STAATLICHE MUSEEN ZU BERLIN - SONDERAUSSTELLUNGEN
Italia Antiqua
Etrusker und Römer im Alten Museum
Do, 1.7.2010 - bis auf weiteres
Im Juni 2010 ist es soweit: Die mit dem Neuen Museum begonnene Neuordnung der archäologischen Sammlungen auf der Museumsinsel wird fortgesetzt. Bis zur Generalsanierung des Alten Museums in einigen Jahren zeigt die Antikensammlung im Obergeschoss ihren eindrucksvollen Bestand etruskischer und römischer Kunst in einem völlig neuen Gewand.
Seit 1939 war die weltbekannte Berliner etruskische Sammlung - eine der größten außerhalb Italiens - nicht mehr dauerhaft ausgestellt. Vollständige Grabbefunde und hervorragende Zeugnisse der etruskischen Kunstproduktion werden nun im Südost- und Ostsaal zu sehen sein. Späthellenistische Ascheurnen und Sarkophage in gut erhaltener Farbfassung leiten über zur römischen Grabkunst. Hier werden einige alte Bekannte wie der Medea-Sarkophag des Pergamonmuseums anzutreffen sein. Der Umzug römischer Kunst aus dem Pergamonmuseum stellt die erste Etappe der Baufreimachung dieses Hauses dar. In der zweiten Jahreshälfte werden die griechischen Skulpturen folgen.
Die römische Kunst wird im Nord- und Westsaal des Alten Museums nicht nur durch Skulpturen, sondern auch mit Mumienporträts, kostbarem Silbergeschirr, gläsernen Kosmetikutensilien und Schmuck repräsentiert sein. Einige dieser Objekte schlummerten aus Platzmangel seit Jahren in den Depots. Es ergeben sich reizvolle Gegenüberstellungen - Themen wie Villa, Forum und Kunst am Kaiserhof werden behandelt.
Seit Mai 2010 ist die römische Abteilung im Pergamonmuseum geschlossen.
Veranstalter:
Antikensammlung
Abb.: Dreiköpfiger Dämon, Fragment eines etruskischen Giebelreliefs aus Orvieto, Campo della Fiera, Ton, bemalt, 5.Jh.v.Chr.
© Antikensammlung, Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Erich Lessing
Ort:
Altes Museum
Dauer:
Do, 1.7.2010 - Fr, 31.12.2010
Manuell – Maschinell
Gläser des 19. Jahrhunderts aus den Magazinen des Kunstgewerbemuseums
So, 4.7.2010 - So, 19.9.2010
Die Ausstellung bietet rund 300 exquisite Beispiele für die Veredelung von Hohlgläsern im 19. Jahrhundert. Anlass zu dieser Präsentation ist die Tagung der Deutschen Glastechnischen Gesellschaft vom 17. bis 19. September 2010 in Berlin. Zu sehen sind klassizistische Urnenpokale der Napoleon-Zeit, zart bemalte Gläser des Biedermeier, reich geschliffene Service-Teile, Gefäße in ungewöhnlichen Farben und Formen, sowie modern wirkende Trinkgläser dekorloser Schlichtheit.
In der zweiten Jahrhunderthälfte prägten auch Einflüsse ferner Kulturen, des Vorderen Orients und des Fernen Ostens, die Glasgestaltung. Unterschiedlichste Veredelungstechniken zeugen von handwerklicher Geschicklichkeit; neue Farben von den naturwissenschaftlichen Interessen der Glashüttenbesitzer. Beides war überlebensnotwendig im Zeitalter der Industrialisierung. Entstanden sind diese Gläser vor allem als Andenken an Personen, Reisen oder politische Ereignisse. Ins Museum gelangten sie schließlich auf verschiedenen Wegen: vom königlichen Geschenk bis zu Ankäufen auf Weltausstellungen.
Die Ausstellung ist Teil einer Folge kleinerer Präsentationen, mit denen das Kunstgewerbemuseum dem Publikum verborgene Werke aus seinen Depots vor Augen führt.
Veranstalter:
Kunstgewerbemuseum
Abb.: Philippe-Joseph Brocard, Paris 1873, Moscheelampe, Grünliches Glas, Email- und Goldmalerei (Erwerb auf der Wiener Weltausstellung von 1873)
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum
Ort:
Kunstgewerbemuseum
Who knows Tomorrow
Fr, 4.6.2010 - So, 26.9.2010
Who Knows Tomorrow - diese in Afrika weit verbreitete Lebensweisheit ist titelgebend für ein besonderes Projekt der Nationalgalerie: Sie lädt fünf international anerkannte Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten durch ihre afrikanischen Herkunft geprägt sind, zu einer Ausstellung nach Berlin ein.
Ihre an vier Standorten der Nationalgalerie (Alte Nationalgalerie: El Anatsui, Neue Nationalgalerie: Pascale Marthine Tayou, Friedrichswerdersche Kirche: Yinka Shonibare MBE, Hamburger Bahnhof: Zarina Bhimji, António Ole) realisierten und größtenteils im Außenbereich installierten Werke laden ein zu einem Dialog über Fragen, die angesichts der gegenwärtigen Umbrüche unerschütterlich geglaubter politischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Systeme aktueller sind denn je: Ist die Unsicherheit der Zukunft die größte Sicherheit, die wir heutzutage haben? Welche und wessen Geschichte gilt es heute zu erzählen und zu verhandeln? Welchen Beitrag leistet die Kunst, um (kunst-) historische Konstrukte, Klischees und Stereotype zu überwinden?
