THEATER AN DER WIEN
Das neue Opernhaus
Wiens jüngstes und zugleich ältestes Opernhaus.
Und es ist nicht irgendein Theater, sondern das Haus, das Emanuel Schikaneder, vielseitiges Genie, Schauspieler, Organisationstalent und vor allem Librettist der Zauberflöte, 1801 im Geiste Mozarts in Wien erbauen ließ.
Seit Januar 2006, mit den Jubiläumsfeiern zu Mozarts 250. Geburtstag, präsentiert sich das Theater an der Wien als neues Opernhaus der Stadt Wien. Als ganzjährig bespieltes Stagione-Opernhaus eröffnet das Theater an der Wien eine neue, eigenständige Kategorie im anspruchsvollen Wiener Kulturbetrieb. Zwölf Monate im Jahr – mit monatlich einer Premiere – wird Oper im Stagione-System gespielt: das bedeutet gleich bleibende Besetzung von der ersten bis zur letzten Vorstellung und damit kontinuierliche Qualität auf höchstem internationalen Niveau.
Der moderne, offene Zugang zum Musiktheater durch Programm, Bespielung und Künstler wird durch das Haus selbst, seine Architektur und lebendige Lage betont. Ambiente und Materialien, intime Atmosphäre und ideale Akustik im historischen Theater animieren zum Öffnen der Sinne für das Schöne. Das Theater an der Wien stellt bewusst einen wechselseitigen Bezug zu seiner lebendigen Umgebung am Naschmarkt und zur jungen Kulturszene rund um das Schleifmühlviertel her.
Spielzeit 2010/11
Eröffnungskonzert 2010|11
Musikalische Leitung: Nikolaus Harnoncourt
Klavier: Lang Lang
Orchester: Wiener Philharmoniker
Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)
Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur, op. 15
Symphonie Nr. 7 A-Dur, op. 92
Termin:
Di, 14.9.2010, 19:30
Semele
Oper
Premiere: Mittwoch, 15. September 2010, 19:00 Uhr
Oratorium in drei Akten (1744)
Musik von Georg Friedrich Händel
1743 wählte Georg Friedrich Händel mit Semele einen Text, dessen Erfolg er 30 Jahre zuvor selbst verhinderte: William Congreve hatte 1707 den Stoff aus Ovids Metamorphosen zu einem englischen Libretto verarbeitet, das die Tradition Henry Purcells fortsetzen sollte. Aber 1711 etablierte Händel erfolgreich die italienische Oper in London, und erst nach 1725 verlangte das Publikum wieder nach englischen Opern. Händel stieß nun auf der Suche nach neuen Formen und Texten auf Congreves Semele. Als barocke Allegorie stellt das Stück eine moralische Warnung dar – „Ihr Menschen, strebt nicht nach mehr als euch zusteht!“ – aber Congreves Witz macht dazu aus dem moralisierenden Sinnbild ein amüsantes Sittengemälde des Rokoko.
Eine königliche Hochzeit steht bevor: Prinzessin Semele von Theben soll Prinz Athamas heiraten. Nur ist Semele bereits die heimliche Geliebte Jupiters und hat kein Interesse an dieser Ehe. Auf ihren Hilferuf hin entführt Jupiter sie vom Altar weg in einen himmlischen Palast. Allerdings fühlt sich Semele als Sterbliche unter den Göttern unzufrieden. Jupiters Gemahlin Juno will die Rivalin beseitigen. Da der Göttervater die Eifersucht seiner Frau kennt, lässt er den Liebespalast von Drachen bewachen. Juno ist Jupiter aber in Einfallsreichtum und Verwandlungsfähigkeit ebenbürtig: Mit dem Zauberstab des Somnus schläfert sie die Drachen ein und in Gestalt von Semeles Schwester Ino reizt sie deren Ehrgeiz: Sie könne die ersehnte Unsterblichkeit erlangen, wenn Jupiter sich ihr in seiner wahren Gestalt zeige. Semele fällt darauf herein. Sie verweigert sich, bis Jupiter schwört, ihr jeden Wunsch zu erfüllen – doch ihr Wunsch tötet sie: Semele verglüht angesichts der göttlichen Gestalt Jupiters. In ihrer Asche findet Jupiter das nicht geborene gemeinsame Kind, und die Welt erhält einen neuen Gott: Bacchus.
