke verborgen ist.

Den Bewusstseinsstrom in Marias Hirn freizulegen, erfahr- und sichtbar zu machen und dabei auch eine Täterperspektive nicht aus den Augen zu verlieren, daran arbeiten die Bilder und Situationen der Inszenierung. Im Verlauf der Probenarbeit hat sich nun die Gestalt des Textes in einer Weise gewandelt, bei der es nicht mehr angemessen ist, von einer Uraufführung des Stücks In Stanniolpapier zu sprechen. Autor, Verlag, Regie und Theater haben sich so geeinigt, da die Inszenierung Erzählform und große Teile des Textes verlässt.

Regie / Bühne: Sebastian Hartmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Dramaturgie: Claus Caesar

Hinweis: In der Inszenierung In Stanniolpapier von Sebastian Hartmann kommt es zu szenischen Darstellungen von sexualisierter Gewalt. Für Jugendliche unter 18 Jahren ist die Vorstellung daher nicht geeignet.
Theater

König Ubu

von Alfred Jarry

Vater Ubu – fett und feige – wird von seiner machtversessenen Gattin Mutter Ubu zum Königsmord angestiftet. Hinterhältig massakriert er die gesamte Herrscherfamilie und reißt die polnische Krone an sich. Auf dem Thron angelangt, verfolgt Vater Ubu unverhohlen seine Ziele: Reichtum und Macht. Alle Adligen werden in der Enthirnungsmaschine hingerichtet und ihr Besitz eingezogen, die Richter entlassen – für Gerechtigkeit sorgt Vater Ubu ab jetzt persönlich – und das Finanzsystem durch die Einführung exorbitanter Steuern reformiert. Lange lässt sich das Volk diese Frechheiten nicht gefallen. Angeführt vom rechtmäßigen Thronfolger, dem einzigen überlebenden Sohn des Königs, wagt es den Aufstand. Dann greift noch der russische Zar in den Konflikt ein und ein blutiger Krieg entbrennt.

Alfred Jarrys absurd-komisches Spiel über niedere Instinkte, Habgier und Machtmissbrauch löste bei seiner Uraufführung 1896 einen gewaltigen Skandal aus und gilt heute als wichtigster Vorläufer des modernen Theaters. König Ubu zeigt den Prototyp des egomanen Spießers, des dummdreisten Tyrannen, dessen Spuren sich unübersehbar, quer durch die Geschichte, bis ins Heute ziehen.

Fassung András Dömötör und Meike Schmitz

Regie: András Dömötör
Bühne / Kostüme: Sigi Colpe
Sound: Tamás Matkó
Dramaturgie: Meike Schmitz
Theater

Am Königsweg

von Elfriede Jelinek

"Eine Zukunft, die jetzt keine mehr ist, sondern Gegenwart."

Inspiriert von der Präsidentenwahl in den USA, widmet sich die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in ihrem aktuellen Stück Am Königsweg den "Königen" dieser Welt. "Gewählt ist gewählt", doch wie konnte es dazu kommen? Wie kommt es, dass Kapitalismus und Macht stets gleichbedeutend sind mit immer wiederkehrenden veralteten Männlichkeitsbildern? Warum ist der Rechtspopulismus immer auch mit der Blindheit seiner Wähler verbunden? Hängt die Blindheit mit dem Ödipus-Komplex zusammen? Und wenn ja, warum hat sich dieses Phänomen auch 2000 Jahre später noch nicht erledigt? Oder sind es letztlich Miss Piggy und Kermit der Frosch, die hier ihr Unwesen treiben? Und alles ist nur ein Puppenspiel mit tödlichem Ausgang? Miss Piggy, "als blinde Seherin hergerichtet", wird mit uns in die Zukunft blicken.

