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Schauspielhaus

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Schauspielhaus
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2
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Mo bis Fr 14.00–18.30 Uhr
Tel: 03 51.49 13–555
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Bewertungen & Erfahrungsberichte Schauspielhaus

Theater

Schuld und Sühne

nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski

Premiere: 31. Mai 2019

„So paradox es klingen mag, ich muss behaupten, dass das Schuldbewusstsein früher da war als das Vergehen, dass es nicht aus diesem hervorging, sondern umgekehrt das Vergehen aus dem Schuldbewusstsein.“ (Sigmund Freud)

Sigmund Freud analysierte Verbrecher aus Schuldbewusstsein, die kriminelle Handlungen begingen, eben weil sie verboten waren. Bei Rodion Raskolnikow, verarmter Student und Held von Dostojewskis großem Roman, kommt hinzu, dass er sich eine philosophische Theorie zusammengebaut hat, nach der er die Menschen in ‚gewöhnliche‘ und ‚ungewöhnliche‘ einteilt. Letztere hätten das Recht, die ersteren als Material für ihre Ideen und Vorhaben zu behandeln und zu benutzen und eben auch das Recht zu töten. Den Ideen der ‚großen‘ Menschen ist alles unterzuordnen, da nur sie in der Lage seien, etwas Neues zu schaffen. Raskolnikow testet seine Theorie im realen Leben, er ermordet eine Pfandleiherin und als ‚Kollateralschaden‘ auch noch ihre Schwester. Der Mord steht am Beginn des Romans, der dann die schrittweise Aufklärung der Motive, der Ängste und der Irrungen Raskolnikows als spannenden Krimi erzählt. SCHULD UND SÜHNE bietet meisterhaft komponierte Spannung, es ist aber vor allem einer der großen Ideenromane Dostojewskis: Die nihilistische Philosophie Raskolnikows verweist auf menschliche Abgründe und Denkmuster, die immer wieder den dünnen Mantel humanistischer Zivilisation durchstoßen.

Regie und Bühne: Sebastian Hartmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Musik: Samuel Wiese
Lichtdesign: Lothar Baumgarte
Licht: Peter Lorenz
Dramaturgie: Jörg Bochow

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Theater

Kasimir und Karoline

von Ödön von Horváth

Die Konjunktur liegt am Boden. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Doch was ist der Mensch ohne Arbeit? Wie sollen sich Sehnsüchte und Träume verwirklichen lassen, wenn sich jedes Gefühl den Gesetzen der Ökonomie unterwerfen und genauestens kalkuliert werden muss? In Horváths Volksstück KASIMIR UND KAROLINE sind alle überfordert. Dabei wollte Karoline doch nur ein wenig Spaß haben und sich auf dem Rummel amüsieren. Doch ihrem Freund Kasimir ist nicht nach Feiern zumute. Er hat seine Stelle verloren. Dass Karoline sich gleich nach etwas Besserem umsieht, macht die Sache nur noch schlimmer: Wütend tigert er zwischen Karoline und Kleinkriminalität umher. Er will mehr vom Leben und weiß doch, er wird es nicht bekommen. Frust macht sich breit inmitten von Verrat und Isolation, der gern mal in Gewalt mündet: Kasimir – der Prototyp eines Wutbürgers?
In Horváths sozialkritischem Drama von 1932, das die Endphase der Weimarer Republik beschreibt und sich zwischen Weltwirtschaftskrise und Kapitalismuskritik bewegt, sind Sätze wie „Die Staaten müssen wieder radikal national werden“ Einfallstore für die Aktualität des Stoffes, ihre Bezüge zum Hier und Jetzt liegen auf der Hand.

