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Staatliche Museen zu Berlin

Kontakt

Staatliche Museen zu Berlin
Genthiner Straße 38
D-10785 Berlin

Telefon: +49 (0)30-266 42 2201
Fax: +49 (0)30-266 42 2202
E-Mail: besucherdienste@smb.spk-berlin.de

Die Galerie im Buch. Islamische Sammelalben

Fr, 20.4.2018 - So, 8.7.2018

Das Zusammenstellen von Sammelalben (muraqqa‘) war in weiten Teilen der islamischen Welt seit dem 15. Jahrhundert üblich. An herausragenden Beispielen, die unter der Herrschaft der islamischen Moghulkaiser (1526–1858) in Indien entstanden sind, gibt die Ausstellung einen Überblick über diese spezielle Form des Sammelns von Kunst. Die Alben wurden im Auftrag von Kunstliebhabern zusammengestellt und erfüllten die Funktion von tragbaren Galerien.

Blätter mit ausgeführten Zeichnungen und Kalligraphien, aber auch Skizzen und Entwurfszeichnungen wurden mit Rahmen, so genannten Passepartouts, in ein einheitliches Format gebracht und in Buchform gebunden. Einband und die Passepartouts waren in der Regel reich verziert und zeugen somit von der Wertschätzung, die man den Blättern entgegen brachte. Die Auswahl der Blätter ist individuell verschieden und spiegelt den persönlichen Geschmack der Auftraggeber.
Ausstellung

Margiana

Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan

Fr, 27.4.2018 - Mi, 10.10.2018

Margiana – diese historische Landschaft im Osten Turkmenistans war vor 4000 Jahren die Wiege einer faszinierenden Hochkultur der Bronzezeit. Im Zentrum der Ausstellung stehen die Ergebnisse der archäologischen Forschungen in der antiken Metropole Gonur Depe. Die dort entdeckten Baustrukturen liefern Zeugnis einer frühen Stadtplanung. Die Palastanlage und die sog. Königsgräber lassen weitreichende Beziehungen in die Gebiete der späteren Seidenstraße erkennen. Erstmals werden mehr als 220 Objekte aus Gonur Depe außerhalb Turkmenistans präsentiert.

Eine Sonderausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Kulturministerium Turkmenistans und in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum Hamburg und den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
Ausstellung

Hello World. Revision einer Sammlung

Sa, 28.4.2018 - So, 26.8.2018

„Hello World. Revision einer Sammlung“ ist eine kritische Untersuchung der Sammlung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin und ihrer vorwiegend westlichen Ausrichtung: Wie sähe sie heute aus, hätte ein weltoffeneres Verständnis ihren Kunstbegriff und ihre Entstehung geprägt? Wie würde sich dies auf den Kanon und seine kunsthistorischen Narrative auswirken? Anhand dieser Fragen entfaltet sich die Ausstellung in mehr als zehn thematischen Kapiteln als eine vielstimmige Zusammenarbeit interner und externer Kurator*innen über die gesamte Ausstellungsfläche des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin.

„Hello World“ legt den Fokus auf transnationale künstlerische Netzwerke und auf Momente transkultureller Verflechtungen seit dem späten 19. Jahrhundert bis heute. Die Ausstellung zeigt mehr als 120 Gemälde, Skulpturen, Installationen, Videos und Filme von rund 80 Künstler*innen aus dem Bestand der Nationalgalerie, die Ausgangspunkte zur Erkundung verborgener Erzählungen und neuer Perspektiven auf die Sammlung und ihre Geschichte bilden. Darunter etwa Heinrich Vogelers Weg in die Sowjetunion, der Aufenthalt des Dadaisten Tomoyoshi Murayama im Berlin der 1920er-Jahre oder die Kollaborationen von Nicolás García Uriburu und Joseph Beuys. „Hello World“ wird dafür ergänzt aus den Beständen des Ethnologischen Museums, des Museums für Asiatische Kunst, des Kupferstichkabinetts und der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatsbibliothek Berlin sowie durch internationale Leihgaben.

Als Institution mit fünf Häusern beherbergt die Nationalgalerie eine umfangreiche Sammlung von Kunst seit 1800. Mitte des 19. Jahrhunderts hervorgegangen aus der Schenkung einer Privatsammlung, entwickelte sich bereits Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung der Nationalgalerie heraus die Idee eines Museums der Gegenwart, das zwischen 1919 und 1937 im Kronprinzenpalais bestand. Dessen Bestände waren nach dem Zweiten Weltkrieg auf Häuser in Ost- und West-Berlin verteilt und sind seit 1996 im Hamburger Bahnhof beheimatet. Die historischen Brüche durch Nationalsozialismus, Zweiten Weltkrieg und Kalten Krieg bilden sich deutlich in ihren Beständen ab. „Hello World“ befragt die Sammlung der Nationalgalerie erstmals explizit nach ihrer eurozentrischen Prägung und stellt so zur Diskussion, wie eine Museumssammlung sich heute neu verorten kann.

Entwickelt wurde die Ausstellung von Udo Kittelmann mit Sven Beckstette, Daniela Bystron, Jenny Dirksen, Anna-Catharina Gebbers, Gabriele Knapstein, Melanie Roumiguière und Nina Schallenberg für die Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, sowie den Gastkurator*innen Zdenka Badovinac, Eugen Blume, Clémentine Deliss, Natasha Ginwala und Azu Nwagbogu.

Zu der Ausstellung erscheint ein Katalog im Hirmer Verlag in deutscher und englischer Ausgabe.
Ausstellung

Wanderlust

Von Caspar David Friedrich bis Auguste Renoir

Do, 10.5.2018 - So, 16.9.2018

Wer heute an das Wandern als Motiv in der Malerei denkt, der hat Caspar David Friedrichs berühmtes Gemälde „Wanderer über dem Nebelmeer“ vor Augen. Diese herausragende Leihgabe aus der Hamburger Kunsthalle bildet den Ausgangspunkt für eine Sonderausstellung in der Alten Nationalgalerie, die diesem für die Kunst überraschend zentralen Thema durch das gesamte 19. Jahrhundert bis hin zu Beispielen der klassischen Moderne nachspürt.

Mit Rousseaus Parole „Zurück zur Natur!“ und Goethes Sturm-und-Drang-Dichtung wird das Wandern um 1800 zum Ausdruck eines modernen Lebensgefühls. Angesichts der rasanten gesellschaftlichen Umbrüche seit der Französischen Revolution entwickelt sich in einer Gegenbewegung eine neue Form der entschleunigten Selbst- und Welterkenntnis, die bis heute nachwirkt.

