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Staatliche Museen zu Berlin

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Staatliche Museen zu Berlin
Genthiner Straße 38
D-10785 Berlin

Telefon: +49 (0)30-266 42 2201
Fax: +49 (0)30-266 42 2202
E-Mail: besucherdienste@smb.spk-berlin.de

Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Staatliche Museen zu Berlin

Tomas Schmit (1946-2006), and how they rise from nothing II, 1978, Detail © tomas schmit archiv, Berlin
Ausstellung

sachen m a c h e n.
Tomas Schmit. Zeichnung, Aktion, Sprache 1970–2006

Im Rahmen der Berlin Art Week widmen das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) dem deutschen Aktionskünstler und Zeichner Tomas Schmit (1943–2006) parallel zwei große Ausstellungen. Während sich der n.b.k. auf die Fluxus-Aktivitäten Schmits konzentriert, richtet das Kupferstichkabinett die erste Retrospektive seines zeichnerischen Werks in Berlin aus. Die rund 170 Exponate umfassende Ausstellung mit Werken aus eigenem Bestand, ergänzt durch herausragende Leihgaben, spiegelt das mannigfaltige Spektrum von Schmits nahezu 40 Jahre umfassender Sprach- und Zeichenkunst wider.

Als Performer und Organisator hatte Tomas Schmit an den Aktionen der europäischen Fluxus-Gruppe teilgenommen, bis sie sich 1964 allmählich aufzulösen begann. Ab 1966 widmete er sich vorrangig dem Schreiben und Zeichnen. Doch die Idee der Bühne als einem Ort, an dem eine Handlung vor und mit einem Publikum zur Aufführung gelangt, war damit nicht aus seiner Kunst verschwunden. Stattdessen avancierte nun das Zeichenpapier zum neuen Ort seines vom Fluxus durchdrungenen Credos „[...] sachen m a c h e n, eben nicht Sachen darstellen oder kommentieren oder schematisieren oder interpretieren, sondern m a c h e n“. Auf dem Papier inszenierte Schmit fortan „die Aufführung des Zeichnens“. Die enge Verzahnung von Aufführungs- und Zeichenpraxis, die Schmits gesamtes Schaffen kennzeichnet, wird erstmals in der Ausstellung des Kupferstichkabinetts in den Blick genommen.

Den Kern der Ausstellung bilden die Werke Schmits, die aus einer ereignishaften, Zufallsgeschehnisse integrierenden Zeichenpraxis hervorgegangen sind, wie dem Blindzeichnen. Ihnen ist das „sachen m a c h e n“ in besonderer Weise eigen. Umschlossen wird dieser thematische Fokus von einer chronologischen, alle Schaffensphasen des Künstlers umspannenden Werkpräsentation. Zu sehen sind Beispiele seiner frühen Aktionsliteratur wie auch die ab 1966 entstehenden Blei- und Buntstiftzeichnungen auf Papier, die Editionen der 1970er-Jahre, die durch Rechen- und Würfelspiele hervorgebrachten Zeichnungen der 1990er-Jahre, die späten Tuschezeichnungen auf Museumskarton ab 2003 sowie digitale Zeichnungen von 2004.

Ernsthaft und zugleich humorvoll, ging Schmit in seinem vielfältigen Werk, in seinen Aktionen, Büchern, Editionen und Zeichnungen, den Gesetzmäßigkeiten des Lebens nach, wobei er den Alltag betrachtete und weit darüber hinaus sein Augenmerk auf die Evolutionstheorie, auf Fragen von Bewusstsein und Wahrnehmung richtete. Stets begleitete und leitete ihn dabei die tief im Fluxus verwurzelte, mit den Jahren erweiterte Methode: nicht darstellen, nicht kommentieren oder imitieren, sondern „sachen m a c h e n“.

Die Ausstellung wird kuratiert von Jenny Graser, Kuratorin für zeitgenössische Kunst am Kupferstichkabinett.

Katalog
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Hatje Cantz Verlag mit Textbeiträgen von Jenny Graser, Dorothy Iannone, Kasper König, Stefan Ripplinger, Tomas Schmit und Annette Tietenberg, herausgegeben von Jenny Graser und in Zusammenarbeit mit Barbara Wien: ca. 300 Seiten, 180 Abbildungen. ISBN 978-3-7757-5126-1.

Parallel-Ausstellung im Neuen Berliner Kunstverein
Während sich die Ausstellung im Kupferstichkabinett auf Schmits Arbeiten auf Papier konzentriert, werden die Fluxus-Aktivitäten des Künstlers parallel in der Ausstellung „Tomas Schmit. Stücke, Aktionen, Dokumente 1962–1970“ im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) beleuchtet.

Veranstaltungsprogramm
Beide Ausstellungen werden begleitet von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm zu Tomas Schmit und den Folgen des Fluxus. Geplant ist ein Filmabend im Kino Arsenal (22. Oktober 2021) und ein Symposium im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin (23. Oktober 2021).

Kooperation
Ein Projekt des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) und des Kupferstichkabinetts der Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst und dem tomas schmit archiv, Berlin.

Die Ausstellung findet im Rahmen der Berlin Art Week statt.

Eine Sonderausstellung des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin

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© Sung Tieu / Emalin, London and Sfeir-Semler, Hamburg & Beirut
Ausstellung

Preis der Nationalgalerie 2021:
Lamin Fofana, Calla Henkel & Max Pitegoff, Sandra Mujinga und Sung Tieu

Im Februar dieses Jahres wurden Lamin Fofana, Calla Henkel & Max Pitegoff, Sandra Mujinga und Sung Tieu von einer internationalen Jury für den Preis der Nationalgalerie 2021 nominiert. In der Shortlist-Ausstellung im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin thematisieren die nominierten Künstler*innen Bewegung und Migration, Zugehörigkeit und Entfremdung, Fremd- und Selbstwahrnehmung, Logiken von sich verändernden öffentlichen und privaten Räumen sowie die gesellschaftliche Kraft von Ton und Musik. Die Ausstellung zeigt existierende Arbeiten sowie zum Teil Neuproduktionen.

Die Entscheidung über den*die diesjährige*n Preisträger*in trifft eine zweite Jury am 7. Oktober 2021. Die Künstler*innen der Shortlist wurden nominiert von Adam Budak (Direktor, Kestner Gesellschaft, Hannover), Andrea Lissoni (Künstlerischer Leiter, Haus der Kunst, München), Zoé Whitley (Direktorin, Chisenhale Gallery, London) und Franciska Zólyom (Direktorin und Kuratorin, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig).

Der Preis der Nationalgalerie wird alle zwei Jahre vergeben und ist eine museale Förderung und Anerkennung der Arbeit von Künstler*innen unter 40 Jahren, die in Deutschland leben. Die Auszeichnung besteht in einer Einzelausstellung im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin im Laufe des Jahres 2022, die durch eine Publikation begleitet wird.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und gefördert durch BMW.

Vorbesichtigung im Rahmen der Berlin Art Week am 15. September 2021 ab 20 Uhr

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Kaiserlicher Thron mit Paravent, China 17. Jh., Detail © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, digitale Reproduktion: Jester Blank GbR
Ausstellung

Ethnologische Sammlungen und asiatische Kunst

Ein Epochen und Kontinente umspannender Überblick über die Kunst und Kulturen der Welt ab Spätsommer 2021
Rund 20.000 Exponate aus den weltweit bedeutenden Sammlungen des Ethno­logischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin eröffnen in der zweiten und dritten Etage neue Blicke auf die vergangenen und gegenwärtigen Kulturen Afrikas, Amerikas, Asiens und Ozeaniens.

Ein mit Schnitzereien reich verziertes Haus aus Palau, eindrucksvolle Boote aus Ozeanien und Tondokumente aus aller Welt im Berliner Phonogramm­ Archiv: Die Dauerausstellung des Ethno­logischen Museums rückt materielles wie immaterielles Erbe gleichermaßen in den Fokus.

An einer japanischen Teezusammenkunft teilnehmen, in die Schönheit indo­islamischer Gärten eintauchen oder vor Buddha-Statuen meditieren: All das bietet die Präsentation des Museums für Asiatische Kunst.

20.000 Objekte auf 17.000 Quadratmetern

Der Besuch macht neugierig auf Sammlungsgeschichte, religiöse Fragen, zeitgenössische Kunst und die Bedeutung von Handwerkstechniken, thematisiert Rituale, Inszenierungen und Perspektiven indigener Communities, um sich mit dem Erbe des Kolonialismus und der Rolle Europas kritisch auseinanderzusetzen.

Afrika

Bronze- und Elfenbeinreliefs aus dem Königreich Benin, Holzfiguren und Masken aus Kamerun, ästhetisch herausragende Skulpturen aus dem Kongo sowie mit Eisen- und Glasperlen geschmückte Lederkleidung aus Namibia gehören zu den bekanntesten und außergewöhnlichsten Werken aus Afrika in Berlin. Gleichzeitig verließen viele von ihnen den afrikanischen Kontinent als Folge kolonialer Eroberung und Herrschaft. Die Ausstellungen der Afrika-Sammlungen des Ethnologischen Museums im Humboldt Forum werfen drängende Fragen auf: nach den Gesellschaften in Afrika, aus denen die Artefakte stammen, nach den Bedingungen, unter denen sie gesammelt wurden, nach den Dilemmata, in denen sich die Akteure*innen in Afrika befanden, und nach der kooperativen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Kolonialismus und seinen Auswirkungen bis in die Gegenwart.

Amerika

Der Ausstellungsbereich zeichnet ein umfangreiches Bild der historischen und gegenwärtigen indigenen Kulturen Amerikas. Highlights sind unter anderem die Bestände aus dem zentralen und südlichen Andenraum, die beindruckenden Cotzumalhuapa-Stelen aus dem heutigen Guatemala, die beiden Wappenpfähle von First Nations in British-Columbia oder die Sammlungen früher Forschungsreisender aus der Amazonasregion. Die Vielfalt der Keramiken aus Nord-, Meso- und Südamerika sowie die Sammlungen der Ebenen und Prärien Nordamerikas werden in einem separaten Schaumagazin erlebbar

Asien

Das dritte Obergeschoss ist den Künsten und Kulturen des größten Kontinents der Erde gewidmet. Hier treten die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst erstmals in einen direkten Dialog, trifft zeitgenössische Kunst auf jahrhundertealte Meisterwerke. Sie erlauben es, chinesische Hofkunst in einem spektakulären Thronsaal zu erleben, eine japanische Teezusammenkunft zu verfolgen, rekonstruierte, vor 1500 Jahren ausgemalte buddhistische Höhlentempel zu bewundern, in die Welt indo-islamischer Gärten einzutauchen, der Faszination religiöser Rituale um die göttlichen Skulpturen Indiens nachzuspüren oder fantastische Theatertraditionen Südostasiens und die Vielfalt islamischer Lebenswelten kennenzulernen.

Ozeanien

Der Pazifik ist der größte Ozean der Welt und in der Weite des Meeres erscheinen die Inseln Ozeaniens klein und isoliert. Für die indigene Bevölkerung aber war das Meer nie trennend. Bis heute ist es für viele Teil ihrer Identität. Ihre Vorfahren legten große Entfernungen zurück und entdeckten als erste Menschen die pazifischen Inseln. Von ihren herausragenden Navigations- und Bootsbaukünsten zeugen die Wasserfahrzeuge im Humboldt Forum. Weitere Highlights des Ausstellungsbereichs Ozeanien sind die Häuser aus Palau und die der Abelam aus Papua-Neuguinea.

Zeitgenössische Kunst

In allen Ausstellungsbereichen des Ethnologischen Museums und Museums für Asiatische Kunst finden sich zeitgenössisches Kunstwerke und Interventionen. Neben António Oles Township-Wall und dem raumgreifenden Kunstwerk von Marianna Castillo Deball beeindrucken vor allem Installationen, die sich mit den Auswirkungen der Kolonialzeit in der afrikanischen Gegenwart auseinandersetzen.

Eine Dauerausstellung des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin.

Ab 23.09.2021 bis auf Weiteres

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Rosa Barba, Portrait © Sara Masüger
Ausstellung

Rosa Barba. In a Perpetual Now

Zur Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie präsentiert die in Berlin lebende Künstlerin Rosa Barba verschiedene Arbeiten unter dem Titel „In a Perpetual Now“. Neben zentralen Stücken ihres Gesamtwerks der Jahre 2009 bis 2021 wird auch ein neuer Film gezeigt, der anlässlich der Ausstellung entstanden ist.

Die raumgreifende Stahlkonstruktion nimmt in ihrer architektonischen Struktur Bezug auf Mies van der Rohes frühes Projekt „Landhaus aus Backstein“ und zeigt insgesamt 15 filmische und skulpturale Werke. Die eigens für die Architektur der Neuen Nationalgalerie entwickelte räumlich-architektonische Konstruktion folgt dem Prinzip der filmischen Montage, die eine Schlüsselrolle im Werk der Künstlerin einnimmt.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin.

Mit freundlicher Unterstützung der Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst.

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Ernst Ludwig Kirchner, Potsdamer Platz, Detail, 1914, Erworben mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland, der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kultur-Stiftung der Deutschen Bank und anderer © Staatliche Museen zu
Ausstellung

Die Kunst der Gesellschaft 1900–1945. Sammlung der Nationalgalerie

Die Neue Nationalgalerie präsentiert nach sechs Jahren sanierungsbedingter Schließung erstmals wieder die Hauptwerke der Klassischen Moderne aus der Sammlung der Nationalgalerie. „Die Kunst der Gesellschaft“ zeigt circa 250 Gemälde und Skulpturen aus den Jahren 1900 bis 1945, unter anderem von Otto Dix, Hannah Höch, Ernst Ludwig Kirchner, Lotte Laserstein und Renée Sintenis.

Die in der Ausstellung versammelten Kunstwerke reflektieren die gesellschaftlichen Prozesse einer bewegten Zeit: Reformbewegungen im Kaiserreich, Erster Weltkrieg, „Goldene“ Zwanziger Jahre der Weimarer Republik, Verfemung der Avantgarde im Nationalsozialismus sowie Zweiter Weltkrieg und Holocaust spiegeln sich in den Werken wieder. Über eine reine Geschichte der Ästhetik hinaus führt die Sammlung eindrücklich den Zusammenhang von Kunst und Sozialgeschichte vor Augen. Dabei bietet der offene Grundriss der ikonischen Architektur von Mies van der Rohe vielfältige Perspektiven auf die unterschiedlichen Strömungen der Avantgarde.

Katalog zur Ausstellung
Zur Ausstellung wird eine von Joachim Jäger, Dieter Scholz und Irina Hiebert Grun herausgegebene Publikation erscheinen: Die Kunst der Gesellschaft. 1900-1945, Ausstellungskatalog Neue Nationalgalerie, DCV Verlag, Berlin 2021. Preis: ca. 27 Euro.

Eine Sammlungspräsentation der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin.

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© Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie © Mies van der Rohe / VG Bild-Kunst, Bonn 2021 / Jörg P. Anders
Ausstellung

Die Neue Nationalgalerie.
Ihr Architekt und ihre Baugeschichte

Zur Wiedereröffnung widmet sich ein eigener Ausstellungsbereich der Baugeschichte der Neuen Nationalgalerie und dem Wirken ihres Architekten Ludwig Mies van der Rohe. Die beiden Schwerpunkte bilden dabei die Bauzeit (1965–1968) und die Grundinstandsetzung durch David Chipperfield Architects in den letzten sechs Jahren (2015–2021). Ausgewählte Kunstwerke aus der Sammlung der Nationalgalerie mit Bezug zur Architektur des Museums ergänzen die dokumentarische Ausstellung. Neben Werken von Josef Albers und Isa Genzken sind jüngste Arbeiten von Michael Wesely und Veronika Kellndorfer zu sehen, die sich mit der Sanierung befassen.

