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Staatliche Museen zu Berlin

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Staatliche Museen zu Berlin
Genthiner Straße 38
D-10785 Berlin

Telefon: +49 (0)30-266 42 2201
Fax: +49 (0)30-266 42 2202
E-Mail: besucherdienste@smb.spk-berlin.de

Bewertungschronik

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Ausstellung

Lebenskleckse - Todeszeichen

Horst Janssen zum Neunzigsten

Sammlung Scharf-Gerstenberg

Am 14. November 2019 jährt sich der Geburtstag von Horst Janssen (1929 – 1995) zum neunzigsten Mal. Die Sammlung Scharf-Gerstenberg nimmt das Jubiläum zum Anlass, einen Blick auf eine weniger bekannte Seite des Künstlers zu werfen. "Lebenskleckse – Todeszeichen" zeigt Bilder, die das Entstehen und Vergehen ihrer selbst zum Thema haben: Kleckse, aus denen ganze Landschaften entstehen, Flecken, die sich zu schattenhaften Figuren fügen, Löcher, die zur Abendsonne werden.

Jenseits aller Manier zeigt die Ausstellung einen Meister seines Faches, der – ähnlich wie zuvor die Surrealisten – mit den Mitteln des Zufalls operiert. Mit einem starken Gespür für die materiellen Möglichkeiten des Mediums und einer hoch entwickelten Technik führt Janssen dem Betrachter die Geburt seiner Bilder vor Augen, denen zugleich der Verfall eingeschrieben ist.

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Ausstellung

Raffael in Berlin

Die Madonnen der Gemäldegalerie

Anlässlich des Raffael-Jubiläums 2020 vereint die Gemäldegalerie in einer Kabinettausstellung fünf Madonnenbilder aus ihrem Bestand, die durch Leihgaben der National Gallery in London und des Berliner Kupferstichkabinetts begleitet werden.

Madonnentreffen in Berlin: 500. Todestag Raffaels
Der 500. Todestag am 6. April 2020 von Raffaello Sanzio da Urbino (* 6. April oder 28. März 1483 in Urbino, † 6. April 1520 in Rom), einem der bedeutendsten Künstler der italienischen Renaissance, bietet die Gelegenheit die fünf Madonnenbilder aus dem Bestand der Gemäldegalerie in einer Kabinettausstellung zu vereinen. Die sonst nicht zusammen ausgestellten Werke werden sich hier begegnen und in einen Dialog treten mit Leihgaben der National Gallery in London und des Berliner Kupferstichkabinetts. Dabei wird auch das Rundbild der Madonna Terranuova (um 1505) erstmalig zusammen mit Raffaels Zeichnung des Kopfes der Madonna Terranuova aus dem Kupferstichkabinett zu sehen sein.
Londoner Ehrengast

Neben den herausragenden Werken Raffaels aus Berlin ist ein Madonnen-Meisterwerk aus der National Gallery in London als Gast zu Besuch und bildet ein Highlight der Ausstellung: die Madonna mit den Nelken (1506-08). Sie verlässt England zum ersten Mal seit ihrem Museumsankauf. Raffael malte dieses Andachtsbild kurz bevor er Florenz nach Rom verließ und inspirierte sich dafür auch an der berühmten Komposition der „Madonna Benois“ von Leonardo da Vinci, die sich heute in der Eremitage in Sankt Petersburg befindet.

Raffael als Kult-Künstler
Die Berliner Sonderpräsentation nimmt eine dezidiert sammlungsgeschichtliche Perspektive ein und führt uns jenen „jungen Raffael“ vor Augen, der bei Gründung des ersten Museums in Berlin 1830 heiß begehrt war. Wir zeichnen die Ausstellungsgeschichte der Raffael-Madonnen nach vom Königlichen Museum Unter den Linden (heute: Altes Museum) über das Kaiser-Friedrich-Museum (heute: Bode-Museum) und die Nachkriegszeit in Dahlem bis heute. Nicht zuletzt rückt dabei auch die interessante Frage der Rahmung der Gemälde von Karl Friedrich Schinkel bis heute in den Fokus. Die Ausstellung wirft ein Schlaglicht auf die frühe Erwerbungspolitik der Gemäldegalerie im Spiegel europäischer Sammlungsgeschichte. Sie zeigt uns den Raffael, den Preußen im 19. Jahrhundert aus ihm gemacht hat, aber zugleich den zeitlosen Raffael, als Schöpfer von Bildern vollkommener Schönheit und Harmonie.

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Ausstellung

Anthony Caro

The Last Judgement Sculpture

Gemeinsam mit der Sammlung Würth präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin „The Last Judgement Sculpture“ (1995/1999), eines der eindrucksvollsten Werke des britischen Künstlers Sir Anthony Caro (New Malden, Surrey 1924 - 2013 London). Schon die Entstehung der 25-teiligen monumentalen Installation wurde durch den Sammler Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth begleitet.

Unmittelbar nach Erwerb durch die Sammlung Würth wurde das Werk erstmals 1999 auf der Biennale in Venedig der Öffentlichkeit präsentiert. Caro selbst charakterisierte die Installation als „Reaktion auf Greueltaten der Gegenwart“ – „auch wenn am Ende die Hoffnung auf eine hellere Zukunft nicht aufgegeben wird“. Der 2013 verstorbene Anthony Caro zählt zu den vielschichtigsten und bedeutendsten Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Ausstellung

Das Leben Raffaels

Zwölf Radierungen von Johannes Riepenhausen

Raffael – ein nahezu „göttlicher“ Künstler: Als dieser wurde er schon im 16. Jahrhundert von Giorgio Vasari gefeiert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Raffael-Boom auf seinem Höhepunkt. Die Suche nach den sterblichen Überresten des Künstlers versetzte Geistliche, Gelehrte und Künstler im 19. Jahrhundert in höchste Erregung.

Die Auffindung der Gebeine des Meisters
Raffael, der am Karfreitag des Jahres 1483 geboren und 37 Jahre später, am Karfreitag 1520 verstorben war, soll auf eigenen Wunsch im Römischen Pantheon begraben worden sein. Ob seine Überreste dort tatsächlich bestattet wurden und ob der in der Accademia di San Luca aufbewahrte Schädel wirklich jener des gefeierten Künstlers war, daran hatte es Zweifel gegeben. Teils zu Recht, wie sich herausstellte: Der in der Accademia verehrte Schädel war gar nicht der des Künstlers. Die Grabstelle Raffaels aber ließ sich am 14. September 1833 tatsächlich im Pantheon ausfindig machen und seine Gebeine (einschließlich Schädel) konnten exhumiert werden. Was für eine Sensation!

