STAATSSCHAUSPIEL DRESDEN | Schauspielhaus
Don Carlos
Ein dramatisches Gedicht von Friedrich Schiller
Premiere am 27. März 2010 | Schauspielhaus
Oh, der Einfall war kindisch, aber göttlich schön!
In Schillers „Don Carlos“ geraten Vater und Sohn, Mann und Frau, Sohn und Mutter, Freund und Freund aneinander, durcheinander – verstrickt in ein Geflecht aus Politischem, Familiärem, Idealistischem und Egoistischem. Don Carlos’ Drama: Er liebt seine Stiefmutter, die einst seine Braut war, jetzt seines Vaters Frau ist. Das Drama des Vaters, Philipp II.: In seiner Allmacht ist er allein. Die ihn beraten, könnten ihn verraten, die ihn lieben, könnten ihn betrügen. Der König braucht dringend „einen Menschen“ und glaubt, ihn im Marquis Posa zu finden. Posas Drama: Er „kann nicht Fürstendiener sein“. Don Carlos’ bester Freund vertritt eine höhere Idee, die Idee von Freiheit und Gleichheit. Aber auch Eitelkeit, Ehrgeiz und Stolz sind ihm nicht fremd. Er ist es, der eine aufwändige Intrige inszeniert, an deren Ende der Idee der Freiheit zum Sieg verholfen werden soll. Stattdessen jedoch kostet sie ihn und Carlos das Leben.
Regie führt Roger Vontobel, dessen Arbeiten in den letzten Jahren u. a. am Hamburger Schauspielhaus, an den Münchner Kammerspielen und am Schauspiel Essen zu sehen waren.
Regie: Roger Vontobel
Bühne: Magda Willi
Kostüme: Dagmar Fabisch
Video: Immanuel Heidrich
Dramaturgie: Robert Koall
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Sa, 27.3.2010, 19:30 | Premiere
Mo, 5.4.2010, 19:30
Do, 8.4.2010, 19:30
Fr, 16.4.2010, 19:30
Mi, 28.4.2010, 19:30
Mi, 5.5.2010, 19:30
Sein oder Nichtsein
Komödie von Nick Whitby
nach dem Film „To Be or Not to Be“ von Ernst Lubitsch, Edwin Justus Mayer und Melchior Lengyel
Premiere am 29. April 2010 | Schauspielhaus
Warschau, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs: Eine Schauspielertruppe probt in Nazikostümen für die Politkomödie „Gestapo“, als die polnische Regierung die Aufführung verbieten lässt, um nicht mit dem Hitlerregime in Konflikt zu geraten. Um ein Stück für den Abend zu haben, wird „Hamlet“ gegeben – mit dem selbstverliebten Starschauspieler Josef Tura in der Titelrolle. Während des großen Hamletmonologs hat seine Ehefrau Maria in ihrer Garderobe ein Stelldichein mit dem attraktiven Fliegerleutnant Stanislaw Sobinsky. Kurz darauf bricht der Zweite Weltkrieg aus, und der Flieger warnt das Ensemble vor einem feindlichen Spion, der im Begriff sei, eine Liste mit den Namen der polnischen Widerstandskämpfer an die Nazis zu übergeben. Um dies zu verhindern, verwandelt sich das Theater in das Gestapo-Hauptquartier, und das Ensemble nimmt die Rollen der deutschen Besatzer an. Es beginnt eine wahnwitzige Komödie der Verstellung, in der alle Darsteller um ihr Leben spielen.
Berühmt geworden ist „Sein oder Nichtsein“ durch den grandiosen Film von 1942 in der Regie von Ernst Lubitsch. Den Theaterabend inszeniert Thomas Birkmeir, Künstlerischer Leiter am „Theater der Jugend“ in Wien. Er hat u. a. an der dortigen Staatsoper und am Schauspiel Hannover inszeniert und ist ein Spezialist für musikalische und komödiantische Stoffe.
