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Burgtheater

Das Burgtheater ist als österreichisches Nationaltheater die wichtigste Schauspielbühne des Landes und das größte Sprechtheater Europas, das Tradition, Vielfalt und Fortgang verbindet.
Nach der Comédie-Française ist das Wiener Burgtheater eines der ältesten Sprechtheater Europas. Heute zählt das ehemalige „K. K. Hoftheater nächst der Burg“ mit seinen drei dazugehörenden Spielstätten Akademietheater, Kasino und Vestibül und einem festen Ensemble zu den größten Sprechbühnen Europas und spielt in der deutschsprachigen Theaterlandschaft eine wesentliche Rolle.

Mehr als 400.000 Besucher kommen von September bis Juni in rund 800 Vorstellungen ins Burgtheater, Akademietheater, Kasino und Vestibül. Damit ist das Burgtheater das in Kontinentaleuropa best-besuchte Sprechtheater – mit stetig steigenden Ticketeinnahmen.

Das Burgtheater, 1874-1888 an der Wiener Ringstrasse erbaut, ist die namensgebende und größte der vier Spielstätten und als historisches Gebäude eine bedeutende Touristenattraktion in der Stadt.

Kontakt

Burgtheater
Universitätsring 2
A-1010 Wien

Telefon: +43 (0)1 51444-4140
Fax: +43 (0)1 51444-4143
E-Mail: info@burgtheater.at

 

Burgtheater | Kassenhalle
Universitätsring 2, 1010 Wien
+43 (0)1 51444-4140 | Fax: +43 (0)1 51444-4143

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 9-17 Uhr | Sa, So, Feiertag: geschlossen
Von 1. Juli bis 15. August: Mo-Fr 10-14 Uhr, Do 10-17 Uhr
Theater

Eines langen Tages Reise in die Nacht

Eugene O’Neill

Premiere: 14. April 2018, Burgtheater

Ein heißer Tag im Jahr 1912 an der Küste Neuenglands. Im Sommerhaus von James Tyrone, einst ein erfolgreicher Schauspieler, jetzt ein verbitterter Grundstücksspekulant, wird geliebt, gehasst und vor allem verzweifelt gestritten. Der ältere Sohn Jamie ist ein arbeitsunfähiger Trinker und Zyniker, der jüngere, Edmund, leidet an Tuberkulose, die Mutter, Mary Tyrone, hilft sich seit Jahren mit Morphium durchs Leben. Ein Krankheitsschub Edmunds und der Rückfall der Mutter konfrontieren die Familie mit der unerbittlichen Ausweglosigkeit ihrer Existenz. Während der Alkohol fließt, wird die Wahrheit über das Leben, die verpassten Chancen der Jugend und die gegenseitigen Abhängigkeiten in der Familie erbarmungslos ans Licht gezerrt. Mary Tyrone träumt am Ende des Tages mit glänzenden Augen von einem harmonischen Dasein in vollkommenen Frieden, während ihr Mann und die beiden Söhne volltrunken der Nacht entgegendämmern. Nur Edmund findet am Ende den Weg aus dem Teufelskreis der gegenseitigen Schuldzuweisungen.

Das aus dem Nachlass stammende Seelendrama sollte wegen der vielen autobiographischen Züge erst 25 Jahre nach Eugen O’Neills Tod aufgeführt werden. Auch O’Neills Vater war, wie James Tyrone im Stück, ein berühmter Schauspieler, seine Mutter morphiumabhängig. Eugene O’Neill hat sich aus dem Sumpf der Familie gezogen. Dem großen amerikanischen Dramatiker wurde 1936 der Nobelpreis für Literatur verliehen.

