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Staatliche Museen zu Berlin

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Staatliche Museen zu Berlin
Genthiner Straße 38
D-10785 Berlin

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Fax: +49 (0)30-266 42 2202
E-Mail: besucherdienste@smb.spk-berlin.de

Ausstellung

Design Views Vol. XI

WertelOberfell WIP - Work In Progress

Gutes Produktdesign ist viel Arbeit und erfordert einiges an Erfahrung und Fähigkeiten. Die ursprüngliche Idee (der "Design Intent") durchgeht evolutionäre Entwicklungsschritte und braucht ausreichend Zeit, um zu reifen. Dieser nicht unbedingt lineare Prozess erfordert viel Analyse und letztendlich auch Bauchgefühl, um die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen.

WertelOberfell geben Einblicke in ihre Arbeitsprozesse und werden Vorort im KGM an einigen experimentellen Designs arbeiten. Schwerpunkt hierbei wird die iterative Gestaltungsarbeit mithilfe von 3D Druckern und CAD Programmen sein. So können Besucher sehen, wie sich ein Design von der ersten Idee bis hin zur finalen Version entwickelt.

Design Views ist eine neue Ausstellungsreihe des Kunstgewerbemuseums und des Internationalen Design Zentrums Berlin.
Ausstellung

Saul Leiter. David Lynch. Helmut Newton: Nudes

Saul Leiter hat parallel zu seiner Modefotografie für Harper’s Bazaar und seinen Farbabstraktionen, die seit den 1950er Jahren in den Straßen New Yorks entstanden, auch Akt im Studio inszeniert. Diese Bilder blieben zu Lebzeiten gewissermaßen unter Verschluss und nur wenige seiner Freunde kannten diese stillen und intimem Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Leiter entwickelte die Aktbilder selbst in der eigenen Dunkelkammer, während seine Farbaufnahmen von Fotolaboren in New York vergrößert wurden. Die weiblichen Modelle waren Freundinnen oder Geliebte des Künstlers, der sie in seiner New Yorker Wohnung porträtierte.

Nach seinem Tod im Jahr 2013 werden von Leiters Nachlaßverwalterin Margit Erb die unterschiedlichen Aspekte seines Werkes aufarbeitet, publiziert und teilweise auch neu editiert. So entstand 2018 im Steidl-Verlag eine Publikation zu dieser Serie unter dem Titel „In My Room“, in der New Yorker Howard Greenberg Gallery eine Ausstellung mit Neuvergößerungen ausgewählter Akt-Motive – und nun in der Helmut Newton Stiftung erstmals eine Präsentation mit etwa 100 unikatären Vintage oder Late Prints, die Saul Leiter seinerzeit selbst vergrößert hat. Wir sehen kleinformatige Akt-Porträts einer oder mehrerer Frauen, die auf Sofas liegen oder im Gegenlicht zur Silhouette werden, die gedankenverloren rauchen oder lächelnd für Leiters Kamera posieren; dabei sind nicht alle Modelle nackt. Es sind subtile, sensible, ja geradezu schüchterne Annäherungen an das Wesen und an den Körper der Frau.

Eine ähnliche Bildstimmung begegnet uns bei den Aktaufnahmen von David Lynch, die ein halbes Jahrhundert später, vor allem in Lodz und Los Angeles, entstanden sind; die meisten in Schwarz-Weiß, einige wenige in Farbe. Es sind abstrakte Körperbilder, häufig vollformatige Details, die wir erst auf den zweiten Blick mit einem menschlichen Körper in Verbindung bringen und vor unserem inneren Auge mit einem Leib abgleichen können. Lynch wählte für seine 25 Aufnahmen ein großes Bildformat; exklusiv sind sie für die Berliner Ausstellung zusammengestellt und vergrößert worden. Auch hier entstand zuerst eine Publikation, die 2016 unter dem Titel „Nudes“ im Verlag der Pariser Fondation Cartier veröffentlicht wurde. Lynchs Aktaufnahmen entstehen parallel und autonom von seinem filmischen Werk, in dem gelegentlich ebenfalls sexuelle Anspielungen und Handlungen zu sehen sind. Seine fotografischen „Nudes“, mal Beobachtung, mal Pose, wirken vergleichbar mysteriös wie seine Filme, jedoch in den seltensten Fällen wie Standbilder. Vielmehr scheinen wir in der Bildbetrachtung noch das vorsichtige, ja zarte Umkreisen und Untersuchen des weiblichen Körpers mit der Fotokamera zu spüren; solche Imaginationen sind wohl nur mit dem Medium Fotografie möglich. Die Intimität (oder die Illusion einer Intimität) entsteht hier durch die Motivik einer extrem nahansichtigen, geradezu taktilen Körperlichkeit, auch wenn wir nur einen nackten Oberschenkel oder Arm im Bildanschnitt sehen.

Helmut Newton hat mit Aktfotografie in den 1970er-Jahren begonnen, diesseits und jenseits seiner Modebildproduktion, und bis zu seinem Lebensende 2004 auch in diesem Genre gearbeitet. Seine Serie „Naked and Dressed“, die den Übergang vom Mode- zum Aktbild in seinem Werk markiert, und die „Big Nudes“ machten ihn weltberühmt und inspirierten zahlreiche Kollegen und bildende Künstler zu Nachahmungen oder Neu-Interpretationen. Die jetzige Präsentation vereint etwa 60 solcher Ikonen aus manchen seiner bekannten Ausstellungen und Projekte wie „Helmut Newton’s Illustrated: Pictures from an Exhibition“, „White Women“, „Sleepless Nights“, „Big Nudes“, „Sex and Landscapes“, „Work“ oder „Us and Them“ sowie etwa 40 bislang ungezeigte Werke aus dem Stiftungsarchiv, darunter zahlreiche Original-Polaroids. Newton schuf ein unvergleichliches Werk voll subtiler Verführung und zeitloser Eleganz – auch und besonders im Akt-Genre: Darunter finden sich Porträts nackter Menschen an Swimmingpools, raffinierte Aufnahmen unbekleideter Schaufensterpuppen und andere modebasierte Aktbilder, halbnackte Modelle mit orthopädischen Stützprothesen oder provokante Inszenierungen sexueller Obsessionen in weiblicher Besetzung, die in unserer Rezeption vielen Imaginations- und Assoziationsmöglichkeiten Platz lassen.

Es ist das erste Mal in der Geschichte der Helmut Newton Stiftung, dass eine Ausstellung ausschließlich dem Genre Akt gewidmet wird.
Ausstellung

Max Ernst, Zeichendieb

1964 taucht im Werk von Max Ernst erstmals eine Geheimschrift auf, die er für eine Serie von Grafiken zu Ehren des Amateur-Astronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel (1821–1889) schuf. Sie erinnert an die frühen Experimente der Surrealisten mit der „écriture automatique“ (Automatische Schrift) und ähnelt zugleich auf verblüffende Weise ägyptischen Hieroglyphen, wie sie sich auch auf dem Kalabscha-Tor am Eingang der Sammlung Scharf-Gerstenberg befinden. Hier genießt das berühmte Tempeltor Gastrecht, bis es nach Fertigstellung des letzten Pergamon-Flügels auf die Museumsinsel nachziehen kann.

Die Surrealisten liebten den Zufall. Was läge näher, als die Präsenz des Tores zum Anlass für eine Max Ernst-Ausstellung zu nehmen? Ausgehend von den selten gezeigten Geheimschrift-Grafiken sollen einige typische Elemente und Themen im Werk von Max Ernst beleuchtet werden. Nicht wenige von ihnen sind ausgeborgt: Sie durchziehen unsere Kunst- und Bildgeschichte und lassen sich mitunter bis auf die Kunst der alten Ägypter zurückverfolgen. Tatsächlich sind die in Max Ernsts Collagen, Frottagen oder Grattagen auftauchenden Bilder und Zeichen selten von ihm selbst erfunden. Seine Spuren sorgsam verwischend, generiert Max Ernst sie aus dem Bilderreservoir einer bereits vorhandenen Welt, um ihnen mit diebischer Freude neue, surreale Botschaften unterzuschieben.
Ausstellung

Rendezvous. Die französischen Meisterzeichnungen des Kupferstichkabinetts

Das Berliner Kupferstichkabinett besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen französischer Zeichnungen außerhalb Frankreichs. Erstmals lädt das Museum nun zum Rendezvous mit seinen „schönsten Franzosen" und zeigt die wichtigsten und hinreißendsten Blätter, die sich vor dem Auge des Betrachters auffächern zu einem reichen Panorama französischer Zeichenkunst vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, von der Renaissance bis zur französischen Revolution. Werkgruppen der bedeutendsten Künstler dieser Epochen (u. a. Watteau, Boucher, Fragonard) werden ergänzt durch einzelne, noch nie gezeigte Blätter von herausragender Qualität. In der hochkarätigen Auswahl von etwa 100 Werken entfaltet die Zeichenkunst ihren ganz besonderen Charme, dem sich der Betrachter kaum entziehen kann.
Ausstellung

Local Histories

Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, der Sammlung der Nationalgalerie und Leihgaben

Die Ausstellung „Local Histories“ spürt Beziehungen und Bedingungen nach, unter denen zentrale Werke der Sammlungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden.