Who Knows Tomorrow rückt von der weit verbreiteten Praxis ab, Künstler in Gruppenausstellungen als Repräsentanten eines Kontinents vorzustellen. Vielmehr reflektieren und interpretieren die eingeladenen Künstler individuell im Kontext von vier Repräsentationsbauten der Nationalgalerie, die Spiegel deutscher Identitätsfindung sind, unsere Geschichte und stellen ihre Sicht auf unsere Kultur dar. Ihre Werke zeigen historische Verbindungen und Wechselbeziehungen zwischen Afrika und Europa auf und thematisieren Aspekte der Identitätsfindung und Globalisierung, die immer wieder eine aktuelle Brisanz erfahren. So ist beispielsweise die Geschichte der Kolonisation Afrikas eng mit der Situation der Reichshauptstadt Berlin im 19. Jahrhundert verknüpft. Während sich die Frage der nationalen Zugehörigkeit, die in Europa zu dieser Zeit höchst virulent war, im kolonialisierten Afrika kaum stellte, verschiebt sie sich gegenwärtig.
Die im Rahmen der Ausstellung Who Knows Tomorrow agierenden Künstler legen oftmals vergessene, übersehene und gegenwärtig neu entstehende Vernetzungen zwischen Afrika und Europa offen. Ihre Werke, die von interkulturellen Fusionen zeugen, in denen Überlappung und Verschmelzung zum konzeptuellen Stilmittel, zur Methode geworden sind, erschöpfen sich somit keineswegs in der Reflexion ihrer Ästhetikgeschichte. Vielmehr analysieren sie auch die Sozialgeschichte der Kunst in einem Epochen und Kulturen übergreifenden Kontext. Indem sie zur Gedächtnisrettung aufrufen und Diversität zum Prinzip erheben, fordern sie uns, ihr Publikum im westlichen Teil der Welt, zur kritischen Selbstreflexion und Neuordnung der Dinge heraus.
Die Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler steht, wird von einem umfassenden Vermittlungsprogramm und perspektivenreichen Reader begleitet.
Veranstalter:
Nationalgalerie
Ort:
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
Menzels extremer Realismus
6. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst
Fr, 11.6.2010 - So, 8.8.2010
Eine Ausstellung der 6. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst in Kooperation mit der Nationalgalerie und dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin.
Adolph Menzel (1815-1905) ist ein Meister des Realismus. Sein bildnerisches Werk ist eng verbunden mit der historischen Entwicklung der Stadt Berlin. Als genauer Beobachter und Analyst seines direkten Umfeldes setzte sich Menzel in seinen Werken intensiv mit einem breiten Spektrum von Fragen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Philosophie auseinander. Detailgenauigkeit und ein hoher Authentizitätsanspruch ziehen sich durch sein gesamtes Werk.
Als Teil der 6. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst spiegelt die Ausstellung von rund 40 seiner Zeichnungen, Gouachen und Aquarellen aus dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin die Zeitgebundenheit der Frage nach der Wirklichkeit und ihrer Behandlung im Hier und Jetzt auf eine historische Perspektive in der Kunst zurück.
Kuratiert wird diese reizvolle Ausstellung von dem amerikanischen Kunsthistoriker Michael Fried auf Einladung von Kathrin Rhomberg, der Kuratorin der 6. Berlin Biennale, in Zusammenarbeit mit dem Kupferstichkabinett sowie der Alten Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Fried ist ein ausgezeichneter Kenner des Menzelschen Oeuvres und hat mit "Menzels Realismus. Kunst und Verkörperung im Berlin des 19. Jahrhunderts" (2002) ein Standardwerk zu dessen Rezeption geschaffen.
Die Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst wird organisiert durch das KW Institute for Contemporary Art und gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Veranstalter:
Nationalgalerie
Kupferstichkabinett
Berlin Biennale
Ort:
Alte Nationalgalerie
Alice Springs
Sa, 12.6.2010 - So, 30.1.2011
June Newton hat von 1970 an unter dem Pseudonym Alice Springs ein eigenständiges photographisches Werk geschaffen. Seit 2005 wird es regelmäßig in wechselnden Ausstellungen der Helmut Newton Stiftung in "June's Room" präsentiert. Die jetzige Retrospektive in Berlin erlaubt erstmals einen umfassenden Blick auf das vier Dekaden umspannende Gesamtwerk; gezeigt werden Werbe- und Modebilder sowie Aktphotographien und Porträts.
Am Anfang des eigenen Oeuvres stand eine Grippe ihres Mannes. June Newton ließ sich von ihm die Handhabung von Kamera und Belichtungsmesser erklären und photographierte 1970 in Paris anstelle des eigentlich gebuchten Helmut Newton ein Werbebild für die französische Zigarettenmarke Gitanes. Das Porträt des rauchenden Models war der Startschuss für eine neue Karriere. 1974 war das erste Alice-Springs-Motiv auf dem Cover der französischen Elle zu sehen.
Ab Mitte der siebziger Jahre kamen zahlreiche Porträtaufträge hinzu, und so entstanden teilweise ikonische Aufnahmen. Die Liste der porträtierten Künstler, Schauspieler und Musiker liest sich wie ein who's who der internationalen Kulturszene aus den vergangenen vierzig Jahren diesseits und jenseits des Atlantik. Manche Aufnahmen sind im Auftrag für Zeitschriften zwischen Paris und Los Angeles entstanden, andere aus freiem Antrieb. Alice Springs dokumentiert nicht allein das Aussehen der Prominenten oder der namenlosen Zeitgenossen, sondern fängt deren Ausstrahlung, mitunter deren Aura ein. So begegnet uns in ihren subtilen Porträts ebenso die eitle Pose oder ein natürliches Selbstbewusstsein wie der schüchterne Blick. Ihre Bildnisse werden zu visuellen Kommentaren, zu Interpretationen der Dargestellten.