Regie: Andrea Breth
Bühne: Martin Zehetgruber
Dramaturgie: Klaus Missbach

Diese Premiere findet in Partnerschaft mit voestalpine AG statt.
Theater

Macbeth

William Shakespeare

Premiere: 18. Mai 2018, Burgtheater

Am Anfang steht eine Prophezeiung: Drei Hexen weissagen dem triumphal aus der Schlacht heimkehrenden Feldherrn Macbeth, dass er einmal König von Schottland werde – und sein Kamerad Banquo Stammvater eines Königsgeschlechts. Lady Macbeth, deren finsterer Ehrgeiz den ihres Mannes beträchtlich übersteigt, hört von dem Hexenorakel und entwirft prompt einen Mordplan: Macbeth tötet den schlafenden König, woraufhin ihn sein schlechtes Gewissen selbst um den Schlaf bringt. Nachdem die Söhne des Königs, Malcolm und Donalbain – misstrauisch geworden und von Macbeth öffentlich des Vatermordes verdächtigt – das Land verlassen haben, krönt sich der Mörder tatsächlich zum König von Schottland. Und das Morden geht weiter: Macbeth lässt Banquo durch drei Auftragskiller töten, doch dessen Geist kehrt zurück, beim großen Bankett, nur sichtbar für Macbeth. Die Hexen warnen ihn vor dem nach England geflohenen Macduff. Auch die Familie des Edelmanns wird deshalb eliminiert. Doch je unbeirrbarer Macbeth in seinem Blutrausch wird, desto mehr bröckelt die Fassade seiner Frau. Kurz vor der entscheidenden Schlacht wird ihm ihr Suizid gemeldet. Die Engländer greifen an, Macduff erschlägt Macbeth, Malcom wird König von Schottland.

Das „schottische Stück“, wie es in der Theaterwelt abergläubisch genannt wird, ist Shakespeares mit Abstand kürzeste Tragödie – und zugleich eine der größten. Hier werden scheinbar unüberwindliche Gegensätze unter dem Hexenmotto „Fair is foul, and foul is fair“ zu einer schwarz funkelnden Einheit. Ein einst guter Mann wird zum skrupellosen Verbrecher – und eine zunächst eiskalt handelnde Frau erlebt erstmals Skrupel und Wahnsinn. Shakespeares von elisabethanischen Gruseleffekten durchzogenes Nachtstück erzählt auf atemberaubend verdichtete Weise von politischem wie persönlichem (Selbst-)Mord.

Regie führt Antú Romero Nunes, geboren 1983 in Tübingen. Seine bisherigen Arbeiten am Burgtheater umfassen u.a. Isabel Allendes Das Geisterhaus, Hotel Europa oder Der Antichrist, ein Projekt frei nach Joseph Roth, und zuletzt Aischylos’ Orestie.

Regie: Antú Romero Nunes
Bühne: Stéphane Laimé
Theater

Der Besuch der alten Dame

Friedrich Dürrenmatt

Premiere: 26. Mai 2018, Burgtheater

Mein Gott, was sollen wir tun?

Kann man seine Heimat hinter sich lassen? Claire Zachanassian kann es nicht. In Friedrich Dürrenmatts tragischer Komödie kehrt sie zurück an den Ort ihrer Kindheit und Jugend, um sich zu rächen. Viele Jahre sind vergangen, seit Klara Wäscher ihre Unschuld im Dörfchen Güllen an Alfred III verlor. Der sie dann sitzen ließ mit dem Kind, sie als Hure diffamierte. Nun kommt sie zurück, eine schwerreiche Witwe, und verspricht dem eine Milliarde, der den ungetreuen Alfred tötet. „Bleich, aber würdig“ tritt man ihr entgegen, spricht von Europa, Recht und Menschlichkeit, lehnt mit Empörung das ungeheuerliche Angebot ab. Sie antwortet mit dem kürzesten Satz des Stücks: „Ich warte.“

„Die Welt verändert sich durch den Menschen, aber der Mensch verändert sich nicht und fällt der durch ihn veränderten Welt zum Opfer“, hat Dürrenmatt einmal in fast genialer Klarheit konstatiert. Die ganze Zerbrechlichkeit des Menschen in der Moderne, umrissen mit einem Satz. Die Illusion von Heimat als hilfloser Versuch, sich an etwas festzuhalten in einer Welt, die sich rasend schnell verändert. Dürrenmatt hat die Welt nicht vereinfacht. Mit sublimer Reduktion wie ein Schweizer Uhrmacher, der ein Gehäuse öffnet, machte er die Mechanik hinter der Unruhe erkennbar – und sein Stück Der Besuch der alten Dame zu einem Welterfolg.