Regie: Nora Schlocker
Bühne: Jessica Rockstroh
Kostüme: Caroline Rössle Harper
Musik: Marcel Blatti
Licht: Jürgen Borsdorf
Dramaturgie: Julia Weinreich

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Theater

Erniedrigte und Beleidigte

nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski

„ … aber was soll ich tun, wenn ich bestimmt weiß, dass die Grundlage aller menschlichen Tugenden der größte Egoismus bildet.“

Dostojewski lässt in seinem Roman, erschienen 1861, den fiktiven Autor Iwan Petrowitsch auf den Zyniker Fürst Walkowski treffen, dem es Vergnügen bereitet, alles Gerede über Altruismus und selbstaufopfernde Liebe als bloße Illusion zu verspotten. Beide begegnen sich eines Abends im von Dostojewski als düsterer Großstadtmoloch geschilderten Petersburg. Walkowski hat seinen Sohn, den willensschwachen, kindlichen Aljoscha, bei seinem Verwalter und dessen Familie, den Ichmenews, untergebracht, bei denen auch der junge Dichter aufwuchs. Die Tochter der Ichmenews, Natascha, verliebt sich und verlässt mit Aljoscha die Familie. Walkowski verklagt seinen Verwalter und bezichtigt ihn der Intrige. In rasanter Folge gehen die Liebesverwirrungen sowie deren skrupellose Instrumentalisierung und der soziale Abstieg ganzer Familien ineinander über. Despotisch ist nicht nur der Fürst, sondern alle Figuren sind von ihrem verletzten Selbst und der Sucht nach Genugtuung getrieben. Hinter den großen Emotionen aber geht es schlicht um Vermögensanteile: „Das Leben ist ein Handelsgeschäft; werfen sie ihr Geld nicht umsonst weg“, rät Walkowski dem mittellosen Dichter.

Regie und Bühne: Sebastian Hartmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Chorleitung: Christine Groß
Bild/Installation: Tilo Baumgärtel
Lichtdesign: Lothar Baumgarte
Licht: Peter Lorenz
Dramaturgie: Jörg Bochow

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Theater

Das große Heft

von Ágota Kristóf

in einer Fassung von Ulrich Rasche und Alexander Weise

Sie sind Zwillinge. Sie kommen aus der großen Stadt, die bombardiert wird. Jetzt sollen sie bei der Großmutter bis zum Ende des Krieges bleiben.
Einer verrohten Welt im Krieg begegnen die Zwillinge mit Härte. Fernab von der Schule bringen sie sich selbst bei, was sie fürs Überleben brauchen: Sie härten ihre Körper mit Schlägen ab, den Geist mit Schimpfworten – in beiden Fällen mit dem Ziel unempfindlich alles auszuhalten, nicht zu weinen, psychische wie physische Schmerzen nicht mehr wahrzunehmen. Sie betteln, hungern, schlachten, stehlen, töten, stellen sich taub, blind, üben sich in Bewegungslosigkeit. Sie beobachten ihre Umwelt, machen sich Schwachstellen zunutze und setzen an andere Stelle ihr Wissen mit Kalkül ein. Sie passen sich dieser vom Krieg geprägten Gesellschaft auf ihre Art an, lernen sich zu wehren und entwickeln ihre ganz eigenen Moralvorstellungen. Das Bild einer wohlbehüteten Kindheit lassen sie dabei weit hinter sich und werden zu erbarmungslosen jungen Erwachsenen, die über Leichen gehen. Ihre gewonnen Erkenntnisse und Wahrheiten tragen sie in das Große Heft ein. So entsteht eine Aufsatzsammlung, die die Übungen und Entwicklung der Zwillinge in schonungslosen kurzen Sätzen ohne Schnörkel oder Gefühlsduselei dokumentiert.

Ágota Kristóf schildert in ihrem 1987 erschienenen Debutroman die Lebensgeschichte zweier Brüder, bei der Realität, Fiktion und Lüge nah beieinander liegen. Der Roman DAS GROSSE HEFT wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und zum Livre Européen gekürt.

Regie und Bühne: Ulrich Rasche
Bühnenbildmitarbeit: Sabine Mäder
Kostüme: Romy Springsguth
Chorleitung: Alexander Weise, Toni Jessen
Komposition: Monika Roscher

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Konzert

Geächtet

von Ayad Akhtar

Deutsche Fassung Barbara Christ

AMIR Der Islam kommt aus der Wüste. Von Menschen, die streng ge-dacht und streng gelebt haben. Für die das Leben etwas Hartes, Erbarmungsloses war. Etwas, das man erleiden muss … Juden haben anders auf diese Situation reagiert. Sie haben immer und immer und immer wieder drüber diskutiert … Ich meine, schau in den Talmud. Sie betrachten die Dinge aus hundert verschiedenen Blickwinkeln, wollen alles relativieren, leichter machen, lebbarer … Was sie auch tun – Muslime machen es anders. Muslime denken nicht darüber nach. Sie unterwerfen sich. Genau das bedeutet übrigens Islam. Unterwerfung.

