BURGTHEATER WIEN

Spielzeit 2017/18

jedermann (stirbt)

Ferdinand Schmalz

Uraufführung: 23. Februar 2018, Burgtheater

"Ein leben geht so furchtbar schnell vorbei. ein stolpern auf der kellertreppe. ein rattengift im lieblingsessen. ein unsauberer schnitt mit einem unsauberen messer. eine gräte quer im hals. eine kugel mitten durchs herz. ein schmerz da in der brust. ein zucken drin im hirn. ein schlangenbiss. ein luftröhrenriss. ein gebrochenes herz. ein sturz aus letzter etage. ein toaster in der badewanne. ein trügerisches sicherheitsgeländer. und schon ist es vorbei. in wahrheit sind wir lebend tot. von anfang an.“

Im Auftrag des Burgtheaters hat der vielfach preisgekrönte österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz Hugo von Hofmannsthals naiv-frommes Spiel vom Sterben des reichen Mannes für das 21. Jahrhundert über-, fort-, und neugeschrieben. Er nimmt dem Text seinen fast schon liturgischen Charakter, spitzt die Dramaturgie des Originals zu, schärft die Konflikte, schraubt lustvoll an Sprache und Versmaß, bricht altertümelnde Klischees auf und erneuert die Ikonografie. So sind die Figuren nicht länger entrückter Teil einer christlichen Devotionalienschau, sondern gehen uns ganz direkt an. Der neue Jedermann ist kein „prächtiger Schwelger“, wie ihn der Teufel bei Hofmannsthal einmal nennt, vielmehr ein knallharter Geschäftsmann neoliberalen Zuschnitts, den es nicht anficht, dass draußen vor seinem fest umzäunten Garten das Chaos tobt, das Kriegsrecht ausgerufen und mit Toten zu rechnen ist. Auch er wird den Weg allen Fleisches gehen, allerdings mit wenig Hoffnung auf das Himmelreich: „erlöst oder nicht, ist wirklich unerheblich“, Hauptsache, ein Sündenbock für unser schlechtes Gewissen ist gefunden. Damit die Party weitergehen kann, der nächste Geschäftsabschluss gemacht, eine weitere Mauer gebaut werden kann ...

Mit seiner Inszenierung dieses Jedermann für das 21. Jahrhundert kehrt der zweifache Nestroy- Preisträger Regisseur Stefan Bachmann ans Burgtheater zurück.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Esther Geremus
Dramaturgie: Hans Mrak

Termine:

Fr, 23.2.2018, 19:30 | Uraufführung |
Sa, 24.2.2018, 19:30 |
Do, 1.3.2018, 19:30 |
Fr, 2.3.2018, 19:30 |

Radetzkymarsch

nach dem Roman von Joseph Roth

Der Infanterieleutnant Joseph Trotta wird geadelt, nachdem er Kaiser Franz Joseph I. in der Schlacht bei Solferino das Leben gerettet hat. So beginnt eine glorreiche Phase in der Geschichte der einstmals bäuerlichen Trottas, in einer letzten Blütezeit der Habsburger. Beim Enkel Carl Joseph von Trotta, der Hauptfigur von Roths epischem Meisterwerk, zeigen sich schon deutliche Spuren des Verfalls und der Auflösung, die mit dem Kollaps einer zuvor nahezu unvergänglich scheinenden Ordnung korrespondieren. „Die Welt von Gestern“ ist nicht mehr. Roths literarisches Requiem, dessen von der äußersten, galizischen Grenze des Reiches nach Wien übersiedelter und 1939 im Pariser Exil in tiefster Verzweiflung gestorbener Autor den Zerfall Österreich-Ungarns als eine Art Lebensschock nie verwinden konnte, zeigt ein Panorama von Figuren, die sämtlich zu wissen scheinen, dass ihr Kosmos dem Untergang geweiht ist. Aufgrund dieser Erfahrung wird ihr Leben von einer unaussprechlichen, inneren Trauer bestimmt. Im Aufstieg und Verfall einer Familie spiegeln sich die letzten Dekaden der Donaumonarchie, für deren auch europäischen Geist Roth Worte wie kein anderer fand – eine Utopie, die er bis an sein Lebensende leidenschaftlich verteidigte.