Regie: Stephan Kimmig
Bühne: Katja Haß
Kostüme: Anja Rabes
Musik: Michael Verhovec
Dramaturgie: Ulrich Beck
Theater

Draufgängerinnen

All Adventurous Women Do
von Tanja Šljivar

"Niemand hat uns jemals, niemand hat uns in der langen Zeit, niemand hat uns jemals auf der Straße, im Geschäft, beim Arzt, keiner von den Lehrern, Vätern, Müttern, Tanten, Onkels, Schwägerinnen, Schwippschwagern, niemand hat uns jemals, niemand hat uns jemals gefragt, wie UM ALLES IN DER WELT wir schwanger geworden sind. Keine von uns kann sich genau erinnern, wie DAS war, mit wem DAS war, warum DAS war."

2014 wird die "kollektive Schwangerschaft" von sieben Teenagerinnen in Bosnien und Herzegowina medial skandalisiert. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Viel wird gemutmaßt und geurteilt über diese Mädchen. Sie selbst kommen nicht zu Wort. Tanja Šljivar gibt ihnen eine eigene Stimme. Es geht ihr jedoch weder um Ursachenforschung noch um Aufklärung. Sie lässt sieben dreizehnjährige Draufgängerinnen in sieben Szenen wild über Religionslehrer und Instagram, Schwangerschaftstests und -symptome, Chauvinismus und Großmütter, Piercings und Gesellschaftsutopien, Pornographie und Kritische Theorie, Abtreibung und Klassenfahrten sprechen. Alle Erinnerungen, alle Aussagen sind höchst fragwürdig und mit Vorsicht zu genießen, denn sie sind bereit, alles zu erzählen, außer wie sie wirklich schwanger geworden sind.

Es entsteht ein vielstimmiger Chor der Ungehörten, der radikal Selbstbestimmung einfordert – über den eigenen Körper, das eigene Leben. Er demonstriert, dass es egal ist, aus einer Gesellschaft ausgestoßen zu werden, der man nie angehört hat.

Regie: Salome Dastmalchi
Ausstattung: Paula Wellmann
Dramaturgie: Birgit Lengers
Mitarbeit Choreografie: Niloufar Shahisavandi
Theater

Klassenbuch

nach dem Roman von John von Düffel

Gegenwart und Zukunft, Kind- und Erwachsensein, Isolation und Gemeinschaft, analoge und digitale Welt, Aufbruch und Absturz – zwischen diesen Begriffspaaren bewegen sich Erik, Stanko, Emily, Bea, Lenny, Annika, Vanessa, Li und Henk. Obwohl sie Klassenraum und Lehrerin teilen, könnten die Welten, in denen sie sich bewegen unterschiedlicher nicht sein. Ein unausweichlich düsterer Kosmos tut sich auf: Da sind Annika und ihr kleiner Bruder, die liebevoll und manisch zugleich tote Tiere von der Straße sammeln und sie bestatten, das pumelige Mobbing-Opfer Vanessa, das sich mit Hilfe ihrer Drohne im Netz verzweifelt eine schlanke neue Identität zusammenbastelt. Bea, Schulschwänzerin und wiederholt suizidal, schläft aus Protest gegen ihre Eltern gleich mit zwei Jungs und Computer-Nerd Lenny, der durch dreistes digitales Strippenziehen seine Mitschüler hackt oder per Smartphone fernsteuert.

Der Regisseur Kristo Šagor greift zusammenmit seinem Team die multiperspektivische Erzählweise des Autors auf, treibt das digitale Verwirrspiel mit Mitteln wie Live-Video weiter, richtet den Blick aber dennoch auf die Zusammenhänge der scheinbar von einander isolierten, apokalyptisch und beklemmend anmutenden Puzzleteile.

Was ist gültig? Meine Realität oder deine?

Regie: Kristo Šagor
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Christl Wein
Musik: Sebastian Katzer
Video: Sebastian Purfürst
Dramaturgie: Juliane Koepp, Joshua Wicke
Theater

Die Glasmenagerie

von Tennessee Williams

"Sieht so die Zukunft aus, die wir für uns ins Auge gefasst haben?"

