SONDERAUSSTELLUNGEN         MUSEEN IM ÜBERBLICK    

STAATLICHE MUSEEN ZU BERLIN - SONDERAUSSTELLUNGEN

Ryoji Ikeda

db

Sa, 28.1.2012 - Mo, 9.4.2012

Der japanische Komponist und Bildende Künstler Ryoji Ikeda hat für den Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin eine Ausstellung konzipiert, die erstmals die beiden symmetrischen Räume im Obergeschoss des Ost- und Westflügels des Hauses kompositorisch miteinander verbindet.

Der Ausstellungstitel "db" (Abkürzung für Dezibel) greift diese Symmetrie auf und verweist gleichzeitig auf die komplementäre Beziehung der beiden Ausstellungsräume zueinander. Der von Ikeda entworfene weiße Raum bildet das Pendant zum schwarzen Raum und umgekehrt, nicht nur physikalisch (Helligkeit und Farbe), sondern auch in der Konzeption und Wahrnehmung. Das Projekt versteht sich als Komposition, in der Zeit und Raum durch minimalsten Einsatz von Sound, Licht und visuellen Elementen geformt werden.

Ryoji Ikeda (geb. 1966, lebt in Paris) gehört seit Mitte der 1990er Jahre zu den international führenden Komponisten und Künstlern im Bereich neuester digitaler Technologien und deren integrierten Einsatz in visuellen und akustischen Präsentationen. Seine Arbeiten basieren auf Zeit-Raum-Kompositionen, in denen das musikalische und visuelle Material auf ein Minimum reduziert wird: Sinuswellen, Soundimpulse, Lichtpixel und Zahlendaten.

Die Ausstellung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Musikwerke Bildender Künstler" statt, die seit 1999 von "Freunde Guter Musik Berlin" in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie und seit 2002 mit dem Festival MaerzMusik der Berliner Festspiele durchgeführt wird.

Gefördert durch die Schering Stiftung und den Hauptstadt Kulturfond.

Veranstalter: Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin | Freunde Guter Musik Berlin e.V.

Ort:

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
Invalidenstraße 50/51, 10557 Berlin

Roads of Arabia

Archäologische Schätze aus Saudi-Arabien

Do, 26.1.2012 - Mo, 9.4.2012

Das archäologische Erbe Saudi-Arabiens wird gegenwärtig mit der Ausstellung "Roads of Arabia" in Europa präsentiert. Nach Paris, Barcelona und St. Petersburg wird die Ausstellung vom 25. Januar bis zum 9. April 2012 im Pergamonmuseum in Berlin als einziger Station in Deutschland gezeigt. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Christian Wulff und des König von Saudi-Arabien Abdullah ibn Abd al-Aziz.

Die Ausstellung präsentiert spektakuläre Zeugnisse der Vor- und Frühgeschichte sowie des antiken Saudi-Arabiens: erste Faustkeile, 6000 Jahre alte anthropomorphe Steelen, monumentale ägyptisierende Kolossstatuen, bezaubernde Glas- und Metallarbeiten der römischen Antike, sowie Objekte der Keramikrevolution der islamischen Frühzeit.

Chronologisch geordnet und räumlich in einer Ausstellungslandschaft inszeniert, wird Archäologie auf einer Fläche von 1300qm als unmittelbares Erlebnis präsentiert und bietet so ein einmaliges kulturhistorisches Panorama der arabischen Halbinsel. Erstmals in Deutschland sind spektakuläre Objekte der Kaaba und der Stadtgeschichte von Mekka zu sehen.

Die Ausstellung wird organisiert von der "Saudi Commission for Tourism and Antiquities" und dem Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin. Deutsche Forschungsprojekte der Orientabteilung des Deutschen Archäologischen Instituts, dem Zentrum Moderner Orient und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Saudi-Arabien werden in einem Ausstellungsraum als internationale Wissenschaftskooperation Berliner Institutionen präsentiert. Gestützt durch ein reiches Begleitprogramm zum Kulturerbe stärkt die Ausstellung die immer noch recht jungen Aktivitäten zur Erforschung und Bewahrung des islamischen und vor-islamischen Kulturerbes Saudi-Arabiens.

Veranstalter: Museum für Islamische Kunst

Ort:

Pergamonmuseum
Am Kupfergraben 5, 10117 Berlin-Mitte

Auf Grünwedels Spuren

Restaurierungsforschung an zentralasiatischen Wandmalereien
im Rahmen des KUR-Programms

Sa, 10.12.2011 - So, 29.4.2012

Die Staatlichen Museen zu Berlin besitzen die weltweit bedeutendste Sammlung zentralasiatischer Kunstschätze. Diese sind insbesondere dem Forschergeist des Indologen Albert Grünwedel (1876 bis 1935) zu verdanken. Grünwedel war Expeditionsleiter der ersten Turfan-Expedition 1902 und Direktor der Indischen Abteilung am Museum für Völkerkunde in Berlin.

Die von Albert Grünwedel publizierten kunstwissenschaftlichen und archäologischen Ergebnisse seiner Forschungen zu den entdeckten und teilweise nach Berlin verbrachten Wandmalereien, Lehmskulpturen, Stein- und Holzobjekten, Textilien, Metallfunden und Handschriften machten in Deutschland und darüber hinaus in ganz Europa, die buddhistische Hochkultur Zentralasiens bekannt.

Die Ausstellung erklärt einerseits die 100-jährige Museums- und Expeditionsgeschichte der wertvollen buddhistischen Wandgemälde und andererseits die neu erarbeiteten wegweisenden Erhaltungsstrategien für diese Sammlung.

Veranstalter: Museum für Asiatische Kunst

Ort:

Museen Dahlem
Arnimallee 27, 14195 Berlin

Von den letzten Dingen

Tod und Begräbnis in der Mark Brandenburg 1500-1800

Do, 12.1.2012 - Mi, 11.4.2012

2009 hat sich in Berlin die AG Sepulkralkultur der Neuzeit gegründet, um verschiedene Aspekte von Tod und Sterben in der Frühen Neuzeit zu untersuchen. Die Ausstellung präsentiert in drei Sektionen die Ergebnisse interdisziplinärer Projekte.

Die erste Sektion zeigt beispielhaft das Leben und Sterben des Konrad von Burgsdorff. Durch die Medien ging 2009 die Bergung seines Zinnsarkophags, der nun, nach der Konservierung an der Hochschule für Technik und Wirtschaft, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Im Mittelpunkt der zweiten Sektion steht ein Brauch im Fokus von Archäologie und Ethnologie. In vielen Kulturen lässt sich das Phänomen der "Hochzeit am Grabe" nachweisen. Teil dieser Praxis sind Totenkronen, die ledig Verstorbenen ins Grab gegeben oder als Gedächtnismale in Kirchen ausgestellt wurden.

Die dritte Sektion bettet die Einzelaspekte in größere kulturgeschichtliche Strukturen ein, indem die Entwicklung der Sitte, sich in Grüften unter Kirchen beisetzen zu lassen, anhand von Funden aus Berliner Grüften, z.B. der Parochialkirche, dargestellt wird.

Wir danken allen Sponsoren, insbesondere den Nachfahren des Konrad von Burgsdorff.

Die Ausstellung wird von einer Tagung vom 12.01.2012- 14.01.2012 im Pergamonmuseum begleitet.

Veranstalter: Museum für Vor- und Frühgeschichte | Landesdenkmalamt Berlin (LDA)

Ort:

Neues Museum
Bodestraße 1-3, 10178 Berlin

Leiko Ikemura. Korekara oder Die Heiterkeit des fragilen Seins

Fr, 20.1.2012 - So, 22.4.2012

Die Deutsche Gesellschaft für Ostasiatische Kunst e.V. präsentiert im Museum für Asiatische Kunst erstmals die in Berlin lebende, international bekannte japanisch-schweizerische Künstlerin Leiko Ikemura. Gezeigt werden neuere malerische, graphische, fotografische und skulpturale Arbeiten.

Neben figürlichen Positionen, welche die Bedingungen des menschlichen Seins ausloten, sind auch Landschaftsbilder zu sehen, die das Thema der belebten Natur umkreisen. Ikemuras Meer- und Gebirgslandschaften fügen sich zu einer dichten Präsentation in der Galerie für Graphik.