Frank Hoffmann wird diese große Parabel der Moderne in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen und Maria Happel und Burghart Klaußner in den Hauptrollen inszenieren.

Regie: Frank Hoffmann
Bühne: Ben Willikens
Bühnenbildmitarbeit: Bernhard Eusterschulte
Kostüme: Sabine Bieling
Musik: René Nuss
Licht: Friedrich Rom
Dramaturgie: Florian Hirsch
Theater

Ein Sommernachtstraum

William Shakespeare

Sommer. Nachts. Traum. Schon der Stücktitel ist eine einzige Verheißung. Es ist Shakespeares großes Stück über Sehnsucht und übersinnliche Fantasie, über die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit. Einerseits eine Welt, in der das Individuum um seine persönliche Freiheit kämpfen muss. Andererseits ein Wald, in dem die bestehenden Gesetze außer Kraft gesetzt sind, ein Ort, an dem theatralisch und sinnlich alles möglich ist. Buntes Treiben statt autoritärer Stillstand. Die Kraft der Natur und unterdrückte Energien entladen sich in einer karnevalesken Zeit, sie befreien von Normen, Gesetzen und Hierarchien zugunsten des jugendlichen Lebens und Liebens. Sommerglut, Täuschungen, Einbildungskraft, Magie, Spuk, Ausgelassenheit, Verzauberung und lustvolle Verwirrung.

Ein Stück, das eine Kette von Versuchsanordnungen erzählt, in dessen Zentrum die Suche nach Liebe und die Definition von Liebe stehen. Ein (Alb-)Traum in einer Sommernacht.

Der Regisseur Leander Haußmann kehrt nach über 20 Jahren zurück ans Burgtheater. Der Sommernachtstraum ist für ihn ein Wegbegleiter: Nach Weimar, den Salzburger Festspielen und Berlin inszeniert er das Stück bereits zum vierten Mal, denn den Kosmos Shakespeare muss man immer wieder neu betrachten: Die Erkundung eines der erotischsten Stücke der Weltliteratur wird fortgesetzt.

Leander Haußmann geboren 1959 in Quedlinburg, ehemaliger Intendant des Bochumer Schauspielhauses, hat an vielen bedeutenden Theatern inszeniert (am Burgtheater zuletzt 1994 Drei Schwestern). Sein Durchbruch als Filmregisseur gelang ihm 2000 mit Sonnenallee.

Regie: Leander Haußmann
Bühne: Lothar Holler
Kostüme: Janina Brinkmann
Dramaturgie: Steffen Sünkel
Theater

jedermann (stirbt)

Ferdinand Schmalz

"Ein leben geht so furchtbar schnell vorbei. ein stolpern auf der kellertreppe. ein rattengift im lieblingsessen. ein unsauberer schnitt mit einem unsauberen messer. eine gräte quer im hals. eine kugel mitten durchs herz. ein schmerz da in der brust. ein zucken drin im hirn. ein schlangenbiss. ein luftröhrenriss. ein gebrochenes herz. ein sturz aus letzter etage. ein toaster in der badewanne. ein trügerisches sicherheitsgeländer. und schon ist es vorbei. in wahrheit sind wir lebend tot. von anfang an.“

