BURGTHEATER WIEN - Burgtheater
Spielzeit 2009/10
Das Begräbnis
Mogens Rukov | Thomas Vinterberg
Dem dänischen Regisseur Thomas Vinterberg gelang 1997 mit dem Dogma-Film „Das Fest“ ein Welterfolg, der inzwischen als Theaterstück auf vielen Bühnen nachgespielt wurde. In „Das Begräbnis“ fabuliert Thomas Vinterberg mit seinem Co-Autor Mogens Rukov die Geschichte der Familie Klingenfeldt-Hansen weiter, diesmal nicht im Film, sondern auf der Bühne des Burgtheaters.
Helge ist gestorben. Seine Witwe Else, ihre Kinder Christian, Michael und Helene treffen sich beim Begräbnis des Vaters nach langer Zeit wieder. Man kommt zusammen in dem Haus, in dem Helge vor zehn Jahren an seinem 60. Geburtstag von Christian beschuldigt wurde, ihn und seine Zwillingsschwester im Kindesalter über Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben. Sein Bruder Michael hat den Vater damals am Morgen nach dem Fest verprügelt und aus dem Haus gejagt. Zum Begräbnis ist Christian mit seiner Frau Pia aus Paris angereist, Michael hat seine neue Freundin Sofie und Henning, seinen Sohn aus erster Ehe, mitgebracht. Kim, der Koch, sorgt in dem verlassenen Hotel für das leibliche Wohl der Trauergemeinde. Doch plötzlich geschehen merkwürdige Dinge. Ein Fluch scheint über der Familie zu liegen und stellt die Nerven aller auf eine harte Probe.
Regie: Thomas Vinterberg Biografie
Ausstattung: Johannes Schütz
Musik: Zbigniew Preisner
Licht: Friedrich Rom
Dramaturgie: Klaus Missbach
Ort:
Burgtheater
Termine:
Di, 16.3.2010, 19:30
Mi, 31.3.2010, 19:30
Do, 15.4.2010, 19:30
Sa, 17.4.2010, 19:30
Mo, 19.4.2010, 19:30
Do, 22.4.2010, 19:30
Fr, 23.4.2010, 19:30
Mea culpa
Eine ReadyMadeOper von Christoph Schlingensief
"Es ist ein grundehrlicher, zutiefst existentieller Abend, und weil man das bis in die letzte Faser spürt, berührt er einen sehr. Es gibt nicht viele Theaterabende, die so ganzheitlich, so überzeugend authentisch - und dazu auch noch so multimedial ausgefeilt - an die wirklich letzten Dinge rühren." (Süddeutsche Zeitung)
Eine ReadyMadeOper von Christoph Schlingensief auf dem Rücken von Richard Wagner, Friedrich Nietzsche, Arnold Schönberg, Gustav Mahler, Sheryl Crow, J. W. Goethe, Thomas Mann, Elfriede Jelinek, Jean Luc Nancy, Paul Thek u. v. a.
"Das alles bin ich, will ich sein, Taube, zugleich Schlange und Schwein." (Nietzsche)
Der souveräne Künstler ist alles, was ihn betrifft, selbst, zumindest ist er für alles selbst verantwortlich. Wenn er krank wird, kann er, anders als normal Sterbliche, nicht fremden Mächten oder gar dem Zufall die Schuld geben, das würde seine Souveränität verletzen. Er kann höchstens Gott die Schuld geben, aber auch das nur dann, wenn er sich vollkommen mit Gott identifiziert. Der französische Kunsttheoretiker Jean Luc Nancy, der vor acht Jahren ein fremdes Herz erhielt, das Herz einer schwarzen Frau, und wenig später an Krebs erkrankte, sagte unlängst: "Ich bin die Krankheit und die Medizin, ich bin die kanzeröse Zelle und das verpflanzte Organ, ich bin die das Immunsystem schwächenden Kräfte und deren Palliative". Damit verweist er nicht nur auf die fließenden Grenzen des Ich in Extremsituationen, sondern auch auf den Souveränitätsanspruch des Künstlers.