In den Galerien für japanische Malerei und im Raum für Buddhistische Kunst treten ihre Landschaften und Figuren in den Dialog mit Skulpturen und Bildern der Sammlung. Diese Intervention beleuchtet zum einen bisher wenig beachtete traditionelle Aspekte im Schaffen Leiko Ikemuras und läßt zum anderen die Sammlung des Hauses in neuem Licht erscheinen.

Veranstalter: Museum für Asiatische Kunst

Ort:

Museen Dahlem
Arnimallee 27, 14195 Berlin

Für 8 Groschen ist's genug ...

Friedrich der Große in seinen Münzen und Medaillen

Di, 24.1.2012 - So, 30.9.2012

Die Sammlung des Münzkabinetts enthält 3.500 Münzen Friedrichs des Großen - kein anderes Medium spiegelt Preußen und seinen großen König in solch "handgreiflicher" Weise. Mit seinen Münzreformen von 1750 und 1764 hat Friedrich II. nicht nur Preußen auf einen neuen Weg gebracht, sondern auch die spätere Entwicklung im übrigen Deutschland maßgeblich vorgezeichnet. In seinen Medaillen sind zahlreiche Ereignisse seiner Regierungszeit verewigt, nicht nur, aber auch, seine großen Schlachten und Siege.

Die Ausstellung findet im Rahmen einer Reihe von Veranstaltungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz aus Anlass des 300. Geburtstags Friedrichs des Großen am 24. Januar 2012 unter dem Motto "Kunst - König - Aufklärung" statt.

Veranstalter: Münzkabinett

Ort:

Bode-Museum
Monbijoubrücke, 10178 Berlin-Mitte

Ich hab geträumt, ich wär ein Hund, der träumt.

Bildgeschichten von Hans Hillmann und Jirí Šalamoun

Mi, 16.11.2011 - So, 5.2.2012

Mit Hans Hillmann (Jg. 1925) und Jirí Šalamoun (Jg. 1935) stellt die Kunstbibliothek zwei Grafiker vor, die meisterhaft entlang der künstlich gezogenen Grenzen zwischen freier und angewandter Kunst balancieren, zwischen Comic und Karikatur, zwischen Zeichnung und Bild, zwischen Schriftform und Bildform. Der einem Buch von Hans Hillmann entlehnte Titel ist gleichsam Programm. Er pointiert das Thema der Verwandlung, des Unerwarteten und verweist auf Vorstellungswelten zwischen Traum und Wirklichkeit, Abbild und Trugbild, Möglichem und Unmöglichem.

Beide Zeichner sind Exponenten bildsprachlicher Haltungen, die in ihren stärksten Ausprägungen geradezu konträr sind. Hillmann ist in der Zeichnung den Weg von der Reduktion zur kontrollierten Ausformung von Details als Bausteine einer ungewöhnlichen Szenerie gegangen. Jiří Šalamoun ging den umgekehrten Weg. Akademisches Zeichnen hinter sich lassend, suchte er nach dem jeweils stärksten Ausdruck im expressiven Gestus und der Brechung tradierter Formenvorstellungen. Die Zeichner eint eine Vorliebe für im weitesten Sinne Kriminalgeschichten. Mit Sinn für Bildwitz und Situationskomik werden Raub, Mord und die verschiedensten Schicksalsfügungen zwischen Glück und Unglück, Schuld und Sühne in den einer filmischen Dramaturgie folgenden Bildern Hillmanns wie in den schillernden Moritatenpanoramen Šalamouns thematisiert. Das Medium Film hat Hillmanns Bildsprache stark beeinflusst, während Šalamouns Art zu zeichnen Eingang in den Film fand, genauer in die eigenen Animationsfilme, von denen einige im Foyer vor der Ausstellung gezeigt werden.

Veranstalter: Kunstbibliothek

Architektonika

Do, 15.9.2011 - So, 27.1.2013

Anlässlich der Ausstellung von Tomás Saraceno in der historischen Halle werden in den Rieckhallen skulpturale, malerische, fotografische und filmische Werke gezeigt, die in unterschiedlicher Weise auf Architektur Bezug nehmen.

Die thematische Sammlungspräsentation mit Arbeiten aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof und aus den Sammlungen der Nationalgalerie sowie mit ausgewählten Leihgaben zeigt, wie vielfältig bildende Künstlerinnen und Künstler seit den 1960er Jahren an der Schnittstelle zwischen Kunst und Architektur gearbeitet haben: Die Skulpturen, Bildräume und Raumkonstruktionen der bildenden Kunst greifen architektonische Formen auf, und sie reflektieren und kommentieren gängige Praktiken in der Gestaltung von Gebäuden und urbanen Räumen. In den Vordergrund treten die plastischen und bildhaften Qualitäten von architektonischen Strukturen, ohne dass soziale und ökonomische Implikationen der gebauten Welt aus dem Blick geraten. Es werden imaginäre Räume eröffnet oder Erinnerungen an bekannte Bauten und inzwischen historisch gewordene Zukunftsvisionen geweckt.

Gezeigt werden Werke von Absalon, Jürgen Albrecht, Carl Andre, Sophie Calle, Nina Fischer & Maroan el Sani, Peter Fischli / David Weiss, Thomas Florschuetz, Isa Genzken, Dan Graham, Mika Taanila, Rachel Khedoori, Sol LeWitt, Gordon Matta-Clark, Bruce Nauman, Manfred Pernice, Andrea Pichl, Ascan Pinckernelle, Hermann Pitz, Dieter Roth & Björn Roth, Jason Rhoades, Anri Sala, Thomas Schütte, Thomas Struth, James Turrell und Jeff Wall.

Vier in Deutschland tätige visionäre Architekten werden in den zwischen Halle 2 und 3 gelegenen Kabinetten vorgestellt: Bruno Taut und Wenzel Hablik mit ihren Entwürfen für Kristall- und Kuppelbauten aus der Aufbruchszeit der Moderne sowie Frei Otto und Ludwig Leo, die in der zweiten Jahrhunderthälfte auf unterschiedliche Weise Funktionalität und Bildhaftigkeit in der Architektur verbanden. Mit diesem Exkurs wird beispielhaft auf die Bedeutung der visionären Architektur für den Dialog zwischen Kunst und Architektur im Laufe des 20. Jahrhunderts verwiesen.

Ort:

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
Invalidenstraße 50/51, 10557 Berlin

Kriegsgericht in Köpenick!
Anno 1730: Kronprinz - Katte - Königswort

Sa, 29.10.2011 - So, 5.2.2012

"Anno 1730" hatten sich der preußische König und sein ältester Sohn so entzweit, dass der Kronprinz ins Ausland fliehen wollte. Sein Plan misslang. Vor einem Kriegsgericht in Schloss Köpenick ging es nun für Friedrich und seinen Helfer Leutnant Hans Hermann von Katte um Krone und Kragen ...

Die Geschichte hat viele Facetten: persönliches Drama, internationales Politikum, juristisches Lehrstück. Die Ausstellung zeichnet in dreizehn thematischen Sequenzen den dramatischen Gang der Ereignisse nach und beleuchtet deren individuelle und historische Bedeutungsebenen sowie die umfangreiche Rezeption in Kunst und Literatur.
Inszenatorischer Höhepunkt der Exposition ist das Urteil des Köpenicker Kriegsgerichts: Seine Mitglieder hatten standhaft gegen den ausdrücklichen Willen König Friedrich Wilhelms I. votiert und diesen damit zu einer Entscheidung über Kattes Kopf und die Thronfolge des Sohnes gezwungen.

Die Ausstellung des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz und des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin bildet den Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz aus Anlass des 300. Geburtstags Friedrichs des Großen am 24. Januar 2012 unter dem Motto "Kunst - König - Aufklärung".

Ort:

Schloss Köpenick
Schloßinsel 1, 12557 Berlin

Albrecht Altdorfer (um 1480 - 1538)

Zeichnungen und Druckgraphik aus dem Kupferstichkabinett

Di, 22.11.2011 - So, 19.2.2012

Eine Ausstellung des Kupferstichkabinetts im Kabinett in der Gemäldegalerie

Albrecht Altdorfer ist einer der herausragenden Künstler der Renaissance in Deutschland. Der Tafelmaler und Miniaturist, Zeichner und Graphiker schuf zahlreiche Hauptwerke der deutschen Kunst im frühen 16. Jahrhundert. Vor allem verbindet man ihn mit der "Erfindung der Landschaft" in der deutschen Kunst.