Im Auftrag des Burgtheaters hat der vielfach preisgekrönte österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz Hugo von Hofmannsthals naiv-frommes Spiel vom Sterben des reichen Mannes für das 21. Jahrhundert über-, fort-, und neugeschrieben. Er nimmt dem Text seinen fast schon liturgischen Charakter, spitzt die Dramaturgie des Originals zu, schärft die Konflikte, schraubt lustvoll an Sprache und Versmaß, bricht altertümelnde Klischees auf und erneuert die Ikonografie. So sind die Figuren nicht länger entrückter Teil einer christlichen Devotionalienschau, sondern gehen uns ganz direkt an. Der neue Jedermann ist kein „prächtiger Schwelger“, wie ihn der Teufel bei Hofmannsthal einmal nennt, vielmehr ein knallharter Geschäftsmann neoliberalen Zuschnitts, den es nicht anficht, dass draußen vor seinem fest umzäunten Garten das Chaos tobt, das Kriegsrecht ausgerufen und mit Toten zu rechnen ist. Auch er wird den Weg allen Fleisches gehen, allerdings mit wenig Hoffnung auf das Himmelreich: „erlöst oder nicht, ist wirklich unerheblich“, Hauptsache, ein Sündenbock für unser schlechtes Gewissen ist gefunden. Damit die Party weitergehen kann, der nächste Geschäftsabschluss gemacht, eine weitere Mauer gebaut werden kann ...

Mit seiner Inszenierung dieses Jedermann für das 21. Jahrhundert kehrt der zweifache Nestroy- Preisträger Regisseur Stefan Bachmann ans Burgtheater zurück.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Esther Geremus
Dramaturgie: Hans Mrak
Theater

Radetzkymarsch

nach dem Roman von Joseph Roth

Der Infanterieleutnant Joseph Trotta wird geadelt, nachdem er Kaiser Franz Joseph I. in der Schlacht bei Solferino das Leben gerettet hat. So beginnt eine glorreiche Phase in der Geschichte der einstmals bäuerlichen Trottas, in einer letzten Blütezeit der Habsburger. Beim Enkel Carl Joseph von Trotta, der Hauptfigur von Roths epischem Meisterwerk, zeigen sich schon deutliche Spuren des Verfalls und der Auflösung, die mit dem Kollaps einer zuvor nahezu unvergänglich scheinenden Ordnung korrespondieren. „Die Welt von Gestern“ ist nicht mehr. Roths literarisches Requiem, dessen von der äußersten, galizischen Grenze des Reiches nach Wien übersiedelter und 1939 im Pariser Exil in tiefster Verzweiflung gestorbener Autor den Zerfall Österreich-Ungarns als eine Art Lebensschock nie verwinden konnte, zeigt ein Panorama von Figuren, die sämtlich zu wissen scheinen, dass ihr Kosmos dem Untergang geweiht ist. Aufgrund dieser Erfahrung wird ihr Leben von einer unaussprechlichen, inneren Trauer bestimmt. Im Aufstieg und Verfall einer Familie spiegeln sich die letzten Dekaden der Donaumonarchie, für deren auch europäischen Geist Roth Worte wie kein anderer fand – eine Utopie, die er bis an sein Lebensende leidenschaftlich verteidigte.

Der gefeierte niederländische Regisseur und Theaterleiter Johan Simons, der gemeinsam mit Koen Tachelet schon Hiob und Hotel Savoy erfolgreich dramatisiert hat, adaptiert nun mit seiner ersten Arbeit für das Burgtheater Joseph Roths Jahrhundertroman für die Bühne.

Regie: Johan Simons
Bühne: Katrin Brack
Kostüme: Greta Goiris
Musik: Warre Simons
Sounddesign: Jeske de Blauw
Licht: Norbert Joachim
Dramaturgie: Koen Tachelet
Mitarbeit Dramaturgie: Rita Czapka, Florian Hirsch
Theater

Ein Volksfeind

Henrik Ibsen
Deutsche Fassung von Frank-Patrick Steckel

Eine verschuldete Kleinstadt erlebt ihren Aufschwung als Kurort dank einer Heilwasserquelle. Doch Erkrankungen unter den Badegästen machen den Badearzt Tomas Stockmann misstrauisch – eine Analyse des Wassers ergibt eine gesundheitsschädliche Verunreinigung. In den nun eskalierenden Interessenskonflikten steht Tomas Stockmann bald allein da. Er muss erkennen, dass seine Mitbürger mehr am Erhalt des Status Quo interessiert sind als an unbequemen Wahrheiten.

