STAATSSCHAUSPIEL DRESDEN | Schauspielhaus
Spielzeit 2010/11
Großes Eröffnungsfest zum Saisonstart
Um 15:00 Uhr geht’s los mit Programmen für die Kleinen, mit dem Kinderzirkus Kaos, mit spannenden und lustigen Geschichten von Cornelia Funke und Schminken und Verkleiden unter dem Motto Monster und Prinzessinnen.
Um 16:00 Uhr zeigen wir Bühnenzauber und Theatermagie bei der großen Bühnentechnikshow, die Abteilungen des Hauses enthüllen Geheimnisse aus den Werkstätten – von der Maske bis zum Ton in einer Theaterrallye durchs Haus, auf der Probebühne 2 gibt es Das Käthchen von Heilbronn – erzählt für Kinder, und Fabian Gerhardt huldigt den Asphalt-Cowboys der Band Truckstop mit Die Frau wird schöner mit jedem Glas Bier und noch viele weitere literarische und musikalische Programme.
Um 17:00 Uhr präsentieren die Studentinnen und Studenten des Schauspielstudios Ausschnitte aus dem Chansonprogramm Come again im Theaterrestaurant Felix, auf dem Postplatz spielen Zariza Gitara, die Bürgerbühne stellt ihr Programm für die neue Spielzeit vor, und Tom Quaas zeigt Ausschnitte aus seiner musikalischen Dylan-Thomas-Lesung Unter dem Milchwald.
Um 18:00 Uhr sehen Sie auf der großen Bühne zum letzten Mal den Theaterprolog von Martin HeckmannsZukunft für immer, auf dem Postplatz singen die Wittenbrink Allstars live aus ihrem Repertoire von Barock bis Punk, und auf der Probebühne 1 gibt es einen Vorgeschmack auf die Premiere von Athol Fugards Die Insel.
Um 19:00 Uhr rocken Thomas Eisen und seine Fineripps die Bühne auf dem Postplatz, die Bürgerbühnezeigt eine Trailershow ihrer nächsten Projekte, und in der Besenkammer gibt es Kurze Interviews mit fiesen Männern.
Um 20:00 Uhr beginnt ein Highlight des Eröffnungsfestes: die Große Saisonvorschau. Erleben Sie exklusiv einen Vorgeschmack auf die neue Spielzeit mit Szenen aus den ersten Premieren, Interviews und Gesprächen mit Regisseuren, Schauspielern und Autoren. Im Restaurant Felix spielt zeitgleich Thomas Mahn und das Delirium Quartett.
Ab 22:00 Uhr gibt es im Rangfoyer Kino-Karaoke zum mitmachen, und unterm Sternenhimmel auf der großen Bühne wird getanzt bis tief in die Nacht mit den Piranha-Beat-Klub-DJs.
Für das leibliche Wohl sorgt das Team des Theaterrestaurant Felix.
Der Eintritt ist frei, außer für „Zukunft für immer“ und die Große Saisonvorschau (3,00 € Schutzgebühr).
Wir freuen uns darauf, mit Ihnen den Saisonstart 2010.2011 zu feiern!
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Sa, 4.9.2010, 15:00
Zukunft für immer
Ein Theaterprolog für drei Schauspielerinnen
von Martin Heckmanns
Wir eröffnen die Spielzeit mit einem Theaterprolog dreier Schauspielerinnen des Ensembles. Vera Irrgang, Regina Jeske und Helga Werner sind seit fast 40 Jahren am Staatsschauspiel und blicken zurück auf eine reiche und wechselvolle Geschichte an diesem Haus. Die großen Frauenrollen der Dramenliteratur wurden von ihnen verkörpert und sie haben das Theater dieser Stadt wesentlich geprägt. Mit diesen drei Schauspielerinnen hat unser Dramaturg und Hausautor Martin Heckmanns über ihre Erfahrungen am Theater und in der Stadt gesprochen, über politische Umwälzungen und persönliche Erlebnisse und aus diesen Ges rächen einen Bühnentext entwickelt. Darin vergegenwärtigen drei Darstellerinnen ihr Leben und ihre Rollen, erklären und verklären vergangene Bühnenerlebnisse und steigen noch einmal ein in wichtige Szenen ihrer Vergangenheit. Dabei geht es um die Lust am Spiel, um Wahrheit auf der Bühne und um ein Leben für das und auf dem Theater. Persönliche Erinnerungen und dramatische Situationen mischen sich bei der Suche nach einer Antwort auf die Fragen, wer wir sind, wenn wir spielen und wo wir sind, wenn wir uns mitten im Leben meinen.
Die Regisseurin Simone Blattner hat zuletzt vor allem am Schauspiel Frankfurt und am Thalia Theater in Hamburg gearbeitet. Schon vor einigen Jahren hat sie eine Uraufführung von Martin Heckmanns auf die Bühne gebracht: „Schieß doch, Kaufhaus!“ im Theater in der Fabrik. Simone Blattner ist bekannt geworden für ihre stark rhythmisierten, witzigen und sprachlich genauen Arbeiten und wird auch diesen Abend zu einer Choreografie aus Stimmen und Körpern gestalten – an den Übergängen zwischen Spiel und Ernst und Ironie.