In enger Korrespondenz mit den Bildtafeln in der Gemäldegalerie präsentiert das Kupferstichkabinett eine Auswahl von graphischen Werken dieses großen Regensburger Kollegen und Konkurrenten Albrecht Dürers.

Veranstalter: Kupferstichkabinett

Ort:

Gemäldegalerie
Stauffenbergstraße 40, 10785 Berlin-Tiergarten
Besuchereingang: Matthäikirchplatz 4/6

Aus Rembrandts Zeit

Zeichenkunst in Hollands Goldenem Jahrhundert

Fr, 28.10.2011 - So, 26.2.2012

Bei holländischer Kunst des 17. Jahrhunderts, das häufig auch das Goldene Jahrhundert genannt wird, denkt man zuerst an Gemälde von Landschaften und burlesken Bauernstücken, an die biblischen Darstellungen Rembrandts und an die stillen Innenraumbilder Vermeers. Im allgemeinen Bewusstsein weniger bekannt ist, dass in Holland auch gezeichnet wurde.

Große Künstler wie Rembrandt widmeten sich dem Zeichenstift und der Feder ebenso eindringlich wie kleine Talente, und immer auf höchstem Niveau. Bedeutende Landschaftskünstler wie Jan van Goyen und Jacob van Ruisdael, berühmte Genremaler wie Adriaen und Isaac van Ostade, sie alle zeichneten, um Gemälde vorzubereiten, Bildideen zu erproben und um selbständige kleine Kunstwerke für den Markt zu schaffen. Zudem war die Zeichenkunst auch bei Amateuren, gelehrten Staatsmännern wie Constantijn Huygens Jun. oder Festungsingenieuren wie Valentin Klotz, weit verbreitet. Diese Meister überraschen durch private und zeitlos gültige Aufnahmen von Stadt und Land.

Es gibt weltweit nur wenige Sammlungen, in der die Hauptmeister und die sehr unterschiedlichen Schulen dieser so ungewöhnlich reich sich entfaltenden Zeichenkunst so systematisch, übersichtlich und in so hoher Qualität vertreten sind wie im Berliner Kupferstichkabinett. Nur hier findet man beispielsweise die zarten Pflanzenstudien von Pieter Saenredam, der als Maler von Kircheninterieurs berühmt ist. Eine Auswahl von 100 Werken, ausschließlich aus den eigenen Beständen, wird einen Überblick über diese attraktive Epoche geben. Der Bogen spannt sich von den Wegbereitern am Beginn des Goldenen Jahrhunderts bis zu den großen Meistern am Ende der Blütezeit um 1680.

Ort:

Kupferstichkabinett
Matthäikirchplatz 8., 10785 Berlin

Chrysanthemen und Bambus

Symbolik, Legenden, Vielgestalt

Di, 25.10.2011 - So, 25.3.2012

Chrysanthemen und Bambus gehören bis heute zu den beliebtesten Motiven der chinesischen Malerei und verfügen über eine reiche Symbolik. Ihnen werden bestimmte "menschliche" Tugenden zugeschrieben, mit denen sich der Künstler identifiziert und so seiner Persönlichkeit Ausdruck verleiht. Sie eignen sich besonders, das Können des Malers im Umgang mit Pinsel und Tusche zu demonstrieren.

Die Ausstellung zeigt 16 Werke, in denen Chrysanthemen oder Bambus mit verschiedenen Tieren, zerklüfteten Gartenfelsen oder herbstlichen Motiven kombiniert werden. Die beiden Sujets werden auch einzeln, z.B. "tanzend" im Regen gezeigt. Je nach Kombination erhalten die Werke ihre eigene Symbolik und weisen unter anderem auf Geschichten aus vergangener Zeit hin. So vielfältig wie die Motive sind auch die Ausführungen. Sie reichen von klassischen monochromen bis hin zu fast schon abstrakten Darstellungen in leuchtenden Farben. Dadurch erzielen die Werke eine poetisch zarte oder lebhaft expressive Wirkung.

Die Ausstellung zeigt die Vielgestalt der Motive Chrysantheme und Bambus und somit die Kreativität und die neuen Impulse, die die Künstler des 20. Jahrhunderts der traditionellen chinesischen Malerei verliehen.

Veranstalter: Museum für Asiatische Kunst

Ort:

Museen Dahlem
Arnimallee 27, 14195 Berlin

Erkundungen in Europa

Visuelle Studien im 19. Jahrhundert

So, 9.12.2012 - So, 8.4.2012

Nach zwei Jahren Umbauzeit öffnet das Museum Europäischer Kulturen ab dem 9. Dezember 2011 im Bruno-Paul-Bau in Dahlem wieder seine Tore. Die Sonderausstellung "Erkundungen in Europa. Visuelle Studien im 19. Jahrhundert" greift anhand von zwei Beispielen das Thema der kulturellen Begegnungen aus der ebenfalls neu eröffnenden Dauerausstellung auf.

Reisende Künstler und Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts wollten andere Lebenswelten kennenlernen und erforschen. Ihre Impressionen hielten sie in Bildern und Fotografien fest. Sie ließen auch maßstabsgerechte Architekturmodelle anfertigen. Ölgemälde des Berliner Malers Wilhelm Kiesewetter, der Mitte des 19. Jahrhunderts 14 Jahre lang durch Nord- und Osteuropa reiste, zeigen dies eindrücklich. Die Fotografie steckte zu der Zeit zwar noch in ihren Anfängen, entwickelte sich aber rasch weiter, sodass die wissenschaftliche Fotografie bald detailgetreue Zeichnungen und Bilder ablöste. Hier haben sich besonders Wissenschaftler der Berliner Gesellschaft für Ethnologie, Anthropologie und Urgeschichte, wie Rudolf Virchow, hervorgetan.

Veranstalter: Museum Europäischer Kulturen

Ort:

Museen Dahlem
Arnimallee 27, 14195 Berlin

Tehran 50

Ein halbes Jahrhundert deutsche Archäologie in Iran

Fr, 2.12.2011 - So, 4.3.2012

Tehran 50 feiert die Gründung der Abteilung Teheran durch das Deutsche Archäologische Institut (DAI) vor fünfzig Jahren. 1961 nahm die Abteilung ihre Arbeit auf, seit 1996 ist sie als Außenstelle an die Eurasien-Abteilung des DAI angeschlossen.

Die Vergangenheit Irans hat seit jeher Forscher fasziniert und Reisende angeregt, das Land zu erkunden. Orte wie Persepolis versprachen reiche Erkenntnisse über eine Vergangenheit, die auch aus europäischer Sicht einflussreich war. Die Ausstellung führt den Zuschauer zunächst in eine Zeit, in der Ausgraben nicht alltäglich war. Die Arbeiten in einem Land, das keine eigene Archäologie betrieb, waren fachlich spannend und menschlich herausfordernd. Ernst Herzfelds Forschungen in Persepolis illustrieren das eindrücklich.

Tehran 50 erzählt die Geschichte der Archäologie in Iran aus zwei Blickwinkeln. Der zweite Weltkrieg und seine Folgen standen der Gründung einer Außenstelle lange entgegen. 1961 wurde die Abteilung etabliert und die am Takht-e Solaiman bereits begonnenen Grabungen institutionalisiert. Dabei umfassen die Untersuchungen die persische Geschichte von der Prähistorie bis in die Qadjarenzeit. Neben dem "Blick von außen" zeigt Tehran 50 auch den "Innenblick" - also die Sicht seitens der Iraner auf Arbeiten von Deutschen in ihrem Land. Beleg dafür ist das Archivmaterial des Instituts, zeitgenössische Presse und Filmmaterial. Tehran 50 dient schließlich auch als Schaufenster in die Zukunft. In eine Zukunft, die zahlreiche Möglichkeiten bereithält, die aktive Zusammenarbeit von Forschern verschiedener Nationen zu intensivieren.