Seit der Romantik erobern sich Künstler die Natur zu Fuß und unter neuen Aspekten. Dem Wandern wächst dabei in der Kunst die sinnbildliche Bedeutung der Lebensreise und der symbolischen Pilgerschaft zu. Die selbstbestimmte Fußreise eröffnet eine neue, intensive Art der Naturbegegnung und eine sinnliche wie auch körperliche Form der Weltaneignung.

Die in der Ausstellung gezeigten Werke von Meistern wie Caspar David Friedrich, Carl Blechen, Karl Friedrich Schinkel, Johan Christian Dahl, Richard Wilson, Christen Købke, Gustave Courbet, Iwan Kramskoi, Ferdinand Hodler, Auguste Renoir, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Dix und Ernst Barlach verdeutlichen, wie wirkmächtig und fruchtbar das Motiv des Wanderns nicht nur in Deutschland, sondern von Frankreich, Großbritannien über Dänemark und Norwegen bis nach Russland war. Die Ausstellung ist thematisch in verschiedene Kapitel gegliedert: Entdeckung der Natur, Lebensreise, Künstlerwanderung, Spaziergänge, Sehnsuchtsland Italien, Wanderlandschaften nördlich der Alpen.

Erstrangige Leihgaben aus europäischen und amerikanischen Museen sowie eine bedeutende Auswahl von Werken der Sammlung der Nationalgalerie werden in einer mehr als 120 Exponate umfassenden Großausstellung präsentiert.
Ausstellung

Food Revolution 5.0

Gestaltung für die Gesellschaft von Morgen

Fr, 18.5.2018 - So, 30.9.2018

Wie werden wir zukünftig essen, von was werden wir uns zukünftig ernähren in unserer durch schwindende Ressourcen geprägten Wachstumsgesellschaft? Unsere globalisierte Nahrungsproduktion hat entscheidenden Anteil am Klimawandel. Und jeder von uns gestaltet mit seinem Essverhalten den Globus mit. Essen ist längst keine Privatsache mehr, sondern ein hochgradig politischer Akt.

Das Kunstgewerbemuseum verwandelt sich in ein künstlerisch-wissenschaftlich-spekulatives Laboratorium für neue Denk- und Praxismodelle zur Zukunft des Essens und Wohnens. Für die Ausstellung Food Revolution 5.0. Gestaltung für die Gesellschaft von Morgen werden über 30 internationale Designer und Designerinnen eingeladen, ihre Entwürfe, Ideen und Visionen zur Gestaltung der Transformation unseres Ernährungssystems zu präsentieren. Es sind Statements, die als Best Practice Beispiele funktionieren im Hier und Jetzt, sowie spekulative Projekte, die mögliche Zukunftsszenarien aufwerfen vor dem Hintergrund der Frage: „Was wäre wenn…?“ Die Piazza am Kulturforum wird in einen essbaren Garten verwandelt und lädt die Besucher zum Verweilen und Miternten ein.

Gezeigt werden u. a. Arbeiten von Martí Guixe, Ton Matton, Chloé Rutzerveld, Werner Aisslinger, Julia Lohmann, Marije Vogelzang, Maurizio Montalti, Austin Stewart, Johanna Schmeer, Silke Riechert und Carolin Schulze.

Eine Ausstellung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Kunstgewerbemuseum – Staatliche Museen zu Berlin. Kuratorin: Dr. Claudia Banz

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung der Ikea Stiftung und der Karin Stilke Stiftung.
Ausstellung

Fleisch

Fr, 1.6.2018 | Eröffnung

Fr, 1.6.2018 - Fr, 31.8.2018

Fleisch: Gerade noch bewegliche Grundlage des Lebens, plötzlich verwesende Substanz – für die einen abstoßend, für die anderen Nahrung oder Opfergabe an die Götter. Fleisch offenbart den allgegenwärtigen Konflikt zwischen Leben und Tod in der menschlichen Kultur. Die Position des Fleisches im Spannungsfeld zwischen Entstehen und Vergehen ist dabei paradox. Die Ausstellung fragt, wie dieses Paradoxon die Bereiche Ernährung, Kult und Körper beeinflusst und damit auch unser heutiges Verhältnis zum Fleisch prägt.

Nach der erfolgreichen Ausstellung „Bart“ im Neuen Museum und „Alchemie“ am Kulturforum ist „Fleisch“ im Alten Museum die nächste thematisch übergreifende Ausstellung, in der insgesamt zwölf Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin pointiert Objekte aus ihren universellen Beständen einander gegenüberstellen.
Ausstellung

Seeblicke. Niederländische Zeichnungen aus der Sammlung Barthold Suermondt

Mi, 14.3.2018 - Sa, 16.6.2018

Der Unternehmer und Bankier Barthold Suermondt (1818 – 1887) hatte bis in die 1870er Jahre hinein eine der bedeutendsten privaten Sammlungen von Gemälden und Zeichnungen alter Meister in Deutschland zusammengetragen. 1873 war er jedoch gezwungen, seine Kunstsammlung zu veräußern und bot sie den königlichen Museen in Berlin zum Kauf an. Im Dezember 1874 wurde im Inventarbuch des Kupferstichkabinetts der Eingang von 418 Zeichnungen festgehalten. Weitere Blätter aus Suermondtschem Besitz fanden 1879 und 1884 ihren Weg nach Berlin, sodass insgesamt 435 Zeichnungen die Bestände des Berliner Kupferstichkabinetts bereicherten. Bei dem weitaus größten Teil dieser Blätter handelt es sich um Werke niederländischer Meister aus dem 17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit dienten Zeichnungen nicht mehr nur der Vorbereitung von Gemälden, sondern errangen den Status autonomer Kunstwerke. Neben religiösen Sujets, Genreszenen, Figuren- und Tierstudien bilden Landschaften und maritime Motive eine kohärente Gruppe.