„The history of art and art’s condition at any time are pretty messy“ schreibt Donald Judd 1964 in einem Artikel, der sich der New Yorker Kunstszene widmet. Er wendet sich darin gegen traditionelle Unterscheidungen von Stilen und Gattungen und plädiert für eine ungezwungene Begegnung mit Kunstwerken. Judds Analyse einer lokalen Szene ist Ausgangspunkt für das Experiment, Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection und der Sammlung der Nationalgalerie, ergänzt durch ausgewählte Leihgaben, in den Kontext ihrer Entstehung zu bringen.

Welche Kunst war prägend für Donald Judd? Was verbindet Konrad Lueg, Sigmar Polke und Gerhard Richter? Welche Galerien haben Bruce Nauman oder Jenny Holzer in ihren frühen Karrierephasen unterstützt? Mitunter ungewöhnliche Werk-Aufstellungen liefern Momentaufnahmen aus dem New York und Düsseldorf der 1960er- und 1970er-Jahre, dem Köln der 1980er-, dem Berlin und Los Angeles der 1990er Jahre.

Kuratiert von Matilda Felix
Ausstellung

Humboldt Forum Highlights

Was verbindet den Buckelstier Nandi, die Adlerschlange Cuauhcoatl, eine Federmadonna, die Marmorstatue Friedrichs III., eine alte Tresortür und das Nasspräparat einer Gorillahand? Sie alle sind Vorboten jener Ausstellungen, die bald im Humboldt Forum zu sehen sind, und werden schon jetzt als Highlights in verschiedenen Formaten vorgestellt. Zu diesem Anlass präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin ihre Highlight-Objekte an prominenten Orten der Museumsinsel Berlin und des Kulturforums.

An insgesamt acht Orten in den gastgebenden Ausstellungshäuser sind die Botschafter des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums anzutreffen: in der Gemäldegalerie, dem Neuen Museum, dem Alten Museum und dem Pergamonmuseum.

Die Ausstellung wird begleitet von einer Veranstaltungsreihe, die über ein halbes Jahr lang jeden Monat neue Einblicke in die vielseitige Themenwelt des Humboldt Forums bietet, das sich als Ort der Begegnung und des lebendigen Austausches versteht. Den Auftakt zum Veranstaltungsprogramm bildet ein Gesprächsabend am 26.10.18 im Pergamonmuseum, wo bald der Nandi durch die Babylonische Prozessionsstraße schreiten wird. Diese und weitere Veranstaltungen finden Sie auf der Programmseite des Humboldt Forums. Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten wird eine frühzeitige Anmeldung empfohlen.

Ort: Museumsinsel Berlin
Ausstellung

Max Beckmann

Das Vermächtnis Barbara Göpel

Im März 2018 erhielten die Staatlichen Museen zu Berlin durch letztwillige Verfügung der Kunsthistorikerin Barbara Malwine Auguste Göpel (1922–2017) ein bedeutendes Konvolut aus zwei Gemälden, 46 Zeichnungen und 52 druckgraphischen Werken Max Beckmanns sowie einem Gemälde Hans Purrmanns für die Sammlungen der Nationalgalerie und des Kupferstichkabinetts. In einer ersten Präsentation soll der Öffentlichkeit nun das gesamte, kunsthistorisch bedeutende Vermächtnis vorgestellt werden. Ebenso wird die Herkunft der Werke thematisiert, die in den 1940er- und 1950er-Jahren von dem Kunsthistoriker Dr. Erhard Göpel, dem 1966 verstorbenen Ehemann Barbara Göpels, erworben wurden.

Das Vermächtnis Barbara Göpel stellt einen großen Zugewinn für die Bestände der Klassischen Moderne der Staatlichen Museen zu Berlin dar und ermöglicht einen facettenreichen Einblick in das künstlerische Werk Max Beckmanns (1884–1950). So decken die 46 Zeichnungen alle Schaffensphasen des Künstlers von den Anfängen als Weimarer Student im Jahr 1900 bis ins letzte Jahr seiner Exilzeit in Amsterdam (1937–1947) beinahe mustergültig ab. Ein besonders bewegender Akzent liegt auf Skizzen, die während Beckmanns Sanitätsdienstes im Ersten Weltkrieg an der Ostfront und in Flandern entstanden. Viele dieser Zeichnungen wurden in den letzten Jahrzehnten kaum gezeigt bzw. waren nur wenigen Forschern bekannt. Sie machen neben dem Einsatz unterschiedlicher Zeichenmittel und Blattformate auch die stilistische Entwicklung des Künstlers schlaglichtartig sichtbar.

Unter den Zeichnungen der Sammlung Göpel befinden sich zahlreiche Porträts, darunter eines der frühesten Selbstbildnisse des Künstlers, das „Selbstbildnis mit flachem Hut“ von 1901. Einzigartig sind auch die Bildnisse seiner zweiten Frau Quappi aus dem Hochzeitsjahr 1925 und zwei Studien zu dem heute am Museum Ludwig in Köln befindlichen Bildnis des Sammlers Gottlieb Friedrich Reber von 1929.

Die 52 druckgraphischen Blätter, die überwiegend zwischen 1911 und 1929 entstanden, umfassen neben weiteren Selbstbildnissen viele seltene Probedrucke von hoher Qualität. Von den regulären Exemplaren, die sich bereits vielfach in der Sammlung des Kupferstichkabinetts befinden, unterscheiden sie sich auch durch den Einsatz besonderer Papiere, wie etwa von Japanpapier oder farbigem Bütten. Manche der Graphiken wurden zudem von Beckmann nachträglich mit dem Bleistift ergänzt – wie etwa ein frühes, äußerst seltenes als Radierung ausgeführtes „Selbstbildnis“ von 1904.

Die Gemälde „Selbstbildnis in der Bar“ (1942) und „Bildnis Erhard Göpel“ (1944) schließlich beleuchten das Werk des im „Dritten Reich“ als entartet diffamierten Künstlers im Amsterdamer Exil. Während Beckmann sich auf ersterem müde und in sich gekehrt am Tisch einer Bar sitzend zeigt, stellt er den 38-jährigen Erhard Göpel in einem mannshohen Porträt als gedankenschweren Intellektuellen dar. Ebenfalls präsentiert wird Hans Purrmanns Gemälde „Häuser und Mauern in Porto d’Ischia“ (1955). Purrmann, der mit dem Ehepaar Göpel eng befreundet war, weilte zwischen 1953 und 1958 regelmäßig auf Ischia. Die dort gemalten Landschaften zeichnen sich durch satte, leuchtende Farben aus.

Barbara Göpel war die Witwe des Kunsthistorikers Dr. Erhard Göpel, dessen Rolle im Nationalsozialismus zutiefst ambivalent erscheint: Zwar war er seit Februar 1942 für den „Sonderauftrag Linz“ aktiv am NS-Kunstraub beteiligt, doch schützte Göpel zugleich seinen als „entartet“ diffamierten Künstlerfreund Max Beckmann vor dem Zugriff der Nationalsozialisten. Nach 1945 machte sich das Ehepaar Göpel um die Forschung zur Kunst der Klassischen Moderne und besonders zum Werk Beckmanns und Purrmanns verdient. Die Gemälde und zahlreiche der graphischen Arbeiten erwarb Göpel direkt von den Künstlern: 1943 bzw. 1944 in Max Beckmanns Atelier in Amsterdam sowie 1955 von Hans Purrmann.

Das Vermächtnis an die Staatlichen Museen zu Berlin erfolgte durch Vermittlung von Eugen Blume, bis August 2016 Leiter des Hamburger Bahnhofs – Museum für Gegenwart – Berlin, der in einem engen freundschaftlichen Verhältnis zu Barbara Göpel stand.

Die fortlaufende Erforschung der Provenienzen gemäß der Washingtoner Prinzipien ist den Staatlichen Museen zu Berlin ein zentrales Anliegen. In Vorbereitung der Sonderpräsentation wurde daher vom Zentralarchiv eine tiefergehende Prüfung der Herkunft der Werke begonnen. Und obwohl bei keinem der vor 1945 entstandenen Werke ein konkreter Verdacht auf NS-Raubkunst besteht, konnte gerade für die Arbeiten auf Papier und für die druckgraphischen Werke, die in höheren Auflagen erschienen, keine lückenlosen Objektbiografien gefunden werden. In der Sonderpräsentation werden die Ergebnisse der bisherigen Provenienzforschung mit einer chronologischen Gliederung der Werke sowie einzelnen thematischen Akzenten verknüpft.

Eine Sonderpräsentation des Kupferstichkabinetts in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie und dem Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin

Zur Sonderpräsentation erscheint eine Begleitpublikation, ca. 50 Seiten, 30 Abbildungen, mit Texten von Eugen Blume, Sven Haase, Corinna A. Rader, Petra Winter und Andreas Schalhorn, Museumspreis: 8 €.
Ausstellung

Soundweaving 7.0 - Pergamon Edition

Der Klang der Teppiche

Die ungarische Künstlerin Zsanett Szirmay wagt den Spagat. Ihre Kunst verbindet mit ungeahnter Leichtigkeit unterschiedlichste Kunstarten und Kulturen. Ihr neuestes Projekt „Soundweaving 7.0 – Pergamon Edition“ präsentiert sie anlässlich der Wiedereröffnung der Teppichsäle im Museum für Islamische Kunst.