Trotz Rückschlägen, Enttäuschungen und familiären Streitigkeiten gibt Familie Wingfield ihre Wünsche und Hoffnungen nicht auf. Obwohl oder gerade weil Tom und Laura mit ihrer Mutter Amanda in einfachen Verhältnissen leben, träumen sie. Sie träumen von einem anderen Leben, von einem besseren Leben, von einem Leben ohne Arbeit in der Fabrik, von Zeit für Kunst, von einer Welt außerhalb der grauen Realität. Ihr Vater hat die Familie vor Jahren verlassen. Tom ernährt sie durch seine Arbeit in einem Lagerhaus, will aber lieber als Schriftsteller arbeiten. Während Amanda von ihrer Jugend schwärmt und die Restfamilie mit übertriebener Mutterliebe traktiert, konzentriert sich die schüchterne Laura ganz auf ihre Sammlung zerbrechlicher Glastiere. In dieser Menagerie sonderbarer Figuren findet sie Halt und kann die Realität vergessen. Als Tom eines Tages auf Wunsch der Mutter seinen Arbeitskollegen Jim zum Abendessen mitbringt, implodiert ihr Plan, Laura zu verkuppeln, auf absurde Weise. Tennessee Williamsʻ Stück, 1944 uraufgeführt, erzählt von der Fesselung an Träume, die dem Alltag die Angst rauben, ohne ihm standhalten zu können.

Regie: Stephan Kimmig
Bühne: Katja Haß
Kostüme: Anja Rabes
Musik: Michael Verhovec
Dramaturgie: Ulrich Beck
Theater

Tigermilch

nach dem Roman von Stefanie de Velasco

Die Freundinnen Nini und Jameelah sind unzertrennlich, unbesiegbar und zum ersten Mal verliebt. Der Ernst des Lebens ist ganz weit weg oder wird ignoriert, wie Jameelas drohende Abschiebung. Denn es ist Sommer, Ferienbeginn. Alles ist möglich. Berlin ist Spielplatz und Experimentierfeld. Mit rücksichtsloser Leichtigkeit streifen die zwei 14-jährigen durch die Stadt, klauen bei Pimkie, knutschen im Freibad. Auf dem Schulklo wird der Lieblingscocktail „Tigermilch“ aus Milch, Mariacron und Maracujasaft im Müllermilchbecher gemixt. Dann geht’s mit Ringelstrümpfen ausgerüstet „auf die Kurfürsten“, um an Männern zu üben wie an Fröschen. Das Projekt heißt „Entjungferung“, geübt wird, damit es nicht weh tut, wenn es mal ernst wird. Die pubertäre Dauerparty gleicht einem Tanz am Abgrund und endet abrupt im echten Leben, als beide nachts auf ihrem Kinderspielplatz Zeuginnen eines Mordes werden. Und als der Falsche die Schuld auf sich nimmt, steht plötzlich alles auf dem Spiel – Aufenthaltsgenehmigung, Unschuld, Freundschaft.

Regie und Bühne: Wojtek Klemm
Kostüme: Anika Budde
Musik: Albrecht Ziepert
Choreographie: Efrat Stempler
Dramaturgie: Birgit Lengers

Eine Inszenierung des Jungen DT
Theater

Diebe

von Dea Loher

Finn, ein Versicherungsmakler, schlägt die Augen auf und weiß, dass er nie mehr aufstehen will. Seine Schwester Linda hat einen Wolf gesehen und hofft, dass ihre vom Konkurs bedrohte Therme demnächst in einem Naturschutzgebiet stehen wird. Erwin, der Vater der beiden, würde gern einmal ein normales Gespräch führen, über das Wetter oder die Sterne. Monika, Verkäuferin im Supermarkt, wurde vom Chef eine Beförderung versprochen. Vielleicht die Leitung eines Marktes in Holland. Ihr Mann Thomas, Polizist, würde mitgehen. Herr und Frau Schmidt fühlen sich beobachtet. Von einem Tier? Mira, schwanger, möchte ihr Kind nicht bekommen. Josef, der Vater, möchte es unbedingt haben. Gabi und Rainer suchen eine Wohnung oder tun nur so. Ira, eine ältere Dame, vermisst ihren Ehemann. Er wollte nur einen Spaziergang machen?
Dea Loher verwebt die einzelnen Episoden. Die Figuren treffen in unterschiedlichen Konstellationen aufeinander, sehen sich in überraschenden Begegnungen wieder. Es entsteht ein düsteres und dennoch der Komik nicht entbehrendes Panorama von Menschen unserer Zeit. Immer am Abgrund und doch hoffnungsvoll.