Architekt Ludwig Mies van der Rohe
Die Neue Nationalgalerie gilt als ein Hauptwerk der westlichen Architektur des 20. Jahrhunderts. Innerhalb der Ausstellung wird der Museumsbau in das Gesamtwerk Ludwig Mies van der Rohes (1886–1969) eingeordnet. Seine Entwurfs- und Bautätigkeit kreiste lebenslang um sehr ähnliche Themen. Seit den 1920er-Jahren verfolgte er ein radikales Entwurfsprinzip: einen möglichst stützenfreien, offenen Raum zu schaffen, bei dem Innen und Außen ineinander übergehen. Würde und ein Streben nach Vollkommenheit kennzeichnen seine Bauten. Hinzu kommen Klarheit und Reduktion bei gleichzeitig hochwertiger Ausstattung und oftmals sichtbar inszenierter Konstruktion.

Baugeschichte der Neuen Nationalgalerie
Die Ausstellung im nördlichen Bereich des Untergeschosses, hinter der Garderobe, zeigt die typologische Reihe von Bauten, die Mies während seiner Berliner Schaffenszeit (1906–1938) und nach seiner Emigration in die USA in den 1950er-Jahren entwarf und die den Weg für sein letztes Werk ebneten: die Neue Nationalgalerie. Neben den Original-Grundrisszeichnungen vom Ober- und Untergeschoss der Neuen Nationalgalerie und Collagen zur Veranschaulichung des architektonischen Konzepts wird auch das große Entwurfsmodell von 1968 ausgestellt. Außerdem lässt ein kurzer Videoclip mit historischen Fotos von der Bauzeit und der Eröffnung, unterlegt mit Mies-Originaltönen, die Geschichte des Hauses lebendig werden.

Sanierung: So viel Mies wie möglich
Original-Möbel wie ein seit 1968 im Museum genutzter „Barcelona-Chair“ und ein Beistelltisch aus Glas verdeutlichen Mies’ umfassenden Gestaltungsanspruch und zugleich die Zeitgebundenheit des Baus. Diese Charakteristika des Museums betonte die Generalinstandsetzung durch David Chipperfield Architects, die unter dem Motto stand: „As much Mies as possible / So viel Mies wie möglich“. Wie sehr die Sanierung jedes Baudetail erfasste, zeigen Fotos und Original-Musterstücke wie eine Bodenfliese, ein Deckenelement und eine Leuchte.

Kuratiert von Uta Caspary

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin

Architekturführungen
Ab der Wiedereröffnung am 22. August 2021 werden regelmäßig sonntags und mittwochs Architekturführungen angeboten, die von Euroboden, dem Architekturpartner der Neuen Nationalgalerie, finanziert werden.

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Neue Nationalgalerie mit „Têtes et Queue“ von Alexander Calder, 1993 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Reinhard Friedrich
Ausstellung

Alexander Calder. Minimal / Maximal

Alexander Calder (1898–1976) ist durch sein Hauptwerk „Têtes et Queue“ (1965) seit Jahrzehnten eng mit der Neuen Nationalgalerie verbunden. Die Außenskulptur wurde zur Eröffnung von Mies van der Rohes Architekturikone aufgestellt und kehrt nun mit der Wiedereröffnung auf die Terrasse des Museums zurück.

Die raumgreifenden und oft beweglichen Objekte des US-amerikanischen Vertreters der kinetischen Kunst reichen von winzigen Miniaturen bis hin zu monumentalen Stabiles und Mobiles. Die Ausstellung spürt dem besonderen Verhältnis von Größe, Maßstab und Räumlichkeit nach und eröffnet durch die Konfrontation der organischen Formen von Calders Kunst einen besonderen Dialog zur strengen Geometrie von Mies van der Rohes Gebäude.

Der offene, experimentelle Ansatz der speziell für die Glashalle der Neuen Nationalgalerie konzipierten Ausstellung setzt dabei auf die Einbeziehung der Besucher*innen, die Calders Werke teilweise in Aktion erleben können.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin

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© Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung / Johannes Laurentius
Ausstellung

Klangbilder - Musik im antiken Griechenland

Kein Leben ohne Musik! Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Situation im kulturellen Leben erhält die Sonderausstellung der Antikensammlung im Alten Museum zu Musik und Tanz in der griechischen Antike eine besondere Aktualität.

Musik hat im antiken Griechenland in sämtlichen Lebensbereichen, in der Öffentlichkeit wie im Privaten, eine herausragende Rolle gespielt. Wie sie geklungen hat, können wir nur erahnen. Aber es gibt zahlreiche Bildzeugnisse, die uns erzählen, wer in welchen Situationen und bei welchen Anlässen mit welchen Instrumenten musiziert – und oft dazu getanzt – hat. Diesen „Klangbildern“ gilt das Interesse der Ausstellung.

Anhand von ausgewählten Vasenbildern, Terrakotta- und Bronzefiguren sowie einer großformatigen Apollonstatue wird ein Panorama der Kontexte geboten, in denen Musik erklang: in großem Rahmen bei religiösen Ritualen und Kultfesten, etwa im Theater und bei Musikwettbewerben, aber auch im Kampf; dazu im privaten Umfeld bei abendlichen Trinkfesten, in der schulischen Ausbildung und im Totenkult.

Depot-Objekte und Nachbau einer antiken Kithara
Die sehr qualitätvollen Objekte stammen aus eigenen Beständen. Viele von ihnen schlummerten im Depot und sind jetzt erstmals zu sehen. Zu den Exponaten gehört außerdem der Nachbau einer antiken Kithara, der eigens für die Ausstellung angefertigt wurde. Im Zentrum des Raumes empfindet die Ausstellungsarchitektur ein antikes Auditorium nach.

Medienstationen
Die darin eingebauten Medienstationen bieten Hörbeispiele sowie ein Video mit Demonstrationen, wie die antiken Instrumente und Chorstücke gespielt bzw. aufgeführt wurden. Sie geben auch einen Einblick, auf welchen Grundlagen Musikarchäolog*innen in den letzten Jahrzehnten versucht haben, antike Musik wieder zum Klingen zu bringen.

Audioguides
Ein deutscher und ein englischsprachiger Audioguide für Erwachsene sowie ein weiterer speziell für Kinder machen beide Bereiche der Ausstellung sinnlich erfahrbar.

Partnerausstellung „Klangbilder. Musik im alten Ägypten“ des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung
Während die Antikensammlung die Bildzeugnisse nach ihren Aussagen über die antiken Kontexte befragt, stellt die Partnerausstellung „Klangbilder. Musik im alten Ägypten“ des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung im Sonderausstellungsraum des Neuen Museums antike Musikinstrumente ins Zentrum. Vorderasiatisches Museum und Museum für Vor- und Frühgeschichte haben jeweils in ihren Dauerausstellungen Objekte zum Thema Musik besonders herausgestellt.

Publikation zur Ausstellung
Zur Ausstellung ist unter dem Titel „Klangbilder. Musik im antiken Griechenland“ eine reich bebilderte Begleitbroschüre zum Preis von 9,90 Euro erschienen (ISBN 978-3-88609-854-5), die im Museum und über den Webshop zu beziehen ist.

Eine Sonderausstellung des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin

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© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Dietmar Katz
Ausstellung

Utopie Kulturforum.
Transformation eines Stadtviertels

Die heutige Gestalt des Berliner Kulturforums ist durch Utopien geformt worden. Entstanden ist ein Ort, an dem deren Wirkmächtigkeit und Ambivalenz im Gelingen wie im Scheitern erfahrbar ist. Mit dem Projekt „Utopie Kulturforum" haben sich die Anrainer des Kulturforums – Stiftung St. Matthäus, Neue Nationalgalerie, Kunstbibliothek, Kunstgewerbemuseum, Philharmonie und Staatsbibliothek zu Berlin – zusammengefunden, um mit dezentralen Ausstellungen, Stadtgesprächen und Kunstaktionen die Geschichte dieser planungsleitenden Utopien sichtbar zu machen.

In ihrer Ausstellungsstation gibt die Kunstbibliothek in sechs Kapiteln einen einleitenden Überblick über die historische Entwicklung des Areals zwischen Landwehrkanal, Potsdamer Platz und Tiergarten. Große Träume und die Berliner Realität waren seit 1841 im Tiergartenviertel und später im Kulturforum untrennbar miteinander verbunden. Die Italiensehnsucht erfasste im 19. Jahrhundert preußische Herrscher und Berliner Bürger. Sie prägte Baustile und Lebensstile. Nach einem kurzen Intermezzo der Moderne führten die nationalsozialistische Dystopie „Germania" und der Zweite Weltkrieg zum Verschwinden des Tiergartenviertels.

Das Kulturforum wurde ab 1960 aus dem Schmerz geboren und war zur Vision verdammt. Am Anfang stand eine doppelte Negation: der endgültige Abriss der Altbauten des stark zerstörten Tiergartenviertels mit den baulichen Relikten der Nazi-Diktatur und die Abwehr des sozialistischen Deutschlands hinter der Mauer. Mit der Abräumung der Kriegsruinen wurden die Bauten, die Geschichte des Viertels und die Schicksale von Enteignung, Vertreibung und Tod seiner Bewohnerschaft entsorgt und vergessen.

Der Neubeginn stand im Zeichen Amerikas. Das Kulturforum wurde als autogerechte monofunktionale Kulturstadt im Schatten der Berliner Mauer geplant. Es wird von vielen Besucher*innen auch nach sechzig Jahren Entwicklung mit stadtplanerischen Initiativen und Wettbewerben noch immer als unvollendete Brache ohne Identität und Aufenthaltsqualität, als Nicht-Ort, wahrgenommen. Zahlreiche Architekturentwürfe und Planungen zur Weiterentwicklung des Standortes wurden nicht verwirklicht. Sie werden im Rahmen der Ausstellung und im begleitenden Film von Knut Klaßen und Carsten Krohn vorgestellt.

Kulturforum-Rundgang

Die Besucher*innen sind eingeladen, das Kulturforum zu durchwandern und zu erkunden. Zur Orientierung und Begleitung wird mit Beginn der Ausstellung eine Website zur Verfügung stehen, die die Zeitschichten des historischen Tiergartenviertels an den heutigen Standorten vor Augen führt. Während ihres Rundgangs können die Besucher*innen in der St. Matthäus Kirche, der Philharmonie, der Neuen Nationalgalerie, der Staatsbibliothek, der Kunstbibliothek, dem Kunstgewerbemuseum und der Eingangshalle der Staatlichen Museen zu Berlin Station machen und dort kostenfrei die kleineren und größeren Ausstellungen anschauen.

Eine Ausstellung der Kunstbibliothek im Kooperationsprojekt „Utopie Kulturforum" der Stiftung St. Matthäus, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Berliner Philharmonie

Eine Sonderausstellung der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin

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Stephan Erfurt, Wall Street, New York, 1985 © Stephan Erfurt
Ausstellung

Stephan Erfurt - On the Road

Parallel zur Ausstellung „America 1970s/80s“ mit Werken von Evelyn Hofer, Sheila Metzner, Joel Meyerowitz und Helmut Newton zeigt die Helmut Newton Stiftung im Projektraum über 50 Fotografien von Stephan Erfurt, die in den 1980er-Jahren zwischen New York und der kalifornischen Pazifikküste entstanden sind. Die inhaltliche Verbindung zur Hauptausstellung im ersten Stock des Museums ist eng geknüpft, denn Erfurt assistierte zuerst Evelyn Hofer und ließ sich später von Joel Meyerowitz entscheidende Hinweise für eine eigene Werkgruppe geben.

Erfurts fotografischer Werdegang
Erfurts fotografischer Werdegang begann 1980 in Wien, wo er die Tänzer und Tänzerinnen des Opernballs beobachtete, und etwas später in Paris, wo er des Nachts die Musiker in den verzweigten Gängen der Metro porträtierte. Das Medium begann ihn bald so sehr zu faszinieren, dass er parallel Fotografie an der Gesamthochschule Essen studierte. Aber Paris war erst der Anfang; 1984 zog er weiter nach New York ins East Village, wo Erfurt in einem winzigen Loft lebte. Und Amerika war und blieb für den jungen Fotografen für fünf Jahre Schaffensort und Lebensmittelpunkt – bis zum Fall der Mauer.

Das Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde Mitte der 1980er-Jahre zum Auftraggeber und Abnehmer seiner Bilder und Bildgeschichten aus den Straßen und Restaurants dieses legendären kulturellen Schmelztiegels und von seinen Reisen quer durch das riesige Land. Ob in New York, Miami, Las Vegas oder Los Angeles, überall entstanden intensiv recherchierte Reportagen für das FAZ-Magazin, häufig begleitet von Texten von Jordan Mejias. Angeregt durch Evelyn Hofer entstand beispielsweise 1985 die „Wall Street“-Serie, deren harte, scharf gezeichnete Hell-Dunkel-Kontraste auch heute noch begeistern.

Erfurts Serien „Wall Street“ und „New York Restaurants“
Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen entstanden mit einem Polaroid-Diafilm an einem Sonntagmorgen, die sonst so quirlige Metropole wirkt völlig verlassen. Strukturen und Spuren im Asphalt, die wandernden Lichtpunkte, verursacht durch Lichtreflexionen der umliegenden Wolkenkratzer, und die am Straßenrand parkenden Autos füllen die menschenleere, geradezu dystopische Situation. In der parallel entstandenen Serie „New York Restaurants“ begegnen uns auch Menschen, die allerdings wieder in einer zeitlos-atmosphärischen Unschärfe verschwinden. Nur ein Jahr später taucht Erfurt, nach einem Gespräch mit seinem Kollegen Joel Meyerowitz, alles in Farbe; zunächst für eine zweite Restaurant-Serie in New York, seine erste Veröffentlichung im FAZ-Magazin, und kurz danach in Miami mit der dort so charakteristischen pastelligen Art-Deco-Farbigkeit. Ebenfalls 1986, in Las Vegas, sind die Farben nun noch klarer. Das natürliche Licht des Himmels strahlt auf den Aufnahmen genauso wie das künstliche Licht der farbigen Neonlampen der Motels und Spielhallen. Die gestalterischen Möglichkeiten der Farbdiafilme hat er wie nur wenige Kollegen ausgereizt, in den unterschiedlichsten Lichtsituationen, insbesondere frühmorgens in den Twilight-Aufnahmen, die zu seiner Spezialität wurden. Das verbindet ihn wiederum mit dem Werk von Joel Meyerowitz, dessen Aufnahmen der 1970er und 1980er-Jahre aus Provincetown mit ihrer intensiven Lokalfarbigkeit parallel im ersten Stock der Stiftung erstmals öffentlich gezeigt werden.

Erfurt war stets in der Lage, sich vor Ort perfekt auf die unterschiedlichen Situationen einzustellen - und auf den entsprechenden Auftrag. Parallel arbeitete er an freien Projekten, die er dem FAZ-Magazin anbot. Einige wurden angenommen, andere blieben unveröffentlicht, wie etwa die 1989er-Bildserie über den von ihm so genannten „Großstadtdschungel“, die das Ende seiner New Yorker Zeit markierte. Stephan Erfurt legte in seiner aktiven Zeit in Amerika Schwarz-Weiß- und Farbfilme unterschiedlicher Lichtempfindlichkeiten in seine Kameras ein, er wechselte zwischen Mittelformat und Kleinbild, parallel dazu verwendete er Polaroids.
Enge Verbindung: das Museum für Fotografie und das C/O Berlin

Mit dem überraschenden Ende des FAZ-Magazin im Jahr 1999 verlor Erfurt auch den Hauptabnehmer seiner Fotografien und beendete zugleich sein rastloses Leben. Nur kurze Zeit später entwickelte er mit zwei Gleichgesinnten die Idee für einen neuen, zeitgemäßen Ausstellungsort für Fotografie: C/O Berlin. Inzwischen residiert die renommierte Institution im ehemaligen Amerika-Haus und bildet gemeinsam mit dem Museum für Fotografie ein deutschlandweit einmaliges Fotocluster – und diese Ausstellung manifestiert erneut die enge Verbindung der beiden Häuser.