1882 verfasste Henrik Ibsen seine so zeitlose wie bittere Gesellschaftskritik. In einer für das Burgtheater entstandenen deutschen Neufassung von Frank-Patrick Steckel werden die Mechanismen einer durchökonomisierten Mediendemokratie offengelegt, in deren Zentrum die Frage steht, warum sich wider alle Vernunft kurzfristige Profitmaximierungsstrategien gegenüber ökologischen Notwendigkeiten durchsetzen.

Die Offene Burg bietet zu dieser Inszenierung kostenlose StückWorkshops für Schulen an.

Regie: Jette Steckel
Bühnenbild: Florian Lösche
Kostüme: Sibylle Wallum
Musik: Friederike Bernhardt
Video: Zaza Rusadze
Licht: Norbert Joachim
Dramaturgie: Anika Steinhoff
Theater

Schlechte Partie

Alexander Ostrowskij

Wer Geld hat, kann die Liebe kaufen. Das war schon im zaristischen Russland des Alexander Ostrowskij so. In den Cafés am Ufer der Wolga vertreibt sich eine zwielichtige Gesellschaft aus Reedern, Parvenüs und Spekulanten die nicht enden wollende Zeit.

Man trinkt schon am Vormittag Champagner aus Teetassen, beobachtet die Schiffe und lästert über Frauen und Affären. Die Nachricht von einer absurden Hochzeit macht die Runde. Larissa, die schärfste Braut, das schönste Mädchen, hinter dem alle her sind, will heiraten. Doch Larissa ist eine Braut ohne Mitgift, obwohl ihre Mutter gerne mal Männer gegen kleine Gegenleistungen zu Partys und Kostümfesten empfängt. Karandyschew, ein braver Beamter, ist es, der, von allen belächelt, Larissa auch ohne Mitgift zur Frau nehmen will. Er liebt sie erstaunlicherweise tatsächlich. Um sich Anerkennung zu verschaffen, lädt er die Gesellschaft zu sich nach Hause ein, zu einem opulenten Abendessen. Dort taucht der Reeder Paratow auf, der Larissa vor einem Jahr sitzengelassen hat und in den sie noch immer unsterblich verliebt ist. Paratow ist pleite. Er wird deswegen morgen ein schwerreiches Mädchen heiraten. Aber heute Abend macht er Larissas Bräutigam betrunken und entführt die Braut zu einer nächtlichen Bootsfahrt auf der Wolga. Die ganze Gesellschaft kommt mit. Als Karandyschew merkt, was los ist, folgt er mit geladener Pistole.

Schlechte Partie, 1878 geschrieben und uraufgeführt, ist ein Drama mit Musik, neu übersetzt für das Burgtheater von Alexander Nitzberg. Ostrowskij demaskiert in seinem Stück schonungslos die kapitalistische Schicht der Großkaufleute und Reeder, für die alles nur noch Ware ist, die Frauen ebenso wie die Liebe.
Theater

Geächtet

Ayad Akhtar

„Aber es kommt nicht aus dem Islam. Es kommt aus dir. Der Islam hat kein Monopol auf Fundamentalismus.“

Der New Yorker Wirtschaftsanwalt Amir Kapoor ist glücklich-glamourös verheiratet und im Begriff, den maximalen Karrieresprung zu machen: Partner in einer jüdischen Kanzlei zu werden. Als US-Bürger mit pakistanischen Wurzeln lebt er den amerikanischen Traum. Aber unter der scheinbar vollkommenen Oberfläche hat der Erfolg seinen Preis. Als Amir und seine Frau, die Künstlerin Emily, eine Dinner Party geben, stellt sich schon bald die Frage: Wie hältst du’s mit der Religion?