Regie/Bühne: Andreas Kriegenburg
Kostüme: Barbara Drosihn
Dramaturgie: Claus Caesar, Juliane Koepp
Theater

Katzelmacher

von Rainer Werner Fassbinder

- Das hat mal sein müssen, weil der hier rumläuft, wie wenn er hergehört.
- Der muss weg.
- Genau. Eine Ordnung muss wieder her.

Kleinstadttristesse. Eine Gruppe Jugendlicher hängt ab. Man säuft, macht Party, hat Sex und geht fremd, lästert, ödet sich an und hält sich aus. Man trainiert sein Körperkapital, denn das ist alles, was zu vermarkten ist. Man ist frustriert von der Leere in und um sich herum. Weil das wohl immer schon so war und die Fantasie fehlt, wie es anders sein könnte. Oder das Geld. Ohne Geld kommt man nicht raus. Dann taucht Jorgos auf. Der Fremde stellt die alte Ordnung in Frage, weckt Sehnsüchte nach einem anderen Leben und verwandelt Frustration und Zukunftsangst in Aggression.

Der 24-jährige Fassbinder schrieb Katzelmacher als die ersten "Gastarbeiter" in der BRD ankamen. 2017 leben sie hier in der dritten Generation und Deutschland steht vor der Herausforderung, Hunderttausende Geflüchteter zu integrieren. Währenddessen schüren neue Rechte die alte Angst vor 'Überfremdung' und fordern heute wie damals: "Eine Ordnung muss wieder her.“

Die Regisseurin Jessica Glause und ihr Team befragen das Drama gemeinsam mit elf Jugendlichen neu. Was, wenn alle Beziehungen unter dem Diktat der Ökonomie stehen. Was, wenn es für Fremdenfeindlichkeit gar keinen Fremden braucht? Was, wenn Jorgos nur in den Köpfen existiert? Wenn das gefürchtete Andere eine Projektion des Eigenen ist? Wer ist Jorgos?

Für ihre bisherige Leistungen und ungewöhnliche künstlerische Positionen wurde die Regisseurin Jessica Glause im Mai 2018 mit dem Förderpreis Theater der Landeshauptstadt München ausgezeichnet.

Regie: Jessica Glause
Bühne: Jil Bertermann
Kostüme: Bettina Werner
Musik: Joe Masi
Choreographie: Ronni Maciel
Dramaturgie: Birgit Lengers
Theater

Eisler on the beach

Eine kommunistische Familienaufstellung mit Musik

Am 12. Mai 1947 erscheint Hanns Eisler, der Karl Marx der Musik, zum ersten Mal vor dem Ausschuss für unamerikanische Umtriebe, „vielleicht der wichtigste Fall, der je vor den Ausschuss gekommen ist“ (Richard Nixon). Im Sommer desselben Jahres wird sein Bruder Gerhart, ein kommunistischer Funktionär mit Erfahrungen aus Spanien, China und der Sowjetunion, zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Zeugin der Anklage: beider Schwester Ruth Fischer, einst die weltweit erste Frau an der Spitze einer großen Partei, der KPD, inzwischen überzeugte Anti-Stalinistin. „In der Familie Eisler herrschen verwandtschaftliche Beziehungen wie in den Shakespeare’schen Königsdramen“ (Charlie Chaplin). Zusammen mit der Bolschewistischen Kurkapelle Schwarz-Rot erzählen Tom Kühnel und Jürgen Kuttner die Geschichte der Linken im 20. Jahrhundert als Familiengeschichte.

