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Staatliche Museen zu Berlin

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Staatliche Museen zu Berlin
Genthiner Straße 38
D-10785 Berlin

Telefon: +49 (0)30-266 42 2201
Fax: +49 (0)30-266 42 2202
E-Mail: besucherdienste@smb.spk-berlin.de

Ausstellung

Jack Whitten: Jack’s Jacks

Der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin zeigt erstmalig in Europa eine institutionelle Einzelausstellung mit Werken des US-amerikanischen Künstlers Jack Whitten (1939-2018). In enger Absprache mit dem Künstler konzipiert, macht die Präsentation deutlich, wie Whitten über eine Zeitspanne von sechs Jahrzehnten die Grenzen der abstrakten Malerei immer wieder neu definierte.

Ausgehend von gestischen Bildern, die unter dem Einfluss des abstrakten Expressionismus entstanden, zeichnet die Ausstellung die Entwicklung von Whittens malerischem Stil über die slab paintings der 1970er-Jahre bis hin zu seinen späteren Experimenten mit Struktur und Materialität nach, die in seinem unverkennbaren Mosaiken-Stil mündeten. Um den zeitgeschichtlichen Kontext der Arbeiten zu beleuchten, liegt der Fokus auf Gemälden, die historischen Ereignissen und prominenten Persönlichkeiten wie Martin Luther King, Barack Obama, Andy Warhol, John Coltrane oder Prince gewidmet sind.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie.
Ausstellung

Mit dem Mönch am Meer

Caspar David Friedrich in Virtual Reality

Wer hat sich bei der Betrachtung eines Gemäldes, das sich wie das Fenster zu einer anderen Welt öffnet, nicht schon vorgestellt, tatsächlich in diese Bildwelt einzutreten? Eine aufwendig produzierte Virtual-Reality-Anwendung ermöglicht nun den Besucherinnen und Besuchern der Alten Nationalgalerie, sich einem Schlüsselwerk der Sammlung und seiner Geschichte in völlig neuer Art und Weise zu nähern: Caspar David Friedrichs Meisterwerk „Mönch am Meer“.

Der „Mönch am Meer“ ist nicht nur eines der bekanntesten Gemälde von Caspar David Friedrich und eine weltweite Ikone der romantischen Malerei in Deutschland. Durch die umfassende Restaurierung in den Jahren 2013 bis 2016 ist das Werk auch maltechnisch besonders gut erforscht. Mit 3D-Brillen wird das Kunstwerk jetzt zum virtuellen Erlebnis, Besucherinnen und Besucher stehen wie der Mönch im Gemälde am Meer und können diesem sogar begegnen. Auch die im Original heute nicht mehr sichtbaren Stadien der Entstehung werden so ablesbar und nachvollziehbar. Somit erlaubt die Virtual Reality (VR) ein Eintauchen in das Gemälde in zweifacher Hinsicht: einerseits in den Bildraum, mit der Frage wie fühlte sich der einsame Mensch angesichts der Naturgewalten? Andererseits in die zahlreichen Schichten des Bildaufbaus, um so dem Malprozesses bei Caspar David Friedrich nachzuspüren.

Mit diesem spielerisch-experimentellen Zugang zu einer Sammlungsikone beschreitet die Alte Nationalgalerie neue Wege. Nach der Medienstation zur Restitutionsgeschichte der Sammlung Rudolph Mosse ist dieses Virtual Reality Angebot der nächste Schritt der Alten Nationalgalerie hin zu neuen digitalen Vermittlungs- und Ausstellungsangeboten.

Das Projekt wurde in Kooperation mit der Gebrüder Beetz Filmproduktion und ARTE realisiert.
Ausstellung

Flying Pictures

Flying Steps & OSGEMEOS inszenieren Mussorgskys Bilder einer Ausstellung

Wie würden Bilder klingen, wenn sie Musik wären? Wie würden sie aussehen, würden sie von Tänzern zum Leben erweckt? Und was entsteht, wenn sich die Künstler ihrer Zeit über Genregrenzen hinweg inspirieren und ihre Kunst verschmelzen?

Nach den Erfolgsproduktionen „Flying Bach“ und „Flying Illusion“ laden die Berliner FLYING STEPS zu ihrer neuen Produktion "Flying Pictures" ein, die in Berlin ihre Premiere feiert. In Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie, die durch Udo Kittelmann die FLYING STEPS bereits 2010 in die Neue Nationalgalerie einlud, entsteht im April 2019 „Bilder einer Ausstellung“ im „Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin“. Inszeniert von den FLYING STEPS und dem brasilianischen Künstlerduo OSGEMEOS, verbindet „Flying Pictures“ Elemente von Kunst, Musik und Tanz-Performance.
Ausstellung

Bauhaus und die Fotografie

Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst

Aus Anlass des 100-jährigen Gründungsjubiläums des Bauhauses eröffnet die Ausstellung einen Dialog zwischen der Foto-Avantgarde um 1930 und der zeitgenössischen Kunst.

Das Bauhaus spielt nicht nur eine Schlüsselrolle in der Design- und Kunstgeschichte, sondern auch für die Fotografie des 20. Jahrhunderts. Wie tragen dessen Neuerungen auch heute noch zur Weiterentwicklung fotografischer Bildsprachen und ästhetischer Konzepte bei? Welche Rolle spielt die Foto-Avantgarde um 1930 für zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler? Die Ausstellung konfrontiert Arbeiten von u.a. László Moholy-Nagy, Lucia Moholy, Man Ray, Jan Tschichold, Hedda Walther, Florence Henri, Hans Robertson und Erich Consemüller mit Werkgruppen von Thomas Ruff, Dominique Teufen, Daniel T. Braun, Wolfgang Tillmans, Doug Fogelson, Max de Esteban, Viviane Sassen, Stephanie Seufert, Kris Scholz, Taiyo Onorato & Nico Krebs, Antje Hanebeck und Douglas Gordon.

Historischer Bezugspunkt der Ausstellung ist die Werkbundausstellung „Film und Foto“, die 1929/30 unter anderem in Stuttgart, Berlin und Zürich zu sehen war. Die Berliner Station wurde damals von der Kunstbibliothek ausgerichtet. Der ungarische Künstler László Moholy-Nagy (1895-1946), der sich bereits mit seinen experimentellen Fotoarbeiten einen Namen gemacht hatte, kuratierte jeweils einen Raum zur Geschichte und zur Zukunft der Fotografie. Dem Bauhaus-Künstler lag daran, programmatisch das Neue Sehen in der Fotografie zu untersuchen. Die historische Werkschau, die als eine Art Manifest zu verstehen ist und sich in die damalige Debatte um den Stellenwert der Fotografie in der Kunst einmischte, wird mit über 300 Exponaten virtuell rekonstruiert. Darüber hinaus wird ein Teil der Berliner Station als szenografische Reproduktion präsentiert. Ergänzt werden die Rekonstruktionen durch zahlreiche Vintage Prints aus den Beständen der Kunstbibliothek und eine Präsentation von Filmen der 1920er-Jahre. In Kombination mit fotografischen Arbeiten von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern eröffnet die Ausstellung einen Dialog zwischen dem historischen Ereignis und der Gegenwart.

Einen Blick nach vorne werfen Studierende des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt und der Fakultät Design der Technischen Hochschule Nürnberg, die ihre eigenen, zukunftsorientierten Entwürfe präsentieren, die auch elektronische und digitale Medien mit einbeziehen.

Die Schau ist Teil des Jubiläumsprogramms „100 jahre bauhaus“.

Eine Sonderausstellung der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem NRW-Forum Düsseldorf und der Kunsthalle Darmstadt, gefördert im Fonds Bauhaus heute der Kulturstiftung des Bundes, vom NRW-Forum Düsseldorf, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und von der Hochschule Darmstadt.
Ausstellung

Emil Nolde - Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus

Die Ausstellung „Emil Nolde. Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus“ zeigt Emil Noldes künstlerisches Werk erstmals im historischen Kontext seiner Biografie und ideologischen Haltung. Seine Sympathien für die NS-Bewegung sind in Expertenkreisen seit langem bekannt, spielten jedoch in der öffentlichen Präsentation seiner Werke bisher kaum eine Rolle. Die Ausstellung soll daher sowohl eine künstlerische als auch historische Auseinandersetzung mit Noldes Werk und Leben ermöglichen, die den dynamischen Charakter des Verhältnisses zwischen Künstler, Werk und Rezeption thematisiert.

