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Staatliche Museen zu Berlin

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Staatliche Museen zu Berlin
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Fax: +49 (0)30-266 42 2202
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Ausstellung

Kalligraph des Königs – Daud Hossaini

Ob mikroskopisch klein oder monumental, der Kalligraph Daud Hossaini (1894-1979) beherrschte jedes Format. Er schrieb Koransuren auf ein Reiskorn, füllte winzige Seiten eines Miniaturbuchs mit 550 Buchstaben oder entwarf monumentale Bauinschriften wie sie den Triumphbogen (Taq-e Zafar) und andere moderne Denkmäler in Kabul schmücken. Als Kulturberater des letzten afghanischen Königs, Muhammad Zahir Khan (reg. 1933–1973) gehörte er zur intellektuellen und politischen Elite des Landes und bekleidete hohe Ämter wie die Leitung der staatlichen Druckereien Afghanistans.

Trotz seiner erfolgreichen politischen und intellektuellen Karriere blieb Hossaini seinem künstlerischen Wirken als Kalligraph treu. Doch nur ein Bruchteil seines Werkes ist heute erhalten, ungeachtet seiner großen Produktivität. Der Verbleib von circa 300 kalligrafischen Arbeiten, die im Nationalarchiv in Kabul aufbewahrt wurden, ist ungeklärt. Andere Werke, die König Muhammad Zahir Khan als Staatsgeschenke an internationale Staats- und Regierungschefs sandte, sind entweder verloren gegangen oder in verschiedenen Archiven verstreut, wo sie auf ihre Entdeckung warten.

Spende und Langzeitleihgabe vom Sohn des Kalligraphen
Das Museum für Islamische Kunst konnte kürzlich einen Teil des Werkes von Hossaini erwerben, dank einer großzügigen Spende und Langzeitleihgabe seines Sohnes Dr. Haschmat Hossaini. In der Ausstellung Kalligraph des Königs – Daud Hossaini werden vom 7. Februar bis 3. Mai 2020 erstmals eine Auswahl kalligraphischer Blätter und Objekte des Künstlers zu sehen sein. Die Entwürfe, Übungsblätter und ausgeführten Kalligraphien sind virtuose Meisterwerke und zeugen zugleich von seinem Selbstverständnis als moderner Meisterkalligraph, der in der langen Tradition Zentralasiens arbeitet.

Highlights von der Hand des Meisterkalligraphen
Spektakuläre Highlights der Ausstellung sind zwei Reiskörner mit mikroskopisch kleiner Kalligraphie. Die zugehörigen Begleitschreiben weisen sie als diplomatische Geschenke, unter anderem nach Deutschland, aus. Außerdem werden außergewöhnliche Beispiele für Siya Mashq zu sehen sein. Diese in Zentralasien weit verbreitete und sehr geschätzte Kalligraphieform demonstriert die Meisterschaft eines Kalligraphen, Buchstabenformen und -kombinationen dynamisch zu replizieren. Welche Kunstfertigkeit die Kalligraphiepraxis erfordert, lassen die erhaltenen Übungsblätter ahnen. Das breite Spektrum von Fertigkeiten, das den Meisterkalligraphen auszeichnet zeigen marmorierte Abri-Papiere die beispielsweise bei der Herstellung von Rahmen oder Einbänden Verwendung fanden.

Der Überblick über das breitgefächerte Werk Hossainis wird abgerundet durch eine Reihe außergewöhnlicher kalligraphischer Blätter, die seine Virtuosität als Kalligraph unter Beweis stellen und zugleich berühmte persische Dichter wie Bidel, Saeb, Hafez und Sadi zu Wort kommen lassen. In dieser Zusammenstellung von klassischer Poesie und Kalligraphie wird der umfassende Anspruch Hossainis deutlich, sein starkes Engagement für die klassische islamische Kalligraphie, das sich mit einem tiefen Verwurzeltsein in poetischen Traditionen Zentralasiens verbindet.

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Ausstellung

Birgit Kleber. augen | blicke

Mehr als 20 Jahre hat die Berliner Fotografin Birgit Kleber deutsche und internationale Filmstars auf der Berlinale fotografiert: Monica Bellucci und Chloë Sevigny, Willem Dafoe und Shootingstar Franz Rogowski, Regisseur Wim Wenders, Produzent Artur Brauner sind nur einige von ihnen. In immer derselben Haltung, immer in einem ähnlichen Setting. Immer auf der Suche nach dem besonderen Moment. „Ich will die berühmten fünf Minuten“, sagt sie. Zeit genug für Augenblicke, die überraschend Persönliches offenbaren: Menschen mit ihrer Lebensgeschichte, ihren Gefühlen, in ihrer ganzen Verletzlichkeit.
Ausstellung zum 70. Geburtstag der Berlinale

Über 300 Fotografien von Birgit Kleber sind inzwischen Bestandteil der Sammlung des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt, dort gab es Anfang 2019 eine erste Ausstellung dieser Porträts, und nun – ein Jahr später, anlässlich des 70. Geburtstags der Berlinale – begegnen uns mehrere Dutzend dieser intensiven „Augenblicke“ auch im Berliner Museum für Fotografie, dicht an dicht, in Petersburger Hängung, Farbe neben Schwarz-Weiß, Mann neben Frau, alt neben jung.

Die enge Präsentation der ausdrucksstarken Köpfe, in drei unregelmäßigen Tableaus angeordnet, verführt zu einem vergleichenden Sehen. Die Inkjet-Prints, gedruckt auf mattem Hahnemühle-Papier und kaschiert auf Aludibond, werden stets unverglast präsentiert und so jede Reflektion vermieden. Der Betrachter spiegelt sich insofern nicht im Glas des Bilderrahmens und begegnet dem oder der Dargestellten unmittelbarer. Dies wird dadurch unterstützt, dass die meisten Köpfe in Lebensgröße vor uns erscheinen.
Der gegenseitige Blick

Es ist eine etwas sonderbare Körperhaltung, die sich die Fotografin für ihr Gegenüber ausgedacht hat, leicht angespannt, sitzend und stark nach vorn gebeugt. Birgit Kleber kommt dem Menschen sprichwörtlich nahe und lässt jedem und jeder Einzelnen, trotz der nahezu identischen und nivellierenden Versuchsanordnung, seine oder ihre Individualität. Das sorgsam vorbereitete, konzentrierte Shooting, also die Augen-Blicke durch und in die Kamera, dauert meist nicht länger als fünf Minuten, stets bei natürlichem Licht, in der Berlinale-Lounge, Hotelzimmern und teilweise etwas abseitigen Räumen. Es ist ein Prozess, der mit einem authentischen Porträt endet, das einen „in die Magengrube trifft“, wie es Birgit Kleber nennt, eine Formulierung ihrer geschätzten Kollegin Berenice Abbott zitierend.

Die Porträtierten schauen neugierig, offen und direkt zurück in ihre Kamera, natürliches Selbstbewusstsein ersetzt in dieser Bildsequenz die Pose. Jedes der Porträts erzählt eine komplexe Geschichte, und die Menschen werden in dieser Ausstellung zugleich als private und als öffentliche Person präsentiert, mit unterschiedlichen emotionalen Facetten gleichzeitig, jeweils innerhalb eines Bildes.

Zur Ausstellung ist im Verlag Deutsches Filminstitut & Filmmuseum ein Katalog erschienen: ISBN: 978-3887991005.

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Helmut Newton Stiftung.

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Ausstellung

Raffael in Berlin. Meisterwerke aus dem Kupferstichkabinett

Anlässlich des 500. Todestags von Raffael widmen die Staatlichen Museen zu Berlin dem bedeutendsten Künstler der italienischen Renaissance zwei Sonderausstellungen. Parallel zu der im Dezember 2019 startenden Ausstellung „Raffael in Berlin. Die Madonnen der Gemäldegalerie“ zeigt das Kupferstichkabinett die kleine, aber bedeutende Gruppe eigenhändiger Zeichnungen des Künstlers aus eigenem Bestand.

Diese selten gezeigten Blätter führen die überragende schöpferische Bandbreite Raffaels vor Augen – ergänzt durch Werke seines Lehrers Perugino und seiner wichtigsten Schüler und Mitarbeiter Gianfrancesco Penni, Giulio Romano und Perino del Vaga sowie seines Kupferstechers Marcantonio Raimondi.