Dem aufstrebenden New Yorker Anwalt Amir Kapoor könnte es nicht besser gehen: Demnächst soll er zum Partner der jüdischen Kanzlei werden, in der er arbeitet, er ist verheiratet mit der erfolgreichen und gut­aussehenden Künstlerin Emily, und von seinen pakistanischen Wurzeln hat er sich so vollkommen distanziert, dass er ein Vorbild an Integration darstellt. Doch als Emilys Galerist Isaac und Amirs Kollegin Jory zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen werden, zeigt die glänzende Fassade mit zunehmendem Alkoholkonsum schnell ihre Risse. Unterdrückte Vorurteile und rassistische Klischees werden auf den Tisch gepackt, Anschuldigungen erhoben und Affären aufgedeckt. Religiöse Konflikte und karrieristische Bestrebungen wechseln sich rasant mit persönlichen Verletzungen und Eifersucht ab, bis die unterschwelligen Bilder, die man sich vom anderen gemacht hat, plötzlich Wirklichkeit werden.

Ayad Akhtars Erfolgskomödie GEÄCHTET wurde 2013 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, 2016 von der Fachzeitschrift Theater heute zum besten ausländischen Stück gewählt und erhielt 2017 den Nestroy-Preis. Wie unter einem Brennglas lässt Akhtar in einer Gruppe wohl­situierter und bestens angekommener Bürger die schwelenden Konflikte um religiöse Ignoranz, falsch verstandene Assimilation, ethnische Vorurteile und alltäglichen Rassismus Feuer fangen, bis die Katastrophe unausweichlich ist.

Regie: Nicolai Sykosch
Bühne und Kostüme: Stephan Prattes
Licht: Jürgen Borsdorf
Dramaturgie: Jörg Bochow, Katrin Schmitz

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Familienprogramm

Sophie im Schloss des Zauberers

nach dem Roman von Diana Wynne Jones

in einer Fassung von Katrin Breschke und Mina Salehpour

Sophie sucht das Glück, aber sie ist die älteste dreier Schwestern und im Lande Ingari wissen alle, dass das älteste Kind am schnellsten und schlimmsten versagen wird. Und so tappt Sophie in ein Fettnäpfchen nach dem anderen. Und dann wird sie von der Hexe der Wüste auch noch in eine alte Frau verwandelt! Sophie entschließt sich, ihr zu Hause zu verlassen und im fliegenden Schloss des Zauberers Howl als Gehilfin anzuheuern. Hier putzt sie, bereitet das Essen zu und steckt neugierig ihre Nase in Dinge, die sie nichts angehen. Sie muss den Feuerdämon Calcifer bei Laune halten, dem Lehrling Michael bei seinen Zaubereien helfen und Howl daran hindern, ihrer Schwester das Herz zu brechen. Denn dafür ist Howl bekannt und gefürchtet: Mädchen das Herz zu brechen. Und dann ist da noch ein vermisster Hexenmeister, ein verlorener Prinz und eine wilde Vogelscheuche – nicht zu vergessen, dass Sophie von ihrem Alterszauber befreit werden muss. Eine Menge an zu lösenden Geheimnissen, Abenteuern und Heldentaten warten auf Sophie, Howl und Michael. Abenteuer, die Sophies Selbstbewusstsein stärken, sie wachsen lassen und ihr vor allem zeigen, dass sie zwar die älteste Schwester, aber auf gar keinen Fall eine Versagerin ist.
Der jetzt für die Bühne adaptierte Roman der englischen Autorin Diana Wynne Jones diente auch als Vorlage für den Animationsfilm DAS WANDELNDE SCHLOSS von Hayao Miyazakio.