Nolde selbst veranlasste gar testamentarisch die Veröffentlichung seiner schriftlichen Erzeugnisse, darunter seine Autobiografien und Briefe. Offensichtlich war er davon überzeugt, dass ein besseres Verständnis der Innenwelt des Künstlers beim Betrachter auch zu einem tieferen Verständnis der betrachteten Werke führen würde. Tatsächlich lässt sich die Frage Künstler und Werk in der Öffentlichkeit aber nicht vom Thema Nolde und Nationalsozialismus trennen – während der NS-Diktatur, aber auch in den Jahren nach 1945.

Die Nationalgalerie spielt historisch eine zentrale Rolle in der Konstruktion der Noldeschen Künstlerlegende. Das Nolde-Ausstellungsprojekt knüpft nun – durchaus selbstkritisch – an jüngst gezeigte Ausstellungen wie die „Entartete Kunst“-Rekonstruktion und „Die Schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933 – 1945“ an und führt die „aufklärerische“ Tradition des Hauses fort.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und der Nolde Stiftung Seebüll, sowie mit finanzieller Unterstützung der Friede Springer Stiftung.
Ausstellung

In bester Gesellschaft

Ausgewählte Erwerbungen des Berliner Kupferstichkabinetts 2009-2019

„In bester Gesellschaft“ stellt eine Auswahl wichtiger Erwerbungen des Kupferstichkabinetts aus den letzten zehn Jahren vor – vom Spätmittealter bis in die unmittelbare Gegenwart. Hierzu gehören neben Ankäufen aus eigenen Mitteln vor allem Schenkungen, Vermächtnisse und einzelne Rückerwerbungen restituierter Werke.

Viele bedeutende Ankäufe gelangen oftmals nur mit Hilfe externer Förderer wie der Kulturstiftung der Länder, der Schering Stiftung Berlin oder der Ernst von Siemens Kunststiftung. Nicht zu vergessen sind die Künstlerförderung des Landes Berlin sowie das Engagement der Graphischen Gesellschaft zu Berlin e. V. sowie vieler privater Förderer.

Dabei werden nicht nur die einzelnen Neuerwerbungen und die Umstände ihrer Erwerbung ins Licht gerückt, sondern auch Anknüpfungspunkte innerhalb der Sammlung, also Werke, mit denen die Neuankömmlinge in einen Dialog treten – und mit denen sie sich nun in bester Gesellschaft befinden.
Ausstellung

Henning Wagenbreth – Transitzone

Gastspiel in der Kunstbibliothek

Die Kunstbibliothek öffnet sich für die kreativen Ideen und Perspektiven zeitgenössischer Gestaltung: Ihr Ausstellungsraum wird zur Plattform des Dialogs mit den Sammlungen und einer künstlerischen Erforschung der Bestände.

Für „Transitzone“ hat Henning Wagenbreth Inspirationsbilder und Lieblingsstücke ausgewählt, die er mit dem eigenen Werk interagieren lässt. Der Berliner Grafikdesigner und Illustrator Wagenbreth (geb. 1962) ist international bekannt durch seinen unverwechselbaren grafischen Stil: In klaren Linien und starken Farben verdichtet er Bilder zu Erzählungen, fantasievoll und präzise zugleich. Er ist selbstverständlich in digitalen Medien unterwegs, versteht jedoch die Handzeichnung und manuelle Drucktechniken als wichtige Quellen gestalterischer Originalität.

Im bunten Bildkosmos Wagenbreth wird das Hier und Jetzt präzise analysiert – als Transitzone zwischen der Zukunft und der Historie. Man trifft auf Motive aus allen Zeiten, etwa Skelette, die an mittelalterliche Totentänze erinnern, brennende Häuser wie auf alten Bilderbogen, oder einen Zombie-Napoleon, der früher als Spottfigur in Karikaturen auftrat. Auch der Tobot-Turm, eine Illustrations-Skulptur im Zentrum der Ausstellung, spielt mit Bildzitaten von Wunderkammer bis Computerspiel, Azteken bis Science Fiction, Babylon bis Metropolis.

Die Kunstbibliothek, als Museum für grafische Gestaltung und ehemalige Vorlagensammlung, ist reich an Originalen historischer Bildwelten. Aus diesem Fundus hat Wagenbreth rund 30 Bücher, Plakate, Druckgrafiken und Fotografien ausgesucht, die er den eigenen Arbeiten gegenüberstellt. Das Ergebnis ist ein frischer Blick auf allen Ebenen: Wagenbreths Illustrationen erfahren eine assoziative und semantische Erweiterung, während die Objekte aus der Kunstbibliothek ihre aktuelle Relevanz entfalten.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft. Es werden zudem Veranstaltungen angeboten, darunter Künstler- und Kuratorengespräche sowie ein Konzert der Band „The Mazookas“, deren Repertoire Wagenbreth musikalisch und visuell wesentlich mitgeprägt hat.
Ausstellung

Cinderella, Sindbad & Sinuhe

Arabisch-deutsche Erzähltraditionen

In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten zunehmend von Abgrenzung geprägt sind, ist es umso wichtiger, sich den vielfältigen, auch historisch gewachsenen Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kulturen forschend zu widmen und diese einer internationalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Ausstellung erkundet wechselseitige Einflüsse und gemeinsame Ideen arabischer und deutscher Erzähltraditionen. Sie präsentiert erste schriftliche Überlieferungen von Erzählungen und Märchen, angefangen bei den frühesten bekannten Beispielen aus dem Alten Ägypten und Mesopotamien. Sie untersucht, wie diese durch Zeit und Raum hinweg adaptiert und interpretiert wurden, und weist auf Gemeinsamkeiten in den Erzähltraditionen hin.

Zum ersten Mal werden in Deutschland gemeinsam unverwechselbare Meisterwerke präsentiert:
die altägyptische Erzählung des Sinuhe
die Klagen des Beredten Bauern
die älteste Version der Achikar-Geschichte aus Elephantine
das unbekannte Manuskript des mündlichen Bani-Hilal-Epos, das heute zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt
arabisch beeinflusste Werke des deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe
sowie seltene Manuskripte und Bucheditionen der Gebrüder Grimm und von „Tausendundeiner Nacht“.

Bis heute haben diese Erzählungen und Geschichten Schriftsteller, Künstler, Filmschaffende und Gelehrte inspiriert, wie etwa den arabischen Nobelpreisträger Naguib Mahfouz.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin und der Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA) und wurde großzügig durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell unterstützt.
Ausstellung

Andreas Mühe. Mischpoche

Andreas Mühe (geb. 1979, Chemnitz, vormals Karl-Marx-Stadt, lebt in Berlin) wurde international bekannt durch seine Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit und Identität. Seinen Fotografien, die er ausschließlich analog herstellt, ist oftmals eine Ambivalenz, fast düstere Andeutung, inhärent, die auf die nicht mehr sichtbaren aber noch immer spürbaren Folgen der deutschen Geschichtsschreibung verweisen. Die sorgsam konzipierten Bildkompositionen suggerieren dabei eine gewisse Verwandtschaft zu Theater und Inszenierung. Die Nähe zu Schauspiel, Bühne und Film erschließt sich unter anderem aus Mühes persönlicher Biografie; sein Vater war der bekannte Schauspieler Ulrich Mühe, seine Mutter ist die renommierte Theaterintendantin Annegret Hahn. Diese beiden Persönlichkeiten, Mühes engste familiäre Bande, gemeinsam mit weiteren Verwandtschaftsmitgliedern, bilden die Protagonisten seiner für den Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin konzipierten neuen Werkserie. In zwei großformatigen fotografischen Familienportraits vereint Mühe die lebenden wie verstorbenen Mitglieder seiner Familie, mütterlicher- und väterlicherseits. Die bereits verstorbenen Personen ließ er, von Fotovorlagen ausgehend, in einem komplexen und intensiven Produktionsprozess als verblüffend lebensecht anmutende Skulpturen nachbilden.