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Ausstellung

Momentaufnahmen – Nubien um 1900

Nubien – eine untergegangene Kulturlandschaft, der Orient und eine wissenschaftliche Expedition um die Jahrhundertwende.

Im März und April 1900 unternahmen die Ägyptologen Georg Steindorff, Ludwig Borchardt und Heinrich Schäfer gemeinsam mit dem klassischen Altertumswissenschaftler Hermann Thiersch und dem Diplomaten Curt von Grünau eine Reise in das Gebiet zwischen dem Ersten und Zweiten Nilkatarakt. Ziel waren u. a. die pharaonischen Grenzfestungen des Mittleren Reiches.

Nachdem die fotografische Dokumentation dieser Nubien-Reise lange als verschollen galt, wurde 2015 bei der Sichtung und Aufbereitung des Fotoarchivs des Ägyptischen Museums ein unbeschriftetes Konvolut von ca. 300 Fotos geborgen, das nach intensiver Forschung eindeutig der historischen Nubien-Reise zugeordnet werden konnte und nun im Rahmen der Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird.

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Ausstellung

Tüte? Na, Logo!

Plastiktragetaschen der 1960er- bis 1980er-Jahre

Mit ihrem anstehenden Verbot aus Umweltschutzgründen ist die Plastiktüte schon jetzt zum historischen Kultobjekt aufgestiegen. Parallel zur Ausstellung über das Grafische Atelier Stankowski + Duschek zeigt die Kunstbibliothek 2020 in ihrem Schaufenster neben dem Lesesaal rund 40 Tüten aus der Berliner Sammlung Sadecki (Cool Collection Berlin).

Die Auswahl wirft ein Schlaglicht auf Tragetaschen, bei denen das Firmenlogo als grafisches Ausgangselement einer farbenfroh-geometrischen Gestaltung dient: Marke macht Muster! Mit dabei sind die älteste deutsche Plastiktüte, 1961 für das Kaufhaus Horten produziert, der Fruhtrunk-Klassiker ALDI im Original, sowie Entwürfe von Anton Stankowski für REWE.

Ein Abend mit Impuls-Vorträgen (Termin wird noch bekannt gegeben) aus den Bereichen Umweltschutz, Zukunftsforschung, Verpackungsdesign und Materialentwicklung beleuchtet das Thema Plastiktüte aus unterschiedlichen Perspektiven und liefert eine kritische Einordnung.

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Ausstellung

Marken:Zeichen

Das Grafische Atelier Stankowski + Duschek

Logo, Leitsystem, Corporate Identity – was heute selbstverständlich zum Firmenimage gehört, steckte Mitte des 20. Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen. Bahnbrechend in der Entwicklung war das Stuttgarter Grafikatelier Stankowski + Duschek, das mehrere Jahrzehnte lang zu den führenden Büros für Kommunikationsdesign in Deutschland zählte. Berühmte Markenzeichen und Erscheinungsbilder gingen aus der Partnerschaft hervor, etwa für die Deutsche Bank, Viessmann oder die Messe Frankfurt. Die konstruktive Ästhetik der Zeichensysteme lässt das Umfeld der konkreten Kunst erkennen, in dem sich Anton Stankowski (1906–1998) und Karl Duschek (1947–2011) zeitgleich bewegten.

Anton Stankowski: Pionier im Grafikdesign
„Zeichen sind visuelle Telegramme, ähnlich wie Flaggen.“ Als Anton Stankowski 1978 diese Erkenntnis formulierte, zählte er bereits zu den wichtigsten Stimmen der Werbegrafik seiner Zeit. Nachdem er sich erstmals in den 1930er-Jahren als Teil der Schweizer Avantgarde einen Namen gemacht hatte, festigte sich mit seinem 1951 in Stuttgart gegründeten Büro der Status des Pioniers im Grafikdesign. Markengestaltung – die „Königsdisziplin“ der visuellen Kommunikation – gehörte von Anfang an zum Repertoire. Stankowskis Fähigkeit, komplexe Botschaften telegrammartig zu verkürzen und in einprägsame Zeichensysteme zu verdichten, entwickelte sich zu seinem eigenen Markenzeichen. Ebenso markant war seine vielseitige Herangehensweise, in der sich Typografie, Fotografie und Malerei mit Grafischem trafen.

Karl Duschek: Partner in der Gestaltung
In Karl Duschek, der 1972 in das Atelier eintrat und wenig später Partner wurde, fand Stankowksi einen Gleichgesinnten: Auch er war nicht nur als Grafikdesigner, sondern ebenso als freier Künstler tätig. Die Verschränkung von Kunst und Design, von „frei“ und „angewandt“, kennzeichnete den Output des bald unter dem Namen Stankowski + Duschek firmierenden grafischen Ateliers, das nach Stankowskis Tod 1998 unter Duscheks Leitung bis 2011 fortbestand. Die reduzierten Formen, geometrischen Flächen, klaren Farben und analytischen Strukturen der konkreten Kunstwerke der beiden Gestalter fanden Eingang in ihre kommunikationsgrafischen Zeichen und Systeme.

Bahnbrecher für Logos und Corporate Identity
Markenentwicklung, Corporate Identity und Informationsgrafik gehörten fünf Jahrzehnte lang zum Kerngeschäft bei Stankowski + Duschek. Neben dem „Schrägstrich im Quadrat“, der als Markenzeichen der Deutschen Bank weltbekannt wurde, entstanden Logos für SEL, Werkbund, Rat für Formgebung, Rewe, BKK, MüRück, PapStar, Deutsche Börse und viele mehr. Auch das Berlin-Layout, das ab 1969 alle grafischen Produkte der Stadt bestimmte, wurde als Systemmarke von Anton Stankowski entworfen. Für Unternehmen wie Viessmann entwickelte das Atelier schon umfassende Erscheinungsbilder, bevor der Begriff Corporate Identity Deutschland erreicht hatte, und zahlreiche Universitäten, Krankenhäuser, Großevents und Messeunternehmen bestellten hier ihre Orientierungs- und Leitsysteme.

Die Ausstellung in der Kunstbibliothek
Die Ausstellung in der Kunstbibliothek stellt das Werk des Grafischen Ateliers Stankowski + Duschek sowie Stankowskis Vorläuferbüros in rund 300 Exponaten vor. Ein breites Spektrum an Skizzen, Varianten, ausgeführten Entwürfen und einer Vielzahl daraus resultierender Drucksachen von Anzeigen bis Firmenschriften zeichnet den Arbeitsprozess des Kommunikationsdesigners vor dem routinierten Einsatz des Computers anschaulich nach. Im Dialog mit freien Arbeiten verschmelzen die Grenzen zwischen Kunst und Werbung.

Ein Großteil der ausgestellten Werke stammt aus dem umfangreichen gebrauchsgrafischen Nachlass Stankowski + Duschek, den die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin 2012 von Karl Duscheks Ehefrau Meike Gatermann als Schenkung erhielt. Die Präsentation wird erweitert durch Leihgaben aus der Stankowski-Stiftung in Stuttgart.

Katalog und Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung
Zur Ausstellung erscheint die Publikation Das Grafische Atelier Stankowski + Duschek (ca. 240 Seiten mit 320 Abbildungen, herausgegeben von Christina Thomson). Sie dokumentiert das Schaffen des Ateliers anhand von wissenschaftlichen Essays, Zeitzeugenberichten und einer vollständigen Liste aller Auftraggeber – ein faszinierender Einblick in die deutsche Unternehmenskultur des späteren 20. Jahrhunderts. Der Katalog wurde großzügig gefördert von der Deutschen Bank AG sowie der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen.

Ein Veranstaltungsprogramm mit Tandem-Führungen, einem Nah dran!-Abend, einer Podiumsdiskussion und Workshops für Jugendliche begleitet die Ausstellung.

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Ausstellung

Das Leben Raffaels

Zwölf Radierungen von Johannes Riepenhausen

Raffael – ein nahezu „göttlicher“ Künstler: Als dieser wurde er schon im 16. Jahrhundert von Giorgio Vasari gefeiert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Raffael-Boom auf seinem Höhepunkt. Die Suche nach den sterblichen Überresten des Künstlers versetzte Geistliche, Gelehrte und Künstler im 19. Jahrhundert in höchste Erregung.