Regie: Simone Blattner
Bühne: Alain Rappaport
Kostüme: Dagmar Fabisch
Dramaturgie: Felicitas Zürcher
Dauer der Aufführung: 1 Stunde, keine Pause
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Sa, 4.9.2010, 18:00
Das Käthchen von Heilbronn
Ein großes historisches Ritterschauspiel | von Heinrich von Kleist
Premiere am 10. September 2010 | Schauspielhaus
Das Käthchen von Heilbronn, die Tochter des Waffenschmieds Theobald, läuft dem Grafen Wetter vom Strahl nach und zwar buchstäblich. Sie folgt ihm auf Schritt und Tritt. Unter Aufgabe all ihrer Pflichten und auch ihrer Würde schläft sie in seinen Ställen, folgt ihm wie sein Schatten, und keiner weiß, warum. Der verzweifelte Vater, aus dessen Haus sie sich schlich, klagt den Grafen der Hexerei an – doch der wird vor Gericht entlastet. Und weil keiner so recht schlau aus dem Mädchen Käthchen wird, und da sie selber nicht mehr zu ihrer Erklärung vorzubringen hat als ein leises „Weiß nit“, beschließt man, sie in ein Kloster zu geben. Graf Wetter vom Strahl indessen, der seine Verfolgerin nun los ist, macht auf abenteuerlichen Wegen die Bekanntschaft der schönen Kunigunde von Thurneck, die allen Rittern des Landes den Kopf verdreht und nun auch auf den Grafen ihre Wirkung hat. In einem fiebrigen Traum war ihm ein Engel erschienen und hatte ihm vorausgesagt, er werde einst eine Tochter aus kaiserlichem Hause heiraten. Kunigunde ist von kaiserlichem Blut, und so hält er schon bald um die Hand der Dame an. Doch so einfach macht es Kleist seinen Figuren nicht. Käthchen kehrt zurück ...
Es ist ein seltsam flirrendes Märchenstück, das Heinrich von Kleist geschaffen hat. Ein Stück voll verwehter Figuren: Das Käthchen, diese unbeirrbare Extremistin der Liebe; Graf Wetter vom Strahl, dieser Verzagte, dieser verzettelte Held, dem es so schwerfällt, aus seines Lebens gerader Bahn auszubrechen; Kunigunde von Thurneck, die gefälschte Frau, die traurige Betrügerin, die das Produkt der Sehnsüchte ihrer Umwelt ist. Sie alle machen „Das Käthchen von Heilbronn“ zugleich zu einem der rätselhaftesten Stücke wie auch zu einer der schönsten Liebesgeschichten auf dem Theater.
Rechtzeitig zum Kleist-Jahr 2011 inszeniert Hausregisseurin Julia Hölscher, deren Bühnenversion von Ingo Schulzes „Adam und Evelyn“ weiterhin im Spielplan des Staatsschauspiels steht.
Bühne: Esther Bialas
Kostüm: Ulli Smid
Musik: Tobias Vethake
Dramaturgie: Martin Hammer, Robert Koall
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Fr, 10.9.2010, 19:30 | Premiere
Mi, 15.9.2010, 19:30
Do, 23.9.2010, 19:30
Fr, 1.10.2010, 19:30
Mo, 4.10.2010, 19:30
Der Turm
Geschichte aus einem versunkenen Land | nach dem Roman von Uwe Tellkamp | für die Bühne eingerichtet von Jens Groß und Armin Petras
Uraufführung am 24. September 2010 | Schauspielhaus
Im Mittelpunkt des preisgekrönten Romans von Uwe Tellkamp stehen die Dresdner Arztfamilie Hoffmann, ihre Verwandten und ihr Leben in den letzten sieben Jahren der DDR. Es ist gekennzeichnet von den kleinen und großen Problemen des DDR-Alltags. Der Familienvater Richard Hoffmann ist angesehener Chirurg, seine Frau Krankenschwester. Man kann niemandem trauen, findet nur schwer einen privaten Rückzugsort. Und das angestrebte Medizinstudium des Sohnes Christian ist nur durch politisch korrektes Verhalten möglich. Die Familie will sich mit dieser frustrierenden Lebenssituation nicht abfinden, überlegt sogar, in den Westen zu gehen, arrangiert sich dann aber doch irgendwie mit ihrem Leben in der DDR unter Zuhilfenahme von Hausmusik, Büchern, ausgelassenen Feiern und Seitensprüngen. Mit dem Wissen um ein außereheliches Verhältnis setzt die Staatssicherheit Richard unter Druck. Resigniert, immer aber humorvoll, kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind, die der Stadt aber dennoch ihren besonderen Stempel aufgedrückt haben. Regie führt Wolfgang Engel, der von 1980 bis 1990 als Hausregisseur am Staatsschauspiel Dresden maßgebliche Inszenierungen schuf und von 1995 bis 2008 Intendant des Schauspiels Leipzig war.