Es offenbart sich hierbei eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit den innerfamiliären Geflechten der Familie Mühe, die – berufsbedingt – teilweise auch ein Leben in der Öffentlichkeit führten. Der psychologisch, sozial geladene Aspekt eines Familienbildes steht gleichzeitig einer kunsttheoretischen Abhandlung gegenüber. Denn Mühes künstlerischer Prozess von Fotografie als Ausgangsmaterial, zu plastischen Nachbildungen in Form von Skulpturen, und schlussendlich zu einer choreografierten Gruppierung, an dessen Ende ein fotografisches Familienportrait steht, macht die ambivalente Bedeutung von Fotografie – zwischen Wahrheit und Konstruktion – überdeutlich. Persönliche Geschichte, soziale und gesellschaftliche Verhältnisse sowie künstlerische Tradition vereinen sich zum Portrait einer Familie, dem Zeit- wie Kunstgeschichte tief eingeschrieben sind.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der National­galerie und unterstützt durch die Volkswagen Aktiengesellschaft.
Ausstellung

Kulturlandschaft Syrien

Bewahren und Archivieren in Zeiten des Krieges

Kulturerhalt in einem kriegszerstörten Land? Die Sonderausstellung im Museum für Islamische Kunst lädt die Besucherinnen und Besucher mit Objekten, Filmen, Fotos und interaktiven Bildschirmen auf eine virtuelle Erkundungsreise durch die Kulturlandschaft Syriens ein. Zugleich gibt sie Einblicke in die Arbeit des „Syrian Heritage Archive Project“ und damit in die Praxis des Kulturerhalts.
Syrien als bedeutende Kulturlandschaft

Syrien ist eine bedeutende Kulturlandschaft, grundlegende zivilisatorische Errungenschaften wie die Entstehung städtischen Lebens oder das Alphabet nahmen hier ihren Anfang. Einzigartige historische und archäologische Denkmäler zeugen von der jahrtausendealten Geschichte des Landes. Die altorientalischen Hochkulturen, die griechische und römische Antike sowie die byzantinisch-christliche und islamische Zeit haben überall im Land ihre Spuren hinterlassen. Zugleich qualifizierte die geografische Lage zwischen Mittelmeer, anatolisch-iranischem Hochland und Persischem Golf die Großregion als Drehscheibe für den Fernhandel. Mobilität von Menschen und Gütern und die damit einhergehende Vielfalt prägen den Charakter des syrischen kulturellen Erbes.
Das digitale Archiv "Syrian Heritage Archive Project"

Diese reiche Kulturlandschaft zog seit jeher Reisende und Forscher in ihren Bann. Ihre Berichte, Fotos, Pläne und Karten sind heute eine wertvolle Grundlage für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes. Sie werden seit 2013 vom „Syrian Heritage Archive Project“ in einem digitalen Archiv zusammengetragen und für die Nachwelt erschlossen. Zwei Projektgruppen arbeiten beim Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin und beim Deutschen Archäologischen Institut. Seit Beginn der Arbeiten ist hier das umfassendste Archiv über Syrien außerhalb des Landes entstanden. Teile des Archivs werden im Rahmen der Ausstellung nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Im Fokus stehen die Altstädte von Damaskus und Aleppo, die Oasenstadt Palmyra, Raqqa und die so genannten Toten Städte. Diese Orte sind durch die 2011 in Syrien ausgebrochenen Kriegshandlungen in ganz unterschiedlicher Weise betroffen. Nicht nur die dort lebenden Menschen wurden in eine Katastrophe gestürzt. Auch die materiellen Kulturschätze und immateriellen kulturellen Ausdrucksformen sind zerstört, stark gefährdet oder unwiederbringlich verloren. Vorher weitgehend intakte Altstädte wie jene von Aleppo und Bosra, ebenso wie die antike Oasenstadt Palmyra sind stark betroffen. Beschädigt sind auch die sogenannten Toten Städte aus frühchristlicher Zeit. Die Kreuzfahrerfestung Krak des Chevaliers wurde bereits wieder instand gesetzt. Einzig die Altstadt von Damaskus und die Burg Salah al-Din blieben bislang von großen Schäden verschont.
Die "Syrian Heritage Initiative"

Durch die Arbeit des „Syrian Heritage Archive Project“ wurde das Museum für Islamische Kunst zu Folgeprojekten angeregt. Der Schwerpunkt liegt auf Aleppo, der ältesten durchgehend bewohnten Stadt der Welt: Im „Aleppo Built Heritage Documentation Project“ werden Zerstörungen an wichtigen historischen Gebäuden der Altstadt detailliert dokumentiert. Bei „Crossroads Aleppo: Unsere Stadt, gemeinsames Kulturerbe, unsere Erinnerung“ werden die Bewohner Aleppos einbezogen und Hintergrundmaterial zu historischen Aleppiner Bauwerken erarbeitet. Die „Interactive Heritage Map of Syria“ sammelt mündliche Überlieferungen und Erinnerungen aus Syrien und über Syrien. Zusammen bilden die Projekte die „Syrian Heritage Initiative“, die sich auf der Ausstellung mit einer neuen Form von Internet-Archiv präsentiert. Es ist in Deutsch, Englisch und Arabisch, leicht zugänglich und lädt zur aktiven Mitarbeit ein.

Im Rahmen der Ausstellung werden verschiedene Vorträge zu Forschungen in Syrien – insbesondere über Aleppo – stattfinden. Begleitend erscheint eine Publikation.
Ausstellung

MANTEGNA und BELLINI

Meister der Renaissance

Ab 1. März 2019 präsentiert die Gemäldegalerie eine umfassende Ausstellung zum eng miteinander verwobenen Schaffen von Andrea Mantegna (um 1431–1506) und Giovanni Bellini (um 1435–1516). Mit rund 100 Arbeiten stellt die Kooperation der Staatlichen Museen zu Berlin mit der National Gallery, London erstmals das Oeuvre dieser beiden Meister der italienischen Renaissance vergleichend gegenüber. Der Katalog zur Ausstellung ist bereits erschienen. Tickets und Gruppenführungen sind ab sofort buchbar.
Mantegna und Bellini

1452/3 heiratete der in Padua tätige, aufstrebende Maler und Druckgraphiker Andrea Mantegna in die Familie Bellini ein – eine der führenden Künstlerfamilien im nahegelegenen Venedig. Mantegnas spektakuläre Bilderfindungen und sein intensives Interesse an der klassischen Antike hinterließen einen tiefen Eindruck bei seinem vermutlich jüngsten Schwager Giovanni Bellini. Während dieser Zeit entfaltete auch Bellinis unverkennbarer Malstil seine Wirkung auf Mantegnas Schaffen. Nach nur zehn Jahren enger Zusammenarbeit trennten sich ihre Wege: 1460 zog Andrea nach Mantua, wo er bis zu seinem Tode Hofmaler der Fürstenfamilie Gonzaga blieb. Giovanni dagegen verbrachte seine gesamte Künstlerkarriere in Venedig. In unterschiedlichen Umgebungen tätig, entwickelten sich ihre künstlerischen Stile in sehr verschiedene Richtungen. Dennoch trägt ihr Schaffen zeitlebens deutliche Spuren eines über die Jahrzehnte hinweg gepflegten Austausches, der noch immer nachempfunden werden kann.
Gemäldegalerie und National Gallery

In den Sammlungen der Gemäldegalerie und der National Gallery sind Werke von Mantegna und Bellini in außergewöhnlich großer Zahl und Qualität vorhanden. Die Bestände umfassen Meisterwerke der beiden Künstler aus allen Schaffensphasen. Zudem beherbergen das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin sowie das British Museum eine außergewöhnlich reiche Sammlung von Blättern Mantegnas, Bellinis, ihrer Familie und ihrer Nachfolger bzw. ihres Umkreises. Gerade in ihrer Unmittelbarkeit und Spontaneität machen diese Zeichnungen die künstlerische Nähe von Andrea Mantegna und Giovanni Bellini deutlich. Um diesen Kern herum versammelt die Ausstellung zudem eine Anzahl herausragender Leihgaben. So werden Unterschiede und Ähnlichkeiten im Schaffen der beiden bedeutenden Renaissancekünstler auf exemplarische Weise herausgearbeitet. Neue Konstellationen und reizvolle Gegenüberstellungen machen die außerordentliche Attraktivität dieser Ausstellung aus.