Der gefeierte niederländische Regisseur und Theaterleiter Johan Simons, der gemeinsam mit Koen Tachelet schon Hiob und Hotel Savoy erfolgreich dramatisiert hat, adaptiert nun mit seiner ersten Arbeit für das Burgtheater Joseph Roths Jahrhundertroman für die Bühne.

Regie: Johan Simons
Bühne: Katrin Brack
Kostüme: Greta Goiris
Musik: Warre Simons
Sounddesign: Jeske de Blauw
Licht: Norbert Joachim
Dramaturgie: Koen Tachelet
Mitarbeit Dramaturgie: Rita Czapka, Florian Hirsch

Termine:

Sa, 27.1.2018, 18:00 |
Mo, 12.2.2018, 19:00 |
Mo, 19.2.2018, 19:00 |

Ein Volksfeind

Henrik Ibsen
Deutsche Fassung von Frank-Patrick Steckel

Eine verschuldete Kleinstadt erlebt ihren Aufschwung als Kurort dank einer Heilwasserquelle. Doch Erkrankungen unter den Badegästen machen den Badearzt Tomas Stockmann misstrauisch – eine Analyse des Wassers ergibt eine gesundheitsschädliche Verunreinigung. In den nun eskalierenden Interessenskonflikten steht Tomas Stockmann bald allein da. Er muss erkennen, dass seine Mitbürger mehr am Erhalt des Status Quo interessiert sind als an unbequemen Wahrheiten.

1882 verfasste Henrik Ibsen seine so zeitlose wie bittere Gesellschaftskritik. In einer für das Burgtheater entstandenen deutschen Neufassung von Frank-Patrick Steckel werden die Mechanismen einer durchökonomisierten Mediendemokratie offengelegt, in deren Zentrum die Frage steht, warum sich wider alle Vernunft kurzfristige Profitmaximierungsstrategien gegenüber ökologischen Notwendigkeiten durchsetzen.

Die Offene Burg bietet zu dieser Inszenierung kostenlose StückWorkshops für Schulen an.

Regie: Jette Steckel
Bühnenbild: Florian Lösche
Kostüme: Sibylle Wallum
Musik: Friederike Bernhardt
Video: Zaza Rusadze
Licht: Norbert Joachim
Dramaturgie: Anika Steinhoff

Termine:

Fr, 9.2.2018, 19:30 |
Sa, 10.2.2018, 19:30 |

Schlechte Partie

Alexander Ostrowskij

Wer Geld hat, kann die Liebe kaufen. Das war schon im zaristischen Russland des Alexander Ostrowskij so. In den Cafés am Ufer der Wolga vertreibt sich eine zwielichtige Gesellschaft aus Reedern, Parvenüs und Spekulanten die nicht enden wollende Zeit.

Man trinkt schon am Vormittag Champagner aus Teetassen, beobachtet die Schiffe und lästert über Frauen und Affären. Die Nachricht von einer absurden Hochzeit macht die Runde. Larissa, die schärfste Braut, das schönste Mädchen, hinter dem alle her sind, will heiraten. Doch Larissa ist eine Braut ohne Mitgift, obwohl ihre Mutter gerne mal Männer gegen kleine Gegenleistungen zu Partys und Kostümfesten empfängt. Karandyschew, ein braver Beamter, ist es, der, von allen belächelt, Larissa auch ohne Mitgift zur Frau nehmen will. Er liebt sie erstaunlicherweise tatsächlich. Um sich Anerkennung zu verschaffen, lädt er die Gesellschaft zu sich nach Hause ein, zu einem opulenten Abendessen. Dort taucht der Reeder Paratow auf, der Larissa vor einem Jahr sitzengelassen hat und in den sie noch immer unsterblich verliebt ist. Paratow ist pleite. Er wird deswegen morgen ein schwerreiches Mädchen heiraten. Aber heute Abend macht er Larissas Bräutigam betrunken und entführt die Braut zu einer nächtlichen Bootsfahrt auf der Wolga. Die ganze Gesellschaft kommt mit. Als Karandyschew merkt, was los ist, folgt er mit geladener Pistole.