Veranstalter: Museum für Islamische Kunst | Eurasien-Abteilung des DAI

Ort:

Pergamonmuseum
Am Kupfergraben 5, 10117 Berlin-Mitte

secret universe II.

Paul Laffoley

Fr, 4.11.2011 - So, 4.3.2012

Der Hamburger Bahnhof widmet sich in einer mehrteiligen Ausstellungsreihe unter dem Titel secret universe in monografischen Projekten Künstlern, die innerhalb des etablierten Kunstdiskurses weitgehend unberücksichtigt bleiben.

Die zweite Ausstellung dieser Reihe zeigt Arbeiten des amerikanischen Künstlers und Architekten Paul Laffoley (*1940). Laffoley beschäftigt sich seit Mitte der 1960er Jahre gleichermaßen mit naturwissenschaftlichen, philosophischen und spirituellen Fragestellungen. Er hat Kunstgeschichte, Geschichte, Philosophie und Architektur studiert und über 38 Jahre lang in einem Ein-Raum-Appartement in Boston gelebt, das er "Boston Visionary Cell" nannte. Seine Zusammenarbeit mit dem visionären Architekten Frederick Kiesler, sowie die Theorien von Buckminster Fuller oder C.G. Jung haben ihn ebenso beeinflusst wie die Literatur von Johann Wolfgang Goethe und William Blake oder aber die Ausführung von Andy Warhols Auftrag, das nächtliche Fernsehprogramm nahtlos anzusehen, damit ihm nichts entginge.

Paul Laffoley entwirft in seinen meist großformatigen Leinwandarbeiten komplexe Theorien und fantastische Szenarien zu Zeitreisen, der 4. oder 5. Dimension, kosmologischen und astrologischen Fragen. Dazu entwirft er Diagramme, Anschauungstafeln oder streng geometrisch gegliederte Kompositionen, in denen sich Text und Bild zu einer Einheit verschränken. Seinen klar durchstrukturierten Gemälden liegen vielschichtige, interdisziplinär erarbeitete Überlegungen zu Grunde, die er zunächst schriftlich niederlegt, bevor er sie in eine bildliche Form übersetzt. Seit 1966 wurde sein Werk in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in den USA, Südamerika und Europa gezeigt. Die Ausstellung des nach wie vor in Boston lebenden Künstlers im Hamburger Bahnhof ist seine erste Einzelausstellung in Europa.

Die Reihe "secret universe" wird durch die "About Change, Stiftung" ermöglicht.
Kuratiert von Claudia Dichter und Udo Kittelmann

Veranstalter: Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
Nationalgalerie

Ort:

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
Invalidenstraße 50/51, 10557 Berlin

Gerhard Altenbourg 1926-1989

Frühe Werke

Fr, 11.11.2011 - So, 4.3.2012

Im Rahmen der Ausstellungsreihe "Kabinett in der Galerie" zeigt das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin in der Neuen Nationalgalerie anlässlich der hier präsentierten ständigen Ausstellung "Der geteilte Himmel". Die Sammlung 1945-1968", zwanzig zum Teil großformatige Zeichnungen und Graphiken von Gerhard Altenbourg.

Gerhard Altenbourg (eigentlicher Name: Gerhard Ströch), der zurückgezogen in Altenburg in Thüringen lebte, schuf als nonkonformistischer Einzelgänger in konsequenter Distanz zu den kulturpolitischen Direktiven der DDR ein singuläres, mehr als 6000 Arbeiten - hauptsächlich Zeichnungen und Graphik - umfassendes Œuvre, mit dem er zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit in dieser Gattung zählt. Altenbourgs Lebensauffassung und seine Gedankenwelt - gespeist durch seine literarische Bildung - waren der Stoff, aus dem sein Werk erwuchs.

Seine künstlerischen Anfänge standen im Zeichen der traumatischen Kriegserlebnisse, mit denen er - Sohn eines freikirchlichen Pfarrers, zur christlichen Ethik erzogen - als achtzehnjähriger Soldat konfrontiert worden war und die ihn bleibend prägten. Die ausgestellte monumentale Ecce homo-Zeichnung ist ein Zeugnis der tiefen seelischen Verletzung des jungen Künstlers, der seine Abscheu gegenüber einer im Krieg pervertierten Zivilisation durch ein chaotisch-bedrohliches Innenleben des dargestellten männlichen Korpus mit Wunden und Narben, gleichsam durch ein "Enthauten", zum Ausdruck brachte. Diese außergewöhnliche Zeichnung befindet sich seit 2008 als Dauerleihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung im Berliner Kupferstichkabinett.

Altenbourg hat in seiner Kunst nie die DDR angegriffen; sein Werk ist im Gesamtcharakter unpolitisch, nur in einem vermittelten Sinn konnte es in der DDR als "subversiv" aufgefasst werden, weil es die offiziellen Erwartungen an die Kunst zur Mitwirkung an der sozialistischen Aufbauarbeit unterlief. In einem Interview von 1987 bekannte der Künstler: "Bei mir gibt es kein politisches Denken, weil mein Denken über die gesellschaftlichen Formen hinausgeht. Im Sozialismus und im Kapitalismus wird man geboren und stirbt man. Im Sterben aber ist das Ich ganz allein, da hilft kein Sozialismus und kein freier Markt."

Veranstalter: Kupferstichkabinett

Ort:

Neue Nationalgalerie
Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin

Von Medina an die jordanische Grenze

Fotografien von Ursula Schulz-Dornburg

Fr, 11.11.2011 - So, 6.5.2012

Im Vorgriff auf die große Sonderausstellung "Roads of Arabia. Archäologische Schätze aus Saudi-Arabien", die ab 26. Januar 2012 im Pergamonmuseum zu sehen ist, zeigt das Museum für Islamische Kunst die Fotografie-Serie der Düsseldorfer Künstlerin Ursula Schulz-Dornburg mit Landschaften aus dem Hedschas.

Der Hedschas ist eine endlos weite, in Teilen von unwegsamen Gebirgen durchzogene Wüstenregion. Die Fotografien fangen die Leere dieser kargen Landschaft ein, wie auch die der dort verlaufenen Wegspuren und Schotterpisten, die scheinbar ins Nichts führen: uralte Pilgerwege und Karawanenrouten, auf denen jahrtausendelang Güter vom südlichen Arabien ins nördliche Syrien und umgekehrt transportiert worden sind.

Entlang dieser Wege hat die Künstlerin vor allem aber auch die fremdartigen Zeugnisse einer Zeit festgehalten, die noch nicht allzu lange her, doch trotzdem längst vergangen scheint: versandete Gleise, verlassene Bahnhöfe, verrostete Lokomotiven. Vage Erinnerungen an die Hedschas-Bahn: das einst politisch so hoch verwickelte Eisenbahnprojekt, das in den Jahren 1900-08 vom osmanischen Reich mit deutscher Unterstützung ins Leben gerufen wurde, vor allem um die arabischen Provinzen besser kontrollieren zu können.

Ursula Schulz-Dornburg ist durch zahlreiche Ausstellungen in Europa, im Mittleren Osten und in den USA international bekannt. Den Hedschas hat sie 2003 bereist.

Veranstalter: Museum für Islamische Kunst

Ort:

Pergamonmuseum
Am Kupfergraben 5, 10117 Berlin-Mitte

Das essen wir. Wir essen Reis.

Erlebnis-Ausstellung für Kinder von 4-8 Jahren im JuniorMuseum

Mo, 19.11.2012 - Sa, 23.6.2012

Reis essen: vielleicht noch morgens, mittags und abends? Unvorstellbar für die meisten Kinder und Erwachsenen in Berlin und Umgebung. Aber es gibt eine Vielzahl von Menschen, bei denen ist Reis überlebensnotwendig und bestimmt ihren Tagesablauf. Das ist auch bei Adö, einem Jungen aus Laos, und seiner Familie so. Sie leben in einer Region, in der die Deutsche Welthungerhilfe e.V. den Menschen bei der Sicherung ihrer Existenz hilft. Eine Fotografin und eine Journalistin aus Deutschland haben Adö und seine Familie in einem kleinen laotischen Dorf besucht. Im JuniorMuseum werden Adö und seine Familie Kinder und Erwachsene in der Ausstellung begleiten.