Auch für Christoph Schlingensief, den Künstler, Film-, Theater- und Wagner-Opernregisseur, ist dies ein vertrautes Thema. Seit seiner Parsifal-Inszenierung in Bayreuth 2004 lässt ihn Wagners fragwürdige Gleichung: "Liebe plus Tod gleich Erlösung" nicht mehr los. Nun versucht er in den drei Akten seiner eigenen Oper für sich und das Publikum verschiedene Facetten des Dionysischen zu präsentieren: wirkungslose, krankmachende, erlösende; zwischen Ayurveda-Technologie, magisch-sexueller Voodoo-Entgrenzung und Schlingensiefs eigenem Plan, ein Welten und Zeiten verbindendes Festspielhaus in Afrika zu bauen, wo die aufsteigende schwarze Kultur Afrikas und die absteigende Zivilisation Europas sich verbinden sollen zu einem Spiel der Entgrenzung (und gleichzeitig der Heilung, Bildung, Forschung).
Das Ende der Alltäglichkeit, Läuterung, Schuld und Buße, kleine Dinge und große Verwandlungen markieren die Bewegung der drei Akte dieser Stationenoper, die eine Gruppe schuldlos schuldig gewordener Menschen auf ihrem Weg zur endgültigen Heilung zeigt.
Regie: Christoph Schlingensief
Bühnenbild: Janina Audick
Kostüme: Aino Laberenz
Musik: Arno Waschk
Video: Meika Dresenkamp
Licht: Voxi Bärenklau
Dramaturgie: Carl Hegemann, Henning Nass, Joachim Lux, Laura Schmidt
Ort:
Burgtheater
Termine:
Fr, 9.4.2010, 19:30 | Wiederaufnahme
Sa, 10.4.2010, 19:30
So, 11.4.2010, 16:30
Quai West
Bernard-Marie Koltès
In einer zwielichtigen Lagerhalle an den Westpiers von Manhattan kommt es zu einer ungewöhnlichen Begegnung: Der Bankier Maurice Koch, von seiner Assistentin Monique im Jaguar herchauffiert, möchte sich ausgerechnet auf der Flussseite der Halle mit Steinen beschwert in den Hudson River werfen. In der Halle trifft er auf Abad, einen Schwarzen, der kein Wort spricht, an dem es aber kein Vorbei gibt.
Auf dem Gelände, das von Wasser-und Stromzufuhr abgeschnitten und dessen Leben durch die Einstellung des Fährbetriebs völlig stillgelegt ist, hausen aber noch andere Existenzen:
Charles, der es zu etwas bringen und Claire, die erwachsen sein will, ihre Mutter Cécile, eine Indianerin aus Argentinien, die sich als einzige Zivilisierte unter Wilden sieht, ihr Mann Rodolphe, der seit einem verlorenen Krieg eine Kalaschnikow mit sich herumträgt, und Fak, der Claire entjungfern möchte. Sie alle kennen nur eine Art des Umgangs mit dem Anderen: den Deal.
Was muss Monique hergeben, um die Jaguarschlüssel zurückzubekommen? Wieviel ist Fak eine Nummer mit Claire wert? Mit welchem Einsatz bekommt Cécile ihren Sohn dazu, sie mit „auf die andere Seite“ zu nehmen?
Koch, der durch Selbstmord der Verantwortung für veruntreutes Geld entgehen möchte, rutscht auf den Sohlen seiner edlen Lederschuhe in eine Welt, deren Regeln alles aushebeln, woran man sich in der scheinbar ziviliserten Welt außerhalb des Quai West festhält.
Regie: Andrea Breth
Bühnenbild: Erich Wonder
Kostüme: Francoise Clavel
Musik: Wolfgang Mitterer
Licht: Friedrich Rom
Dramaturgie: Plinio Bachmann
Ort:
Burgtheater
Termine:
Mi, 17.3.2010, 19:30
Sa, 27.3.2010, 19:30
Do, 1.4.2010, 19:00
Mo, 12.4.2010, 19:30
Richard II.