Schlechte Partie, 1878 geschrieben und uraufgeführt, ist ein Drama mit Musik, neu übersetzt für das Burgtheater von Alexander Nitzberg. Ostrowskij demaskiert in seinem Stück schonungslos die kapitalistische Schicht der Großkaufleute und Reeder, für die alles nur noch Ware ist, die Frauen ebenso wie die Liebe.

Termine:

So, 4.2.2018, 15:00 |
So, 18.2.2018, 18:00 |
Sa, 3.3.2018, 19:00 |

Ein Sommernachtstraum

William Shakespeare

Sommer. Nachts. Traum. Schon der Stücktitel ist eine einzige Verheißung. Es ist Shakespeares großes Stück über Sehnsucht und übersinnliche Fantasie, über die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit. Einerseits eine Welt, in der das Individuum um seine persönliche Freiheit kämpfen muss. Andererseits ein Wald, in dem die bestehenden Gesetze außer Kraft gesetzt sind, ein Ort, an dem theatralisch und sinnlich alles möglich ist. Buntes Treiben statt autoritärer Stillstand. Die Kraft der Natur und unterdrückte Energien entladen sich in einer karnevalesken Zeit, sie befreien von Normen, Gesetzen und Hierarchien zugunsten des jugendlichen Lebens und Liebens. Sommerglut, Täuschungen, Einbildungskraft, Magie, Spuk, Ausgelassenheit, Verzauberung und lustvolle Verwirrung.

Ein Stück, das eine Kette von Versuchsanordnungen erzählt, in dessen Zentrum die Suche nach Liebe und die Definition von Liebe stehen. Ein (Alb-)Traum in einer Sommernacht.

Der Regisseur Leander Haußmann kehrt nach über 20 Jahren zurück ans Burgtheater. Der Sommernachtstraum ist für ihn ein Wegbegleiter: Nach Weimar, den Salzburger Festspielen und Berlin inszeniert er das Stück bereits zum vierten Mal, denn den Kosmos Shakespeare muss man immer wieder neu betrachten: Die Erkundung eines der erotischsten Stücke der Weltliteratur wird fortgesetzt.

Leander Haußmann geboren 1959 in Quedlinburg, ehemaliger Intendant des Bochumer Schauspielhauses, hat an vielen bedeutenden Theatern inszeniert (am Burgtheater zuletzt 1994 Drei Schwestern). Sein Durchbruch als Filmregisseur gelang ihm 2000 mit Sonnenallee.

Regie: Leander Haußmann
Bühne: Lothar Holler
Kostüme: Janina Brinkmann
Dramaturgie: Steffen Sünkel

Termin:

So, 28.1.2018, 18:00 |

Drei Schwestern

Anton Tschechow

Nach dem Tod ihres Vaters wollen die drei Schwestern sofort nach Moskau zurück. Und doch setzen sie sich in der provinziellen Garnisonsstadt fest. Olga ist unglücklich als Lehrerin, Mascha hat zu früh geheiratet, und Irina sehnt sich nach der großen Liebe.

Ein Jahr später ist alles schlimmer geworden: Irina hat zwei Verehrer, die sie beide verschmäht, Mascha hat eine Affäre begonnen, und Olga hat sich mit Natascha, der Frau ihres Bruders, zerstritten …

„Der Mensch soll arbeiten, arbeiten bis er umfällt, egal wer er ist, und nur darin besteht der Sinn und das Ziel seines Lebens, sein Glück und seine Hingabe. Am schönsten ist es, ein Arbeiter zu sein, der im Morgengrauen aufsteht und auf der Straße Steine klopft, oder ein Schäfer oder ein Lehrer, der Kinder unterrichtet, oder ein Lokführer ... Mein Gott, oder gar kein Mensch, sondern ein Ochse, oder ein Pferd, aber arbeiten!“

Sie suchen ihr Glück in der Arbeit, in der Liebe, in der Vergangenheit und der Zukunft. Aber fündig werden sie nicht. Und die Suche hilft nicht, die Gegenwart zu ertragen. So leiden sie und sehnen sich nach Moskau – der Stadt der Kindheit und der Träume, die alle Hoffnungen in sich vereint. Als die Soldaten die Garnison verlassen, schwindet die Hoffnung auf einen Neubeginn gänzlich.