Der Riepenhausen-Zyklus im Kabinett in der Gemäldegalerie
Der aus Göttingen stammende und in Rom lebende Künstler Johannes Riepenhausen ergriff die Chance, dieses Ereignis für sich nutzbar zu machen. Schon 17 Jahre zuvor hatte er zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Bruder Franz eine Folge von Radierungen zum Leben Raffaels herausgebracht – die erste überhaupt, denn der Reproduktionsboom nach Raffael hatte sich bis dahin vor allem auf seine Werke und weniger auf sein Leben konzentriert.

Die Brüder Riepenhausen hatten 1816 zunächst die Kindheit des Genies in den Blick genommen. Nun überarbeitete Johannes Riepenhausen den Stoff, illustrierte alle wesentlichen Stationen des Künstlers und brachte 1833 in Rom einen zwölfteiligen Zyklus mit italienischen Bildunterschriften heraus. Zwei Jahre später erschien bei den Gebrüdern Rocca in Berlin und Göttingen die deutsche Ausgabe mit Erläuterungen zum Leben Raffaels nach Vasari, welche das Kupferstichkabinett nun anlässlich des Raffael-Jahres im Kabinett in der Gemäldegalerie ausbreitet.

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Ausstellung

Handel und Perlentausch

Inmitten des größeren Themenzusammenhangs im ersten Ausstellungsraum des Münzkabinetts, in dem ein Eindruck von der Vielfalt und Verwendung des Münzgeldes als Zahlungs-, Kommunikations- und Repräsentationsmittel geboten wird, findet eine Ausstellungsintervention mit Objekten des Ethnologischen Museums zur Bedeutung von Glasperlen als kultur- und epochenübergreifende Tauschobjekte statt.

Zur Bedeutung der Glasperlen als Kulturgut und Tauschobjekt
Zahlreiche Beispiele aus den Sammlungen des Ethnologischen Museums zeugen von der weltweiten Verwendung von Glasperlen, die im Tausch auf mehreren Kontinenten zirkulierten. Aus Glasperlen gefertigte Schmuck- und Kleidungsstücke aus Afrika, Zentral- und Südostasien, Ozeanien, Nord- und Südamerika gelangten in die Sammlungen des Ethnologischen Museums. Umgekehrt belegen die historischen Berichte und Sammlungsakten, dass so manches Objekt im Tausch gegen Glasperlen seinen Weg in die Berliner Sammlungen fand. Bis in die Gegenwart lässt sich diese Doppelfunktion von Perlen und Perlenobjekten verfolgen: Als Material regional spezifischer Handwerkstraditionen und zugleich als alternative Währung in der Zirkulation und Kommunikation zwischen den Kontinenten. Viele Glasperlen stammten aus den Produktionsstätten im Gebiet der Stadt Jablonec (ehemals Gablonz), Tschechien wo sie bereits im 19. Jahrhundert in großen Mengen für den Export produziert wurden. Über Handelshäuser und, in geringerem Umfang, über Sammler von Ethnographica gelangten sie bspw. nach Afrika oder Nord- und Südamerika und ersetzten an vielen Orten andere Materialien.

Für die indigene Gruppe der Ye’kwana im Grenzgebiet von Venezuela und Brasilien spielen die Perlen bis heute eine wichtige Rolle im Kunsthandwerk und sind Ausdruck indigener Identität. Zugleich werden die Perlen zu Handelswaren verarbeitet. Trotz konkurrierender, weitaus günstigerer Produkte greifen die Ye’kwana dabei auf jene Perlen zurück, die aus den traditionsreichen Betrieben aus der Region Jablonec stammen. Dass dies auch für andere Gruppen dieser und anderer Regionen der Welt gilt, lässt sich leicht an den weit verzweigten Handelsnetzen von Firmen wie der in Jablonec ansässigen Firma Preciosa nachvollziehen. Die unverarbeiteten Perlen wie auch die handgefertigten Schmuckstücke werden als Handelsgut und alternative Währung verwendet.

Eine Präsentation aus zwei Perspektiven
Anhand von einigen Objektbeispielen und einer Videoinstallation wird sowohl die historische, als auch die aktuelle Bedeutung von Perlen als Tauschobjekt und Kulturgut bei den Ye‘kwana veranschaulicht. Ähnlich zweier Seiten einer Medaille werden historische Beispiele aus der Sammlung des Ethnologischen Museums sowie zeitgenössische, speziell für die Ausstellung angefertigte Beispiele aus Brasilien präsentiert. Zu Wort kommen dabei zum einen der Sammler Theodor Koch-Grünberg (1872-1924), der 1912 das Gebiet der Ye’kwana bereiste und der den Tausch von Objekten gegen Perlen dokumentierte, zum anderen Vertreter der Ye’kwana, die Objekte aus Glasperlen heute noch herstellen und mit diesen handeln.

Perlen zum Mitnehmen – Den Handelskreislauf schließen
Historisch wie gegenwärtig sind Glasperlen Bestandteil eines Handelsnetzes, in dem die Identifikation mit eigenen Kulturgütern Hand in Hand geht mit der Verbreitung und Vermarktung dieser Tradition. In der Ausstellungsintervention werden nicht nur die Handelsgeschichten rund um diese Tradition erzählt, begleitend bieten die Ye’kwana aus Brasilien auch von ihnen gefertigte Originalstücke im Museumsshop zum Kauf an.

Die Präsentation wird von Andrea Scholz (Ethnologisches Museum), Christian Stoess (Münzkabinett) und Catalina Heroven (Generaldirektion) in Zusammenarbeit mit Vertretern der Ye’kwana sowie im Rahmen des von Andrea Scholz initiierten und koordinierten Kooperationsprojektes „Geteiltes Wissen“ entwickelt.

Begleitend hierzu gibt es im Rahmen der Reihe „Globale Sammlungsperspektiven“ eine Veranstaltung in Form eines Vortrags oder eines Gesprächsabends im Auditorium der James-Simon-Galerie.

Eine Ausstellung im Rahmen der Aktion „Auf dem Weg zum Humboldt Forum".

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Ausstellung

Design Lab #5

Times of Waste – Was übrig bleibt

Im Rahmen des Design Lab #5 präsentiert das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin die Ausstellung "Times of Waste – Was übrig bleibt", die aus einem transdisziplinären Forschungsprojekt entstanden und für den deutschen Kontext in Zusammenarbeit mit Flavia Caviezel und Mirjam Bürgin der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel realisiert wurde.

