THEATER AN DER WIEN

Das neue Opernhaus

Wiens jüngstes und zugleich ältestes Opernhaus.

Und es ist nicht irgendein Theater, sondern das Haus, das Emanuel Schikaneder, vielseitiges Genie, Schauspieler, Organisationstalent und vor allem Librettist der Zauberflöte, 1801 im Geiste Mozarts in Wien erbauen ließ.

Seit Januar 2006, mit den Jubiläumsfeiern zu Mozarts 250. Geburtstag, präsentiert sich das Theater an der Wien als neues Opernhaus der Stadt Wien. Als ganzjährig bespieltes Stagione-Opernhaus eröffnet das Theater an der Wien eine neue, eigenständige Kategorie im anspruchsvollen Wiener Kulturbetrieb. Zwölf Monate im Jahr – mit monatlich einer Premiere – wird Oper im Stagione-System gespielt: das bedeutet gleich bleibende Besetzung von der ersten bis zur letzten Vorstellung und damit kontinuierliche Qualität auf höchstem internationalen Niveau.

Der moderne, offene Zugang zum Musiktheater durch Programm, Bespielung und Künstler wird durch das Haus selbst, seine Architektur und lebendige Lage betont. Ambiente und Materialien, intime Atmosphäre und ideale Akustik im historischen Theater animieren zum Öffnen der Sinne für das Schöne. Das Theater an der Wien stellt bewusst einen wechselseitigen Bezug zu seiner lebendigen Umgebung am Naschmarkt und zur jungen Kulturszene rund um das Schleifmühlviertel her.

Spielzeit 2017/18

Maria Stuarda

Tragedia lirica in zwei Akten (1835)

Musik von Gaetano Donizetti
Libretto von Giuseppe Bardari nach Maria Stuart von Friedrich Schiller

Donizetti schuf dieses Feuerwerk des Belcanto in Neapel für das Teatro San Carlo
1834. Berühmt geworden sind die Konfrontation der beiden Königinnen Elisabetta und Maria Stuarda sowie die ergreifenden letzten Szenen, die Maria Stuarda kurz vor der Hinrichtung zeigen. Allerdings stand die Oper unter keinem guten Stern: Es gab Probleme mit der Zensur, die Hauptdarstellerinnen prügelten sich bei einer Probe, Königin Maria Christina soll der Generalprobe beigewohnt und bei der Beichtszene der Maria ohnmächtig geworden sein. Daraufhin musste die Oper kurzfristig völlig verändert werden und kam unter dem Titel Buondelmonte heraus. Text und Musik passten erkennbar nicht zusammen, die Oper fiel durch. Ein Wiederbelebungs - versuch durch die berühmte Sängerin Maria Malibran in Mailand scheiterte an einem schlimmen Virus, der beide Hauptdarstellerinnen befallen hatte. So geriet das Stück in Vergessenheit und wurde erst 1958 wieder entdeckt. Da es gleich zwei Glanz - partien für Koloratursopranistinnen bietet, ist es inzwischen nicht mehr aus dem Opernrepertoire wegzudenken.

Elisabetta, Königin von England, hält Maria Stuarda, Ex-Königin von Schottland gefangen. Aus ihrem Gefängnis heraus beteiligt sich diese angeblich immer wieder an Mordkomplotten gegen Elisabetta. Ihre Berater drängen die Königin, die Kontrahentin um den Thron endlich hinrichten zu lassen. Elisabetta ist hingegen mehr an Herzensangelegenheiten interessiert. Mit dem König von Frankreich verhandelt sie über eine Heirat, liebt aber in Wahrheit Lord Leicester, der wiederum in Maria Stuarda verliebt ist und sie retten will. Sein Versuch, die schöne Schottin ihrer Feindin näher zu bringen, endet jedoch in einer Katastrophe: Er arrangiert ein Treffen der beiden, das zu einer Versöhnung führen soll, aber kaum stehen die Königinnen einander gegenüber, wird Leicesters Zuneigung zu Maria offenbar. Voll Eifersucht provoziert Elisabetta Maria, beide werfen sich wüste Beleidigungen an den Kopf. Als Leicester nach diesem Eklat wieder für Maria um Gnade bittet, unterschreibt die erst noch zögerliche Elisabetta wutentbrannt das Todesurteil und befiehlt Leicester, die Hinrichtung mitanzusehen. Maria akzeptiert ihr Urteil. Sie findet inneren Frieden, als ihr treuer Freund Lord Talbot ihr letzten Trost mit den Riten ihrer katholischen Religion spendet. Mutig geht sie ihrem Henker entgegen.