Besetzung
Ahmad Mesgarha (Josef Tura), Anna-Katharina Muck (Maria Tura), Sascha Göpel (Stanislaw Sobinsky), Thomas Braungardt (Dowasz, Schauspieldirektor), Vera Irrgang (Anna, Garderobiere, Souffleuse, gute Seele), Günter Kurze (Bronski), Torsten Ranft (Grünberg), Holger Hübner (Professor Siletzky), Albrecht Goette (Gruppenführer Erhardt), Henner Momann (Sturmführer Schulz), N.N. (Wilhelm Kunze)
Regie: Thomas Birkmeir
Bühne: Jörg Kiefel
Kostüme: Irmgard Kersting
Musik: Klaus-David Erharter
Dramaturgie: Martin Heckmanns
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Di, 27.4.2010, 19:30 | Voraufführung
Do, 29.4.2010, 19:30 | Premiere
Mo, 3.5.2010, 19:30
Fr, 7.5.2010, 19:30
So, 30.5.2010, 16:00
Der goldne Topf
Ein Märchen aus der neuen Zeit nach der Novelle von E. T. A. Hoffmann
ins Kristall bald dein Fall
Am Himmelfahrtstag im biedermeierlichen Dresden stößt der junge Student Anselmus den Korb einer alten Apfelhändlerin um, und nichts ist mehr wie es einmal war. Er verliebt sich in die blauen Augen einer Schlange, die sich im Weiteren als die Tochter des seltsamen Archivars Lindhorst herausstellt, für den er Texte abschreiben muss. In diesen Texten erkennt Anselmus die Geschichte des Archivars, der eigentlich ein Salamander ist und aus der sagenhaften Welt Atlantis verbannt wurde. Um heimkehren zu dürfen, muss er seine Schlangentochter verheiraten. Dies will die Bürgerstochter Veronika verhindern, die sich eine gemeinsame Zukunft mit dem künftigen Hofrat Anselmus erhofft und zu diesem Zweck eine Hexe beauftragt, ihn zu verzaubern, damit er zu ihr zurückkehrt. Im Wechselspiel zwischen Alltag und Zauberhaftem gerät Anselmus in einen Zweikampf, den das Fantastische und die Poesie gegen eine ernüchternde Realität von damals und heute führen.
E. T. A. Hoffmann (1776 – 1822) war Schriftsteller, Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner, Theatermaler, Karikaturist und ist einer der wichtigsten Prosadichter der Romantik. Sein Werk ist gekennzeichnet vom Thema des Dualismus, den er variationsreich darstellt, beispielsweise als Gegensatz von fantasiereicher Kunst und bürgerlicher Normalität. Oftmals sind seine Texte in einer gebrochenen Perspektive geschrieben, die die Grenzen von Fiktion und Realität verwischt. Mit den sonderbaren Verfremdungen in seinen Kunstmärchen und Novellen bereicherte er dieses Genre. E. T. A. Hoffmann war von 1813 bis 1815 als Kapellmeister in Dresden angestellt.
Der Regisseur Sebastian Baumgarten wurde 1969 in Ostberlin geboren. Er studierte Opernregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin und war Assistent von Ruth Berghaus und Robert Wilson sowie Mitarbeiter von Einar Schleef. Seit 1992 arbeitet er sowohl als Schauspiel- als auch als Opernregisseur unter anderem in Berlin, Meiningen, Kassel, Kopenhagen, Frankfurt und Düsseldorf sowie an der Dresdner Semperoper. In der Spielzeit 2005.2006 inszenierte er Händels „Orest“ an der Komischen Oper Berlin. Für diese Interpretation wurde er zum Opernregisseur des Jahres gekürt. An der Semperoper Dresden brachte Baumgarten unter anderem Brittens „Peter Grimes“ (2007) auf die Bühne.