William Shakespeare
Richard, König von England, hat sein Land herabgewirtschaftet, die Kassen sind leer, der Staat ein sinkendes Schiff. Seine korrupten Höflinge fallen von ihm ab. Richard verbannt seinen Cousin Bolingbroke aus England und bringt ihn um sein Erbe.
Jener kehrt jedoch aus dem Exil zurück – und fordert sein Recht. Der neue „Saubermann“ entfesselt einen Bürgerkrieg. Im Untergang reflektiert Richard II. über sein Scheitern und die Grenzen politischer Macht. Er wird zum Menschen. Bolingbroke wird Heinrich IV., aber auch ihn beginnt die Macht zu zerstören. Im letzten Akt rollen die Köpfe, neue Bürokraten des Todes übernehmen die Regierung. Richard II., letzter degenerierter Vertreter eines go_ gesalbten Königtums, wird im Tower ermordet.
Das Burgtheater zeigt das Königsdrama in der preisgekrönten Inszenierung des ehemaligen Burgtheaterdirektors Claus Peymann aus dem Jahr 2000 in neuer Besetzung.
Regie: Claus Peymann
Bühnenbild: Achim Freyer
Kostüme: Maria-Elena Amos
Dramaturgie: Jutta Ferbers
Eine Produktion des Berliner Ensembles
Ort:
Burgtheater
Termine:
So, 14.3.2010, 20:00
So, 25.4.2010, 16:00
Di, 27.4.2010, 19:30
Mi, 28.4.2010, 19:00
Antonius und Cleopatra
William Shakespeare
44 v. Chr. an den Iden des März wird Julius Cäsar im Senat ermordet. Octavius, Marcus Antonius und Lepidus kommen als 2. Triumvirat an die Macht in Rom und prägen zehn Jahre römischer Geschichte, die mit dem Untergang des vielleicht berühmtesten Liebespaares der Antike und der Alleinherrschaft von Octavius als Kaiser Augustus endet. Antonius, der als fähigster Feldherr Roms gilt, ist in Alexandria der ägyptischen Königin Cleopatra verfallen.
Zwischen ihm und Octavius, der Antonius die Vernachlässigung seiner politischen Pflichten vorwirft, entspinnt sich ein Machtkampf, den Shakespeare als Konfrontation der kulturellen Gegensätze zwischen Rom und Ägypten, zwischen Orient und Okzident, erzählt. In der Schlacht bei Actium wird Antonius, der die Schlacht gegen den Rat seiner Anhänger, aber aus Rücksicht auf Cleopatra zur See und nicht auf Land führt, von Octavius geschlagen. Als Octavius dem fliehenden Antonius nach Alexandria folgt und ihm dort die zweite entscheidende Niederlage beifügt, begehen erst Antonius und dann Cleopatra, in der ägyptischen Variante durch den Biss einer Giftschlange, Selbstmord. Das große Historiendrama endet als Liebestragödie zweier Stars der Antike.
Regie: Stefan Pucher
Bühnenbild: Barbara Ehnes
Kostüme: Annabelle Witt
Musik: Marcel Blatti
Video: Chris Kondek
Licht: Friedrich Rom
Dramaturgie: Klaus Missbach
Ort:
Burgtheater
Termine:
Fr, 12.3.2010, 19:30
Do, 18.3.2010, 19:30
Di, 6.4.2010, 18:30
Warten auf Godot
Samuel Beckett
Eine Landstraße. Dahinter ein Baum, ohne Blätter. An seinem Fuß zwei Landstreicher: Wladimir und Estragon. Ohne erkennbares Ziel, ohne klare Zukunft, nur mit allmählich verblassenden Erinnerungen an eine bessere Zeit.
Sie reden, erzählen sich Geschichten, streiten und können sich auf nichts einigen: Weder darauf aufzubrechen, noch darauf zu bleiben, sich zu erhängen oder aber Lucky zu helfen; Lucky, dem Diener, der von seinem Herrn Pozzo misshandelt wird. Die Zeit vergeht. Was bleibt, ist nur die Hoffnung auf Godot. Denn mit Godot wird alles besser? Aber kommt Godot auch wirklich?