Die Ausstellung zeigt zwanzig Blätter aus Suermondtschem Besitz, die das Leben am Wasser thematisieren. Etwa die Hälfte der Niederlande liegt weniger als einen Meter über, rund ein Viertel des Landes unter dem Meeresspiegel. An die zerklüftete Küstenlinie mit den Flussmündungen von Rhein, Maas und Schelde schmiegen sich die Seehäfen von Amsterdam und Rotterdam. Durch die vorteilhafte geographische Lage, eine beachtliche Flotte seegängiger Schiffe und eine bedachte Zollpolitik kontrollierten die Niederländer schon am Anfang des 17. Jahrhunderts fast die gesamte Frachtschifffahrt des Kontinents. Zu Recht wurden sie die „Fuhrleute Europas“ genannt. Die Künstler dieser Zeit drückten die Begeisterung für die Seefahrt in ihren Werken aus und schürten diese damit gleichzeitig. Majestätisch ragen Handels- und Kriegsschiffe bei Willem van de Velde d. J. wie Kolosse aus der ruhigen See. Bei Ludolf Bakhuysen wirken die Fischerboote zwergenhaft neben einem Linienschiff mit geblähten Segeln. Mit enormer Detailfreude portraitierte Willem van de Velde d. Ä. die Mehrdecker mit ihren prachtvollen Heckspiegeln.

Doch stellte das Wasser in den Niederlanden auch im Binnenland einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Flüsse und Kanäle, Deiche und Brücken prägen die Landschaft bis heute. Selbst der Blick aus der Ferne wie in den Arbeiten Pieter de Withs und Philips Konincks schließt Segelboote und Kähne auf den Wasserstraßen mit ein. Selten zeigen die Künstler das Wasser unbelebt: Angler, Fischer und Fuhrleute bevölkern die Flüsse und Kanäle in den Darstellungen Jan van Goyens, Adriaen Verbooms und Jan van de Cappelles. Auch Zugbrücken, Schleusen und Wehre in den Zeichnungen Anthonie van Borssoms, Gerard Ter Borchs und Simon de Vliegers zeugen von der Kompetenz der Niederländer, im Einklang mit dem Wasser zu leben.

[laut] Die Welt hören

Do, 22.3.2018 - So, 16.9.2018

Klang trifft uns unmittelbar und ist dennoch flüchtig. Er löst tiefe Emotionen aus und ist lebendiger Austausch. Klang fordert und bewegt uns – in jeder Kultur, in jeder Zeit. Erst durch Schwingungen, Schall, Ton, Laut, Musik und Sprache entfaltet sich unsere Welt als Ganzes.

Seit etwa 140 Jahren lassen sich Klänge technisch einfangen und wiedergeben – mithilfe von Wachswalzen über Schellackplatten und Magnetbänder bis hin zu MP3-Files. Doch wofür, mit welchen Techniken und unter welchen Bedingungen wurden und werden Aufnahmen gemacht? Wie verbreiten sich Klänge und Musikstile weltweit? Wie geht man mit Klang als immatriellem Kulturgut um? Wem gehört der Klang in Aufnahmen?

Die Ausstellung [laut] Die Welt hören lässt anhand des Berliner Phonogramm-Archivs des Ethnologischen Museums, des Lautarchivs der Humboldt-Universität zu Berlin und der AMAR Foundation in Beirut die Faszination von Klängen sowie den unterschiedlichen Umgang mit ihnen in einer breiten Frequenz hörbar und erlebbar werden.

Umgang mit historischen Klängen
Mit der Erfindung des Phonographen 1877 eröffnen sich auch für Wissenschaft und Forschung neue Möglichkeiten. Ethnologinnen und Ethnologen können mithilfe der neuen Technik Klänge einfangen und deren spezifische Bedeutung für die jeweilige Kultur und ihre Überlieferungswege beschreiben. In den nun entstehenden Klangarchiven werden die Aufnahmen gesammelt und systematisiert. Das Projekt ist geleitet von der Hoffnung, anhand von Sprach- und Musikaufnahmen Kulturen identifizieren und vergleichen zu können.

Neue Fragen
Wer darf wessen Klänge aufzeichnen, aufbewahren und weiterverwenden? Inwiefern lassen sich einzelne Musikkulturen voneinander abgrenzen? Was eint etwa die von der AMAR Foundation gesammelte Musik der arabischen Welt – steht sie für eine spezifische Identität?

Klangarchive müssen sich solchen Fragen stellen, besonders bei sensiblen Sammlungen wie den hier präsentierten Aufnahmen der Navajo oder den Kriegsgefangenenaufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg.

Zwei Sammlungen kommen zusammen
Ende 2019 kommen zwei bedeutende ethnologische Einrichtungen im Humboldt Forum zusammen, die für ihre Tonaufnahmen aus aller Welt berühmt sind: das Berliner Phonogramm-Archiv des Ethnologischen Museums sowie das Lautarchiv der Humboldt-Universität (HU). Die Ausstellung zeigt bereits jetzt exemplarisch das große Potenzial beider Sammlungen.

Mit historischen Aufnahmegeräten und -medien sowie in verschiedenen Ausprobierstationen führt die Ausstellung zunächst in die Techniken der Tonaufzeichnung und -wiedergabe ein. Historische Tonaufnahmen, Fotografien, Dokumente, künstlerische Installationen sowie kontextualisierende Objekte entfalten das spezielle wissenschaftliche Projekt der Untersuchung von Kulturen anhand ihrer Klänge.

Veranstaltungen in ganz Berlin und spezielle Vermittlung
In Soundwalks, Filmveranstaltungen, einer wissenschaftlichen Konferenz, Konzerten und anderen Formaten werden die Fragen der Ausstellung vertieft und in die Gegenwart und den Stadtraum Berlins geholt. So wird beispielsweise das Konzept der kulturellen Identifizierbarkeit über Klang oder Sprache thematisiert – eine Frage, die mit Sprach- und Musikidentifizierungssoftware wie MIR Aktualität gewonnen hat.

In der Ausstellung selber werden inklusive und barrierefreie Angebote für Blinde und Sehbehinderte angeboten. Alle Texte der Ausstellung werden über eine Vorlesefunktion hörbar gemacht und in Leichter Sprache angeboten. Der barrierefreie Visitor Guide stellt zudem Audiodeskriptionen ausgewählter Objekte zur Verfügung. Zur Ausstellung werden Führungen für Blinde und Sehbehinderte angeboten.