In der National Gallery ist die Ausstellung seit dem 1. Oktober 2018 mit bereits über 50 000 Besuchern sehr erfolgreich angelaufen und noch bis zum 27. Januar 2019 zu sehen. Seit dem 14. Oktober 2018 zeigt die Gemäldegalerie in der Sonderpräsentation „Bellini Plus. Forschung und Restaurierung“ Werke von Giovanni Bellini und seinem Umkreis, die in Vorbereitung der großen Sonderausstellung untersucht und restauriert wurden. Texttafeln, Fotos und Kartierungen geben den Besucherinnen und Besuchern Einblick in die Untersuchungsergebnisse, die Restaurierungsgeschichte und die jüngst durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen.

„Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance“ wird kuratiert von Caroline Campbell (National Gallery, London), Dagmar Korbacher (Kupferstichkabinett – Staatliche Museen zu Berlin), Neville Rowley (Gemäldegalerie und Skulpturensammlung – Staatliche Museen zu Berlin) und Sarah Vowles (British Museum).
Ausstellung

Design Lab#2

Less is Less - More is More The production of everyday life

Eine Koopperation mit space&designSTRATEGIES der Kunstuniversität Linz

Unser Alltag ist gestaltet durch Routinen in der Interaktion mit Menschen, Dingen, Räumen und Begrifflichkeiten, die uns umgeben. „Wie man etwas macht“, wird Gewohnheit und Selbstverständlichkeit. Der Studiengang space&designSTRATEGIES der Kunstuniversität Linz nimmt diese radikalen Routinen unter die Lupe und untersucht, wie Alltag produziert wird. Dazu besetzt er in einer Serie von Workshops das Kunstgewerbemuseum Berlin als Forschungsraum voll „alltagsabgetrennter Gegenstände“.

Kuratiert von Ton Matton mit Larissa Meyer, Antoine Turillon

Die Ausstellung wird gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.
Ausstellung

Saul Leiter. David Lynch. Helmut Newton: Nudes

Saul Leiter hat parallel zu seiner Modefotografie für Harper’s Bazaar und seinen Farbabstraktionen, die seit den 1950er Jahren in den Straßen New Yorks entstanden, auch Akt im Studio inszeniert. Diese Bilder blieben zu Lebzeiten gewissermaßen unter Verschluss und nur wenige seiner Freunde kannten diese stillen und intimem Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Leiter entwickelte die Aktbilder selbst in der eigenen Dunkelkammer, während seine Farbaufnahmen von Fotolaboren in New York vergrößert wurden. Die weiblichen Modelle waren Freundinnen oder Geliebte des Künstlers, der sie in seiner New Yorker Wohnung porträtierte.

Nach seinem Tod im Jahr 2013 werden von Leiters Nachlaßverwalterin Margit Erb die unterschiedlichen Aspekte seines Werkes aufarbeitet, publiziert und teilweise auch neu editiert. So entstand 2018 im Steidl-Verlag eine Publikation zu dieser Serie unter dem Titel „In My Room“, in der New Yorker Howard Greenberg Gallery eine Ausstellung mit Neuvergößerungen ausgewählter Akt-Motive – und nun in der Helmut Newton Stiftung erstmals eine Präsentation mit etwa 100 unikatären Vintage oder Late Prints, die Saul Leiter seinerzeit selbst vergrößert hat. Wir sehen kleinformatige Akt-Porträts einer oder mehrerer Frauen, die auf Sofas liegen oder im Gegenlicht zur Silhouette werden, die gedankenverloren rauchen oder lächelnd für Leiters Kamera posieren; dabei sind nicht alle Modelle nackt. Es sind subtile, sensible, ja geradezu schüchterne Annäherungen an das Wesen und an den Körper der Frau.

Eine ähnliche Bildstimmung begegnet uns bei den Aktaufnahmen von David Lynch, die ein halbes Jahrhundert später, vor allem in Lodz und Los Angeles, entstanden sind; die meisten in Schwarz-Weiß, einige wenige in Farbe. Es sind abstrakte Körperbilder, häufig vollformatige Details, die wir erst auf den zweiten Blick mit einem menschlichen Körper in Verbindung bringen und vor unserem inneren Auge mit einem Leib abgleichen können. Lynch wählte für seine 25 Aufnahmen ein großes Bildformat; exklusiv sind sie für die Berliner Ausstellung zusammengestellt und vergrößert worden. Auch hier entstand zuerst eine Publikation, die 2016 unter dem Titel „Nudes“ im Verlag der Pariser Fondation Cartier veröffentlicht wurde. Lynchs Aktaufnahmen entstehen parallel und autonom von seinem filmischen Werk, in dem gelegentlich ebenfalls sexuelle Anspielungen und Handlungen zu sehen sind. Seine fotografischen „Nudes“, mal Beobachtung, mal Pose, wirken vergleichbar mysteriös wie seine Filme, jedoch in den seltensten Fällen wie Standbilder. Vielmehr scheinen wir in der Bildbetrachtung noch das vorsichtige, ja zarte Umkreisen und Untersuchen des weiblichen Körpers mit der Fotokamera zu spüren; solche Imaginationen sind wohl nur mit dem Medium Fotografie möglich. Die Intimität (oder die Illusion einer Intimität) entsteht hier durch die Motivik einer extrem nahansichtigen, geradezu taktilen Körperlichkeit, auch wenn wir nur einen nackten Oberschenkel oder Arm im Bildanschnitt sehen.

Helmut Newton hat mit Aktfotografie in den 1970er-Jahren begonnen, diesseits und jenseits seiner Modebildproduktion, und bis zu seinem Lebensende 2004 auch in diesem Genre gearbeitet. Seine Serie „Naked and Dressed“, die den Übergang vom Mode- zum Aktbild in seinem Werk markiert, und die „Big Nudes“ machten ihn weltberühmt und inspirierten zahlreiche Kollegen und bildende Künstler zu Nachahmungen oder Neu-Interpretationen. Die jetzige Präsentation vereint etwa 60 solcher Ikonen aus manchen seiner bekannten Ausstellungen und Projekte wie „Helmut Newton’s Illustrated: Pictures from an Exhibition“, „White Women“, „Sleepless Nights“, „Big Nudes“, „Sex and Landscapes“, „Work“ oder „Us and Them“ sowie etwa 40 bislang ungezeigte Werke aus dem Stiftungsarchiv, darunter zahlreiche Original-Polaroids. Newton schuf ein unvergleichliches Werk voll subtiler Verführung und zeitloser Eleganz – auch und besonders im Akt-Genre: Darunter finden sich Porträts nackter Menschen an Swimmingpools, raffinierte Aufnahmen unbekleideter Schaufensterpuppen und andere modebasierte Aktbilder, halbnackte Modelle mit orthopädischen Stützprothesen oder provokante Inszenierungen sexueller Obsessionen in weiblicher Besetzung, die in unserer Rezeption vielen Imaginations- und Assoziationsmöglichkeiten Platz lassen.

Es ist das erste Mal in der Geschichte der Helmut Newton Stiftung, dass eine Ausstellung ausschließlich dem Genre Akt gewidmet wird.
Ausstellung

Max Ernst, Zeichendieb

1964 taucht im Werk von Max Ernst erstmals eine Geheimschrift auf, die er für eine Serie von Grafiken zu Ehren des Amateur-Astronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel (1821–1889) schuf. Sie erinnert an die frühen Experimente der Surrealisten mit der „écriture automatique“ (Automatische Schrift) und ähnelt zugleich auf verblüffende Weise ägyptischen Hieroglyphen, wie sie sich auch auf dem Kalabscha-Tor am Eingang der Sammlung Scharf-Gerstenberg befinden. Hier genießt das berühmte Tempeltor Gastrecht, bis es nach Fertigstellung des letzten Pergamon-Flügels auf die Museumsinsel nachziehen kann.