Becketts wohl berühmtestes Stück ist das Drama der Entwurzelung und des Wartens. Inbegriff dessen wurden die Landstreicher Wladimir und Estragon, die ihr Essen, ihre Ängste und Zweifel miteinander teilen und versuchen, das „schreckliche Schweigen“ von sich fern zu halten. Mit Pozzo und Lucky begegnen ihnen die ewig Wandernden, die Rastlosen und immer Suchenden.
Regie: Matthias Hartmann
Bühnenbild: Karl-Ernst Herrmann
Kostüme: Su Bühler
Licht: Peter Bandl
Dramaturgie: Thomas Oberender
Eine Produktion des Schauspielhauses Bochum
Ort:
Burgtheater
Termine:
Di, 23.3.2010, 19:00
Mo, 5.4.2010, 19:00
Sa, 24.4.2010, 19:30
Der Zauberer von Oz
Klaus Missbach und Peter Raffalt nach L. Frank Baum
Irgendwo in Kansas – graue Einöde und ein kleines Mädchen, dem sehr, sehr langweilig ist. Ob es wohl bunter wäre, „somewhere over the rainbow“? Doch dann: ein Wirbelsturm, der Dorothy mitsamt dem Haus in ein farbenfrohes und höchst sonderbares Land befördert – nach Oz.
Dort kämpfen ein mächtiger Zauberer und vier Hexen um die Macht. Dorothys ungewöhnliche Anreise – so ein fliegendes Haus landet nämlich, wo es will! – macht der bösen Hexe des Ostens sogleich den Garaus und verhilft Dorothy zu „zauber“-haften Schuhen. Doch so bunt es in Oz auch ist und so langweilig es in Kansas war, so viel Abenteuer ist Dorothy unheimlich, und sie möchte wieder nach Hause. Aber das Haus ist nicht zur Rückreise zu bewegen – bleibt nur der mächtige Zauberer von Oz selbst, der vielleicht helfen könnte. Dorothy macht sich auf die Suche und findet bald Begleitung: eine geisteshungrige Vogelscheuche, einen Holzfäller aus Blech, der sich nach einem Herzen sehnt, und einen feigen Löwen, der gerne mutig wäre. Auch ihnen soll der große Oz helfen. Endlich beim mächtigen Zauberer angekommen, machen die vier Freunde die Erfahrung, dass nichts im Leben umsonst ist: erst wenn sie seine mächtigste Feindin, die böse Hexe des Westens, besiegt haben, wird er ihnen helfen – und so gehen die Abenteuer erneut los! Doch als die Gefährten erfolgreich zum Zauberer zurückkehren, erwartet sie eine noch größere Überraschung…
Regie: Annette Raffalt
Bühnenbild: Bernhard Kleber
Kostüme: Ele Bleffert
Musik: Parviz Mir Ali
Licht: Friedrich Rom
Choreographie: Daniela Mühlbauer
Dramaturgie: Claudia Kaufmann-Fressner
Für Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene.
50 % Ermäßigung beim Kartenkauf für Kinder bis 14 Jahre.
Ort:
Burgtheater
Termine:
Sa, 13.3.2010, 17:00
So, 28.3.2010, 16:00
Sa, 3.4.2010, 16:00
Lorenzaccio
Alfred de Musset
In Florenz herrscht Chaos: ohne Rausch und Orgien vergeht hier weder Tag noch Nacht, vor allem im Karneval. Niemand verkörpert diesen Lebensstil skrupelloser als der regierende Herzog Alessandro de Medici selbst – Seite an Seite mit seinem Cousin Lorenzo, der, soeben aus Rom verbannt, zu seiner Familie nach Florenz zurückgekehrt ist.