Regie: Sebastian Baumgarten
Bühne: Kathrin Frosch
Kostüme: Ellen Hofmann
Musik: Jörg Follert, Max Renne
Video: Stefan Bischoff
Dramaturgie: Jens Groß
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Do, 18.3.2010, 19:30
Fr, 26.3.2010, 19:30
Fr, 9.4.2010, 19:30
Mo, 12.4.2010, 19:30
So, 2.5.2010, 19:00
Des Teufels General
von Carl Zuckmayer
Harras hat sich seinen Traum vom Fliegen erfüllt. Er ist Pilot geworden. Doch jetzt ist Krieg, und Harras fliegt. Er macht seinen Job so gut, dass er zum Fliegergeneral befördert wird und sich erlauben kann, manchmal seine Meinung laut zu sagen. Von dieser Freiheit macht er gern Gebrauch, denn eigentlich ist Harras kein Freund des nationalsozialistischen Regimes – und dient ihm dennoch. Doch dann geschehen seltsame Flugzeugabstürze. Fieberhaft wird die Ursache gesucht, der Sicherheitsdienst ist eingeschaltet. Auch an jenem Abend, als gerade ein Fest zu Ehren von Oberst Eilers gefeiert werden soll, wird ein Absturz gemeldet. Und als Harras dann noch erfährt, dass sein Freund, Chefingenieur Oderbruch, Sabotage an den eigenen Maschinen betreibt, gerät der Traum vom Fliegen und die sorgsam gehütete Freiheit eigener Meinung aus den Fugen. Oderbruch nimmt den Tod deutscher Piloten in der festen Überzeugung in Kauf, dass das Ende der Hitler-Diktatur nur durch die Niederlage der Deutschen erreicht werden kann. Harras muss sich entscheiden: Widerstand oder sich anpassen, um zu überleben?
Der Autor Carl Zuckmayer ist heute vor allem bekannt durch sein Drehbuch für Sternbergs Film „Der blaue Engel“ (1929) und die Komödie „Der Hauptmann von Köpenick“ (1930). „Des Teufels General“, basierend auf dem Fall des Fliegers Ernst Udet, wurde 1946 in Zürich uraufgeführt und stellt bis heute die Frage nach der Verantwortung des Einzelnen in unmenschlichen Zeiten.
Burkhard C. Kosminski studierte Regie und Schauspiel in New York. Seit der Spielzeit 2006.2007 ist er Schauspieldirektor am Nationaltheater Mannheim und künstlerischer Leiter der Schillertage. Kosminski inszenierte u. a. an der Schaubühne Berlin, am Schauspiel Frankfurt, in Düsseldorf, Dortmund, New York und Los Angeles. Seine amerikanische Erstaufführung von Thomas Jonigks „Du sollst mir Enkel schenken“ wurde 1997 in Los Angeles als erfolgreichste Inszenierung der Westküste mit dem Drama Logue Award ausgezeichnet. Für seine Dortmunder Inszenierung „Das Fest“ nach dem Film von Thomas Vinterberg erhielt Burkhard C. Kosminski 2001 den Preis für die Beste Regie beim 20. NRW-Theatertreffen.
Regie: Burkhard C. Kosminski
Bühne: Florian Etti
Kostüme: Sabine Blickenstorfer
Musik: Hans Platzgumer
Musikalische Einstudierung: Dominik Schiefner
Dramaturgie: Karla Kochta
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Do, 11.3.2010, 19:30
Fr, 19.3.2010, 19:30
Mi, 24.3.2010, 19:30
Mo, 29.3.2010, 19:30
So, 11.4.2010, 19:00
Do, 15.4.2010, 19:30
Mi, 21.4.2010, 19:30
Sa, 1.5.2010, 19:30
Do, 20.5.2010, 19:30
Die Lobbyisten
Ein musikalischer Abend im Hotel von Franz Wittenbrink
Wir sitzen so fröhlich beisammen und haben einander so lieb.
Die Lobbyisten sind die Bewohner einer Hotel-Lobby, und dort leben sie schon sehr, sehr lange. Am Empfangstresen ruht sanft der Concierge, neue Gäste begrüßt dieses seltsame Hotel schon seit vergessenen Tagen nicht mehr; es ist still aus der Zeit gefallen, und da liegt es nun verträumt und versunken. Der Liftboy ist längst seiner Uniform entwachsen, neben ihm schaukelt müde das Schild mit der Aufschrift „Außer Betrieb“. Aus der Küche dringt kein Laut, nur ab und zu sieht man im Sichtfenster der Schwingtür das Gesicht des Kochs, der schaut, ob nicht doch ein Gast sich einmal verirre. Und die schräge kleine Schar der Dauergäste hat man längst zum lebenden Inventar ernannt.