Partner
Träger der Ausstellung "[laut] Die Welt hören" ist die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss in Zusammenarbeit mit dem Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Kulturprojekte Berlin mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin sowie mit der AMAR Foundation in Beirut, unterstützt von der Arab Fund For Arts and Culture AFAC.
Ausstellung

Concordia - Kunst und Wissenschaft in Eintracht

Leo von Klenze und Karl Richard Lepsius

Mi, 28.3.2018 - So, 15.7.2018

Mit der Schenkung des Gemäldes "Der Concordia-Tempel von Agrigento" des Münchner Architekten und Malers Leo von Klenze (1784–1864) ist die Sammlung der Nationalgalerie um eine wichtige Position erweitert worden. Während sie bereits über einen großen Schatz klassizistischer Werke des Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) verfügt, konnte der Bestand nun um ein wichtiges Werk des bedeutenden Münchner Klassizisten ergänzt werden. Klenze war primär Architekt, aber auch Zeichner und Maler, wobei er ein nur sehr begrenztes malerisches Oeuvre hinterließ. Einige seiner großformatigen Architekturdarstellungen und Stadtansichten verschenkte Klenze an namhafte Zeitgenossen, darunter Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) sowie sein Berliner Kollege Karl Friedrich Schinkel. Das Gemälde des "Concordia-Tempels" stammt aus dem ehemaligen Besitz des Berliner Ägyptologen Karl Richard Lepsius (1810–1884). Es war ein Gegengeschenk des Künstlers für das zwölfbändige, nur in wenigen Exemplaren aufgelegte Tafelwerk „Denkmäler aus Aegypten und Aethiopien“.

Lepsius, der seine akademische Laufbahn als Sprachwissenschaftler und Archäologe begann, war durch die von ihm in königlich-preußischer Mission geleitete Expedition nach Ägypten während der Jahre 1842 bis 1845 weit über Berlin hinaus bekannt geworden. Die wissenschaftlichen Nachwirkungen der „ägyptischen Unternehmung“ waren beträchtlich: knapp 1.500 Objekte brachte Lepsius für das auf der Museumsinsel eröffnete Neue Museum mit und in rund 900 reich bebilderten Großfoliotafeln vermittelten Zeichner die von ihm entdeckten Kunstdenkmäler. Leo von Klenze hatte seinerseits bereits einige Jahre zuvor im königlich-bayerischen Auftrag ägyptische Kunst erworben und damit in München eine wichtige Sammlungsstätte dieser Kunst initiiert. Vor diesem Hintergrund ist es auch wenig erstaunlich, dass Klenze gerade an Lepsius’ reich bebildertem Tafelwerk Interesse zeigte und als diplomatisches Tauschgeschenk sein Bild anbot.
Beide setzten dabei auf den Austausch von Wissenschaft und Kunst: Leo von Klenze bediente sich archäologischer Quellen, um seine Ideallandschaften künstlerisch umzusetzen, Karl Richard Lepsius nutzte wiederum Künstler und künstlerische Mittel, um seine archäologischen Quellen visuell zu vermitteln.

Die Ausstellung zeigt in Konzentration auf Lepsius’ Tafelwerk und Klenzes Concordia-Tempel-Darstellung den einträchtigen Austausch von Kunst und Wissenschaft, den Friedrich Wilhelm IV. als Losung für die Museumsinsel als einer „Freistätte von Kunst und Wissenschaft“ ausgerufen hatte.

Die Präsentation im Kabinett für Wechselausstellungen umfasst rund 35 Objekte: Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Bücher und wissenschaftliche Artefakte – darunter Leihgaben aus dem in der Bayerischen Staatsbibliothek München verwahrten Klenze-Nachlass, Arbeiten aus dem Kupferstichkabinett und dem Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin, der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften sowie der Staatsbibliothek zu Berlin.

Die Neuerwerbung wird erstmals nach einer umfangreichen Restaurierung und kunsttechnologischen Untersuchung der Öffentlichkeit präsentiert.
Ausstellung

Ich habe mich nicht verabschiedet | Frauen im Exil

Fotografien von Heike Steinweg

Fr, 9.3.2018 - So, 15.7.2018

Die Fotografin Heike Steinweg porträtierte in Berlin im Exil lebende Frauen. Diese haben sehr unterschiedliche kulturelle und soziale Hintergründe. Der Bogen spannt sich von der Schriftstellerin Rasha Abbas, die in Deutschland bereits ihr erstes Buch veröffentlicht hat, über die politische Aktivistin und Künstlerin Kefah Ali Deeb, die auf internationalen Konferenzen über die Lage in Syrien referiert, hin zu Menschen, deren Status noch völlig ungeklärt ist. Gemeinsam aber ist allen ihr Wille und ihr Mut, sich ein neues Leben aufzubauen.

Frauen stehen im Mittelpunkt, denn sie müssen im Krieg Verantwortung an Stellen übernehmen, die ihnen vorher versagt war. Durch Krieg, Vertreibung und Flucht entstehen Umbrüche, und zugleich fallen Tabus.

Alle Porträts sind im Studio aufgenommen. Die Frauen schauen selbstbewusst und offen in die Kamera. In den Fotografien finden sich keinerlei Verweise auf die Herkunft und das Schicksal der Porträtierten. Die Porträts werden in der Ausstellung lebensgroß präsentiert. Es ist das Ziel, einen Dialog auf Augenhöhe zu führen. Mit persönlichen Texten kommen sie zudem selbst zu Wort.
Ausstellung

Sigrid Neubert

Fotografien. Architektur und Natur

Fr, 9.2.2018 - So, 3.6.2018

30 Jahre lang arbeitete Sigrid Neubert (*1927) als Fotografin für viele der bedeutendsten Architekturbüros. Dabei entwickelte sie einen eigenen Stil, der für kontrastreiche, die Strukturen der Bauten klar herausarbeitende Bilder steht – und Neubert zu einer der bekanntesten Architekturfotografinnen in Deutschland machte. Seit den 1970er Jahren erweiterte sie ihr Œuvre um eindrucksvolle Naturbilder, denen sie sich ab 1990 ausschließlich widmete. Neuberts Arbeitsweise war stets geprägt von einer sehr intensiven Beschäftigung mit dem fotografierten Gegenstand.

Eine Retrospektive im Museum für Fotografie widmet sich nun dem Gesamtwerk der Fotografin, darunter auch ihren bekanntesten Arbeiten, wie den Bildern aus dem Nymphenburger Schlosspark und den megalithischen Tempeln von Malta, aber auch ihren ikonischen Architekturaufnahmen des BMW-Hochhauses in München. Die Retrospektive ist mit einer großzügigen Schenkung wesentlicher Werkkonvolute durch die Fotografin an die Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek verbunden.