Regie: Wolfgang Engel
Bühne: Olaf Altmann
Kostüm: Ines Nadler
Musik: Thomas Hertel
Dramaturgie: Jens Groß
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Fr, 24.9.2010, 19:30 | Uraufführung
Do, 30.9.2010, 19:30
So, 31.10.2010, 19:00
Die heilige Johanna der Schlachthöfe
von Bertolt Brecht
In den großen Schlachthöfen Chicagos gehen sich die Konkurrenten der Fleischproduktion gegenseitig an die Gurgel im Kampf um mehr Umsatz, mehr Geld und mehr Gewinn. Während die Fabriken ihre Tore schließen, die Arbeitslosen hungern und das System die ersten Opfer unter den Kapitalisten fordert, sucht die Heilsarmeesoldatin Johanna Dark nach dem Guten im Menschen. Gemeinsam mit anderen Angehörigen der „Schwarzen Strohhüte“ verteilt sie Gottes Wort und Suppe an die Wartenden auf den Schlachthöfen. Dabei trifft sie Chicagos Fleischkönig Pierpont Mauler. Fasziniert von Johannas Idealismus, verspricht Mauler, seine Fabrik wieder zu öffnen. Er will ihr beweisen, dass nicht die Fabrikanten, sondern die Arbeiter schlecht sind. Doch Johanna erkennt, dass diese Schlechtigkeit nur aus der Not kommt. Während Mauler Vieh kauft, den Markt austrocknet und die Preise in die Höhe treibt, versteht Johanna: „Dieses ganze System / Ist eine Schaukel mit zwei Enden, die voneinander / abhängen, und die oben / Sitzen oben nur, weil jene unten sitzen.“ Als moderne Jeanne d’Arc steigt sie in den Kampf der Arbeiter ein und gerät dabei in die Mühlen eines raffinierten Systems, das auch seine Kritiker als notwendige Rädchen zu vereinnahmen weiß.
Entstanden während der Weltwirtschaftskrise 1929 / 1930, wurde „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von den Nationalsozialisten verboten und erlebte erst 1959, drei Jahre nach Brechts Tod, in Hamburg seine Uraufführung. Die erste Aufführung in der DDR fand 1961 am Staatsschauspiel Dresden statt. 80 Jahre nach seiner Entstehung ist es plötzlich wieder ein Stück zur Zeit, wenn Finanzinstitute sich im Spiel mit Krediten verspekulieren, die Welt in eine globale Krise stürzen, die Öffentlichkeit zu Hilfe rufen und Finanzspritzen in absurder Höhe erhalten.
Tilmann Köhler, geboren 1979 in Weimar, inszenierte unter anderem „Hamlet“ und „Woyzeck“ am Maxim Gorki Theater Berlin und „Faust“ am Deutschen Nationaltheater Weimar. 2007 war er mit Bruckners „Krankheit der Jugend“ zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Neben einer kontinuierlichen Zusammenarbeit mit dem Autor Thomas Freyer realisiert er auch verschiedene Projekte in Campinas / Brasilien. Seit dieser Spielzeit ist Tilmann Köhler Hausregisseur am Staatsschauspiel Dresden.
Regie: Tilmann Köhler
Bühne: Karoly Risz
Kostüme: Susanne Uhl
Musik: Jörg-Martin Wagner
Dramaturgie: Felicitas Zürcher
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Sa, 11.9.2010, 19:30
Do, 7.10.2010, 19:30
Don Carlos
Ein dramatisches Gedicht von Friedrich Schiller
In Schillers „Don Carlos“ geraten Vater und Sohn, Mann und Frau, Sohn und Mutter, Freund und Freund aneinander, durcheinander – verstrickt in ein Geflecht aus Politischem, Familiärem, Idealistischem und Egoistischem. Don Carlos’ Drama: Er liebt seine Stiefmutter, die einst seine Braut war, jetzt seines Vaters Frau ist. Das Drama des Vaters, Philipp II.: In seiner Allmacht ist er allein. Die ihn beraten, könnten ihn verraten, die ihn lieben, könnten ihn betrügen. Der König braucht dringend „einen Menschen“ und glaubt, ihn im Marquis Posa zu finden. Posas Drama: Er „kann nicht Fürstendiener sein“. Don Carlos’ bester Freund vertritt eine höhere Idee, die Idee von Freiheit und Gleichheit. Aber auch Eitelkeit, Ehrgeiz und Stolz sind ihm nicht fremd. Er ist es, der eine aufwändige Intrige inszeniert, an deren Ende der Idee der Freiheit zum Sieg verholfen werden soll. Stattdessen jedoch kostet sie ihn und Carlos das Leben.
Regie führt Roger Vontobel, dessen Arbeiten in den letzten Jahren u. a. am Hamburger Schauspielhaus, an den Münchner Kammerspielen und am Schauspiel Essen zu sehen waren.