Veranstalter:
Helmut Newton Stiftung
Ort:
Museum für Fotografie
Göttliches Walten und Irdisches Glück
Volkstümliche chinesische Drucke. Die Sammlung Gerd und Lotti Wallenstein, Teil I
Di, 15.6.2010 - So, 17.10.2010
Die Ostasiatische Sammlung des Museums für Asiatische Kunst besitzt 485 Blätter chinesischer Neujahrsbilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die dem Museum von den Sammlern Charlotte und Gerd Wallenstein übereignet wurden. Beide lebten zwischen 1940 und 1947 im nordostchinesischen Tianjin, wo sie die außergewöhnlichen Werke zusammentrugen.
Chinesische Neujahrsbilder, volkstümliche Holzschnitte, wurden zwar in nicht unbeträchtlichen Auflagen hergestellt, fungierten jedoch als Gebrauchskunst und wurden in den chinesischen Haushalten regelmäßig ersetzt.
Umfangreiche Sammlungen besitzen daher Seltenheitswert - die nahezu enzyklopädische Kollektion stellt einen wahren Glücksumstand dar. Die Druckgrafiken ermöglichen einen spannenden Einblick in die unterschiedlichsten Aspekte der traditionellen chinesischen Alltagskultur. Religion, Volksglauben, Wertvorstellungen, Sitten und Feste sowie populäre Erzählungen und Opernstücke spiegeln sich in den variationsreichen Darstellungen.
Mehrfach zeigte das Museum bereits Ausstellungen, die eine Auswahl aus dem reichen Fundus der Sammlung präsentierten. Nunmehr bietet das Erscheinen eines Kataloges dieser Holzschnitte, verfasst von Ellen Johnston Laing, einer ausgewiesenen Kennerin der volkstümlichen chinesischen Druckgrafik, erneut Anlass für eine Schau. Das Buch erscheint voraussichtlich im Sommer im Nicolai-Verlag.
Veranstalter:
Museum für Asiatische Kunst
Ort:
Museen Dahlem
Georg Schweinfurth
Pionier der Textilarchäologie und Afrikaforscher
Sa, 26.6.2010 - So, 19.6.2011
Angeregt durch Funde spätantiker Textilien in Arsinoe zu Beginn der 1880er Jahre, begann der Afrikaforscher Georg Schweinfurth ab 1884 dort ebenfalls auszugraben. Bis 1886 fand er rund 450 Gewebefragmente, vollständige Kleidungsstücke, Decken, Kissen und Kopfbedeckungen. 1887 kamen sie in den Besitz des Ägyptischen Museums in Berlin, 1923 und 1934-1935 wurden sie von dort an die Altchristliche Abteilung des Kaiser-Friedrich-Museums übertragen, dem heutigen Museum für Byzantinische Kunst.
Während andere zeitgenössische Ausgräber von Textilien häufig nur die Ornamente herausschnitten und damit den kulturgeschichtlichen Zusammenhang zerstörten, konservierte Georg Schweinfurth, soweit es möglich war, ganze Kleidungsstücke und Gebrauchstextilien oder signifikante Teile davon.
Die Ausstellung illustriert anhand von altägyptischen Funden Schweinfurths aus dem Ägyptischen Museum und anhand von Handschriften, Zeichnungen und gedruckten Bücher der Staatsbibliothek die Biographie des Forschers und das breite Feld seiner Forschungen. Es werden ca. 30 archäologische Textilien aus dem gesamten Spektrum spätantiker Bekleidung und Gebrauchstextilien gezeigt.
Veranstalter:
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Ort:
Bode-Museum
Vodou
Kunst und Kult aus Haiti
Di, 18.5.2010 - So, 24.10.2010
Mit etwa 350 Objekten gibt die Ausstellung erstmalig einen umfassenden Einblick in die Welt des Vodou. Im Zentrum steht der Bizango, eine Vodou-Geheimgesellschaft, deren Objekte in Haiti nur eingeweihte Mitglieder sehen durften, die also einer breiten Öffentlichkeit bisher verschlossen waren.
Die gezeigten Objekte sind eine Auswahl aus der etwa 3.000 Vodou-Artefakte umfassenden Sammlung, die die Schweizerin Marianne Lehmann in Port-au-Prince in Haiti in den letzten dreißig Jahren zusammengetragen hat.
Am 12. Januar 2010 ereignete sich in Haiti ein verheerendes Erdbeben. Die Sammlung Lehmann hat das Beben trotz schlechter Unterbringung weitgehend unbeschadet überstanden. Es ist geplant, einen Teil der Eintrittsgelder dem Bau eines Kulturzentrums in Haiti zukommen zu lassen, in welchem die Sammlung Lehmann einen neuen Aufbewahrungsort erhalten soll.
Unter "Vodou" versteht man religiöse Praktiken, die in Westafrika weit verbreitet sind und mit den afrikanischen Sklaven nach Amerika kamen. Sie sind die Basis afroamerikanischer Religionen, in die Elemente des Katholizismus und indigener Glaubensvorstellungen einflossen. Hierzu zählen Candomblé in Brasilien, die María-Lionza-Religion in Venezuela, Santería auf Kuba, Voodoo in den USA und Vodou in Haiti.