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Göran Gnaudschun: „Zitronenernte II“ aus der Serie „Das bessere Leben“, Stadt Murcia/Region Murcia, 2020 © Göran Gnaudschun
Ausstellung

Murcia - Im Garten Europas

Die Sonderausstellung „Murcia: Im Garten Europas“ widmet sich einer eher unbekannten, für Konsument*innen in Deutschland jedoch wichtigen Gegend im Südosten Spaniens: Murcia.

„Huerta de Europa“
Die Region Murcia ist weder für ihre touristischen Qualitäten noch für ihre Landschaft oder Geschichte im Ausland populär. Dabei verfügt sie über eine abwechslungsreiche Geographie und eine fast 50.000 Jahre lange Besiedlungsgeschichte – unter anderem Iberer, Phönizier und Römer hinterließen ihre Spuren. Hier verlief im Mittelalter die Grenze zwischen islamischem und christlichem Spanien. Nicht nur die historischen Kulturkontakte zwischen „Mauren“, Christen und Juden prägen die Region bis heute. Unter islamischer Herrschaft wurden Bewässerungssysteme in Murcia eingeführt, die in der relativ trockenen Ebene den Obstanbau ermöglichten. So konnte sich Murcia zu einem der zentralen Anbaugebiete Europas entwickeln, das Hauptlieferant von Obst und Gemüse für den Verkauf in Deutschland ist.

Als „Huerta de Europa“ – als Garten Europas – ist die Region heute Ziel von Arbeitsmigrant*innen aus Europa und Nordafrika. Zugleich schätzen Rentner*innen vor allem aus Deutschland und England die 250 km lange Küste für ihren Lebensabend. Wirtschaft und Migration, Geschichte und aktuelle Entwicklungen machen Murcia zu einer reichen Region – reich an kulturellem Erbe und kultureller Vielfalt.

Geschichte und Gegenwart
Die Ausstellung „Murcia: Im Garten Europas“ bindet Geschichte und Gegenwart Murcias zusammen. Dokumentarische Fotografien von europäischen und außereuropäischen Einwanderern beleuchten das Thema Migration in Murcia. Als Ergebnis eines gemeinsamen Projekts mit Bewohner*innen der Region stellen persönliche Dinge den Alltag in der Region vor. Studierende der Universität von Murcia machen mit Kurzfilmen die Region nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar. Historische Fotos aus der Sammlung des Museum Europäischer Kulturen (MEK) und des Ibero-Amerikanischen Instituts (IAI) ergänzen die Ausstellung.

Zusammenarbeit
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europastudien und dem Aula de Cine (Servicio de Cultura) der Universidad de Murcia sowie der Sociedad Murciana de Antropología. Dank des Instituto Cervantes Berlin können Sie der Ausstellung mit ihrem Smartphone auch auf Spanisch folgen. Ein spezieller Dank geht an das Unternehmen Euro Pool System, das die Gemüsekisten für die Ausstellung bereitgestellt hat.

Familien entdecken die Ausstellung
Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren gibt es zur Ausstellung ein Familienentdeckerheft.

17. Europäische Kulturtage
Begleitend stellen im August 2021 die Europäischen Kulturtage die Region mit Filmen, Vorträgen, Lesungen, kulinarischen Events und musikalischen Veranstaltungen vor.

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Joseph Beuys © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek, Sammlung Marzona
Ausstellung

Von der Sprache aus - Joseph Beuys zum 100. Geburtstag

1985 trug Joseph Beuys an den Münchner Kammerspielen zu der Reihe „Reden über das eigene Land: Deutschland“ bei. In seiner Rede hielt er fest, dass er seine Werke „von der Sprache aus“ entwickle. Bildnerischen Gestaltungsmitteln ebenbürtig, verstand er die Sprache als plastisches Material, durch das jede Einzelne und jeder Einzelne körperlich, intellektuell und kommunikativ an der Neuordnung der Gesellschaft teilhaben könne. So reicht seine Auseinandersetzung mit Sprache vom Schweigen bis zur stundenlangen Diskussion, von animalisch klingenden Lauten bis zu präzisen Begriffserörterungen und verrätselten Schriften.

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Hassan Massoudy, „Hüte dich vor den Träumen der Jugend, denn sie werden am Ende immer wahr.” Johann Wolfgang von Goethe, 2007 © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Islamische Kunst
Ausstellung

Raum für alle hat die Erde

Zeitgenössische Schrift-Kunst von Hassan Massoudy

Das Werk des Schrift-Künstlers Hassan Massoudy ist gekennzeichnet durch Sinnsprüche, die in farbgewaltigen Kompositionen als Kommentare auf Fragen unserer Zeit gelesen werden können. Parallel zur Ausstellung im Pergamonmuseum zeigt auch der Freiraum in der Box in Berlin-Friedrichshain Arbeiten Massoudys.

Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens durch die Pandemie, erhitzte Migrationsdebatten und jugendliche Klima-Bewegungen wie Fridays for Future: Fragen, wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen und wie wir den Raum unserer Erde nachhaltig schützen können, sind aktueller denn je. Unter dem Titel „Raum für alle hat die Erde“ – ein Zitat Schillers aus „Der Alpenjäger“ von 1804 – bringen das Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin und der Freiraum in der Box eine neue Perspektive in die gesellschaftlichen Debatten ein und präsentieren in einer zweiteiligen Sonderausstellung Schrift-Kunst von Hassan Massoudy.

Massoudys ikonischer Stil aus Sinnsprüchen, Farbe und Schrift
Hassan Massoudy (* 1944) erhielt seine erste Ausbildung in klassischer arabischer Kalligraphie in seinem Geburtsland Irak. Dort betrieb er bis zum Ende der 1960er-Jahre ein eigenes Kalligraphiestudio. Der Wille zu künstlerischen Experimenten führte ihn schließlich an die Académie des Beaux Arts nach Paris. Hier entwickelte er seinen ikonischen Stil: Inspiriert von Sinnsprüchen und dazu anknüpfende Assoziationen und Emotionen schafft Massoudy intuitiv geschwungene Formen in kräftigen Farben um ein zentrales Wort des Sinnspruches. Dabei lässt er die Regeln der klassischen Kalligraphie weit hinter sich, und verbindet die kreativen Potentiale der arabischen Schrift mit Ausdrucksformen, Ideen und Techniken aus dem europäischen und ostasiatischen Raum. Neben einem Schreibrohr – dem Kalam – verwendet Hassan Massoudy selbst entwickelte Malwerkzeuge und Farben für seine einzigartige Technik.

Massoudys Blick auf die Weisheiten und Sinnsprüche historischer Persönlichkeiten aus aller Welt eröffnen einen philosophischen und künstlerischen Zugang zu den drängenden Fragen unserer Zeit. Die Sonderausstellung im Buchkunstkabinett des Museums für Islamische Kunst würdigt das Lebenswerk des Künstlers, der mit seinem Schaffen zeigt, wie die Grenzen aus Epochen, Stilen und Regionen aufgehoben werden können und sich zu einem neuen Meisterwerk verschmelzen lassen.

Zweiteilige Ausstellung zeigt Auswahl aus 50 neu erworbenen Werken
Nach der Ausstellung „Capturing Iran’s Past“ nimmt das Museum für Islamische Kunst erneut eine Gegenwartsperspektive ein und zeigt, dass es sich neben seiner historischen Sammlung auch mit zeitgenössischen Künstler*innen aus den Herkunftsländern der Sammlungsobjekte auseinandersetzt. Anlass der Ausstellung ist der Erwerb von insgesamt 50 Werken Massoudys durch die Sammlung. Eine Auswahl davon, ergänzt durch frühe Arbeiten des Künstlers, sind nun an beiden Ausstellungsorten zu sehen.

Die Ausstellung im Freiraum in der Box ist mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Für den Besuch ist eine Anmeldung erforderlich unter anmeldung@freiraum-berlin.org.

Eine Sonderausstellung des Museums für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin.

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Kleiner Kopf einer Muttergöttin, Mergelstein, Fundort Meana Sardo, mittleres Neolithikum © Museo Archeologico Nazionale di Cagliari
Ausstellung

Sardinien - Insel der Megalithen

Das Museum für Vor- und Frühgeschichte im Neuen Museum ist der erste europäische Schauplatz einer großen Ausstellung, die den antiken megalithischen Kulturen Sardiniens und insbesondere der Nuraghenkultur gewidmet ist.

Die internationale Schau wird nach Berlin als weitere Stationen die Eremitage in Sankt Petersburg, das Nationale Archäologische Museum in Thessaloniki und das MANN – Nationales Archäologisches Museum in Neapel haben. Sie präsentiert den Besucher*innen die Geschichten, materiellen Zeugnisse, faszinierenden und einzigartigen Landschaften und Zivilisationen der antiken megalithischen Kulturen Sardiniens, die der Forschung weiterhin vielerlei Fragen aufgeben.

Sardinien – Eine Insel im Herzen des Mittelmeers
Sardinien ist eine Insel im Herzen des Mittelmeers, der heute von der internationalen Wissenschaft zunehmend eine wichtige Rolle für die prähistorischen und frühgeschichtlichen Kontakte und den Austausch zwischen den Zivilisationen zugeschrieben wird, sowohl im „Mare Nostrum“ (Tyrrhenischen Meer) als auch in den Beziehungen zu Mittel- und Nordeuropa und zur Levante. Auf der Insel entwickelten sich vor Tausenden von Jahren ursprüngliche Kulturen und Zivilisationen, die uns einzigartige monumentale Strukturen und Überreste hinterlassen haben, von denen die sardische Landschaft bis heute geprägt ist. Diese Überreste haben viele Generationen von Besucher*innen und Wissenschaftler*innen fasziniert und herausgefordert, ihren Sinn und Zweck zu zu erhellen und die Bräuche und Rituale der alten sardischen Völker zu rekonstruieren.

Suche nach der tatsächlichen Geschichte der antiken sardischen Zivilisationen
Mythos und Legende haben sich oft mit der Geschichte gekreuzt, wenn es um die Deutung der antiken sardischen Zivilisationen ging – diese galten als Gemeinschaften ohne staatliche Struktur und ohne Schrift, die noch heute im Mittelpunkt von Studien, Ausgrabungen und Forschungen stehen. Doch mittlerweile ist mehr über ihr jahrtausendelanges Wesen und Wirken bekannt.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über den gegenwärtigen Wissensstand, durch wichtige Funde aus den archäologischen Museen von Cagliari, Nuoro und Sassari und durch detaillierte pädagogische und multimediale Hilfsmittel, maßstabsgetreue Modelle und 3D-Rekonstruktionen, die es dem Besucher ermöglichen, den historischen und geografischen Kontext der Ausstellung zu erkunden und zu vertiefen.

Sardinien als Kulturlandschaft: Der Megalithismus
Der Megalithismus – die Praxis, Gebäude aus massiven Steinen zu errichten – ist das leitende Thema, um das herum die Geschichte Sardiniens nachgezeichnet wird. Diese kulturelle Praxis prägte die Insel über einen langen Zeitraum, vom Neolithikum über die Bronze- bis zur Eisenzeit, und ist bis heute in die sardische Landschaft eingeschrieben – durch die Hinterlassenschaften der nuraghischen Zivilisation, insbesondere die rund 8000 als „nuraghi“ bekannten Türme.

Kultur der Nuraghen: Prägend für die Geschichte Sardiniens
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Domus de Janas – Gräber aus dem Neolithikum und der Kupferzeit – und die ikonischen Statuetten von „Muttergöttinnen“, von denen einige wahre Meisterwerke der Kunst sind. Die Kultur der Nuraghen prägte die Bronzezeit auf der Insel auf vielfältige Weise: durch die als „Gigantengräber“ bekannten Kollektivgräber, über ihre Kontakte zu fernen Zivilisationen sowie in Form der außergewöhnlichen nuraghischen Bronzestatuetten, die Frauen, Männer, Krieger und Tiere darstellen. Die Ausstellung zeigt Votivschwerter, maßstabsgetreue Modelle von Gebäuden und Schiffen und die außergewöhnlichen, imposanten Mont'e Prama-Krieger: Selbstdarstellungen der mythischen Vergangenheit, die in der Blütezeit der Nuraghenzeit angesiedelt, aber bis weit in die Eisenzeit hinein entstanden sind.

Schließlich zeichnet die Ausstellung nach, wie die Spuren dieser ursprünglichen Kultur auch nach der Eroberung Sardiniens durch Karthago am Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. und der nachfolgenden Ankunft der Römer erhalten blieben.

„Sardinien – Insel der Megalithen“ ist eine Sonderausstellung der Abteilung für Tourismus, Handwerk und Handel der Region Sardinien in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Nationalmuseum von Cagliari und der Regionaldirektion der Museen von Sardinien, des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin sowie der Eremitage in Sankt Petersburg, des Nationalen Archäologischen Museums in Thessaloniki und des Nationalen Archäologischen Museums in Neapel (MANN). Sie steht unter der Schirmherrschaft des italienischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit (MAECI) und des italienischen Kulturministeriums (MIC) in Zusammenarbeit mit der Fondazione di Sardegna. Die Organisation und allgemeine Koordination oblag der Villaggio Globale International.

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Ausstellung

Design Lab #9: Neobionten

Das Kunstgewerbemuseum öffnet im Kontext der Reihe „Design Lab“ erneut seine Sammlungen für eine multiperspektivische Auseinandersetzung. Unter der Leitung von Axel Kufus sind Design-Student*innen der Universität der Künste Berlin eingeladen, die Dauerausstellung als Experimentierfeld für neue Interaktionen zwischen den Artefakten zu nutzen. Der Titel „Neobionten“ ist programmatisch auf das Kunstgewerbemuseum bezogen als Hort unzähliger Objekte unterschiedlicher Bedeutungen und Funktionen, aus unterschiedlichen Materialien, Kontexten, Jahrhunderten und Epochen.

Neobionten
Als „Neobionten” werden solche Spezies (Tiere, Pflanzen, Pilze) bezeichnet, die sich in einem Gebiet außerhalb ihres ursprünglichen Biotops angesiedelt haben. Diese Prozesse sind stets mit komplexen Wechselwirkungen verbunden: Das bedeutet, dass sich nicht nur der Neobiont an seine neue Umgebung anpassen muss, auch das Biotop verändert sich, wenn sich eine neue Spezies etabliert.

Museum als Biotop
In zwölf, medial verschiedenen Interventionen untersuchen die Design-Studierenden der UdK, ob sich neobiontische Wanderungsprozesse und Wechselwirkungen auch für Artefakte nachweisen lassen. Was passiert mit Objekten, wenn sie ihr Biotop verlassen und in ganz andere Kontexte geraten? Wie werden sich die Objekte in diesen ungewohnten Umgebungen verhalten – und wie diese Umgebungen zu ihnen? Stehen ihre ursprünglichen Funktionen in den anderen Kontexten weiterhin im Vordergrund oder werden sie ganz neu interpretiert? Können sie ungeahnte Werte entfalten oder verlieren sie gänzlich an Relevanz?

Metamorphosen
Derlei Transformationen sind in musealen Kontexten normalerweise nicht vorgesehen. Im Gegenteil: Die Aufgabe des Museums liegt ja gerade darin, die Objekte vor jeglichen Veränderungen zu bewahren. Sie werden aus der lebendigen Welt des Werdens und Vergehens herausgenommen und mit einem semipermeablen Schutzmantel umgeben: hineinschauen möglich, heraus wirksam werden kaum. Dabei haben die meisten von ihnen eine Jahrhunderte lange, oft sehr bewegte Biographie der Wertschaffung und -veränderung, aber auch der Vernichtung hinter sich – inklusive der Raubzüge, und Kriege, die um sie oder um sie herum geführt wurden.

Neobiontische Wiederkehrer
Was passiert, wenn wir die still gestellten Objekte entführen und zu neuem Leben erwecken? Wenn wir sie in ungewohnte soziale Kontexte verpflanzen, neue Narrative erfinden und sie auf die Probe stellen? Welche Geschichten lassen sich nach vorne entwickeln – und welche lassen sich erzählen, wenn die derart Verrückten zurückkehren in das museale Biotop? Welche multiplen Dialoge und auch Ansteckungen ereignen sich in den Sammlungs-Räumen des Kunstgewerbemuseums zwischen den Originalen und den neobiontischen Wiederkehrern?