Regie: Roger Vontobel
Bühne: Magda Willi
Kostüme: Dagmar Fabisch
Video: Immanuel Heidrich
Dramaturgie: Robert Koall
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Fr, 17.9.2010, 19:00
Fr, 22.10.2010, 19:00
Des Teufels General
von Carl Zuckmayer
Harras hat sich seinen Traum vom Fliegen erfüllt. Er ist Pilot geworden. Doch jetzt ist Krieg, und Harras fliegt. Er macht seinen Job so gut, dass er zum Fliegergeneral befördert wird und sich erlauben kann, manchmal seine Meinung laut zu sagen. Von dieser Freiheit macht er gern Gebrauch, denn eigentlich ist Harras kein Freund des nationalsozialistischen Regimes – und dient ihm dennoch. Doch dann geschehen seltsame Flugzeugabstürze. Fieberhaft wird die Ursache gesucht, der Sicherheitsdienst ist eingeschaltet. Auch an jenem Abend, als gerade ein Fest zu Ehren von Oberst Eilers gefeiert werden soll, wird ein Absturz gemeldet. Und als Harras dann noch erfährt, dass sein Freund, Chefingenieur Oderbruch, Sabotage an den eigenen Maschinen betreibt, gerät der Traum vom Fliegen und die sorgsam gehütete Freiheit eigener Meinung aus den Fugen. Oderbruch nimmt den Tod deutscher Piloten in der festen Überzeugung in Kauf, dass das Ende der Hitler-Diktatur nur durch die Niederlage der Deutschen erreicht werden kann. Harras muss sich entscheiden: Widerstand oder sich anpassen, um zu überleben?
Der Autor Carl Zuckmayer ist heute vor allem bekannt durch sein Drehbuch für Sternbergs Film „Der blaue Engel“ (1929) und die Komödie „Der Hauptmann von Köpenick“ (1930). „Des Teufels General“, basierend auf dem Fall des Fliegers Ernst Udet, wurde 1946 in Zürich uraufgeführt und stellt bis heute die Frage nach der Verantwortung des Einzelnen in unmenschlichen Zeiten.
Burkhard C. Kosminski studierte Regie und Schauspiel in New York. Seit der Spielzeit 2006.2007 ist er Schauspieldirektor am Nationaltheater Mannheim und künstlerischer Leiter der Schillertage. Kosminski inszenierte u. a. an der Schaubühne Berlin, am Schauspiel Frankfurt, in Düsseldorf, Dortmund, New York und Los Angeles. Seine amerikanische Erstaufführung von Thomas Jonigks „Du sollst mir Enkel schenken“ wurde 1997 in Los Angeles als erfolgreichste Inszenierung der Westküste mit dem Drama Logue Award ausgezeichnet. Für seine Dortmunder Inszenierung „Das Fest“ nach dem Film von Thomas Vinterberg erhielt Burkhard C. Kosminski 2001 den Preis für die Beste Regie beim 20. NRW-Theatertreffen.
Regie: Burkhard C. Kosminski
Bühne: Florian Etti
Kostüme: Sabine Blickenstorfer
Musik: Hans Platzgumer
Musikalische Einstudierung: Dominik Schiefner
Dramaturgie: Karla Kochta
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Sa, 18.9.2010, 19:30
Denn alle Lust will Ewigkeit
Ein Liederabend von Franz Wittenbrink
Drei Frauen, in der Blüte ihrer Jugend, verfolgen eine merkwürdige Neigung: Mit Liedern von Pergolesi bis Meredith Monk, von Bach und Schubert bis zu Kate Bush und Nina Hagen feiern sie den Tod als seltsam sinnenfrohes Fest, träumen und spielen ihn herbei: Denn alle Lust will Ewigkeit. So jung sie auch sind, wirken die drei befremdlichen Damen wie Wiedergängerinnen, die offenbar schon alles mitgemacht haben. Das Kompositionsprinzip des Abends beruht auf Parodie und Travestie, auf dem zündenden Zusammenprall von abgründigem Sentiment und leichtfertigem Witz, von verrutschten Opernklischees und hoher musikalischer Perfektion. Nun kommt der Liederabend nach Stationen in Hannover, Hamburg, München und bei den Salzburger Festspielen in einer neuen Inszenierung ins Schauspielhaus – als erste Produktion von Franz Wittenbrink in Dresden und als eine Art musikalischer Talisman, der unsere Arbeit nun schon seit einem Jahrzehnt begleitet.
Franz Wittenbrink erhielt eine Ausbildung in Gesang, Klavier, Violoncello, Orgel, Trompete, Tonsatz und Kontrapunkt. Als Komponist, Dirigent und Musikalischer Leiter war er am Nationaltheater Mannheim beschäftigt sowie am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Mitte der 90er Jahre entwickelte er ein eigenes Genre: den Wittenbrink-Liederabend. Es sind Musiktheater-Stücke für sangesfreudige Schauspielensembles, die eine musikalische Bandbreite von Mozart bis Hardrock abdecken. Es sind Abende in denen die Sänger / Schauspieler charakteristische Rollen haben und mit ihren Liedern Geschichten erzählen, die über das Gesungene hinausgehen.