Zur Ausstellung erscheint ein Buch von Frank Seehausen über die Architekturfotografie Sigrid Neuberts.
Ausstellung

Vis à vis. Asien trifft Europa

Fr, 15.12.2017 - Di, 30.4.2019

Das Museum für Asiatische Kunst hat Anfang Januar 2017 seine Pforten in Dahlem geschlossen, um die Neuaufstellung im Humboldt Forum vorzubereiten. Eine erlesene Auswahl seiner herausragenden Bestände wird nun im Rahmen der Reihe „Auf dem Weg zum Humboldt Forum“ in der ständigen Ausstellung des Kunstgewerbemuseums präsentiert. Werke beider Museen treten in einen assoziativen Dialog. Diese Form der Präsentation verdeutlicht den regen und bereits seit Jahrhunderten stattfindenden Transfer von Materialien, Techniken, Formen und Motiven zwischen Europa und Asien. Die Präsentation besteht aus fünf thematischen Diskursen und ist ab dem 15. Dezember 2017 bis voraussichtlich April 2019 im Kunstgewerbemuseum am Kulturforum zu sehen.

Horn, Bein und Elfenbein aus Indien und Europa
Die erste Gegenüberstellung zeigt indische und europäische Kunstwerke aus dem 13. bis 19. Jahrhundert. Bereits die Wahl der Materialien symbolisiert kulturübergreifend Macht, Potenz, Erhabenheit und Reinheit. Besonders Elfenbein wurde als Material für Jagdgeräte, Kosmetikutensilien oder Herrschaftsinsignien wertgeschätzt. Im Westen trat der Aspekt des Exotischen hinzu, der die Aura der Exklusivität des über weitgespannte Handelsnetze bezogenen fremden Materials noch verstärkte.

Porzellan und Tee in Asien und Europa
Der zweite Diskurs widmet sich dem „weißen Gold“. In China war die Rezeptur des Porzellans bereits seit Jahrhunderten bekannt. Im 17. Jahrhundert intensivierte sich der Handel zwischen China, Japan und Europa. In der Folge gelangten große Mengen von chinesischem Porzellan und Tee in den Westen. Die europäische „Nacherfindung“ gelang jedoch erst 1708 in Meißen dem Alchemisten Johann Friedrich Böttger und dem Naturwissenschaftlers Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Im Nebeneinander von chinesischen, japanischen und frühen Meißener Porzellanen werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten deutlich. Beim Transfer von Motiven kam es auch zu Missverständnissen – so mutiert in Meißen ein chinesischer Phönix zu einem Hahn.

Ostasien und Art Nouveau
Auf der Suche nach neuen Impulsen bezogen sich auch die Künstler des Jugendstils auf ostasiatische Vorbilder. Im dritten Diskurs treten französische Keramiken des Art Nouveau in Dialog mit Gefäßen aus China, Japan und Korea. Die sogenannten „Maîtres du Feu“ ließen sich nicht nur von den Formen und Motiven ostasiatischer Prägung inspirieren, sondern auch von den farbintensiven Laufglasuren. Zeitlos und modern wirken die parallel präsentierten ostasiatischen Keramiken, von denen die ältesten bereits aus dem 4. Jahrhundert datieren.

Der Kimono in der Mode Europas
Der vierte Diskurs handelt von Mode. Seit dem 18. Jahrhundert lässt sich der ästhetische Einfluss Ostasiens in der europäischen Modeentwicklung dokumentieren. Später entdeckte die Pariser Haute Couture den japanischen Kimono für die Damenmode. Der bedeutende Pariser Modeschöpfer Paul Poiret (1879-1944) befreite Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur die Frauen vom Korsett und entwarf die neue weibliche Silhouette. Ihm gelang dabei auch die meisterhafte Synthese zwischen westlicher und fernöstlicher Kleidung. Als japanisches Pendant zu Poirets Mode figuriert ein Damenkimono aus der Taishô Zeit (1912-1926). Es ist ein prächtiger, schwarzer und sehr förmlicher Kimono. Bis heute werden solche Kimonos zu höchsten feierlichen Anlässen getragen.

Chinesische Stühle als Vorbild
Im fünften Diskurs kommt es zur Begegnung von chinesischen Stühlen der späten Ming- und frühen Qing-Zeit (15. bis 17. Jahrhundert) mit dem 1943/44 nach ihrem Vorbild entworfenen „Kinastol“ des dänischen Möbeltischlers, Designers und Architekten Hans Jørgensen Wegner. Wegner folgte der reduzierten, dem menschlichen Körper schmeichelnden Gestalt der chinesischen Vorbilder und übersetzte deren erstaunliche Qualität – die Stühle sind nur zusammengesteckt und nicht verleimt – in vorzüglicher europäischer Handwerkskunst.

Auf dem Weg zum Humboldt Forum
Die Sammlungen des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin werden auch während des Umzugs ins Humboldt Forum für Besucherinnen und Besucher sichtbar bleiben. Unter dem Motto „Auf dem Weg zum Humboldt Forum“ finden bis 2019 zahlreiche dialogische Sonderausstellungen und Präsentationen sowie Veranstaltungen der außereuropäischen Sammlungen am Kulturforum und auf der Museumsinsel Berlin statt.
Ausstellung

100 Prozent Wolle

So, 5.11.2017 - So, 23.6.2019

Die Ausstellung öffnet das Thema WOLLE für Besucher_innen aller Altersgruppen. Sie erhalten die Möglichkeit, sich der Wolle spielerisch, sinnlich, intellektuell oder nostalgisch anzunähern und damit auseinanderzusetzen. In jedem Raum stehen Orte der Begegnung, der gemeinsamen aktiven Erfahrung und des Austausches zwischen den Generationen im Mittelpunkt. Zugleich können sich die Besucher_innen in verschiedenste Themenfelder vertiefen. Dazu gehören das Schäferleben und der Umgang mit Tieren, die Gewinnung von Wolle, die Verarbeitung der Rohwolle zum Faden und die Herstellung von Maschen bis hin zum Produkt. Alles kann selbst ausprobiert werden – mit Anleitung oder ohne.

Highlights sind neben einer bekletterbaren Schafskulptur die Ausstattung eines Schäfers, eine Geschichten erzählende Kleiderstange und ein fliegender Teppich.

Mit dieser Ausstellung will das MEK eine Plattform entwickeln, die den Besucher_innen die Möglichkeit bietet, gemeinschaftlich Kulturtechniken kennenzulernen und zu erproben.
Ausstellung

Die Krone von Kertsch

Schätze aus Europas Frühzeit

Do, 19.10.2017 - So, 29.9.2019

Völkerwanderungszeitlicher Goldschmuck vom Schwarzen Meer, silberne Gewandspangen und prächtige Gürtel aus Gräbern des frühen Mittelalters in Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland – Teile der Sammlung des Johannes von Diergardt werden nach über 80 Jahren wieder in Berlin zu sehen sein, wo sie bis 1934 ausgestellt waren. Sie gewähren glänzende Einblicke in die europäische Geschichte, besonders in die Ereignisse zwischen Antike und Mittelalter. Nach dem Tod des Sammlers und Mäzens gelangten sie in das Römisch-Germanische Museum Köln. Umbauarbeiten im Kölner Museum bieten nun eine gute Gelegenheit, die Schätze nach langer Zeit wieder der Berliner Öffentlichkeit zu präsentieren.