Regie: Tom Kühnel, Jürgen Kuttner
Bühne: Jo Schramm
Kostüme: Daniela Selig
Musik: Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot
Dramaturgie: Claus Caesar
Theater

Das Missverständnis

von Albert Camus

Neu durchgesehene Fassung
nach der Übersetzung von Guido G. Meister

In einem abgelegenen Wirtshaus rauben zwei Frauen die Gäste aus und bringen sie um. Ihr Ziel: mit der Beute an einem anderen Ort ein besseres Leben anzufangen. Sohn und Bruder Jan ist seit vielen Jahren in der Welt unterwegs. Als er eines Tages nach Hause zurückkehrt, gibt er sich nicht zu erkennen, sondern will erkannt werden. Zu spät erst wird das Duo entdecken, wen sie dieses Mal ums Leben gebracht haben.

Co-Regie: Jürgen Kruse
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Sophie Leypold
Licht: Thomas Langguth
Dramaturgie: Juliane Koepp
Theater

Tagebuch eines Wahnsinnigen

Nikolai Gogol

Poprischtschin ist ein kleiner Beamter im Staatsdienst. Jeden Tag müht er sich in seinem grauen Alltag ab, ist unglücklich in seinem Beruf und auch noch hoffnungslos in die Tochter seines höchsten Chefs verliebt. Er träumt vom sozialen Aufstieg und zieht sich mehr und mehr aus der ihn demütigenden Realität zurück, um sich schließlich komplett in eine Scheinwelt zu flüchten.

Nikolai Gogol beschreibt in »Tagebuch eines Wahnsinnigen« die Situation eines Mannes, der keine Chance mehr hat auf Karriere und Aufstieg in der Gesellschaft, sich aber weigert, dies zu akzeptieren. Stattdessen versucht er, seinen Minderwertigkeitskomplex durch ein bis zum Größenwahn gesteigertes Omnipotenzgefühl zu bewältigen. Samuel Finzi spielt den Wahnsinnigen, der mit 42 Jahren eine neue Karriere startet.

Regie: Hannah Rudolph
Bühne: Mareile Krettek
Kostüme: Gealdine Arnold
Musik: Jacob Suske
Theater

Ismene, Schwester von

von Lot Vekemans

Dreitausend Jahre hat niemand mehr an sie gedacht, war ihr Leben vergessen ebenso wie ihr Tod: Unerlöst befindet sich Ismene in einem Zwischenreich, nach einem Dasein ohne eigenen Inhalt und einem Ableben ohne Erinnerung. Alles an ihr scheint fremdbestimmt – durch die antiken Helden ihrer Familie, den Vater Ödipus, die streitbaren Brüder Eteokles und Polyneikes, besonders aber durch ihre Schwester Antigone, die gegen die Tyrannei ihres Onkels Kreon beispielhaft aufbegehrt, ein heroischer Weg, den Insmene nicht mitgeht. – Jetzt, dreitausend Jahre später, hat die niederländische Autorin Lot Vekemans diese Figur in der Vergessenheit aufgesucht und sie aus dem Schatten treten lassen. Nach einer Ewigkeit des Schweigens stellt sich Ismene ihrer Geschichte.

Dass Susanne Wolff nach ihrer fulminanten Darstellung des Kreon in 'Ödipus Stadt' ebenfalls in der Regie von Stephan Kimmig nun ausgerechnet diese Rolle spielt, ist mehr als nur eine Ironie des Theaterschicksals. Kreon ist der Mann, der Ismenes halbe Familie umbringt, ihren Vater Ödipus in die tödliche Verbannung schickt und Antigone zum Tod verurteilt. Nach dem großen Antigone-Drama kommt es in Lot Vekemans Fortschreibung des Mythos jedoch nicht zu einer erbitterten Auseinandersetzung zwischen Kreon und Ismene. Im Gegenteil. Beide leben in stiller Abgeschiedenheit weiter und als Kreon Jahre später schwer erkrankt, pflegt sie ihn geduldig bis zu seinem Tod, und so bilden sie, die Überlebenden des Mythos, im Geiste eine Art postapokalyptisches Paar.