Das Wort "Vodou" stammt aus der in Benin und Nigeria heimischen Fon-Sprache und bedeutet soviel wie Gott, Geist oder heiliges Objekt.
Von den ca. 8,5 Mio. Einwohnern Haitis gehören ca. 80 % der Katholischen Kirche an, bis zu 90 % glauben aber gleichzeitig an die Vodou-Götter und -Geister ("loas"; kreolisch: "lwa"). In einzelnen Gegenden Haitis gibt es sehr verschiedene Ausprägungen des Vodou, denn seine Anhänger legen die Betonung auf unterschiedliche Elemente, zu denen außerdem immer wieder neue hinzukommen. Vodou ist im Alltag, in Musik und Tanz, in Ritualen und Symbolen allgegenwärtig.
Veranstalter:
Ethnologisches Museum
Musée d'Ethnographie, Genf
Ort:
Museen Dahlem
Bruce Nauman
Dream Passage
Fr, 28.5.2010 - So, 10.10.2010
Mit der Ausstellung "Dream Passage" stellt die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin den amerikanischen Künstler Bruce Nauman erstmals mit einer großen Werkschau in Berlin vor. Anlass zu dieser Ausstellung ist die Realisierung der spektakulären Architektur-Skulptur "Room with My Soul Left Out, Room That Does Not Care" von 1984, die der Nationalgalerie unlängst durch den Sammler Friedrich Christian Flick geschenkt wurde. Zusammen mit der Außenarbeit "Double Cage Piece" (1974), die seit 2005 auf dem Gelände des Hamburger Bahnhofs steht und die ebenfalls Teil der umfangreichen Schenkung von Friedrich Christian Flick ist, sind damit zwei Hauptwerke des Künstlers dauerhaft in Berlin zu erleben.
Bruce Nauman arbeitet seit Mitte der 1960er Jahre mit unterschiedlichen Medien; sein umfangreiches Œuvre umfasst Skulpturen, Filme und Videos, Fotografien, Neonarbeiten, Grafiken, Installationen und Spracharbeiten. Ende der 1960er Jahre begann er, Korridore und Räume zu bauen, die betreten werden können. In der zentralen Halle des Museums werden einige herausragende Beispiele dieser so genannten "Erfahrungsarchitekturen" gezeigt, darunter die komplexe Arbeit "Corridor Installation (Nick Wilder Installation)" von 1970, der "Corridor with Mirror and White Lights" (1971) sowie dem "Kassel Corridor: Elliptical Space” (1972). Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden Arbeiten Naumans, die das Thema Gewalt behandeln.
Anlässlich der Ausstellung sind im Hamburger Bahnhof weitere Arbeiten Naumans im Dialog mit Werken aus den Sammlungsbeständen von Generationsgenossen und jüngeren Künstlern wie z.B. Robert Morris, Richard Serra, Eva Hesse, Richard Jackson, Dieter Roth u.a. zu sehen.
Den Abschluss der Passage durch die Rieckhallen bildet die aus drei sich durchdringenden Korridoren bestehende, begehbare Skulptur "Room with My Soul Left Out, Room That Does Not Care". Sie stellt den Höhepunkt innerhalb einer durch einen Traum des Künstlers inspirierten Werkserie dar, die unter dem Titel "Dream Passage" zusammengefasst wird und die in den Jahren 1983, 1984 und 1988 entstanden ist. Die monumentale Skulptur, die seit ihrem erstmaligen Aufbau in der Leo Castelli Gallery in New York im Jahr 1984 bisher nicht wieder realisiert wurde, kann durch zwei der horizontalen Korridore betreten werden. Im Kreuzungspunkt der Korridore trifft man auf einen Gitterrost, durch den hindurch der Blick in die Tiefe gelenkt wird. Dem Künstler geht es hier um die Erfahrung einer extremen, existentiellen Verlassenheit, die er wie in einer Art Versuchsanordnung hervorzurufen sucht.
Erstmalig ist aus Anlass dieser Ausstellung ein umfangreiches Lesebuch erschienen, in dem 31 für Naumans Œuvre zentrale Begriffe erläutert werden. Darüber hinaus enthält die Publikation eine Sammlung von philosophischen, literarischen und wissenschaftlichen Texten, die eine weiterführende Auseinandersetzung mit dem intellektuellen Horizont des Künstlers und seiner Zeitgenossen ermöglicht.
Veranstalter:
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
Friedrich Christian Flick Collection
Abb.: Bruce Nauman, NoNo, 1983, Neonröhren mit Rahmen aus Klarglasrohr, Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010. Foto: Roman März, Berlin
Ort:
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
Ein neuer Blick
Architekturfotografie aus den Staatlichen Museen zu Berlin
Do, 27.5.2010 - So, 5.9.2010, 00:00
Mit bislang verborgenen Schätzen der Architekturfotografie aus den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin eröffnet die Kunstbibliothek ihren restaurierten Kaisersaal im Museum für Fotografie. Fast alle Häuser der Staatlichen Museen zu Berlin erwarben seit etwa 150 Jahren Fotografien.
Besonders prominent vertreten ist darunter die Gattung der Architekturfotografie, die für die Dokumentation von ethnologischen und archäologischen Expeditionen, für die Archivierung von Baudenkmälern oder als eigenständige Kunstform gesammelt wurde. In den Beständen finden sich bedeutende Arbeiten, darunter Blätter berühmter Fotografen von F. August Oppenheim über Eugene Atget und Albert Renger-Patzsch bis zu Candida Höfer, Entdeckungen von unbekannter Hand und technische Raritäten.