Ist der Koran etwa tatsächlich eine „lange Hate Mail an die Menschheit“? Wie islamophob sind die westlichen Gesellschaften seit dem 11. September 2001 geworden? Das rasch eskalierende Gespräch enthüllt, wie fragil das Selbstbild derer sein kann, die in eine Welt hineingeboren wurden, sich aber einer anderen verschrieben haben.

Das 2013 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnete Debütstück des US-Amerikaners Ayad Akhtar verhandelt auf pointierte und spannende Weise so komplexe Themen wie religiöse Identität und Alltagsrassismus, Integration und Selbsthass. Es legt die Lebenslügen und Vorurteile des liberalen Bürgertums frei und zeigt, wie schnell vermeintliche Political Correctness an ihre Grenzen stößt.

Regie: Tina Lanik
Bühnenbild: Stefan Hageneier
Kostüme: Heidi Hackl
Licht: Peter Bandl
Musik: Rainer Jörissen
Dramaturgie: Florian Hirsch
Theater

Hexenjagd

Arthur Miller

Ein ausgelassenes, sexuell aufgeladenes Ritual junger Mädchen, eine Feier der Lebensgier wird zum Auftakt einer hysterischen Menschenjagd. Einige der Kinder werden nach einem heimlichen Treffen im Wald ohnmächtig oder krank. Da die Krankheiten von Ärzten nicht zu erklären sind, entsteht schnell das Gerücht von übernatürlichen Ereignissen, von Hexerei. Die Mädchen merken sehr schnell, dass sie selbst der Strafe entgehen können, wenn sie andere beschuldigen. Es wird Gericht abgehalten. Hauptzeugen sind die Mädchen, die bald den halben Ort als besessen ausrufen. Der Farmer John Proctor durchschaut jedoch die Lügen und warnt davor, den Anklagen der Mädchen Glauben zu schenken. Der Prozess der Hexenverurteilungen entwickelt eine rasende Eigendynamik, Denunziantentum und Rache gehen um. Längst geht es nicht mehr um Religion – die Repräsentanten des Staates verfolgen eine Strategie der Repression um jeden Preis.

Arthur Miller schildert in seinem 1953 – zur Zeit der McCarthy-Ära in den USA – uraufgeführten Stück über Ereignisse im Jahre 1692 die Abgründe einer Theokratie: religiöser Wahn, Bigotterie, Hass, Besitzansprüche und skrupelloses Gewinnstreben.

Regie: Martin Kušej
Bühne: Martin Zehetgruber
Kostüme: Heide Kastler
Licht: Friedrich Rom
Musik: Bert Wrede
Dramaturgie: Eva-Maria Voigtländer
Theater

Der Diener zweier Herren

Carlo Goldoni

„Es ist alles abgerechnet und in bester Ordnung.“

Zwei Liebespaare, die das Schicksal auseinander gerissen hat, müssen einander wiederfinden. Beatrice, eine junge Frau aus Turin, streift dafür Hosen über und mischt bewaffnet die Männerwelt Venedigs auf. Truffaldino, ein hungerleidender Gelegenheitsdiener, sucht sich angesichts seiner prekären Lage einen zweiten Herrn.
Und im Hintergrund machen die ehrbaren Kaufmänner Geschäfte, undurchsichtiger als das Wasser in der Lagune.

Ihre Macht hat die Republik Venedig im Jahre 1747 längst verloren. Doch sie sonnt sich weiter im alten Glanz, hält sich noch immer für den Mittelpunkt der Welt – nicht nur im Karneval. Die Venezianer, hingerissen von Goldonis virtuosem Sprach- und Spielwitz, übersahen, wie demaskierend der Spiegel war, den der junge Advokat ihnen vorhielt: Dass Truffaldino, der Knecht, den sie prügeln, ein Meister des „Arrangements“ ist und seine Herrschaften lenkt wie Puppen. Dass ihre preziösen Existenzen nicht mehr Halt haben als ein paar Teile feinen Porzellans auf einem schlingernden Tablett.