Regie und musikalische Leitung: Franz Wittenbrink
Bühne: Jörg Kiefel
Kostüme: Irène Favre de Lucascaz
Dauer der Aufführung: 1 ½ Stunden, keine Pause
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
So, 19.9.2010, 19:00
Anatevka
Musical von Joseph Stein (Buch), Jerry Bock (Musik) und Sheldon Harnick (Liedtexte)
Nach der Erzählung „Tevje, der Milchmann von Sholem Aleichem“
Eine Koproduktion mit den Dresdner Musikfestspielen
Eine Produktion der Bürgerbühne mit 27 Dresdner Bürgerinnen und Bürgern zwischen elf und vierundachtzig Jahren
Die Bürgerbühne
„Anatevka“ ist eine Produktion der Bürgerbühne mit 27 Dresdner Bürgerinnen und Bürgern zwischen elf und vierundachtzig Jahren, die erstmals auf der großen Bühne spielen, singen und tanzen. Für die Musik zuständig sind die Dresdner Kapellsolisten unter der Leitung von Helmut Branny. Das 1994 gegründete Kammerorchester besteht aus Musikern der berühmten Sächsischen Staatskapelle Dresden und der Dresdner Philharmonie. Regie führt die Österreicherin Heidelinde Leutgöb, die seit 2007 das Junge Schauspiel Hannover leitet.
Was bestimmt uns? Die Religion und Gesetze oder das, was wir innerlich fühlen? Tevje, der Milchmann, träumt in seinem bekannten Song: „Wenn ich einmal reich wär ...“ von Wohlstand und Ansehen. Tief verwurzelt in den jüdischen Traditionen, lebt er Anfang des Jahrhunderts in dem kleinen Dorf Anatevka in der russischen Ukraine mit seiner Frau und seinen heiratsfähigen Töchtern. Als seine drei ältesten Töchter die von einer Heiratsvermittlerin ausgesuchten Ehemänner ablehnen und sich selbstständig und eigensinnig ihre Männer wählen, gerät sein Lebensbild ins Wanken.
Das Broadway-Erfolgsmusical „Anatevka“ (Originaltitel „Fiddler on the Roof“) von 1964 ist trotz seiner mitreißenden Songs kein typisches Musical, es gibt keinen Glamour und keine Showeinlagen, stattdessen kommt außer den mit Witz und Lebenslust im Existenzkampf gezeichneten Charakteren auch ihre unsichere politische Situation im russischen Zarenreich vor. Am Ende werden die angedrohten Pogrome Realität, die Juden müssen ihr Schtetl verlassen und stehen vor einer ungewissen Zukunft. Diese existentielle Erfahrung des Ausgegrenztseins ist bis heute immer wieder von erschreckender Aktualität.
Mit freundlicher Unterstützung der Ostsächsischen Sparkasse Dresden sowie von Wolfgang Donsbach und seinen Freunden.
Mit: den Dresdner Kapellsolisten sowie Dresdner Bürgerinnen und Bürgern
Bühne: Renate Schuler
Kostüm: Sabine Hilscher
Musikalische Einstudierung: Thomas Mahn
Choreografie: Hannes Muik
Dramaturgie: Bettina Schültke
Termine:
Mi, 29.9.2010, 19:00
Fr, 8.10.2010, 19:30
Sein oder Nichtsein
Komödie von Nick Whitby
nach dem Film „To Be or Not to Be“ von Ernst Lubitsch, Edwin Justus Mayer und Melchior Lengyel
Warschau, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs: Eine Schauspielertruppe probt in Nazikostümen für die Politkomödie „Gestapo“, als die polnische Regierung die Aufführung verbieten lässt, um nicht mit dem Hitlerregime in Konflikt zu geraten. Um ein Stück für den Abend zu haben, wird „Hamlet“ gegeben – mit dem selbstverliebten Starschauspieler Josef Tura in der Titelrolle. Während des großen Hamletmonologs hat seine Ehefrau Maria in ihrer Garderobe ein Stelldichein mit dem attraktiven Fliegerleutnant Stanislaw Sobinsky. Kurz darauf bricht der Zweite Weltkrieg aus, und der Flieger warnt das Ensemble vor einem feindlichen Spion, der im Begriff sei, eine Liste mit den Namen der polnischen Widerstandskämpfer an die Nazis zu übergeben. Um dies zu verhindern, verwandelt sich das Theater in das Gestapo-Hauptquartier, und das Ensemble nimmt die Rollen der deutschen Besatzer an. Es beginnt eine wahnwitzige Komödie der Verstellung, in der alle Darsteller um ihr Leben spielen.
Berühmt geworden ist „Sein oder Nichtsein“ durch den grandiosen Film von 1942 in der Regie von Ernst Lubitsch. Den Theaterabend inszeniert Thomas Birkmeir, Künstlerischer Leiter am „Theater der Jugend“ in Wien. Er hat u. a. an der dortigen Staatsoper und am Schauspiel Hannover inszeniert und ist ein Spezialist für musikalische und komödiantische Stoffe.
Regie: Thomas Birkmeir
Bühne: Jörg Kiefel
Kostüme: Irmgard Kersting
Musik: Klaus-David Erharter
Dramaturgie: Martin Heckmanns
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Fr, 1.10.2010, 19:00
Do, 14.10.2010, 19:30
Die Lobbyisten
Ein musikalischer Abend im Hotel von Franz Wittenbrink
Wir sitzen so fröhlich beisammen und haben einander so lieb.