Musikalische Leitung: Paolo Arrivabeni
Inszenierung: Christof Loy
Ausstattung: Katrin Lea Tag
Licht: Bernd Purkrabek
Dramaturgie: Yvonne Gebauer

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Theater an der Wien

Termine:

Fr, 26.1.2018, 19:00 |
So, 28.1.2018, 19:00 |
Di, 30.1.2018, 19:00 |

Publio Cornelio Scipione

Dramma per musica in drei Akten (1726)

Armonia Atenea
Musikalische Leitung, Markellos Chrissikos


Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto von Paolo Antonio Rolli

Der klassische Konflikt: Ein Feldherr – der Römer Scipione – verliebt sich in seine schöne Gefangene – Berenice –, die allerdings schon ihr Herz an einen Fürsten – Lucejo – verschenkt hat. Letztlich wird die bestehende Liebe respektiert, alle bejubeln den gütigen Feldherren. Mit der Sopranistin Francesca Cuzzoni und dem Mezzo - sopranisten Senesino (Francesco Bernardi) in den Partien der Berenice und des Lucejo stand ein wahres Dreamteam auf Händels Bühne. Jedoch war dieses Dramma per musica anfangs nur eine Notlösung, denn durch die verzögerte Ankunft der hochgefeierten Mezzosopranistin Faustina Bordoni konnte Händel seinen geplanten Alessandro nicht auf die Bühne bringen. Er beauftragte in aller Eile den Librettisten Paolo Antonio Rolli, der ein schon bestehendes Libretto von Antonio Salvi adaptierte. Angeblich soll Händel die Musik in nur drei Wochen geschrieben haben, wobei er – durch und durch Pragmatiker – viele Nummern aus vorangegangenen Kompositionen entlehnte. Zehn Tage vor der Uraufführung am 12. März wurde Händel fertig. Die Aufnahme des Publio Cornelio Scipione war gemischt, so schrieb der englische Musikhistoriker Charles Burney: „Wenn auch der erste Akt dieser Oper ein bisschen dürftig ist, und der letzte nicht so hervorragend, wie die einiger seiner sonstigen Dramen, enthält der zweite Akt doch Schönheiten verschiedenster Art, um würdig in der Reihe der Werke eines großen Autors auf dem Zenit seines Ruhmes zu stehen.“

Konzertante Aufführung in italienischer Sprache

Termin:

Mi, 24.1.2018, 19:00 |

Giulietta e Romeo

Tragedia per musica in drei Akten (1796)

Armonia Atenea
George Petrou, Musikalische Leitung
Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)


Musik von Niccolò Antonio Zingarelli
Libretto von Giuseppe Maria Foppa

Romeo und Julia – zweifelsohne das berühmteste Liebespaar der Welt. Der Stoff über zwei durch widrige Umstände getrennte Liebende hat seinen Ursprung in zahlreichen Mythen und Legenden, ein ähnliches Schicksal widerfuhr auch Paaren wie Pyramus und Thisbe oder Tristan und Isolde. Seit William Shakespeare diesen Stoff Ende des 16. Jahrhunderts herausbrachte, erfreut sich sein Drama einer ungebrochenen Rezeption. Nicht verwunderlich ist daher, dass die künstlerische Auseinandersetzung damit nicht nur in der Bildenden Kunst stattfand, sondern auch Ende des 18. Jahrhunderts sukzessive auf die Opernbühne übergriff. Giuseppe Maria Foppas Libretto hält sich erstaunlich nah an das shakespearesche Drama und weist nur kleine Änderungen auf. Angeblich vertonte es Niccolò Antonio Zingarelli – letzter Vertreter der berühmten Neapolitanischen Schule – in nur acht Tagen für das Teatro alla Scala in Mailand, wo 1796 die Tragedia per musica Giulietta e Romeo ihre Uraufführung erlebte. Bis in die Rossini-Ära war diese Oper eines der populärsten Bühnenwerke, was an den zahlreichen Bearbeitungen, die in diversen Städten Europas aufzufinden sind, nachzuweisen ist. Ästhetisch bewegte sich Zingarelli, der von 1753 bis 1837 lebte, zwischen Barock und Klassik. Und so stellt auch Giulietta e Romeo eine ansprechende Mischung aus barocker Oper und zukunftsweisenden Klängen, die an Zingarellis berühmtesten Schüler Vincenzo Bellini erinnern, dar.

Konzertante Aufführung in italienischer Sprache

Ort:

Theater an der Wien

Termin:

Sa, 27.1.2018, 19:00 | Premiere |

Pelléas et Mélisande

Drame lyrique in fünf Akten (1902)

Musik von Claude Debussy
Libretto von Claude Debussy, nach dem Drama von Maurice Maeterlinck

Pelléas et Mélisande, Schlüsselwerk der Moderne und erste „Literaturoper“ des 20. Jahrhunderts, ist die einzige, vollendete Oper des Meisters des Impressionismus. Mit diesem symbolistisch verschlüsselten Werk, das auf Maurice Maeterlincks gleichnamigen Drama basiert, wendet sich Debussy zwar gegen die Ästhetik Richard Wagners, kann aber gleichzeitig den Einfluss von dessen Parsifal nicht verleugnen. Die tragisch, tödlich endende „ménage à trois“ ist ein ergreifendes Werk, in dem alle Hauptfiguren ein nicht gelüftetes Geheimnis umweht. Wir spielen Pelléas et Mélisande in einer Bearbeitung für kleines Orchester von Annelies Van Parys, die aber den Klangreichtum der Partitur beibehält.

Musikalische Leitung: Thomas Guggeis
Inszenierung: Thomas Jonigk
Ausstattung: Lisa Däßler
Licht: Franz Tscheck

In französischer Sprache mit deutschen Übertitlen

Ort:

Theater an der Wien

Termine:

Mo, 12.2.2018, 19:00 | Premiere |
Sa, 17.2.2018, 19:00 |
Do, 22.2.2018, 19:00 |
Mo, 26.2.2018, 19:00 |
Fr, 2.3.2018, 19:00 |

Saul

Oratorium in drei Akten (1739) HWV 53

Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto von Charles Jennens

Georg Friedrich Händel hatte seit 1711 das Londoner Musikleben mit seinen Opern italienischen Zuschnitts dominiert. Aber von Anfang an wurden Opern in englischer Sprache gefordert. Ende der 1730er Jahre wollte man in London keine italienische Oper mehr sehen. Der Komponist suchte nun nach Möglichkeiten, sein Publikum erneut zu fesseln und experimentierte ausführlicher mit dem englischsprachigen Oratorium. Mit Saul begann 1739 seine neue Karriere. Das Stück weist noch große Nähe zur Oper auf und ist ausgesprochen reich und originell instrumentiert: Händel hat, um König Davids Zeit (1000 v. Chr.) farbiger darstellen zu können, Instrumente vorgesehen, von denen man damals glaubte, dass sie zu Davids Zeit schon verwendet wurden, wie zum Beispiel Posaunen, viel Schlagwerk, dazu kam ein Carillon, ein über Tastatur zu spielendes Glockenspiel.

Der junge David hat König Saul einen großen Dienst erwiesen: Mit einem präzisen Steinwurf gelang es ihm, den Riesen Goliath zu töten. Zuerst ist Saul gegenüber David voll Dankbarkeit und will ihm seine Tochter Merab zur Frau geben. Sie verweigert jedoch die Heirat wegen Davids niederer Herkunft. Ihre Schwester Michal hingegen liebt David, auch er findet Gefallen an ihr. Allmählich bemerkt Saul, dass sein Volk und seine Umgebung David höher schätzen als ihn, und er beginnt zu überlegen, wie er den Rivalen wieder loswerden könnte. David hat Mühe, Sauls eifersüchtigen Mordanschlägen zu entgehen, außerdem will er einen Weg finden, Michal zur Frau nehmen zu können. Als es Saul immer wieder misslingt, David zu töten, sucht er wütend die Hexe von Endor auf, erfährt dort aber nur, dass sein Ende nahe bevorsteht. Als dies wirklich eintritt, wird David König und kann Michal heiraten. Alle preisen David.

Musikalische Leitung: Laurence Cummings
Inszenierung: Claus Guth
Ausstattung: Christian Schmidt
Choreographie: Ramses Sigl
Licht: Bernd Purkrabek
Dramaturgie: Yvonne Gebauer

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Theater an der Wien

Termine:

Fr, 16.2.2018, 19:00 | Premiere |
So, 18.2.2018, 19:00 |
Di, 20.2.2018, 19:00 |
Fr, 23.2.2018, 19:00 |
So, 25.2.2018, 19:00 |
Di, 27.2.2018, 19:00 |

Armida

Dramma eroico in drei Akten (1784)

Kammerorchester Basel
Musikalische Leitung: René Jacobs


Musik von Joseph Haydn
Libretto von Nunziato Porta nach Torquato Tassos "La Gerusalemme liberata"

Mächtige Zauberei und das Schwanken zwischen Liebe und Pflicht: Der Kreuzritter Rinaldo ist der einzige, der die magische Myrthe schlagen kann, die für die Befreiung Jerusalems benötigt wird. Er wird jedoch von der Zauberin Armida bezirzt, die ihn auf ihre, die gegnerische Seite lockt. Zwei Ritter, Ubaldo und Clotarco, werden ausgesandt, um Rinaldo zu befreien. Schließlich gelingt es Rinaldo, sich von Armida zu lösen und die Myrthe zu schlagen. Diese Episode aus Torquato Tassos Epos La Gerusalemme liberata vertonte Haydn 1783 – es war seine letzte und zugleich erfolgreichste Oper, was unter anderem an der reichen Ausstattung der Uraufführung im Februar 1784 im Theater in Schloss Eszterháza lag. Die Produktionskosten sollen Überlieferungen zufolge immens gewesen sein. Haydn stattete die Musik zu seinem Dramma eroico besonders farbenreich aus und gab im Wesentlichen den beiden Hauptfiguren Armida und Rinaldo viel Raum. Jedoch bediente er musikalisch auch die zahlreichen Spezialeffekte, die das Libretto mit Zauberei, Militär und Getier benötigt.

Konzertante Aufführung in italienischer Sprache

Ort:

Theater an der Wien

Termin:

Mi, 21.2.2018, 19:00 |

Portraitkonzert: Florian Köfler, Bass

Florian Köfler, Bass
Marcin Koziel, Klavier


Die jungen Sängerinnen und Sänger können Sie nicht nur in den Opernproduktionen in der Kammeroper erleben, sie werden ebenfalls geeignete Partien in den „großen“ Opernproduktionen im Theater an der Wien übernehmen.
Um aber die musikalische Persönlichkeit der Künstlerinnen und Künstler genauer kennenzulernen und ihre Entwicklung verfolgen zu können, präsentieren sie sich in jeder Saison in einem individuellen Portraitkonzert.
Das Programm gestalten die Ensemble-Mitglieder jeweils selbst entsprechend ihres Entwicklungsstandes und ihrer persönlichen Vorlieben. Der Abend setzt sich aus einem Liedteil und einem Opernarienteil zusammen – darüber hinaus kann jede/r Musik aus seiner Heimat vorstellen. Die Internationalität des Ensembles ergibt eine spannende musikalische Reise durch die Welt. Begleitet werden die jungen Künstlerinnen und Künstler am Klavier.

Ort:

Wiener Kammeroper

Termin:

Sa, 24.2.2018, 19:30 |

Theater an der Wien

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Öffnungszeiten Tageskasse Theater an der Wien:
Montag – Samstag, 10 – 18 Uhr