Anton Tschechows 1901 in Moskau uraufgeführtes Stück schildert eine Gesellschaft des Stillstands, der Sinnlosigkeit und der eigenen Überflüssigkeit. Und beschreibt zugleich die zeitlose Sehnsucht des Menschen nach einem sinnvollen, erfüllten Leben.

Regie: David Bösch
Bühne: Harald B. Thor
Kostüme: Meentja Nielsen
Musik: Karsten Riedel, Bernhard Moshammer
Licht: Friedrich Rom
Dramaturgie: Eva-Maria Voigtländer

Termin:

Mo, 29.1.2018, 19:30 |

Geächtet

Ayad Akhtar

„Aber es kommt nicht aus dem Islam. Es kommt aus dir. Der Islam hat kein Monopol auf Fundamentalismus.“

Der New Yorker Wirtschaftsanwalt Amir Kapoor ist glücklich-glamourös verheiratet und im Begriff, den maximalen Karrieresprung zu machen: Partner in einer jüdischen Kanzlei zu werden. Als US-Bürger mit pakistanischen Wurzeln lebt er den amerikanischen Traum. Aber unter der scheinbar vollkommenen Oberfläche hat der Erfolg seinen Preis. Als Amir und seine Frau, die Künstlerin Emily, eine Dinner Party geben, stellt sich schon bald die Frage: Wie hältst du’s mit der Religion?

Ist der Koran etwa tatsächlich eine „lange Hate Mail an die Menschheit“? Wie islamophob sind die westlichen Gesellschaften seit dem 11. September 2001 geworden? Das rasch eskalierende Gespräch enthüllt, wie fragil das Selbstbild derer sein kann, die in eine Welt hineingeboren wurden, sich aber einer anderen verschrieben haben.

Das 2013 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnete Debütstück des US-Amerikaners Ayad Akhtar verhandelt auf pointierte und spannende Weise so komplexe Themen wie religiöse Identität und Alltagsrassismus, Integration und Selbsthass. Es legt die Lebenslügen und Vorurteile des liberalen Bürgertums frei und zeigt, wie schnell vermeintliche Political Correctness an ihre Grenzen stößt.

Regie: Tina Lanik
Bühnenbild: Stefan Hageneier
Kostüme: Heidi Hackl
Licht: Peter Bandl
Musik: Rainer Jörissen
Dramaturgie: Florian Hirsch

Termine:

Do, 25.1.2018, 19:30 |
Di, 13.2.2018, 20:00 |
Mi, 21.2.2018, 20:00 |

Der Diener zweier Herren

Carlo Goldoni

„Es ist alles abgerechnet und in bester Ordnung.“

Zwei Liebespaare, die das Schicksal auseinander gerissen hat, müssen einander wiederfinden. Beatrice, eine junge Frau aus Turin, streift dafür Hosen über und mischt bewaffnet die Männerwelt Venedigs auf. Truffaldino, ein hungerleidender Gelegenheitsdiener, sucht sich angesichts seiner prekären Lage einen zweiten Herrn.
Und im Hintergrund machen die ehrbaren Kaufmänner Geschäfte, undurchsichtiger als das Wasser in der Lagune.

Ihre Macht hat die Republik Venedig im Jahre 1747 längst verloren. Doch sie sonnt sich weiter im alten Glanz, hält sich noch immer für den Mittelpunkt der Welt – nicht nur im Karneval. Die Venezianer, hingerissen von Goldonis virtuosem Sprach- und Spielwitz, übersahen, wie demaskierend der Spiegel war, den der junge Advokat ihnen vorhielt: Dass Truffaldino, der Knecht, den sie prügeln, ein Meister des „Arrangements“ ist und seine Herrschaften lenkt wie Puppen. Dass ihre preziösen Existenzen nicht mehr Halt haben als ein paar Teile feinen Porzellans auf einem schlingernden Tablett.