Es wird ein beeindruckendes Panorama verschiedenster Architekturmotive vom Beginn der Fotografie bis heute entfaltet: Bilder von Bambushütten aus dem Ethnologischen Museum, Aufnahmen von Tempeln aus dem Ägyptischen Museum, Fotografien indischer Moscheen aus dem Museum für Asiatische Kunst und Architekturfotografien der klassischen Moderne aus der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek, um nur einige zu nennen. Rund 300 Exponate stellen die Architekturfotografie als eine zentrale Gattung des Mediums vor und erlauben zugleich einen neuen, ungewöhnlichen Blick auf ihre Geschichte.
Veranstalter:
Kunstbibliothek
Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek
Abb.: Frank Cousins: Daniel P. Parker's Mansion, Treppenhaus, um 1910
© Staatliche Museen zu Berlin
Ort:
Museum für Fotografie
"Gefühl ist Privatsache".
Verismus und Neue Sachlichkeit
Fr, 23.4.2010 - So, 15.8.2010
Verismus und Neue Sachlichkeit waren die bestimmenden Kunstrichtungen in der Weimarer Republik. Künstler wie Otto Dix, George Grosz, Max Beckmann, Conrad Felixmüller, Alexander Kanoldt, Franz Radziwill, Christian Schad, Rudolf Schlichter, Georg Schrimpf, der Bildhauer Eugen Hoffmann und andere reagierten mit ihrer Kunst auf das traumatische Erlebnis des Ersten Weltkrieges und die darin zerstörten Utopien des Expressionismus.
Im Gegensatz dazu zeichnen sich ihre Werke durch einen geschärften Blick für die Wirklichkeit mit ihrer gesellschaftlichen Misere nach Krieg und Revolution, aber auch den Motiven der modernen Zivilisationswelt aus. Eine besondere Gegenstandsschärfe mit Dominanz der Linie ist ihr stilistisches Kennzeichen, um Tatsachen dokumentarisch, relativ emotionslos festzuhalten. Nach dem Gefühlsüberschwang des Expressionismus lautete nun das Motto: „Gefühl ist Privatsache“ (Bert Brecht, 1926).
Während die Veristen unter ihnen (z.B. Grosz, Dix, Hubbuch, Schlichter) die gesellschaftlichen Widersprüche zwischen Kriegsgewinnlern und – verlierern, neureichem Glamour und Proletarierelend geißelten, brachte eine zweite, mehr klassizistisch orientierte Phalanx (Kanoldt, Mense, Schrimpf) in entrückten Landschafts- und Figurenbildern ihre Sehnsucht nach einem stillen, zeitlosen Sein zum Ausdruck.
Die Ausstellung zeigt etwa 130 Aquarelle und Zeichnungen aus dem umfangreichen Bestand des Kupferstichkabinetts, die durch 25 Leihgaben, darunter Gemälde und Skulpturen, ergänzt werden. Ein Bestandskatalog sämtlicher Werke dieses Sammlungsteils begleitet die Ausstellung.
Veranstalter:
Kupferstichkabinett
Abb.: Max Beckmann, Mathilde "Quappi" Beckmann im Klubsessel
© bpk / Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett, Foto: Jörg P. Anders
Ort:
Kulturforum
Moderne Zeiten
Die Sammlung. 1900-1945.
Fr, 12.3.2010 - bis auf weiteres
Erstmals wird der reiche Fundus der Nationalgalerie von etwa 2500 Kunstwerken in nie gezeigter Fülle präsentiert. Zunächst werden ab März 2010 Gemälde und Skulpturen der Klassischen Moderne bis 1945 ausgestellt. Anschließend werden in einem zweiten Abschnitt Werke aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg präsentiert.
In kaum einer anderen Sammlung ist die Geschichte so bedeutsam für den Bestand wie in der Berliner Nationalgalerie. Prägend für die Vorkriegszeit ist die Zerschlagung durch die nationalsozialistische Aktion „Entartete Kunst“ im Jahre 1937. Viele expressionistische Meisterwerke wie Franz Marcs „Der Turm der blauen Pferde“ gingen verloren und werden bis heute schmerzlich vermisst. Die wichtigsten dieser ehemaligen Hauptwerke werden in Form einer „Schattengalerie“ in die im März präsentierte Sammlungsschau integriert.
Auch die deutsche Teilung manifestierte sich in unterschiedlichen Sammlungsstrategien: Während West-Berlin die formalen Neuerungen der verschiedenen Avantgarde-Strömungen in den Vordergrund stellte, lag in der Ost-Berliner Nationalgalerie der Akzent auf inhaltlichen Aspekten. Durch die Zusammenfindung beider Sammlungen ergeben sich interessante Ergänzungen - wie das Beispiel des abstrakt arbeitenden Bauhaus-Lehrers László Moholy-Nagy zeigt. Er ist Oskar Nerlinger gegenübergestellt, welcher dieselben Elemente in Verbindung mit Menschen und Maschinen zur Veranschaulichung von Großstadt, Technik und Arbeit nutzt.
Veranstalter:
Nationalgalerie
Neue Nationalgalerie
Ort:
Neue Nationalgalerie
Typologie der Museumsarchitektur.