Regie: Mina Salehpour
Bühne: Andrea Wagner
Kostüme: Maria Anderski
Musik: Sandro Tajouri
Dramaturgie: Katrin Breschke
Licht: Andreas Barkleit

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Aufführung

Circus Sarrasani. The Greatest Show on Earth

ein Abend von und mit Rainald Grebe

Jahrelang gab es für viele nichts Aufregenderes als einen Zirkusbesuch. Menschen aller Stände, Klassen und Schichten strömten auf der Suche nach dem wohligen Schauer hinter sicheren Gittern, dem atemlosen Staunen über waghalsige Salti und der hemmungslosen Heiterkeit der Clowns in das Rund der Arena. Keiner, der je dort war, konnte den Geruch von Sägespänen, Tieren, Schweiß und Popcorn vergessen; keiner die Erwartung, gerade heute den ungeheuerlichsten Attraktionen aus den entlegensten Orten der Welt zu begegnen. Live, handgemacht, ohne Netz und doppelten Boden!
Zu jenen magischen Orten der Unterhaltung gehörte der Circus Sarrasani. Um 1900 von Ernst Stosch-Sarrasani in Dresden gegründet, war er bald einer der größten und elegantesten in Europa. Kurz vor dem 1. Weltkrieg wurde in der Dresdner Neustadt ein festes Zirkusgebäude errichtet, das „Theater der 5000“. Heute scheint die Zeit des Zirkus zu Ende, nicht nur in Dresden. Die Gründe sind vielfältig. Der Zirkus war Weltausstellung, Völkerschau, Panoptikum und Jahrmarkt. Doch nie galt er als Kunstform, nie erfuhr er staatliche Förderung, immer stak er mittendrin in der Marktwirtschaft. Ein internationales Ding. Ein Riesenunternehmen. Ein Übertreibungsapparat. – Rainald Grebe macht sich auf die Suche nach Sarrasani, nach dem verlorenen Zirkus, auf die Suche nach Artisten und Raubtieren, nach U und E. Manege frei für ein Stück Dresden.

Regie: Rainald Grebe
Bühne: Janna Skroblin
Kostüme: Ira Hausmann
Musik: Jens-Karsten Stoll
Licht: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Kerstin Behrens

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Theater

Eine Straße in Moskau

nach dem Roman von Michail Ossorgin

aus dem Russischen von Ursula Keller
in einer Spielfassung von Sebastian Baumgarten und Jörg Bochow

Im Zentrum von Michail Ossorgins Roman steht die Familie eines Ornithologen und das Haus, das sie bewohnt in der Straße Siwzew Wrashek – in der Nähe des berühmten Moskauer Arbat. Dieses Haus und seine Bewohner, zu denen neben den Wissenschaftlern, Künstlern und Angestellten auch die Tiere gehören, bilden einen Mikrokosmos, in dem sich das Weltgeschehen spiegelt. Die Handlung setzt kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs ein und erstreckt sich bis ins Jahr 1920. Tage und Jahre, die bis heute die Weltgeschichte prägen. 1914 kulminierten hundert Jahre Industrialisierung und Globalisierung im ersten industriell geführten Massenmord des Weltkriegs. Aus ihm entsprang die Revolution von 1917. Ossorgin war selbst beteiligt an der Revolution von 1905, 1922 wird er zusammen mit vielen Intellektuellen verbannt und gelangt auf dem sogenannten Philosophenschiff nach Westeuropa. Trotzdem sieht Ossorgin in den Wirren der Revolution eine Übergangsphase, und so zeigt er die Helden seines Romans im Versuch, in dieser Umbruchszeit zu überleben und eine neue Rolle zu finden. Ossorgin schildert das Geschehen aus vielfältigen Perspektiven: aus der Tanjas, der 17-jährigen Enkelin des ‚Vogelprofessors‘, aus der des Kriegsinvaliden Stolnikow, aus der des verhafteten Philosophen Astafjew, aus der der Tiere sowie aus der der Sonne, die das menschliche Streben begleitet. EINE STRASSE IN MOSKAU war 2015, als man den Roman wiederentdeckte, eine literarische Sensation, die vor allem durch ihre poetische Sprache, die an die Ästhetik Michail Bulgakows heranreicht, beeindruckt.