Regie: Christian Stückl
Bühne und Kostüm: Stefan Hageneier
Dramaturgie: Florian Hirsch

Termine:

Fr, 26.1.2018, 19:30 |
Do, 15.2.2018, 20:00 |

Liebesgeschichten und Heiratssachen

Posse mit Gesang von Johann Nestroy

Sterben, das is' keine Kunst, das is' in ein Augenblick vorbei, aber ich hab Jahr lang mit ihr leben wollen, das is' ein anderes Numero.

In der Familie von Florian Fett, einem Fleischselcher, der es zum reichen Schlossherrn gebracht hat, führt die Liebe zu fatalen Irrungen und Wirrungen. Fetts Tochter Fanny ist in den Kaufmannssohn Anton verliebt, Ulrike, eine entfernte Verwandte, liebt den scheinbar mittellosen Alfred, und der „Viechkerl“ Nebel hat ein Auge auf Lucia Distel, die unansehnliche, aber vermögende Schwägerin des Hausherrn geworfen. Doch die amourösen Eskapaden werden von Fett durchkreuzt und seinen wirtschaftlichen Interessen unterworfen: Aus verblasenen Liebesgeschichten sollen handfeste Heiratssachen werden. Fetts erklärtes Ziel ist es, sein Vermögen zu vermehren. Der Parvenü ist nicht allein mit seiner Gier – Nebel, der sich selbstgefällig zu seiner Schuftigkeit bekennt, durchschaut die Gesetze dieser Gesellschaft und bedient sich rücksichtslos ihrer Mechanismen.

Immerhin fünf Jahre bevor Marx und Engels ihr Kommunistisches Manifest veröffentlichen, setzt Nestroy in seiner 1843 entstandenen Posse bürgerliche Familienverhältnisse als reine „Geldverhältnisse“ in Szene, „die Heiratsmache ist eben nicht mehr und nicht weniger als eine Geldmache“ (Bruno Hannemann). Und wie immer bei Nestroy ist hier nichts gemütlich oder idealisiert, nicht die gesellschaftlichen Zustände und schon gar nicht die Liebe. Vor allem auf die Institution Ehe, die er einmal eine „wechselseitige Lebensverbitterungsanstalt“ nennt, zielt sein scharfer Spott. Von der Doppelhochzeit am Ende sollte man sich daher keinesfalls täuschen lassen, denn, wie Hans Weigel treffend bemerkte, „Nestroys Ehen werden nicht im Himmel geschlossen“.

Regie: Georg Schmiedleitner
Bühnenbild: Volker Hintermeier
Kostüme: Su Bühler
Musik: Matthias Jakisic
Licht: Norbert Joachim
Dramaturgie: Hans Mrak

Termine:

Mi, 24.1.2018, 19:30 |
Sa, 3.2.2018, 19:30 |
Mi, 7.2.2018, 20:00 |
Sa, 17.2.2018, 19:00 |

Spatz und Engel

Daniel Große Boymann, Thomas Kahry

Die Eine stammt aus einer preußischen Offiziersfamilie, die Andere ist das Kind eines Zirkusakrobaten und einer Straßensängerin. Die Eine wächst im Internat in Weimar auf, die Andere in einem Bordell in der Normandie. Die Eine lässt sich zur Konzertgeigerin ausbilden, die Andere, immer kränkelnd, erblindet beinahe, worauf die Huren des Bordells, in dem sie lebt, unter resoluter Leitung ihrer Puffmutter eine Bitt-Wallfahrt zur heiligen Therese von Lisieux machen.

Die Eine wechselt ihre Männer wie ihre Garderobe, die Andere träumt stets von der großen Liebe, jede Trennung ist für sie beinah der Tod. Die Eine stirbt mit 91, ist der größte Star, den Deutschland je hervorgebracht hat, gilt aber vielen Deutschen als Verräterin. Die Andere wird 47, als sie stirbt, fällt Frankreich in Staatstrauer, 40 000 Menschen folgen ihrem Sarg. Dies ist die Liebesgeschichte von Marlene Dietrich und Edith Piaf mit den berühmtesten Chansons der beiden – gesungen und gespielt von Sona McDonald und Maria Happel.