Die Surrealisten liebten den Zufall. Was läge näher, als die Präsenz des Tores zum Anlass für eine Max Ernst-Ausstellung zu nehmen? Ausgehend von den selten gezeigten Geheimschrift-Grafiken sollen einige typische Elemente und Themen im Werk von Max Ernst beleuchtet werden. Nicht wenige von ihnen sind ausgeborgt: Sie durchziehen unsere Kunst- und Bildgeschichte und lassen sich mitunter bis auf die Kunst der alten Ägypter zurückverfolgen. Tatsächlich sind die in Max Ernsts Collagen, Frottagen oder Grattagen auftauchenden Bilder und Zeichen selten von ihm selbst erfunden. Seine Spuren sorgsam verwischend, generiert Max Ernst sie aus dem Bilderreservoir einer bereits vorhandenen Welt, um ihnen mit diebischer Freude neue, surreale Botschaften unterzuschieben.
Ausstellung

Local Histories

Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, der Sammlung der Nationalgalerie und Leihgaben

Die Ausstellung „Local Histories“ spürt Beziehungen und Bedingungen nach, unter denen zentrale Werke der Sammlungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden.

„The history of art and art’s condition at any time are pretty messy“ schreibt Donald Judd 1964 in einem Artikel, der sich der New Yorker Kunstszene widmet. Er wendet sich darin gegen traditionelle Unterscheidungen von Stilen und Gattungen und plädiert für eine ungezwungene Begegnung mit Kunstwerken. Judds Analyse einer lokalen Szene ist Ausgangspunkt für das Experiment, Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection und der Sammlung der Nationalgalerie, ergänzt durch ausgewählte Leihgaben, in den Kontext ihrer Entstehung zu bringen.

Welche Kunst war prägend für Donald Judd? Was verbindet Konrad Lueg, Sigmar Polke und Gerhard Richter? Welche Galerien haben Bruce Nauman oder Jenny Holzer in ihren frühen Karrierephasen unterstützt? Mitunter ungewöhnliche Werk-Aufstellungen liefern Momentaufnahmen aus dem New York und Düsseldorf der 1960er- und 1970er-Jahre, dem Köln der 1980er-, dem Berlin und Los Angeles der 1990er Jahre.

Kuratiert von Matilda Felix
Ausstellung

Humboldt Forum Highlights

Was verbindet den Buckelstier Nandi, die Adlerschlange Cuauhcoatl, eine Federmadonna, die Marmorstatue Friedrichs III., eine alte Tresortür und das Nasspräparat einer Gorillahand? Sie alle sind Vorboten jener Ausstellungen, die bald im Humboldt Forum zu sehen sind, und werden schon jetzt als Highlights in verschiedenen Formaten vorgestellt. Zu diesem Anlass präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin ihre Highlight-Objekte an prominenten Orten der Museumsinsel Berlin und des Kulturforums.

An insgesamt acht Orten in den gastgebenden Ausstellungshäuser sind die Botschafter des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums anzutreffen: in der Gemäldegalerie, dem Neuen Museum, dem Alten Museum und dem Pergamonmuseum.

Die Ausstellung wird begleitet von einer Veranstaltungsreihe, die über ein halbes Jahr lang jeden Monat neue Einblicke in die vielseitige Themenwelt des Humboldt Forums bietet, das sich als Ort der Begegnung und des lebendigen Austausches versteht. Den Auftakt zum Veranstaltungsprogramm bildet ein Gesprächsabend am 26.10.18 im Pergamonmuseum, wo bald der Nandi durch die Babylonische Prozessionsstraße schreiten wird. Diese und weitere Veranstaltungen finden Sie auf der Programmseite des Humboldt Forums. Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten wird eine frühzeitige Anmeldung empfohlen.

Ort: Museumsinsel Berlin
Ausstellung

Der Elefant im Raum

Skulpturen aus der Sammlung Marx und der Sammlung der Nationalgalerie

„Der Elefant im Raum – Skulpturen aus der Sammlung Marx“ im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin befasst sich mit einem wesentlichen Aspekt der Bildhauerei der 1960er-Jahre: die räumliche Wirkung von Skulpturen. Mit Werken von Absalon, Joseph Beuys, Donald Judd, Jeff Koons, Rachel Whiteread u. a. rückt die Ausstellung das Verhältnis von Kunstwerk und Räumlichkeit in den Blick. Ausgehend von der englischsprachigen Redewendung „the elephant in the room“ verweist der Elefant im Ausstellungstitel auf jene Kräfte und Größen, die zwar nicht Teil der Skulpturen sind, ihre Präsenz im Raum jedoch maßgeblich mitbestimmen und damit wesentlicher Bestandteil des erweiterten Kunstbegriffs der 1960er-Jahre sind.

Anlässlich der Ausstellung erscheint Ende des Jahres eine Publikation zur Sammlung Marx in der Edition Cantz. 1996 eröffnete der Hamburger Bahnhof als Haus der Nationalgalerie für die Kunst der Gegenwart neben eigenen Beständen mit Werken aus der Sammlung Marx. In wechselnden Präsentationen zeigt das Museum Werke der Kunstsammlung des Berliner Unternehmers der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Veranstaltungsreihe „The Making-of…“ führt am Beispiel von Hauptwerken der Sammlungen in die museale Bewahrung und Präsentation zeitgenössischer Kunstwerke ein.
Ausstellung

Hochzeitsträume

Hochzeit – der große Traum. Für viele der wichtigste Augenblick im Leben. Wie sehen diese Träume aus? Wie werden sie geschaffen? Wie haben sie sich verändert? Gehen alle Träume in Erfüllung? Und was hat das alles mit Gefühlen zu tun?

In der Ausstellung zeigt das Museum Europäischer Kulturen (MEK) gelebte und ungelebte, vergangene und gegenwärtige Hochzeitsträume. Sie sind so verschieden wie die Menschen, die Kulturen und Religionen und haben doch erstaunlich viel gemeinsam.

Träume von Jungen und Alten und denen „dazwischen“, von Prinzen, Promis, KünstlerInnen und DesignerInnen. Die interaktive Ausstellung mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm lädt ein zum Entdecken, Erzählen, Erinnern und Träumen.
Ausstellung

Vis à vis. Asien trifft Europa

Das Museum für Asiatische Kunst hat Anfang Januar 2017 seine Pforten in Dahlem geschlossen, um die Neuaufstellung im Humboldt Forum vorzubereiten. Eine erlesene Auswahl seiner herausragenden Bestände wird nun im Rahmen der Reihe „Auf dem Weg zum Humboldt Forum“ in der ständigen Ausstellung des Kunstgewerbemuseums präsentiert. Werke beider Museen treten in einen assoziativen Dialog. Diese Form der Präsentation verdeutlicht den regen und bereits seit Jahrhunderten stattfindenden Transfer von Materialien, Techniken, Formen und Motiven zwischen Europa und Asien. Die Präsentation besteht aus fünf thematischen Diskursen und ist ab dem 15. Dezember 2017 bis voraussichtlich April 2019 im Kunstgewerbemuseum am Kulturforum zu sehen.

Horn, Bein und Elfenbein aus Indien und Europa
Die erste Gegenüberstellung zeigt indische und europäische Kunstwerke aus dem 13. bis 19. Jahrhundert. Bereits die Wahl der Materialien symbolisiert kulturübergreifend Macht, Potenz, Erhabenheit und Reinheit. Besonders Elfenbein wurde als Material für Jagdgeräte, Kosmetikutensilien oder Herrschaftsinsignien wertgeschätzt. Im Westen trat der Aspekt des Exotischen hinzu, der die Aura der Exklusivität des über weitgespannte Handelsnetze bezogenen fremden Materials noch verstärkte.