Ideen für eine Erweiterung des Bode-Museums
Do, 22.4.2010 - So, 12.9.2010
Ein Projekt der Fachhochschule Potsdam in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin
Die Ausstellung präsentiert acht Projekte von Studenten der School of Architecture der Fachhochschule Potsdam, die im Laufe eines Seminars über die Entwicklung und Typologie der Museumsarchitektur - von der Bildergalerie Friedrichs des Großen in Sanssouci bis heute - erarbeitet wurden.
Ausgehend von dem Ergebnis des 2005 erfolgten städtebaulichen Wettbewerbs für die Museumshöfe an der dem Bode-Museum gegenüberliegenden Seite des Kupfergrabens, greifen die Projekte die aus den Voruntersuchungen zur Museumstypologie gewonnenen Erkenntnisse auf. Sie nehmen Rücksicht auf die baulichen Qualitäten des Bode-Museums, die sie in unterschiedlicher Weise in eine moderne Formsprache für den Erweiterungsbau umsetzen. Die Entwürfe vermitteln ein Bild von dem, was sein könnte, wenn das Bode-Museum erweitert werden würde, ohne in allen Details ein präzises Raumprogramm des Neubaus vorwegzunehmen. Sie sind geeignet, die Diskussion über die Zukunft der Skulpturensammlung und der Gemäldegalerie zu bereichern.
Für diese Ausstellung in der Kamecke-Halle des Bode-Museums ist der Eintritt frei.
Veranstalter:
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Ort:
Bode-Museum
Hans Bellmer - Louise Bourgeois. Double Sexus
Sa, 24.4.2010 - So, 15.8.2010
Körper verformen sich, lösen sich auf; Gliedmaße fehlen, andere verdoppeln sich; männliche und weibliche Geschlechtsformen verschmelzen zu androgynen Wesen – die sexuell aufgeladenen Werke von Hans Bellmer (1902–1975) und Louise Bourgeois (geb. 1911) weisen bemerkenswerte Parallelen auf.
Obwohl sich ihre Lebenswege im Paris der Surrealisten kreuzten, sind Hans Bellmer, der 1938 aus dem nationalsozialistischen Berlin nach Paris floh, und Louise Bourgeois, die im selben Jahr von Paris nach New York zog, einander persönlich nie begegnet. Beide schufen ihr Œuvre in großer Zurückgezogenheit, bevor sie im Alter einem größeren Publikum bekannt wurden. Die Sammlung Scharf-Gerstenberg setzt jetzt erstmals über 70 skulpturale, zeichnerische und fotografische Werke des Künstlers und der Künstlerin in Dialog zueinander. Unter dem Titel „Double Sexus“ treffen Puppen und Prothesen aufeinander, antworten lockende Blicke auf schwellende Formen. Weibliche Phantasien und männliche Ängste, die Doppeldeutigkeit alles Geschlechtlichen und die Zusammenhänge von Erotik und Schöpfung gehören zu den zentralen Themen der Ausstellung. Ein eigenes Kabinett ist den Illustrationen Hans Bellmers zu Georges Batailles „Geschichte des Auges“ gewidmet, begleitet von aktuellen Arbeiten aus dem Jahr 2009 von Louise Bourgeois.
Neben Werken aus eigenem Besitz werden Leihgaben aus internationalen Sammlungen sowie aus dem Studio Louise Bourgeois gezeigt.
Die Ausstellung wird durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie ermöglicht.
Veranstalter:
Nationalgalerie
Sammlung Scharf-Gerstenberg
Ort:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
High Sixties Fashion
Do, 8.4.2010 - So, 1.8.2010
Mit der Ausstellung "High Sixties Fashion: Modefotografie und -illustration" setzt die Sammlung Modebild - Lipperheidesche Kostümbibliothek ihre Reihe der
Bestandspräsentationen ab April fort. Der Schwerpunkt liegt nun in den "High Sixties" - zwischen 1964 und 1969 - entstandenen Modebildern aus London, Paris, Deutschland, den USA und Italien.
In kaum einer anderen Epoche reflektieren die markanten Modeumbrüche und der Silhouettenwandel die sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen so direkt wie in diesen Jahren: Jugend- und Popkultur, Filme und Musik, Massenprotest gegen den Vietnamkrieg sowie Londons Boutiquenszene prägten nachhaltig das modische Aussehen und Konsumverhalten der jungen Generation.
Die thematisch gegliederte Ausstellung bietet Einblicke in die Schönheitsideale der "High Sixties", zeigt junge Mode im Kontrast zur damenhaften Kleidung, bringt Bilder von Männermode, von Strandkleidung und Unterwäsche, von Hüten und Frisuren, von wilden Op-Art Mustern und verspieltem Romantiklook. Insbesondere der in Paris von Courrèges und Cardin entwickelte Spacelook und die ideenreichen Party-Outfits - wie Babydoll oder Palazzo-Pyjamas - inspirieren bis heute die Modeavantgarde.
Thematische Führungen in der Ausstellung vertiefen die genannten Inhalte und stellen die wichtigsten Fotografen wie Guy Bourdin, Jeanloup Sieff, Helmut Newton oder F.C. Gundlach vor.
Veranstalter:
Kunstbibliothek
Ort:
Kunstbibliothek
Rudolf Stingel. Live
Mi, 10.2.2010 - So, 22.8.2010
Der 1956 in Südtirol geborene Künstler Rudolf Stingel hat für die Neue Nationalgalerie eine Installation entworfen, die aus der Architektur Mies van der Rohes heraus entwickelt ist und die den Charakter des einzigartigen Baus in beeindruckender Weise transformiert.