Semele sollte ursprünglich als Oratorium nur konzertant dargeboten werden. Händel legte daher in die Musik, was sonst in der Oper die Szene optisch zu leisten hatte. Es entstand eine seiner dichtesten Partituren: Inspiriert von Congreves geistvoller Sprache fand Händel in der Verschmelzung der Formen des Oratoriums mit denen der italienischen Oper zu neuer Freiheit und Intensität in der Schilderung der Geschehnisse und der Charakterzeichnung.
Musikalische Leitung: William Christie
Inszenierung: Robert Carsen
Ausstattung: Patrick Kinmonth
Licht: Robert Carsen und Peter van Praet
Choreografie: Philippe Giraudeau
Einstudierung Regie & Choreografie: Elaine Tyler-Hall
Termine:
Mi, 15.9.2010, 19:30 | Premiere
Fr, 17.9.2010, 19:30
So, 19.9.2010, 19:30
Di, 21.9.2010, 19:30
Ariadne auf Naxos
Oper
Premiere: Samstag, 9. Oktober 2010, 19:30 Uhr
Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel
Musik von Richard Strauss
Libretto von Hugo von Hofmannsthal
Als musikalische Ergänzung zu Molières Komödie Bürger als Edelmann war Ariadne auf Naxos geplant. Strauss fing nur langsam Feuer, Hofmannsthal musste ihm eindringlich den inneren Gedanken des Werkes schildern, um ihn zu inspirieren: „Verwandlung ist Leben des Lebens, ist das eigentliche Mysterium der schöpfenden Natur; Beharren ist Erstarren und Tod. Wer leben will, der muss über sich selber hinwegkommen, muss sich verwandeln: er muss vergessen. Und dennoch ist ans Beharren, ans Nichtvergessen, an die Treue alle menschliche Würde geknüpft.“ Beide feilten lange an dem Werk, es wuchs zu einer eigenständigen Oper, die schließlich den Molièreschen Text nicht mehr benötigte.
Der reichste Mann von Wien gibt ein Fest. Eine ernste Oper, „Ariadne auf Naxos“, ist eigens von einem jungen Komponisten geschrieben worden, berühmte Sänger sind engagiert, für die leichtere Unterhaltung soll Zerbinetta mit ihrer Commedia dell’arte-Truppe sorgen, ein Feuerwerk ist bestellt. Das Festmahl dauert länger als geplant, die Zeit wird knapp, das Feuerwerk lässt sich nicht verschieben. So befiehlt der Gastgeber, dass die Oper und die Commedia-Darbietung gleichzeitig stattfinden sollen. Komponist und Sänger sind in ihrer Ehre gekränkt, mit dem Komödianten-Pack auf einer Bühne erscheinen zu müssen, aber was hilft’s? Wer zahlt, befiehlt! So wirbelt Zerbinetta mit ihren Gefährten über Ariadnes wüste Insel, als Heilmittel gegen den Kummer der Prinzessin über Theseus’ Untreue empfiehlt sie ihre eigene unbekümmerte Polygamie. Ariadnes Kummer wird wirklich von einer neuen Liebe in Glück gewendet, nicht der ersehnte Tod holt sie, sondern der junge Gott Bacchus nimmt sie auf sein Schiff.
Die Zwangsfusion von Komödie und Tragödie ergibt durch die Spannung zwischen Leichtlebigkeit und Gefühlspathos ein lebensweises Stück über Liebe und Treue, Ideal und Realität. Das Libretto bietet mit den Querelen der Künstler im Vorspiel und dem Spiel im Spiel eine sich selbstreflektierende Kulturgeschichte der Oper, für die Strauss adäquate Musik lieferte: Er orientierte sich an den Formen des 18. Jahrhunderts, schuf daraus aber einen ganz eigenen Stil, der die barocken Klangvorstellungen reflektiert und darin auch musikalisch Hofmannsthals Thema wiedergibt: Das Bestehende verwandeln, um weiter Leben zu schaffen.