Eine Sonderpräsentation des Museums für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Römisch-Germanischen Museum der Stadt Köln
Ausstellung

Menschenbilder - Wege zum Porträt von der Antike bis zur Gegenwart

Fr, 24.11.2017 - So, 7.10.2018

In einer neuen Sonderausstellung widmet sich das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin einem zentralen Thema der Kunst: dem Menschenbild, ausgedrückt in Münz- und Medaillenporträts von der Antike bis zur Gegenwart.

Porträts können Menschen detailgetreu wiedergeben, repräsentieren, inszenieren oder stilisieren. Sie sind Träger von Botschaften derer, die sie in Auftrag geben und erschaffen. Gleichzeitig üben sie Funktionen denjenigen gegenüber aus, die sie betrachten sollen. Porträts können damit als unmittelbares Kommunikationsmittel über örtliche, zeitliche, soziale und gesellschaftliche Grenzen hinweg begriffen werden: Sie können sachlich informieren – oder auch geschickt die Wahrnehmung und Meinung des Rezipienten manipulieren.

Die Abbildung des menschlichen Antlitzes war zu jeder Epoche ein zentraler Aspekt künstlerischen Schaffens und unterlag verschiedenen, oft politischen Anliegen. Sie beginnt mit der Darstellung von Götterbildern in Menschengestalt. Als die Perser im 5. Jh. v. Chr. mit den Griechen in Kontakt traten, präsentierten sie auf ihrer Münzprägung die Großkönige als entindividualisierte und unnahbare Herrscher. Sie betonten damit deren Funktion als Monarch – nicht ihre Individualität, die in diesen Porträts beinahe vollständig übergangen wurde. Erst im Hellenismus trat das Herrscherbildnis als echter Spiegel der hinter ihm stehenden Person in Erscheinung. Distanz zum Betrachter schaffen hier sorgsam ausgewählte Attribute, welche den Dargestellten in göttliche Sphären heben. Ein weiterer Blick der Ausstellung gilt den „VIPs“ der antiken griechisch-römischen Gesellschaften: Magistraten und Beamten, die als Vorsteher von Provinzen oder Träger bedeutender Ämter über die Münzprägung dem Volk in Namen und Bildnis bekannt gemacht wurden. Auch identitätsstiftende Persönlichkeiten der Vergangenheit, berühmte Philosophen und Geistesgrößen, erscheinen in der städtischen Münzprägung. Für sie galten ebenfalls bestimmte Darstellungskonventionen.

Eine interessante Sonderform des Porträts sind die erfundenen Bildnisdarstellungen, beispielsweise römische Ahnenportäts. Hier spiegeln sich besonders intensiv die hinter diesen Bildnisentwürfen stehenden Aufgaben und Funktionen von Menschenbildern wider. Scheinbar individuelle Kennzeichen wie Barttracht oder Wangenfalten werden mit Porträtzügen kombiniert, welche im Grunde genommen Chiffren für bestimmte Eigenschaften und Tugenden sind.

Auch regionale und zeittypische Moden des Bildniskonzeptes, die zwischen veristischen Darstellungen und „Volks-“ oder „Zeitgesichtern“ changieren, werden in der Sonderausstellung aufgearbeitet. Über die verschiedenen Aspekte des römischen Kaiser- und Privatbildnisses in Kaiserzeit und Spätantike lässt sich die Brücke zu Byzanz und dem sichtbaren Bruch von Menschen- und Herrscherdarstellungen im Mittelalter schlagen. Hier repräsentieren schemen- und schablonenhafte Bilder Distanz.

Eine Revolution stellt dann das Porträt der Renaissance dar und zeigt par excellence, wie Menschenbilder als Spiegel gesellschaftlicher und kultureller Umwälzung dienen. Das Individuum rückt wieder in den Vordergrund, was sich auch an den in dieser Zeit aufkommenden Privatmedaillen (d. h. für Privatleute, nicht für Herrscher geschaffenen Arbeiten) ablesen lässt. Das neue Menschenbild und Selbstverständnis der Einzelpersonen findet im Porträt dieser Zeit einen einzigartigen Ausdruck. In der Neuzeit und der Gegenwart schließlich können mehrere Porträtströmungen nebeneinander auftreten, bleiben aber an Normen und herrscherliche Vorbilder gebunden. Spannend ist der Diskurs der Porträtkonzepte seit dem beginnenden 20. Jahrhundert, wobei weiter die Elemente typologischer Schemata, Natürlichkeit und Individualität wichtig bleiben. Konventionelle, staatstragende oder bürgerliche Perspektiven beginnen langsam aufzubrechen. Die Medaille bleibt lange ein konservatives Medium, da öffentliche oder private Auftraggeber meist bereits etablierten Porträtkonzepten anhängen. Ein Paradigmenwechsel ergibt sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgrund der stärkeren Betonung künstlerischer Unabhängigkeit, dem eine ungekannte Vielfalt des Kunstschaffens in der Medaille folgt.

Die Sonderausstellung präsentiert ausschließlich Objekte, die bisher nicht in der Dauerausstellung des Münzkabinetts zu sehen sind.
Ausstellung

Unvergleichlich: Kunst aus Afrika im Bode-Museum

Bis auf Weiteres

Die Ausstellung "Unvergleichlich" wird herausragende Kunstwerke Afrikas aus dem Ethnologischen Museum in der einzigartigen europäischen Skulpturensammlung im Bode-Museum zeigen. Durch die beiden Hauptetagen werden punktuell Plastiken beider Kontinente gegenübergestellt. Thematische Vertiefungen werden in einem Sonderausstellungsraum gezeigt.

Durch experimentelle Gegenüberstellungen von Werken aus zwei Kontinenten werden mögliche Zusammenhänge auf verschiedenen Ebenen thematisiert, wie historische Zeitgenossenschaft, ikonographische und technische Gemeinsamkeiten oder künstlerische Strategien. Besonders bemerkenswert sind Übereinstimmungen in der Funktion der Kunstwerke trotz unterschiedlicher Formensprache: Kraftfiguren aus dem Kongo dienten zum Schutz von Dörfern und Gemeinschaften, ähnlich wie gotische Darstellungen der Schutzmantelmadonna. Allerdings machen Vergleiche auch Kontraste deutlich, wie im Fall von Mutterschafts-Darstellungen, die sich in Afrika und Europa anderer Bildsprachen bedienen und andere Aussagen machen.