Die Bodenfläche der großen Glashalle ist mit einem Teppich ausgelegt, dessen Ornament auf einen originalen, indischen Agra-Teppich des 19. Jahrhunderts zurückgeht und dessen Farben der Künstler in Schwarz-Weiß- und Grautöne übersetzt hat. Starke, grafische Muster und sinnliche Opulenz treffen so auf die Kargheit und formale Reduktion der Architektur. Mit dem indisch-persischen Dekor wird zugleich die viel beschriebene Sakralität des Mies-Baus umgedeutet: der "moderne Tempel" verliert seine abstrakte Strenge - er rückt in die Nähe eines orientalisch geprägten Kultraumes. Über allem schwebt ein üppiger Kristallleuchter, der an pompöse Auftritte erinnert und dabei die unausweichlich europäische Perspektive verdeutlicht. Schließlich haben Perser- und Orientteppiche einen festen Platz in der europäischen Kulturgeschichte. Sie finden sich neben allerlei anderen "Orientalia" im bürgerlichen Wohnzimmer und stehen dort, wie Rudolf Stingel selbst hervorhebt, für "eine wohldosierte Sehnsucht nach dem Anderen". Parallel zur Installation werden neue Gemälde des international bekannten Künstlers ausgestellt.
"Rudolf Stingel. LIVE" ist Teil der Reihe "Dornbracht Installation Projects"
Die Ausstellung wird durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie ermöglicht.
Veranstalter:
Nationalgalerie
Neue Nationalgalerie
Ort:
Neue Nationalgalerie
Leben in Edo
Do, 11.3.2010 - So, 8.8.2010
Die Verlegung des Amtssitzes der Militärregierung unter Tokugawa Ieyasu nach Edo (heute: Tokyo), führte in dem ehemaligen Fischerdorf ab Anfang des 17. Jahrhunderts zu einem rasanten wirtschaftlichen Aufschwung und zu einer explodierenden Bevölkerungszunahme. Innerhalb weniger Jahrzehnte hatte sich die Stadt in eine prosperierende Metropole verwandelt, in der sich begünstigt durch inneren Frieden und aufkommenden Wohlstand eine Ästhetisierung des Alltags in jeder Facette des urbanen Lebens bemerkbar machte.
Neben dem ausufernden Konsum der verschiedensten Luxusgüter wurde die städtische Existenz maßgeblich durch die vielen jahreszeitlichen Feste und beliebte Freizeitvergnügungen geprägt. Der einfach und aus preiswerten Materialien kostengünstig herzustellende Farbholzschnitt avancierte in diesem Zusammenhang zum wichtigsten Medium des neuen, urbanen Zeitalters: Unzählige Darstellungen des vielfältigen Lebens in Edo untermauerten nicht nur den Status der Stadt als Hot Spot unter den japanischen Metropolen, sondern sie wurden auch zu einer unerschöpflichen Quelle von Information und Dokumentation über die Entwicklung der städtischen Kultur und Geschichte.
Veranstalter:
Museum für Asiatische Kunst
Ort:
Museen Dahlem
Sammlung Edmund de Unger
Do, 18.3.2010 - bis auf weiteres
Die international als "Keir Collection" bekannte Sammlung islamischer Kunst von Edmund de Unger wird künftig als umfangreiche Leihgabe die Bestände des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin bereichern. Sie umfasst Werke aus fast allen Perioden und Kunstlandschaften der islamischen Kernländer um das Mittelmeer, aus Iran und aus Zentralasien.
Brokate und Teppiche, frühmittelalterliche Bronzen, kostbare Bergkristallobjekte sowie wertvolle Kalligraphien, Miniaturen und aufwendig verzierte Bucheinbände zählen zu der Leihgabe. Prominent ist Keramik aller Perioden vorhanden – ein Grund für den Weltruf dieser Privatsammlung. 112 der insgesamt 1500 Werke aus verschiedenen Kunst- und Kunstgewerbesparten befinden sich als 'Visitenkarte' bereits in Berlin, die übrigen werden später folgen. Ab dem 17. März wird diese Auswahl unter dem Titel "Sammlerglück" im Pergamonmuseum gezeigt, um Besucher in die Welt der Sammler und des Sammelns zu führen: woher kommen die Objekte, warum sammelt man islamische Kunst? Was sieht der Sammler in seinen Stücken und wie entsteht der Wert von Objekten auf dem Kunstmarkt?
In drei Räume unterteilt werden die Welt des Sammlers, die Biographie von Objekten und die Sammlung selbst thematisiert. Gezeigt werden unter anderem seltene, kostbare Bergkristallobjekte, deren Herstellung unter der Herrschaft der Fatimiden in Ägypten (969–1171) eine Blütezeit erlebte und die seit dem 11. Jahrhundert ihren Weg nach Europa fanden, um als Reliquiare die Kirchenschätze zu bereichern. Der Glanz des Bergkristalls wird hoffentlich auch Sie einladen, die Welt eines Sammlers zu entdecken.
Veranstalter:
Museum für Islamische Kunst
Ort:
Pergamonmuseum
Sammlerglück
Meisterwerke aus der islamischen Welt in der Keir Collection
Do, 18.03.2010 - bis auf weiteres
Die international als "Keir Collection" bekannte Sammlung islamischer Kunst von Edmund de Unger wird künftig als umfangreiche Leihgabe die Bestände des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin bereichern. Sie umfasst Werke aus fast allen Perioden und Kunstlandschaften der islamischen Kernländer um das Mittelmeer, aus Iran und aus Zentralasien.