Abfall kann verheissungsvolle Ressource oder lästiger Rest sein, Abfall ist politisch und sozial, vor allem aber unvermeidlich. Abfall verschwindet nie vollständig und hinterlässt immer Spuren. "Times of Waste – Was übrig bleibt" rückt das Leben eines Smartphones ins Zentrum und widmet sich einer typischen Alltagstechnologie unserer Zeit, die viele Formen von Abfall hinterlässt, angefangen bei der Gewinnung der enthaltenen Rohstoffe.
Der Transformationsprozess des Smartphones

Die Ausstellung gibt einen Einblick in das Forschungsprojekt "Times of Waste", das den Transformationsprozessen des Smartphones und seiner Bestandteile mit künstlerisch-wissenschaftlichen Verfahren nachgeht: Eine Objektbiografie kartiert verschiedene Transportwege und Recyclingrouten. Sie erzählt von ökonomischen Umwandlungen und neuartigen Beziehungen, von lokalen wie globalen Zusammenhängen. Recherchen führen die Forschenden zu Deponien und Schreddern, in Reparaturwerkstätten, Forschungslabors und zu verschiedenen Materialien und Menschen.
Wo geht das hin, was übrig bleibt?

Das Ausstellungssetting ist eine Assemblage verschiedener (medialer) Fragmente, die assoziativ zusammenspielen:
eine Videoprojektion mit atmosphärischen Landschaften und Material nahen Blickwinkeln, Übersicht in globale Verknüpfungen liefernde Karten,
ein Tonessay zur Objektbiografie eines Smartphones und ein modellhaftes Metall-Relikt.

Dessen Innenleben archiviert jenes geologisch-materielle Nachleben, das die Smartphone-Entsorgung hervorbringt. Es zeugt davon, dass die Menschen auf der Suche nach Rohstoffen nicht nur die Erdkruste abtragen, sondern sie auch mit neuartigen Abfall-Materialien anfüllen.

Um die ausgestellten Abfälle, Karten, Bilder und Töne gruppieren sich verschiedene Texte, die den Fragen nachgehen: Wo geht das hin, was übrig bleibt? Und was kann getan werden?
Forschungsprojekt "Times of Waste"

"Times of Waste – Was übrig bleibt" ist aus einem Forschungsprojekt entstanden, das von Flavia Caviezel, Mirjam Bürgin, Anselm Caminada, Adrian Demleitner, Marion Mertens, Yvonne Volkart und Sonia Malpeso realisiert, vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert und am Institut Experimentelle Design- und Medienkulturen/Critical Media Lab der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel/Schweiz verortet ist. Die Ausstellung basiert auf einer 2017 im Museum der Kulturen Basel und 2018/19 im Gewerbemuseum Winterthur gezeigten Version.

Die Ausstellung wird gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.

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Ausstellung

Zeit für Fragmente

Werke aus der Sammlung Marx und der Sammlung der Nationalgalerie

Es sei gerade „eine Zeit für Fragmente“, bemerkte der Künstler Marcel Duchamp 1934 gegenüber der Schriftstellerin Anaïs Nin, als diese ihn im Atelier besuchte. Konkret meinte er die Dokumentation seines Werks Großes Glas, für die er Schriftstücke und Grafiken lose in einer grünen Schachtel sammelte.

In einer Welt, deren Einheit und Ganzheit von der Physik ebenso in Zweifel gezogen wurde wie durch das Auseinanderfallen der Gesellschaft, erschien das Fragment als einzig mögliche Form des künstlerischen Handelns. Während das Fragment in der Renaissance oder der Romantik als Rest eines ehemals Ganzen oder als noch nicht Vollendetes galt, steht es seit dem 20. Jahrhundert als Zeichen für eine stets unfertige Welt.

Anhand von Gemälden, Skulpturen, Fotografien und Videoinstallationen u. a. von Joseph Beuys, Anish Kapoor, William Kentridge, Sam Taylor-Johnson, Cy Twombly und Andy Warhol geht die Präsentation Zeit für Fragmente dieser Bedeutung nach.

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Ausstellung

Hansjörg Mayer

Typoems und Künstlerbücher

Der in London lebende Drucker, Lehrer und Verleger Hansjörg Mayer wurde mit seinen drucktechnischen Experimenten und seiner edition hansjörg mayer zu einem der wichtigsten Protagonisten der Konkreten Poesie und der Kunst der 1960er Jahre. In Zusammenarbeit mit dem Künstler zeigt die Kunstbibliothek die Vielfalt und die künstlerische Eigensinnigkeit des Verlags, von seinen ersten typographischen Arbeiten, die er typoems nannte, der internationalen Ausstrahlung der Konkreten Poesie von Stuttgart nach São Paolo, bis zu den experimentellen Künstlerbüchern von Dieter Roth.

Ein Verlag für die Kunst
Bereits Mitte der 1960er Jahre wurde die Kunst- und Literaturwelt auf Hansjörg Mayer (*1943, Stuttgart) aufmerksam. Mayer war schon als Jugendlicher mit dem Stuttgarter Kreis um den Philosophen Max Bense in Kontakt gekommen, der ihn mit den neuesten internationalen Tendenzen in Kunst, Literatur und Musik bekannt machte. Mayers Faszination für den Druckprozess, den er in der Druckerei seiner Familie täglich erleben konnte, gab den Anstoß zu ersten "Druckprozessbildern". Seit 1963 war Mayer als der Verleger von Dieter Roth dazu bereit, jede noch so herausfordernde künstlerische Idee in den Buchdruck umzusetzen. 1966 zog Mayer nach England, wo er an der Bath Academy of Art sowie der Watford School of Art lehrte. 1968 widmete das Gemeentemuseum Den Haag dem Fünfundzwanzigjährigen eine erste große Retrospektive. Seitdem hat er in der edition hansjörg mayer über 300 Bücher, Plakate, Filme, Schallplatten und Videos verlegt.

Unerhörte Vielfalt
Die Ausstellung präsentiert in gemeinsamer Auswahl mit Hansjörg Mayer die Vielfalt seines Verlags. Am Anfang steht Das erste Alphabet, der Beginn seiner drucktechnischen Experimente mit den 26 Buchstaben des Alphabets. Zu sehen sind auch eine Auswahl von Filmen, die er zusammen mit Georg Bense und Rainer Wössner 1962 realisierte, die wegweisenden Mappenwerke zur "Konkreten Poesie International", Künstlermappen von Sigfrid Cremer oder Herman de Vries, sowie die ausufernde Buchreihe Gesammelte Werke von Dieter Roth und seine Schallplatten mit Selten gehörter Musik. Das unerhörte Spektrum seines verlegerischen Wirkens von Konkreter Poesie bis zur Ethnologie findet sich in der Ausstellung auch auf Büchertischen zum Blättern und Lesen.