Die Ausstellung wird kuratiert von Axel Kufus, Anja Lapatsch und Annika Unger vom Institut für Produkt- und Prozessgestaltung der UdK Berlin in Kooperation mit Sophia Prinz, Nicolas Rauch und Martha Schwindling.

Folgende Design-Studierende stellen aus: Thea Capitanio, Jairo Cuicapuza, Lukas Dilger, Roya Haupt, John Loerinci, Sebastian Müller-Tiburtius, Yule Post, Theresa Schwaiger, Esmée Willemsen, Anna Windrich, Cathy Wolter.

Über die Reihe „Design Lab“
Die Reihe „Design Lab“ wird kuratiert von Claudia Banz, Kuratorin für Design am Kunstgewerbemuseum. Sie wird gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.

Eine experimentellen Kooperation und Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin mit Design-Studierenden der UdK Berlin

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Kuben © Ulla und Martin Kaufmann
Ausstellung

Design Lab #10

Alles Klappen! Ulla und Martin Kaufmann

Im Design Lab#10 trifft die zeitgenössische Kunst des Gold- und Silberschmiedens auf historisches Goldschmiedehandwerk. Ulla und Martin Kaufmann gehören zu den bedeutendsten Gold- und Silberschmieden der Gegenwart und haben mit ihren Kuben autonome Objekte der Kunst geschaffen jenseits von Funktionalität oder Repräsentation. In der Ausstellung „Alles klappen!“ treten ihre Arbeiten in einen spannenden Dialog mit prominenten Exponaten aus der Sammlung des Kunstgewerbemuseums, darunter dem reichen Schatz des Lüneburger Ratssilbers.

Ein Kubus ist ein Kubus ist ein Kubus
Mit ihren Kuben erweitern Ulla und Martin Kaufmann die tradierten, zwischen Schmuck und Repräsentation angesiedelten Grenzen der Goldschmiedekunst. Tatsächlich kommen die Kuben als eine Art selbstbezüglicher Readymades daher, die ihre Herkunft aus der Welt des Alltags leugnen. Eine persönliche Handschrift ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, die Funktionalität wird ebenso negiert wie inhaltliche Implikationen oder ein etwaiger künstlerischer Mehrwert. Die ersten Kuben von Ulla und Martin Kaufmann entstanden auf dem geistigen Nährboden einer Zeit, in der Künstler*innen immer neue Strategien entwickelten, um die traditionellen Vorstellungen der Hochkunst auszuhebeln. Nicht wenige, darunter Josef Albers mit seinen Hommage to the Square oder Donald Judd mit seinen specific objects, strebten nach einer Reduktion von Malerei und Skulptur auf das Wesentliche und die Rückführung von Kunst auf den bloßen Objektstatus.
Auch die Kuben von Ulla und Martin Kaufmann können als autonome Objekte der Kunst verstanden werden, entstanden aus dem Geist des Goldschmiedehandwerks. Sie verkörpern die Idee einer in sich ruhenden Willkürlichkeit unabhängig jeglicher schmuckhaften Verantwortung. Darin besteht der Reiz für den Betrachter. Ihn braucht es auch zum Öffnen, denn erst in dieser erkennenden Bewegung erschließt sich das verborgene Wesen eines jeden Kubus.

Alles Klappen!
Die Kuben werden aus vergoldetem Messing gebaut: Die Platten werden zuerst gefräst, auf Linie gebracht und dann gelötet. Das Löten erschwert die Arbeit und macht zugleich sicherer in der Form. Es ist die vermittelnde Technik, die das ‚Ding‘ zum Leben erweckt. Die Vergoldung ist kein Selbstzweck, sondern verhilft dem Objekt zu einer einheitlichen Farbigkeit. Denn darauf kommt es an, auf den „Ausdruck“. Aber „ist der Kubus zu perfekt, wird er reizlos und uninteressant“, so Ulla Kaufmann. „Unser Traum ist es, den Kubus am Ende wieder zu einer Fläche klappen zu können. Wenn wir das geschafft haben, dann haben wir gewonnen“. Der Titel der Ausstellung „Alles Klappen“ benennt also zugleich den Antrieb der jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit dem Kubus, das geistige Konzept ebenso wie das handwerkliche Können. Die Beherrschung von Material und Technik verbindet sich mit einer klaren, ästhetischen Auffassung von Raum. Bei den Kuben erschließt sich Verhältnis von Innen und Außen erst durch das Aufklappen.

Extremes Schmieden
Mit den Grenzen der traditionellen Handwerkskunst zu brechen und dabei neue Möglichkeiten auszuloten, die das jeweilige Material ermöglicht, das Lösen von traditionellen Denkweisen, all dies charakterisiert die Arbeiten von Ulla und Martin Kaufmann. Da gibt es Broschen zum Zusammenhalten von Stoffen, die ohne Verschlüsse, oder Becher, die ohne ‚Füße‘ auskommen. Denn früher benötigten Becher immer einen Standring, um überhaupt stehen zu können. Mit dieser Tradition haben sie gebrochen: Jetzt bildet ein geschliffener Bergkristall den Fuß des Bechers, oder er wird eher architektonisch aufgefasst, wie eine Art Säule. Überhaupt ist die minimalistische Architektur neben der Skulptur eine wesentliche Bezugsgröße im Schaffen von Ulla und Martin Kaufmann.

Das Design Lab#10 Alles Klappen! wird kuratiert von Claudia Banz und Ulla Kaufmann.

Über die Reihe „Design Lab“
Die Reihe „Design Lab“ wird kuratiert von Claudia Banz, Kuratorin für Design am Kunstgewerbemuseum. Sie wird gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.

Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin

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“Scratching the Surface“, Ausstellungsansicht, Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin, 2021 © Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin / Mathias Völzke
Ausstellung

Scratching the Surface

Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie, der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof und Leihgaben

Die Ausstellung betrachtet das Zusammenspiel von Mensch, Technik und Natur anhand von Beispielen aus der jüngeren Kunstgeschichte. Die Bandbreite der in den Rieckhallen versammelten Positionen reicht von historischen Entwicklungen seit den 1960er-Jahren, wie etwa Land Art, Arte Povera und Konzeptkunst, bis hin zu zeitgenössischen künstlerischen Auseinandersetzungen mit den Themen Ökologie und Umwelt.

Über die ökologischen Krisen unserer Zeit entwickelte sich in den letzten Jahren eine breite und dringliche öffentliche Diskussion. Phänomene wie Klimawandel, Artensterben, Übernutzung von Ressourcen und die Ausbreitung von Kunststoffen werden in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen als Indiz für den Anbruch eines neuen geologischen Zeitalters verstanden: des Anthropozäns. Der Begriff beschreibt, dass der Mensch (griechisch anthropos) die Entwicklungen auf der Erde maßgeblich prägt. Die in „Scratching the Surface“ ausgestellten Kunstwerke thematisieren, wie sich das Verständnis von Konzepten und Vorstellungen von Landschaft und Umwelt in den vergangenen sechs Jahrzehnten verändert hat.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin

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Ausstellungsansicht, Bode-Museum, 2021 © Staatliche Museen zu Berlin
Ausstellung

Lebewesen, die mal keine Menschen sind


25.05.2021 bis 24.10.2021
Bode-Museum

Die Sonderausstellung wurde von Schüler*innen der Klasse 6c der Grunewald-Grundschule in Berlin konzipiert und kuratiert. Von der Entscheidung für ein Thema, der Auswahl von Skulpturen bis hin zur Gestaltung der Räume waren die Schüler*innen für alles verantwortlich, was zu einer Museumsausstellung gehört.

Die leitenden Fragestellungen für das Ausstellungskonzept waren dabei: Welche Themen beschäftigen Kinder heute und sollten im Museum verhandelt werden? Wie muss eine Ausstellung gestaltet sein, damit sie für junge Menschen attraktiv ist? Auf wessen Augenhöhe werden Sammlungsobjekte präsentiert?

Die Schüler*innen wählten in den Depotbeständen des Bode-Museums Tierskulpturen aus dem 13. bis 17. Jahrhundert aus, um auf Themen aufmerksam zu machen, die ihnen wichtig sind: Klimawandel, Tierschutz, Artensterben, Umweltverschmutzung und die Zerstörung der Lebensräume der Tiere standen dabei im Zentrum.

Kurator*innen, Ausstellungsdesigner*innen, Grafiker*innen: Klasse 6c der Grunewald-Grundschule Berlin: Anna, Anselm, Antonia, Aryan, Charlotte, Daniel, Emma, Filip, Franz, Golda, Josef A., Josef Z., Kenan, Laura, Letizia, Luca, Noah A., Noah V., Riva, Sofia, Stella, Viktor

Künstlerische Projektleitung: Thomas & Renée Rapedius

Eine Sonderausstellung des Programms lab.Bode – Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen im Bode-Museum der Staatlichen Museen zu Berlin

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Asymmetrische Tiefleier mit Pferdeköpfen, © Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptische Museum und Papyrussammlung / Foto: J. Liepe
Ausstellung

Klangbilder – Musik im Alten Ägypten

Mit einer Kabinettausstellung im Neuen Museum widmet sich das Ägyptische Museum und Papyrussammlung dem Thema Musik. Zahlreiche bislang nur selten oder nie ausgestellte Objekte aus den Depots, ergänzt durch Highlights aus der Dauerausstellung, bieten einen Einblick in die Vielfalt der musikalischen Kultur des Alten Ägyptens.

Im Fokus der Ausstellung stehen die originalen Musikinstrumente, die in vier Hauptgruppen zu unterscheiden sind: Idiophone (Selbstklinger), Membranophone (Fellklinger), Aerophone (Luftklinger) und Chordophone (Saitenklinger). Von diesen befinden sich in den Beständen des Museums besonders interessante Exemplare, wie beispielsweise Klappern in Form von menschlichen Unterarmen, das als typisch altägyptisch zu bezeichnende Sistrum, eine Pferdekopfleier oder ein Aulos aus griechisch-römischer Zeit, bei dem durch einen Metallring die Tonart gewechselt werden konnte.

Der Klang dieser Instrumente und die Melodien der altägyptischen Musik lassen sich nur sehr eingeschränkt rekonstruieren. Aufschluss geben die sehr seltenen Notationen, die sich ab der griechisch-römischen Zeit erhalten haben, wie beispielsweise ein Notenblatt mit mehreren Musikstücken, die nachgesungen werden können.

Die Musikinstrumente werden durch bildliche und figürliche Darstellungen von Instrumenten und Musizierenden ergänzt und so in ihren kulturellen Kontext gestellt. Darstellungen von Musik auf Reliefs und in der Wandmalerei werden im Original oder reproduziert gezeigt.

Ziel der Ausstellung ist weniger ein umfassender Überblick über die Musikgeschichte des Alten Ägyptens als vielmehr ein Einblick in einige Facetten anhand der Sammlungsbestände des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung.

Anlass für die Ausstellung war ein für 2020 geplanter, aber aufgrund der Pandemie entfallener Musiktag in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Komponisten Radoslaw Pallarz, der nun als Finissage durchgeführt werden soll. Parallel zu dieser Präsentation im Neuen Museum zeigt die Antikensammlung im Alten Museum eine Ausstellung mit dem Titel „Klangbilder – Musik im antiken Griechenland“. Das Museum für Vor- und Frühgeschichte und das Vorderasiatische Museum beteiligen sich mit Leihgaben und Verweisen in den jeweiligen Dauerausstellungen.

Publikation zur Ausstellung
Zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Begleitbroschüre unter dem Titel „Klangbilder – Musik im Alten Ägypten“. (ISBN: 978-3-88609-855-2).

Die Ausstellung wird gefördert durch den „Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin e. V.“ und „Museum & Location“.

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Grita Götze, Teller „Wiesenstück mit Admiral“, Detail, 2018/19, Keramik mit Engobemalerei © Grita Götze / Klaus E. Göltz, Halle (Saale)
Ausstellung

Flora, Fauna, Fabelwesen

Malerei auf Keramik: Grita Götze, Heidi Manthey, Sonngard Marcks

Die diesjährige Sommerausstellung des Kunstgewerbemuseums im Schloss Köpenick widmet sich den zeitgenössischen Keramikerinnen Grita Götze, Heidi Manthey und Sonngard Marcks, in deren Werk Malerei und Keramik eine besondere Symbiose eingehen. In den meisterhaft gemalten Dekoren lassen sie einen ganzen Mikrokosmos aus Blumen, Gräsern, Früchten, Insekten und Amphibien entstehen. Historisch inspirierte Fabelwesen und Ornamente gesellen sich hinzu. Die rund 80 Exponate sind in die Dauerausstellung des Schloss Köpenicks integriert, so dass sich die Besucher*innen auf eine Entdeckungstour durch die Epochen begeben können.

Grita Götze (geb. 1959 in Schlema) und Sonngard Marcks (geb. 1959 in Eisleben) haben in den 1980er-Jahren bei Heidi Manthey (geb. 1929 in Leipzig) an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale) studiert, wo Manthey 30 Jahre zuvor selbst Studentin war. Alle drei beherrschen die diffizile Technik der Fayence-, Porzellan- und Engobemalerei wie heute nur noch ganz wenige. Damit führen sie eine jahrhundertealte Tradition in die Gegenwart fort und beleben sie neu.

Inspiration für ihre gegenständliche Malerei schöpfen sie aus der genauen Naturbeobachtung, aus historischen Vorbildern und – im Falle von Heidi Manthey – aus der antiken Mythologie. Die Leuchtkraft der mit der Glasur verschmolzenen Farben verleiht den Motiven eine besondere Präsenz und Ausdruckskraft. Die Formen sind dabei weit mehr als nur Bildträger, sie korrespondieren mit den Dekoren. So entsteht ein spannungsreicher Dialog zwischen Oberfläche und Gefäß, ein Wechselspiel zwischen zwei- und dreidimensionaler Wirkung. Fast sämtliche der gezeigten Keramiken sind Unikate. Nicht die Funktionalität steht hier im Mittelpunkt der Gestaltung, sondern die freie künstlerische Aussage. Teekannen werden zu kleinen Bildwerken auf Sockeln, Vasen zu Skulpturen und Teller zu Wandobjekten.

In der Präsentation ergeben sich zahlreiche Querverbindungen zwischen den rund 80 Keramiken der Sonderausstellungen und den permanent gezeigten historischen Exponaten des Schloss Köpenicks. Auch die aufwendigen barocken Stuckdecken mit ihren täuschend echt gestalteten Früchten, Pflanzen und Figuren lassen Bezüge zu den keramischen Malereien von Grita Götze, Heidi Manthey und Sonngard Marcks erkennen. Den Kern der Ausstellung bildet der Bestand des Kunstgewerbemuseums an Keramiken von Heidi Manthey. Leihgaben aus dem Besitz der drei Künstlerinnen und aus privaten Sammlungen ergänzen die Präsentation.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation; ein Rahmenprogramm rundet die Präsentation ab.

Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin

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Pauline Curnier Jardin. Fat to Ashes, Ausstellungsansicht Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin, 2021, Detail © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Mathias Völzke © VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Ausstellung

Pauline Curnier Jardin.
Fat to Ashes

Die Gewinnerin des Preis der Nationalgalerie 2019 zeigt in der Historischen Halle des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin die anlässlich ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Deutschland entstandene raumgreifende Videoinstallation „Fat to Ashes“. Ein raumgreifendes Amphitheater umfasst die Videoinstallation als Zentrum des Spektakels und so sind Wandlung, Prozession und praktizierte Performance im ritualisierten Exzess die inhaltlichen als auch formalen Attribute von Pauline Curnier Jardins „Fat to Ashes“.