Porzellan und Tee in Asien und Europa
Der zweite Diskurs widmet sich dem „weißen Gold“. In China war die Rezeptur des Porzellans bereits seit Jahrhunderten bekannt. Im 17. Jahrhundert intensivierte sich der Handel zwischen China, Japan und Europa. In der Folge gelangten große Mengen von chinesischem Porzellan und Tee in den Westen. Die europäische „Nacherfindung“ gelang jedoch erst 1708 in Meißen dem Alchemisten Johann Friedrich Böttger und dem Naturwissenschaftlers Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Im Nebeneinander von chinesischen, japanischen und frühen Meißener Porzellanen werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten deutlich. Beim Transfer von Motiven kam es auch zu Missverständnissen – so mutiert in Meißen ein chinesischer Phönix zu einem Hahn.

Ostasien und Art Nouveau
Auf der Suche nach neuen Impulsen bezogen sich auch die Künstler des Jugendstils auf ostasiatische Vorbilder. Im dritten Diskurs treten französische Keramiken des Art Nouveau in Dialog mit Gefäßen aus China, Japan und Korea. Die sogenannten „Maîtres du Feu“ ließen sich nicht nur von den Formen und Motiven ostasiatischer Prägung inspirieren, sondern auch von den farbintensiven Laufglasuren. Zeitlos und modern wirken die parallel präsentierten ostasiatischen Keramiken, von denen die ältesten bereits aus dem 4. Jahrhundert datieren.

Der Kimono in der Mode Europas
Der vierte Diskurs handelt von Mode. Seit dem 18. Jahrhundert lässt sich der ästhetische Einfluss Ostasiens in der europäischen Modeentwicklung dokumentieren. Später entdeckte die Pariser Haute Couture den japanischen Kimono für die Damenmode. Der bedeutende Pariser Modeschöpfer Paul Poiret (1879-1944) befreite Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur die Frauen vom Korsett und entwarf die neue weibliche Silhouette. Ihm gelang dabei auch die meisterhafte Synthese zwischen westlicher und fernöstlicher Kleidung. Als japanisches Pendant zu Poirets Mode figuriert ein Damenkimono aus der Taishô Zeit (1912-1926). Es ist ein prächtiger, schwarzer und sehr förmlicher Kimono. Bis heute werden solche Kimonos zu höchsten feierlichen Anlässen getragen.

Chinesische Stühle als Vorbild
Im fünften Diskurs kommt es zur Begegnung von chinesischen Stühlen der späten Ming- und frühen Qing-Zeit (15. bis 17. Jahrhundert) mit dem 1943/44 nach ihrem Vorbild entworfenen „Kinastol“ des dänischen Möbeltischlers, Designers und Architekten Hans Jørgensen Wegner. Wegner folgte der reduzierten, dem menschlichen Körper schmeichelnden Gestalt der chinesischen Vorbilder und übersetzte deren erstaunliche Qualität – die Stühle sind nur zusammengesteckt und nicht verleimt – in vorzüglicher europäischer Handwerkskunst.

Auf dem Weg zum Humboldt Forum
Die Sammlungen des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin werden auch während des Umzugs ins Humboldt Forum für Besucherinnen und Besucher sichtbar bleiben. Unter dem Motto „Auf dem Weg zum Humboldt Forum“ finden bis 2019 zahlreiche dialogische Sonderausstellungen und Präsentationen sowie Veranstaltungen der außereuropäischen Sammlungen am Kulturforum und auf der Museumsinsel Berlin statt.
Ausstellung

Unvergleichlich: Kunst aus Afrika im Bode-Museum

Die Ausstellung "Unvergleichlich" wird herausragende Kunstwerke Afrikas aus dem Ethnologischen Museum in der einzigartigen europäischen Skulpturensammlung im Bode-Museum zeigen. Durch die beiden Hauptetagen werden punktuell Plastiken beider Kontinente gegenübergestellt. Thematische Vertiefungen werden in einem Sonderausstellungsraum gezeigt.

Durch experimentelle Gegenüberstellungen von Werken aus zwei Kontinenten werden mögliche Zusammenhänge auf verschiedenen Ebenen thematisiert, wie historische Zeitgenossenschaft, ikonographische und technische Gemeinsamkeiten oder künstlerische Strategien. Besonders bemerkenswert sind Übereinstimmungen in der Funktion der Kunstwerke trotz unterschiedlicher Formensprache: Kraftfiguren aus dem Kongo dienten zum Schutz von Dörfern und Gemeinschaften, ähnlich wie gotische Darstellungen der Schutzmantelmadonna. Allerdings machen Vergleiche auch Kontraste deutlich, wie im Fall von Mutterschafts-Darstellungen, die sich in Afrika und Europa anderer Bildsprachen bedienen und andere Aussagen machen.

Jeder Museumsbesuch fordert auf, Objekte zu vergleichen und zu interpretieren. Doch was bedeutet es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen?

Die Ausstellung wirft mehrere Fragen auf: Welche Erkenntnisse werden durch die gemeinsame Präsentation von Kunstwerken mit unterschiedlichen Geschichten gewonnen? Was für Auswirkungen hatte es, Objekte, die einst gemeinsam in der Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer standen, verschiedenen Museen zuzuordnen? Warum wurden die einen Objekte als ethnologische Gegenstände und die anderen als Kunstwerke klassifiziert? Der implizite Prozess des Vergleichens, Trennens und Zuordnens in Abgrenzung zu anderen Sammlungen war ein fundamentaler Schritt in der Gründung der Berliner Museen und der Definition ihrer Sammlungsaufträge. Dabei endeten viele Objekte aus Afrika als ethnologische Anschauungsobjekte. Andere Objekte aus europäischen rituellen Kontexten von vergleichbarer Kunstfertigkeit verblieben in einem Kunstmuseum.

Der Prozess des Vergleichens und des Zuordnens ist also kein neutraler, sondern ist geladen mit gesellschaftlich geprägten Vorurteile, Konventionen und Geschichtskonstruktionen. Er ist auch stark abhängig von den Erfahrungen der Menschen, die den Vergleich anstellen. Die Aussage, ob Sachen ähnlich oder andersartig sind, hat oft auch mit Macht zu tun. Dadurch ist das Vergleichen eng mit Themen wie Sammlungsgeschichte, Ästhetik, Kolonialismus und Gender verbunden. Diese Themen werden in der Ausstellung und der begleitenden App von verschieden Perspektiven beleuchtet.

Bis zu Einrichtung des Humboldt-Forums bleiben diese Meisterwerke afrikanischer Kunst im Bode-Museum zugänglich. Die Präsentation lädt ein, die eigene Haltung des Vergleichens zu hinterfragen.

Die Ausstellung wird großzügig gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.
Ausstellung

100 Prozent Wolle

Die Ausstellung öffnet das Thema WOLLE für Besucher_innen aller Altersgruppen. Sie erhalten die Möglichkeit, sich der Wolle spielerisch, sinnlich, intellektuell oder nostalgisch anzunähern und damit auseinanderzusetzen. In jedem Raum stehen Orte der Begegnung, der gemeinsamen aktiven Erfahrung und des Austausches zwischen den Generationen im Mittelpunkt. Zugleich können sich die Besucher_innen in verschiedenste Themenfelder vertiefen. Dazu gehören das Schäferleben und der Umgang mit Tieren, die Gewinnung von Wolle, die Verarbeitung der Rohwolle zum Faden und die Herstellung von Maschen bis hin zum Produkt. Alles kann selbst ausprobiert werden – mit Anleitung oder ohne.

Highlights sind neben einer bekletterbaren Schafskulptur die Ausstattung eines Schäfers, eine Geschichten erzählende Kleiderstange und ein fliegender Teppich.

Mit dieser Ausstellung will das MEK eine Plattform entwickeln, die den Besucher_innen die Möglichkeit bietet, gemeinschaftlich Kulturtechniken kennenzulernen und zu erproben.
Ausstellung

Rokokowelten

Neupräsentation der Porzellan- und Fayencesammlung
ab 21. März 2019

Das 18. Jahrhundert war das Jahrhundert des Porzellans. Unter Fürsten, Aristokraten und vermögendem Bürgertum war man regelrecht süchtig nach dem „weißen Gold“, man sprach von der „maladie de porcelaine“. Wer sich das exklusive Porzellan nicht leisten konnte, griff zur Fayence, um seine Tafeln, Konsolen, Kaminsimse und Kommoden zu schmücken.