Die Auffindung der Gebeine des Meisters
Raffael, der am Karfreitag des Jahres 1483 geboren und 37 Jahre später, am Karfreitag 1520 verstorben war, soll auf eigenen Wunsch im Römischen Pantheon begraben worden sein. Ob seine Überreste dort tatsächlich bestattet wurden und ob der in der Accademia di San Luca aufbewahrte Schädel wirklich jener des gefeierten Künstlers war, daran hatte es Zweifel gegeben. Teils zu Recht, wie sich herausstellte: Der in der Accademia verehrte Schädel war gar nicht der des Künstlers. Die Grabstelle Raffaels aber ließ sich am 14. September 1833 tatsächlich im Pantheon ausfindig machen und seine Gebeine (einschließlich Schädel) konnten exhumiert werden. Was für eine Sensation!

Der Riepenhausen-Zyklus im Kabinett in der Gemäldegalerie
Der aus Göttingen stammende und in Rom lebende Künstler Johannes Riepenhausen ergriff die Chance, dieses Ereignis für sich nutzbar zu machen. Schon 17 Jahre zuvor hatte er zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Bruder Franz eine Folge von Radierungen zum Leben Raffaels herausgebracht – die erste überhaupt, denn der Reproduktionsboom nach Raffael hatte sich bis dahin vor allem auf seine Werke und weniger auf sein Leben konzentriert.

Die Brüder Riepenhausen hatten 1816 zunächst die Kindheit des Genies in den Blick genommen. Nun überarbeitete Johannes Riepenhausen den Stoff, illustrierte alle wesentlichen Stationen des Künstlers und brachte 1833 in Rom einen zwölfteiligen Zyklus mit italienischen Bildunterschriften heraus. Zwei Jahre später erschien bei den Gebrüdern Rocca in Berlin und Göttingen die deutsche Ausgabe mit Erläuterungen zum Leben Raffaels nach Vasari, welche das Kupferstichkabinett nun anlässlich des Raffael-Jahres im Kabinett in der Gemäldegalerie ausbreitet.

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Ausstellung

Handel und Perlentausch

Inmitten des größeren Themenzusammenhangs im ersten Ausstellungsraum des Münzkabinetts, in dem ein Eindruck von der Vielfalt und Verwendung des Münzgeldes als Zahlungs-, Kommunikations- und Repräsentationsmittel geboten wird, findet eine Ausstellungsintervention mit Objekten des Ethnologischen Museums zur Bedeutung von Glasperlen als kultur- und epochenübergreifende Tauschobjekte statt.

Zur Bedeutung der Glasperlen als Kulturgut und Tauschobjekt
Zahlreiche Beispiele aus den Sammlungen des Ethnologischen Museums zeugen von der weltweiten Verwendung von Glasperlen, die im Tausch auf mehreren Kontinenten zirkulierten. Aus Glasperlen gefertigte Schmuck- und Kleidungsstücke aus Afrika, Zentral- und Südostasien, Ozeanien, Nord- und Südamerika gelangten in die Sammlungen des Ethnologischen Museums. Umgekehrt belegen die historischen Berichte und Sammlungsakten, dass so manches Objekt im Tausch gegen Glasperlen seinen Weg in die Berliner Sammlungen fand. Bis in die Gegenwart lässt sich diese Doppelfunktion von Perlen und Perlenobjekten verfolgen: Als Material regional spezifischer Handwerkstraditionen und zugleich als alternative Währung in der Zirkulation und Kommunikation zwischen den Kontinenten. Viele Glasperlen stammten aus den Produktionsstätten im Gebiet der Stadt Jablonec (ehemals Gablonz), Tschechien wo sie bereits im 19. Jahrhundert in großen Mengen für den Export produziert wurden. Über Handelshäuser und, in geringerem Umfang, über Sammler von Ethnographica gelangten sie bspw. nach Afrika oder Nord- und Südamerika und ersetzten an vielen Orten andere Materialien.

Für die indigene Gruppe der Ye’kwana im Grenzgebiet von Venezuela und Brasilien spielen die Perlen bis heute eine wichtige Rolle im Kunsthandwerk und sind Ausdruck indigener Identität. Zugleich werden die Perlen zu Handelswaren verarbeitet. Trotz konkurrierender, weitaus günstigerer Produkte greifen die Ye’kwana dabei auf jene Perlen zurück, die aus den traditionsreichen Betrieben aus der Region Jablonec stammen. Dass dies auch für andere Gruppen dieser und anderer Regionen der Welt gilt, lässt sich leicht an den weit verzweigten Handelsnetzen von Firmen wie der in Jablonec ansässigen Firma Preciosa nachvollziehen. Die unverarbeiteten Perlen wie auch die handgefertigten Schmuckstücke werden als Handelsgut und alternative Währung verwendet.

Eine Präsentation aus zwei Perspektiven
Anhand von einigen Objektbeispielen und einer Videoinstallation wird sowohl die historische, als auch die aktuelle Bedeutung von Perlen als Tauschobjekt und Kulturgut bei den Ye‘kwana veranschaulicht. Ähnlich zweier Seiten einer Medaille werden historische Beispiele aus der Sammlung des Ethnologischen Museums sowie zeitgenössische, speziell für die Ausstellung angefertigte Beispiele aus Brasilien präsentiert. Zu Wort kommen dabei zum einen der Sammler Theodor Koch-Grünberg (1872-1924), der 1912 das Gebiet der Ye’kwana bereiste und der den Tausch von Objekten gegen Perlen dokumentierte, zum anderen Vertreter der Ye’kwana, die Objekte aus Glasperlen heute noch herstellen und mit diesen handeln.

Perlen zum Mitnehmen – Den Handelskreislauf schließen
Historisch wie gegenwärtig sind Glasperlen Bestandteil eines Handelsnetzes, in dem die Identifikation mit eigenen Kulturgütern Hand in Hand geht mit der Verbreitung und Vermarktung dieser Tradition. In der Ausstellungsintervention werden nicht nur die Handelsgeschichten rund um diese Tradition erzählt, begleitend bieten die Ye’kwana aus Brasilien auch von ihnen gefertigte Originalstücke im Museumsshop zum Kauf an.

Die Präsentation wird von Andrea Scholz (Ethnologisches Museum), Christian Stoess (Münzkabinett) und Catalina Heroven (Generaldirektion) in Zusammenarbeit mit Vertretern der Ye’kwana sowie im Rahmen des von Andrea Scholz initiierten und koordinierten Kooperationsprojektes „Geteiltes Wissen“ entwickelt.

Begleitend hierzu gibt es im Rahmen der Reihe „Globale Sammlungsperspektiven“ eine Veranstaltung in Form eines Vortrags oder eines Gesprächsabends im Auditorium der James-Simon-Galerie.

Eine Ausstellung im Rahmen der Aktion „Auf dem Weg zum Humboldt Forum".

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Ausstellung

Design Lab #5

Times of Waste – Was übrig bleibt

Im Rahmen des Design Lab #5 präsentiert das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin die Ausstellung "Times of Waste – Was übrig bleibt", die aus einem transdisziplinären Forschungsprojekt entstanden und für den deutschen Kontext in Zusammenarbeit mit Flavia Caviezel und Mirjam Bürgin der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel realisiert wurde.

Abfall kann verheissungsvolle Ressource oder lästiger Rest sein, Abfall ist politisch und sozial, vor allem aber unvermeidlich. Abfall verschwindet nie vollständig und hinterlässt immer Spuren. "Times of Waste – Was übrig bleibt" rückt das Leben eines Smartphones ins Zentrum und widmet sich einer typischen Alltagstechnologie unserer Zeit, die viele Formen von Abfall hinterlässt, angefangen bei der Gewinnung der enthaltenen Rohstoffe.
Der Transformationsprozess des Smartphones

Die Ausstellung gibt einen Einblick in das Forschungsprojekt "Times of Waste", das den Transformationsprozessen des Smartphones und seiner Bestandteile mit künstlerisch-wissenschaftlichen Verfahren nachgeht: Eine Objektbiografie kartiert verschiedene Transportwege und Recyclingrouten. Sie erzählt von ökonomischen Umwandlungen und neuartigen Beziehungen, von lokalen wie globalen Zusammenhängen. Recherchen führen die Forschenden zu Deponien und Schreddern, in Reparaturwerkstätten, Forschungslabors und zu verschiedenen Materialien und Menschen.
Wo geht das hin, was übrig bleibt?