Fleisch, Haut, Wachs, Konfetti, Blut, Gedärme, Düfte, Sinne, Rauch, Ritus, Alkohol, Exzess, Berührung, Gesang, Fett und Asche: Das sind mitunter die weichen, rauen, sanften, derben Materialien, mit denen die Künstlerin Pauline Curnier Jardin in ihrer Arbeit hantiert. Ihre filmische und installative Sprache greift oftmals altertümliche, mythenhafte Erzählungen auf, die sie dekonstruiert und durchbricht.

Die Videoinstallation „Fat to Ashes“
„Fat to Ashes“ verbindet drei filmische Momentaufnahmen: ein religiöses Fest zu Ehren der heiligen Agatha, die Schlachtung eines Schweins und den Kölner Karneval. Der Ausstellungstitel verweist auf eine Woche der Ausschweifung vom sogenannten „Fat Thursday“, oder „giovedì grasso“, bzw. Weiberfastnacht oder Fettdonnerstag im Deutschen, bis zum Aschermittwoch als Tag der Ernüchterung und Beginn der Fastenzeit nach christlichem Kalenderjahr. Jardin zeigt diese drei Handlungsräume als Orte der Transgression und der Verwandlung, in denen aus kultischen Bräuchen bis in die Gegenwart eine gesellschaftliche Funktion des Zusammentreffens, der performativen Zurschaustellung und der exaltierten Loslösung geltender Normen fortführt wird.

Eine italienische Süßspeise etwa, die der Form einer weiblichen Brust nachempfunden ist, wird an dem Festtag zum Gedenken des Martyriums der heiligen Agatha verspeist. Die Schlachtung des Schweins geschieht abseits industrialisierter Massentierhaltung auf einem traditionellen, ländlichen Hof. Die Bilder vom Kölner Karneval wiederum sind voller Leben. Im Rückblick auf das Karnevalgeschehen lesen sich die Feierlichkeiten wie eine letzte große kollektive Ausschweifung bevor wenig später, wie die heutigen Betrachter*innen des Videos wissen, Covid-19 zum bundesweiten Lockdown führen wird.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König mit Beiträgen von Sara Giannini, Ana Teixeira Pinto, Giovanna Zapperi und einem Gespräch zwischen Pauline Curnier Jardin und Kristina Schrei.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und gefördert durch BMW.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.

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© GERHARD RICHTER KUNSTSTIFTUNG
Ausstellung

Reflexionen über Malerei

Gerhard Richters „Birkenau“-Zyklus in der Alten Nationalgalerie

Die Ausstellung eines zentralen Werks von Gerhard Richter ist dem übergeordneten Thema der Möglichkeiten und Grenzen von Malerei gewidmet. Der aus vier großformatigen, abstrakten Bildern bestehende Zyklus „Birkenau“ von 2014 stellt das Ergebnis einer langen und tiefen Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Holocaust dar. Intensiv beschäftigte Gerhard Richter dabei die Frage, ob und wie der beispiellose Völkermord überhaupt darstellbar sei.

Bereits unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in Deutschland über die Frage, ob und wie der Holocaust künstlerisch darstellbar sei, sehr offen diskutiert. Angesichts des bis heute schier unfassbaren Völkermordes, den die Nationalsozialisten an bis zu 6 Millionen Juden verübt hatten, sprachen zahlreiche Kunstschaffende von einem nichtangemessenen Unterfangen und lehnten eine künstlerische Darstellung des Holocaust kategorisch ab.

Künstlerische Auseinandersetzung mit dem Holocaust
Gerhard Richter näherte sich diesem Thema immer wieder. Angefangen mit Zeichnungen zum Tagebuch der Anne Frank (1957) folgten in den 60er Jahren die inzwischen zerstörten Bilder „Erschießung“ und „Hitler“ und danach die Bilder „Tante Marianne“, „Onkel Rudi“ und „Herr Heyde“. Gleichzeitig nahm er zahlreiche Fotos zum Holocaust in seinen „Atlas“ auf. Dreißig Jahre später machte Gerhard Richter Entwürfe mit diesem Thema für die Eingangshalle des Bundestages, die er aber doch verwarf und dafür die Glasarbeit „Schwarz-Rot-Gold“ vorschlug, die seit 1997 dort platziert ist. Der Kontakt zu Georges Didi-Huberman und seinem Buch „Bilder trotz allem (2008)“, speziell zu den vier Fotografien, beschäftigte Gerhard Richter lange und führte 2014 zu den vier „Birkenau“-Bildern.

Der Zyklus „Birkenau“
Die Fotografien, die ein Häftling heimlich machte, zeigen unter anderem Leichen der zuvor in Gaskammern ermordeten Lagerinsassen in einem Waldstück sowie nackte, auf dem Weg zur Gaskammer befindliche Frauen. Im künstlerischen Prozess übertrug Gerhard Richter im ersten Schritt die Fotografien auf vier Leinwände, schuf damit vier figurative Bilder, um sie dann nach und nach zu übermalen. Dabei verwandte er die seit Jahren von ihm eingesetzte Maltechnik, bei der er zunächst mit Pinseln Farbe aufträgt und diese anschließend mit einer Rakel verteilt, oder wieder abkratzt. Dieser Vorgang wurde mehrfach wiederholt.

Malerei zwischen Zeigen und Nicht-Zeigen
Mit jeder weiteren Farbschicht verschwand die gemalte fotografische Vorlage etwas mehr, bis sie schließlich nicht mehr sichtbar war. Angesichts des Grauens und des unfassbaren Verbrechens gegen die Menschlichkeit, das mit dem Holocaust verbunden ist, entsteht bei Gerhard Richter also ein Abstraktionsprozess, der in eine Weigerung der direkten Abbildung mündet. Mit diesem Prozess fand Gerhard Richter einen Weg, auf dokumentarisches Material zurückzugreifen, ohne es direkt zu zeigen. Seine abstrakte Malerei bietet Form- und Farbklänge, erzeugt, gerade mit den zahlreichen schwarz-grauen Flächen, eine melancholische, nachdenkliche Stimmung. Das Figurative und das Abstrakte schließen sich in diesen Werken jedoch nicht aus. Vielmehr eröffnet Richter einen entstehenden Raum zwischen Zeigen und Nicht-Zeigen. Es ist ein Art Zwischenraum, der malerisch, ästhetisch und gedanklich ein weites Feld an Reflexionen ermöglicht.

Werk, Kontext und Reflexionen im Ausstellungsraum
Zur Präsentation in der Alten Nationalgalerie gehört neben den vier malerischen Bildern und Abbildungen der vier Fotovorlagen auch ein großer, vierteiliger Spiegel. Fast von Anfang an begleiteten Glas- und Spiegelarbeiten die Malerei von Gerhard Richter, weil sich seine Bilder nicht als reine Ansichten oder als Blicke durch ein Fenster begreifen lassen, sondern immer zugleich auf eine Realität vor dem Bild verweisen. In diesem Sinne verfolgt Gerhard Richter mit dem Grauen Spiegel, der gegenüber der vier „Birkenau“-Bilder platziert ist, eine weitere Ebene der Auseinandersetzung. Auf diese Weise werden aber nicht nur die vier Gemälde und die damit aufgerufenen Kontexte reflektiert, sondern auch wir selbst, die Betrachtenden der Bilder und des Spiegels.

Die Vielschichtigkeit von Abbildung und Darstellung, die mit diesem Zyklus aufgerufen wird, berührt Grundfragen der Malerei, wie sie uns über alle Zeiten hinweg beschäftigt haben. Gerade deshalb hat sich Gerhard Richter für die Präsentation des „Birkenau“-Zyklus die Alte Nationalgalerie als Ort gewünscht.

Auftakt zu langfristiger Kooperation
Anlass für die Präsentation des „Birkenau“-Zyklus ist eine langfristige Zusammenarbeit der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, mit der GERHARD RICHTER KUNSTSTIFTUNG. Der „Birkenau“-Zyklus und weitere Arbeiten des Künstlers (ungefähr 100 Werke aus mehreren Schaffensphasen), werden ab 2023 permanent in einem Gerhard Richter-Raum in einem der Häuser der Nationalgalerie gezeigt werden. Eigentlicher Bestimmungsort des Konvoluts ist ein eigener großer Raum im „Museum des 20. Jahrhunderts, dem Neubau am Kulturforum.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.

Präsentiert mit Unterstützung des Kuratoriums Preußischer Kulturbesitz.

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3 Ausstellung

Germanen

Eine archäologische Bestandsaufnahme

Erstmals stehen die Germanen im Mittelpunkt einer großen archäologischen Übersichtsausstellung. Das Museum für Vor- und Frühgeschichte zeigt in Kooperation mit dem LVR-Landesmuseum Bonndie Sonderausstellung „Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme“ auf der Museumsinsel Berlin: Während im Neuen Museum die wechselhafte Geschichte der Germanenforschung und -rezeption präsentiert wird, sind in der aus Anlass der Ausstellung wiedereröffneten James-Simon-Galerie über 700 Exponate, darunter zahlreiche Neufunde und hochrangige Leihgaben aus Deutschland, Dänemark, Polen und Rumänien zu sehen.

Gegliedert in sieben Kapitel gibt die Ausstellung in der James-Simon-Galerie Einblicke in die Archäologie jener Gemeinschaften, die zwischen dem 1. Jahrhundert vor und dem 4. Jahrhundert nach Christus die Gebiete rechts des Rheins und nördlich der Donau besiedelten, und für die Caesar den Begriff „Germanen“ als Sammelbezeichnung und Ordnungsgröße prägte. Spektakuläre Funde wie auch einfache Gebrauchsgegenstände zeichnen das Bild einer agrarisch ausgerichteten Gesellschaft mit einer überregional vernetzten Oberschicht, die vor allem in üppig mit Edelmetall und römischen Importen ausgestatteten Gräbern sichtbar werden.

Das Schmiedehandwerk war hoch entwickelt und brachte Zeugnisse großer Kunstfertigkeit und Schönheit hervor. Einen Höhepunkt der Ausstellung stellt ohne Zweifel der reich verzierte Schildbuckel aus dem berühmten Fürstengrab von Gommern dar, der von versierten germanischen Metallhandwerkern aus einem massiven römischen Silbergefäß hergestellt und mit silbervergoldeten Pressblechen, Vergoldungen und Glaseinlagen verziert wurde.

Konflikte nur mit den Römern?
Allgemein bekannt sind die Germanenkriege Roms, allerdings nur aus römischer Sicht. Jedoch haben auch kriegerische Auseinandersetzungen zwischen germanischen Stammesverbänden untereinander archäologische Spuren hinterlassen. Umfangreichen Kriegsbeuteopfer, die in Norddeutschland und Skandinavien in Mooren versenkt wurden, vermitteln einen Eindruck von der Größe germanischer Heere, ihrer Ausrüstung und Organisation nach römischem Vorbild. Einer der wertvollsten Funde aus dem Thorsberger Moor nahe Schleswig ist ein Zierblech aus vergoldetem Silber- und Bronzeblech mit plastisch herausgearbeitetem Tierfries und eng aneinandergereihten Menschenköpfen, das den Göttern als Dank für den Sieg im Kampf geopfert wurde.

Germanische Schriftbelege
Ausgewählte Exponate illustrieren mit ihren Inschriften die seltenen Schriftbelege in der Germania. Die älteste germanische Inschrift aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. auf der Fibel von Meldorf ist von rechts nach links als lateinische Buchstaben IDIN (Ida) und von links nach rechts in Runenschrift als HIWI (der Häuslichen) lesbar und verbindet somit das Runenalphabet mit dem Lateinischen, aus dem es entwickelt wurde.

Forschungen zu Germanen waren und sind wesentlich durch das Spannungsfeld zwischen römischem Reich und der Germania geprägt, wobei die römische Perspektive häufig im Vordergrund steht. Die Ausstellung stellt nun das germanische Siedlungsgebiet in den Mittelpunkt, behandelt aber auch Roms Verhältnis zu den germanischen Gesellschaften.

Germanen in der Forschung damals und heute
Die Germanenrezeption, speziell in den Berliner Museen, beleuchtet der zweite Teil der Ausstellung unter dem Titel „Germanen. 200 Jahre Mythos, Ideologie und Wissenschaft“ für das 19. und 20. Jahrhundert. Dieses Thema wird im „Vaterländischen Saal“ des Neuen Museums an einem historischen Ort präsentiert: Die spektakulären Wandgemälde zur „Nordischen Mythologie“ vermittelten um die Mitte des 19. Jahrhunderts einer breiten Öffentlichkeit erstmals eine bildliche Vorstellung vom nordischen Götterhimmel, die allerdings erst auf mittelalterlichen Quellen fußte. Die ausführliche Interpretation dieses Bilderfrieses, der auf die Überlieferungen der Edda zurückgeht, bildet den ersten Schwerpunkt in diesem Ausstellungsteil.

Vor dem Hintergrund von 200 Jahren Germanenforschung wird darüber hinaus gezeigt, wie sich die Berliner Museen im jeweils aktuellen Forschungsdiskurs zu Fragen der Herkunft, Ausbreitung und Datierung der Germanen positionierten und mit wandelnden Museumskonzeptionen reagierten: Im frühen 19. Jahrhundert bestimmten die Erwähnungen der Germanen in den Texten antiker Autoren deren Identität. Ende des 19. Jahrhunderts begann die Verknüpfung des antiken Volksbegriffs der Germanen mit archäologischen Kulturen. Im frühen 20. Jahrhundert etablierte sich ein Streit darüber, ob archäologische Kulturen der Bronzezeit oder Jungsteinzeit schon „germanisch“ seien. Dies schuf eine verhängnisvolle Nähe zur nationalsozialistischen Rassenideologie. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde nicht mehr vordergründig von Germanen, sondern von Trägern verschiedener archäologischer Kulturen der Vorrömischen Eisenzeit (ca. 600 v. Chr. bis zur Zeitenwende) oder der nachfolgenden Römischen Kaiserzeit (370/80 n. Chr.) gesprochen.

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16.03.21, 12:59, MAX Germanen als Menschen wie wir


Man wird noch vor der eigentlichen Ausstellung mit einer sehr schönen Karte im Zeitraffer durch die bewegte Ausbreitungsgeschichte der Germanen anhand von Fundorten geführt.
Dieses und die gut aufbereitete und einheitliche Präsentation der Fundstücke steht jedoch im Kontrast zu dem offensichtlichen und wiederholten Bemühungen von Aussagen verschiedener Wissenschaftler in Videoeinspielungen von kaum vorhandenen Gemeinsamkeiten der Bewohner Germaniens zu sprechen. Auch ist es unverständlich der Ausstellung die Überschrift Germanen zu geben um dann etwas bemüht erklären zu wollen, dass es diese eigentlich so gar nicht gäbe und die Unterschiede zwischen der verschiedenen Stämmen oder gar Völkern sehr groß seien.
Das entspringt vermutlich der Vorstellung, man müsse sich aufgrund der näheren deutschen Geschichte immer ein wenig auf Abstand halten, um nicht in einen verdächtigen Geruch zu geraten.
Gegen Abstand ist ja gar nichts einzuwenden, aber sollten wissenschaftliche Betrachtung nicht zuvorderst der Wissenschaft verpflichtet sein? Allzu ideologische oder gar politische Aspekte weder in die eine noch in die andere Richtung bleiben besser außen vor. Zunächst sollten sich Wissenschaftler der Wahrheit zu nähern versuchen und nicht den selben Fehler wie zuvor begehen. Einseitigkeiten, nur dann mit umgekehrten Vorzeichen entsprechen auch nicht der wissenschaftlichen Wirklichkeit.