Für die Ausstellung entwickelte Szirmay Arbeiten, die von individuellen Teppichmustern aus der Sammlung des Museums ausgehen. Behutsam schlüsselt sie die Muster auf, bricht sie teilweise herunter auf einzelne Linien und Punkte, um sie anschließend zusammen mit dem Komponisten und Musiker Daniel Vikukel gekonnt zu Tönen, Tonfolgen und Melodien wieder zusammenzusetzen. Dazu überträgt die Künstlerin die Muster auf schmale Lochkarten, die kleine Spieluhren zum Klingen bringen. Die Töne können so nicht nur gehört sondern auch gesehen und begriffen werden. Die Besucher und Besucherinnen sind eingeladen, die Spieluhren in der Ausstellung selbst zu bedienen. Auf diese Weise erklingen an verschiedenen Stellen in der Ausstellung die Muster persischer, türkischer oder spanischer Teppiche gleichzeitig und vermischen sich zu einem multikulturellen Klangteppich.

Begleitet wird die Sound-Installation von raumhohen Textilbannern. Auf ihnen ist das Muster der Lochkarten in vergrößerter Form noch einmal abbildet. Sie verwandeln die Teppichmuster in ein Licht und Schattenspiel, das der Installation einen ungeahnten Zauber verleiht.
Ausstellung

Der Elefant im Raum

Skulpturen aus der Sammlung Marx und der Sammlung der Nationalgalerie

„Der Elefant im Raum – Skulpturen aus der Sammlung Marx“ im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin befasst sich mit einem wesentlichen Aspekt der Bildhauerei der 1960er-Jahre: die räumliche Wirkung von Skulpturen. Mit Werken von Absalon, Joseph Beuys, Donald Judd, Jeff Koons, Rachel Whiteread u. a. rückt die Ausstellung das Verhältnis von Kunstwerk und Räumlichkeit in den Blick. Ausgehend von der englischsprachigen Redewendung „the elephant in the room“ verweist der Elefant im Ausstellungstitel auf jene Kräfte und Größen, die zwar nicht Teil der Skulpturen sind, ihre Präsenz im Raum jedoch maßgeblich mitbestimmen und damit wesentlicher Bestandteil des erweiterten Kunstbegriffs der 1960er-Jahre sind.

Anlässlich der Ausstellung erscheint Ende des Jahres eine Publikation zur Sammlung Marx in der Edition Cantz. 1996 eröffnete der Hamburger Bahnhof als Haus der Nationalgalerie für die Kunst der Gegenwart neben eigenen Beständen mit Werken aus der Sammlung Marx. In wechselnden Präsentationen zeigt das Museum Werke der Kunstsammlung des Berliner Unternehmers der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Veranstaltungsreihe „The Making-of…“ führt am Beispiel von Hauptwerken der Sammlungen in die museale Bewahrung und Präsentation zeitgenössischer Kunstwerke ein.
Ausstellung

Inside Out – Einsichten der Möbelkunst

In der Ausstellung wird ein höchst aufwendiges klassizistisches Möbel in seinen Einzelteilen präsentiert. Deren Virtuosität im Detail wirft Fragen nach den technischen und handwerklichen wie ästhetischen Qualitäten in der Gestaltung von Möbeln allgemein auf und offenbart das Wesen von Möbelkunst: Ein zeitlos anmutendes Vergnügen an elegant geschwungenen furnierten Oberflächen, an der kunstvollen Präsentation des Naturstoffs Holz und an den Mechaniken zur Verwandelbarkeit, wie sie zum Teil auch im heutigen handwerklich und industriell geprägten Möbelbau existieren.

Im Mittelpunkt steht ein Schreibsekretär, der um 1835 in Berlin von dem Ebenisten Joseph Schneevogl angefertigt wurde und heute zum Bestand der Preußischen Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gehört. Seine souveräne Furnierung in Mahagoniholz, die auch geschweifte und sphärisch gekrümmte Oberflächen meistert, setzt die Schönheit des Materials kunstvoll in Szene. Das Möbel steht nicht nur im Zenit der Preußischen Möbelkunst, sondern markiert einen Schlusspunkt handwerklicher Herstellung und vorindustrieller Materialkultur. Es bezeugt eine Haltung zum Konsum, die uns in ihrer Wertschätzung heute nur mehr nostalgisch entrückt erscheint.

In weiteren Sektionen widmet sich die Ausstellung dem wenig beachteten Werk Schneevogls, erläutert die kolonial geprägte Geschichte und Materialikonographie von Mahagoniholz und die aufwendigen Techniken des Furnierens. Sie präsentiert verwandte Positionen modernen Möbeldesigns mit dreidimensional furnierten Flächen (vor allem Sitzmöbel) und zeitgenössischer handwerklich gefertigter Möbel, ergänzt durch einzelne Werke aus der ständigen Ausstellung des Kunstgewerbemuseums.

Die Ausstellung zeigt Leihgaben aus Privatbesitz, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, der Danzer Deutschland GmbH, des Botanischen Museums Berlin, des Ibero-Amerikanischen Instituts und der Staatsbibliothek, beide Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Sie stellt die Meisterstücke zweier zeitgenössischer Berliner Tischlermeister vor, und sie beinhaltet zwei Projekte: Der Studiengang Konservierung und Restaurierung von Holz an der Fachhochschule Potsdam präsentiert eine Rekonstruktion historischer Furniertechniken und die Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei des Landkreises Berchtesgadener Land wandelt mit ihren aktuellen Schreinerarbeiten auf den Spuren der Schneevogl‘schen Möbelkunst.

Für Februar 2019 ist eine international besetzte Tagung geplant, die – orientiert an den Sektionen der Ausstellung – einlädt zur Begegnung zwischen Kunst- und Kulturhistorikerinnen, handwerklichen wie industriellen Möbelherstellern, Designerinnen, Kunsthändlern, Restauratorinnen und Freunden der Möbelkunst.
Ausstellung

Die Farben des Sindh.

Baudekor und historische Architekturfotografie aus Südpakistan

Die Ausstellung „Die Farben des Sindh“ im Buchkunstkabinett des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum ist der Bautradition der Provinz Sindh im Süden Pakistans gewidmet.

Farbgewaltige Felder aus kleinen glasierten Fliesen sind das Hauptmerkmal der Bautradition des Sindh. Fliesenfeldern aus kühlem Blau, Türkis und Weiß stehen Mosaiken aus warmen Braun-, Grün- und Gelbtönen gegenüber und heben die Architektur aus der kargen Landschaft Südpakistans.

Den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet die Arbeit des Architekturfotografen Henry Cousens, der sich im späten 19. Jahrhundert intensiv mit der Dekoration von Gebäuden in Sindh auseinander gesetzt hat. Dank seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten entstanden einzigartige Fotografien und Zeichnungen.

Viele der gezeigten Fotografien wurden in der Region um die alte Hauptstadt Thatta und an den Gräbern der lokalen Talpurdynastie (1783 – 1843) in Hyderabad aufgenommen. Beide Städte nehmen in der Arbeit von Cousens eine zentrale Rolle ein. Daneben stehen wenig bekannte Bauten im Fokus, wie die Moschee am Grabmal des Abdul Baqi Purani in Sukkur. In der Ausstellung sind die letzten Zeugnisse dieses Gebäudes zu sehen.

Eindrucksvoll zeigen seine Fotografien die Schönheit der Bauwerke und das Zusammenspiel von Architektur und Dekor. Ergänzt werden sie durch detailreiche Drucke seiner Zeichnungen verschiedener Baudekore und durch Fliesen aus dem Museum für Islamische Kunst, die durch ihre Farbenpracht beeindrucken.
Ausstellung

Bijoux Bijoux! Modeschmuck von Chanel bis Dior

Das Kunstgewerbemuseum zeigt Meisterwerke des Modeschmucks von 1930 bis 2007. Beginnend mit den sachlichen Tendenzen der späten 1920er- und frühen 1930er-Jahre sowie den verspielten Kreationen von Miriam Haskell wird ein weiter Bogen zu den kühn-kostbaren Paruren der Gegenwart geschlagen. Rund 500 Objekte aus der Sammlung Gisela Wiegert – allesamt berühmte Entwürfe großer Modehäuser und namhafter Designer wie Coco Chanel, Christian Dior oder William de Lillo – sind erstmals in Berlin zu sehen.

Kleidung und Schmuck sind von jeher untrennbar miteinander verbunden und inspirieren sich gegenseitig. Mode -Schmuck, ursprünglich aus unedlen oder halbedlen Materialien für die serielle und somit preisgünstige Produktion gefertigt, ist heute zur unverzichtbaren Ergänzung modischer Kleidung geworden. Wichtige Zentren waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Idar-Oberstein und Gablonz, nach dem zweiten Weltkrieg Neugablonz, sowie Providence in den USA. Hier wurde und wird Schmuck in großen Produktionsstätten entworfen und auch gefertigt.

Coco Chanel war die erste Modeschöpferin, die die kreativen Möglichkeiten von Modeschmuck erkannte und ihn ab den frühen 1930er-Jahren gezielt als gestalterisches Element ihrer Kollektionen einsetzte. Andere Couturiers folgten und heute kreiert fast jedes große Modehaus Saison für Saison eine eigene Schmucklinie. Modeschmuck oder besser gesagt „Couture-Schmuck“ ist zu einem festen Bestandteil der Haute-Couture-Kollektionen geworden und entwickelt einen eigenen künstlerischen Anspruch, der ihn vom Vorbild des „echten“ Schmucks unterscheidet.