Entdeckt werden kann, wie eine Reispflanze aussieht und wächst, welche Tiere im Reisfeld wohnen, wie man im Dorf lebt und welche Arbeiten von unterschiedlichen Familienmitgliedern übernommen werden. Die Ausstellung bietet Gelegenheit zum Spielen und Forschen, Ausprobieren und Entspannen mit allen Sinnen.

Nach der Entdeckungsreise hungrig geworden, wird gemeinsam gekocht und gegessen. Was gibt es denn zu essen, fragt ihr? Natürlich Reisgerichte, herrlich duftend und den Bauch wärmend!
Willkommen zu einer Reise mit Reis!

Für das gemeinsame Entdecken, Kochen und Essen mit der Familie gibt es festgelegte Zeiten.
Jeden Sonntag von 12 - 13.30 Uhr und 14 - 15.30 Uhr nach Anmeldung:
Tel: 030 266 424242
E-Mail: service@smb.museum

Ort:

Museen Dahlem
Arnimallee 27, 14195 Berlin

Von Drachen und Helden.

Eine Ausstellung für Kinder von 4 bis 10 Jahren

Mo, 15.11.2010 - So, 17.6.2012

Geschichten von Drachen und Helden sind fantastisch und real, bunt und farblos, laut und leise, groß und klein. Es gibt sie bereits, sie können vorgelesen, gespielt und gemalt, aber auch neu erfunden und erzählt werden. Drachenbezwinger - stolze Ritter und heilige Frauen, findet man im Museum. Sie warten darauf, entdeckt zu werden.

Der heilige Georg, ein Drachenbezwinger der besonderen Art, verbirgt eine spannende Geschichte, die es zu erkunden gilt. Aber es gibt auch heilige Frauen, die einen Drachen zähmen können. Aus welchem Stoff also sind Helden gemacht?

Drachen und Helden findet man auch in der Ausstellung in der Kindergalerie. Dort regt eine inszenierte Welt zum Erzählen oder Zuhören, Spielen und Fühlen, Malen und Rätseln an. Wunderschön gestaltete Drachenschuppen braucht das Drachenskelett, damit es irgendwann einen großartigen Drachen zu bestaunen gibt.

Veranstalter: Besucher-Dienste der Staatlichen Museen zu Berlin

Ort:

Bode-Museum
Monbijoubrücke, 10178 Berlin-Mitte

Pergamon

Panorama der antiken Metropole

Fr, 30.9.2011 - So, 30.9.2012

Die Staatlichen Museen zu Berlin präsentieren von Oktober 2011 bis Oktober 2012 die erste große Gesamtschau zur antiken Metropole Pergamon. Begleitend hierzu errichtet die Asisi Visual Culture GmbH im Ehrenhof des Pergamonmuseums auf der Museumsinsel Berlin ein neues monumentales 360°-Panorama.

Die an der türkischen Westküste gelegene Stadt - berühmt durch ihre eindrucksvollen Bauten, ihre Bildhauerwerkstätten, die bedeutende Bibliothek und Philosophenschule - war in hellenistischer Zeit ein blühendes Zentrum griechischer Kunst und Kultur. Die pergamenischen Könige herrschten über große Teile Kleinasiens und stellten einen wichtigen Machtfaktor im östlichen Mittelmeerraum dar.

Die Ausgrabungen der Berliner Museen in Pergamon zählen zu den erfolgreichsten Unternehmen der klassischen deutschen Altertumswissenschaft. Der bedeutendste Fund aus diesen Grabungen, der im Pergamonmuseum rekonstruierte Altar, gehört heute zu den berühmtesten Ausstellungsobjekten des UNESCO-Weltkulturerbes Museumsinsel Berlin und zieht jährlich weit über eine Million in- und ausländischer Besucher in seinen Bann. Auf einer Fläche von ca. 1500 qm werden im Nordflügel des Pergamonmuseums viele, zum großen Teil noch nie gezeigte Exponate aus den Beständen der Berliner Antikensammlung präsentiert: antike Skulpturen, Architekturelemente, Mosaiken, Geräte, Musikinstrumente und Weihgaben, aber auch technische Vorrichtungen informieren über Kunst und Kultur der Stadt. Darüber hinaus dokumentieren zahlreiche Zeichnungen, Gemälde, Fotos und Archivdokumente die faszinierende Entdeckungs- und frühe Forschungsgeschichte. Ein besonderer Abschnitt wird der Rezeption der pergamenischen Kunst, insbesondere des berühmten Pergamonaltars, in der bildenden Kunst und Literatur des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts gewidmet.

Begleitend zur Museumsausstellung wird im Ehrenhof des Pergamonmuseums auf der Berliner Museumsinsel das neue monumentale 360°-Panorama des Berliner Künstlers Yadegar Asisi errichtet. Das 25 x 100 m große fotorealistische Rundbild macht die antike Kultur, die Architektur und das Leben in einer griechisch-römischen Stadt des Altertums unmittelbar erlebbar. Akustische Nachahmungen wie eine Tag- und Nachtsimulation mit Sonnenauf- und -untergang sowie eine Geräuschkulisse, die das Leben in einer antiken Stadt nachempfindet, lassen die Besucher einen ganzen Tag in Pergamon erleben. Dezente Hintergrundmusik des Filmkomponisten Eric Babak rundet die Zeitreise ins Jahr 124 n. Chr. ab.

Veranstalter: Antikensammlung Asisi Visual Culture GmbH

Ort:

Pergamonmuseum
Am Kupfergraben 5, 10117 Berlin-Mitte

Schätze des Glaubens

Meisterwerke aus dem Dom-Museum Hildesheim und dem Kunstgewerbemuseum Berlin zu Gast im Bode-Museum

Do, 30.9.2010 - So, 30.9.2012

Die bekanntesten Zeugnisse mittelalterlicher Kirchenkunst aus dem Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Dom-Museum Hildesheim sind zu Gast im Bode-Museum. Der Anlass der Ausstellung ist höchst erfreulich und letztlich doch ganz praktischer Natur: Sowohl am Berliner Kunstgewerbemuseum als auch am Hildesheimer Dom-Museum werden umfangreiche Umbauarbeiten durchgeführt. Während dieser Zeit sollen ihre schönsten Schätze dem Publikum aber nicht vorenthalten, sondern gemeinsam in einer unwiederholbaren Zusammenführung erlesener Kostbarkeiten sakraler Schatzkunst gezeigt werden.

Im Mittelpunkt dieser Präsentation stehen die Hauptwerke aus dem Welfenschatz, dem einstigen Kirchenschatz des Stiftes St. Blasius in Braunschweig, sowie dem Hildesheimer Domschatz, der zusammen mit dem Dom und der Klosterkirche St. Michael zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Bedeutende Zimelien aus der Staatsbibliothek zu Berlin und ausgewählte Werke der gastgebenden Skulpturensammlung vervollständigen die glanzvolle Ausstellung.

Den Besucher erwarten zahlreiche Höhepunkte der europäischen Kunstgeschichte von der Spätantike bis zur Spätgotik. Ob er sich nun den ausdrucksstarken bernwardinischen Silbergüssen oder den strahlend farbigen Schmelzarbeiten der Kölner und Hildesheimer Emailkunst der Romanik widmet - in der prononcierten Gegenüberstellung der Werke erschließen sich dem Betrachter neue, oft ungeahnte Perspektiven auf diese Zeugnisse tiefen Glaubens und höchster Kunstfertigkeit.

Eine Ausstellung des Kunstgewerbemuseums in Zusammenarbeit mit der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst und dem Dom-Museum Hildesheim.

Abb.: Kuppelreliquiar aus dem Welfenschatz, Köln, Ende 12. Jahrhundert Grubenschmelz auf Kupfer, vergoldet; Bronze, vergoldet; Silber, teilvergoldet; Bodenplatte mit Braunfirnis; Walrosszahn; Eichenholzkern
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum; Foto: Jürgen Liepe

Ort:

Bode-Museum
Monbijoubrücke, 10178 Berlin-Mitte

Wir sind ein Volk

Gemeinsame Münzthemen im Geteilten Deutschland
bis auf weiteres

Das geteilte Deutschland war oft im Gedenken vereint. Zu gleichen Ereignissen wurden jeweils unabhängig voneinander Gedenkmünzen ausgegeben.