Zunächst waren die Germanen vor 2000 Jahren Menschen, die jeden Tat neu ums Überleben gekämpft haben und zusehen dass sie die Kinder lebend über den Winter brachten. Und sicher waren auch Infektions- und andere Krankheiten auch damals schon eine Plage.
Mit ihrer dezentralen Struktur, Entscheidung wichtiger Belange in zentralen Versammlungen, den Things, zu fällen und der starken Stellung der Frau als Heilerin und Verwalterin von Hof und Haus haben zentrale Elemente dieser Kulturen durchaus ihren Einfluss bis in unsere heutige Zeit genommen. Und dass die Deutschen Reiseweltmeister sind, ist vielleicht auch ein Erbe unserer Vorfahren und ihres nach Süden gerichteten Lichtkultes.
Bis heute feiern wir mit Weihnachten und Ostern Feste, deren Ursprünge in der germanischen Kultur liegen und vom Christentum adaptiert wurden.

Wir wäre es, die Germanen als Menschen wie uns zu begreifen in all der Ambivalenz, wie uns auch heute noch zuteil ist.
Mit diesem Vorsatz kann man sich dieses Themas mit etwas mehr Gelassenheit nähern und unsere Ururur..großmütter und -väter nicht in Geiselhaft nehmen für jedwede Ideologien. Nehmen wir sie als das was sie sind: uns verwandte Menschen aus Mitteleuropa, die uns viel zu sagen haben.
Eine starker Ansatz dieser Ausstellung ist, die Sicht auf die Germanen nicht aus römischer Perspektive zu zeigen sondern sie durchaus selbst sprechen zu lassen.
Zu uns sprechen heute nur noch die Fundstücke und von denen wird in dieser Ausstellung reichlich geboten. Einige dieser Funkstücke reden sogar in besonderer Weise mit uns: die ältesten Artefakte mit germanischen Runen schon ab dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung sind nochmal ein besonderer Höhepunkt dieser unbedingt sehenswerten Ausstellung.

Ausstellung

Die Krone von Kertsch

Schätze aus Europas Frühzeit

Völkerwanderungszeitlicher Goldschmuck vom Schwarzen Meer, silberne Gewandspangen und prächtige Gürtel aus Gräbern des frühen Mittelalters in Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland – Teile der Sammlung des Johannes von Diergardt werden nach über 80 Jahren wieder in Berlin zu sehen sein, wo sie bis 1934 ausgestellt waren.

Sie gewähren glänzende Einblicke in die europäische Geschichte, besonders in die Ereignisse zwischen Antike und Mittelalter. Nach dem Tod des Sammlers und Mäzens gelangten sie in das Römisch-Germanische Museum Köln. Umbauarbeiten im Kölner Museum bieten nun eine gute Gelegenheit, die Schätze nach langer Zeit wieder der Berliner Öffentlichkeit zu präsentieren.

Eine Sonderpräsentation des Museums für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Römisch-Germanischen Museum der Stadt Köln

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Modellbüste der Nofretete, Dreiviertelprofil nach rechts, 18. Dynastie, Amarna, Ägypten © bpk / Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, SMB / Martin Specht
Ausstellung

Altes Ägypten

Dauerausstellung

In bislang nie gezeigtem Ausmaß von über 2 500 Exponaten präsentiert sich das Ägyptische Museum und Papyrussammlung im Nordflügel des Neuen Museums über drei Ebenen auf einer Fläche von 3 600 Quadratmetern.

Die Konzeption und Gestaltung der Schausammlung gewährt einen umfassenden Einblick in Kontinuität und Wandel der altägyptischen Kultur über vier Jahrtausende sowie in die Kulturgeschichte des antiken Sudan. Durch den Wiederaufbau mehrerer Opferkammern werden Grabarchitektur und Reliefkunst des Alten Reiches in einzigartiger Weise präsentiert. Neben der Thematisierung verschiedener kultureller Schwerpunkte wie Toten- und Götterkult, Königtum und Alltagsleben wird erstmals auch die Wissenschaftsgeschichte der Ägyptologie dargestellt und erläutert. Die Papyrussammlung zeigt in der "Bibliothek der Antike" eine große Auswahl hoch bedeutender Texte und Literaturwerke über die gesamte Zeitspanne altägyptischer bis spätantiker Schriftkultur.

Eine besondere Betonung der Ausstellungskonzeption liegt auf der Vermittlung des altägyptischen Menschenbildes durch die nach unterschiedlichen Gesichtspunkten in mehreren Räumen arrangierten Skulpturen, deren Höhepunkt die Präsentation der Büste der Nofretete im Nordkuppelsaal des Neuen Museums darstellt.

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Griff eines Weinkruges aus dem Fund von Neupotz mit einer Darstellung der Göttin Minerva, Ausschnitt © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte / Claudia Klein
Ausstellung

Schätze aus dem Rhein. Der Barbarenschatz von Neupotz

Dauerausstellung

Im Bacchussaal des Neuen Museums stand lange einsam der Xantener Knabe, eine römische Bronzestatue, 1858 im Rhein bei Xanten von Fischern entdeckt. Nun bekommt der Bronzejüngling Zuwachs en masse: eiserne Werkzeuge und Wagenteile, Vorhängeschlösser und Fußfesseln, Bronzekessel und Silbergeschirr. Der „Barbarenschatz von Neupotz“ – im 3. Jahrhundert n. Chr. im Rhein versunken – wird für die kommenden Jahre die Dauerausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte um eine Attraktion bereichern.

Nah am damaligen Alltag
Die einst in den Fluten des Rheins versunkenen Objekte stammen zumeist aus römischen Privathäusern. Es handelt sich etwa um einfaches Küchen- und Kochgeschirr, aber auch um wertvolles Tafelgeschirr zum Auftragen von Speisen und Getränken und zum Mischen von Wein. Viele Stücke zeigen Spuren intensiven Gebrauchs: Abnutzung, Reparaturen, Flicken. Die Objekte führen uns ganz nahe an die Menschen, die damit arbeiteten, an ihren Alltag. So auch die römischen Werkzeuge aus Eisen – wie Äxte, Zangen und Hacken –, deren Formen uns heute immer noch vertraut erscheinen. Sie haben sich über die Jahrhunderte nicht sehr verändert. Vorhängeschlösser und die schweren Eisenbeschläge römischer Lastwagen geben Aufschluss über den hohen Stand der antiken Technik. Fußfesseln erinnern an die weniger fortschrittlichen Züge der römischen Gesellschaft. Weiheinschriften auf manchen Stücken schließlich lassen vermuten, dass diese aus Heiligtümern genommen worden waren.

Der "Stumme Diener"
Im passenden Ambiente des Bacchussaals mit seiner an pompejanische Wandmalereien angelehnten Ausgestaltung wird ein Querschnitt aus den Neupotzer Metallmassen in zwei Hoch- und zwei Tischvitrinen präsentiert. Sie geben einen Überblick über den umfänglichen Fund. Der im Bacchussaal seit der Neueröffnung des Neuen Museums aufgestellte Xantener Knabe bleibt vor Ort. Auch er war im Rhein verloren gegangen, bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. In der Behausung eines vornehmen Römers aufgestellt, reichte er Gästen als „Stummer Diener“ einst Speisen und Getränke auf einem Tablett dar. Auch für seinen Verlust im Rhein werden Unruhen verantwortlich gemacht. So passen sie gut zusammen – der Xantener Knabe und der Schatzfund von Neupotz: die Schätze aus dem Rhein.

Eine Dauerausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin.

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Schwerter und Lanze, Bronze. 9.-8. Jh. v. Chr., Stölln, Deutschland © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte / Klaus Göken
Ausstellung

Zurück! Steinzeit. Bronzezeit. Eisenzeit

Dauerausstellung

Das Museum für Vor- und Frühgeschichte bietet in der oberen Etage einen Rundgang durch die ältesten Epochen der Menschheitsgeschichte. Mit seinen einzigartigen Sammlungen zur Vor- und Frühgeschichte Europas und der angrenzenden asiatischen Gebiete gelingt es, die großen Entwicklungslinien der frühen europäischen Geschichte anschaulich mit herausragenden Originalen aufzuzeigen.

Der Rundgang in Ebene 3 beginnt im Roten Saal, der das Ambiente einer Ausstellung des späten 19. Jahrhunderts aufleben lässt und die Herkunft wichtiger Bestände der vorgeschichtlichen Sammlung aufzeigt. Im starken Kontrast dazu steht die moderne Präsentation im folgenden Saal zur Archäologie in Berlin, der mit aktuellen Funden zeigt, was Archäologen heute mit Hilfe moderner Methoden aus dem Boden der Hauptstadt holen.

Unmittelbar danach geht es zurück in die frühesten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Im Steinzeit-Saal begrüßen die Besucher der berühmte 11-jährige Neandertalerjunge aus Le Moustier in Frankreich und der beliebte Elch vom Berliner Hansaplatz. Die zweite Saalhälfte zeigt mit prächtigen Funden der Jungsteinzeit den Übergang zu Ackerbau und Viehzucht.

Im Bronzezeitsaal bilden die Großvitrinen mit beeindruckenden Exponatmontagen und einem dreidimensionalen Blick auf das älteste bekannte Schlachtfeld der Menschheitsgeschichte eine Prozessionsstraße hin zum berühmten Berliner Goldhut. Am Ende des Rundgangs in Ebene 3 präsentieren sich die eisenzeitlichen Kulturen mit hallstattzeitlichen Fürstengräbern und latènezeitlichen Fundkomplexen auch im Kontext der mittelmeerischen Kulturen.

Die Zeitmaschine über die Jahrtausende
Zwischen dem Bronzezeit- und dem Eisenzeitsaal erwartet die Besucher eine besondere Reise: Unsere Zeitmaschine führt in eine historische Landschaft am Fluss und beobachtet deren Bewohner über die Jahrtausende. Als Grundlage dafür dienen archäologische Erkenntnisse. In unserer Zeitmaschine wird dabei die wechselseitigen Einflüsse von Mensch und Umwelt deutlich.

In den eigens für die Ausstellung erstellten Zeichnungen, die für die Filmsequenzen animiert wurden, verbergen sich viele Exponate aus der neuen Präsentation und es wird nachvollziehbar, welche Rolle sie im Leben unserer Vorgänger gespielt haben. Damit wird die Grundidee dieser Ausstellungsebene auf den Punkt gebracht: Wir wollen den Besucher mitnehmen auf die spannende Reise zu den frühen Epochen der Menschheitsgeschichte in Europa.

Eine Dauerausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin.

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Blick in den Saal der Deutschrömer im 2. Ausstellungsgeschoss der Alten Nationalgalerie © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / David von Becker
Ausstellung

Sammlungspräsentation: Die Kunst des 19. Jahrhunderts

Dauerausstellung

Die Alte Nationalgalerie gilt als umfangreiche Epochensammlung für die Kunst zwischen Französischer Revolution und Erstem Weltkrieg, zwischen Klassizismus und Sezessionen. Einzigartig ist die große Harmonie zwischen Sammlung und Gebäude des Museums: Das unter der Leitung von Heinrich Strack nach Plänen von August Stüler entworfene Gebäude wurde von 1867 bis 1876 errichtet und beherbergt heute eine der schönsten Sammlungen mit Kunst desselben Jahrhunderts. Der Rundgang durch das Haus bietet somit einen tiefen Einblick in die Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

1. Ausstellungsgeschoss
Adolph Menzels Gemälde, darunter so wichtige Werke wie das "Balkonzimmer" und das "Eisenwalzwerk", zeigen den unermüdlichen Beobachter, der wichtige Themen der preußischen Geschichte aufgriff und dabei mit erstaunlicher Fantasie und feinem Kolorismus aufwartet.

Unter den Skulpturen des 19. Jahrhunderts befinden sich so berühmte Werke wie die Prinzessinnengruppe von Johann Gottfried Schadow sowie Werke von Berthel Thorwaldsen, Antonio Canova, Ridolfo Schadow, Reinhold Begas, Adolf von Hildebrand sowie Constantin Meunier.

2. Ausstellungsgeschoss
Reichhaltig und qualitätvoll ist auch der Bestand an impressionistischer Malerei. Meisterwerke von Edouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir, Edgar Degas, Paul Cézanne und Skulpturen von Auguste Rodin wurden frühzeitig erworben.
Die Malerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist mit Werken von Hans Thoma, Anselm Feuerbach, Arnold Böcklin, Hans von Marées, Wilhelm Leibl und Wilhelm Trübner vertreten. Darüber hinaus präsentiert die Nationalgalerie ihren großen Bestand an Gemälden von Max Liebermann.

3. Ausstellungsgeschoss
Die Kunst der Goethezeit ist mit Landschaften Jakob Philipp Hackerts, mit Porträts von Anton Graff und seinen Zeitgenossen und mit Werken der in Rom tätigen Nazarener vertreten: Peter Cornelius, Friedrich Overbeck, Wilhelm Schadow und Philipp Veit schufen mit den Fresken zur Josephslegende ein bedeutendes Auftragswerk für die Casa Bartholdy in Rom.

Zwei Säle im Obergeschoss der Nationalgalerie bieten Platz für Preziosen der Romantik: Gemälde von Caspar David Friedrich aus allen Schaffensphasen veranschaulichen die Entwicklung des Hauptmeisters der deutschen Romantik. Die programmatischen Architekturvisionen Karl Friedrich Schinkels zeigen den Architekten als ingeniösen Landschaftsmaler. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Werke Karl Blechens, der mit sprühender Farbigkeit und unkonventionellen Bildthemen seiner Zeit vorausgreift. Gezeigt werden ferner Porträts von Philipp Otto Runge und Gottlieb Schick, Landschaften von Joseph Anton Koch und Carl Rottmann. Das Biedermeier ist vertreten durch Berliner Stadtansichten von Eduard Gaertner und Johann Erdmann Hummel sowie durch Landschaften und Porträts von Ferdinand Georg Waldmüller.

Eine Dauerausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.

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Prometheus-Gruppe © asisi / Tom Schulze
Ausstellung

Pergamonmuseum. Das Panorama

17.11.2018 bis auf Weiteres

PERGAMON. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi

Die einzigartige Zusammenarbeit der Antikensammlung mit dem Künstler Yadegar Asisi aus dem Jahr 2011/2012 wird nun fortgesetzt: Im temporären Ausstellungsgebäude „Pergamonmuseum. Das Panorama“ wird das Ausstellungsprojekt „PERGAMON. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi“ präsentiert – mit Highlights aus den Beständen der Antikensammlung sowie einem vollständig überarbeiteten Panorama von Yadegar Asisi.

Das Panorama führt die Besucherinnen und Besucher zurück in das Jahr 129 n. Chr. und zeigt ihnen die antike Stadt Pergamon an der kleinasiatischen Westküste. Yadegar Asisi rekonstruiert den Zustand der Stadt in der hohen römischen Kaiserzeit unter der Regierung des Kaisers Hadrian (117-138 n. Chr.). Die Bildinhalte des ersten Pergamon-Panoramas sind umfassend überarbeitet worden. In Zusammenarbeit mit dem Team der Antikensammlung wurden etwa 40 neue Szenen konzipiert und in das Bild eingefügt. Dazu fand zuletzt im Oktober 2017 ein aufwändiges Fotoshooting in einem Berliner Filmstudio statt.

Restauration und künstlerische Interpretation
Für die vom Studio asisi gestaltete Ausstellung mit etwa 80 der wichtigsten Werken der Antikensammlung aus Pergamon – darunter der größte Teil des Telephos-Frieses vom Pergamonaltar – wurden aufwändige Restaurierungen der Originale durchgeführt. Dies gilt vor allem für die großen Frauenstatuen aus dem Hof und die Skulpturen vom Dach des Großen Altares. Mit Ausnahme der an das Metropolitan Museum of Art entliehenen Statue der Athena Parthenos aus der Bibliothek von Pergamon sind alle berühmten Bildwerke der Stadt wie der sog. „Schöne Kopf“, das kolossale Haupt des Herakles, die Porträts der Könige, die Tänzerin aus dem Palast, die Prometheus-Gruppe oder die Kreuzband-Athena zu sehen.

Verschiedene Installationen zeigen den Besucherinnen und Besuchern künstlerische Interpretationen zum besseren Verständnis der antiken Lebenwelt. Wesentliche Elemente sind dabei neu geschaffene Zeichnungen von Yadegar Asisi, die sich mit den Skulpturen, der Architektur und der Stadtanlage Pergamons auseinandersetzen.