Regie: Stephan Kimmig
Bühne und Kostüme: Anne Ehrlich
Dramaturgie: John von Düffel
Theater

Biografie: Ein Spiel

von Max Frisch

"Wo, Herr Kürmann, möchten Sie nochmals
anfangen, um Ihre Biografie zu ändern?"


Wer wünscht sich das nicht? Einmal das Leben anhalten, von vorne beginnen und seine Biografie ändern. Der Hauptfigur Hannes Kürmann in Max Frischs Drama 'Biografie: Ein Spiel' wird diese Möglichkeit geboten: Vor allem die erste Begegnung mit seiner Ehefrau Antoinette scheint für Kürmann ein zentraler Moment seiner Biografie zu sein, den er im Nachhinein gerne vermieden hätte. In mehreren Anläufen versucht er zu verhindern, die Frau zu treffen, mit der er die letzten sieben Jahre verbracht hat.
Doch wohin führt Kürmann dieser Versuch? Wie wäre sein Leben ohne Antoinette verlaufen? Kann er sein Leben rückblickend optimieren? Oder bleibt er in gewohnten Verhaltensmustern und Verstrickungen hängen?

Regie: Bastian Kraft
Bühne: Peter Baur
Kostüme: Karin Rosemann
Musik: Björn SC Deigner
Video: Peter Baur
Dramaturgie: Ulrich Beck
Aufführungen / Konzert Berliner Philharmoniker Berlin, Herbert-von-Karajan-Str. 1
Aufführungen / Konzert Konzerthaus Berlin Berlin, Gendarmenmarkt 2
Aufführungen / Oper Komische Oper Berlin Berlin, Behrenstraße 55-57
Aufführungen / Konzert Festival Strings Lucerne Luzern, Dreilindenstr. 93
Aufführungen / Theater Maxim Gorki Theater Berlin Berlin, Am Festungsgraben 2
Aufführungen / Konzert Berliner Schlosskonzerte Perlen der Klassik Berlin, Postfach 280303
Aufführungen / Konzert Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt Frankfurt (Oder), Lebuser Mauerstr. 4
Aufführungen / Konzert Berliner Singakademie Berlin, Charlottenstr. 56
Aufführungen / Theater Shakespeare Company Berlin Berlin, Prellerweg 47-49
Aufführungen / Cabaret Bar jeder Vernunft Berlin Berlin, Schaperstr. 24
Aufführungen / Konzert Philharmonischer Chor Berlin Berlin, Herbert-von-Karajan-Str. 1
Aufführungen / Kirchenmusik sirventes berlin. Leitung: Stefan Schuck Berlin, Nassauische Straße 66-67
Sa, 23.2.2019, 12:00 Uhr
Aufführungen / Konzert museum FLUXUS Potsdam, Schiffbauergasse 4f
So, 24.2.2019, 15:00 Uhr
Aufführungen / Oper Deutsche Oper Berlin Berlin, Bismarckstr. 35
Aufführungen / Theater Komödie am Kurfürstendamm im Schillertheater Berlin, Bismarckstraße 110
Aufführungen / Theater Renaissance-Theater Berlin Berlin, Knesebeckstraße 100
Aufführungen / Oper Neuköllner Oper Berlin, Karl-Marx-Str. 131-133
Aufführungen / Theater Tribühne Berlin Berlin, Otto-Suhr-Allee 18
Aufführungen / Theater Berliner Kriminal Theater Berlin, Palisadenstrasse 48
Aufführungen / Theater Theater- und Konzertstätte Jüterbog Jüterbog, Mönchenkirchplatz 4
Aufführungen / Theater Theater Poetenpack Potsdam Potsdam, Lennéstr. 37
Aufführungen / Theater theater DIE BOTEN Berlin, Schottstraße 6
Aufführungen / Kabarett Berliner Kabarett Klimperkasten Berlin, Thuyring 63
Aufführungen / Theater Hebbel am Ufer HAU 1 Berlin, Stresemannstr. 29
Aufführungen / Theater Hebbel am Ufer HAU 2 Berlin, Hallesches Ufer 32