Brokate und Teppiche, frühmittelalterliche Bronzen, kostbare Bergkristallobjekte sowie wertvolle Kalligraphien, Miniaturen und aufwendig verzierte Bucheinbände zählen zu der Leihgabe. Prominent ist Keramik aller Perioden vorhanden – ein Grund für den Weltruf dieser Privatsammlung. 112 der insgesamt 1500 Werke aus verschiedenen Kunst- und Kunstgewerbesparten befinden sich als 'Visitenkarte' bereits in Berlin, die übrigen werden später folgen. Ab dem 17. März wird diese Auswahl unter dem Titel "Sammlerglück" im Pergamonmuseum gezeigt, um Besucher in die Welt der Sammler und des Sammelns zu führen: woher kommen die Objekte, warum sammelt man islamische Kunst? Was sieht der Sammler in seinen Stücken und wie entsteht der Wert von Objekten auf dem Kunstmarkt?
In drei Räume unterteilt werden die Welt des Sammlers, die Biographie von Objekten und die Sammlung selbst thematisiert. Gezeigt werden unter anderem seltene, kostbare Bergkristallobjekte, deren Herstellung unter der Herrschaft der Fatimiden in Ägypten (969–1171) eine Blütezeit erlebte und die seit dem 11. Jahrhundert ihren Weg nach Europa fanden, um als Reliquiare die Kirchenschätze zu bereichern. Der Glanz des Bergkristalls wird hoffentlich auch Sie einladen, die Welt eines Sammlers zu entdecken.
Veranstalter:
Museum für Islamische Kunst
Ort:
Pergamonmuseum
Starke Frauen – im kleinen Format.
Frauendarstellungen auf Münzen von der Antike bis zur Gegenwart
Do, 8.10.2009 - Fr, 31.12.2010
Münzen sind neben ihrer Geldfunktion in gleicher Weise staatliche Hoheitszeichen und Repräsentanten politischer Macht. Insofern räumen sie Frauen in der Regel nur in einer tatsächlichen Regierungsfunktion oder als Frauen und Töchter der Herrscher einen Platz in Bild oder Umschrift ein.
Porträts von Königinnen treten zuerst im 3. Jahrhundert v. Chr. in Ägypten auf, wo die Frauen der Ptolemaier als Pharaoninnen eine wichtige öffentliche Rolle spielten. Seitdem waren Porträts der Herrscherinnen auch in anderen hellenistischen Dynastien zu finden. Zur römischen Herrscherikonographie gehörte auch immer das Porträt der Frau, wenn es dazu beitragen konnte, die Autorität des Kaisers zu erhöhen. Im Mittelalter ist das Auftreten von Frauen auf Münzen eine Ausnahme. Lediglich in Byzanz wirkte die antike Tradition der Münzpräsenz weiblicher Angehöriger des Kaiserhauses nach, und im 12. Jahrhundert finden sich überraschend zahlreiche Frauendarstellungen auf den deutschen Brakteaten, die zudem von großer künstlerischer Noblesse sind. Ausgangs des Mittelalters treten die ersten lebensnahen Porträts auf.
Neben den Herrscherinnen mit so prominenten Vertreterinnen wie den englischen Königinnen von Elisabeth I. (1558-1603) bis zu Elisabeth II. (seit 1952), den russischen Zarinnen des 18. Jahrhunderts oder der Kaiserin Maria Theresia (1740-1780), erfahren auch die Gemahlinnen der regierenden Fürsten erhöhte Aufmerksamkeit im Münzbild. Das äußert sich zum einen in den zahlreichen im 17. und 18. Jahrhundert vor allem in Deutschland ausgegebenen "Sterbetalern", auf denen des Ablebens der Frauen oder Mütter gedacht wird. Zum anderen werden Hochzeiten und Hochzeitsjubiläen mit Doppelporträts der Paare auf Münzen verewigt, eine Praxis, die sich vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart fortsetzt. Dass dagegen an Frauen außerhalb der Dynastien und Politik auf Münzen erinnert wird, hat erst mit der seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einsetzenden Flut von Gedenkmünzen zu tun.
Veranstalter:
Münzkabinett
Ort:
Pergamonmuseum
In Berlin verloren - in Prag wieder gefunden
Ein Meisterwerk aus der Berliner Kunstkammer
Fr, 18.9.2009 - So, 26.9.2010
Das künstlerisch hoch bedeutende Fragment einer Elfenbeinkanne mit Götterfiguren von Michael Maucher stammt aus der Berliner Kunstkammer. Das um 1700 in Würzburg entstandene Werk war als Besitz des Kunstgewerbemuseums bis 1939 im Berliner Schloss in der Schwarzen Adlerkammer ausgestellt. Im Zuge der Evakuierung des Museumsbestands wurde die Kanne während des Zweiten Weltkrieges in den Flakleitturm im Berliner Friedrichshain verbracht.
Auf welchen Wegen die Elfenbeinkanne von dort in den tschechischen Kunsthandel gelangte, aus dem sie 1965 für das Prager Kunstgewerbemuseum erworben wurde, ist bis heute unbekannt. Nach langjährigen Bemühungen ist es nun gelungen, das Kunstwerk für ein Jahr nach Berlin zurück zu holen.
Veranstalter:
Kunstgewerbemuseum
Ort:
Schloss Köpenick
STAATLICHE MUSEEN ZU BERLIN