Der Pergamonaltar in seinem ursprünglichen Kontext
Die Antikensammlung lässt gemeinsam mit Yadegar Asisi mit „PERGAMON. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi“ ein Gesamtkunstwerk entstehen, das die Ergebnisse langjähriger archäologischer und bauhistorischer Forschungen mit der Arbeit eines zeitgenössischen Künstlers zu einer Gesamtheit verdichtet. Schon 2011/12 hatten rund 1,5 Millionen Menschen die Ausstellung Pergamon. Panorama der antiken Metropole besucht. Die Gesamtpräsentation der Skulpturen aus dem Pergamonmuseum mit dem Asisi-Panorama ermöglicht ein einmaliges Ausstellungserlebnis, das an der antiken Lebenswelt teilhaben lässt. Nicht zuletzt ist hier der Pergamonaltar in seinem ursprünglichen baulichen Kontext auf der Akropolis zu erleben.

„PERGAMON. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi“ wird ermöglicht durch die großzügige finanzielle Förderung der Adolf Würth GmbH & Co.KG.

Social Media
Für weitere Impressionen der Ausstellung suchen Sie einfach auf den gängigen Social-Media-Kanälen, wie Facebook und Instagram, nach dem Hashtag: #pergamon360

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Blick in die neue Dauerausstellung © Staatliche Museen zu Berlin/ Ute Franz-Scarciglia
Ausstellung

Kulturkontakte. Leben in Europa

Dauerausstellung

"Kulturkontakte. Leben in Europa" zeigt auf 700 Quadratmetern einen Querschnitt aus den vielfältigen Sammlungen des Museums Europäischer Kulturen. Mit dem thematischen Ansatz greift es Diskussionen über gesellschaftliche Bewegungen und Abgrenzungen auf.

Das im weitesten Sinne mobile Verhalten von Menschen in und nach Europa bewirkt auf der einen Seite kulturelle Begegnungen und Vermischungen, die zur Entwicklung globaler Kulturen führen können. Auf der anderen Seite wirft es Fragen nach Zugehörigkeiten und Identitäten von Individuen und Gruppen auf. Sie können sich bei aller Globalisierung "verloren" fühlen und besinnen sich deshalb auf das ihnen Vertraute: auf ihre Heimat, den Ort, die Region, oder ihr Land.

Spielen die kulturellen Gemeinsamkeiten Europas dabei eine Rolle? Die Dauerausstellung stellt Beispiele vor - mit zum Teil außergewöhnlichen Objekten. Eine Prachtgondel aus Venedig von 1910 steht dabei stellvertretend für alle Themenbereiche: Handel, Reisen, Bildmedien, Migration, kulturelle Verortungen und Frömmigkeit.

Eine Dauerausstellung des Museums Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin.

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Joseph Beuys: DAS ENDE DES 20. JAHRHUNDERTS, 1982/1983 © VG Bild-Kunst, Bonn 2013 / Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Sammlung Marx / Thomas Bruns
Ausstellung

Die Sammlungen. The Collections. Les Collections

Dauerausstellung

Die Sammlungen der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof zeichnen die künstlerischen Strömungen von 1960 bis in die Gegenwart nach. Seit der Eröffnung des Hauses im Jahr 1996 hat die Präsentation der Sammlung Marx mit Werken von u. a. Joseph Beuys, Andy Warhol, Robert Rauschenberg und Cy Twombly einen besonderen Stellenwert – neben den Beständen der Nationalgalerie mit bedeutenden Arbeiten etwa von Dieter Roth, Bruce Nauman oder Carolee Scheemann. Ausgehend von diesen Pionieren der Entgrenzung traditioneller Kunstformen legt das Museum in seinen Ausstellungen und Programmen den Schwerpunkt auf die Interdisziplinarität zeitgenössischer Kunst. Zudem zeigen die Sammlungspräsentationen auch Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof. Die Bestände werden in thematischen Ausstellungen und in wechselnden Sammlungspräsentationen unter dem Titel „Die Sammlungen. The Collections. Les Collections“ präsentiert.

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Online

Volkswagen ART4ALL Online Edition

Die durch Volkswagen, langjährigem Partner der Nationalgalerie, ermöglichte Initiative ART4ALL bietet an jedem ersten Donnerstag im Monat von 16 bis 20 Uhr kostenfreien Eintritt in den Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin sowie ein interdisziplinäres Programm aus Vorträgen, Performances und Künstler*innengesprächen. Während der aktuellen Schließung finden die Veranstaltungsformate online statt. Den Auftakt bildet ein Gespräch mit Künstler Walter Dahn, der in der Sonderausstellung „To Whom It May Concern. Schenkung Paul Maenz“ mit dem mit Jiří Georg Dokoupil entstandenen Zyklus der „Ricki-Bilder" vertreten ist. Beide Maler gehörten Anfang der 1980er-Jahre zur „Mülheimer Freiheit“, einer Künstlergemeinschaft in Köln, welche die Szene mit ihren neoexpressiven Gemälden aufmischte. Neben seinem künstlerischen Schaffen entwickelte Dahn auch ein musikalisches Werk, das er im Podcast mit Kurator Sven Beckstette reflektiert.

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© Staatliche Museen zu Berlin
Online

Marken:Zeichen. Das Grafische Atelier Stankowski + Duschek

Virtueller Rundgang

Logo, Leitsystem, Corporate Identity – was heute selbstverständlich zu jedem Firmenimage gehört, steckte Mitte des 20. Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen. Bahnbrechend in der Entwicklung war das Grafische Atelier Stankowski + Duschek, das mehrere Jahrzehnte zu den führenden Büros für Kommunikationsdesign in Deutschland zählte. Die Sonderausstellung der Kunstbibliothek stellt das Werk des Ateliers incl. vieler berühmter Markenzeichen und Erscheinungsbilder – darunter die Deutsche Bank, Rewe oder das Berlin-Layout, das ab 1969 alle grafischen Produkte der Stadt bestimmte – anhand von rund 300 Exponaten vor. Der virtuelle 360°-Rundgang bietet Besucher*innen die Möglichkeit, sich frei durch den Ausstellungsraum zu bewegen, Objekte aus der Nähe zu betrachten und sich anhand begleitender Texte zu informieren.

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Online

Online-Angebote der Staatlichen Museen zu Berlin

Dank des vielfältigen Online-Angebots lassen sich die 15 Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin rund um die Uhr erschließen – und viele der Museen können in virtuellen Rundgängen auch außerhalb der Öffnungszeiten erkundet werden. Zudem gibt es auf der Website www.smb.museum, in der Online-Datenbank SMB-digital und auf Museum and the City, dem Blog der Staatlichen Museen zu Berlin, eine Vielzahl von Objekten und Geschichten zu entdecken. Das Online-Angebot wird kontinuierlich weiterentwickelt und um spannende neue Inhalte ergänzt.

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© Staatliche Museen zu Berlin
Ausstellung

Klartext.
Zur Geschichte des Bode-Museums

18.11.2020 bis auf Weiteres

Erstmalig steht das Bode-Museum selbst im Mittelpunkt einer Ausstellung. Rund eine viertel Million Besucher*innen begrüßt das Bode-Museum jährlich, seine Fassade gehört zu den Wahrzeichen von Berlin. Seine Geschichte und die hier ausgestellten Sammlungen sind oftmals weniger bekannt. Dabei stehen die Vergangenheit und Gegenwart des Hauses in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschichte Berlins: Wie Berlin hat auch das Bode-Museum die beiden Weltkriege, den Nationalsozialismus und die deutsche Teilung überstanden und stellt sich auch den aktuellen Herausforderungen der Corona-Pandemie.

Die Ausstellungssonderseiten unter www.smb.museum/klartext ermöglichen es, auch online die einzelnen Themenbereiche zu erkunden. Unter anderem stehen Infoblätter zu ausgewählten Werken und ein chronologischer Überblick zur Geschichte des Museums zur Verfügung.

Gegliedert ist die Ausstellung in vier zentrale Sektionen, die das Museum definieren:
Die Sammlungen
Das Gebäude
Die Forschung
Das Publikum

Eine Sonderausstellung von Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst in Kooperation mit dem Münzkabinett und dem Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin.

Wichtige restauratorische Maßnahmen und kunsttechnologische Untersuchungen, die in der Ausstellung präsentiert werden, wurden durch die großzügige Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung ermöglicht.

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© Staatliche Museen zu Berlin
Online

SMB-digital

Online-Datenbank der Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin:
www.smb-digital.de/eMuseumPlus

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Max Kühn, Pflanzen brechen aus der Erde, 1928, Öl und Tempera auf Holz (Detail) © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Andres Kilger
Ausstellung

Pflanzen brechen aus der Erde

Sammlung Scharf-Gerstenberg

„Unterirdisches Leben“, „Erdweh” oder „Raumkonzept. Natur“ von Jean Dubuffet, Roberto Matta bzw. Lucio Fontana – diese und andere Werke stehen im Zentrum der neuen Sonderpräsentation in der Sammlung Scharf-Gerstenberg. Sie alle umkreisen das Thema des Organischen und Vegetabilen.

Viele von ihnen sind in Zusammenhang mit Krisenzeiten entstanden, seien es die 1930er- oder die späten 1940er- und frühen 1950er-Jahre. Keines von ihnen zeigt einen Menschen, allenfalls nicht näher definierte Wesen sind zu erkennen. Was hier wächst und gedeiht, scheint wie von selbst entstanden.

„Pflanzen brechen aus der Erde“ ist eine Ausstellung über das geheime Leben der Natur, das sich dem gewohnten Blick verschließt und nur im Zauberspiegel der Kunst gelegentlich zum Vorschein kommt.

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Bode Museum © Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker
Online

Erkunden Sie die Museumsinsel Berlin online!

Geschichten, Architektur und Online-Ausstellungen:
artsandculture.google.com/project/museum-island-berlin

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1 Blog

Museum and the City: Der Blog der Staatlichen Museen zu Berlin

Neben der Website der Staatlichen Museen zu Berlin mit fast 40 Landing-Pages aller Museen, Sammlungen und Institute bietet vor allem der Blog "Museum and the City" viele Hintergrundgeschichten, Interviews und Bildstrecken zu allen Museen und Sammlungen. Interessante Porträts von Mitarbeiter*innen oder thematische Reihen, zum Beispiel zur Sanierung der Neuen Nationalgalerie oder zu den Lieblingsstücken der Museumsmacher*innen, gewähren spannende Blicke hinter die Kulissen. In den Wochen des Shutdowns werden im Blog verstärkt unsere Kurator*innen zu Wort kommen, deren Sammlungsbereiche für die Besucher*innen geschlossen sind.

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Online-Shop

Museumsshops der Staatlichen Museen Berlin

Museen & Sammlungen
Bücher
Medien
Homedeko & Büro
Mode & Accessoires
Schmuck
Kinder

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Faszination Ischtar-Tor © Staatliche Museen zu Berlin / Achim Kleuker
Ausstellung

Vom Fragment zum Monument

Das Ischtar-Tor in Berlin

Das Vorderasiatische Museum widmet sich in einer wissenschafts-historischen Kabinettausstellung im Pergamonmuseum einem der beliebtesten Wahrzeichen der Museumsinsel Berlin: dem Ischtar-Tor. Von der Grabung in Babylon (Irak) bis zur visionären Rekonstruktion in Berlin stellt die Sonderpräsentation die Herkunft des Ischtar-Tores in den Mittelpunkt und setzt die Grabungs-, Erwerbungs- und Museumsgeschichte in ihren historischen Kontext.

Die Rekonstruktion des Ischtar-Tores im Pergamonmuseum fasziniert die Besucher*innen der Museumsinsel Berlin seit rund 90 Jahren. Der babylonische König Nebukadnezar II. (604–562 v. Chr.) errichtete die spektakuläre Toranlage in Babylon (Irak). Nach dem Untergang des babylonischen Reichs im späten 6. Jahrhundert v. Chr. zerfiel das Tor nach und nach, sodass sich bei der Ausgrabung in Babylon nur kleine Bruchstücke fanden. Aus diesen wurde dann ein Teil der Toranlage in Berlin rekonstruiert. Heute fragen sich viele Museumsbesucher*innen, wie es in das Vorderasiatische Museum in Berlin kam.
1899 bis 1917: Grabung der Deutschen Orient-Gesellschaft in Babylon

Die Ziegelfragmente für die Rekonstruktionen stammen aus der Grabung der Deutschen Orient-Gesellschaft von 1899 bis 1917 in Babylon. Während das Britische Empire und Frankreich bereits seit den 1840er-Jahren Grabungen im Osmanischen Reich durchführten und zahlreiche Fundstücke öffentlichkeitswirksam in die heimischen Museen brachten, hatte Deutschland bis dato keine große Grabung vorzuweisen und die Wissenschaft zunehmend das Gefühl, ins Hintertreffen zu geraten. Ab den 1890er-Jahren baute das noch junge Deutsche Reich unter Wilhelm II. seinen Einfluss im Nahen Osten aus und erhielt mit Babylon ein prestigeträchtiges Grabungsprojekt.
Restaurierung und Rekonstruktion der Ziegelfragmente in Berlin

Von Anfang an war neben der wissenschaftlichen Erforschung Babylons der Erwerb von Ausstellungsstücken für die Berliner Museen Ziel der Ausgrabungen. Die Ziegelfragmente bekamen die Museen in zwei Fundteilungen mit Istanbul (1903) und Bagdad (1926) zugesprochen. In Berlin begann die mühevolle Arbeit der Restaurierung und Rekonstruktion. Zuerst wurden die Ziegelfragmente entsalzt, dann die Glasuren mit Wachs gefestigt und die Bruchstücke nach Motiven und Farben sortiert. Danach setzte eine Arbeitsgruppe aus bis zu 30 Personen innerhalb von nur zwei Jahren 72 Relieftiere zusammen. Ergänzt mit modernen Ziegeln wurden aus diesen Relieftieren das Ischtar-Tor, die Prozessionsstraße und die Thronsaalfassaden im Pergamonmuseum errichtet. Zur Eröffnung des Pergamonmuseums 1930 waren sie erstmals für das Publikum zu sehen.
Wiederaufbau des Ischtar-Tores als visionäre Rekonstruktion im Museum

Die Sonderpräsentation im Pergamonmuseum zeichnet den Weg des Ischtar-Tores von der Ausgrabung kleinster Glasurziegelfragmente im Bauschutt von Babylon bis zur visionären Rekonstruktion im Museum nach. Archäologisches Forschungsinteresse, imperiale Ambitionen des deutschen Kaiserreichs und die kreative Schaffenskraft der damaligen Ausgräber und Museumsmacher wirkten im Wiederaufbau des Ischtar-Tores in Berlin zusammen. Die Geschichte des Ischtar-Tores spiegelt daher zugleich die Geschichte dieser Zeit und die Geschichte des Vorderasiatischen Museums wider, dass 1899 gegründet wurde.

Mit diesen Gesichtspunkten ergänzt die Sonderpräsentation die aktuelle Dauerausstellung und trägt dem vermehrten Wissensbedürfnis der Besucher*innen nach der Herkunft der Ausstellungsstücke Rechnung. Ausgehend von Fragmenten glasierter Ziegel wird so die Wiedererschaffung des Ischtar-Tores nachvollziehbar, so wie sie durch historische Fotos und Rekonstruktionszeichnungen sowie Archivdokumente überliefert ist.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch den Förderverein Freunde der Antike auf der Museumsinsel Berlin e.V. und Museum&Location.

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Marianne Dietz, Greta Thunberg, Gips 2020, Leihgabe © Staatliche Museen zu Berlin, Münzkabinett, Foto: Johannes Kramer
Ausstellung

Von Eva bis Greta

Frauen auf Münzen und Medaillen

Aus 2.500 Jahren begegnet uns die Weiblichkeit auf Münzen und Medaillen. Den ewigen anthropoiden Göttinnen werden alsbald lebendige Frauen zur Seite gestellt. Zwischen Ursprungsvorstellung und Aktualität – oder beispielsweise "Eva" und "Greta" – eröffnen sich zahlreiche Facetten und Themenfelder. Neben Berühmtheiten wie Kleopatra werden in der Sonderausstellung ganz unterschiedliche Bilder und Bedeutungen von Frauen, wie sie anhand von Münzen, aber vor allem durch Medaillen erfahrbar sind, beleuchtet.