In einer gemeinsamen Ausstellung des Berliner Münzkabinetts und der Prägestätte der Hauptstadt werden vierundzwanzig Münzpaare präsentiert und aus heutiger Sicht bewertet. Erfahren Sie, wo sich für beide Staaten die Schnittmengen fanden, welche Persönlichkeiten der Geschichte beide Staaten gleichermaßen verehrten und wie die Künstler diese jeweils ins rechte Licht rückten.

Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und kann ausgeliehen werden.

Veranstalter: Münzkabinett

Ort:

Staatliche Münze Berlin
Ollenhauerstr. 97, 13403 Berlin

Der Berliner Skulpturenfund

"Entartete Kunst" im Bombenschutt
bis auf weiteres

Unmittelbar gegenüber dem Berliner Roten Rathaus in der historischen Mitte Berlins wurden im Jahr 2010 bei archäologischen Grabungen elf Skulpturen der Klassischen Moderne geborgen. Dieser spektakuläre Fund wirft ein neues Licht auf den Verbleib der Kunstwerke, die im Rahmen der nationalsozialistischen Beschlagnahmeaktion "Entartete Kunst" den Museen entzogen und in Ausstellungen verhöhnt wurden und die bis heute verschollen sind.

Die bisher verloren geglaubten Werke werden ab dem 9. November 2010 im Neuen Museum auf der Museumsinsel Berlin präsentiert:

• Otto Baum, Stehendes Mädchen, 1930
• Otto Freundlich, Kopf, 1925
• Karl Knappe, Hagar, 1923
• Marg Moll, Tänzerin, um 1930
• Emy Roeder, Schwangere, 1918
• Edwin Scharff, Bildnis der Schauspielerin Anni Mewes, 1917/1921
• Gustav Heinrich Wolff, Stehende Gewandfigur, 1925
• Naum Slutzky, Weibliche Büste, vor 1931
Bisher noch nicht identifizierte Werke:
• Stehende Gewandfigur mit Traube
• Männlicher Torso
• Männlicher Kopf

Zur Ausstellung erscheint eine begleitende Publikation mit der Beschreibung der Fundumstände sowie mit Angaben zu den Künstlern und den Werken:

Der Berliner Skulpturenfund. "Entartete Kunst" im Bombenschutt
Museum für Vor- und Frühgeschichte, Staatliche Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Matthias Wemhoff.
Schnell und Steiner, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7954-2463-3

Ort:

Neues Museum
Bodestraße 1-3, 10178 Berlin

Antike Welten

Griechen, Etrusker und Römer im Alten Museum
bis auf weiteres

Antike Welten in vollkommen neuer Darstellung sind ab dem 24. Februar 2011 im Alten Museum zu erleben: Nach den Etruskern und Römern, die seit Juli 2010 im Obergeschoss 250.000 Besucher begeistert haben, präsentiert die Antikensammlung nun im Hauptgeschoss ihre weltberühmte Sammlung griechischer Kunst in neuem Gewand.

Der Rundgang durch die neue Präsentation im Hauptgeschoss des Alten Museums beginnt mit der "Zeit der Helden" von 1000 bis 700 v. Chr. Kriegerstatuen und Helme stehen neben orientalisch geprägten Bildern von Greifen und Löwen. Schon wird der Blick gelenkt in die nächsten Räume zu archaischen Heiligtümern und Grabmonumenten des 6. Jhs. v. Chr.: Eine "Heilige Straße" führt auf den kolossalen Kuros von Didyma zu, die farbenprächtige "Berliner Göttin" blickt dem "Kopf Sabouroff" in die Augen.
Die Welt der Götter, Heroen und Sagen klassischer Zeit entfaltet sich im Nordsaal mit einem Feuerwerk bekannter Vasenbilder und Skulpturen. Im Zentrum rahmen Meisterwerke klassischer Kunst wie der Speerträger und die Amazone des Polyklet zusammen mit Meistervasen des Andokides und Euphronios den "Betenden Knaben". "Leben und Tod in Athen" beleuchtet jede Facette des Alltags in der Metropole der Klassik.

Das Theater in Griechenland und Unteritalien leitet über zu den Griechen im Westen, mit der "Thronenden Göttin" aus Tarent im Mittelpunkt. In der Abteilung zum Hellenismus werden Herrscher den einfachen Leuten gegenübergestellt - in Porträts und in ihrer Lebenswelt. Die Funde aus den Häusern von Priene, dem "Pompeji Kleinasiens", werden in einem ganz neuen Arrangement gezeigt.

Die ehemals im Pergamonmuseum ausgestellte prächtige Sammlung antiker Münzen des Münzkabinetts wird nun in einem separaten Raum mit blauem Himmelszelt präsentiert. Der Abschluss des Rundgangs bietet den Besuchern dann "350 Jahre Antikensammlung" im Zeitraffer (Die Münzen im Alten Museum im Interaktiven Katalog des Münzkabinetts).

Der nun eröffnete zweite Teil der neuen ständigen Ausstellung im Alten Museum hat einen faszinierenden Gesamtüberblick der Kunst der antiken Welt geschaffen - nicht nach Gattungen getrennt, sondern inhaltlich und ästhetisch arrangiert.

Veranstalter: Antikensammlung

Abb.:Tonstatuette der Aphrodite, aus Kleinasien (Türkei), Ton, 2. Jh. v. Chr., © Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung, Foto: Johannes Laurentius

Ort:

Altes Museum
Am Lustgarten, 10178 Berlin-Mitte

Das Imperium der Inka

Ideologie und ihre Instrumente
bis auf weiteres

Mit Beginn des 15. Jahrhunderts haben die Inka-Herrscher innerhalb kürzester Zeit ein riesiges Gebiet erobert. Das Imperium umfasste mehr als 100 verschiedene ethnische Gruppen in den heutigen Staaten Peru, Bolivien, Chile, Ekuador und Nord-Argentinien, mit unterschiedlichen sozialen und politischen Organisationsformen und verschiedenen Sprachen.

In dem neu gestalteten Bereich der Ausstellung Südamerikanischer Archäologie werden nun die Prinzipien und Mechanismen imperialer Ideologie hinterfragt: Welcher Art waren die Beziehungen zwischen dem Herrscher und den untergebenen Bevölkerungsgruppen? Wie kontrollierten und sicherten die Inka bis zur Ankunft der Spanier dieses immense Reich?

In der Neupräsentation erzählen über 60 Exponate der inkaischen Kultur, darunter Knotenschnüre der Inka, seltene Textilien, typische Tongefäße und Steinarbeiten sowie kunstvolle Gold- und Silberarbeiten von ihrer Funktion zur Stabilisierung staatlicher Herrschaft und Kontrolle.

Veranstalter: Ethnologisches Museum

Abb.: Figurine mit Gewand und Nadeln, Inka (1450-1550), Gold, Kamelidenwolle
© Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum

Ort:

Museen Dahlem
Arnimallee 27, 14195 Berlin

Die Sammlungen. The Collections. Les Collections

bis auf weiteres

Der Hamburger Bahnhof beherbergt seit November 1996 das Museum für Gegenwart der Nationalgalerie. Parallel zu Sonderausstellungen zeigt dieses in wechselnden Präsentationen auf rund 10 000 qm eine Auswahl von Werken aus seinen bedeutenden Sammlungen: Hauptwerke der Nationalgalerie, der Sammlung Marx und der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof sowie der Sammlung Marzona werden in unterschiedlichen Konstellationen in Szene gesetzt.

Das Gebäude, das in der Mitte des 19. Jahrhunderts als einer der ersten Kopfbahnhöfe errichtet worden war, wurde im frühen 20. Jahrhundert zu einem Museum für Verkehr und Technik ausgebaut. Im Zuge der Renovierung durch den Architekten Josef Paul Kleihues erhielt das Gebäude zur Wiedereröffnung 1996 einen neuen Anbau, die so genannte Kleihueshalle. Seit 2004 sind dem Museum außerdem die so genannten Rieckhallen angegliedert, ehemalige Speditionshallen, die durch die Architekten Kühn Malvezzi für die Präsentation zeitgenössischer Kunst hergerichtet wurden.