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Ausstellung

Lawrence Abu Hamdan

The Voice Before the Law

Die audiovisuellen und installativen Arbeiten von Lawrence Abu Hamdan (*1985 in Amman, Jordanien) machen die politischen Dimensionen von Sprache und Kommunikation zum Thema. Spuren von staatlicher oder industrieller Gewalt und Mechanismen der Überwachung und Propaganda zeigen sich im Horizont der auditiven Wahrnehmung.

Lawrence Abu Hamdan ist Gewinner des Baloise Kunst-Preis 2018. Damit verbunden ist ein Ankauf für die Sammlung der Nationalgalerie. Im Mittelpunkt der Ausstellung im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin steht diese Video- und Soundinstallation. This whole time there were no landmines (2017) beschäftigt sich auf eindringliche Weise mit physischen und emotionalen Grenzen.

Das filmische Material bilden Handyaufnahmen, die 2011 im Bereich der Golanhöhen entstanden sind, einem hügeligen Landstrich im Nahen Osten. Seit 1967 sind die Golanhöhen zum überwiegenden Teil unter israelischer Besatzung. Aufgrund der besonderen Akustik wurde eine Stelle des Landstrichs als „shouting hill“ bzw. „shouting valley“ bekannt. Das akustische Phänomen von wandernden und sich verstärkenden Stimmen dieser Topografie ermöglicht eine Kommunikation mit Megaphonen über die Grenze hinweg und war vor der Verbreitung von Mobiltelefonen wichtig für die bei der Grenzziehung getrennten Familien. Der Schall schafft eine akustische Brücke.

Abu Hamdans Bild- und Tonmaterial stammt vom 15. Mai 2011. Eine Gruppe arabischer Demonstrant*innen überschritt erstmals die Grenze und drang in von den Drusen bewohnte Gebiete vor, was ein gewaltsames Eingreifen des israelischen Militärs zur Folge hatte. In der raumgreifenden Videoinstallation This whole time there were no landmines sind auf acht gegenüberliegenden quadratischen Bildschirmen Aufnahmen von Handykameras zu sehen – Augenzeugenberichte inmitten einer verstörenden Klangkulisse aus lauten Rufen, Sprachfetzen („Hey. Stop … Genug … Hier sind Landminen“) und technischen Signalen.

Zwei weitere Arbeiten Abu Hamdans ergänzen die Ausstellung: In Conflicted Phonemes (2012) und Disputed Utterance (2019) beschäftigt er sich mit Sprachanalysemethoden im Zusammenhang mit Gerichts- und Asylverfahren. Abu Hamdan, der als Research Fellow und Klangexperte mit Forensic Architecture zusammenarbeitet, war in den letzten Jahren auf den Biennalen von Gwangju, Sharjah und zuletzt Venedig vertreten und ist in diesem Jahr für den Turner Prize nominiert.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Wienand Verlag, ca. 50 Seiten, mit Beiträgen von Skye Arundhati Thomas, Ina Dinter, Jens Maier-Rothe.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Baloise Group.

Kuratorin: Ina Dinter

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Ausstellung

Bronzen wie Tiere

Heide Dobberkau und ihre Tierwelten

Kunst haucht toten Materialien seit Jahrtausenden Leben ein. Menschen erschaffen dabei ganze Tierwelten. Sie vermitteln zwischen Natur und Kultur. Abstrahierende Zugänge wetteifern mit naturalistischen. Die Renaissance feierte die Antike, und „das sensible, lebendige Wesen der Tiere“ (HD) wurde seither auch zu einem Motiv für die Kunstmedaille.

Heide Dobberkau schuf ihre Tierwelten aus Metall, aber auch aus Holz und auf Papier. Über Jahrzehnte hinweg entwickelte sie so ihren persönlichen Stil. Das Münzkabinett würdigt die Künstlerin aus Anlass ihres 90. Geburtstages. Heide Dobberkaus „Bronzen wie Tiere“ begegnen dabei Tierwesen antiker Münzbilder und treten mit aktuellen Annäherungen an ihr Werk in Dialog.

Eine Sonderausstellung des Münzkabinetts – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst

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Ausstellung

Body Performance

In der Berliner Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie sind in der Ausstellung "Body Performance" Arbeiten von Vanessa Beecroft, Yang Fudong, Inez & Vinoodh, Jürgen Klauke, Robert Longo, Robert Mapplethorpe, Helmut Newton, Barbara Probst, Viviane Sassen, Bernd Uhlig und Erwin Wurm zu sehen.

In dieser Gruppenausstellung werden erstmals Fotosequenzen vereint, deren Ursprung in Performances, in Tanz- und Bühnengeschehen liegt, ergänzt durch eine paraphrasierte Street Photography und konzeptionelle Bildserien. Stets steht der Mensch und sein Körper im Mittelpunkt, und der Fotograf oder die Fotografin hat die jeweilige Aktion dokumentiert oder interpretiert, häufig auch initiiert.

Der Ausstellungsraum als Bühne
Mit den Werken der zwölf international renommierten Künstler*innen entsteht in den Ausstellungsräumen der Helmut Newton Stiftung eine multiple Bühne, auf der wir unterschiedlich agierende, fotografierte Menschen sehen, die in parallele, tagtraumartige Realitätsebenen zu rutschen scheinen. Die Präsentation vereint unterschiedlichste Ansätze und Ausprägungen für künstlerische Aktionen und Körper-Performances: Menschen tragen Kleidung für ungewöhnlich inszenierte Modebilder, sie agieren vermeintlich irrational auf Straßen und Hochhausdächern oder bewegen sich minimalistisch auf Felsen und in Museumsräumen, schließlich als Tänzer und Tänzerinnen auf und neben der Bühne. In der Ausstellung begegnen sich Rollenspiele und Grenzüberschreitungen des Körperlichen – zeitgenössische fotografische Blicke auf die verschiedensten visuellen Aspekte zu Körper und Raum, Tanz und Bewegung. Auf diese Weise rücken nicht zuletzt Fragen von Fremd- und Selbstwahrnehmung, von Identität und Emotion in den Blick.