In ihrer Liebe zum Wein und zu den Mädchen, zum Luxus und zum lasterhaften Leben bilden die beiden ein unzertrennliches Duo. Lorenzo wird so zum engsten Vertrauten des Herzogs. Doch all die Intriganten, die im Dunstkreis des Herzogs um politischen Einfluss ringen, warnen vor Lorenzaccio, dem „Wüstling“. Zu unnahbar bleibt dieser dandyhafte Zyniker, den sein virtuoses Verstellungsspiel sonderbar gefährlich macht. Dazu kommt, dass Lorenzo mit dem Republikaner Filippo Strozzi, dem alten Gegenspieler Alessandros, in regem Austausch steht. Strozzi hat genug vom moralischen Verfall seiner Heimatstadt. Er beschließt zu handeln. Auch der desillusionierte Lorenzo versucht mit einer einzigen Tat zu sich selbst zurückzufinden. Er plant für den geliebten Herzog ein letztes Rendezvous: Doch im Schlafgemach wartet kein Mädchen, sondern der Tod...
Von der Juli-Revolution in Frankreich bitter enttäuscht, hat Alfred de Musset 1832 mit nur 24 Jahren sein bedeutendstes Stück "Lorenzaccio" verfasst. Ein opulentes Werk, in welchem Musset einschlägige persönliche Erfahrungen raffiniert mit der Historie verknüpft.
Regie: Stefan Bachmann
Ausstattung: Johannes Schütz
Musik: Felix Huber
Dramaturgie: Barbara Sommer
Licht: Friedrich Rom
Ort:
Burgtheater
Termine:
Mo, 15.3.2010, 19:30
Fr, 26.3.2010, 19:30
Mi, 14.4.2010, 19:30
So, 18.4.2010, 19:00
Mi, 21.4.2010, 19:30
Immanuel Kant
Thomas Bernhard
Professor Immanuel Kant ist in Begleitung seiner Frau, seines Bruders Ernst Ludwig und Friedrichs, seines Papageis, auf einem Luxusdampfer unterwegs nach Amerika. Er soll den Ehrendoktortitel der Columbia University empfangen und sich einer Augenoperation wegen eines Glaukoms unterziehen.
Mit ihm auf dem Schiff sind der Kunstsammler Sonnenschein, ein Kardinal, ein alter Admiral und eine Millionärin, die die Hebung der Titanic betreibt. Unentwegt werden alle Mitreisenden von diesem genialen wissenschaftlichen Kauz belehrt, zurecht gewiesen und tyrannisiert. Merkwürdig ist nur, dass der große Philosoph und Aufklärer Immanuel Kant in einem ganz anderen Jahrhundert gelebt hat und, wie man weiß, aus Königsberg nie herausgekommen ist. So entpuppt sich dieser Komödien-Kant als einer jener unheimlichen und zugleich lächerlichen Thomas-Bernhard’schen Geistesköpfe, die gegen die Daseinsverfinsterung des Lebens ankämpfen.
Regie: Matthias Hartmann
Bühnenbild: Volker Hintermeier
Kostüme: Su Bühler
Licht: Peter Bandl
Dramaturgie: Klaus Missbach
Ort:
Burgtheater
Termine:
Fr, 19.3.2010, 19:30
Mo, 22.3.2010, 20:00
Di, 13.4.2010, 20:00
Faust - der Tragödie erster Teil
Johann Wolfgang von Goethe
Matthias Hartmann inszeniert beide Teile von Goethes monumentalem Faust-Drama. Zwei verschiedene ästhetische Annäherungen entsprechen dabei den völlig unterschiedlichen Eigenschaften des ersten und des zweiten Teils.
Der Universitätsprofessor Heinrich Faust ist verzweifelt. Nichts befriedigt seine ausufernde Sehnsucht nach tiefem Wissen, höherem Dasein und bahnbrechenden Taten. Das Leiden an den Beschränkungen seiner Existenz treibt ihn bis kurz vor den Selbstmord. Da besucht ihn das Teufelswesen Mephistopheles und bietet ihm einen Pakt an: Er stattet Faust mit übermenschlichen Fähigkeiten aus. Dafür fällt ihm Fausts Seele zu, wenn dieser ans Ziel seines Strebens gelangt und sich für einen Moment mit der Gegenwart aussöhnt. Mit Mephisto beginnt Faust eine Reise durch die Welt, die ihn zu Gretchen führt. Im Rausch seiner Allmacht, mit entfesselter Begierde und blind durch ständiges Idealisieren verschuldet Faust eine fatale Kette von Ereignissen: Er schwängert das unschuldige Bürgermädchen und lässt es danach im Stich. Gretchens Mutter, ihr Bruder und das neugeborene Kind lassen dabei ihr Leben, und sie selbst wird zum Tod verurteilt. Als Faust sie aus dem Kerker retten möchte, ist es schon zu spät. Gretchen hat sich entschieden, für ihren Teil der Schuld zu büssen.