In der Ausstellung gibt es verschiedene Themenfelder:

Wie verlief der Weg des Porzellans von Asien nach Europa?
Inwieweit spiegeln sich in der Porzellan- und Fayencekunst die aristokratischen Lebensweisen des Rokoko wider?
Welche gestalterischen Besonderheiten gab es, und wie waren die Herstellungstechniken?

Dass Porzellan bis heute für Gestalterinnen und Gestalter aktuell ist, wird exemplarisch unter dem Aspekt „Porzellan und 3 D Druck“ beleuchtet.

Das Kunstgewerbemuseum arbeitet kontinuierlich an der Neupräsentation seiner Bestände, der Vielfalt der Sammlungsteile entsprechend in unterschiedlichen Formaten. Die europäischen Porzellane und Fayencen des 18. Jahrhunderts bilden einen Kernbereich des Museums und sind von herausragender Qualität. Ihre Neupräsentation innerhalb des historischen Rundgangs grenzt direkt an das 2014 neu eingerichtete Kabinett mit Mode und Accessoires des Rokoko, so dass sich hier viele Querbezüge ergeben.
Ausstellung

Die Krone von Kertsch

Schätze aus Europas Frühzeit

Völkerwanderungszeitlicher Goldschmuck vom Schwarzen Meer, silberne Gewandspangen und prächtige Gürtel aus Gräbern des frühen Mittelalters in Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland – Teile der Sammlung des Johannes von Diergardt werden nach über 80 Jahren wieder in Berlin zu sehen sein, wo sie bis 1934 ausgestellt waren. Sie gewähren glänzende Einblicke in die europäische Geschichte, besonders in die Ereignisse zwischen Antike und Mittelalter. Nach dem Tod des Sammlers und Mäzens gelangten sie in das Römisch-Germanische Museum Köln. Umbauarbeiten im Kölner Museum bieten nun eine gute Gelegenheit, die Schätze nach langer Zeit wieder der Berliner Öffentlichkeit zu präsentieren.

Eine Sonderpräsentation des Museums für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Römisch-Germanischen Museum der Stadt Köln
Ausstellung

Schätze aus dem Rhein. Der Barbarenschatz von Neupotz

20.12.2016 bis auf Weiteres

Im Bacchussaal des Neuen Museums stand lange einsam der Xantener Knabe, eine römische Bronzestatue, 1858 im Rhein bei Xanten von Fischern entdeckt. Nun bekommt der Bronzejüngling Zuwachs en masse: eiserne Werkzeuge und Wagenteile, Vorhängeschlösser und Fußfesseln, Bronzekessel und Silbergeschirr. Der „Barbarenschatz von Neupotz“ – im 3. Jahrhundert n. Chr. im Rhein versunken – wird für die kommenden Jahre die Dauerausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte um eine Attraktion bereichern.

Die einst in den Fluten des Rheins versunkenen Objekte stammen zumeist aus römischen Privathäusern. Es handelt sich etwa um einfaches Küchen- und Kochgeschirr, aber auch um wertvolles Tafelgeschirr zum Auftragen von Speisen und Getränken und zum Mischen von Wein. Viele Stücke zeigen Spuren intensiven Gebrauchs: Abnutzung, Reparaturen, Flicken. Die Objekte führen uns ganz nahe an die Menschen, die damit arbeiteten, an ihren Alltag. So auch die römischen Werkzeuge aus Eisen – wie Äxte, Zangen und Hacken –, deren Formen uns heute immer noch vertraut erscheinen. Sie haben sich über die Jahrhunderte nicht sehr verändert. Vorhängeschlösser und die schweren Eisenbeschläge römischer Lastwagen geben Aufschluss über den hohen Stand der antiken Technik. Fußfesseln erinnern an die weniger fortschrittlichen Züge der römischen Gesellschaft. Weiheinschriften auf manchen Stücken schließlich lassen vermuten, dass diese aus Heiligtümern genommen worden waren.

Im passenden Ambiente des Bacchussaals mit seiner an pompejanische Wandmalereien angelehnten Ausgestaltung wird ein Querschnitt aus den Neupotzer Metallmassen in zwei Hoch- und zwei Tischvitrinen präsentiert. Sie geben einen Überblick über den umfänglichen Fund. Der im Bacchussaal seit der Neueröffnung des Neuen Museums aufgestellte Xantener Knabe bleibt vor Ort. Auch er war im Rhein verloren gegangen, bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. In der Behausung eines vornehmen Römers aufgestellt, reichte er Gästen als „Stummer Diener“ einst Speisen und Getränke auf einem Tablett dar. Auch für seinen Verlust im Rhein werden Unruhen verantwortlich gemacht. So passen sie gut zusammen – der Xantener Knabe und der Schatzfund von Neupotz: die Schätze aus dem Rhein.
Ausstellung

Picasso und seine Zeit

16.03.2013 bis auf Weiteres

Am 16. März 2013 öffnete das zur Nationalgalerie gehörende Museum Berggruen wieder die Pforten für seine berühmte Sammlung der Klassischen Moderne. Der westliche Stülerbau wurde um das benachbarte Kommandantenhaus am Spandauer Damm und den neu angelegten Bettina-Berggruen-Garten erweitert.

Name und Entstehung der Sammlung gehen auf den Kunsthändler und Sammler Heinz Berggruen zurück (1914-2007). Über einen Zeitraum von mehr als vierzig Jahren trug er Meisterwerke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Paul Klee und Alberto Giacometti zusammen. Unter dem Titel "Picasso und seine Zeit" wurde die Sammlung Berggruen 1996 erstmals im westlichen Stülerbau präsentiert und im Jahr 2000 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Nationalgalerie erworben. Heute ist die Sammlung im Museum Berggruen - ergänzt durch weitere bedeutende Leihgaben der Familie - einer der wichtigsten Standorte der Klassischen Moderne.

Heinz Berggruen wurde 1914 in Berlin-Wilmersdorf geboren. 1936 emigrierte er aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die USA, wo er zunächst als freier Kulturjournalist arbeitete und seit 1939 am San Francisco Museum of Art angestellt war. Nach dem Krieg gründete er in Paris eine Galerie, die viele der Künstler vertrat, die Berggruen auch privat zu sammeln begann. 1980 zog sich Berggruen aus seiner Galerie zurück und konzentrierte sich auf die Erweiterung seiner Sammlung. Hierbei interessierten ihn vor allem jene Künstler, die heute das Herzstück der Sammlung des Museums ausmachen.

Mit mehr als 120 Werken von Pablo Picasso (1881-1973) gibt das Museum Berggruen einen vielfältigen Gesamtüberblick über seine künstlerische Entwicklung. Zu sehen sind zentrale Arbeiten, wie etwa Picassos berühmtes Motiv des sitzenden Harlekins aus der Rosa Periode, eine eindrückliche Detailstudie für "Les Demoiselles d'Avignon" sowie zahlreiche Porträts der Dora Maar. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Schaffen Paul Klees (1879-1940). Henri Matisse (1869-1954) und Alberto Giacometti (1901-1966) sind vor allem mit ihrem späteren Werk vertreten. Darüber hinaus zeigt das Museum Werke von Georges Braque, Henri Laurens und Paul Cézanne.
Ausstellung

Altes Ägypten

17.10.2009 bis auf Weiteres

In bislang nie gezeigtem Ausmaß von über 2 500 Exponaten präsentiert sich das Ägyptische Museum und Papyrussammlung im Nordflügel des Neuen Museums über drei Ebenen auf einer Fläche von 3 600 Quadratmetern.