So sitzen die Lobbyisten und trösten sich mit Musik. „Wir sitzen so fröhlich beisammen und haben einander so lieb“, singen sie, träumen von „Love in an elevator“ oder sind sich sicher: „Jetzt kommen die lustigen Tage“. Und dann geschieht tatsächlich etwas. Die Lobbyisten bekommen Besuch – und plötzlich ist alles ganz anders.
Regie und musikalische Leitung: Franz Wittenbrink
Kostüme: Nini von Selzam
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Sa, 13.3.2010, 19:30
So, 21.3.2010, 19:00
So, 28.3.2010, 16:00
So, 4.4.2010, 19:00
Sa, 10.4.2010, 19:30
Sa, 17.4.2010, 19:30
Do, 6.5.2010, 19:30
So, 6.6.2010, 19:00
Peer Gynt
von Henrik Ibsen in einer Bearbeitung von Nuran David Calis
Peer, du lügst!
Peer Gynt ist ein Träumer. Peer Gynt ist ein Lügner. Ein Angeber, ein Aufreißer, ein Schläger, ein Muttersöhnchen, ein Spinner, ein Charmeur. Einer, der den Hals nie vollkriegen kann und der Spaß haben will. Schon als Junge träumt Peer davon, Kaiser der Welt zu werden. Er wächst auf in einer sehr kleinen Welt, behütet durch die Liebe seiner Mutter Aase. Nach ihrem Tod macht Peer sich auf den Weg – weg von zu Hause, in die große Welt, um endlich ein anderer zu werden. Peer begegnet seiner großen Liebe Solveig, reist übers Meer und durch alle Länder. Aus dem bettelarmen Jungen wird der reiche und mächtige Mister Gynt, der für Geld alles tut. Peer Gynt hat viele Fehler und sucht das Glück, das macht ihn sehr menschlich. Er lebt nur für den Augenblick und flieht ständig ins nächste Abenteuer. Peer wird immer reicher und immer älter, aber nicht klüger. Ist er am Ende doch nur ein ganzes Leben lang vor sich selbst davongelaufen?
„Peer Gynt“ ist Märchen, Familientragödie und Gesellschaftssatire zugleich. 1867 verfasste der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen sein großes Versdrama, in dem er mit der eigenen Ruhmsucht und seiner norwegischen Heimat abrechnete. Nuran David Calis schreibt für seine Inszenierung am Staatsschauspiel Dresden eine eigene Fassung des Stoffes.
Regie: Nuran David Calis
Bühne: Irina Schicketanz
Kostüme: Marysol del Castillo
Video: Karnik Gregorian
Musik: Vivan Bhatti
Dramaturgie: Beret Evensen
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
So, 14.3.2010, 19:00
Di, 23.3.2010, 19:30
Mi, 7.4.2010, 19:30
Fr, 23.4.2010, 19:30
Die heilige Johanna der Schlachthöfe
von Bertolt Brecht
Die ganze Schacherei wird noch mal böse enden.