Regie: Matthias Hartmann
Bühnenbild: Volker Hintermeier
Kostüme: Johanna Lakner
Licht: Peter Bandl
Video: Stephan Komitsch, Hamid Reza Tavakoli
Musik: Jörg Gollasch, Arno Waschk
Dramaturgie: Plinio Bachmann, Barbara Sommer
Ort:
Burgtheater
Termine:
Sa, 20.3.2010, 19:00
So, 21.3.2010, 18:00
Di, 30.3.2010, 20:00
So, 4.4.2010, 18:00
Mi, 21.4.2010, 19:00
Faust - Der Tragödie zweiter Teil
Johann Wolfgang von Goethe
Matthias Hartmann inszeniert beide Teile von Goethes monumentalem Faust-Drama. Zwei verschiedene ästhetische Annäherungen entsprechen dabei den völlig unterschiedlichen Eigenschaften des ersten und des zweiten Teils.
Faust wird im Schlaf durch Elfen von Erinnerungen und schlechtem Gewissen befreit. Kaum aufgewacht, treibt ihn sein Streben weiter, an den Hof des Kaisers. Mithilfe von Mephisto rettet er das marode Reich kurzfristig durch die Erfindung des Papiergeldes. Danach macht ihn Mephisto zum Zeugen der Erschaffung des Homunkulus, der ihm den Weg ins antike Griechenland weist. Hier sucht Faust die Erfüllung seines Sehnens in der Gestalt von Helena, dem schönsten Wesen auf Erden. Doch auch das Glück mit ihr dauert nur einen traumhaften Augenblick. Faust wendet sich wieder weltlichen Taten zu und gewinnt für den Kaiser mit unlauteren Methoden einen Krieg, was ihm die Verwaltung der Reichsküste einträgt. Er baut Dämme, legt Land trocken und gründet Siedlungen, ohne Rücksicht auf Verluste. In seiner Verblendung merkt Faust nicht, dass Mephisto schon sein Grab schaufeln lässt. Faust ist zum ersten Mal mit dem Erreichten zufrieden und stirbt. Doch Mephisto wird um seine Beute betrogen: Im letzten Moment entführen Engel Fausts Seele, für die Gretchen sich eingesetzt hat, himmelwärts.
Regie: Matthias Hartmann
Bühnenbild: Volker Hintermeier
Live-Kamera: Stephan Komitsch
2. Live-Kamera: Moritz Grewenig
Videomischung: Hamid Reza Tavakoli
Kostüme: Johanna Lakner
Musik: Jörg Gollasch
Licht: Peter Bandl
Dramaturgie: Plinio Bachmann, Barbara Sommer
Ort:
Burgtheater
Termine:
Do, 25.3.2010, 19:30
Fr, 16.4.2010, 19:30
Hörbeispiel:
Die böhzen Buben
Struwwelpeter
Julian Crouch, Martyn Jacques, Phelim Mc Dermott
Birgit Minichmayr singt und rockt den Struwwelpeter. Mitte des 19. Jahrhunderts erzählte ein Psychiater namens Heinrich Hoffmann in seinem berühmten Kinderbuch drastisch, was mit missratenen Kindern geschieht, die ihre Haare nicht kämmen, ihre Suppe nicht essen, ständig Daumen lutschen oder am Tisch kippeln.
Die englischen Künstler McDermott, Crouch und Jacques haben daraus eine Horror-Music-Show gemacht, über schwer erziehbare Kinder und Eltern am Rande des Nervenzusammenbruchs. Mit Live-Band, Videos und der hinreißenden Birgit Minichmayr hat Stefan Pucher ein Konzert inszeniert, das mit den Schrecknissen, Grausamkeiten, Träumen und Gelüsten der Kindheit spielt und vor allem erahnen lässt, wie gefährlich es ist, ein Kind zu sein.