Die rund 500 Objekte der Ausstellung – zumeist zueinander passende Ensembles, sogenannte Paruren – werden erstmals in Berlin zu sehen sein. Es sind Leihgaben von Gisela Wiegert, einer der bedeutendsten deutschen Sammlerinnen von Modeschmuck. Seit mehr als 30 Jahren sammelt sie passioniert und kenntnisreich hochwertigen Modeschmuck und stellt die wichtigsten und schönsten Stücke ihrer opulenten Sammlung dem Kunstgewerbemuseum großzügig für die Ausstellung zur Verfügung.

Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile: Ein Rundgang in der Modegalerie des Kunstgewerbemuseums zeigt in unmittelbarer Nachbarschaft die vielfältige Wechselwirkung von Schmuck und Mode und bietet mit Arbeiten von Coco Chanel, Coppola und Toppo, Eisenberg, Miriam Haskell, Kenneth J. Lane, William de Lillo, Pricharé, Trifari bis hin zu Elsa Schiaparelli, Vendôme und Albert Weiss einen einzigartigen Überblick über die Entwicklung des Modeschmucks in Europa und den USA von 1930 bis heute. Ein zweiter Ausstellungsteil widmet sich ausschließlich den Kreationen aus dem Haus Dior und zeigt, nach Jahrzehnten gegliedert, fulminante Ensembles von 1955 bis 2007.
Ausstellung

Maler. Mentor. Magier.

Otto Mueller und sein Netzwerk in Breslau

Im Rahmen von 100 Jahre Bauhaus.

Die Ausstellung „MALER. MENTOR. MAGIER.“ stellt erstmalig den enormen Einfluss des ehemaligen Brücke-Künstlers und Expressionisten Otto Mueller (1874–1930) in den Mittelpunkt: Der Maler lehrte länger als zehn Jahre an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau, die seinerzeit zu den fortschrittlichsten Kunstschulen in Europa zählte. Vor allem seit den 1920er Jahren – durch die zahlreichen Neuberufungen des damaligen Direktors Oskar Moll – genoss die Breslauer Akademie den Ruf von Weltoffenheit und Liberalität. Hier standen gleichberechtigt die vielfältigen Strömungen der modernen Malerei nebeneinander: der Expressionismus mit Otto Mueller, die französische Peinture der Académie Matisse mit Oskar Moll, die Neue Sachlichkeit mit Alexander Kanoldt und Carlo Mense sowie das Bauhaus mit Oskar Schlemmer, Georg Muche oder Johannes Molzahn.

Das Hauptaugenmerk der Ausstellung gilt der Malerei der Moderne: Otto Mueller und sein Netzwerk erlebten in Breslau eine schöpferische Phase, die sie angeregt durch Austausch und gegenseitige Einflussnahme als höchst produktiv beschrieben. Ersichtlich wird diese Beeinflussung der Maler-Kollegen untereinander durch thematische Übereinstimmungen und andere Querverweise: in Gemälden, Arbeiten auf Papier, schriftlichen Äußerungen oder Fotografien. Vor allem der charismatische, von Sehnsucht und Freiheitsdrang getriebene Otto Mueller hatte maßgeblichen Einfluss auf die Breslauer Kunstszene. Ein „Romantiker“ und sogar ein „Magier“ soll Otto Mueller nach Aussagen seines unmittelbaren Umfeldes, darunter auch Kunstkritiker und Schriftsteller, gewesen sein. Carl Hauptmann setzte ihm bereits in der Künstlerbiografie „Einhart der Lächler“ (1907) ein Denkmal – damit leistete der Dichter seinen entscheidenden Beitrag für die Grundsteinlegung eines „Künstler-Mythos“.

Muellers auffällige Erscheinung und sein unbürgerlicher Lebenswandel übten eine enorme Faszination auf seine Schüler und Schülerinnen an der Akademie aus. Sie schätzten dessen vollkommene Hingabe an die Kunst, dessen unkonventionelle Lehrmethode und Humor. Einige seiner Schüler – wie Alexander Camaro oder Horst Strempel – gingen von Breslau aus nach Berlin und erlebten hier den Höhepunkt ihrer Maler-Karrieren.

Eine Besonderheit des kuratorischen Konzeptes von „MALER. MENTOR. MAGIER.“ ist das Prinzip des „Gastes“: gemeint sind hiermit ausgewählte Bilder, durch die spotlightartig, epochenübergreifend und interkulturell, insbesondere im deutsch-polnischen Kontext, auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede verwiesen werden kann. Das Einbeziehen „Polnischer Expressionisten“ ermöglicht einmalige Sehvergleiche und neue Zusammenhänge, zugleich verschränken sie die deutsch-polnische Ausrichtung dieser Ausstellung.

Die immense Wertschätzung von Otto Muellers Wirken – aus der Perspektive seines Künstlernetzwerks – reicht bis in die Nachkriegsmoderne: Ein wichtiges Kapitel deutsch-polnischer Kunstgeschichte wird unter besonderer Berücksichtigung der Wechselbeziehung zwischen den Städten Berlin und Breslau/Wrocław neu erzählt.

Denn auch die Beziehungen zwischen der Nationalgalerie in Berlin und dem ehemaligen Schlesischen Museum der bildenden Künste in Breslau (heute Muzeum Narodowe in Wrocław) waren durch intensiven Austausch und Zusammenarbeit charakterisiert. Paradigmatisch ist die Otto-Mueller-Gedächtnisausstellung, die 1931 – kurz nach dem Tod des bedeutenden Expressionisten – durch Direktor Erich Wiese in Breslau initiiert und noch im gleichen Jahr von Ludwig Justi, Direktor der Nationalgalerie, als Gedenk-Ausstellung nach Berlin übernommen wurde.

Die aktuelle Schau „MALER. MENTOR. MAGIER.“ nimmt den umgekehrten Weg. Erarbeitet in Berlin, wird sie danach in modifizierter Form in Breslau/Wrocław zu sehen sein. In Berlin setzt die Ausstellung die Folge von Präsentationen zur Klassischen Moderne fort, die während der Sanierung der Neuen Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin gezeigt wurden: „Die schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933–1945“, „Ernst Ludwig Kirchner. Hieroglyphen“ und „Rudolf Belling. Skulpturen und Architekturen“.

Künstler*innenliste: Jankel Adler, Alexander Archipenko, Isidor Aschheim, Henryk Berlewi, Alexander Camaro, Johnny Friedlaender, Grete Jahr-Queißer, Alexander Kanoldt, Ernst Ludwig Kirchner, Ludwig Peter Kowalski, Margarete Kubicka, Stanisław Kubicki, Wilhelm Lehmbruck, Carlo Mense, Oskar Moll, Marg Moll, Johannes Molzahn, Georg Muche, Otto Mueller, Żdzisław Nitka, Oskar Schlemmer, Willy Schmidt, Horst Strempel, Heinrich Tischler, Witkacy, u.a.

Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiger, umfangreicher Katalog im Kehrer Verlag, der von deutschen und polnischen Wissenschaftler*innen erarbeitet wurde. Herausgegeben von Dagmar Schmengler, Agnes Kern und Lidia Głuchowska. Zwei separate Sprachausgaben (deutsch und polnisch) sind ab Oktober 2018 erhältlich. Der Katalog wird realisiert durch: ZEIT-Stiftung, Ernst von Siemens-Kunststiftung

1. Station: 12.10.2018-3.3.2019, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
2. Station: 8.4.2019-30.6.2019, Nationalmuseum Wrocław, Breslau

Eine Ausstellung der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, in Zusammenarbeit mit der Alexander und Renata Camaro Stiftung und dem Muzeum Narodowe we Wrocławiu.

Die Ausstellung wird gefördert durch: Freunde der Nationalgalerie, Hauptstadtkulturfonds, Kulturstiftung der Länder, Ernst von Siemens-Kunststiftung, Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Stiftung Preußische Seehandlung
Ausstellung

Agnieszka Polska: The Demon’s Brain

In der für die Ausstellung im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin entstandenen Mehrkanal-Videoinstallation The Demon’s Brain befasst sich Agnieszka Polska mit der ethischen Frage, wie der*die Einzelne angesichts einer überfordernden Gegenwart gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann. Ausgangspunkt der Arbeit sind Briefe aus dem 15. Jahrhundert, die an Mikołaj Serafin, den Verwalter der polnischen Salzbergwerke, gerichtet waren. In The Demon’s Brain erzählt Polska in einer Mischung aus Realfilm und Animation die fiktive Geschichte des reitenden Boten der Schriftstücke. Auf seinem Weg verliert der Junge sein Pferd und verirrt sich in einem Wald. Dort hat er eine unerwartete Begegnung mit einem Dämon, in dessen Monolog christlich-theologische Vorstellungen mit heutigen Entwicklungen und Zuständen von Rohstoffverbrauch und Umweltzerstörung, Datenökonomik und Künstlicher Intelligenz in Verbindung gebracht werden.



Salz war damals ein kostbares Gut und stellte für das Königreich Polen eine wichtige Einnahmequelle dar. Möglich wurde der Abbau des Minerals durch ein einzigartiges Abkommen. König Władysław III. (1424–1444) übertrug die Minen Serafin, der sie von 1434 bis 1459 innerhalb einer feudalen Gesellschaftsordnung wie ein selbstständiges, frühkapitalistisches Unternehmen führte: Man beschäftigte hauptsächlich bezahlte Arbeitskräfte, finanzierte die Minen durch regelmäßig eingeforderte Verbindlichkeiten und produzierte überwiegend für den Markt, den man zu kontrollieren versuchte. Außerdem war die Salzgewinnung in einer komplexen Arbeitsteilung organisiert. Dank eines engen Netzwerks von Kreditgeber*innen und Schuldner*innen sorgte Serafin dafür, dass der Betrieb gerade so am Laufen gehalten wurde. Den in lateinischer Sprache verfassten Briefen kann man entnehmen, dass die Minen ein rasches wirtschaftliches Wachstum erfuhren, das jedoch auf Kosten menschlicher und natürlicher Ressourcen ging: Kränkelnde und unzufriedene Bauern im Umland, nicht nachhaltige Abholzung und die ständige Bedrohung durch die Pest sind nur einige der Probleme, die darin überliefert sind.