In den großen Schlachthöfen Chicagos gehen sich die Konkurrenten der Fleischproduktion gegenseitig an die Gurgel im Kampf um mehr Umsatz, mehr Geld und mehr Gewinn. Während die Fabriken ihre Tore schließen, die Arbeitslosen hungern und das System die ersten Opfer unter den Kapitalisten fordert, sucht die Heilsarmeesoldatin Johanna Dark nach dem Guten im Menschen. Gemeinsam mit anderen Angehörigen der „Schwarzen Strohhüte“ verteilt sie Gottes Wort und Suppe an die Wartenden auf den Schlachthöfen. Dabei trifft sie Chicagos Fleischkönig Pierpont Mauler. Fasziniert von Johannas Idealismus, verspricht Mauler, seine Fabrik wieder zu öffnen. Er will ihr beweisen, dass nicht die Fabrikanten, sondern die Arbeiter schlecht sind. Doch Johanna erkennt, dass diese Schlechtigkeit nur aus der Not kommt. Während Mauler Vieh kauft, den Markt austrocknet und die Preise in die Höhe treibt, versteht Johanna: „Dieses ganze System / Ist eine Schaukel mit zwei Enden, die voneinander / abhängen, und die oben / Sitzen oben nur, weil jene unten sitzen.“ Als moderne Jeanne d’Arc steigt sie in den Kampf der Arbeiter ein und gerät dabei in die Mühlen eines raffinierten Systems, das auch seine Kritiker als notwendige Rädchen zu vereinnahmen weiß.
Entstanden während der Weltwirtschaftskrise 1929 / 1930, wurde „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von den Nationalsozialisten verboten und erlebte erst 1959, drei Jahre nach Brechts Tod, in Hamburg seine Uraufführung. Die erste Aufführung in der DDR fand 1961 am Staatsschauspiel Dresden statt. 80 Jahre nach seiner Entstehung ist es plötzlich wieder ein Stück zur Zeit, wenn Finanzinstitute sich im Spiel mit Krediten verspekulieren, die Welt in eine globale Krise stürzen, die Öffentlichkeit zu Hilfe rufen und Finanzspritzen in absurder Höhe erhalten.
Tilmann Köhler, geboren 1979 in Weimar, inszenierte unter anderem „Hamlet“ und „Woyzeck“ am Maxim Gorki Theater Berlin und „Faust“ am Deutschen Nationaltheater Weimar. 2007 war er mit Bruckners „Krankheit der Jugend“ zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Neben einer kontinuierlichen Zusammenarbeit mit dem Autor Thomas Freyer realisiert er auch verschiedene Projekte in Campinas / Brasilien. Seit dieser Spielzeit ist Tilmann Köhler Hausregisseur am Staatsschauspiel Dresden.
Regie: Tilmann Köhler
Bühne: Karoly Risz
Kostüme: Susanne Uhl
Musik: Jörg-Martin Wagner
Dramaturgie: Felicitas Zürcher
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Mi, 17.3.2010, 19:30
Fr, 2.4.2010, 19:30
So, 18.4.2010, 16:00
Denn alle Lust will Ewigkeit
Ein Liederabend von Franz Wittenbrink
Drei Frauen, in der Blüte ihrer Jugend, verfolgen eine merkwürdige Neigung: Mit Liedern von Pergolesi bis Meredith Monk, von Bach und Schubert bis zu Kate Bush und Nina Hagen feiern sie den Tod als seltsam sinnenfrohes Fest, träumen und spielen ihn herbei: Denn alle Lust will Ewigkeit. So jung sie auch sind, wirken die drei befremdlichen Damen wie Wiedergängerinnen, die offenbar schon alles mitgemacht haben. Das Kompositionsprinzip des Abends beruht auf Parodie und Travestie, auf dem zündenden Zusammenprall von abgründigem Sentiment und leichtfertigem Witz, von verrutschten Opernklischees und hoher musikalischer Perfektion. Nun kommt der Liederabend nach Stationen in Hannover, Hamburg, München und bei den Salzburger Festspielen in einer neuen Inszenierung ins Schauspielhaus – als erste Produktion von Franz Wittenbrink in Dresden und als eine Art musikalischer Talisman, der unsere Arbeit nun schon seit einem Jahrzehnt begleitet.
Franz Wittenbrink erhielt eine Ausbildung in Gesang, Klavier, Violoncello, Orgel, Trompete, Tonsatz und Kontrapunkt. Als Komponist, Dirigent und Musikalischer Leiter war er am Nationaltheater Mannheim beschäftigt sowie am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Mitte der 90er Jahre entwickelte er ein eigenes Genre: den Wittenbrink-Liederabend. Es sind Musiktheater-Stücke für sangesfreudige Schauspielensembles, die eine musikalische Bandbreite von Mozart bis Hardrock abdecken. Es sind Abende in denen die Sänger / Schauspieler charakteristische Rollen haben und mit ihren Liedern Geschichten erzählen, die über das Gesungene hinausgehen.