Fotografie und Performance
Performance ist eine eigenständige Kunstform, und die Fotografie ist ihr ständiger Begleiter. Die enge Verbindung zwischen Performance, Happening und Aktionskunst mit der Fotografie besteht bereits seit vielen Jahrzehnten. Sie reicht von den Dadaisten und Surrealisten über die Wiener Aktionisten bis zu den aktuellen Körperinszenierungen im öffentlichen Raum von Spencer Tunick.
Helmut Newtons Serie "Ballet de Monte Carlo"

Eine für das Werk von Helmut Newton relativ unbekannt gebliebene Serie, die seit den 1980er-Jahren in Monte Carlo entstand, sind die Aufnahmen des dortigen Balletts. Statt auf einer klassischen Bühne fotografierte er die Tänzer und Tänzerinnen auf den Straßen Monacos, den Treppenstufen hinter dem berühmten Casino, nahe eines Notausgangs im Theatergebäude oder nackt bei sich zuhause. Und so deklinierte er auch mit den Akteuren des Ballet de Monte Carlo eine Kompositionsidee durch, die unnachahmlich für sein Werk steht: Naked and Dressed – und thematisiert erneut das Wechselverhältnis von Exhibitionismus und Voyeurismus.

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Ausstellung

Der Babel-Bibel-Streit

Am 13.1.1902 hielt Friedrich Delitzsch, Professor für Assyriologe an der Berliner Universität und Gründungsdirektor der Vorderasiatischen Abteilung, in der Berliner Singakademie einen folgenreichen Vortrag. In Anwesenheit des Kaisers vertrat er die unerhörte These, dass die jüdische Religion und die Schilderungen des Alten Testamentes auf babylonische Vorlagen zurückzuführen seien. War der Kaiser von diesen Ideen zunächst sehr angetan, ließ er Delitzsch nach heftigen Protesten fallen. Weil der Altorientalist noch in zwei weiteren Vorträgen auf seinen Ausführungen beharrte, kam es zu einem heftigen Streit zwischen Theologen und Vertreten der noch jungen Altorientalistik, der bis heute nachwirkt.

In der drei Jahre zuvor gegründeten Vorderasiatischen Abteilung der Königlichen Museen befanden sich bereits erste Funde aus Palästina, Assyrien und Babylonien, darunter mehrere Tausend Tontafeln. Je mehr Texte man verstand, desto mehr Bezüge zur biblischen Überlieferung ließen sich herstellen. Vor diesem Hintergrund entwickelte Delitzsch seinen Vortrag mit dem Titel "Babel und Bibel". Die mitunter sehr polemischen Auseinandersetzungen führten zu einer enormen Popularisierung der deutschen Ausgrabungen im Vorderen Orient und insbesondere in Babylon. Auch Feuilletons, Satirezeitschriften und Karikaturen widmeten sich den weltanschaulichen Fragen und ließen das Bildungsbürgertum an dem akademischen Streit auf unterhaltsame Weise teilhaben.

Der sog. Babel-Bibel-Streit soll in einer Sonderausstellung des Vorderasiatischen Museums in Kooperation mit der FU Berlin in Erinnerung gebracht werden. Dazu können in der ständigen Ausstellung die um die Jahrhundertwende in Berlin verfügbaren materiellen Zeugnisse altorientalischer Kulturen besonders herausgestellt werden. Neben den Exponaten der Ausstellung bietet der Rückblick auch Gelegenheit, selten gezeigte Objekte aus den Depots, die als Quellen für die Überlegungen Delitzschs herangezogen werden können, zu präsentieren.

Die Ausstellung wird gefördert vom Einstein Center Chronoi, den „Freunden der Antike auf der Museumsinsel e.V.“ und der „Deutschen Orient-Gesellschaft e.V.“.

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Ausstellung

Capturing Iran’s Past

Fotokunst – PhotoArt – هنر عکاسی

Die Sonderausstellung im Buchkunstkabinett und im Mschatta-Saal des Pergamonmuseums inszeniert anhand von vier Fotoserien und einer Spiegelinstallation die kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, um aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen zu reflektieren und im Heute zu verorten.

Indem die fotografischen Arbeiten auf unterschiedliche Weise die identitätsstiftende Funktion von Vergangenheit evozieren, laden sie dazu ein, die historische Bedingtheit der eigenen familiären, sozialen, kulturellen und nationalen Identitäten zu hinterfragen. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Arbeiten, die mit historischen Objekten aus der Sammlung des Museums für Islamische Kunst in Dialog treten.
Vier Künstler*innen

Vier etablierte Fotokünstler*innen, die in Iran geboren wurden, setzen sich in ihren Arbeiten aus unterschiedlicher Perspektive mit der historischen Bedingtheit der iranischen Moderne auseinander. Ihre Arbeiten nutzen die Vergangenheit als Kontrastfolie, um sie auf mehreren Ebenen in Metaphern und Allegorien zu hinterfragen und Aussagen über die (iranische) Gegenwart zu treffen. Dabei verwenden die Künstler*innen verschiedene visuelle Strategien und nehmen Bezug auf diverse Vergangenheiten. Der zeitliche Horizont erstreckt sich vom Beginn der Fotografie in Iran 1842 bis zum Iran-Irak Krieg (1980-88).

Shadi Ghadirian
Shadi Ghadirian re-inszeniert in Qajar (1998) Studioporträts aus der Kadscharenzeit (1779-1925) und fügt diesen ein zeitgenössisches Element hinzu. Durch die Kombination aus Spuren der Vergangenheit und der Gegenwart verweist sie auf Traditionen, die Auswirkungen auf das heutige Leben haben. In der Serie Nil Nil (2008) inszeniert sie scheinbar idyllische Innenräume, in denen sich jedoch versteckte Kriegsobjekte befinden. Dabei erzählt Ghadirian von den Traumata, die, obwohl der Iran-Irak Krieg 1988 endete, in den Psychen von jenen Personen, die den Krieg erlebt haben, bis heute fortwirken.

Arman Stepanian
Arman Stepanian platziert in Gravestones (1999/2000) und Doorbells (2004) Gruppen- und Einzelporträts aus der Kadscharen- und Pahlavizeit (1925-1979) in zeitgenössische Szenerien. Dies könnte als Erinnerung daran, dass die Bedingungen unserer gegenwärtigen Situation von unseren Vorfahren geformt wurden, interpretiert werden.

Najaf Shokri
Najaf Shokri scannt in Irandokht (2006) und The Registration Congregation of Iranian Men (2006-12) Passfotos iranischer Identitätsdokumente aus der Pahlavizeit. Die Aneignung von fotografischen objets trouvés stellt eine Reflexion der individuellen und kollektiven Identität, deren Ursprünge in der Vergangenheit liegen, dar.

Taraneh Hemami
Taraneh Hemami verarbeitet in Hall of Reflections (2000-12) Fotografien und Briefe von Personen, die aus Iran in die USA migriert sind, zu Spiegelassemblagen. Diese verweisen auf den durch die Migration entstandenen Schmerz der Nichtzugehörigkeit sowie das Vermissen eines Ortes, der nun der Vergangenheit angehört.