Die Installation The Demon’s Brain, konzipiert für die Historische Halle des Museums, besteht aus vier großformatigen Projektionsflächen und einer Wand mit Texten. Die Filme zeigen unterschiedliche Szenen, die zwar in Endlosschleife laufen. Allerdings sind sie so synchronisiert, dass sie sich ebenfalls gegenseitig kommentieren. Ein tiefer, unterschwelliger Rhythmus vereint die Videos zusätzlich miteinander. Durch diese Verschränkung werden Zeiträume überbrückt. Nachdem der Dämon den Boten wissen lässt, dass er den Lauf der Geschichte ändern könne, durchwandert seine wiederkehrende Verkündigung „It is not too late.“ („Es ist nicht zu spät.“) die Historische Halle und verwandelt sich in einen Appell an den*die Betrachter*in.

In The Demon’s Brain verhandelt Agnieszka Polska die Möglichkeiten individueller Handlung und das Übernehmen von Verantwortung. Zwar scheint der Bote dem Aufruf des Dämons zu folgen, doch aus unserer Perspektive hat sich die Entwicklung mit diesem Eingriff wohl nicht geändert. Hat die Tat des*der Einzelnen dann überhaupt Einfluss auf die komplexen Abläufe der uns umgebenden Welt und wie lässt sich entscheiden, welche Maßnahmen tatsächlich richtig sind? Wem können wir bei dieser Entscheidung vertrauen?

Einen Ausweg deutet die Textwand an. Zwischen Auszügen aus den historischen Briefen an Serafin sind auch Kommentare zu den ökonomischen, ökologischen und technologischen Themen der Arbeit eingefügt, die aus den eigens für den begleitenden Katalog beauftragten Essays stammen. Der Handlungsfähigkeit von Subjekten stehen Beschreibungen von abstrakten Prozessen gegenüber. Aktives Handeln, die Reflektion und der Austausch mit anderen sowie das Erkennen von langzeitlichen Mustern können erste Schritte sein, um die Ohnmacht der vermeintlichen Wirkungslosigkeit des persönlichen Tuns zu überwinden.

Agnieszka Polska (*1985 in Lublin, Polen, lebt in Berlin) wurde im vergangenen Jahr der 9. Preis der Nationalgalerie verliehen. Die Jury bestand aus Zdenka Badovinac, Direktorin der Moderna galerija, Ljubljana, Hou Hanru, Künstlerischer Direktor des MAXXI Museo nazionale delle arti del XXI secolo, Rom, Sheena Wagstaff, Leonard A. Lauder Chairman for Modern and Contemporary Art des Metropolitan Museum of Art, New York, Sven Beckstette, Kurator der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin sowie Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin. Diese Einzelausstellung und eine Begleitpublikation sind Teil der Auszeichnung.

Zur Ausstellung erscheint im Dezember ein Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König. Herausgegeben von Udo Kittelmann und Sven Beckstette, mit Texten von Sven Beckstette, Federica Bueti, Nora N. Khan, Margarida Mendes, Matteo Pasquinelli, Jan Sowa und Tiziana Terranova. Preis der Museumsausgabe: 34 Euro. Erhältlich ab Dezember im Museum und ab sofort online zum Vorbestellen.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und gefördert durch BMW.
Ausstellung

ABC des Reisens

150 Jahre Kunstbibliothek

Mit Werken aus den Sammlungen Architektur, Buchkunst, Fotografie, Grafikdesign und Modebild und Arbeiten von Flavio de Marco im Foyer
Im 21. Jahrhundert gehören Reisen zum Alltag. Überall wird darüber kommuniziert: in Blogs und online geteilten Fotos, in Reiseliteratur, Dokumentationen und Werbemedien. Doch wann und wie wurde das Reisen zu einem so zentralen Thema?

Anlässlich ihres 150-jährigen Jubiläums geht die Kunstbibliothek dieser Frage in einer Ausstellung nach. Sie hat sich auf Entdeckungsreise in ihre vielfältigen Bestände begeben und Werke aus allen Sammlungen – Architektur, Buchkunst, Fotografie, Grafikdesign und Modebild – zu einem „ABC des Reisens“ zusammengestellt. Das Panorama erstreckt sich von mittelalterlichen Pilgerreisen über Expeditionen im Kolonialzeitalter und humanistische Grand Tours bis zum Jetset und dem plakativ beworbenen Massentourismus des 20. Jahrhunderts.

Das ABC
Die Exponate folgen einem alphabetischen Parcours rund um Reisebegriffe von A wie Album bis Z wie Ziel. Unter B (Bericht), beispielsweise, finden sich Reiseberichte von Jacques de Bourges‘ China-Reise 1671 bis zu Melchior Lechters Indien-Tagebuch von 1912. Theodor de Brys Americae (1596) und frühe Landkarten-Bücher gehen unter C (Cartographia) einen Dialog mit Plakaten der 1910er- und 20er-Jahre ein. D (Dampfschiff) und E (Eisenbahn) zeigen, wie Verkehrsmittel das Reisen im 19. Jahrhundert revolutionierten. Unter N (Nationen) ordnen barocke Spielkarten, Trachtenbücher und Bilderbögen die Welt nach regionalen Typen. Im T (Tourismus) fangen Reiseplakate von 1880 bis heute Sehnsuchtsmotive ein, während V (Virtuell) mit Diaskop, Stereoskop und Diorama die Vorläufer des Virtual Travel vorstellt.

Auftakt mit Zeitgenossen
Eine Lesestation im Foyer zeigt, wie das Reisen auch Künstlerbücher jüngerer Zeit inspiriert: Konzeptkünstler, Illustratoren, Fotografen und Grafiker (de-)konstruieren bereiste Landschaften und verarbeiten Eindrücke der Fremde. Auch den Künstler Flavio de Marco, Autor des fiktiven Reiseführers Stella, beschäftigt das Thema. Seine eigens für die Ausstellung konzipierten Arbeiten thematisieren anhand von Auslassungen und Übermalungen die Rolle von Sehgewohnheiten, Vorstellungskraft und Wunschdenken in der medialen Kommunikation von Reisen.

Künstler
Die Ausstellung zeigt Werke von Otto Arpke, Marcus Behmer, Peter Behrens, Lucian Bernhard, Bernhard von Breydenbach, Marcel Broodthaers, Cornelis de Bruyn, Theodor de Bry, Flavio de Marco, Emil Cardinaux, Adolphe Mouron Cassandre, James Cook, Josef Furttenbach, Julius Gipkens, Uwe Häntsch, Johann Daniel Herz, Herbert Kapitzki, Julius Klinger, Elli Kowalski, Bernard Larsson, Erich Mendelsohn, Jakob Mores, Joseph Maria Olbrich, Emil Orlik, Rico Puhlmann, Paul Sachse, Caspar Scheuren, Jan Tschichold, Anton von Werner, Robert Wimmer und anderen.

Jubiläumsmagazin
Zu Ausstellung und 150-jährigem Jubiläum erscheint eine reich bebilderte Katalogpublikation im Zeitschriftenformat.

Weiterreisen im Kunstgewerbemuseum
Nicht nur die Kunstbibliothek besteht seit 150 Jahren: Auch das benachbarte Kunstgewerbemuseum, dem sie ursprünglich angegliedert war, feiert 2018 dieses Jubiläum. In Erinnerung an die historische Verbindung der beiden Häuser setzt sich die Ausstellung mit einem Reise-Parcours im Kunstgewerbemuseum fort, mit Objekten von der Souvenirtasse bis zur Reiseschreibmaschine.
Ausstellung

Bewegte Zeiten

Archäologie in Deutschland

Anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 zeigen das Museum für Vor- und Frühgeschichte und der Verband der Landesarchäologen im Gropius Bau die Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“.

Digitale Kommunikations- und schnelle Transportmöglichkeiten bringen die Menschen immer enger zusammen und lassen die Globalisierung als modernes Phänomen erscheinen. Tatsächlich aber ist die überregionale Vernetzung mit allen ihren Auswirkungen seit jeher ein fester Bestandteil der Gesellschaft und beeinflusst das Leben der Menschen seit prähistorischer Zeit grundlegend. Täglich machen Archäologen Entdeckungen, die dies eindrucksvoll belegen. „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ präsentiert die spektakulärsten archäologischen Neufunde der letzten 20 Jahre von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Anhand der vier Themen Mobilität, Konflikt, Austausch und Innovation werden mit über 1000 Exponaten die Folgen überregionaler Interaktion auf persönlicher, wirtschaftlicher und kultureller Ebene erfahrbar gemacht.