In den Sammlungspräsentationen werden herausragende Künstlerpersönlichkeiten und wichtige Entwicklungen in der Kunst seit den 1960er Jahren vorgestellt. So stehen im Westflügel des Hauptgebäudes mit Land Art und Live to Tape Strömungen der 1960er und 1970er Jahre im Fokus. Der Werkkomplex von Joseph Beuys mit skulpturalen Arbeiten und Filmdokumenten schließt sich in den folgenden Räumen an. Dieser weltweit einzigartige Bestand zeigt eindrücklich Beuys' Bestreben, den Kunstbegriff zu erweitern.

Hauptwerke aus der umfangreichen Sammlung Marx sind im Ostflügel des Hauptgebäudes in der Kleihueshalle versammelt. Neben Andy Warhols berühmten Portraits von Stars und einflussreichen Persönlichkeiten wie Elvis Presley oder Mao Tse Tung, die den von den Medien angetriebenen Kult des Superstars thematisieren, sind hier bedeutende Werkblöcke von Robert Rauschenberg und Cy Twombly zu sehen. Ein Raum ist den Arbeiten Anselm Kiefers gewidmet, der sich in seiner Kunst mit der deutschen Geschichte und Themen wie Erinnerung und Gedächtnis auseinandersetzt.

Veranstalter: Nationalgalerie | Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin

Ort:

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
Invalidenstraße 50/51, 10557 Berlin

Moderne Zeiten

Die Sammlung. 1900-1945.
bis auf weiteres

Erstmals wird der reiche Fundus der Nationalgalerie von etwa 2500 Kunstwerken in nie gezeigter Fülle präsentiert. Zunächst werden ab März 2010 Gemälde und Skulpturen der Klassischen Moderne bis 1945 ausgestellt. Anschließend werden in einem zweiten Abschnitt Werke aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg präsentiert.

In kaum einer anderen Sammlung ist die Geschichte so bedeutsam für den Bestand wie in der Berliner Nationalgalerie. Prägend für die Vorkriegszeit ist die Zerschlagung durch die nationalsozialistische Aktion „Entartete Kunst“ im Jahre 1937. Viele expressionistische Meisterwerke wie Franz Marcs „Der Turm der blauen Pferde“ gingen verloren und werden bis heute schmerzlich vermisst. Die wichtigsten dieser ehemaligen Hauptwerke werden in Form einer „Schattengalerie“ in die im März präsentierte Sammlungsschau integriert.
Auch die deutsche Teilung manifestierte sich in unterschiedlichen Sammlungsstrategien: Während West-Berlin die formalen Neuerungen der verschiedenen Avantgarde-Strömungen in den Vordergrund stellte, lag in der Ost-Berliner Nationalgalerie der Akzent auf inhaltlichen Aspekten. Durch die Zusammenfindung beider Sammlungen ergeben sich interessante Ergänzungen - wie das Beispiel des abstrakt arbeitenden Bauhaus-Lehrers László Moholy-Nagy zeigt. Er ist Oskar Nerlinger gegenübergestellt, welcher dieselben Elemente in Verbindung mit Menschen und Maschinen zur Veranschaulichung von Großstadt, Technik und Arbeit nutzt.

Veranstalter: Nationalgalerie

Ort:

Neue Nationalgalerie
Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin

Sammlung Edmund de Unger

bis auf weiteres

Die international als "Keir Collection" bekannte Sammlung islamischer Kunst von Edmund de Unger wird künftig als umfangreiche Leihgabe die Bestände des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin bereichern. Sie umfasst Werke aus fast allen Perioden und Kunstlandschaften der islamischen Kernländer um das Mittelmeer, aus Iran und aus Zentralasien.

Brokate und Teppiche, frühmittelalterliche Bronzen, kostbare Bergkristallobjekte sowie wertvolle Kalligraphien, Miniaturen und aufwendig verzierte Bucheinbände zählen zu der Leihgabe. Prominent ist Keramik aller Perioden vorhanden – ein Grund für den Weltruf dieser Privatsammlung. 112 der insgesamt 1500 Werke aus verschiedenen Kunst- und Kunstgewerbesparten befinden sich als 'Visitenkarte' bereits in Berlin, die übrigen werden später folgen. Ab dem 17. März wird diese Auswahl unter dem Titel "Sammlerglück" im Pergamonmuseum gezeigt, um Besucher in die Welt der Sammler und des Sammelns zu führen: woher kommen die Objekte, warum sammelt man islamische Kunst? Was sieht der Sammler in seinen Stücken und wie entsteht der Wert von Objekten auf dem Kunstmarkt?
In drei Räume unterteilt werden die Welt des Sammlers, die Biographie von Objekten und die Sammlung selbst thematisiert. Gezeigt werden unter anderem seltene, kostbare Bergkristallobjekte, deren Herstellung unter der Herrschaft der Fatimiden in Ägypten (969–1171) eine Blütezeit erlebte und die seit dem 11. Jahrhundert ihren Weg nach Europa fanden, um als Reliquiare die Kirchenschätze zu bereichern. Der Glanz des Bergkristalls wird hoffentlich auch Sie einladen, die Welt eines Sammlers zu entdecken.

Veranstalter: Museum für Islamische Kunst

Ort:

Pergamonmuseum
Am Kupfergraben 5, 10117 Berlin-Mitte

Kinder-Reich in der Gemäldegalerie

Die Werkstatt des Malers
bis auf weiteres

Kinder können im neuen "Kinder-Reich" in der Gemäldegalerie erleben, wie die Gemälde der Niederlande des 17. Jahrhunderts entstanden sind. Auf vielfältige und abwechslungsreiche Art und Weise lernen sie dabei viel Wissenwertes über die Abläufe und Arbeitsschritte in den Malerwerkstätten, über die Ausbildung zum Maler und über frühere Werkstoffe und -techniken.

Das Kinder-Reich ist in drei Bereiche aufgeteilt:
- den bühnenartigen Nachbau einer Malerwerkstatt
- das "Lern-Buffet" mit Schautafeln und Anschauungsmaterial zu den Themen Bildträger, Handwerkszeug und Herkunft der Farben
- die Darstellung einer Malerwerkstatt mit Frage-Antwort-Spiel

Dreidimensionales Erleben ist in der nachgebauten Malerwerkstatt möglich, anschauliches Betrachten anhand zahlreicher Utensilien, Werkzeuge und Rohstoffe am Lern-Buffet, und schließlich informiert ein zehnteiliges
Frage- und Antwort-Spiel über den Betrieb in einer Malerwerkstatt, wiedergegeben auf einer großformatigen Abbildung des Künstlers Johannes Stradanus.

Familien können sich hier auf Entdeckungstour begeben, bevor oder nachdem sie die großartigen Meisterwerke der Gemäldegalerie betrachtet haben, sie können gemeinsam lernen und studieren, welche Techniken es gab und welche Materialien verwendet wurden.

Schulklassen können mit den Museumspädagogen der Gemäldegalerie das Kinder-Reich besuchen. Der Kunstunterricht erfährt durch das reiche Anschauungsmaterial in unmittelbarer Nähe zu der einzigartigen Gemäldesammlung Alter Meister eine einzigartige Erweiterung.

Das neue Didaktikum wird ermöglicht mit einer großzügigen Spende des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins - traditionsreicher Förderverein der Gemäldegalerie und Skulpturensammlung.

Das Kinder-Reich dient ausschließlich der theoretischen Vermittlung. Praktisches Arbeiten ist in dreistündigen Veranstaltungen in der museumspädagogischen Werkstatt, dem Studio MP, möglich.

Veranstalter: Gemäldegalerie | Kaiser-Friedrich-Museums-Verein

Ort:

Gemäldegalerie
Stauffenbergstraße 40, 10785 Berlin-Tiergarten
Besuchereingang: Matthäikirchplatz 4/6

Welten der Muslime

bis auf weiteres

Das Fachreferat Islamischer Orient zeigt ab Mitte November 2011 seine neue Dauerausstellung in eigens renovierten Räumlichkeiten. Seit der Eröffnung des damaligen Museums für Völkerkunde 1970 können damit zum ersten Mal ethnographische Sammlungen aus muslimischen Gesellschaften der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Auf insgesamt 850 qm und in vier Ausstellungsräumen behandelt die Ausstellung "Welten der Muslime" verschiedene Themen, die für die Selbst- und Fremdwahrnehmung von Muslimen bis heute eine wichtige Rolle spielen: Am Beispiel von Architekturteilen wie z. B. der reich verzierten Wand eines Gästehauses aus Afghanistan wird die geschlechtsspezifische Nutzung von Raum und die heute kontrovers diskutierte Zuordnung der Frau zum privaten, die des Mannes zum öffentlichen Raum thematisiert.