Regie: Christian Stückl
Bühne und Kostüm: Stefan Hageneier
Dramaturgie: Florian Hirsch
Theater

Antigone

Sophokles

„Das ist kein Staat, dem wenige befehlen.“

Die Söhne des Oedipus, Eteokles und Polyneikes, sind tot, gefallen im Krieg um Theben. Während der neue alte Herrscher Kreon Eteokles bestatten lässt, verweigert er Polyneikes, den er als Staatsfeind betrachtet, ein Begräbnis. Dessen Schwester Antigone rebelliert gegen dieses Bestattungsverbot: Geschwisterliebe und Staatsraison stehen einander unversöhnlich gegenüber. Obwohl Haimon, Antigones Verlobter und Kreons Sohn, um ihre Freilassung bittet, lässt der König Antigone lebendig in einem Felsen einmauern. Doch die Totengötter rächen sich: Wie vom blinden Seher Teiresias prophezeit, nimmt das Unheil seinen Lauf.

Antigone wurde vermutlich 442 v. Chr. uraufgeführt und zählt – wie König Oedipus und Oedipus auf Kolonos – zur Thebanischen Trilogie. Sophokles behandelt darin ein brennend aktuelles Thema: die Revolte gegen die Staatsgewalt und die ratio, welche in ihrer Unbedingtheit den eigenen Untergang in Kauf nimmt – und die Überzeugung, dass unser Dasein nur insofern etwas wert ist, als wir fähig sind, es zu opfern.

Jette Steckel, die bisher unter anderem am Thalia Theater Hamburg und am Deutschen Theater Berlin gearbeitet hat, inszeniert erstmals am Burgtheater.

Regie: Jette Steckel
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Pauline Hüners
Musik: Anja Plaschg, Anton Spielmann
Licht: Peter Bandl
Dramaturgie: Florian Hirsch
Theater

Die Orestie

Aischylos

Die Orestie des Aischylos ist die einzige komplett erhaltene Tragödientrilogie des antiken griechischen Theaters. Sie erzählt ein Familiendrama, den Mythos um das fluchbeladene Geschlecht der Atriden. Rache ist das vorherrschende Thema der blutgetränkten ersten beiden Teile – die Mutter rächt sich am Vater, der Sohn an der Mutter. Erst mit dem dritten Teil, den Eumeniden, setzt eine Zäsur ein, die in ihrer historischen Bedeutung kaum zu überschätzen ist: Die Göttin Athene macht dem Mechanismus des Tötens ein Ende, indem sie kurzerhand das Prinzip der Volksabstimmung, eine frühe Form der Demokratie, erfindet. Der Fall des Orest wird an eine neue Institution, ein Gericht aus den Bürgern Athens, verwiesen. Die Gesellschaft macht dem Muttermörder den Prozess, denkt öffentlich über sich selbst, ihre Rechtsnormen und Werte nach. Aischylos verhandelt in der Orestie auf bahnbrechende Weise den Übergang vom Blutsrecht zum Staatsrecht. „Da kann der Prozess selbst so krumm und menschenschief ablaufen: Es wird beleidigt, gedroht und bestochen. Entscheidend ist der Samen, der gelegt ist: Möge die Polis, die Stadtgesellschaft, ihre gemeinsamen Angelegenheiten in die eigenen, gemeinsamen Hände nehmen. Selbstverantwortlich. Und gerade in Zeiten der Krise, wie nach einem zehnjährigen Krieg, und wenn gegensätzliche Kräfte aufeinanderstoßen: Handeln, Verhandeln, Kompromisse machen, wieder Verhandeln. Kein entweder oder. Kein alles oder nichts.“ (Christian Meier). Nach der Orestie des Aischylos war nichts mehr wie zuvor, nicht auf dem Theater, nicht in der Weltgeschichte.