Das Europäische Kulturerbejahr 2018 richtet den Blick auf Austauschprozesse und auf Beziehungen innerhalb Europas. Unter dem Motto „sharing heritage“ wird das reiche kulturelle Erbe Europas in unterschiedlichen Projekten präsentiert und neu erschlossen. „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ ist das Leitprojekt im Themenfeld „Austausch und Bewegung“ und zeigt, was das kulturelle Erbe Europas aus archäologischer Perspektive ausmacht. Ziel der Ausstellung ist es, über die Exponate den Bezug unserer kulturellen Vergangenheit zur heutigen Zeit zu herzustellen und zu verdeutlichen, dass schon vor mehreren tausend Jahren die Grundlagen eines gemeinsamen Europas gelegt wurden, aus denen ein einzigartiges kulturelles Netzwerk entstand, das uns bis heute prägt.

Über allem steht die Bewegung des Menschen als verbindendes Grundprinzip der Geschichte: Diese ist die Ausgangslage für die Verbreitung von Waren und Ideen, dem Entstehen von Handel und Fortschritt sowie auch damit verbundenen strukturellen Veränderung und Konflikten. Aus diesem Grund ist die Ausstellung nicht chronologisch gegliedert, sondern orientiert sich an den vier Themen Mobilität, Austausch, Konflikt und Innovation. In dieses thematische Konzept eingefasst werden auf 1600 qm Fläche im gesamten Erdgeschoss des Gropius Baus spektakuläre Funde und Forschungsergebnisse der letzten 20 Jahre aus allen Bundesländern gemeinsam präsentiert. 70 Leihgeber aus ganz Deutschland unterstützen die Ausstellung mit insgesamt 300 Fundkomplexen bestehend aus weit über 1000 hochrangigen Exponaten von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Allen Exponaten ist gemein, dass sie trotz ihrer Einzigartigkeit nicht allein stehen, sondern immer als Teil eines europäischen Netzwerks zu sehen sind.

Im Zentrum der Ausstellung steht im Lichthof des Gropius Baus die Hafenmauer des römischen Köln, die in den letzten Jahren durch den Bau der Kölner U-Bahn freigelegt wurde. Die mächtigen Überreste einer 3,5 Meter hohen Spundwand aus fast 2000 Jahre alten Eichenbohlen werden zusammen mit tausenden Scherben aus dem Hafenbecken präsentiert.

Im Bereich Mobilität steht der Mensch im Vordergrund, der aus den verschiedensten Gründen allein oder in großen Gruppen auf kurzen Wegen oder langen Strecken unterwegs war und dessen Wege durch seine Hinterlassenschaften greifbar sind. So wird u.a. ein Blick auf vier große Migrationsereignisse im Neolithikum geworfen, die den Genpool der Europäer nachhaltig geformt haben. Ein besonders spannender Komplex ist der jungsteinzeitlicher Ritualort in Herxheim (Rheinland-Pfalz), wo Menschen am Beginn des 5. Jahrtausends v. Chr. aus einem Umkreis von 400 km für ein rätselhaftes Opferritual zusammengekommen sind.

Bis in die Gegenwart hinein wird Europa von Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt. Eine der Entdeckungen der letzten Jahre ist die bronzezeitliche Schlacht an der Tollense (Mecklenburg-Vorpommern). Hier ist ca. 1300 v. Chr. die früheste belegbare Schlacht in der Geschichte Europas ausgetragen worden. Der Konflikt zeigt sich aber auch auf einer anderen, geistigen Ebene im Sinne eines Bildersturms. Der Berliner Skulpturenfund ist als solcher zu verstehen: Die 16 Werke stammen aus der in den 1930er-Jahren von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken gezeigten Ausstellung „Entartete Kunst“ und wurden zusammen mit anderen beschlagnahmten Kunstwerken in einer Wohnung eingelagert, die 1944 durch Bombardierung zerstört wurde.

Im Bereich Austausch liegt der Fokus auf den Waren. Es wird ein weiter Bogen gespannt von der Rohstoffgewinnung über Distribution und professionalisierten Handel, sowie die daraus hervorgehenden gesellschaftlichen und städtebaulichen Veränderungen. Exponate wie der Goldhort von Gessel (Niedersachsen) mit 82 normierten Goldspiralen oder der Kupferschatz von Oberding (Bayern) mit 796 gleichartigen und in Zehnergruppen gebündelten Spangenbarren zeigen eindrucksvoll, dass es schon vor 4000 Jahren überregionale Handelsgrößen gegeben hat. Ganz anders lässt sich der Handel im Gründungsviertel der Stadt Lübeck fassen. Hier entstanden im 12. Jahrhundert standardisierte und auf Kaufleute zugerichtete Häuser, deren für Handelswaren konzipierte Holzkeller sich bis heute erhalten haben.

In ihrem letzten Bereich widmet sich die Ausstellung den Innovationen – sowohl in technischer als auch in geistig-ideeller Hinsicht. Gezeigt wird u.a. die früheste figürliche Kunst der Menschheit, die ca. 35.000 Jahre alte Venus vom Hohle Fels (Baden-Württemberg), sowie die bronzezeitliche Himmelscheibe von Nebra (Sachsen-Anhalt) mit der weltweit ältesten bisher bekannten konkreten Darstellung des Kosmos. Ebenfalls präsentiert werden 3000 Jahre alte Goldhüte aus Deutschland und Frankreich, die nicht nur eine Meisterleistung der Goldschmiedetechnik darstellen, sondern auch mit kalendarischen Symbolen verziert sind.

„Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und wird gefördert durch die Staatsministerin für Kultur und Medien und das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.
Ausstellung

Hochzeitsträume

Hochzeit – der große Traum. Für viele der wichtigste Augenblick im Leben. Wie sehen diese Träume aus? Wie werden sie geschaffen? Wie haben sie sich verändert? Gehen alle Träume in Erfüllung? Und was hat das alles mit Gefühlen zu tun?

In der Ausstellung zeigt das Museum Europäischer Kulturen (MEK) gelebte und ungelebte, vergangene und gegenwärtige Hochzeitsträume. Sie sind so verschieden wie die Menschen, die Kulturen und Religionen und haben doch erstaunlich viel gemeinsam.

Träume von Jungen und Alten und denen „dazwischen“, von Prinzen, Promis, KünstlerInnen und DesignerInnen. Die interaktive Ausstellung mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm lädt ein zum Entdecken, Erzählen, Erinnern und Träumen.
Ausstellung

Agnieszka Polska: The Demon’s Brain

Der 9. Preis der Nationalgalerie wurde im Herbst 2017 an Agnieszka Polska (geb. 1985 in Lublin) verliehen. Aus diesem Anlass präsentiert der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin ab dem 27. September 2018 in der Historischen Halle eine Mehrkanal-Videoinstallation der Künstlerin, die eigens für ihre Einzelausstellung entstanden ist.

In ihren Werken verbindet Agnieszka Polska Realfilm mit animierten Sequenzen. Ihre Bildsprache beruht auf der verschlüsselten Aneignung kultureller Erzeugnisse. Oft von einem irritierenden Unterton getragen, stellen Polskas suggestive Videos auf eine poetische Weise die Frage nach dem Zustand der gegenwärtigen Welt und der Verantwortung des Einzelnen. Ausgangspunkt von Polskas neuem Filmprojekt ist ein Schriftverkehr aus dem 15. Jahrhundert zwischen dem Verwalter der polnischen Salzbergwerke, Mikołaj Serafin, seinen Kreditgebern und Schuldnern sowie seinen Angestellten. In einem für die damalige Zeit einzigartigen Abkommen wurden die Bergwerke durch den König an Serafin verpachtet und funktionierten somit wie ein frühkapitalistisches Unternehmen innerhalb der feudalen Gesellschaftsordnung.

In der raumgreifenden Video- und Toninstallation erzählt Polska die Geschichte des Boten, der Serafins Briefe übermittelt und selbst weder lesen noch schreiben kann. Eines Tages verirrt sich der Junge in einem Wald. Dort löst eine unerwartete Begegnung eine halluzinatorische Vision in ihm aus, in der sich christlichen Vorstellungen des Weltuntergangs mit heutigen Problemen und Theorien von Ressourcenverbrauch und Informationsökonomik verbinden.
Ausstellung

Fleisch

Fleisch: Gerade noch bewegliche Grundlage des Lebens, plötzlich verwesende Substanz – für die einen abstoßend, für die anderen Nahrung oder Opfergabe an die Götter. Fleisch offenbart den allgegenwärtigen Konflikt zwischen Leben und Tod in der menschlichen Kultur. Die Position des Fleisches im Spannungsfeld zwischen Entstehen und Vergehen ist dabei paradox. Die Ausstellung fragt, wie dieses Paradoxon die Bereiche Ernährung, Kult und Körper beeinflusst und damit auch unser heutiges Verhältnis zum Fleisch prägt.

Nach der erfolgreichen Ausstellung „Bart“ im Neuen Museum und „Alchemie“ am Kulturforum ist „Fleisch“ im Alten Museum die nächste thematisch übergreifende Ausstellung, in der insgesamt zwölf Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin pointiert Objekte aus ihren universellen Beständen einander gegenüberstellen.

Für weitere Impressionen der Ausstellung suchen Sie einfach auf den gängigen Social-Media-Kanälen, wie Facebook und Instagram, nach dem Hashtag: #FleischFleshMeat
Ausstellung

Zwei Kamele und ein Heiliger

Das antike Pilgerzentrum Abu Mina in Ägypten

Im späten 4. Jahrhundert nach Christus entwickelte sich um das Grab des Heiligen Menas eine der größten christlichen Wallfahrtstätten der Spätantike – Abu Mina in der Nähe von Alexandria. Bis zur Zerstörung während der persischen Besatzungszeit im frühen 7. Jahrhundert pilgerten unzählige Gläubige aus dem gesamten Römischen Reich dorthin. Danach entstand über den Trümmern der Stadt eine neue Siedlung.