Das Ausstellungssetting ist eine Assemblage verschiedener (medialer) Fragmente, die assoziativ zusammenspielen:
eine Videoprojektion mit atmosphärischen Landschaften und Material nahen Blickwinkeln, Übersicht in globale Verknüpfungen liefernde Karten,
ein Tonessay zur Objektbiografie eines Smartphones und ein modellhaftes Metall-Relikt.

Dessen Innenleben archiviert jenes geologisch-materielle Nachleben, das die Smartphone-Entsorgung hervorbringt. Es zeugt davon, dass die Menschen auf der Suche nach Rohstoffen nicht nur die Erdkruste abtragen, sondern sie auch mit neuartigen Abfall-Materialien anfüllen.

Um die ausgestellten Abfälle, Karten, Bilder und Töne gruppieren sich verschiedene Texte, die den Fragen nachgehen: Wo geht das hin, was übrig bleibt? Und was kann getan werden?
Forschungsprojekt "Times of Waste"

"Times of Waste – Was übrig bleibt" ist aus einem Forschungsprojekt entstanden, das von Flavia Caviezel, Mirjam Bürgin, Anselm Caminada, Adrian Demleitner, Marion Mertens, Yvonne Volkart und Sonia Malpeso realisiert, vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert und am Institut Experimentelle Design- und Medienkulturen/Critical Media Lab der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel/Schweiz verortet ist. Die Ausstellung basiert auf einer 2017 im Museum der Kulturen Basel und 2018/19 im Gewerbemuseum Winterthur gezeigten Version.

Die Ausstellung wird gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.

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Ausstellung

Anthony Caro

The Last Judgement Sculpture

Gemeinsam mit der Sammlung Würth präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin „The Last Judgement Sculpture“ (1995/1999), eines der eindrucksvollsten Werke des britischen Künstlers Sir Anthony Caro (New Malden, Surrey 1924 - 2013 London). Schon die Entstehung der 25-teiligen monumentalen Installation wurde durch den Sammler Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth begleitet.

Unmittelbar nach Erwerb durch die Sammlung Würth wurde das Werk erstmals 1999 auf der Biennale in Venedig der Öffentlichkeit präsentiert. Caro selbst charakterisierte die Installation als „Reaktion auf Greueltaten der Gegenwart“ – „auch wenn am Ende die Hoffnung auf eine hellere Zukunft nicht aufgegeben wird“. Der 2013 verstorbene Anthony Caro zählt zu den vielschichtigsten und bedeutendsten Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Ausstellung

Zeit für Fragmente

Werke aus der Sammlung Marx und der Sammlung der Nationalgalerie

Es sei gerade „eine Zeit für Fragmente“, bemerkte der Künstler Marcel Duchamp 1934 gegenüber der Schriftstellerin Anaïs Nin, als diese ihn im Atelier besuchte. Konkret meinte er die Dokumentation seines Werks Großes Glas, für die er Schriftstücke und Grafiken lose in einer grünen Schachtel sammelte.

In einer Welt, deren Einheit und Ganzheit von der Physik ebenso in Zweifel gezogen wurde wie durch das Auseinanderfallen der Gesellschaft, erschien das Fragment als einzig mögliche Form des künstlerischen Handelns. Während das Fragment in der Renaissance oder der Romantik als Rest eines ehemals Ganzen oder als noch nicht Vollendetes galt, steht es seit dem 20. Jahrhundert als Zeichen für eine stets unfertige Welt.

Anhand von Gemälden, Skulpturen, Fotografien und Videoinstallationen u. a. von Joseph Beuys, Anish Kapoor, William Kentridge, Sam Taylor-Johnson, Cy Twombly und Andy Warhol geht die Präsentation Zeit für Fragmente dieser Bedeutung nach.

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Ausstellung

Raffael in Berlin

Die Madonnen der Gemäldegalerie

Anlässlich des Raffael-Jubiläums 2020 vereint die Gemäldegalerie in einer Kabinettausstellung fünf Madonnenbilder aus ihrem Bestand, die durch Leihgaben der National Gallery in London und des Berliner Kupferstichkabinetts begleitet werden.

Madonnentreffen in Berlin: 500. Todestag Raffaels
Der 500. Todestag am 6. April 2020 von Raffaello Sanzio da Urbino (* 6. April oder 28. März 1483 in Urbino, † 6. April 1520 in Rom), einem der bedeutendsten Künstler der italienischen Renaissance, bietet die Gelegenheit die fünf Madonnenbilder aus dem Bestand der Gemäldegalerie in einer Kabinettausstellung zu vereinen. Die sonst nicht zusammen ausgestellten Werke werden sich hier begegnen und in einen Dialog treten mit Leihgaben der National Gallery in London und des Berliner Kupferstichkabinetts. Dabei wird auch das Rundbild der Madonna Terranuova (um 1505) erstmalig zusammen mit Raffaels Zeichnung des Kopfes der Madonna Terranuova aus dem Kupferstichkabinett zu sehen sein.
Londoner Ehrengast

Neben den herausragenden Werken Raffaels aus Berlin ist ein Madonnen-Meisterwerk aus der National Gallery in London als Gast zu Besuch und bildet ein Highlight der Ausstellung: die Madonna mit den Nelken (1506-08). Sie verlässt England zum ersten Mal seit ihrem Museumsankauf. Raffael malte dieses Andachtsbild kurz bevor er Florenz nach Rom verließ und inspirierte sich dafür auch an der berühmten Komposition der „Madonna Benois“ von Leonardo da Vinci, die sich heute in der Eremitage in Sankt Petersburg befindet.

Raffael als Kult-Künstler
Die Berliner Sonderpräsentation nimmt eine dezidiert sammlungsgeschichtliche Perspektive ein und führt uns jenen „jungen Raffael“ vor Augen, der bei Gründung des ersten Museums in Berlin 1830 heiß begehrt war. Wir zeichnen die Ausstellungsgeschichte der Raffael-Madonnen nach vom Königlichen Museum Unter den Linden (heute: Altes Museum) über das Kaiser-Friedrich-Museum (heute: Bode-Museum) und die Nachkriegszeit in Dahlem bis heute. Nicht zuletzt rückt dabei auch die interessante Frage der Rahmung der Gemälde von Karl Friedrich Schinkel bis heute in den Fokus. Die Ausstellung wirft ein Schlaglicht auf die frühe Erwerbungspolitik der Gemäldegalerie im Spiegel europäischer Sammlungsgeschichte. Sie zeigt uns den Raffael, den Preußen im 19. Jahrhundert aus ihm gemacht hat, aber zugleich den zeitlosen Raffael, als Schöpfer von Bildern vollkommener Schönheit und Harmonie.

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Ausstellung

Lebenskleckse - Todeszeichen

Horst Janssen zum Neunzigsten

Sammlung Scharf-Gerstenberg

Am 14. November 2019 jährt sich der Geburtstag von Horst Janssen (1929 – 1995) zum neunzigsten Mal. Die Sammlung Scharf-Gerstenberg nimmt das Jubiläum zum Anlass, einen Blick auf eine weniger bekannte Seite des Künstlers zu werfen. "Lebenskleckse – Todeszeichen" zeigt Bilder, die das Entstehen und Vergehen ihrer selbst zum Thema haben: Kleckse, aus denen ganze Landschaften entstehen, Flecken, die sich zu schattenhaften Figuren fügen, Löcher, die zur Abendsonne werden.

Jenseits aller Manier zeigt die Ausstellung einen Meister seines Faches, der – ähnlich wie zuvor die Surrealisten – mit den Mitteln des Zufalls operiert. Mit einem starken Gespür für die materiellen Möglichkeiten des Mediums und einer hoch entwickelten Technik führt Janssen dem Betrachter die Geburt seiner Bilder vor Augen, denen zugleich der Verfall eingeschrieben ist.

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Ausstellung

Bronzen wie Tiere

Heide Dobberkau und ihre Tierwelten

Kunst haucht toten Materialien seit Jahrtausenden Leben ein. Menschen erschaffen dabei ganze Tierwelten. Sie vermitteln zwischen Natur und Kultur. Abstrahierende Zugänge wetteifern mit naturalistischen. Die Renaissance feierte die Antike, und „das sensible, lebendige Wesen der Tiere“ (HD) wurde seither auch zu einem Motiv für die Kunstmedaille.