Jeder Museumsbesuch fordert auf, Objekte zu vergleichen und zu interpretieren. Doch was bedeutet es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen?

Die Ausstellung wirft mehrere Fragen auf: Welche Erkenntnisse werden durch die gemeinsame Präsentation von Kunstwerken mit unterschiedlichen Geschichten gewonnen? Was für Auswirkungen hatte es, Objekte, die einst gemeinsam in der Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer standen, verschiedenen Museen zuzuordnen? Warum wurden die einen Objekte als ethnologische Gegenstände und die anderen als Kunstwerke klassifiziert? Der implizite Prozess des Vergleichens, Trennens und Zuordnens in Abgrenzung zu anderen Sammlungen war ein fundamentaler Schritt in der Gründung der Berliner Museen und der Definition ihrer Sammlungsaufträge. Dabei endeten viele Objekte aus Afrika als ethnologische Anschauungsobjekte. Andere Objekte aus europäischen rituellen Kontexten von vergleichbarer Kunstfertigkeit verblieben in einem Kunstmuseum.

Der Prozess des Vergleichens und des Zuordnens ist also kein neutraler, sondern ist geladen mit gesellschaftlich geprägten Vorurteile, Konventionen und Geschichtskonstruktionen. Er ist auch stark abhängig von den Erfahrungen der Menschen, die den Vergleich anstellen. Die Aussage, ob Sachen ähnlich oder andersartig sind, hat oft auch mit Macht zu tun. Dadurch ist das Vergleichen eng mit Themen wie Sammlungsgeschichte, Ästhetik, Kolonialismus und Gender verbunden. Diese Themen werden in der Ausstellung und der begleitenden App von verschieden Perspektiven beleuchtet.

Bis zu Einrichtung des Humboldt-Forums bleiben diese Meisterwerke afrikanischer Kunst im Bode-Museum zugänglich. Die Präsentation lädt ein, die eigene Haltung des Vergleichens zu hinterfragen.