Die Konzeption und Gestaltung der Schausammlung gewährt einen umfassenden Einblick in Kontinuität und Wandel der altägyptischen Kultur über vier Jahrtausende sowie in die Kulturgeschichte des antiken Sudan. Durch den Wiederaufbau mehrerer Opferkammern werden Grabarchitektur und Reliefkunst des Alten Reiches in einzigartiger Weise präsentiert. Neben der Thematisierung verschiedener kultureller Schwerpunkte wie Toten- und Götterkult, Königtum und Alltagsleben wird erstmals auch die Wissenschaftsgeschichte der Ägyptologie dargestellt und erläutert. Die Papyrussammlung zeigt in der "Bibliothek der Antike" eine große Auswahl hoch bedeutender Texte und Literaturwerke über die gesamte Zeitspanne altägyptischer bis spätantiker Schriftkultur.

Eine besondere Betonung der Ausstellungskonzeption liegt auf der Vermittlung des altägyptischen Menschenbildes durch die nach unterschiedlichen Gesichtspunkten in mehreren Räumen arrangierten Skulpturen, deren Höhepunkt die Präsentation der Büste der Nofretete im Nordkuppelsaal des Neuen Museums darstellt.
Ausstellungen / Festival Jüdisches Museum Berlin Berlin, Lindenstr. 9-14
Ausstellungen / Museum Martin-Gropius-Bau Berlin Berlin, Niederkirchnerstraße 7
Ausstellungen / Museum Stadtmuseum Berlin Berlin, Poststraße 13-14
Ausstellungen / Museum Dommuseum Dom zu Brandenburg Brandenburg an der Havel, Burghof 10
Ausstellungen / Museum Neue Synagoge Berlin Centrum Judaicum Berlin, Oranienburger Straße 28/30
Ausstellungen / Museum me Collectors Room Berlin Berlin, Auguststraße 68
Ausstellungen / Museum Cartoonmuseum Luckau Luckau, Nonnengasse 3
Ausstellungen / Museum Bröhan-Museum Berlin, Schloßstraße 1a
Ausstellungen / Museum Filmmuseum Potsdam Potsdam, Marstall am Lustgarten, Breite Str. 1a
Ausstellungen / Galerie imago fotokunst berlin, Auguststraße 29c
Ausstellungen / Museum Stiftung Stadtmuseum Berlin Berlin, Poststraße 13-14
Ausstellungen / Galerie Galerie Georg Nothelfer Berlin, Uhlandstraße 184
Ausstellungen / Museum Märkisches Museum Berlin, Am Köllnischen Park 5
Ausstellungen / Museum Sammlung Kindheit und Jugend Berlin, Wallstraße 32
Ausstellungen / Museum Museum Nikolaikirche Berlin, Nikolaikirchplatz
Ausstellungen / Museum Museum Ephraim-Palais Berlin, Poststr. 16
Ausstellungen / Museum Museum Knoblauchhaus Berlin, Poststraße 23
Ausstellungen / Museum Museum Nicolaihaus Berlin, Brüderstraße 13
Ausstellungen / Museum Museum Galgenhaus Berlin, Brüderstraße 10
Ausstellungen / Museum Naturwissenschaftliche Sammlung Berlin, Schloßstraße 69A
Ausstellungen / Museum Museumsdorf Düppel Berlin, Clauertstraße 11
Ausstellungen / Museum Museum Schloss Friedrichsfelde Berlin, Am Tierpark 125
Ausstellungen / Museum Sportmuseum Berlin Berlin, Hanns-Braun-Straße
Ausstellungen / Museum Grünauer Wassersportmuseum Berlin, Regattastraße 191
Ausstellungen / Museum Freilichtmuseum Domäne Dahlem Berlin, Königin-Luise-Straße 49
Ausstellungen / Galerie Die Aktgalerie Berlin, Krossener Str. 34
Ausstellungen / Museum Berlinische Galerie Berlin, Alte Jakobstraße 124-128
Ausstellungen / Galerie Galerie Eva Poll Berlin, Lützowstraße 7
Ausstellungen / Ausstellung Weinmeisterhaus Berlin, Weinmeisterstr. 15
Ausstellungen / Museum Museum für Kommunikation Berlin Berlin, Leipziger Straße 16
Ausstellungen / Galerie Galerie Brusberg Berlin Berlin, Kurfürstendamm 213
Ausstellungen / Museum Musikinstrumenten-Museum Berlin, Tiergartenstr. 1
Ausstellungen / Museum Schwules Museum Berlin, Mehringdamm 61
Ausstellungen / Museum Mauermuseum Berlin, Friedrichstraße 43-45
Ausstellungen / Ausstellung ver.di Fachgruppe Bildende Kunst Berlin, Paula-Thiele-Ufer 10
Ausstellungen / Museum Spandovia sacra Berlin, Reformationsplatz 12
Ausstellungen / Galerie ifa-Galerie Berlin Institut für Auslandbsziehungen Berlin, Linienstraße 139/140
Ausstellungen / Galerie DAM GALLERY Berlin, Seydelstraße 30
Ausstellungen / Museum Stiftung "Brandenburger Tor" Max Liebermann Haus Berlin, Pariser Platz 7
Ausstellungen / Museum Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde Berlin, Marienfelder Allee 66-80
Ausstellungen / Ausstellung Meinblau Projektraum Berlin, Christinenstr. 18-19
Ausstellungen / Galerie Galerie Johanssen Berlin, Choriner Str. 51
Ausstellungen / Museum DDR-Museum Berlin, Karl-Liebknecht-Str. 1
Ausstellungen / Ausstellung Deutscher Künstlerbund Berlin, Rosenthaler Str. 11
Ausstellungen / Museum Rochow-Museum im Schloss Reckahn Lehnin / OrT Reckahn, Reckahner Dorfstraße 27
Ausstellungen / Museum MuseumsDienst Berlin Berlin, Klosterstraße 68
Ausstellungen / Galerie galerie bild plus Berlin, Am Goldmannpark 20
Ausstellungen / Museum Deutsches Architektur Zentrum DAZ Berlin, Köpenicker Str. 48/49
Ausstellungen / Galerie Galerie Art Center Berlin Berlin, Friedrichstraße 134
Ausstellungen / Galerie Kunstverein Tiergarten | Galerie Nord Berlin, Turmstr. 75
Ausstellungen / Ausstellung KW Institute for Contemporary Art Berlin, Auguststraße 69
Ausstellungen / Museum Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloß Branitz Cottbus, Robinienweg 5
Ausstellungen / Galerie Whiteconcepts Berlin, Potsdamer Straße 91
Ausstellungen / Galerie kunstraum t27 Berlin, Thomasstr. 27
Ausstellungen / Galerie Achtzig - Galerie für zeitgenössische Kunst Berlin, Brunnenstr. 150
Ausstellungen / Galerie Galerie im Rathaus Tempelhof Berlin, Tempelhofer Damm 165
Ausstellungen / Museum Museum für Naturkunde Berlin, Invalidenstraße 43
Ausstellungen / Museum Werkbundarchiv - Museum der Dinge Berlin, Oranienstraße 25
Ausstellungen / Ausstellung Direktorenhaus Berlin Berlin, Am Krögel 2
Ausstellungen / Galerie art place berlin - Forum für zeitgenössische Kunst Berlin, Alexanderplatz 7
Ausstellungen / Galerie noon.schmuck und produkt Berlin, Dresdener Str.26
Ausstellungen / Galerie Emerson Gallery Berlin Berlin, Schiffbauerdamm 19
Ausstellungen / Museum museum FLUXUS + Potsdam Potsdam, Schiffbauergasse 4f
Ausstellungen / Museum Museum THE KENNEDYS Berlin, Auguststraße 11-13
Ausstellungen / Galerie Friends Forever Galerie Berlin, Bertold-Brecht-Platz 3
Ausstellungen / Galerie Prima Center Berlin Berlin, Biesentaler Straße 24
Ausstellungen / Museum Tieranatomisches Theater Berlin, Philippstr. 12/13
Ausstellungen / Galerie Galerie Hilaneh von Kories Berlin, Belziger Straße 35
Ausstellungen / Galerie Galerie Einkaufsquelle Görzke, Breite Str. 128
Ausstellungen / Ausstellung me Collectors Room Berlin Berlin, Auguststraße 68

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