Heide Dobberkau schuf ihre Tierwelten aus Metall, aber auch aus Holz und auf Papier. Über Jahrzehnte hinweg entwickelte sie so ihren persönlichen Stil. Das Münzkabinett würdigt die Künstlerin aus Anlass ihres 90. Geburtstages. Heide Dobberkaus „Bronzen wie Tiere“ begegnen dabei Tierwesen antiker Münzbilder und treten mit aktuellen Annäherungen an ihr Werk in Dialog.

Eine Sonderausstellung des Münzkabinetts – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst

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Ausstellung

Body Performance

In der Berliner Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie sind in der Ausstellung "Body Performance" Arbeiten von Vanessa Beecroft, Yang Fudong, Inez & Vinoodh, Jürgen Klauke, Robert Longo, Robert Mapplethorpe, Helmut Newton, Barbara Probst, Viviane Sassen, Bernd Uhlig und Erwin Wurm zu sehen.

In dieser Gruppenausstellung werden erstmals Fotosequenzen vereint, deren Ursprung in Performances, in Tanz- und Bühnengeschehen liegt, ergänzt durch eine paraphrasierte Street Photography und konzeptionelle Bildserien. Stets steht der Mensch und sein Körper im Mittelpunkt, und der Fotograf oder die Fotografin hat die jeweilige Aktion dokumentiert oder interpretiert, häufig auch initiiert.

Der Ausstellungsraum als Bühne
Mit den Werken der zwölf international renommierten Künstler*innen entsteht in den Ausstellungsräumen der Helmut Newton Stiftung eine multiple Bühne, auf der wir unterschiedlich agierende, fotografierte Menschen sehen, die in parallele, tagtraumartige Realitätsebenen zu rutschen scheinen. Die Präsentation vereint unterschiedlichste Ansätze und Ausprägungen für künstlerische Aktionen und Körper-Performances: Menschen tragen Kleidung für ungewöhnlich inszenierte Modebilder, sie agieren vermeintlich irrational auf Straßen und Hochhausdächern oder bewegen sich minimalistisch auf Felsen und in Museumsräumen, schließlich als Tänzer und Tänzerinnen auf und neben der Bühne. In der Ausstellung begegnen sich Rollenspiele und Grenzüberschreitungen des Körperlichen – zeitgenössische fotografische Blicke auf die verschiedensten visuellen Aspekte zu Körper und Raum, Tanz und Bewegung. Auf diese Weise rücken nicht zuletzt Fragen von Fremd- und Selbstwahrnehmung, von Identität und Emotion in den Blick.

Fotografie und Performance
Performance ist eine eigenständige Kunstform, und die Fotografie ist ihr ständiger Begleiter. Die enge Verbindung zwischen Performance, Happening und Aktionskunst mit der Fotografie besteht bereits seit vielen Jahrzehnten. Sie reicht von den Dadaisten und Surrealisten über die Wiener Aktionisten bis zu den aktuellen Körperinszenierungen im öffentlichen Raum von Spencer Tunick.
Helmut Newtons Serie "Ballet de Monte Carlo"

Eine für das Werk von Helmut Newton relativ unbekannt gebliebene Serie, die seit den 1980er-Jahren in Monte Carlo entstand, sind die Aufnahmen des dortigen Balletts. Statt auf einer klassischen Bühne fotografierte er die Tänzer und Tänzerinnen auf den Straßen Monacos, den Treppenstufen hinter dem berühmten Casino, nahe eines Notausgangs im Theatergebäude oder nackt bei sich zuhause. Und so deklinierte er auch mit den Akteuren des Ballet de Monte Carlo eine Kompositionsidee durch, die unnachahmlich für sein Werk steht: Naked and Dressed – und thematisiert erneut das Wechselverhältnis von Exhibitionismus und Voyeurismus.

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1 Ausstellung

Der Babel-Bibel-Streit

Am 13.1.1902 hielt Friedrich Delitzsch, Professor für Assyriologe an der Berliner Universität und Gründungsdirektor der Vorderasiatischen Abteilung, in der Berliner Singakademie einen folgenreichen Vortrag. In Anwesenheit des Kaisers vertrat er die unerhörte These, dass die jüdische Religion und die Schilderungen des Alten Testamentes auf babylonische Vorlagen zurückzuführen seien. War der Kaiser von diesen Ideen zunächst sehr angetan, ließ er Delitzsch nach heftigen Protesten fallen. Weil der Altorientalist noch in zwei weiteren Vorträgen auf seinen Ausführungen beharrte, kam es zu einem heftigen Streit zwischen Theologen und Vertreten der noch jungen Altorientalistik, der bis heute nachwirkt.

In der drei Jahre zuvor gegründeten Vorderasiatischen Abteilung der Königlichen Museen befanden sich bereits erste Funde aus Palästina, Assyrien und Babylonien, darunter mehrere Tausend Tontafeln. Je mehr Texte man verstand, desto mehr Bezüge zur biblischen Überlieferung ließen sich herstellen. Vor diesem Hintergrund entwickelte Delitzsch seinen Vortrag mit dem Titel "Babel und Bibel". Die mitunter sehr polemischen Auseinandersetzungen führten zu einer enormen Popularisierung der deutschen Ausgrabungen im Vorderen Orient und insbesondere in Babylon. Auch Feuilletons, Satirezeitschriften und Karikaturen widmeten sich den weltanschaulichen Fragen und ließen das Bildungsbürgertum an dem akademischen Streit auf unterhaltsame Weise teilhaben.

Der sog. Babel-Bibel-Streit soll in einer Sonderausstellung des Vorderasiatischen Museums in Kooperation mit der FU Berlin in Erinnerung gebracht werden. Dazu können in der ständigen Ausstellung die um die Jahrhundertwende in Berlin verfügbaren materiellen Zeugnisse altorientalischer Kulturen besonders herausgestellt werden. Neben den Exponaten der Ausstellung bietet der Rückblick auch Gelegenheit, selten gezeigte Objekte aus den Depots, die als Quellen für die Überlegungen Delitzschs herangezogen werden können, zu präsentieren.

Die Ausstellung wird gefördert vom Einstein Center Chronoi, den „Freunden der Antike auf der Museumsinsel e.V.“ und der „Deutschen Orient-Gesellschaft e.V.“.

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Ausstellung

Fast Fashion

Die Schattenseiten der Mode

„Fast Fashion. Die Schattenseite der Mode“, konzipiert vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, wirft einen kritischen Blick auf die Folgen des Modekonsums für Produzent*innen und Umwelt und regt die Besucher*innen an, sich engagiert mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) ergänzt die Auseinandersetzung mit der Fast Fashion um Einblicke in die Berliner Slow Fashion Szene: Als Dreh- und Angelpunkt der internationalen fairen Modewelt entstehen in Berlin zahlreiche innovative Ideen, wie Mode nachhaltig produziert und genutzt werden kann und gleichzeitig Spaß machen kann.

Die globale Fast Fashion-Industrie
Noch bevor Kleidungsstücke im Handel landen, werden die größten „Modesünden“ begangen: Allein für ein T-Shirt aus Baumwolle werden 2700 Liter Wasser verbraucht, welches nach chemischen Färbeprozessen nicht selten mit Giftstoffen belastet in Flüsse gelangt. Unter dauerhaften Umweltverschmutzungen und verseuchtem Grundwasser leiden die Menschen vor Ort in Ländern wie Bangladesch. Dort verdienen zumeist Frauen ihren Lebensunterhalt als Näherinnen in der Bekleidungsindustrie. Ihre Arbeitsbedingungen und ihr Lohn werden von immer mehr Konsument*innen als unfair eingestuft: Wie kann es sein, dass ein T-Shirt weniger kostet als ein Cappuccino? Der Ausstellungsbereich „Fast Fashion“ erläutert, wie die globale Fast Fashion-Industrie funktioniert und wie Produzent*innen und Konsument*innen zusammenhängen.

Fair und nachhaltig: Slow Fashion
Durch die Auseinandersetzung mit den Folgen der Fast Fashion für Mensch und Umwelt steigt das öffentliche Interesse an fairer Mode. Der Ausstellungsbereich „Slow Fashion“ bietet Einblicke in die Berliner Szene der fairen Mode. Mit „Neonyt“ findet in Berlin jedes Jahr die weltweit größte Messe für faire Mode statt. Designer*innen und kreative Köpfe setzen Trends und entwickeln innovative Ansätze und Materialien und entschleunigen den Kreislauf der Mode. Das MEK stellt Berliner Pionier*innen der fairen und nachhaltigen Mode vor. Sie erzählen, was für sie faire und nachhaltige Mode ist – vom umweltschonenden Upcycling überfaire Produktionsbedingungen bis hin zu Kleidungsstücken aus zertifizierten Stoffen und Kleidertauschpartys.