Aufführungen / Theater Hebbel am Ufer HAU 3 Berlin, Tempelhofer Ufer 10
Aufführungen / Theater Podewil Berlin, Klosterstr. 68-70
Aufführungen / Theater Kleines Theater Berlin Berlin, Südwestkorso 64
Aufführungen / Theater Bar jeder Vernunft Berlin, Schaperstraße 24
Aufführungen / Theater Theatersport Berlin Berlin, Bürgerheimstr. 8
Aufführungen / Theater Theater Lichterfelde Berlin, Drakestr. 49
Aufführungen / Theater Theater im Palais Berlin, Am Festungsgraben1
Aufführungen / Theater Teatr Studio am Salzufer Berlin, Salzufer 13/14
Aufführungen / Theater BühnenRausch Berlin, Erich-Weinert-Straße 27
Aufführungen / Theater event-theater Brandenburg, Ritterstr. 69
Aufführungen / Konzert Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin Berlin, Charlottenstr. 55
Aufführungen / Kabarett Kabarett Kartoon Berlin, Kochstraße 50
Aufführungen / Aufführung "Die Gorillas" Ratibortheater Berlin, Cuvrystrasse 20
Aufführungen / Theater Theaterdiscounter Berlin, Monbijoustr. 1
Aufführungen / Theater Cafe Theater Schalotte Berlin, Behaimstraße 22
Aufführungen / Theater Sophiensaele Berlin, Sophienstr. 18
Aufführungen / Kulturveranstaltung Glaskasten Ballsaal Berlin, Prinzenallee 33
Aufführungen / Theater BKA-Theater Berliner Kabarett Anstalt Berlin, Mehringdamm 34
Aufführungen / Theater Theater Mirakulum - Puppenkomödie Berlin Berlin, Brunnenstraße 35
Aufführungen / Theater Theater Morgenstern Stahnsdorf, Rotkehlchenweg 35
Aufführungen / Theater Theater o.N. (Zinnober) Berlin, Kollwitzstr. 53
Aufführungen / Aufführung Ballsaal Glaskasten Berlin, Prinzenallee 33
Aufführungen / Theater theaterkapelle e.V. Theater TRANSIT Berlin, Boxhagener Str. 99
Aufführungen / Theater theaterkapelle e.V. bethlehem basement Berlin, Boxhagener Str. 99
Aufführungen / Theater UNIDRAM - Festival für junges Theater in Europa T-Werk Potsdam, Schiffbauergasse 4e
Aufführungen / Konzert Philharmonisches Kammerorchester Berlin Berlin, Akazienstraße 3
Aufführungen / Theater Wintergarten Berlin Berlin, Potsdamer Straße 96
Aufführungen / Konzert C. Bechstein Centrum Berlin Berlin, Kantstr. 17 / stilwerk
Aufführungen / Theater Chamäleon Theater "my LIFE" Berlin, Rosenthaler Str. 40/41
Aufführungen / Theater Theaterkapelle10245 Berlin, Boxhagener Straße 99
Aufführungen / Theater BKA- Theater Berlin, Mehringdamm 34
Aufführungen / Oper Neuköllner Oper Berlin, Karl-Marx-Str. 131
Aufführungen / Theater Theater Thikwa F40 Berlin, Fidicinstr. 40
Aufführungen / Aufführung English Theatre Berlin F40 Berlin, Fidicinstr. 40
Aufführungen / Theater Theater Am Potsdamer Platz Berlin, Marlene-Dietrich-Platz 1
Aufführungen / Theater Zimmertheater Steglitz Berlin, Bornstr. 17
Aufführungen / Theater Theater der Migranten Reuterkiez Theater Berlin, Bürknerstr. 5
Aufführungen / Konzert RIAS Kammerchor Berlin, Charlottenstraße 56
Aufführungen / Konzert Image Berlin GmbH Berlin, Spandauer Damm 22 - 24
Aufführungen / Theater Theater Adlershof art-changé Berlin, Moriz-Seeler-Str. 1