Die Ausstellung wird großzügig gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.
Ausstellungen / Museum Jüdisches Museum Berlin Berlin, Lindenstr. 9-14
Ausstellungen / Museum Martin-Gropius-Bau Berlin Berlin, Niederkirchnerstraße 7
Ausstellungen / Museum Stadtmuseum Berlin Berlin, Poststraße 13-14
Ausstellungen / Ausstellung Dommuseum Dom zu Brandenburg Brandenburg / Havel, Burghof 10
Ausstellungen / Museum Deutsches Spionagemuseum Berlin Berlin, Leipziger Platz 9
Ausstellungen / Museum me Collectors Room Berlin Berlin, Auguststraße 68
Ausstellungen / Museum Cartoonmuseum Luckau Luckau, Nonnengasse 3
Ausstellungen / Ausstellung Galerie 35 Berlin, Simon-Dach-Str. 35
Ausstellungen / Ausstellung breitengraser Berlin, Sophienstrasse 34
room for contemporary sculpture
Ausstellungen / Ausstellung Schaustelle Udk 7 Berlin, Lützowplatz 7
"Was uns auffiel beim Rundgang der Universität der Künste Berlin"
Ausstellungen / Ausstellung Bröhan-Museum Berlin, Schloßstraße 1a
Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus (1889-1939)
Ausstellungen / Ausstellung Filmmuseum Potsdam Potsdam, Marstall am Lustgarten, Breite Str. 1a
Ausstellungen / Ausstellung PRÜSS Berlin, Sophienstrasse 18
former ASIAN FINE ARTS
Ausstellungen / Ausstellung imago fotokunst berlin, Auguststraße 29c
Ausstellungen / Ausstellung Galerie Peter Herrmann Berlin, Potsdamer Straße 98 A
Ausstellungen / Ausstellung M.J. Wewerka Galerie Berlin, Budapester Str. 18
Ausstellungen / Ausstellung STOLZ Berlin Berlin-Charlottenburg, Goethestrasse 81
Ausstellungen / Ausstellung Stiftung Stadtmuseum Berlin Berlin, Poststraße 13-14
Landesmuseum für Kultur und Geschichte Berlins Generaldirektion und Verwaltung
Ausstellungen / Ausstellung Galerie sphn Berlin, Koppenplatz 6
Galerie für Neue Kunst
Ausstellungen / Ausstellung Galerie Georg Nothelfer Berlin, Uhlandstraße 184
Ausstellungen / Ausstellung Märkisches Museum Berlin, Am Köllnischen Park 5
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Sammlung Kindheit und Jugend Berlin, Wallstraße 32
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Museum Nikolaikirche Berlin, Nikolaikirchplatz
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Museum Ephraim-Palais Berlin, Poststr. 16
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Museum Knoblauchhaus Berlin, Poststraße 23
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Museum Nicolaihaus Berlin, Brüderstraße 13
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Museum Galgenhaus Berlin, Brüderstraße 10
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Naturwissenschaftliche Sammlung Berlin, Schloßstraße 69A
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Museumsdorf Düppel Berlin, Clauertstraße 11
Stigtung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Museum Schloss Friedrichsfelde Berlin, Am Tierpark 125
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Sportmuseum Berlin Berlin, Hanns-Braun-Straße
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Grünauer Wassersportmuseum Berlin, Regattastraße 191
Stitung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Freilichtmuseum Domäne Dahlem Berlin, Königin-Luise-Straße 49
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Ausstellungen / Ausstellung Die Aktgalerie Berlin, Krossener Str. 34
Galerie des Arbeitskreises künstlerische Aktfotografie e. V.
Ausstellungen / Ausstellung Berlinische Galerie Berlin, Alte Jakobstraße 124-128
Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Ausstellungen / Ausstellung Galerie Eva Poll Berlin, Lützowstraße 7
Ausstellungen / Ausstellung Weinmeisterhaus Berlin - Mitte, Weinmeisterstr. 15
Kursangebote Ausstellungen / Projekte
Ausstellungen / Ausstellung Museum für Kommunikation Berlin Berlin, Leipziger Straße 16
Ausstellungen / Ausstellung Giedre Bartelt Berlin, Linienstrasse 161
Ausstellungen / Ausstellung Galerie Markus Richter Berlin, Schröderstrasse 13
Ausstellungen / Ausstellung Galerie Brusberg Berlin Berlin, Kurfürstendamm 213
Ausstellungen / Ausstellung Musikinstrumenten-Museum Berlin, Tiergartenstr. 1
Staatlichen Instituts für Musikforschung
Ausstellungen / Ausstellung Schwules Museum Berlin, Mehringdamm 61
Ausstellungen / Ausstellung MAUERMUSEUM Berlin, Friedrichstraße 43-45
Museum Haus am Checkpoint Charlie
Ausstellungen / Ausstellung ver.di Berlin, Paula-Thiele-Ufer 10
Fachgruppe Bildende Kunst Bundesvorstand
Ausstellungen / Ausstellung Spandovia sacra Berlin, Reformationsplatz 12
Ausstellungen / Ausstellung Galerie der Künste Berlin, Potsdamer Straße 78
Ausstellungen / Ausstellung Artbuero Berlin Ltd. Berlin (Mitte), Auguststrasse 72
Galerie Kunsthandel
Ausstellungen / Ausstellung ifa-Galerie Berlin Berlin, Linienstraße 139/140
Institut für Auslandbsziehungen
Ausstellungen / Ausstellung Noam Braslavsky Berlin-Mitte, Potsdamer Straße 78
Emma Braslavsky Wolfgang Kerner
Ausstellungen / Ausstellung [DAM] Berlin Berlin, Tucholskystrasse 37
Digital Art Museum
Ausstellungen / Ausstellung Stiftung "Brandenburger Tor" Berlin, Pariser Platz 7
Max Liebermann Haus
Ausstellungen / Ausstellung Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde Berlin, Marienfelder Allee 66-80
Flucht im geteilten Deutschland
Ausstellungen / Ausstellung MEINBLAU Kunst- und Atelierhaus Berlin, Christinenstr. 18-19
Ausstellungen / Ausstellung Galerie Johanssen Berlin, Choriner Str. 51
Pascal Johanssen
Ausstellungen / Ausstellung DDR-Museum Berlin, Karl-Liebknecht-Str. 1
Ausstellungen / Ausstellung Deutscher Künstlerbund Berlin, Rosenthaler Str. 11
Projektraum
Ausstellungen / Ausstellung Rochow-Museum im Schloss Reckahn Kloster Lehnin / Ortsteil Reckahn, Reckahner Dorfstraße 27
Ausstellungen / Ausstellung MuseumsInformation Berlin - Auskünfte zu allen Berliner Museen Berlin, Klosterstraße 68
MuseumsInformation Junior
Ausstellungen / Ausstellung Imke Volkers Berlin/Kreuzberg, Oranienstraße 25
Ausstellungen / Ausstellung galerie bild plus Berlin, Am Goldmannpark 20
Ausstellungen / Ausstellung Deutsches Architektur Zentrum DAZ Berlin, Köpenicker Str. 48/49
IN DER ZUKUNFT LEBEN Die Prägung der Stadt durch den Nachkriegsstädtebau
Ausstellungen / Ausstellung ART CENTER BERLIN Berlin, Friedrichstraße 134
Thomas Tyllack
Ausstellungen / Ausstellung Kunstverein Tiergarten | Galerie Nord Berlin, Turmstr. 75
Ausstellungen / Ausstellung Galerie Gebr. Lehmann, Berlin Berlin, Lindenstr. 35
Ausstellungen / Ausstellung KW Institute for Contemporary Art Berlin, Auguststraße 69
Ausstellungen / Ausstellung Stiftung Fürst-Pückler-Museum Cottbus, Robinienweg 5
Park und Schloß Branitz
Ausstellungen / Ausstellung Kramer Berlin, Thomasstrass 27
Ausstellungen / Ausstellung Whiteconcepts Berlin, Potsdamer Straße 91
Ausstellungen / Ausstellung S / W Berlin, Thomasstr. 27
Ausstellungen / Ausstellung Achtzig - Galerie für zeitgenössische Kunst Berlin, Brunnenstr. 150
Ausstellungen / Ausstellung Galerie im Rathaus Tempelhof Berlin, Tempelhofer Damm 165
Ausstellungen / Ausstellung Deutsches Architektur Zentrum DAZ Berlin, Köpenicker Straße 48/49
Ausstellungen / Ausstellung Museum für Naturkunde Berlin, Invalidenstraße 43
Ausstellungen / Ausstellung Kunstverein Tiergarten Berlin, Turmstr. 75
Galerie Nord
Ausstellungen / Ausstellung Werkbundarchiv - Museum der Dinge Berlin, Oranienstraße 25
Ausstellungen / Ausstellung Direktorenhaus Berlin Berlin, Am Krögel 2
Ausstellungen / Ausstellung art place berlin - Forum für zeitgenössische Kunst Berlin, Alexanderplatz 7
Ausstellungen / Ausstellung noon.schmuck und produkt Berlin, Dresdener Str.26
Ausstellungen / Ausstellung Emerson Gallery Berlin Berlin, Schiffbauerdamm 19
Ausstellungen / Ausstellung museum FLUXUS Potsdam, Schiffbauergasse 4f
Ausstellungen / Ausstellung Museum THE KENNEDYS Berlin-Mitte, Auguststraße 11-13
Ausstellungen / Ausstellung Friends Forever Galerie Berlin, Bertold-Brecht-Platz 3
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Ausstellungen / Ausstellung Prima Center Berlin Berlin, Biesentaler Straße 24
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Ausstellungen / Ausstellung Museum für Naturkunde Berlin Berlin, Invalidenstr. 43
Ausstellungen / Ausstellung Tieranatomisches Theater Berlin, Philippstr. 12/13
der Humboldt-Universität zu Berlin
Ausstellungen / Ausstellung HAUS am KLEISTPARK Berlin, Grunewaldstr. 6-7
Kommunale Galerie Tempelhof-Schöneberg
Ausstellungen / Ausstellung Galerie Hilaneh von Kories Berlin, Belziger Straße 35
Ausstellungen / Ausstellung Galerie Hilaneh von Kories Berlin, Belziger Straße 35
Ausstellungen / Ausstellung Joana Kohen - To The Infected Audience, Berlin, Potsdamer Str. 61
Ausstellungen / Ausstellung Greetings From Now On: Territories of commitments Berlin, Potsdamer Str. 61
Mit Arbeiten von Ali Taptik, Bugra Erol, Joana Kohen, Seza Bali, Yusuf Sevincli, Zeynep Beler 21.10. - 23.12.2016
Ausstellungen / Ausstellung Galerie Einkaufsquelle Görzke, Breite Str. 128
Ausstellungen / Ausstellung me Collectors Room Berlin Berlin, Auguststraße 68
Stiftung Olbricht