Studierende des Ägyptologischen Seminars der Freien Universität Berlin berichten über die abenteuerliche Wiederentdeckung der Pilgerstadt im frühen 20. Jahrhundert und stellen ihre bedeutendsten Bauten sowie ausgewählte Bauskulpturen, Pilgerandenken und Alltagsobjekte aus Abu Mina aus dem Bestand des Museums für Byzantinische Kunst vor.
Ausstellung

Vis à vis. Asien trifft Europa

Das Museum für Asiatische Kunst hat Anfang Januar 2017 seine Pforten in Dahlem geschlossen, um die Neuaufstellung im Humboldt Forum vorzubereiten. Eine erlesene Auswahl seiner herausragenden Bestände wird nun im Rahmen der Reihe „Auf dem Weg zum Humboldt Forum“ in der ständigen Ausstellung des Kunstgewerbemuseums präsentiert. Werke beider Museen treten in einen assoziativen Dialog. Diese Form der Präsentation verdeutlicht den regen und bereits seit Jahrhunderten stattfindenden Transfer von Materialien, Techniken, Formen und Motiven zwischen Europa und Asien. Die Präsentation besteht aus fünf thematischen Diskursen und ist ab dem 15. Dezember 2017 bis voraussichtlich April 2019 im Kunstgewerbemuseum am Kulturforum zu sehen.

Horn, Bein und Elfenbein aus Indien und Europa
Die erste Gegenüberstellung zeigt indische und europäische Kunstwerke aus dem 13. bis 19. Jahrhundert. Bereits die Wahl der Materialien symbolisiert kulturübergreifend Macht, Potenz, Erhabenheit und Reinheit. Besonders Elfenbein wurde als Material für Jagdgeräte, Kosmetikutensilien oder Herrschaftsinsignien wertgeschätzt. Im Westen trat der Aspekt des Exotischen hinzu, der die Aura der Exklusivität des über weitgespannte Handelsnetze bezogenen fremden Materials noch verstärkte.

Porzellan und Tee in Asien und Europa
Der zweite Diskurs widmet sich dem „weißen Gold“. In China war die Rezeptur des Porzellans bereits seit Jahrhunderten bekannt. Im 17. Jahrhundert intensivierte sich der Handel zwischen China, Japan und Europa. In der Folge gelangten große Mengen von chinesischem Porzellan und Tee in den Westen. Die europäische „Nacherfindung“ gelang jedoch erst 1708 in Meißen dem Alchemisten Johann Friedrich Böttger und dem Naturwissenschaftlers Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Im Nebeneinander von chinesischen, japanischen und frühen Meißener Porzellanen werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten deutlich. Beim Transfer von Motiven kam es auch zu Missverständnissen – so mutiert in Meißen ein chinesischer Phönix zu einem Hahn.

Ostasien und Art Nouveau
Auf der Suche nach neuen Impulsen bezogen sich auch die Künstler des Jugendstils auf ostasiatische Vorbilder. Im dritten Diskurs treten französische Keramiken des Art Nouveau in Dialog mit Gefäßen aus China, Japan und Korea. Die sogenannten „Maîtres du Feu“ ließen sich nicht nur von den Formen und Motiven ostasiatischer Prägung inspirieren, sondern auch von den farbintensiven Laufglasuren. Zeitlos und modern wirken die parallel präsentierten ostasiatischen Keramiken, von denen die ältesten bereits aus dem 4. Jahrhundert datieren.

Der Kimono in der Mode Europas
Der vierte Diskurs handelt von Mode. Seit dem 18. Jahrhundert lässt sich der ästhetische Einfluss Ostasiens in der europäischen Modeentwicklung dokumentieren. Später entdeckte die Pariser Haute Couture den japanischen Kimono für die Damenmode. Der bedeutende Pariser Modeschöpfer Paul Poiret (1879-1944) befreite Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur die Frauen vom Korsett und entwarf die neue weibliche Silhouette. Ihm gelang dabei auch die meisterhafte Synthese zwischen westlicher und fernöstlicher Kleidung. Als japanisches Pendant zu Poirets Mode figuriert ein Damenkimono aus der Taishô Zeit (1912-1926). Es ist ein prächtiger, schwarzer und sehr förmlicher Kimono. Bis heute werden solche Kimonos zu höchsten feierlichen Anlässen getragen.

Chinesische Stühle als Vorbild
Im fünften Diskurs kommt es zur Begegnung von chinesischen Stühlen der späten Ming- und frühen Qing-Zeit (15. bis 17. Jahrhundert) mit dem 1943/44 nach ihrem Vorbild entworfenen „Kinastol“ des dänischen Möbeltischlers, Designers und Architekten Hans Jørgensen Wegner. Wegner folgte der reduzierten, dem menschlichen Körper schmeichelnden Gestalt der chinesischen Vorbilder und übersetzte deren erstaunliche Qualität – die Stühle sind nur zusammengesteckt und nicht verleimt – in vorzüglicher europäischer Handwerkskunst.

Auf dem Weg zum Humboldt Forum
Die Sammlungen des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin werden auch während des Umzugs ins Humboldt Forum für Besucherinnen und Besucher sichtbar bleiben. Unter dem Motto „Auf dem Weg zum Humboldt Forum“ finden bis 2019 zahlreiche dialogische Sonderausstellungen und Präsentationen sowie Veranstaltungen der außereuropäischen Sammlungen am Kulturforum und auf der Museumsinsel Berlin statt.
Ausstellung

Unvergleichlich: Kunst aus Afrika im Bode-Museum

Die Ausstellung "Unvergleichlich" wird herausragende Kunstwerke Afrikas aus dem Ethnologischen Museum in der einzigartigen europäischen Skulpturensammlung im Bode-Museum zeigen. Durch die beiden Hauptetagen werden punktuell Plastiken beider Kontinente gegenübergestellt. Thematische Vertiefungen werden in einem Sonderausstellungsraum gezeigt.

Durch experimentelle Gegenüberstellungen von Werken aus zwei Kontinenten werden mögliche Zusammenhänge auf verschiedenen Ebenen thematisiert, wie historische Zeitgenossenschaft, ikonographische und technische Gemeinsamkeiten oder künstlerische Strategien. Besonders bemerkenswert sind Übereinstimmungen in der Funktion der Kunstwerke trotz unterschiedlicher Formensprache: Kraftfiguren aus dem Kongo dienten zum Schutz von Dörfern und Gemeinschaften, ähnlich wie gotische Darstellungen der Schutzmantelmadonna. Allerdings machen Vergleiche auch Kontraste deutlich, wie im Fall von Mutterschafts-Darstellungen, die sich in Afrika und Europa anderer Bildsprachen bedienen und andere Aussagen machen.

Jeder Museumsbesuch fordert auf, Objekte zu vergleichen und zu interpretieren. Doch was bedeutet es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen?

Die Ausstellung wirft mehrere Fragen auf: Welche Erkenntnisse werden durch die gemeinsame Präsentation von Kunstwerken mit unterschiedlichen Geschichten gewonnen? Was für Auswirkungen hatte es, Objekte, die einst gemeinsam in der Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer standen, verschiedenen Museen zuzuordnen? Warum wurden die einen Objekte als ethnologische Gegenstände und die anderen als Kunstwerke klassifiziert? Der implizite Prozess des Vergleichens, Trennens und Zuordnens in Abgrenzung zu anderen Sammlungen war ein fundamentaler Schritt in der Gründung der Berliner Museen und der Definition ihrer Sammlungsaufträge. Dabei endeten viele Objekte aus Afrika als ethnologische Anschauungsobjekte. Andere Objekte aus europäischen rituellen Kontexten von vergleichbarer Kunstfertigkeit verblieben in einem Kunstmuseum.

Der Prozess des Vergleichens und des Zuordnens ist also kein neutraler, sondern ist geladen mit gesellschaftlich geprägten Vorurteile, Konventionen und Geschichtskonstruktionen. Er ist auch stark abhängig von den Erfahrungen der Menschen, die den Vergleich anstellen. Die Aussage, ob Sachen ähnlich oder andersartig sind, hat oft auch mit Macht zu tun. Dadurch ist das Vergleichen eng mit Themen wie Sammlungsgeschichte, Ästhetik, Kolonialismus und Gender verbunden. Diese Themen werden in der Ausstellung und der begleitenden App von verschieden Perspektiven beleuchtet.

Bis zu Einrichtung des Humboldt-Forums bleiben diese Meisterwerke afrikanischer Kunst im Bode-Museum zugänglich. Die Präsentation lädt ein, die eigene Haltung des Vergleichens zu hinterfragen.

Die Ausstellung wird großzügig gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.
Ausstellung

100 Prozent Wolle

Die Ausstellung öffnet das Thema WOLLE für Besucher_innen aller Altersgruppen. Sie erhalten die Möglichkeit, sich der Wolle spielerisch, sinnlich, intellektuell oder nostalgisch anzunähern und damit auseinanderzusetzen. In jedem Raum stehen Orte der Begegnung, der gemeinsamen aktiven Erfahrung und des Austausches zwischen den Generationen im Mittelpunkt. Zugleich können sich die Besucher_innen in verschiedenste Themenfelder vertiefen. Dazu gehören das Schäferleben und der Umgang mit Tieren, die Gewinnung von Wolle, die Verarbeitung der Rohwolle zum Faden und die Herstellung von Maschen bis hin zum Produkt. Alles kann selbst ausprobiert werden – mit Anleitung oder ohne.