Frauen begegnen uns dabei nicht nur als Dargestellte oder Auftraggeberin, sondern etwa auch als Gestalterin, Sammlerin oder Wissenschaftlerin. Die Schau präsentiert neben Beständen aus den Tresoren des Münzkabinetts insbesondere zwei Künstlereditionen, die eigens für diese Ausstellung angefertigt wurden. Die Arbeiten zum Jahresthema des Berliner Medailleurkreises treffen hierbei auf Beiträge aus der Auslobung des Nachwuchspreises für eine Kunstmedaille „Die Drei Grazien“. Die Ausstellung fragt, inwieweit Münzen und Medaillen durch andere Quellen geprägte Vorstellungen von Frauen in der Gesellschaft bestätigen oder herausfordern können.

Eine Sonderausstellung des Münzkabinetts in Kooperation mit der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst e. V.

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Joel Meyerowitz, Chuckle, Provincetown, 1980 © Joel Meyerwitz, courtesy of the Howard Greenberg Gallery
Ausstellung

America 1970s/80s

Hofer, Metzner, Meyerowitz, Newton

In der Berliner Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie sind in der Ausstellung „America 1970s/80s“ Werke von Evelyn Hofer, Sheila Metzner, Joel Meyerowitz und Helmut Newton zu sehen.

Helmut Newton
Nach seiner Festanstellung bei der französischen Vogue im Jahr 1961 arbeitete Helmut Newton parallel auch für die amerikanische Ausgabe des Modemagazins. Einige dieser Aufnahmen entstanden in Europa, andere in den USA. In New York lieferte Newton seine Bilder direkt an Alexander Liberman, der die amerikanische Vogue von den 1960ern bis in die 1990er Jahre leitete – und nebenbei sehr erfolgreich als Maler, Bildhauer und Fotograf arbeitete.

Newton mochte die Vereinigten Staaten und die sprichwörtliche Freiheit in jenen Jahren, und so pendelte er regelmäßig zwischen der Alten und Neuen Welt hin und her. In den 1970er-Jahren fotografierte Newton Mode und Akt in Amerika vor allem in New York, Las Vegas, Miami oder Los Angeles; diese Aufnahmen wurden sowohl in unterschiedlichen Magazinen als auch teilweise in seinem zweiten Bildband („Sleepless Nights“, 1978) publiziert.

Nach 1980, als Helmut und June Newton regelmäßig nach Los Angeles reisten, um im Chateau Marmont die Wintermonate zu verbringen, kamen zahlreiche Porträts der "Berühmten und Berüchtigten" in und um Hollywood hinzu, entstanden für Zeitschriften wie Egoïste, Interview, Vanity Fair oder New Yorker, sowie einige Aktbilder für den Playboy. Die Fokussierung innerhalb der Ausstellung zeigt deutlich, dass sich Newtons Bildsprache während seiner Arbeit in den USA in diesen Jahren verändert hat und insbesondere das Genre Porträt für ihn immer wichtiger wurde.

Joel Meyerowitz
Etwa parallel zu den gezeigten Newton-Bildern entstanden die Porträts von Joel Meyerowitz in Provincetown, Massachusetts. Der Fotograf zog sich in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren von New York aus jeden Sommer in das ehemalige idyllische Fischerörtchen zurück – und porträtierte dort mit seiner Großbildkamera, meist plein air, gleichgesinnte Freigeister, die ebenfalls die Sommerfrische, die Erholung am Meer und die Natur suchten, Männer und Frauen, Junge und Ältere, allein oder als Paar. Wir sehen intensive und neugierige Blicke zurück in die Kamera und nur wenige Posen; die Menschen, darunter zahlreiche Freunde und Bekannte von Meyerowitz, wirken offen, unverstellt, authentisch.

Die groß angelegte Porträtserie hatte seinerzeit keinen Auftraggeber, es war ein freies Projekt. So entstand ein faszinierendes Gesellschaftsporträt einer liberalen, individualistischen Community an der amerikanischen Ostküste. Es zeigt ein anderes, freieres, mitunter freizügigeres Amerika, als wir es heute kennen. Meyerowitz hat diese Porträts vor Kurzem in seinem Archiv wiederentdeckt, eine Auswahl ist im Herbst 2019 erstmals in Buchform erschienen – und wird nun in der Helmut Newton Stiftung zum ersten Mal öffentlich ausgestellt.

Sheila Metzner
Die amerikanische Fotografin Sheila Metzner verband eine sehr enge Freundschaft mit Helmut und June Newton. Die gegenseitigen, bislang unveröffentlichten Porträts aus Südfrankreich, die in der Ausstellung in zwei Vitrinen ausgebreitet werden, bezeugen dieses besondere Verhältnis. Sheila Metzner arrangiert in ihrem Werk ansonsten minimalistische Dinge auf einer ebensolchen Bühne als pure Form; in der fotografischen Nahansicht wirken sie wie eine Erscheinung ihrer selbst, verdichtet als metaphysische Essenz. Die zarte Tonung der Fotografien, entstanden als Fresson-Prints, die an Bromöldrucke der Avantgardisten der 1910er-Jahre erinnern, entrückt den Bildinhalt, die floralen und künstlerischen Formen, ins Tagtraumhafte.

Aber auch Menschen tauchen im Werk von Sheila Metzner wiederholt auf, seien es die eigenen fünf Kinder, weibliche und männliche Modelle, etwa für ihre raffinierten Modeinszenierungen oder nackte, odaliskenhafte Schönheiten. Metzner, die noch immer in New York lebt, besuchte Joel Meyerowitz Ende der 1970er-Jahre in Provincetown und wurde dort von ihm porträtiert, wie wir hier sehen. So schließt sich in dieser Ausstellung, die einer Art Zeitreise in ein progressives und cooles Amerika entspricht, gleich mehrfach ein Kreis.

Evelyn Hofer
In June’s Room schließlich werden 30 Aufnahmen von Evelyn Hofer präsentiert, die in den 1960er und 70er-Jahren in New York entstanden sind, eine Art subjektives Stadtporträt mit Straßenszenen und Panoramen, Interieurs und Porträts, in Schwarz-Weiß und Farbe. Insbesondere ihre subtilen Farbbilder des New Yorker Alltagslebens, ausgeführt im DyeTransfer-Verfahren, sind neben denen von Saul Leiter oder Helen Levitt Pionierleistungen eines poetisch-magischen Realismus in der Street Photography, die nachfolgende Fotografengenerationen prägen sollten.

Hofer wurde in Deutschland geboren, verließ ihre Heimat mit der Familie 1933 Richtung Madrid, später nach Paris, Zürich und Mexiko, um 1946 schließlich nach New York überzusiedeln. Dort arbeitete sie im Auftrag unter anderem für Modemagazine und frei an eigenen Buchprojekten, stets mit großformatiger Plattenkamera und Stativ. Daraus resultierte ein bewusstes, konzentriertes und langsames Arbeiten, das spontane Reaktionen vor und hinter der Kamera ausschloss.

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Ausstellungsansicht Ideal und Form, Friedrichswerdersche Kirche 2020 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / David von Becker
Ausstellung

Ideal und Form.

Skulpturen des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der Nationalgalerie
27.10.2020 bis auf Weiteres

Die Ausstellung „Ideal und Form“ zeichnet mit Skulpturen und Plastiken von der Schinkelzeit bis zum Kaiserreich die Entwicklungslinien des langen 19. Jahrhunderts in die Moderne nach und lädt ein, die seinerzeit bereits international ausgerichtete Berliner Bildhauerschule neu zu entdecken.

Die von Karl Friedrich Schinkel geplante und in den Jahren 1824 bis 1830 erbaute Friedrichswerdersche Kirche ist seit 1987 Museumskirche und zugleich Dependance der Alten Nationalgalerie. Sie bietet die einzigartige Möglichkeit, Skulpturen des 19. Jahrhunderts in einer noch weitestgehend original erhaltenen Architektur aus eben jener Zeit zu erleben – und das bei wechselndem Licht immer wieder neu. Als die umfassendste Sammlung skulpturaler Kunst des 19. Jahrhunderts nimmt der Skulpturenbestand der Nationalgalerie eine herausragende Stellung innerhalb der deutschen Museumslandschaft ein.

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Staatliche Museen zu Berlin

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Ausstellungen / Museum Martin-Gropius-Bau Berlin Berlin, Niederkirchnerstraße 7
Ausstellungen / Museum Dommuseum Dom zu Brandenburg Brandenburg an der Havel, Burghof 10
Ausstellungen / Museum Stadtmuseum Berlin Berlin, Poststraße 13-14
Ausstellungen / Museum Jüdisches Museum Berlin Berlin, Lindenstr. 9-14
Ausstellungen / Museum Neue Synagoge Berlin Centrum Judaicum Berlin, Oranienburger Straße 28/30
Ausstellungen / Museum Kommunale Galerie Berlin Berlin, Hohenzollerndamm 176
Ausstellungen / Museum Villa Oppenheim Berlin, Schloßstraße 55 / Otto-Grüneberg-Weg
Ausstellungen / Kulturveranstaltung Kunsthaus sans titre Potsdam, Französische Str. 18
Ausstellungen / Ausstellung Cartoonmuseum.de Königs Wusterhausen Königs Wusterhausen, Seestraße 37
Ausstellungen / Museum Deutsches Historisches Museum Berlin, Unter den Linden 2
Konzerte / Konzert Pierre Boulez Saal Berlin Berlin, Französische Straße 33 D
Familie / Museum Illuseum Berlin Berlin, Karl-Liebknecht-Str. 9
Ausstellungen / Ausstellung ZAK | BRANICKA
Di, 2.11.2021, 18:00 Uhr
Ausstellungen / Museum Bröhan-Museum Berlin, Schloßstraße 1a
Ausstellungen / Museum Filmmuseum Potsdam Potsdam, Marstall am Lustgarten, Breite Str. 1a
Ausstellungen / Galerie imago fotokunst berlin, Auguststraße 29c
Ausstellungen / Museum Stiftung Stadtmuseum Berlin Berlin, Poststraße 13-14
Ausstellungen / Galerie Galerie Georg Nothelfer Berlin, Uhlandstraße 184
Ausstellungen / Museum Märkisches Museum Berlin, Am Köllnischen Park 5
Ausstellungen / Museum Sammlung Kindheit und Jugend Berlin, Wallstraße 32
Ausstellungen / Museum Museum Nikolaikirche Berlin, Nikolaikirchplatz
Ausstellungen / Museum Museum Ephraim-Palais Berlin, Poststr. 16
Ausstellungen / Museum Museum Knoblauchhaus Berlin, Poststraße 23
Ausstellungen / Museum Museum Galgenhaus Berlin, Brüderstraße 10
Ausstellungen / Museum Museum Schloss Friedrichsfelde Berlin, Am Tierpark 125
Ausstellungen / Museum Sportmuseum Berlin Berlin, Hanns-Braun-Straße
Ausstellungen / Museum Grünauer Wassersportmuseum Berlin, Regattastraße 191
Ausstellungen / Galerie Die Aktgalerie Berlin, Krossener Str. 34
Ausstellungen / Museum Berlinische Galerie Berlin, Alte Jakobstraße 124-128
Ausstellungen / Galerie Galerie Eva Poll Berlin, Lützowstraße 7
Ausstellungen / Museum Museum für Kommunikation Berlin Berlin, Leipziger Straße 16
Ausstellungen / Galerie Galerie Brusberg Berlin Berlin, Kurfürstendamm 213
Ausstellungen / Museum Musikinstrumenten-Museum Berlin, Tiergartenstr. 1
Ausstellungen / Museum Schwules Museum Berlin, Mehringdamm 61
Ausstellungen / Museum Mauermuseum Berlin, Friedrichstraße 43-45
Ausstellungen / Ausstellung ver.di Fachgruppe Bildende Kunst Berlin, Paula-Thiele-Ufer 10
Ausstellungen / Museum Spandovia sacra Berlin, Reformationsplatz 12
Ausstellungen / Galerie ifa-Galerie Berlin Institut für Auslandbsziehungen Berlin, Linienstraße 139/140
Ausstellungen / Galerie Haus am Kleistpark Berlin, Grunewaldstr. 6-7
Ausstellungen / Galerie DAM GALLERY Berlin, Seydelstraße 30
Ausstellungen / Gedenkstätte Bernhard-Heiliger-Stiftung Berlin, Käuzchensteig 8
Ausstellungen / Museum Stiftung "Brandenburger Tor" Max Liebermann Haus Berlin, Pariser Platz 7
Ausstellungen / Museum Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde Berlin, Marienfelder Allee 66-80
Ausstellungen / Ausstellung Meinblau Projektraum Berlin, Christinenstr. 18-19
Ausstellungen / Werkstatt/Workshop Brandenburgischer Kunstverein Potsdam e.V. Potsdam, Brendenburgerstraße 5 (Luisenforum)
Ausstellungen / Galerie Galerie Johanssen Berlin, Choriner Str. 51
Ausstellungen / Museum DDR-Museum Berlin, Karl-Liebknecht-Str. 1
Ausstellungen / Ausstellung Deutscher Künstlerbund Berlin, Rosenthaler Str. 11
Ausstellungen / Museum Rochow-Museum im Schloss Reckahn Lehnin / OrT Reckahn, Reckahner Dorfstraße 27
Ausstellungen / Museum MuseumsDienst Berlin Berlin, Klosterstraße 68
Ausstellungen / Galerie galerie bild plus Berlin, Am Goldmannpark 20
Ausstellungen / Museum Deutsches Architektur Zentrum DAZ Berlin, Köpenicker Str. 48/49
Ausstellungen / Galerie Galerie Art Center Berlin Berlin, Friedrichstraße 134
Ausstellungen / Galerie Kunstverein Tiergarten | Galerie Nord Berlin, Turmstr. 75
Ausstellungen / Ausstellung KW Institute for Contemporary Art Berlin, Auguststraße 69
Ausstellungen / Galerie Whiteconcepts Berlin, Potsdamer Straße 91
Ausstellungen / Galerie kunstraum t27 Berlin, Thomasstr. 27
Ausstellungen / Galerie Achtzig - Galerie für zeitgenössische Kunst Berlin, Brunnenstr. 150
Ausstellungen / Galerie Galerie im Rathaus Tempelhof Berlin, Tempelhofer Damm 165
Ausstellungen / Museum Museum für Naturkunde Berlin, Invalidenstraße 43
Ausstellungen / Museum Werkbundarchiv - Museum der Dinge Berlin, Oranienstraße 25
Ausstellungen / Ausstellung Direktorenhaus Berlin Berlin, Am Krögel 2
Ausstellungen / Galerie art place berlin - Forum für zeitgenössische Kunst Berlin, Alexanderplatz 7
Ausstellungen / Galerie noon.schmuck und produkt Berlin, Dresdener Str.26
Ausstellungen / Galerie Emerson Gallery Berlin Berlin, Schiffbauerdamm 19
Ausstellungen / Museum museum FLUXUS + Potsdam Potsdam, Schiffbauergasse 4f
Ausstellungen / Museum Museum THE KENNEDYS Berlin, Auguststraße 11-13
Ausstellungen / Galerie Friends Forever Galerie Berlin, Bertold-Brecht-Platz 3
Ausstellungen / Galerie Prima Center Berlin Berlin, Biesentaler Straße 24
Ausstellungen / Museum Tieranatomisches Theater Berlin, Philippstr. 12/13
Ausstellungen / Galerie Galerie Hilaneh von Kories Berlin, Belziger Straße 35
Ausstellungen / Galerie Galerie Einkaufsquelle Görzke, Breite Str. 128

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