Magalog, Veranstaltungen und Vermittlungsprogramm zur Ausstellung
„Fast Fashion. Die Schattenseite der Mode“ ist eine Ausstellung des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin. Zur Ausstellung ist bereits ein umfangreicher „Magalog“ (ISBN 13978-3-923859-82-5) erschienen. Ein umfassendes Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm mit regelmäßigen Repair-Cafés und kreativen Workshops ergänzt die Ausstellung während ihrer gesamten Laufzeit.

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Ausstellung

Forschungsareal Biesdorf

Berlins größte Grabung

Was machen Archäolog*innen auf der Baustelle? Was sich viele angesichts der zahlreichen Großbaustellen Berlins schon gefragt haben mögen, bekommt in dieser Ausstellung die Antwort: Sie erforschen die Geschichte unter unseren Füßen.

Berlins größte Ausgrabung fand 1999 bis 2014 bauvorbereitend in Biesdorf statt – auf gut 22 Hektar Fläche konnten 10.000 Jahre Siedlungsgeschichte an der Wuhle dokumentiert werden, bevor hier erneut Häuser gebaut wurden. Die Sonderausstellung macht erlebbar, wie Forscher*innen arbeiten und präsentiert außergewöhnliche Funde, wie etwa eine steinzeitliche Hirschmaske, die zu den ältesten Funden Berlins zählt.

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Ausstellung

Kampf um Sichtbarkeit

Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919

Vor genau 100 Jahren konnten die ersten Frauen ihr reguläres Kunststudium an der Berliner Kunstakademie aufnehmen. Die Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919“ nimmt dies zum Anlass, die Werke von Malerinnen und Bildhauerinnen in den Blick zu nehmen, die es trotz aller Widrigkeiten in die Kunstöffentlichkeit geschafft und Eingang in die Sammlung der Nationalgalerie gefunden haben.

Die Ausstellung und die begleitende wissenschaftliche Publikation widmen sich erstmals ausführlich allen vor 1919 entstanden Werken von Malerinnen und Bildhauerinnen und ist eine Revision der eigenen Sammlung unter dem wichtigem Aspekt heutiger Diskurse um Gleichberechtigung.

Engagement in künstlerischen Vereinigungen
Gelang zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch einigen wenigen Frauen eine exzeptionelle Karriere innerhalb eines vorwiegend männlichen Kunstbetriebs, so verschärften sich die Restriktionen für Künstlerinnen ab der Jahrhundertmitte. Der Zugang zu Kunstakademien, Stipendiensystemen und wichtigen Auftragsarbeiten wurde ihnen verwehrt. In ihrem „Kampf um Sichtbarkeit“ engagierten sie sich in künstlerischen Vereinigungen, erkämpften sich Ausstellungsmöglichkeiten und zunehmend auch die Aufmerksamkeit wichtiger Förderer sowie die damit verbundenen prestigeträchtigen Aufträge und Ankäufe.

Künstlerinnen in der Ausstellung
Die Ausstellung zeigt über 60 malerische und bildhauerische Werke von Künstlerinnen aus 140 Schaffensjahren, die alle vor 1919 entstanden sind. Einige davon sind seit Jahrzehnten Bestandteil der Dauerausstellung wie die Gemälde von Caroline Bardua, Elisabeth Jerichau-Baumann oder Dora Hitz. Andere werden nach langen Jahren im Depot erneut in der Alten Nationalgalerie zu sehen sein, darunter Arbeiten der Porträt- und Historienmalerinnen Friederike O’Connell oder Paula Monjé.

Ein großer Teil wurde noch nie in den Räumen auf der Museumsinsel präsentiert. Zahlreiche einst erfolgreiche Künstlerinnen sind im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten, wie die norwegische Bildhauerin Ambrosia Tønnesen, die auch in den USA erfolgreiche Salonmalerin Vilma Parlaghy oder die russische Avantgarde-Pionierin Natalija Gončarova. In ihrer Vielfalt leisteten die Künstlerinnen einen wesentlichen Beitrag zum Kunstgeschehen ihrer Zeit.

Die Restaurierung zahlreicher Werke wurde durch die großzügige Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ermöglicht.

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Ausstellung

Gerard ter Borch: Die galante Konversation

Ein Meisterwerk und seine virtuosen Varianten

Gerard ter Borch (1617-1681) gilt als einer der wichtigsten Genremaler des goldenen Zeitalters der holländischen Malerei. Von seinem ikonischen Meisterwerk „Die galante Konversation“ – u. a. von Goethe in den „Wahlverwandtschaften“ verewigt – haben sich zwei nahezu identische Versionen erhalten, die sich heute in der Berliner Gemäldegalerie und dem Rijksmuseum Amsterdam befinden. Erstmals seit über 350 Jahren werden beide Bilder nun in einer Ausstellung zusammengeführt – bereichert durch Wiederholungen, Teilkopien und Nachahmungen der berühmten Darstellung

„Satinstückchen“
Gerard ter Borch, Spross einer angesehenen Malerfamilie, darf als einer der Hauptmeister des holländischen Genrebilds gelten. Nach einer Ausbildung in Zwolle und Haarlem sowie einem Aufenthalt in London ließ er sich als erfolgreicher und vielbeschäftigter Porträtist der Regentenklasse in Amsterdam nieder. Obwohl Ter Borch als Porträtmaler äußerst erfolgreich war, spezialisierte er sich von 1648 bis in die frühen 1660er-Jahre auch auf Genredarstellungen des gehobenen Bürgertums und brachte es hier innerhalb kürzester Zeit zu einer Meisterschaft, die ihn auch heute noch als einen der herausragenden Vertreter dieser Gattung auszeichnet.

Insbesondere die detaillierte, effektvolle Wiedergabe von Stoffen und Oberflächen brachte ihm dauerhaften Ruhm ein. Wie kaum ein anderer Maler seiner Zeit wusste ter Borch die silbrig schimmernden Satinkleider seiner Protagonistinnen so täuschend echt darzustellen, dass man seinen Interieurszenen den Namen „satijntjes“ („Satinstückchen“) gab.

Ein erfolgreiches Motiv
Seine bedeutendste Darstellung dieser Reihe ist zweifellos „Die galante Konversation“, in der das silbrige Kleid, mit dem kunstvoll in Falten gelegten, glänzenden Stoff den Mittelpunkt des Gemäldes bildet und in seiner optisch-haptischen Faszination ein besonders reizvolles Zusammenspiel mit der rätselhaft bleibenden Trägerin in Rückenansicht eingeht. Von der außerordentlichen Beliebtheit der Darstellung und dem großen Erfolg dieser Bilderfindung, insbesondere der Rückenfigur im silbrigen Atlaskleid, zeugen nicht weniger als 24 Wiederholungen, Teilkopien und Nachahmungen.

Neben den beiden Versionen der „Galanten Konversation“ versammelt die Kabinettausstellung in der Gemäldegalerie drei weitere Wiederholungen der Rückenfigur von ter Borch bzw. seinem engstem Umkreis. Die einmalige Begegnung der fünf aus der Gemäldegalerie, dem Rijksmuseum, der Gemäldegalerie Dresden sowie aus zwei Privatsammlungen stammenden Gemälde erlaubt nicht nur das Studium von ter Borchs verfeinerter und zugleich so effizienter Maltechnik im direkten Vergleich. Sie verspricht auch Aufschlüsse über die Werkstattpraxis, die frappierende Übereinstimmungen ermöglichte, welche durch die Exaktheit der Details, des Faltenwurfs und der Lichtreflexe verblüffen. Schließlich wirft die Präsentation auch ein Schlaglicht auf die überaus geschickte Vermarktung seiner erstaunlich wandelbaren Motiverfindungen und Bilder.