„Gerechte Richter glauben wir zu sein. Wer reine Hände vorweisen kann, den trifft von uns kein Zorn, unversehrt zieht er seine Lebensbahn. Wer aber gefrevelt hat, wie dieser Mann, und seine blutigen Hände verbergen muss, dem treten wir als aufrechte Zeugen der Toten gegenüber und treiben von ihm die Blutschuld ein, als unerbittliche Diener des Rechts.“

Regie: Antú Romero Nunes
Bühne: Matthias Koch
Kostüme: Victoria Behr
Aufführungen / Theater Theater an der Wien Das neue Opernhaus Wien, Linke Wienzeile 6
Aufführungen / Oper Wiener Staatsoper Wien, Opernring 2
Aufführungen / Musical Raimund Theater Wien Wien, Wallgasse 18-20
Aufführungen / Musical Ronacher Wien Wien, Seilerstätte 9
Aufführungen / Oper Opernhaus Graz Graz, Kaiser-Josef-Platz 10
Aufführungen / Konzert Malta Philharmonic Orchestra Floriana, Malta, 1, Triq John Lopez
Aufführungen Gloria Theater Wien Wien, Prager Straße 9
Aufführungen / Theater Theater an der Gumpendorferstraße
Mi, 25.4.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Theater an der Gumpendorferstraße
Do, 26.4.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Konzert Salzburger Konzertgesellschaft Salzburg, Bucklreuthstraße 3A
Do, 26.4.2018, 20:15 Uhr
Aufführungen / Aufführung art lepa art & events by renate lepa Wien, Goldschlagstrasse 169
Fr, 27.4.2018, 19:00 Uhr
Aufführungen / Theater Theater an der Gumpendorferstraße
Fr, 27.4.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Konzert Salzburger Konzertgesellschaft Salzburg, Bucklreuthstraße 3A
Fr, 27.4.2018, 20:15 Uhr
Aufführungen / Theater Theater an der Gumpendorferstraße
Sa, 28.4.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Konzert Salzburger Konzertgesellschaft Salzburg, Bucklreuthstraße 3A
Sa, 28.4.2018, 20:15 Uhr
Aufführungen / Theater Theater an der Gumpendorferstraße
So, 29.4.2018, 19:00 Uhr
Aufführungen / Konzert Salzburger Konzertgesellschaft Salzburg, Bucklreuthstraße 3A
So, 29.4.2018, 20:15 Uhr
Aufführungen / Theater Theater an der Gumpendorferstraße
Mo, 30.4.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung Theater an der Gumpendorferstraße
Di, 1.5.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung Theater an der Gumpendorferstraße
Mi, 2.5.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Oper Theater an der Wien Wien, Linke Wienzeile 6
Aufführungen / Film Charles Chaplin. Das Gesamtwerk Wien, Augustinerstraße 1
Aufführungen / Aufführung KosmosTheater Wien, Siebensterngasse 42
Aufführungen / Tanz PASIONAL TANGO CLUB VIENNA wien, Gärtnergasse 15
Aufführungen / Theater Schauspielhaus Wien Wien, Porzellangasse 19
Aufführungen / Theater DSCHUNGEL WIEN Theaterhaus für junges Publikum Wien, Museumsplatz 1
im MuseumsQuartier
Aufführungen / Theater Odeon Wien, Taborstraße 10
Aufführungen / Konzert Musik am 12ten - Freundeskreis der evangelischen Kirchenmusik Wien, Severin-Schreiber-Gasse 3
Amt für Evangelische Kirchenmusik Matthias Krampe
Aufführungen / Theater TAG Wien, Gumpendorfer Straße 67
Theater an der Gumpendorfer Straße
Aufführungen / Theater brut Wien, Karlsplatz 5
Koproduktionshaus Wien GmbH
Aufführungen / Konzert Konzerte in der Karlskirche Wien Salzburg, Innsbrucker Bundesstraße 47/9
Vivaldi Vier Jahreszeiten Mozart Requiem
Aufführungen / Aufführung Theater-Center-Forum Wien, Porzellangasse 50
Aufführungen / Oper sirene Operntheater Wien, Währinger Strasse 15/2/9