Regie und musikalische Leitung: Franz Wittenbrink
Bühne: Jörg Kiefel
Kostüme: Irène Favre de Lucascaz
Dauer der Aufführung: 1 ½ Stunden, keine Pause
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Sa, 3.4.2010, 19:30
Romeo und Julia
von William Shakespeare | Deutsch von August Wilhelm Schlegel
Romeo und Julia sind Sprösslinge zweier aufs Blut verfeindeter Familien. In einer spannungsgeladenen und uneinsichtig kriegerischen Atmosphäre setzen sie ihre Liebe den familiären und gesellschaftlichen Zwängen entgegen – und ziehen am Ende den Selbstmord jedem Kompromiss vor. Der Tod verleiht ihrer idealistischen Liebe etwas Absolutes und bewirkt ein Umdenken in der Gesellschaft: Der unendliche Ruhm des Stückes basiert aber vor allem darauf, dass es beinahe jeder Generation seit 400 Jahren immer wieder gelungen ist, diese archetypische Geschichte für ihre jeweilige Zeit heutig, modern und wie neu zu erzählen. Beim jungen Regisseur Simon Solberg sind die verfeindeten Familien Angehörige von zwei konkurrierenden Firmen zwischen denen das Liebespaar aufgerieben wird. Eine wilde, unbändige Mischung aus spielerischem Spaß, menschlichen Konflikten, zeitgenössischer Coolness und einem berührenden klassischen Text des größten Theaterdichters aller Zeiten.
Simon Solberg absolvierte seine Schauspielausbildung an der Folkwang Hochschule in Essen bereits mit dem Ziel, Regisseur zu werden. Sein Regiedebüt gab er am Schauspiel Frankfurt, wo auch seine Inszenierung von „Don Quijote“ entstand, die beim Festival „Radikal jung“ in München den Kritikerpreis gewann. Von 2006 bis 2008 war er am Nationaltheater Mannheim Hausregisseur.
Regie: Simon Solberg
Kampfchoreografie: Simon Solberg
Bühne: Simeon Meier
Kostüme: Katja Strohschneider
Licht: Gunter Hegewald
Dramaturgie: Jens Groß
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Sa, 20.3.2010, 19:00
Mi, 31.3.2010, 19:30
Mi, 14.4.2010, 19:00
Fr, 16.4.2010, 19:30
Do, 22.4.2010, 19:30
Wilhelm Meisters Lehrjahre
von Johann Wolfgang von Goethe
Wilhelm Meister stürzt sich mit großer Lust und Neugier ins Leben, er schwankt und stolpert, erhebt sich wieder und macht sich erneut auf seinen Weg, ohne zu wissen, wohin dieser ihn führen wird. Im kindlichen Puppenspiel entdeckt er seine Leidenschaft fürs Theater, die ihn nicht mehr loslässt. Die Liebe zu einer Schauspielerin lässt ihn träumen von einer gemeinsamen Bühnenzukunft, bis er sich von ihr betrogen fühlt und aufbricht von zu Hause in die unbekannte Welt. Dem elterlichen Wunsch, dass er Kaufmann werden möge, kann er nicht Folge leisten, weil er sich verführen lässt von den Spielen des Lebens und so verläuft seine Suche nach einer Bestimmung unstet zwischen Spiel und Ernst,
zwischen Bühne und Leben.
Vom Puppenspiel über Stegreifkomödien und Gaukelei bis hin zu einer Aufführung des Hamlet und dem Traum von einem Nationaltheater ist Wilhelm Meisters Weg auch ein Weg durch die Geschichte des Theaters und dessen Möglichkeiten und Spielweisen.
Ein gemischtes Ensemble aus Schauspielern, Puppen und Musikern wird diese Vielfalt der Spielmöglichkeiten auf die Bühne des Schauspielhauses bringen.