Musikalische Leitung: Bertrand de Billy
Regie: Harry Kupfer
Bühne: Hans Schavernoch
Kostüm: Yan Tax
Licht: Hans Tölstede
Termine:
Sa, 9.10.2010, 19:30 | Premiere
Mo, 11.10.2010, 19:30
Do, 14.10.2010, 19:30
So, 17.10.2010, 19:30
Mi, 20.10.2010, 19:30
Eros - Pathos - Thanatos
Symposium & Vortrag
„Eros – Pathos – Thanatos. Ist Liebe pathologisch?“ – die Opern der Saison 2010/11 analytisch reflektiert und interpretiert von Georg Titscher *.
Vortrag mit Musikbeispielen.
In Zusammenarbeit mit dem Erwin Ringel-Institut.
Von einer verlassenen, depressiven, selbstmordgefährdeten Geliebten,
von letaler erotischer Begierde, todesbereiter Bruderliebe und anderen
Leid bringenden Folgen der Liebe erzählen uns die Bühnenwerke dieser
Saison. Sie unterscheiden sich durch ungewöhnliche Ausgangssituationen
und besondere Verstrickungen von dem üblichen Schema der meisten Opern. Die nähere Betrachtung der Motive lässt die Frage nach der Pathologie der Liebe entstehen, die im Gegensatz zur Liebe als der stärksten positiven Kraft im Leben des Menschen steht.
Im Vortrag werden unbewusste Beziehungen zwischen Liebe, Leid und Tod in diesen Opern analysiert, auf ihre Allgemeingültigkeit und Gegenwartsbezüge überprüft und mit Film- und Tonbeispielen illustriert.
*Dr. Georg Titscher ist Arzt und Psychotherapeut.
Termin:
Do, 16.9.2010, 19:30
Being Gidon Kremer
Konzert
Premiere: Montag, 20.09.2010, 19:30 Uhr
"Der Aufstieg und Fall eines (klassischen) Künstlers"
Ein ernsthaft-humorvolles Plädoyer FÜR die Musik.
Musikalische Leitung: Gidon Kremer
Ensemble: Kremerata Baltica
Mit Musik von folgenden Komponisten: Rota, Morricone, Leopold Mozart, Ysaye, Prokofieff, Britten, Bach, Shostakovich, Beethoven, Schubert, Mendelssohn, Bakshi, W. A. Mozart, Haydn, Dvorak, Piazzolla, Mahler und Schnittke.
Termin:
Mo, 20.9.2010, 19:30 | Premiere
Arme Leute
Premiere: Mittwoch, 29.09.2010 - 20:00 Uhr
Makar und Warwara leben beide in ärmlichsten Verhältnissen. Warwara wurde von einem reichen Gutsbesitzer verführt und dann sitzengelassen. Sie sträubt sich dagegen, als Prostituierte ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der einsame Beamte Makar hilft ihr durch Geldzuwendungen. Nach außen hin erscheint ihr Verhältnis eindeutig: Ein älterer Mann hält ein junges Mädchen aus. Um nicht weiteres Gerede der Nachbarschaft zu provozieren, beschränken sie ihren Kontakt auf gelegentliche Blicke von Fenster zu Fenster – darüber hinaus schreiben sie einander Briefe. Auf diesem Weg lernen sie sich immer besser kennen, sie schildern ihre Lebensgeschichten, beschreiben ihre Hoffnungen und Ängste und tauschen sich aus über die guten und schlechten menschlichen Erfahrungen, die sie gemacht haben. So entsteht eine Nähe und Vertrautheit, die nach und nach zu tiefer Zuneigung wird. Auf die Dauer reicht jedoch das Geld des Beamten für ein solches Leben nicht aus. Schließlich macht der Gutsbesitzer, der Warwara einst verführte, der jungen Frau einen Heiratsantrag, weil er Erben für seinen Hof braucht. Warwara willigt ein.
Musikalische Leitung: Peter Matzka
Regie / Konzeption: Andreas Bode
Termin:
Mi, 29.9.2010, 20:00 | Premiere
Theater an der Wien
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A-1060 Wien
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Kassenöffnungszeiten Theater an der Wien:
Montag – Sonntag, 10 – 19 Uhr