Kurator*innen: Agnes Rameder, Martina Müller-Wiener, Margaret Shortle, Stefan Weber

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Ausstellung

Seen By #13

Modus Operandi

Modus Operandi ist eine auf maximale Präsenz ausgelegte analoge Doppelprojektion. Sie lässt Fotografien kollidieren, die nicht zusammen gehören, aber zusammen Wirkung entfalten. Die mechanischen Projektoren versetzen dabei das Bildgefüge in einen permanenten Wechsel. Die Bilder stehen monumental und anonym nebeneinander, stehen in nur einmaliger direkter Verbindung zueinander. Jedes verschiebt die Bedeutung des anderen, bevor es verschwindet und durch ein anderes ersetzt wird.

Entwicklung einer kollektiven Bildsprache
In einem mehrere Monate andauernden Prozess ohne inhaltliche Vorgaben waren die Künstler*innen aufgefordert, Bildmaterial in einen Bildpool einzuspeisen und anzuordnen. Während regelmäßiger Screenings wurde an Bildauswahl und Anordnung gearbeitet mit der Absicht, eine kollektive Bildsprache zu generieren, die im Zusammenwirken mehr ergibt als die Summe der Einzelbilder. Die Arbeit zielt auf eine unmittelbare Wahrnehmung und individuelle Erfahrung ab.

1 Raum / 162 Bildträger / 2 Projektoren / 20 Künstler*innen / 2 Bildflächen
Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Louisa Boeszoermeny, Viiri Linnéa Broo Andersson, Mateo Contreras Gallego, Eva Friedrich, You Gu, Moritz Haase, Elizabeth Hepworth, Miji Ih, Jakob Ketzel, Lucia Krug, Gonzalo Ruelas, Schlack/Giménez, Joram Schön, Anouk Tschanz, Greta Wildhage, Asís Ybarra, Lukas Zerrahn, Tania Elstermeyer und Frank Jimin Hopp.

Die Ausstellung wird kuratiert von Bodo Schlack.

Mitarbeiter*innen und Studierende der Universität der Künste Berlin haben freien Eintritt.

Ausstellungsreihe SEEN BY
SEEN BY #13 ist der dreizehnte Teil der Ausstellungskooperation der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin im Museum für Fotografie. Sie hat zum Ziel, kuratorische und künstlerische Strategien im Umgang mit zeitgenössischer Fotografie neu zu denken.

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Ausstellung

Fast Fashion

Die Schattenseiten der Mode

„Fast Fashion. Die Schattenseite der Mode“, konzipiert vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, wirft einen kritischen Blick auf die Folgen des Modekonsums für Produzent*innen und Umwelt und regt die Besucher*innen an, sich engagiert mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) ergänzt die Auseinandersetzung mit der Fast Fashion um Einblicke in die Berliner Slow Fashion Szene: Als Dreh- und Angelpunkt der internationalen fairen Modewelt entstehen in Berlin zahlreiche innovative Ideen, wie Mode nachhaltig produziert und genutzt werden kann und gleichzeitig Spaß machen kann.

Die globale Fast Fashion-Industrie
Noch bevor Kleidungsstücke im Handel landen, werden die größten „Modesünden“ begangen: Allein für ein T-Shirt aus Baumwolle werden 2700 Liter Wasser verbraucht, welches nach chemischen Färbeprozessen nicht selten mit Giftstoffen belastet in Flüsse gelangt. Unter dauerhaften Umweltverschmutzungen und verseuchtem Grundwasser leiden die Menschen vor Ort in Ländern wie Bangladesch. Dort verdienen zumeist Frauen ihren Lebensunterhalt als Näherinnen in der Bekleidungsindustrie. Ihre Arbeitsbedingungen und ihr Lohn werden von immer mehr Konsument*innen als unfair eingestuft: Wie kann es sein, dass ein T-Shirt weniger kostet als ein Cappuccino? Der Ausstellungsbereich „Fast Fashion“ erläutert, wie die globale Fast Fashion-Industrie funktioniert und wie Produzent*innen und Konsument*innen zusammenhängen.

Fair und nachhaltig: Slow Fashion
Durch die Auseinandersetzung mit den Folgen der Fast Fashion für Mensch und Umwelt steigt das öffentliche Interesse an fairer Mode. Der Ausstellungsbereich „Slow Fashion“ bietet Einblicke in die Berliner Szene der fairen Mode. Mit „Neonyt“ findet in Berlin jedes Jahr die weltweit größte Messe für faire Mode statt. Designer*innen und kreative Köpfe setzen Trends und entwickeln innovative Ansätze und Materialien und entschleunigen den Kreislauf der Mode. Das MEK stellt Berliner Pionier*innen der fairen und nachhaltigen Mode vor. Sie erzählen, was für sie faire und nachhaltige Mode ist – vom umweltschonenden Upcycling überfaire Produktionsbedingungen bis hin zu Kleidungsstücken aus zertifizierten Stoffen und Kleidertauschpartys.

Magalog, Veranstaltungen und Vermittlungsprogramm zur Ausstellung
„Fast Fashion. Die Schattenseite der Mode“ ist eine Ausstellung des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin. Zur Ausstellung ist bereits ein umfangreicher „Magalog“ (ISBN 13978-3-923859-82-5) erschienen. Ein umfassendes Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm mit regelmäßigen Repair-Cafés und kreativen Workshops ergänzt die Ausstellung während ihrer gesamten Laufzeit.

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Ausstellung

Meister der Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett

Rembrandt & Menzel

Rembrandt Hermansz. van Rijn (1606–1669) ist nicht nur ein Virtuose der Ölmalerei, er gilt auch als ein Leitstern der graphischen Künste. Schon zu Lebzeiten Rembrandts wurden seine Druckgraphiken geschätzt, gesammelt und bald auch katalogisiert. Die Zuschreibungen waren zunächst eher zuversichtlich als kritisch. Während die Werkverzeichnisse aus dem 18. Jahrhundert bis zu 375 graphische Arbeiten des Meisters zählten, gelten gegenwärtig noch etwa 290 Radierungen als Arbeiten seiner Hand. Bis heute – 350 Jahre nach seinem Tod – haben die Werke nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Der Name Rembrandt ist zu einer Marke geworden.