Die Lobbyisten sind die Bewohner einer Hotel-Lobby, und dort leben sie schon sehr, sehr lange. Am Empfangstresen ruht sanft der Concierge, neue Gäste begrüßt dieses seltsame Hotel schon seit vergessenen Tagen nicht mehr; es ist still aus der Zeit gefallen, und da liegt es nun verträumt und versunken. Der Liftboy ist längst seiner Uniform entwachsen, neben ihm schaukelt müde das Schild mit der Aufschrift „Außer Betrieb“. Aus der Küche dringt kein Laut, nur ab und zu sieht man im Sichtfenster der Schwingtür das Gesicht des Kochs, der schaut, ob nicht doch ein Gast sich einmal verirre. Und die schräge kleine Schar der Dauergäste hat man längst zum lebenden Inventar ernannt.
So sitzen die Lobbyisten und trösten sich mit Musik. „Wir sitzen so fröhlich beisammen und haben einander so lieb“, singen sie, träumen von „Love in an elevator“ oder sind sich sicher: „Jetzt kommen die lustigen Tage“. Und dann geschieht tatsächlich etwas. Die Lobbyisten bekommen Besuch – und plötzlich ist alles ganz anders.
Regie und musikalische Leitung: Franz Wittenbrink
Kostüme: Nini von Selzam
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Sa, 9.10.2010, 19:30
Der goldne Topf
Ein Märchen aus der neuen Zeit nach der Novelle von E. T. A. Hoffmann
Am Himmelfahrtstag im biedermeierlichen Dresden stößt der junge Student Anselmus den Korb einer alten Apfelhändlerin um, und nichts ist mehr wie es einmal war. Er verliebt sich in die blauen Augen einer Schlange, die sich im Weiteren als die Tochter des seltsamen Archivars Lindhorst herausstellt, für den er Texte abschreiben muss. In diesen Texten erkennt Anselmus die Geschichte des Archivars, der eigentlich ein Salamander ist und aus der sagenhaften Welt Atlantis verbannt wurde. Um heimkehren zu dürfen, muss er seine Schlangentochter verheiraten. Dies will die Bürgerstochter Veronika verhindern, die sich eine gemeinsame Zukunft mit dem künftigen Hofrat Anselmus erhofft und zu diesem Zweck eine Hexe beauftragt, ihn zu verzaubern, damit er zu ihr zurückkehrt. Im Wechselspiel zwischen Alltag und Zauberhaftem gerät Anselmus in einen Zweikampf, den das Fantastische und die Poesie gegen eine ernüchternde Realität von damals und heute führen.
E. T. A. Hoffmann (1776 – 1822) war Schriftsteller, Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner, Theatermaler, Karikaturist und ist einer der wichtigsten Prosadichter der Romantik. Sein Werk ist gekennzeichnet vom Thema des Dualismus, den er variationsreich darstellt, beispielsweise als Gegensatz von fantasiereicher Kunst und bürgerlicher Normalität. Oftmals sind seine Texte in einer gebrochenen Perspektive geschrieben, die die Grenzen von Fiktion und Realität verwischt. Mit den sonderbaren Verfremdungen in seinen Kunstmärchen und Novellen bereicherte er dieses Genre. E. T. A. Hoffmann war von 1813 bis 1815 als Kapellmeister in Dresden angestellt.
Der Regisseur Sebastian Baumgarten wurde 1969 in Ostberlin geboren. Er studierte Opernregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin und war Assistent von Ruth Berghaus und Robert Wilson sowie Mitarbeiter von Einar Schleef. Seit 1992 arbeitet er sowohl als Schauspiel- als auch als Opernregisseur unter anderem in Berlin, Meiningen, Kassel, Kopenhagen, Frankfurt und Düsseldorf sowie an der Dresdner Semperoper. In der Spielzeit 2005.2006 inszenierte er Händels „Orest“ an der Komischen Oper Berlin. Für diese Interpretation wurde er zum Opernregisseur des Jahres gekürt. An der Semperoper Dresden brachte Baumgarten unter anderem Brittens „Peter Grimes“ (2007) auf die Bühne.
Regie: Sebastian Baumgarten
Bühne: Kathrin Frosch
Kostüme: Ellen Hofmann
Musik: Jörg Follert, Max Renne
Video: Stefan Bischoff
Dramaturgie: Jens Groß
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Mo, 11.10.2010, 19:30
Die Deutschlandrevue
Eine Theater-Gala der ARD und des Staatsschauspiels Dresden zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit
Anlässlich des 20. Jahrestages der deutschen Einheit präsentieren die ARD und das Staatsschauspiel Dresden einen außergewöhnlichen und einmaligen Theaterabend zu wichtigen Stationen der deutschen Vergangenheit seit 1945. Kabarettisten, Film- und Theaterstars und Personen der Zeitgeschichte werden in Liedern, Sketchen und Rezitationen wichtige Ereignisse der deutschen Kulturgeschichte Revue passieren lassen. Ausschnitte aus Filmen und Fernsehsendungen gehören ebenso dazu wie Szenen aus Epoche machenden Theaterstücken. Rezitiert und gespielt werden Texte und Szenen von Heinrich Böll, Thomas Mann, Hans Magnus Enzensberger, Christa Wolf, Uwe Tellkamp, René Pollesch u. a.
Mit dabei sind Künstler wie Veronika Ferres und Jan Josef Liefers (Moderation), Mario Adorf, Thomas Freitag, Christian Friedel, Dominique Horwitz, Karat, Burghart Klaußner, Uwe Steimle, Katharina Thalbach, Franz Wittenbrink und viele mehr.
Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und am 30. September im Ersten und am 3. Oktober in 3sat ausgestrahlt.
Die musikalische Leitung des Abends hat Franz Wittenbrink.
Die Deutschland-Revue entsteht aus enger Zusammenarbeit zwischen dem Südwestrundfunk (Projektleitung und Regie: Joachim A. Lang, Co-Regie: David Benjamin Brückel, Redaktion: Sandra Dujmović, Beate Karch) und dem Staatsschauspiel Dresden (Dramaturgie: Robert Koall, Jens Groß, Bühnenbild: Karoly Risz).
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Di, 28.9.2010, 19:30
Zu Gast:
Jan Josef Liefers & Oblivion „Soundtrack meiner Kindheit“
Zwei neue Termine! Wegen der großen Nachfrage!
Jan Josef Liefers – Vocal
Christian Hon Adameit – Bass, Vocal
Timon Fenner – Drums
Gunter Papperitz – Piano
Jens Nickel – Gitarre
Johann Weiß – Gitarre
In seinem Programm DER SOUNDTRACK MEINER KINDHEIT spielt Jan Josef Liefers mit seiner Band Oblivion die Musik seiner Jugend in der DDR und verbindet diese mit Geschichten aus seinem Leben.
Mit seiner Band spielt Jan Josef Liefers jene Musik, die ihn durch verschiedene Phasen seiner Kindheit und Jugend begleitet, beeindruckt und geprägt hat. Zwischen den Songs berichtet er von seinem Leben im Osten und erzählt Interessantes zu den entsprechenden Bands und deren Musik. Kombiniert mit einer effektvollen Visualisierung des Programms durch privates Super-8-Filmmaterial und O-Tönen aus den siebziger Jahren, bereitet der in Dresden geborene Schauspieler Jan Josef Liefers seine Karriere und sein Leben auf: Ein authentisches „DDR-Kind“, das später in ganz Deutschland bekannt wurde, erzählt sein Stück deutsche Geschichte. Frei von „Ostalgie“ lässt sich all dies mit den eigenen Erfahrungen und Ansichten auf den Prüfstand der deutschen Gegenwart stellen.
Das weitgehend diffuse Bild, das viele Menschen im Westen von der DDR und ihrer Musikszene haben, soll durch dieses Programm geschärft und erweitert werden. Mit den unterhaltsamen und sehr persönlichen Einblicken aus dem Alltag eines jungen Menschen im Osten, der sich seine eigenen Gedanken macht und versucht, seinen Weg zu gehen, ohne sich allzu sehr verbiegen – sowie einer Auswahl der bemerkenswertesten Rock- und Popsongs der DDR – ist die Besonderheit dieses Programms am besten zu erklären.
Jan Josef Liefers und seiner Band ging es nicht darum, die über die Grenzen der DDR hinaus bekannten Hits zu spielen, sondern eher weniger bekannte, von der DDR-Zensur ungeliebte und zum Teil verbotene Stücke neu zu interpretieren. So haben sie wunderschöne Balladen wie „Am Abend mancher Tage“ oder „Mein Herz soll ein Wasser sein“ (beide LIFT), aber auch sehr kraftvolle Rocksongs wie „Türen öffnen sich zur Stadt“ (Puhdys) oder „Am Abend mancher Tage“ (Renft-Combo) ausgewählt und druckvoll und originell bearbeitet.
Die Künstler der DDR wurden – abhängig von ihrer Popularität – von Partei und Regierung durchaus ernst genommen. Ihre Kreativität wurde argwöhnisch beobachtet und oft genug zensiert oder verboten. Daraus entwickelte sich eine Art Code-Sprache, in der bildenden Kunst, wie in der Musik und der Lyrik, die vielleicht auch deshalb heute als besonders poetisch empfunden wird. Man übte sich im Umschreiben, im Erfinden sprachlicher Bilder. Die Unmöglichkeit, Dinge klar beim Namen zu nennen machte eben erfinderisch. Alles in allem bietet der Abend „SOUNDTRACK MEINER KINDHEIT“ dem Zuschauer hörenswerte Musik aus dem „unbekannten“ ehemaligen Nachbarland DDR, die überraschenderweise auch unter den heutigen Bedingungen nachdenkenswerte Bezüge herstellt.
Die Idee zu diesem abendfüllenden Programm entstand anlässlich eines Konzerts im Rahmen der Konzertreihe CENTURY OF SONG der RUHR TRIENNALE 2006. Namhafte Künstler wie Rickie Lee Jones, Suzanne Vega, Patti Smith, Elvis Costello, Ron Sexsmith, Laurie Anderson oder David Byrne spielten dort in den letzten Jahren die Musik, die sie geprägt und bis heute beeinflusst hat.
Im Jahr 2006 lud RUHR TRIENNALE-Intendant Jürgen Flimm auch Jan Josef Liefers ein, seine persönlichen SONGS OF THE CENTURY dem Publikum vorzustellen. Schnell hatte er eine Liste voller Songs fertig, zu denen vermutlich viele Menschen weltweit zustimmend mit dem Kopf nicken würden. Aber dann änderte er seinen Plan und ging weiter zurück in eine Zeit, in der wohl unsere eigentlichen Prägungen stattfinden, die Zeit in der man hört, was im Radio läuft, was die Eltern im Plattenschrank haben, lange bevor man sich die erste eigene CD kauft – die Kindheit.