Regie: Sebastian Baumgarten
Bühne und Kostüme: Christina Schmitt
Musik: Stefan Schneider
Film / Video: Philipp Haupt
Licht: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Jörg Bochow

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Theater

Tod eines Handlungsreisenden

von Arthur Miller

TOD EINES HANDLUNGSREISENDEN ist das bekannteste Drama von Arthur Miller. Nach der Uraufführung 1949 bekam er im selben Jahr dafür den Pulitzer Preis und erlebte seinen Durchbruch als Schriftsteller.
Im Zentrum von Millers Drama steht Willy Loman. Er definiert sich über die Arbeit, über die Erfolge und den Umsatz, den er als Geschäftsmann erzielt. Jetzt – mit über 60 – will er es langsam ruhiger angehen lassen, nicht mehr so viel geschäftlich übers Land fahren. Aber die Bitte bei seinem Chef, eine Stelle vor Ort antreten zu können, wird nicht nur abgelehnt, er wird ganz gekündigt. Von jetzt auf gleich gehört er zum alten Eisen und wird aussortiert. Eine junge Generation steht schon vor der Tür, mit neuen Ideen, mehr Elan und größeren Chancen.
Auf die junge Generation, in Gestalt seiner Söhne Biff und Happy, setzt nun auch Willy Loman. Denn seine Söhne sind tolle Männer, haben Erfolg, sind angesehen, machen Karriere und werden ihn im Alter unterstützen.
Willys ältester Sohn Biff aber sieht das anders. Er zerbricht an den Forderungen einer Gesellschaft, in der man immer schneller sein muss, mit den Ellenbogen einen Konkurrenzkampf nach dem anderen führt und nur Besitz, Status und Geld zählen. Und er hält seinem Vater den Spiegel vor, fragt, ob dieser wirklich so erfolgreich war oder ob sein Leben nicht eine einzige Lüge sei.
Willy Lomann lebt mehr in einer Scheinwelt als in der Realität und verliert dadurch sowohl seine Familie als auch sein Leben.
Arthur Miller schreibt das Drama im Alter von 34 Jahren und blickt aus der Perspektive der Söhne auf eine Vätergeneration, die sich in den Versprechungen des Kapitalismus verloren hat.

Regie: Michael Talke
Bühne: Barbara Steiner
Kostüme: Tabea Braun
Musik: Johannes Mittl
Licht: Peter Lorenz
Dramaturgie: Katrin Breschke

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Theater

Kabale und Liebe

von Friedrich Schiller

Friedrich Schiller hatte sein bürgerliches Trauerspiel ursprünglich nach seiner Titelheldin LUISE MILLERIN benannt. Seit über 230 Jahren gerät diese junge Frau im Ringen um ihre Liebe in den Strudel von Lügen, Misstrauen und Intrigen und scheitert immer wieder. Dabei könnte alles so schön sein: Ferdinand liebt Luise, Luise liebt Ferdinand, und beide haben sie sich ewige Treue geschworen. Doch Luise ist eine junge Musikertochter und Ferdinand Präsidentensohn. Unter dem strengen Diktat der hierarchisch strukturierten Gesellschaft ist diese Liebe ein Politikum und deshalb kein Happy End möglich. Zwar erheben die beiden Liebenden ihre Stimme gegen die Fürstenwillkür, gegen die Zwänge der herrschenden Ständegesellschaft und das Mätressenwesen. Dennoch endet ihre Liebe tödlich.
KABALE UND LIEBE von Schiller ist weit mehr als eine mitreißende Lovestory. Schiller lässt hier Einflüsse aus Shakespeares ROMEO UND JULIA und Lessings EMILIA GALOTTI zu einem Politthriller mit tödlichem Ausgang verschmelzen. Die Forderung der Jugend nach Freiheit gegenüber dem verkrusteten Establishment führt das Liebespaar direkt in die Katastrophe.
Der junge georgische Regisseur und Dramatiker Data Tavadze, der seit 2008 das Royal District Theatre in Tbilisi, Georgien, leitet und Preisträger des Fast Forward – Europäisches Festival für junge Regie 2016 ist, wird im Zuge dieser Auszeichnung den deutschen Klassiker KABALE UND LIEBE am Staatsschauspiel Dresden inszenieren. Tavadze, dessen Inszenierung PROMETHEUS/25 YEARS OF INDEPENDENCE im Juni 2018 das Festival Radar Ost am Deutschen Theater Berlin eröffnete, war zuletzt mit seiner Arbeit AFTER PARTY/AFTER LIFE im Rahmen des Geschichtsfestivals War or Peace am Maxim Gorki Theater Berlin zu sehen.