Auch unter Künstlern fand Rembrandt zahllose Bewunderer und auch Nachahmer. So schrieb der Berliner Maler Adolph Menzel (1815–1905) im April 1844 an einen Freund:

„Ich treibe mich überhaupt jetzt viel auf dem Kupferstichkabinett herum, genieße die Radirungen der Niederländer, vor allem Rembrandt, der doch unter allen hierin der Solitär ist und bleibt, je öfter man ihn durchsieht, desto mehr Ehrfurcht kriegt man vor ihm; […]!“

Menzel studierte Rembrandt in den 1840er Jahren im Berliner Kupferstichkabinett, das damals im Schloss Monbijou, nahe der Museumsinsel, der Öffentlichkeit zugänglich war. Inspiriert durch den Stil des Hauptmeisters der Radierung experimentierte Menzel, der von Hause aus Druckgraphiker war, sogar selbst mit der Radiernadel. Den Radierungen Rembrandts, wie Adolph Menzel sie in den 1840er Jahren im Berliner Kupferstichkabinett studieren konnte, widmet sich diese Ausstellung und zeigt fünfundzwanzig Druckgraphiken Rembrandts und vier aus seiner Auseinandersetzung resultierende Arbeiten Adolph Menzels.

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Ausstellung

Forschungsareal Biesdorf

Berlins größte Grabung

Was machen Archäolog*innen auf der Baustelle? Was sich viele angesichts der zahlreichen Großbaustellen Berlins schon gefragt haben mögen, bekommt in dieser Ausstellung die Antwort: Sie erforschen die Geschichte unter unseren Füßen.

Berlins größte Ausgrabung fand 1999 bis 2014 bauvorbereitend in Biesdorf statt – auf gut 22 Hektar Fläche konnten 10.000 Jahre Siedlungsgeschichte an der Wuhle dokumentiert werden, bevor hier erneut Häuser gebaut wurden. Die Sonderausstellung macht erlebbar, wie Forscher*innen arbeiten und präsentiert außergewöhnliche Funde, wie etwa eine steinzeitliche Hirschmaske, die zu den ältesten Funden Berlins zählt.

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Ausstellung

Perspektivenwechsel

Das Neue Museum feiert sein 10-jähriges Jubiläum

Im Oktober 2019 jährt sich die Wiedereröffnung des Neuen Museums, dessen Restaurierung und Wiederaufbau 2009 unter der Leitung des britischen Architekten David Chipperfield fertiggestellt wurde, zum zehnten Mal. Zur Feier des 10-jährigen Jubiläums zeigt eine Kunstinstallation mit 10 Themen und 160 Objekten ungewöhnliche Perspektiven auf die ausgestellten Sammlungen und animiert zum eigenständigen Erkunden des Neuen Museum.

Im Griechischen Hof wird ein Ensemble aus Stelen und Podesten mit reflektierenden und lichtbrechenden Oberflächen stehen. Das einfallende, sich stetig verändernde Tageslicht sowie Spotlights aus Scheinwerfern erzeugen beeindruckende Lichtspiele. Auf den Podesten stehen einzelne Themen symbolisierende Kunstobjekte, die Bezüge zu Originalen der Sammlungen im ganzen Haus herstellen. Über Lichtreflexe werden die unterschiedlichen Beziehungen und Verknüpfungen der Themen und Objekte verdeutlicht. Die Besucherinnen und Besucher erkunden die Installation und das Neue Museum, indem sie kleine „Schatz-Karten“ mit spannenden Details zu unterschiedlichen Exponaten aus den Stelen und Podesten ziehen. Diese Karten führen sie in die Ausstellungsräume und zu den Originalen und laden ein, mögliche Zusammenhänge zwischen den Objekten zu erkunden.

Die Installation hinterfragt traditionelle Ausstellungs- und Führungskonzepte und weist auf den subjektiven Charakter einer jeden Museumspräsentation hin, die stets durch das aktuelle sozio-kulturelle Umfeld geprägt ist und dadurch ihre eigene „Wahrheit“ konstruiert. David Olbrich, künstlerischer Leiter des Projektes, erläutert: „Die für das 10-jährige Jubiläum erstellten Aufbauten im Griechischen Hof folgen der Frage, ob die Beziehungen, die wir zu anderen Menschen, unserem Umfeld und der Natur haben, nur auf Beherrschung und vorgefertigten Lösungen aufgebaut sind, oder ob wir es zulassen, dass sie uns verzaubern, verwandeln und neue Raumideen eröffnen“.

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Ausstellung

Kampf um Sichtbarkeit

Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919

Vor genau 100 Jahren konnten die ersten Frauen ihr reguläres Kunststudium an der Berliner Kunstakademie aufnehmen. Die Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919“ nimmt dies zum Anlass, die Werke von Malerinnen und Bildhauerinnen in den Blick zu nehmen, die es trotz aller Widrigkeiten in die Kunstöffentlichkeit geschafft und Eingang in die Sammlung der Nationalgalerie gefunden haben.

Die Ausstellung und die begleitende wissenschaftliche Publikation widmen sich erstmals ausführlich allen vor 1919 entstanden Werken von Malerinnen und Bildhauerinnen und ist eine Revision der eigenen Sammlung unter dem wichtigem Aspekt heutiger Diskurse um Gleichberechtigung.

Engagement in künstlerischen Vereinigungen
Gelang zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch einigen wenigen Frauen eine exzeptionelle Karriere innerhalb eines vorwiegend männlichen Kunstbetriebs, so verschärften sich die Restriktionen für Künstlerinnen ab der Jahrhundertmitte. Der Zugang zu Kunstakademien, Stipendiensystemen und wichtigen Auftragsarbeiten wurde ihnen verwehrt. In ihrem „Kampf um Sichtbarkeit“ engagierten sie sich in künstlerischen Vereinigungen, erkämpften sich Ausstellungsmöglichkeiten und zunehmend auch die Aufmerksamkeit wichtiger Förderer sowie die damit verbundenen prestigeträchtigen Aufträge und Ankäufe.

Künstlerinnen in der Ausstellung
Die Ausstellung zeigt über 60 malerische und bildhauerische Werke von Künstlerinnen aus 140 Schaffensjahren, die alle vor 1919 entstanden sind. Einige davon sind seit Jahrzehnten Bestandteil der Dauerausstellung wie die Gemälde von Caroline Bardua, Elisabeth Jerichau-Baumann oder Dora Hitz. Andere werden nach langen Jahren im Depot erneut in der Alten Nationalgalerie zu sehen sein, darunter Arbeiten der Porträt- und Historienmalerinnen Friederike O’Connell oder Paula Monjé.