Highlights sind neben einer bekletterbaren Schafskulptur die Ausstattung eines Schäfers, eine Geschichten erzählende Kleiderstange und ein fliegender Teppich.

Mit dieser Ausstellung will das MEK eine Plattform entwickeln, die den Besucher_innen die Möglichkeit bietet, gemeinschaftlich Kulturtechniken kennenzulernen und zu erproben.
Ausstellung

Die Krone von Kertsch

Schätze aus Europas Frühzeit

Völkerwanderungszeitlicher Goldschmuck vom Schwarzen Meer, silberne Gewandspangen und prächtige Gürtel aus Gräbern des frühen Mittelalters in Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland – Teile der Sammlung des Johannes von Diergardt werden nach über 80 Jahren wieder in Berlin zu sehen sein, wo sie bis 1934 ausgestellt waren. Sie gewähren glänzende Einblicke in die europäische Geschichte, besonders in die Ereignisse zwischen Antike und Mittelalter. Nach dem Tod des Sammlers und Mäzens gelangten sie in das Römisch-Germanische Museum Köln. Umbauarbeiten im Kölner Museum bieten nun eine gute Gelegenheit, die Schätze nach langer Zeit wieder der Berliner Öffentlichkeit zu präsentieren.

Eine Sonderpräsentation des Museums für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Römisch-Germanischen Museum der Stadt Köln
Ausstellung

Schätze aus dem Rhein. Der Barbarenschatz von Neupotz

20.12.2016 bis auf Weiteres

Im Bacchussaal des Neuen Museums stand lange einsam der Xantener Knabe, eine römische Bronzestatue, 1858 im Rhein bei Xanten von Fischern entdeckt. Nun bekommt der Bronzejüngling Zuwachs en masse: eiserne Werkzeuge und Wagenteile, Vorhängeschlösser und Fußfesseln, Bronzekessel und Silbergeschirr. Der „Barbarenschatz von Neupotz“ – im 3. Jahrhundert n. Chr. im Rhein versunken – wird für die kommenden Jahre die Dauerausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte um eine Attraktion bereichern.

Die einst in den Fluten des Rheins versunkenen Objekte stammen zumeist aus römischen Privathäusern. Es handelt sich etwa um einfaches Küchen- und Kochgeschirr, aber auch um wertvolles Tafelgeschirr zum Auftragen von Speisen und Getränken und zum Mischen von Wein. Viele Stücke zeigen Spuren intensiven Gebrauchs: Abnutzung, Reparaturen, Flicken. Die Objekte führen uns ganz nahe an die Menschen, die damit arbeiteten, an ihren Alltag. So auch die römischen Werkzeuge aus Eisen – wie Äxte, Zangen und Hacken –, deren Formen uns heute immer noch vertraut erscheinen. Sie haben sich über die Jahrhunderte nicht sehr verändert. Vorhängeschlösser und die schweren Eisenbeschläge römischer Lastwagen geben Aufschluss über den hohen Stand der antiken Technik. Fußfesseln erinnern an die weniger fortschrittlichen Züge der römischen Gesellschaft. Weiheinschriften auf manchen Stücken schließlich lassen vermuten, dass diese aus Heiligtümern genommen worden waren.

Im passenden Ambiente des Bacchussaals mit seiner an pompejanische Wandmalereien angelehnten Ausgestaltung wird ein Querschnitt aus den Neupotzer Metallmassen in zwei Hoch- und zwei Tischvitrinen präsentiert. Sie geben einen Überblick über den umfänglichen Fund. Der im Bacchussaal seit der Neueröffnung des Neuen Museums aufgestellte Xantener Knabe bleibt vor Ort. Auch er war im Rhein verloren gegangen, bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. In der Behausung eines vornehmen Römers aufgestellt, reichte er Gästen als „Stummer Diener“ einst Speisen und Getränke auf einem Tablett dar. Auch für seinen Verlust im Rhein werden Unruhen verantwortlich gemacht. So passen sie gut zusammen – der Xantener Knabe und der Schatzfund von Neupotz: die Schätze aus dem Rhein.
Ausstellung

Picasso und seine Zeit

16.03.2013 bis auf Weiteres

Am 16. März 2013 öffnete das zur Nationalgalerie gehörende Museum Berggruen wieder die Pforten für seine berühmte Sammlung der Klassischen Moderne. Der westliche Stülerbau wurde um das benachbarte Kommandantenhaus am Spandauer Damm und den neu angelegten Bettina-Berggruen-Garten erweitert.

Name und Entstehung der Sammlung gehen auf den Kunsthändler und Sammler Heinz Berggruen zurück (1914-2007). Über einen Zeitraum von mehr als vierzig Jahren trug er Meisterwerke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Paul Klee und Alberto Giacometti zusammen. Unter dem Titel "Picasso und seine Zeit" wurde die Sammlung Berggruen 1996 erstmals im westlichen Stülerbau präsentiert und im Jahr 2000 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Nationalgalerie erworben. Heute ist die Sammlung im Museum Berggruen - ergänzt durch weitere bedeutende Leihgaben der Familie - einer der wichtigsten Standorte der Klassischen Moderne.

Heinz Berggruen wurde 1914 in Berlin-Wilmersdorf geboren. 1936 emigrierte er aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die USA, wo er zunächst als freier Kulturjournalist arbeitete und seit 1939 am San Francisco Museum of Art angestellt war. Nach dem Krieg gründete er in Paris eine Galerie, die viele der Künstler vertrat, die Berggruen auch privat zu sammeln begann. 1980 zog sich Berggruen aus seiner Galerie zurück und konzentrierte sich auf die Erweiterung seiner Sammlung. Hierbei interessierten ihn vor allem jene Künstler, die heute das Herzstück der Sammlung des Museums ausmachen.

Mit mehr als 120 Werken von Pablo Picasso (1881-1973) gibt das Museum Berggruen einen vielfältigen Gesamtüberblick über seine künstlerische Entwicklung. Zu sehen sind zentrale Arbeiten, wie etwa Picassos berühmtes Motiv des sitzenden Harlekins aus der Rosa Periode, eine eindrückliche Detailstudie für "Les Demoiselles d'Avignon" sowie zahlreiche Porträts der Dora Maar. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Schaffen Paul Klees (1879-1940). Henri Matisse (1869-1954) und Alberto Giacometti (1901-1966) sind vor allem mit ihrem späteren Werk vertreten. Darüber hinaus zeigt das Museum Werke von Georges Braque, Henri Laurens und Paul Cézanne.
Ausstellung

Altes Ägypten

17.10.2009 bis auf Weiteres

In bislang nie gezeigtem Ausmaß von über 2 500 Exponaten präsentiert sich das Ägyptische Museum und Papyrussammlung im Nordflügel des Neuen Museums über drei Ebenen auf einer Fläche von 3 600 Quadratmetern.

Die Konzeption und Gestaltung der Schausammlung gewährt einen umfassenden Einblick in Kontinuität und Wandel der altägyptischen Kultur über vier Jahrtausende sowie in die Kulturgeschichte des antiken Sudan. Durch den Wiederaufbau mehrerer Opferkammern werden Grabarchitektur und Reliefkunst des Alten Reiches in einzigartiger Weise präsentiert. Neben der Thematisierung verschiedener kultureller Schwerpunkte wie Toten- und Götterkult, Königtum und Alltagsleben wird erstmals auch die Wissenschaftsgeschichte der Ägyptologie dargestellt und erläutert. Die Papyrussammlung zeigt in der "Bibliothek der Antike" eine große Auswahl hoch bedeutender Texte und Literaturwerke über die gesamte Zeitspanne altägyptischer bis spätantiker Schriftkultur.

Eine besondere Betonung der Ausstellungskonzeption liegt auf der Vermittlung des altägyptischen Menschenbildes durch die nach unterschiedlichen Gesichtspunkten in mehreren Räumen arrangierten Skulpturen, deren Höhepunkt die Präsentation der Büste der Nofretete im Nordkuppelsaal des Neuen Museums darstellt.
Ausstellungen / Museum Staatl. Kunstsammlungen Dresden Dresden, Taschenberg 2
Ausstellungen / Museum Deichtorhallen Hamburg Hamburg, Deichtorstr. 1-2
Ausstellungen / Museum Rautenstrauch-Joest-Museum Köln Köln, Cäcilienstraße 29-33
Ausstellungen / Museum Folkwang Museum Essen Essen, Museumsplatz 1
Ausstellungen / Museum Kunsthaus Zürich Zürich, Heimplatz 1
Ausstellungen / Museum Jüdisches Museum Berlin Berlin, Lindenstr. 9-14
Ausstellungen / Burg Wartburg Eisenach Eisenach, Auf der Wartburg 2
Ausstellungen / Museum Mudam Luxembourg Luxembourg, 3, Park Dräi Eechelen
Ausstellungen / Museum GRASSI Museum für Völkerkunde Leipzig Leipzig, Johannisplatz 5-11
Ausstellungen / Museum Kunsthaus Zürich Zürich, Heimplatz 1
Ausstellungen / Museum Stiftung Moritzburg Halle Halle (Saale), Friedemann-Bach-Platz 5
Ausstellungen / Museum Naturhistorisches Museum Basel Basel, Augustinergasse 2
Ausstellungen / Museum Museum fünf Kontinente München München, Maximilianstraße 42
Ausstellungen / Kulturveranstaltung OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich Linz, OK-Platz 1