Die Regisseurin Friederike Heller inszenierte unter anderem am Staatstheater Stuttgart, Schauspiel Frankfurt, am Thalia Theater Hamburg und am Wiener Burgtheater. Sie verantwortete mehrere Uraufführungen von Peter Handke und gilt als Spezialistin für die Dramatisierung von Romanstoffen (u. a. von Houellebecq und Thomas Mann) und führt diese Reihe nun in Dresden mit Goethes großem Bildungs- und Entwicklungsroman fort. Die Musik wird komponiert und live gespielt von der Hamburger Band Kante.
Regie: Friederike Heller
Bühne und Kostüme: Sabine Kohlstedt
Musik: Kante
Dramaturgie: Martin Heckmanns, Robert Koall
Dauer der Aufführung: 2 ¾ Stunden, Pause nach 1 ¾ Stunden
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Do, 1.4.2010, 20:00
Sa, 8.5.2010, 19:30
Zukunft für immer
Ein Theaterprolog für drei Schauspielerinnen
von Martin Heckmanns
Wir eröffnen die Spielzeit mit einem Theaterprolog dreier Schauspielerinnen des Ensembles. Vera Irrgang, Regina Jeske und Helga Werner sind seit fast 40 Jahren am Staatsschauspiel und blicken zurück auf eine reiche und wechselvolle Geschichte an diesem Haus. Die großen Frauenrollen der Dramenliteratur wurden von ihnen verkörpert und sie haben das Theater dieser Stadt wesentlich geprägt. Mit diesen drei Schauspielerinnen hat unser Dramaturg und Hausautor Martin Heckmanns über ihre Erfahrungen am Theater und in der Stadt gesprochen, über politische Umwälzungen und persönliche Erlebnisse und aus diesen Ges rächen einen Bühnentext entwickelt. Darin vergegenwärtigen drei Darstellerinnen ihr Leben und ihre Rollen, erklären und verklären vergangene Bühnenerlebnisse und steigen noch einmal ein in wichtige Szenen ihrer Vergangenheit. Dabei geht es um die Lust am Spiel, um Wahrheit auf der Bühne und um ein Leben für das und auf dem Theater. Persönliche Erinnerungen und dramatische Situationen mischen sich bei der Suche nach einer Antwort auf die Fragen, wer wir sind, wenn wir spielen und wo wir sind, wenn wir uns mitten im Leben meinen.
Die Regisseurin Simone Blattner hat zuletzt vor allem am Schauspiel Frankfurt und am Thalia Theater in Hamburg gearbeitet. Schon vor einigen Jahren hat sie eine Uraufführung von Martin Heckmanns auf die Bühne gebracht: „Schieß doch, Kaufhaus!“ im Theater in der Fabrik. Simone Blattner ist bekannt geworden für ihre stark rhythmisierten, witzigen und sprachlich genauen Arbeiten und wird auch diesen Abend zu einer Choreografie aus Stimmen und Körpern gestalten – an den Übergängen zwischen Spiel und Ernst und Ironie.
Regie: Simone Blattner
Bühne: Alain Rappaport
Kostüme: Dagmar Fabisch
Dramaturgie: Felicitas Zürcher
Dauer der Aufführung: 1 Stunde, keine Pause
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Do, 1.4.2010, 18:00
Fr, 9.4.2010, 18:00
Staatsschauspiel Dresden
Schauspielhaus
Theaterstraße 2
D-01067 Dresden
E-Mail:
tickets@staatsschauspiel-dresden.de
Vorverkaufskasse im Schauspielhaus:
montags bis freitags von 10:00 bis 18.30 Uhr
samstags von 10:00 bis 14:00 Uhr
Gebührenfreier Kartenservice Telefon: 0800 . 4913 – 500 (Mo bis Fr 10:00 – 18:30 Uhr)
Telefonischer Kartenverkauf Telefon: 0351 . 4913 – 555
Gruppenreservierungen Telefon: 0351 . 4913 – 567