Anhand der herausragenden Sammlungsbestände aus Turkestan, dem heutigen Zentralasien, wird der Frage nachgegangen, was uns materielle Kulturgüter über die Identität und das Selbstverständnis ihrer Herkunftsgesellschaft erzählen können und welche Bedeutung historische Sammlungen für die Gegenwart dieser Gesellschaften spielen. Die Vielschichtigkeit der Religion des Islam, seine orthodoxen und mystischen Dimensionen sowie Phänomene der alltäglichen religiösen Praxis werden am Beispiel von Objekten unterschiedlichster muslimischer Provenienz verdeutlicht.

Alle Bereiche der Ausstellung werden von interaktiven Medien begleitet, die es dem Besucher möglich machen, die vielschichtigen Themen und die darüber geführten gesellschaftlichen Diskussionen visuell zu erleben.

Veranstalter: Ethnologisches Museum

Ort:

Museen Dahlem
Arnimallee 27, 14195 Berlin

Mythos Goldenes Dreieck.

Bergvölker in Südostasien
bis auf weiteres

Goldenes Dreieck - damit verbinden sich Opium, Warlords, Gesetzlosigkeit und der sagenhafte Reichtum der Drogenbarone. In Touristenbroschüren sieht man exotische Bilder mit Bambushütten und Menschen in bunten Trachten. Über die wirklichen Lebensbedingungen der Bevölkerung ist im Westen nicht allzu viel bekannt. Doch genau darum geht es bei dieser Ausstellung.

Der Schwerpunkt liegt auf sechs Ethnien im Norden Thailands, die aber auch jenseits der Grenzen in Laos und Myanmar zu finden sind. Gezeigt werden über 200 Exponate aus einer der jüngsten Sammlungen des Ethnologischen Museums. Die Bandbreite der Exponate reicht von Textilien, darunter auch Neuerwerbung von 2011, über Schmuck, Flechtwaren bis zu daoistischen Rollbildern. Zahlreiche Fotos runden das Bild ab. Doch geht es nicht nur um die materielle Kultur.

Die Minderheiten haben mit den Auswirkungen der Modernisierung zu kämpfen. Ihre Dörfer werden verkehrstechnisch erschlossen, neue Konsummuster entstehen. Sie müssen zunehmend Lohnarbeit verrichten und verlieren ihre Basis als Subsistenzbauern. In Myanmar werden sie von der Armee massiv bedroht. Doch trotz Armut und Unterdrückung haben die Bergvölker immer wieder Strategien zur Wahrung ihrer Identität gefunden. Sie stehen stellvertretend für viele andere Minderheiten weltweit, die für ihre indigenen Rechte einstehen.

Veranstalter: Ethnologisches Museum

Ort:

Museen Dahlem
Arnimallee 27, 14195 Berlin

Kulturkontakte

Leben in Europa
bis auf weiteres

"Kulturkontakte. Leben in Europa" zeigt auf 700 Quadratmetern erstmals einen Querschnitt aus den vielfältigen Sammlungen des Museums Europäischer Kulturen. Mit dem thematischen Ansatz greift es Diskussionen über gesellschaftliche Bewegungen und Abgrenzungen auf.

Das im weitesten Sinne mobile Verhalten von Menschen in und nach Europa bewirkt auf der einen Seite kulturelle Begegnungen und Vermischungen, die zur Entwicklung globaler Kulturen führen können. Auf der anderen Seite wirft es Fragen nach Zugehörigkeiten und Identitäten von Individuen und Gruppen auf. Sie können sich bei aller Globalisierung "verloren" fühlen und besinnen sich deshalb auf das ihnen Vertraute: auf ihre Heimat, den Ort - die Region, oder ihr Land.

Spielen die kulturellen Gemeinsamkeiten Europas dabei eine Rolle? Die Dauerausstellung stellt Beispiele vor - mit zum Teil außergewöhnlichen Objekten. Eine Prachtgondel aus Venedig von 1910 steht dabei stellvertretend für alle Themenbereiche: Handel, Reisen, Bildmedien, Migration, kulturelle Verortungen und Frömmigkeit.

Veranstalter: Museum Europäischer Kulturen

Ort:

Museen Dahlem
Arnimallee 27, 14195 Berlin

Kulturwandel unter dem Einfluss der Europäer

Das östliche Waldland
bis auf weiteres

In engem inhaltlichem Zusammenhang mit dem Einführungsbereich der Dauerausstellung "Indianer Nordamerikas" steht der neue Raum zum Thema "Kulturwandel unter dem Einfluss der Europäer. Das östliche Waldland".

Die Sammlung des Ethnologischen Museums aus dem östlichen Waldland Nordamerikas gehört zu den ältesten und wertvollsten aus dieser Region. Hervorzuheben sind Kleidungsstücke aus europäischen Wollstoffen, die von indianischen Frauen mit aufwendigen Seidenband-Applikationen versehen wurden und bereits in den 1840er Jahren nach Berlin kamen. Ein weiteres Beispiel zum Thema Kulturwandel ist die Souvenir-Produktion aus der Zeit um 1850 für Touristen im Umkreis der Niagara-Fälle, in der sich traditionelle indianische Elemente mit dem Bedarf europäischer Besucher nach Reiseandenken verbanden.

Die Verbindung von europäischen Materialien wie Stoffen, Glasperlen oder Metallwaren mit traditioneller indianischer Handwerkskunst, aus der neue kulturelle Formen hervorgingen, steht im Fokus dieser Ausstellung.

Veranstalter: Ethnologisches Museum

Ort:

Museen Dahlem
Arnimallee 27, 14195 Berlin

Der geteilte Himmel

1945 - 1968. Die Sammlung. Neue Nationalgalerie
bis Ende I. Quartal 2013

Nach "Moderne Zeiten. Die Sammlung. 1900-1945" folgt im November 2011 der zweite Teil der Präsentation zur Kunst des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung der Nationalgalerie.

Wirtschaftswunder und Bau der Mauer, Kuba-Krise und Vietnam-Krieg, Sputnik und Apollo, Kennedy und Mao - schroffe Kontraste und harte Fronten prägten die Jahre zwischen 1945 und 1968. Die bildende Kunst dieser Zeit war von der Atmosphäre des 'Kalten Krieges' und den damit verbundenen politischen Ideologien erheblich beeinflusst. Ost und West trennten vor allem zwei große Wege, die Figuration und die Abstraktion. Die offene Struktur der abstrakten oder auch informellen Kunst verklärte der Westen zum Symbol der Freiheit. Auch die darauf folgende Pop-Art war keineswegs zufällig in den Großstädten des Westens entstanden, wo man die Phänomene der Massenproduktion und des ausufernden Konsums direkt vor Augen hatte. Im Ostblock wiederum stellte der sozialistische Realismus einen elementaren Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen dar. Hier geriet der Mensch zum Maßstab aller Dinge, wurde die "conditio humana" von den Künstlern und Künstlerinnen in den Mittelpunkt ihres Schaffens gestellt.

Unter dem Titel "Der geteilte Himmel" (benannt nach einem Roman von Christa Wolf) stellt die Neue Nationalgalerie die Hauptpositionen dieser Epoche vor. Dabei geht der Blick über alle Grenzen hinweg und richtet sich auf übergreifende Kunstideen. Im Mittelpunkt des "geteilten Himmels" stehen die internationalen Diskrepanzen: das Nebeneinander der Stile und Künste, die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen.

Die Ausstellung wird durch die Sparkassen-Finanzgruppe gefördert.

Veranstalter: Nationalgalerie

Ort:

Neue Nationalgalerie
Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin

Staatliche Museen zu Berlin

Besucher-Dienste

Genthiner Straße 38
D-10785 Berlin

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