Regie: Data Tavadze
Bühne: Thilo Reuther
Kostüme: Irène Favre de Lucascaz
Musik: Nika Pasuri
Licht: Peter Lorenz
Dramaturgie: Julia Weinreich

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Theater

Ein Sommernachtstraum

von William Shakespeare

Eine Handwerkertruppe soll zu Theseus’ Hochzeit in Athen ein Schauspiel aufführen, doch die nächtlichen Proben im Wald vor der Stadt scheitern kläglich. Der Streit zwischen Elfenkönigin Titania und ihrem Gatten Oberon führt zu einem Liebeschaos, das alle Umherirrenden ergreift: Handwerker Zettel wird in einen von Titania geliebten Esel verwandelt, Pucks Zauber narrt zwei geflüchtete Athener Liebespaare und lässt sie im Sekundentakt die Partner wechseln, die heimelige Waldwelt wird zum tosenden Strudel verborgener Wünsche, zum Wahn aus Leidenschaft, Schmähung, Begehren und Scham. Erst knapp vor dem Morgengrauen lässt Oberon die traumtrunkenen Athener zurück in die Stadt. Wie soll man angesichts dieses Spektakels ein Schauspiel proben und aufführen können? Und war die Traumnacht selbst nicht ein großes, zauberreiches Schauspiel, doch aufgeführt von wem, für wen und wozu?

EIN SOMMERNACHTSTRAUM gilt als erster Höhepunkt in William Shakespeares Komödienschaffen. Geschrieben anlässlich einer Hochzeit von Adligen präsentiert der Autor die Höhenflüge der ewigen Liebe ebenso wie ihre Schattenseiten, der keine Art von Eifersucht, Manipulation und Macht fremd sind. Virtuos jagt er seine Figuren durch Traum, Wachheit und Wahn, spielt mit der Fantasie der Figuren ebenso wie mit der des Publikums. Die Banalität der magischen Verstrickungen wechselt sich unablässig mit dem Zauber des Menschlichen ab. Der Wunsch wird zum Alptraum und das Schauspiel zur Wirklichkeit, in einem Wort: „Bombastisch, jubelnd, es wird lustig werden.“

Regie: Friederike Heller
Bühne und Kostüme: Sabine Kohlstedt
Musik: Peter Thiessen
Dramaturgie: Katrin Schmitz
Licht: Peter Lorenz

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Theater

Der Untertan

nach dem Roman von Heinrich Mann

in einer Spielfassung von Jan-Christoph Gockel und Julia Weinreich

Der ‚Untertan‘ ist Diederich Heßling – „ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt.“ Er misstraut dem Vater und verehrt ihn doch. Die Macht der Schule ist ihm zuwider, den strengen Einsatz des Rohrstocks lobt er trotzdem. Heßling ist einer, der nach oben buckelt und nach unten tritt.
In einer bitteren Satire analysierte Heinrich Mann visionär die nationalistische Politik und deutsche Mentalität der Vorkriegszeit und zeichnet eine Gesellschaft und ihre Protagonisten, die sich immer willenloser von den Strömungen des Zeitgeistes treiben lassen. Sie huldigen einem falschen Patriotismus und sind rücksichtslos auf ihre kleinen Vorteile bedacht. Die herrschende Moral ist doppelbödig. Eine Moral, die sich allein nach dem persönlichen Nutzen ausrechnet – mal kommt eine Brise Antisemitismus gelegen, mal die Angst vor dem Sozialismus. Frauen sind begehrenswert, wenn sie reiche Erbinnen sind oder sich in jenen Tabuzonen bewegen, die nicht zum Bereich der Öffentlichkeit gehören. Kurt Tucholsky rühmte den Roman als „Enthüllung des deutschen Seelenzustandes“ und als „Anatomie-Atlas“ des Wilhelminischen Kaiserreichs. – Heute sind die Fürsten lange fort. Und der deutsche Untertan? Gibt es ihn noch?

Regie: Jan-Christoph Gockel
Bühne: Julia Kurzweg
Kostüme: Sophie Du Vinage
Puppenbauer: Michael Pietsch
Musik: Anton Berman
Licht: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Julia Weinreich

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Theater

Der gute Mensch von Sezuan

von Bertolt Brecht, Version 1943

mit Musik von Paul Dessau

Die Götter sind beunruhigt. Von der Erde erreicht sie die Nachricht, dass es auf dieser keine guten Menschen gibt: Sind da womöglich bei der Schöpfung eklatante Fehler gemacht worden? Anlass genug jedenfalls für die Götter, sich selbst ein Bild zu machen. In Sezuan treffen sie auf die mittellose Prostituierte Shen Te, die ihnen als Einzige Obdach gewährt. Die gute Tat bleibt nicht unbelohnt: Vom göttlichen Mikrokredit kauft sie sich einen Tabakladen. Ihre Gastfreundschaft und ihr bescheidener Wohlstand werden jedoch von ihrer Kundschaft schamlos ausgenutzt. Unglücklich über die Ausbeutung, die ihr widerfährt, weiß sich Shen Te nicht anders zu helfen und erfindet den skrupellosen Vetter Shui Ta als kapitalistisches Alter Ego. Bald schon prosperiert der kleine Tabakladen und wird zum ausbeuterischen Tabakimperium. Für Shen Te jedoch beginnt ein Hürdenlauf: Ist es möglich, gut zu sein und doch zu leben? Wie kann ein Mensch im Angesicht von Armut, Konkurrenz und Unterdrückung dennoch das Gute bewahren? Brecht selbst verweigert in seiner Fabel über das Gute im Menschen jede Antwort: „Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss! Es muss ein guter da sein, muss, muss, muss.“

Regie: Nora Schlocker
Bühne: Jessica Rockstroh
Kostüme: Caroline Rössle Harper
Musik: Benedikt Wolfgang Schiefer
Chorleitung: Anne Horenburg
Licht: Jürgen Borsdorf
Dramaturgie: Julia Weinreich

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Theater

Maria Stuart

von Friedrich Schiller

Gericht und Parlament haben getagt, die Urteile sind gesprochen. Elisabeth, Königin von England, zögert. Bei ihr allein liegt die Entscheidung über Leben und Sterben der Stuart. Doch sie zaudert, hin- und hergerissen zwischen Staatsinteressen, Verwandtschaftsgefühlen, uralten Königsmörderängsten, Herzenshass auf die Rivalin und ein paar ungewohnten Gewissensbissen. Ihre Berater streiten. Baron Burleigh, dem die Staatsräson wie eine zweite Haut über den Leib gewachsen ist, drängt: Tod der Frau, Tod den Katholiken und Franzosen. Graf Leicester, überzeugt, Elisabeth wie Maria ein fester Halt im Staat und als Liebhaber sein zu können, schwankt zwischen den Parteien. Und ausgerechnet Talbot, der für England jahrelang über Maria wachte, rät zur Gnade.
Die schöne Stuart, Maria, Königin von Frankreich und Schottland, hat die Titel längst verwirkt. Ihr Anspruch auf den englischen Thron jedoch besteht fort und macht ihre Flucht aus den schottischen Revolten in den Gewahrsam ihrer protestantischen Großtante Elisabeth fragwürdig. Schnell wird sie zum Idol all derer, die mit dem zwiespältigen Fortschritt der Zeit nicht zurande kommen: nicht mit dem neuen Reichtum, den Piraterie und Handel ins Land schwemmen, nicht mit der theologischen Umwertung, die nach dem Bruch mit dem Papst um sich greift, erst recht nicht mit den neuen Herren, die sich durch die Instanzen des Staates nach oben kämpfen. Sie alle finden in Maria die verführerische Verkörperung ihrer Wünsche und eine willige Intrigantin. Zahlreich sind die Komplotte, die mit der Stuart in Verbindung gebracht werden; das letzte führt zu ihrem Todesurteil.

Regie: Thomas Dannemann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Regine Standfuss
Musik: Jan Beyer
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Licht: Michael Gööck

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1 Theater

Hexenjagd

von Arthur Miller

Eigentlich haben die Mädchen im Wald nur getanzt. Aber am nächsten Morgen liegen einige mit seltsamen Symptomen im Bett. Die fromme Stadt Salem gerät in Aufruhr. Von dunklen Mächten und Hexerei ist die Rede. Reverend Hale stellt die Mädchen zur Rede. Doch sie – allen voran Abigail Williams – setzen sich zur Wehr und beschuldigen die schwächsten Glieder der Gemeinschaft, mit dem Teufel im Bunde zu stehen: Eine Obdachlose und eine Bettlerin werden verurteilt. In einem extra einberufenen Gerichtsverfahren werden die Aussagen der Mädchen zum alleinigen Maßstab für Schuld und Unschuld, Tod und Leben. Die Anklagen nehmen rasant zu und richten sich auch gegen angesehene Bürger. Dass das Zusammenleben in Salem nicht auf den Grundsätzen der christlichen Gebote fußt, sondern auf Missgunst, Neid und der Begleichung alter Rechnungen, wird immer deutlicher. Die Hexenjagd schürt ein allgemeines Klima der Angst.
Arthur Millers HEXENJAGD bezieht sich auf einen realen Fall der Hexenverfolgung 1692 in Salem, Massachusetts. 1953 geschrieben, zeigt Miller mitten in der McCarthy-Ära in den USA, als aus Furcht vor dem Kommunismus Verdächtige ohne Beweise verfolgt wurden, dass der historische Stoff seine Aktualität nicht eingebüßt hat. Eine Bewegung, die aus Angst und Hass gespeist ist und der Wirklichkeit mit alternativen Fakten gegenübertritt, gewinnt immer mehr Anhänger.

Regie: Stephan Rottkamp
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Esther Geremus
Dramaturgie: Katrin Breschke
Licht: Richard Messerschmidt

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Hexenjagd

Aufführungen / Oper Semperoper Dresden Dresden, Theaterplatz 2
Aufführungen / Theater Societaetstheater Dresden Dresden, An der Dreikönigskirche 1a
Aufführungen / Konzert Landesbühnen Sachsen Radebeul, Meißner Straße 152
Aufführungen / Theater Kleines Haus Dresden Dresden, Glacisstraße 28
Aufführungen / Kabarett Die Herkuleskeule Dresden Dresden, Schloßstraße 2
Aufführungen / Theater Dresdner FriedrichstaTT Palast Dresden, Wettiner Platz 10
Aufführungen / Theater Theaterkahn Dresdner Brettl Dresden, Terrassenufer an der Augustusbrücke
Aufführungen / Theater Volksbühne Chemnitz Chemnitz, Käthe-Kollwitz-Str. 7
Aufführungen / Tanz TENZA-Schmiede Dresden Dresden, Pfotenhauer Str. 59
Aufführungen / Theater die bühne Dresden, Teplitzer Straße 26
Aufführungen / Theater Dresdner Comedy & Theater Club Dresden, Hauptstr. 13
Aufführungen / Operette Staatsoperette Dresden Dresden, Kraftwerk Mitte 1
Aufführungen / Theater Boulevardtheater Dresden Dresden, Maternistr. 17
Aufführungen / Aufführung JugendKunstschule Dresden, Bautzner Str. 130
Aufführungen / Kabarett Chemnitzer Kabarett e.V. Chemnitz, An der Markthalle 1-3
Aufführungen / Tanz Dance Art Dresden Dresden, Enderstraße 59, Haus B, 2. OG
Aufführungen / Theater Theater Plauen-Zwickau Zwickau, Gewandhausstr. 7
Aufführungen / Theater Landesbühnen Sachsen Radebeul, Meißner Straße 152
Aufführungen / Theater projekttheater dresden e.V. kulturschutzgebiet Dresden, Louisenstr. 47
Aufführungen / Theater Internationales Wandertheaterfestival Radebeul, Altkötzschenbroda
Aufführungen / Tanz Palucca Schule Dresden Dresden, Basteiplatz 4
Aufführungen / Theater Eclectic Theatre e.V. Dresden, Tieckstr. 11
Aufführungen / Kabarett Breschke & Schuch Dresden, Wettiner Platz 10
Aufführungen / Aufführung Robert-Schumann-Haus Zwickau Zwickau, Hauptmarkt 5
Aufführungen / Theater MusenKinder e.V. Dresden Dresden, Rudolf-Leonhard-Str. 24
Aufführungen / Kabarett Kabarett Sachsenmeyer Chemnitz Chemnitz, An der Markthalle 8
Aufführungen / Theater TheaterRuine St. Pauli e.V. Dresden, Königsbrücker Platz
Aufführungen / Theater Hoppes Hoftheater Dresden Dresden, Hauptstraße 35
Aufführungen / Theater Comödie Dresden Dresden, Freiberger Str. 39
Aufführungen / Konzert Kulturbahnhof Radeburg Radeburg, Bahnhofstr.5

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