Mit seiner Band spielte Jan Josef Liefers am 1.9.2006 vor ausverkaufter Jahrhundert-Halle in Bochum zum ersten Mal jene Musik, die ihn durch verschiedene Phasen seiner Kindheit und Jugend begleitet, beeindruckt und geprägt hat. Zwischen den Songs berichtete er von seinem Leben im Osten und erzählte Interessantes zu den entsprechenden Bands und deren Musik. Das weckte soviel Interesse und Begeisterung, dass die Band sich entschied, das ursprünglich als einmaligen Auftritt geplante Programm auszubauen. Für alle diesjährigen Konzerte ist das 2.-Stunden-Programm durch dokumentarisches Film- und Audio-Material nun zusätzlich visuell aufbereitet.
Mehr zu Jan Josef Liefers: www.janjosefliefers.de
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Sa, 2.10.2010, 19:00
So, 3.10.2010, 19:30
Deutschland, Dein Sächsisch
Eine Veranstaltung der Ilse-Bähnert-Stiftung | In Kooperation mit der Sächsischen Zeitung
Verleihung des „Sächsischen Wortes des Jahres 2010“
Am 20. Tag der Deutschen Einheit küren die Sachsen ihr Wort des Jahres. Die Schauspieler und Kabarettisten Tom Pauls sowie Uwe Steimle aus Dresden und Gunter Böhnke aus Leipzig nehmen zu der Matinee Sächsisch wörtlich und bringen die Sprache der Sachsen auf die Bühne. Gekürt werden das am meisten bedrohte, das schönste und das beliebteste sächsische Wort des Jahres 2010. Die Vorschläge für die Worte kommen von der Sachsen selbst. Sie reichen sie dieser Tage bei der Sächsischen Zeitung und MDR 1 Radio Sachsen ein. Über 3.000 sind schon da. Außerdem wird in diesem Jahr erstmals das sächsische Gedicht des Jahres gekürt.
Die Sieger werden mit einer Laudatio bedacht, die von Germanistikprofessor und dem Dekan der Technischen Universität Karlheinz Jakob sowie von SZ-Journalist Dr. Peter Ufer gehalten werden. Durch das Programm führt MDR-Moderator Andreas Berger. Musikalisch begleitet wird die Wort-Gala von den Klazzbrothers, die für ihre klassischen Jazzversionen bereits mit mehreren Echos bedacht wurden.
Am 3. Oktober erscheint zudem die große Wortsammlung der Sachsen „Der große Gogelmosch“ und ist zur Veranstaltung erstmals zu haben. Für alle Gäste gibt es im Anschluss an die Matinee einen Kaffee und leckere Eierschecke aus der Dresdner Bäckerei Reimann.
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
So, 3.10.2010, 11:00
Ich will Zeugnis ablegen. Aus den Tagebüchern Victor Klemperers
Eine literarische Busfahrt durch Dresden
Künstlerische Leitung: Stephan Reher
„Nicht nur das Wort unmöglich ist außer Kurs geraten, auch unvorstellbar hat keine Gültigkeit mehr“, notiert Victor Klemperer am 18. März 1945 in sein Tagebuch. 33 Tage zuvor war die Stadt, in der er seit 25 Jahren lebte und wirkte, dem Bombenkrieg zum Opfer gefallen.
Eng ist der Lebensweg des bedeutenden jüdischen Romanisten und Sprachwissenschaftlers Victor Klemperer mit dem Schicksal der Stadt Dresden verknüpft.
1920 als Professor an die hiesige Universität berufen, erlebte er Glanz und Elend Dresdens auf ganz persönliche Weise. Klemperer, der sich als deutscher Staatsbürger seinem Lande tief verbunden fühlte, erfuhr als Jude während des Dritten Reiches die unerträgliche Demütigung der Ghettoisierung in Physis und Psyche. In seinen Tagebüchern sammelte er diese Erfahrungen in einer großen Chronik aus Zeit- und Lebensgeschichten.
Unsere literarische Busfahrt führt Sie an Orte und Schauplätze, die mit dem Leben Klemperers verbunden sind. Es ist dies eine Reise in eine versunkene Stadt.
Eine literarische Busfahrt durch Dresden veranstaltet vom Staatsschauspiel Dresden, dem Verkehrsverbund Oberelbe und den Dresdner Verkehrsbetrieben.
Spieldauer: 2 Stunden 10 Minuten
Ort:
Treffpunkt: Kassenhalle im Schauspielhaus
Termin:
Di, 5.10.2010, 19:30
Staatsschauspiel Dresden
Schauspielhaus
Theaterstraße 2
D-01067 Dresden
E-Mail:
tickets@staatsschauspiel-dresden.de
Vorverkaufskasse im Schauspielhaus:
montags bis freitags von 10:00 bis 18.30 Uhr
samstags von 10:00 bis 14:00 Uhr
Gebührenfreier Kartenservice Telefon: 0800 . 4913 – 500 (Mo bis Fr 10:00 – 18:30 Uhr)
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