Verschiedene Lesarten
Schillernd gibt sich auch das Thema der dargestellten Szene, wovon die erst in jüngerer Zeit erfolgte Umbenennung von „Die väterliche Ermahnung“ in „Die galante Konversation“ zeugt. Entgegen der früheren Lesart spricht einiges dafür, dass es sich um die Darstellung einer amourösen Verführung handelt. Tatsächlich kommt ter Borchs herausragendes erzählerisches Talent gerade in der subtilen Behandlung seiner Sujets und der bewusst gewählten Uneindeutigkeit des Moments zur Geltung. Diese inhaltliche Vagheit erlaubte jedem Jahrhundert seine eigene Lesart des Bildes. So erklärt sich, wie die Verführungsszene im 18. Jahrhundert den Titel „Die väterliche Ermahnung“ erhalten konnte. Eindrücklich und prominent zeugt in der Ausstellung hiervon der aus dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin stammende Reproduktionsstich von J. G. Wille (1765), der nicht zuletzt die Vorlage für Johann Wolfgang von Goethes berühmter Beschreibung der „herrliche(n) Gestalt im faltenreichen, weißen Atlaskleid“ in den „Wahlverwandtschaften“ bildete.

Eine Sonderpräsentation der Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin

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Ausstellung

Cevdet Erek. Bergama Stereo

Musikwerke Bildender Künstler

In der Architektur- und Soundinstallation Bergama Stereo (2019) nutzt der in Istanbul lebende Künstler und Musiker Cevdet Erek Gestalt, Inhalt und Rezeptionsgeschichte des in Berlin befindlichen Pergamonaltars als Referenz für eine Neuinterpretation des bedeutenden hellenistischen Bauwerks.

Rezeption des Pergamonaltars
Bergama ist der türkische Name für das antike Pergamon sowie der heutigen Stadt und des Bezirks in Kleinasien. Der berühmte Gigantenfries des Altars wird in einer Multi-Kanal-Komposition interpretiert, die den Raum beschallt. Der Sound übernimmt hier die zentrale Rolle zur Schaffung einer Architektur, die durch die Besucher*innen in ihrer Bewegung im Raum hörend erfasst wird.

Bergama Stereo ist eine ortspezifische Arbeit und ist konzipiert für zwei Schauplätze, die auf unterschiedliche Weise mit der Geschichte des Pergamonaltars und dem historischen Kontext seiner Rezeption und Rekonstruktion verbunden sind. Die Installation hat ihre erste Station in der Turbinenhalle auf dem Gelände der Jahrhunderthalle in Bochum und wird dann in der Historischen Halle im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin gezeigt. Integraler Bestandteil der Präsentationen ist jeweils ein im Ausstellungsraum stattfindendes Konzert- und Performanceprogramm, das Themen und strukturale Aspekte der Architektur aufgreift.

Reihe "Musikwerke Bildender Künstler"
Die Ausstellung findet zum 20-jährigen Jubiläum von „Musikwerke Bildender Künstler“ statt. Die Reihe ist ein Gemeinschaftsprojekt von Freunde Guter Musik Berlin e.V. und der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Seit 1999 wurden bereits musikalische Werke und Installationen von Hanne Darboven, Yves Klein, Hermann Nitsch, Rodney Graham, Stephen Prina, Lawrence Weiner / Peter Gordon, Käthe Kruse, Carsten Nicolai, Janet Cardiff & George Bures Miller, Cory Arcangel, Egill Sæbjörnsson & Marcia Moraes, Ryoji Ikeda, Susan Philipsz, Saâdane Afif, Christian Marclay, Ari Benjamin Meyers und Jorinde Voigt im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin präsentiert.

Eine Koproduktion von Freunde Guter Musik Berlin e.V., Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, und Ruhrtriennale 2019. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, mit Unterstützung der SAHA Association.

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Ausstellung

comiXconnection

comiXconnection thematisiert den aktuellen independent comic in Serbien, Kroatien, Slowenien, Bosnien & Herzegowina sowie Ungarn und Rumänien.

Das Projekt spürt die unterschiedlichen Comic-Szenen der aneinandergrenzenden Länder auf und setzt sie in Beziehung zueinander. Ab 2013 tourte die Ausstellung durch diese Region. Die 20. und letzte Station in Berlin gewährt erstmals auch einen Blick hinter die Kulissen des Projekts. comiXconnection bringt dem Publikum die hier eher unbekannte Comic-Szene Südosteuropas näher und zeigt zugleich die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten des Mediums Comic auf.

Englischer Katalog und Essayband zur Ausstellung. Texthefte mit den Übersetzungen der Comics in mehreren Sprachen. Weitere Infos zur Ausstellung unter www.comixconnection.eu

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Ausstellung

Nah am Leben

200 Jahre Gipsformerei

Anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Berliner Gipsformerei zeigen die Staatlichen Museen zu Berlin die Sonderausstellung "Nah am Leben" zum Thema der Lebend- bzw. Naturabformung als eine seit der Antike überlieferte Praxis der bildnerischen Annäherung an das Leben.

Die Ausstellung geht der These nach, dass die Abformung dasjenige Verfahren ist, das dem Leben (und dem Tod) buchstäblich am nächsten zu kommen vermag. Anhand von 200 Objekten – v. a. Skulpturen, aber auch Gemälde, Bücher, Druckgrafik und Fotografie – macht sie die Bedeutung der Abformung in der Geschichte der Bildhauerei deutlich. Vom Abguss eines Krokodils über die verschiedenen Arten der Lebend- und Totenmaske wird der Bogen bis hin zu prominenten Werken der Kunst geschlagen, die mit Hilfe von Körperabformungen entstanden sind.

Präsentation und Gegenüberstellung
"Nah am Leben" ist die erste umfangreiche Präsentation des Sammlungsbestandes der Berliner Gipsformerei. Als weltweit größte, noch heute aktive Manufaktur ihrer Art verfügt die Gipsformerei über ein mehrere Tausend Stücke umfassendes Konvolut von Mastermodellen, Formen und Malmodellen. Die Ausstellung erschließt diesen Bestand querschnittsartig und stellt ihm Objekte aus den anderen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin sowie herausragende Leihgaben aus dem In- und Ausland gegenüber. Eine zentrale Rolle spielt hier die zeitgenössische Kunst, anhand derer die Emanzipation des Abgusses vom technischen Hilfsmittel zum eigenständigen Kunstwerk nachvollzogen werden kann.

Ausstellung eröffnet die James-Simon-Galerie
Mit der Ausstellung eröffnen die Staatlichen Museen zu Berlin aber auch eine neue Spielfläche auf der Museumsinsel: den Sonderausstellungsraum in der neu errichteten James-Simon-Galerie. Anlässlich ihres Jubiläums kehrt die Gipsformerei damit zu ihren historischen Wurzeln zurück: So war die Königlich-Preußische Gipsgussanstalt in den 1840er-Jahren im Souterrain des Alten Museums untergebracht, während die komplette erste Etage des Neuen Museums allein der Gipsabgusssammlung gewidmet wurde. Den engen Verknüpfungen der Gipsformerei mit den Skulpturenbeständen der Staatlichen Museen zu Berlin geht die Ausstellung zudem anhand einer „Gipsspur“ nach, die sich in Form von ausgesuchten Interventionen durch die Dauerausstellungen auf der Museumsinsel zieht.

Medienpartner der Ausstellung sind ARTE und Der Tagesspiegel.

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Ausstellung

Schätze aus dem Rhein. Der Barbarenschatz von Neupotz

20.12.2016 bis auf Weiteres

Im Bacchussaal des Neuen Museums stand lange einsam der Xantener Knabe, eine römische Bronzestatue, 1858 im Rhein bei Xanten von Fischern entdeckt. Nun bekommt der Bronzejüngling Zuwachs en masse: eiserne Werkzeuge und Wagenteile, Vorhängeschlösser und Fußfesseln, Bronzekessel und Silbergeschirr. Der „Barbarenschatz von Neupotz“ – im 3. Jahrhundert n. Chr. im Rhein versunken – wird für die kommenden Jahre die Dauerausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte um eine Attraktion bereichern.