Ort:
Burgtheater
Termine:
Mi, 7.4.2010, 20:30
Mo, 26.4.2010, 19:30
Der Gott des Gemetzels
Yasmina Reza
Bewaffnet mit einem Stock schlug Ferdinand Reilles auf dem Square de l'Aspirant Dunant Bruno Houllié mitten ins Gesicht. Die Lippe geschwollen, zwei Schneidezähne abgebrochen, ein Nerv verletzt, sind die Folge.
So zumindest sehen es die Eltern des elfjährigen Opfers. Sie fordern ein Gespräch mit den Eltern des Täters. Doch schon bei der Formulierung der Stellungnahme treten die ersten Konflikte auf.
Yasmina Reza stammt aus einer weitverzweigten jüdischen Familie. Aufgewachsen ist sie in Paris als Tochter eines iranischen Ingenieurs und einer ungarischen Violonistin. Nach einer ersten Karriere als Schauspielerin gelang ihr 1994 mit "Kunst" ein aufsehenerregender Durchbruch als Dramatikerin - mittlerweile ist sie die weltweit meist gespielte Gegenwartsautorin. Vergangenes Jahr begleitete sie Nicolas Sarkozy auf seiner Wahlkampftour und hat ein scharfsichtiges, bisweilen ironisches literarisches Porträt dieses Politikerlebens veröffentlicht, das soeben auch auf deutsch erschienen ist.
Nach "Kunst" (Regie: Felix Prader) und "Drei Mal Leben" (Regie: Luc Bondy) wird mit "Der Gott des Gemetzels" das dritte Stück der Autorin am Burgtheater zu sehen sein. Inszenieren wird es Dieter Giesing, der in der letzten Spielzeit Neil LaButes "Some Girl(s)" im Akademietheater zur deutschsprachigen Erstaufführung brachte.
Regie: Dieter Giesing
Bühne: Karl-Ernst Herrmann
Kostüme: Janina Audick
Musik: Jörg Gollasch
Dramaturgie: Judith Gerstenberg
Ort:
Burgtheater
Termine:
Mi, 24.3.2010, 19:30
Mo, 29.3.2010, 19:30
The Opportunities and Dangers of Immigration
Europa im Diskurs - Debating Europe
"The Opportunities and Dangers of Immigration"
Nach der ersten Debatte der Reihe, in der es um die US-europäischen Beziehungen in der Ära Obama ging („Obama and the Europeans“, 28. Februar), diskutieren in der zweiten Debatt e international renommierte Politiker, Wissenschaftler und Intellektuelle die Frage: Diversity Management oder Festung Europa – wohin steuert die europäische Integrationspolitik?
Es diskutieren:
Seyla Benhabib, Politikwissenschaftlerin aus Yale
Armin Laschet, (Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen)
Roger Köppel (Weltwoche Zürich), u.a.
Moderation: Kryzstof Michalski
„In Vielfalt geeint“ heißt das Motto der Europäischen Union. Damit ist längst nicht mehr nur die Diversität der nationalen Kulturen gemeint. Europa ist von einem Auswanderungskontinent zu einem bevorzugten Ziel von Migration geworden. Jährlich lassen sich etwa 700.000 Menschen in den Staaten der EU nieder. Trotzdem begreift sich Europa noch immer nicht als Kontinent der Immigration, und Menschen aus anderen Kulturen sehen sich mit restriktiven Asyl- und Arbeitsgesetzen, Ausländerfeindlichkeit und rechter Gewalt konfrontiert. Was Europa zu fehlen scheint, ist eine Politik der Vielfalt, die kulturelle Unterschiede wertschätzt und als gesellschaftliche Ressource begreift.
Der dritte und letzte Teil der Veranstaltung („Security versus privacy“) findet am 18. April statt.
Die Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt.
€ 7.-/5.-
Ort:
Burgtheater
Termin:
So, 21.3.2010, 11:00
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Sowie im Burgtheater, in der Staatsoper und in der Volksoper
Servicecenter:
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr