THEATER AN DER WIEN

Das neue Opernhaus

Wiens jüngstes und zugleich ältestes Opernhaus.

Und es ist nicht irgendein Theater, sondern das Haus, das Emanuel Schikaneder, vielseitiges Genie, Schauspieler, Organisationstalent und vor allem Librettist der Zauberflöte, 1801 im Geiste Mozarts in Wien erbauen ließ.

Seit Januar 2006, mit den Jubiläumsfeiern zu Mozarts 250. Geburtstag, präsentiert sich das Theater an der Wien als neues Opernhaus der Stadt Wien. Als ganzjährig bespieltes Stagione-Opernhaus eröffnet das Theater an der Wien eine neue, eigenständige Kategorie im anspruchsvollen Wiener Kulturbetrieb. Zwölf Monate im Jahr – mit monatlich einer Premiere – wird Oper im Stagione-System gespielt: das bedeutet gleich bleibende Besetzung von der ersten bis zur letzten Vorstellung und damit kontinuierliche Qualität auf höchstem internationalen Niveau.

Der moderne, offene Zugang zum Musiktheater durch Programm, Bespielung und Künstler wird durch das Haus selbst, seine Architektur und lebendige Lage betont. Ambiente und Materialien, intime Atmosphäre und ideale Akustik im historischen Theater animieren zum Öffnen der Sinne für das Schöne. Das Theater an der Wien stellt bewusst einen wechselseitigen Bezug zu seiner lebendigen Umgebung am Naschmarkt und zur jungen Kulturszene rund um das Schleifmühlviertel her.

Spielzeit 2017/18

Ariadne auf Naxos / Arianna in Nasso

Dramma per musica in drei Akten (1733)

Premiere: 27. September 2017

Musik von Nicola Porpora
Libretto von Paolo Rolli

Die Geschichte der von Theseus verlassenen Ariadne hat zahlreiche Komponisten von Monteverdi bis Richard Strauss zu den verschiedensten Versionen dieses alten Mythos inspiriert. So auch Nicola Antonio Porpora, dessen Arianna in Nasso 1733 mit Farinelli erstmals gespielt wurde – als Eröffnungsproduktion der neu gegründeten Opera of Nobility, die als Konkurrenz zu Händels Opernunternehmen ins Leben gerufen worden war. Porpora, nur ein Jahr jünger als dieser, zählte nicht nur zu den größten Komponisten und Gesangspädagogen seiner Zeit, er genoss damals auf dem Kontinent ein höheres Ansehen als sein Konkurrent Händel, von dem in London nur wenige Monate später gleichfalls eine Vertonung dieses Stoffes erklungen war.

Neuproduktion des Theater an der Wien in der Kammeroper

Musikalische Leitung: Markellos Chryssicos
Inszenierung: Sergej Morozov
Bühne: Ksenia Peretruhina
Kostüme: Lyosha Lobanov
Licht: Franz Tscheck

In italienischer Sprache mit deutschen Übertitlen

Termine:

So, 24.9.2017, 11:00 | Voraufführung |
Mi, 27.9.2017, 19:00 | Premiere |
Fr, 29.9.2017, 19:00 |
So, 1.10.2017, 19:00 |
Di, 3.10.2017, 19:00 |
Do, 5.10.2017, 19:00 |
Sa, 7.10.2017, 19:00 |
Di, 10.10.2017, 19:00 |

Wozzeck

Oper in drei Akten (1925)

Premiere: 15. Oktober 2017

Musik von Alban Berg in der Bearbeitung von Eberhard Kloke
Libretto nach einem Dramenfragment von Georg Büchner

Georg Büchners Sozialtragödie Woyzeck um die Zukunftslosigkeit von armen, ausgebeuteten Menschen und die Gnadenlosigkeit des Militärlebens fand durch Alban Berg eine kongeniale Umsetzung. Der Komponist hatte 1914 die Wiener Erstaufführung des Dramas gesehen, war sofort fasziniert und begann mit der Komposition einer Oper auf der Basis von Büchners Text. Seine eigenen Kriegserlebnisse vertieften sein Interesse an der Vertonung, die sich aber noch bis 1922 hinzog. Mittels Atonalität und Elementen der Zwölftontechnik fand Berg eindringliche Klänge, die Todesvisionen, Eifersucht, innere Not und Aussichtslosigkeit expressiv verdeutlichen. Gegen erhebliche Widerstände fand die Uraufführung 1925 in Berlin unter Erich Kleiber statt – und etablierte die Oper sofort als progressives Meisterwerk.

Der einfache Soldat Wozzeck ist arm, ungebildet und hat mit der hübschen Marie, die er sehr liebt, ein uneheliches Kind. Um an Geld zu kommen, verdingt er sich als Versuchskaninchen bei einem Test des Doktors; Er darf nur Hülsenfrüchte essen. Von seinem Hauptmann wird er moralisch wegen des unehelichen Kindes getadelt, Wozzeck weist als Entschuldigung auf seine Armut hin. Mit der Zeit wird Wozzeck zunehmend sonderbarer, ihn quälen bedrohliche Visionen von Weltuntergang, Gewalt und Tod. Marie erliegt derweil dem Werben des feschen Tambourmajors. Als Wozzeck davon erfährt und sie beim Tanz mit dem Tambourmajor beobachtet, wird er von seinen Visionen überwältigt. Er provoziert den Rivalen, es kommt zu einer Prügelei. Schließlich ersticht Wozzeck Marie bei einem abendlichen Spaziergang. Bei dem Versuch, sich in einem Teich das Blut abzuwaschen, ertrinkt er.

Musikalische Leitung: Leo Hussain
Inszenierung: Robert Carsen
Ausstattung: Gideon Davey
Licht: Robert Carsen und Peter van Praet
Dramaturgie: Ian Burton

Neuproduktion des Theater an der Wien
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Termine:

So, 8.10.2017, 11:00 | Voraufführung |
So, 15.10.2017, 19:00 | Premiere |
Di, 17.10.2017, 19:00 |
Do, 19.10.2017, 19:00 |
Sa, 21.10.2017, 19:00 |
Mo, 23.10.2017, 19:00 |
Fr, 27.10.2017, 19:00 |

Die Zauberflöte

Eine große / deutsche Oper in zwei Aufzügen (1791)

Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Emanuel Schikaneder

Mozarts und Schikaneders 1791 im Theater auf der Wieden uraufgeführte „groß Oper“ Die Zauberflöte ist der Versuch, mit einer unfassbaren Musik und einem genial riskanten, zwischen Straßentheater und Welttheater balancierenden Libretto den Dualismus von Mann und Frau, Schwarz und Weiß, Arm und Reich, Gut und Böse zu überwinden, der die Menschen seit ewigen Zeiten trennt, und in einem utopischen Weltmärchen nach einem Weg zu suchen zu einem humanen Zusammenleben aller Menschen.

Der König des Tages liegt im Sterben. Er vermacht seiner Frau, der Königin der Nacht, und seiner Tochter Pamina alles, was er besitzt, bis auf jegliche Macht, die „dem weiblichen Geiste unbegreiflich“ sei. Zum neuen Machthaber erklärt er seinen Freund Sarastro, der die Macht annimmt und Pamina in sein ausschließlich Männern vorbehaltenes Reich entführt. Ist sie in den Händen eines bösen Sektenführers oder verbirgt sich hinter dem vermeintlichen Machtmonster ein philosophischer Utopist? Tamino, ein junger Prinz aus der Fremde, verirrt sich auf einer Reise in das Reich der trauernden Königin der Nacht, die sich mit einem Heer von Jungfrauen umgeben hat. Von ihren Frauen ausgespäht, bestimmt sie ihn zum Retter ihrer Tochter. Tamino verliebt sich in die Imagination Paminas und macht sich auf die fantastische Reise, sie zu befreien. Begleitet wird er von Papageno, einem einfachen Kerl, der sein Leben und die Menschen liebt. Drei Knaben weisen ihnen den Weg in Sarastros Reich. Bei Taminos scheiternden Versuch, die flüchtende Pamina zu befreien, verlieben sich beide ineinander, und es beginnt eine Zeit der Prüfungen auf Leben und Tod. Ein langer Weg zweier für die Liebe bestimmter Menschen, gemeinsam die Welt zu retten.

Musikalische Leitung: René Jacobs
Inszenierung: Torsten Fischer
Ausstattung: Herbert Schäfer und Vasilis Triantafilopoulos
Dramaturgie: Herbert Schäfer

In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Termine:

Sa, 23.9.2017, 19:00 |
Di, 26.9.2017, 19:00 |
Do, 28.9.2017, 19:00 |

Ottone, re di Germania

Dramma per musica in drei Akten (1723)

Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto von Niccolò Francesco Haym

Der deutsche König Ottone will durch seine Heirat mit Teofane, der Tochter des oströmischen Kaisers, seine Macht bis nach Rom erweitern. Gismonda, die Witwe des vertriebenen italienischen Königs, will hingegen ihrem Sohn Adalberto die Herrschaft mit einer List sichern: Sie stellt Teofane, die in ihren Bräutigam bislang nur per Bild verliebt ist, Adalberto als Ottone vor. Aus Machtgier, Intrigen und falsche Identitäten entstehen komplizierteste Verwicklungen, die Händel meisterhaft in Musik setzte. Ottone war derart populär, dass bald auf den Straßen Londons Melodien daraus gepfiffen und geträllert wurden. Eine der bekanntesten Anekdoten über Händel steht in direkter Verbindung zu Ottone: Die neue Primadonna Francesca Cuzzoni soll sich über die angebliche Dürftigkeit ihrer Auftrittsarie beschwert haben. Händel – überzeugt von der Qualität seiner Arbeit – packte sie daraufhin und drohte, sie aus dem Fenster zu werfen. Sie lenkte ein und begründete mit jener erst abgelehnten Arie „Falsa imagine“ ihren Ruhm als eine der ausdrucksvollsten Sängerinnen ihrer Zeit.

Musikalische Leitung: George Petrou

Konzertante Aufführung in italienischer Sprache

Termin:

So, 24.9.2017, 19:00 |

Portraitkonzert: Julian Henao Gonzalez

Julian Henao Gonzalez, Tenor
Marcin Koziel, Klavier


Die jungen Sängerinnen und Sänger können Sie nicht nur in den Opernproduktionen in der Kammeroper erleben, sie werden ebenfalls geeignete Partien in den „großen“ Opernproduktionen im Theater an der Wien übernehmen.
Um aber die musikalische Persönlichkeit der Künstlerinnen und Künstler genauer kennenzulernen und ihre Entwicklung verfolgen zu können, präsentieren sie sich in jeder Saison in einem individuellen Portraitkonzert.
Das Programm gestalten die Ensemble-Mitglieder jeweils selbst entsprechend ihres Entwicklungsstandes und ihrer persönlichen Vorlieben. Der Abend setzt sich aus einem Liedteil und einem Opernarienteil zusammen – darüber hinaus kann jede/r Musik aus seiner Heimat vorstellen. Die Internationalität des Ensembles ergibt eine spannende musikalische Reise durch die Welt. Begleitet werden die jungen Künstlerinnen und Künstler am Klavier.

Ort:

Wiener Kammeroper, Fleischmarkt 24, A-Wien

Termin:

Mo, 9.10.2017, 19:30 |

Giulio Cesare in Egitto

Dramma per musica in drei Akten (1724)

Ottavio Dantone, Musikalische Leitung
Accademia Bizzantina, Orchester


Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto von Niccolò Francesco Haym

Giulio Cesare hat seinen politischen Gegner Pompeo in Griechenland geschlagen und bis nach Ägypten verfolgt. Dort überreicht ihm der junge ägyptische Herrscher Tolomeo Pompeos Haupt als Gastgeschenk. Tolomeos Schwester Cleopatra indessen will den Thron für sich alleine und schmiedet Mordpläne. Es gelingt ihr, Giulio Cesare auf ihre Seite zu ziehen. Nach einem Attentat auf ihn lässt Tolomeo Cleopatra jedoch gefangen nehmen. Giulio Cesare befreit seine geliebte Cleopatra und krönt sie zur Königin Ägyptens. Sie will aber auch als Regentin dem Beherrscher Roms und ihres Herzens Untertan sein. Georg Friedrich Händel wurde 1719 zum Direktor der Royal Academy of Music ernannt, einem privaten Opernunternehmen englischer Adeliger. Um das Interesse des Publikums zu schüren, luden die Aktionäre zudem Giovanni Bononcini nach London ein, dessen eingängige Opern in ganz Europa Erfolg hatten. Händel wurde in diesem musikalischen Wettstreit vom königlichen Hof bevorzugt, der Italiener stand in der Gunst der Adeligen rund um den Herzog von Marlborough. Dass der Kampf zugunsten Händels ausging, ist auf den glänzenden Erfolg von Giulio Cesare in Egitto zurückzuführen, der zu seiner erfolgreichsten Oper avancierte.

Konzertante Aufführung in italienischer Sprache

Termin:

Mi, 18.10.2017, 19:00 |

Leonore 1805

Oper in drei Akten (1805)

René Jacobs, Musikalische Leitung
Freiburger Barockorchester, Orchester
ürcher Sing-Akademie (Ltg. Florian Helgath), Chor


Musik von Ludwig van Beethoven
Text von Joseph Sonnleithner nach Jean Nicolas Bouillys "Léonore ou l´amour conjugal"

Mit Beginn seines Dienstverhältnisses im Theater an der Wien ist Beethoven auch die Verpflichtung eingegangen, eine Oper für dieses Haus zu schreiben. Dazu übersetzte Joseph Sonnleithner das beliebte Libretto Léonore ou L'amour conjugal von Jean Nicolas Bouilly. Das Genre der Rettungsoder Befreiungsoper spiegelte den Wunsch nach Freiheit und Gerechtigkeit wider. Daher handelt auch Beethovens Fidelio vom politischen Häftling Florestan, der von seinem Widersacher, Gouverneur Don Pizarro, eingekerkert wurde. Florestans Gattin Leonore gewinnt, als Mann verkleidet unter dem Tarnnamen „Fidelio“, das Vertrauen des Kerkermeisters Rocco, in dessen Gefängnis sie ihren vermissten Gatten vermutet. In letzter Sekunde kann sie ihn aus dem Kerker retten. Die erste Fassung von Beethovens einziger Oper liegt dreiaktig vor und ist musikalisch und dramaturgisch noch nicht gänzlich ausgereift. Dass jedoch der Fidelio nur zwei Mal nach der Premiere gegeben wurde, lag vermutlich mehr am Publikum: eine Woche vor dem Uraufführungstermin am 20. November 1805 nahm Napoleon mit seinen Truppen Wien ein. Dementsprechend war die Stadt – und auch der Großteil des Publikums im Theater an der Wien – voll von französischen Soldaten, die auf ihrem Feldzug durch Europa vermutlich wenig Verständnis für den deutschen Text und die der Oper inne wohnende Befreiungs - botschaft hatten.

Konzertante Aufführung in deutscher Sprache

Termin:

Di, 24.10.2017, 19:00 |

Theater an der Wien

Linke Wienzeile 6
A 1060 Wien

Telefon: +43 (1) 588 30-1010, Kartentelefon / (+43/1) 58885
Fax: +43 (1) 588 30 991010
E-Mail: info@theater-wien.at

Öffnungszeiten Tageskasse Theater an der Wien:
Montag – Samstag, 10 – 18 Uhr