Die einst in den Fluten des Rheins versunkenen Objekte stammen zumeist aus römischen Privathäusern. Es handelt sich etwa um einfaches Küchen- und Kochgeschirr, aber auch um wertvolles Tafelgeschirr zum Auftragen von Speisen und Getränken und zum Mischen von Wein. Viele Stücke zeigen Spuren intensiven Gebrauchs: Abnutzung, Reparaturen, Flicken. Die Objekte führen uns ganz nahe an die Menschen, die damit arbeiteten, an ihren Alltag. So auch die römischen Werkzeuge aus Eisen – wie Äxte, Zangen und Hacken –, deren Formen uns heute immer noch vertraut erscheinen. Sie haben sich über die Jahrhunderte nicht sehr verändert. Vorhängeschlösser und die schweren Eisenbeschläge römischer Lastwagen geben Aufschluss über den hohen Stand der antiken Technik. Fußfesseln erinnern an die weniger fortschrittlichen Züge der römischen Gesellschaft. Weiheinschriften auf manchen Stücken schließlich lassen vermuten, dass diese aus Heiligtümern genommen worden waren.

Im passenden Ambiente des Bacchussaals mit seiner an pompejanische Wandmalereien angelehnten Ausgestaltung wird ein Querschnitt aus den Neupotzer Metallmassen in zwei Hoch- und zwei Tischvitrinen präsentiert. Sie geben einen Überblick über den umfänglichen Fund. Der im Bacchussaal seit der Neueröffnung des Neuen Museums aufgestellte Xantener Knabe bleibt vor Ort. Auch er war im Rhein verloren gegangen, bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. In der Behausung eines vornehmen Römers aufgestellt, reichte er Gästen als „Stummer Diener“ einst Speisen und Getränke auf einem Tablett dar. Auch für seinen Verlust im Rhein werden Unruhen verantwortlich gemacht. So passen sie gut zusammen – der Xantener Knabe und der Schatzfund von Neupotz: die Schätze aus dem Rhein.

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Ausstellung

Picasso und seine Zeit

16.03.2013 bis auf Weiteres

Am 16. März 2013 öffnete das zur Nationalgalerie gehörende Museum Berggruen wieder die Pforten für seine berühmte Sammlung der Klassischen Moderne. Der westliche Stülerbau wurde um das benachbarte Kommandantenhaus am Spandauer Damm und den neu angelegten Bettina-Berggruen-Garten erweitert.

Name und Entstehung der Sammlung gehen auf den Kunsthändler und Sammler Heinz Berggruen zurück (1914-2007). Über einen Zeitraum von mehr als vierzig Jahren trug er Meisterwerke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Paul Klee und Alberto Giacometti zusammen. Unter dem Titel "Picasso und seine Zeit" wurde die Sammlung Berggruen 1996 erstmals im westlichen Stülerbau präsentiert und im Jahr 2000 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Nationalgalerie erworben. Heute ist die Sammlung im Museum Berggruen - ergänzt durch weitere bedeutende Leihgaben der Familie - einer der wichtigsten Standorte der Klassischen Moderne.

Heinz Berggruen wurde 1914 in Berlin-Wilmersdorf geboren. 1936 emigrierte er aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die USA, wo er zunächst als freier Kulturjournalist arbeitete und seit 1939 am San Francisco Museum of Art angestellt war. Nach dem Krieg gründete er in Paris eine Galerie, die viele der Künstler vertrat, die Berggruen auch privat zu sammeln begann. 1980 zog sich Berggruen aus seiner Galerie zurück und konzentrierte sich auf die Erweiterung seiner Sammlung. Hierbei interessierten ihn vor allem jene Künstler, die heute das Herzstück der Sammlung des Museums ausmachen.

Mit mehr als 120 Werken von Pablo Picasso (1881-1973) gibt das Museum Berggruen einen vielfältigen Gesamtüberblick über seine künstlerische Entwicklung. Zu sehen sind zentrale Arbeiten, wie etwa Picassos berühmtes Motiv des sitzenden Harlekins aus der Rosa Periode, eine eindrückliche Detailstudie für "Les Demoiselles d'Avignon" sowie zahlreiche Porträts der Dora Maar. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Schaffen Paul Klees (1879-1940). Henri Matisse (1869-1954) und Alberto Giacometti (1901-1966) sind vor allem mit ihrem späteren Werk vertreten. Darüber hinaus zeigt das Museum Werke von Georges Braque, Henri Laurens und Paul Cézanne.

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Ausstellung

Altes Ägypten

17.10.2009 bis auf Weiteres

In bislang nie gezeigtem Ausmaß von über 2 500 Exponaten präsentiert sich das Ägyptische Museum und Papyrussammlung im Nordflügel des Neuen Museums über drei Ebenen auf einer Fläche von 3 600 Quadratmetern.

Die Konzeption und Gestaltung der Schausammlung gewährt einen umfassenden Einblick in Kontinuität und Wandel der altägyptischen Kultur über vier Jahrtausende sowie in die Kulturgeschichte des antiken Sudan. Durch den Wiederaufbau mehrerer Opferkammern werden Grabarchitektur und Reliefkunst des Alten Reiches in einzigartiger Weise präsentiert. Neben der Thematisierung verschiedener kultureller Schwerpunkte wie Toten- und Götterkult, Königtum und Alltagsleben wird erstmals auch die Wissenschaftsgeschichte der Ägyptologie dargestellt und erläutert. Die Papyrussammlung zeigt in der "Bibliothek der Antike" eine große Auswahl hoch bedeutender Texte und Literaturwerke über die gesamte Zeitspanne altägyptischer bis spätantiker Schriftkultur.

Eine besondere Betonung der Ausstellungskonzeption liegt auf der Vermittlung des altägyptischen Menschenbildes durch die nach unterschiedlichen Gesichtspunkten in mehreren Räumen arrangierten Skulpturen, deren Höhepunkt die Präsentation der Büste der Nofretete im Nordkuppelsaal des Neuen Museums darstellt.

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Ausstellung

Rokokowelten

Neupräsentation der Porzellan- und Fayencesammlung
seit 21. März 2019

Das 18. Jahrhundert war das Jahrhundert des Porzellans. Unter Fürsten, Aristokraten und vermögendem Bürgertum war man regelrecht süchtig nach dem „weißen Gold“, man sprach von der „maladie de porcelaine“. Wer sich das exklusive Porzellan nicht leisten konnte, griff zur Fayence, um seine Tafeln, Konsolen, Kaminsimse und Kommoden zu schmücken.

In der Ausstellung gibt es verschiedene Themenfelder:

Wie verlief der Weg des Porzellans von Asien nach Europa?
Inwieweit spiegeln sich in der Porzellan- und Fayencekunst die aristokratischen Lebensweisen des Rokoko wider?
Welche gestalterischen Besonderheiten gab es, und wie waren die Herstellungstechniken?

Dass Porzellan bis heute für Gestalterinnen und Gestalter aktuell ist, wird exemplarisch unter dem Aspekt „Porzellan und 3 D Druck“ beleuchtet.

Das Kunstgewerbemuseum arbeitet kontinuierlich an der Neupräsentation seiner Bestände, der Vielfalt der Sammlungsteile entsprechend in unterschiedlichen Formaten. Die europäischen Porzellane und Fayencen des 18. Jahrhunderts bilden einen Kernbereich des Museums und sind von herausragender Qualität. Ihre Neupräsentation innerhalb des historischen Rundgangs grenzt direkt an das 2014 neu eingerichtete Kabinett mit Mode und Accessoires des Rokoko, so dass sich hier viele Querbezüge ergeben.

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10

Staatliche Museen zu Berlin

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Ausstellungen / Museum Staatl. Kunstsammlungen Dresden Dresden, Taschenberg 2
Ausstellungen / Museum Deichtorhallen Hamburg Hamburg, Deichtorstr. 1-2
Ausstellungen / Museum Haus der Kunst München München, Prinzregentenstr. 1
Ausstellungen / Museum Rautenstrauch-Joest-Museum Köln Köln, Cäcilienstraße 29-33
Ausstellungen / Museum Kunsthaus Zürich Zürich, Heimplatz 1
Ausstellungen / Burg Wartburg Eisenach Eisenach, Auf der Wartburg 2
Ausstellungen / Museum Mudam Luxembourg Luxembourg, 3, Park Dräi Eechelen
Ausstellungen / Museum GRASSI Museum für Völkerkunde Leipzig Leipzig, Johannisplatz 5-11
Ausstellungen / Museum Kunsthaus Zürich Zürich, Heimplatz 1
Ausstellungen / Museum Stiftung Moritzburg Halle Halle, Friedemann-Bach-Platz 5
Ausstellungen / Museum Museum fünf Kontinente München München, Maximilianstraße 42
Ausstellungen / Kulturveranstaltung OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich Linz, OK-Platz 1

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