Arrangement und musikalische Leitung: Otmar Klein
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Lejla Ganic
Licht: Peter Bandl
Dramaturgie: Andreas Erdmann
Einrichtung: Matthias Hartmann

Termin:

Do, 22.2.2018, 20:00 |

Die Komödie der Irrungen

William Shakespeare

Zweimal Antipholus, zweimal Dromio, Zwillinge im Doppelpack, das sorgt für Unruhe in Ephesus, das allen Kaufleuten aus Syrakus den Zutritt in die Stadt verweigert. Wer es trotzdem wagt, muss mit der Todesstrafe rechnen, es sei denn, er hat genug Geld, um sich freizukaufen. Dafür bekommt Ägeon genau 24 Stunden Zeit, nachdem er dem Herzog von Ephesus die fantastische, geradezu irrwitzige Geschichte von seinem Schiffbruch und den unglaublichen Folgen erzählt hat. Damals, vor vielen Jahren, wurden Ägeon, seine Frau und ihre Zwillinge, die wegen ihrer verblüffenden Ähnlichkeit beide Antipholus heißen, auseinander gerissen und im Sturm auf hoher See getrennt.

Kaum volljährig geworden, hatte nun der mit Ägeon gerettete Zwillingssohn darauf bestanden, sich mit ihm und seinem Diener Dromio auf die Suche nach dem Bruder und der Mutter zu machen. Die Spur führt nach Ephesus. Dort müssen die Neuankömmlinge die verwirrende Erfahrung machen, in einer fremden Stadt scheinbar jedermann bekannt zu sein. Aus diesem sonderbaren Umstand entwickelt sich eine raffinierte Farce, bei der im jeweils richtigen Moment die jeweils falschen Partner aufeinander treffen. Die Grenze zwischen dem Unwahrscheinlichen und dem Unmöglichen beginnt gespenstisch zu verschwimmen, bis sich am Ende dann doch alle wieder kennen.

Regie und Bühne: Herbert Fritsch
Kostüm: Bettina Helmi
Licht: Friedrich Rom, Gerald Weilharter
Musik: Bernhard Gander
Dramaturgie: Evy Schubert

Ort:

Burgtheater

Termine:

Di, 6.2.2018, 20:00 |
Mi, 28.2.2018, 19:30 |

Der eingebildete Kranke

Molière

Molières „eingebildeter Kranker“ Argan ist ein Hypochonder: er zieht Ärzte zu Rate, die ihm wiederum geduldig und gerne überflüssige Behandlungen gegen überteuerte Rechnungen verschreiben.

Ein Arzt im Hause wäre fein, denkt Argan und möchte deshalb seine Tochter mit einem solchen verheiraten. Die ist jedoch in Cléante verliebt – und die Komödie nimmt ihren Lauf: Die Familie versucht Argan vom Wahn der Hypochondrie zu befreien, Argan wiederum erkennt trotz Wahn die Liebe seiner Tochter und Geldgier seiner Frau. Am Ende beschließt Argan, selbst Arzt zu werden, und die Tochter darf heiraten, wen sie will, Hauptsache er wird Arzt.

Unter dem Rippenknorpel, dem griechischen „chondros“, vermutete man einst den Ursprung der Hypochondrie. In der gleichen Region sitzt der Schmerz, der bei allzu heftiger Beanspruchung des Lachmuskels entsteht. Diese Diagnose wird dem Publikum der Inszenierungen von Herbert Fritsch häufig gestellt. Lachen heilt, was auch immer.

Regie: Herbert Fritsch
Kostüme: Victoria Behr
Musik: Ingo Günther
Licht: Peter Bandl
Dramaturgie: Sabrina Zwach, Klaus Missbach

Ort:

Burgtheater

Termin:

Di, 27.2.2018, 20:00 |

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