Ein großer Teil wurde noch nie in den Räumen auf der Museumsinsel präsentiert. Zahlreiche einst erfolgreiche Künstlerinnen sind im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten, wie die norwegische Bildhauerin Ambrosia Tønnesen, die auch in den USA erfolgreiche Salonmalerin Vilma Parlaghy oder die russische Avantgarde-Pionierin Natalija Gončarova. In ihrer Vielfalt leisteten die Künstlerinnen einen wesentlichen Beitrag zum Kunstgeschehen ihrer Zeit.

Die Restaurierung zahlreicher Werke wurde durch die großzügige Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ermöglicht.

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Ausstellung

Fotografie der Nachkriegsmoderne

Ludwig Windstosser

Mit rund 200 Aufnahmen präsentiert die Ausstellung eine Auswahl aus dem Nachlass des Stuttgarter Fotografen Ludwig Windstosser (1921-1983), den die Kunstbibliothek im Museum für Fotografie bewahrt. Durch seine Firmenporträts avancierte Windstosser zum führenden Industriefotografen der westdeutschen Nachkriegszeit und ist dennoch bis heute weitgehend unbekannt. Die Ausstellung ist der erste Versuch, einen umfassenden Einblick in Leben und Werk des Fotografen zu geben, der bislang noch in keiner Einzelausstellung gewürdigt wurde.

Tendenzen der Nachkriegsavantgarde
In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war Windstosser Mitglied der Gruppe fotoform und beteiligte sich an den Ausstellungen und Buchprojekten der subjektiven fotografie. In Anknüpfung an die fotografischen Tendenzen der 1920er und frühen 30er Jahre prägte vor allem fotoform die Bildsprache der fotokünstlerischen Nachkriegsavantgarde. Steile Perspektiven, ungewöhnliche Bildausschnitte und starke Kontraste finden sich auch in den Werbeaufnahmen, die er als Industriefotograf ab den frühen 1950er Jahren für viele Firmen – vom Stahlbau über Pharmahersteller bis hin zur Textilbranche – realisierte. So porträtierte er das Bergbauunternehmen Ruhrkohle AG, das für den Aufschwung der westdeutschen Wirtschaft eine maßgebliche Rolle spielte. In seinen Fotografien zeigt er den Produktionsablauf von den Schächten bis hin in die heimischen Öfen und entwickelt dabei ein Bild vom Bergbau, das auch heute noch im kollektiven Gedächtnis präsent ist.

Gegenüberstellungen von Großstadt und Natur
Auch für seine zahlreichen Buchprojekte fing Windstosser den nachkriegsdeutschen Zeitgeist mit seiner Kamera ein. Die Bildbände führen das Lebensgefühl in Großstädten wie Berlin oder Stuttgart einerseits sowie ein breites Spektrum an Landschaftsaufnahmen andererseits vor Augen. Der 1972 erschienene Bildband "Berlin: teils teils" ist ein Porträt West-Berlins, in einer von Wiederaufbau und Fortschritt aber auch dem Wunsch nach Normalität und Sicherheit geprägten Zeit. Dieses Spannungsfeld zieht sich durch geschickte Gegenüberstellungen durch das gesamte Farbfotobuch.

Begleitband zur Ausstellung
Der zur Ausstellung erscheinende 80-seitige Begleitband vertieft die drei Hauptaspekte im Schaffen Windstossers – künstlerische Fotografie, Industriefotografie, Stadt- und Landschaftsaufnahmen. Die Karriere Ludwig Windstossers steht exemplarisch für das Wirken vieler Fotografinnen und Fotografen in der Zeit des westdeutschen Wirtschaftswunders, seine Arbeit ist andererseits einzigartig in der Vielseitigkeit ihrer Bildsprache.

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Ausstellung

Gerard ter Borch: Die galante Konversation

Ein Meisterwerk und seine virtuosen Varianten

Gerard ter Borch (1617-1681) gilt als einer der wichtigsten Genremaler des goldenen Zeitalters der holländischen Malerei. Von seinem ikonischen Meisterwerk „Die galante Konversation“ – u. a. von Goethe in den „Wahlverwandtschaften“ verewigt – haben sich zwei nahezu identische Versionen erhalten, die sich heute in der Berliner Gemäldegalerie und dem Rijksmuseum Amsterdam befinden. Erstmals seit über 350 Jahren werden beide Bilder nun in einer Ausstellung zusammengeführt – bereichert durch Wiederholungen, Teilkopien und Nachahmungen der berühmten Darstellung

„Satinstückchen“
Gerard ter Borch, Spross einer angesehenen Malerfamilie, darf als einer der Hauptmeister des holländischen Genrebilds gelten. Nach einer Ausbildung in Zwolle und Haarlem sowie einem Aufenthalt in London ließ er sich als erfolgreicher und vielbeschäftigter Porträtist der Regentenklasse in Amsterdam nieder. Obwohl Ter Borch als Porträtmaler äußerst erfolgreich war, spezialisierte er sich von 1648 bis in die frühen 1660er-Jahre auch auf Genredarstellungen des gehobenen Bürgertums und brachte es hier innerhalb kürzester Zeit zu einer Meisterschaft, die ihn auch heute noch als einen der herausragenden Vertreter dieser Gattung auszeichnet.

Insbesondere die detaillierte, effektvolle Wiedergabe von Stoffen und Oberflächen brachte ihm dauerhaften Ruhm ein. Wie kaum ein anderer Maler seiner Zeit wusste ter Borch die silbrig schimmernden Satinkleider seiner Protagonistinnen so täuschend echt darzustellen, dass man seinen Interieurszenen den Namen „satijntjes“ („Satinstückchen“) gab.

Ein erfolgreiches Motiv
Seine bedeutendste Darstellung dieser Reihe ist zweifellos „Die galante Konversation“, in der das silbrige Kleid, mit dem kunstvoll in Falten gelegten, glänzenden Stoff den Mittelpunkt des Gemäldes bildet und in seiner optisch-haptischen Faszination ein besonders reizvolles Zusammenspiel mit der rätselhaft bleibenden Trägerin in Rückenansicht eingeht. Von der außerordentlichen Beliebtheit der Darstellung und dem großen Erfolg dieser Bilderfindung, insbesondere der Rückenfigur im silbrigen Atlaskleid, zeugen nicht weniger als 24 Wiederholungen, Teilkopien und Nachahmungen.

Neben den beiden Versionen der „Galanten Konversation“ versammelt die Kabinettausstellung in der Gemäldegalerie drei weitere Wiederholungen der Rückenfigur von ter Borch bzw. seinem engstem Umkreis. Die einmalige Begegnung der fünf aus der Gemäldegalerie, dem Rijksmuseum, der Gemäldegalerie Dresden sowie aus zwei Privatsammlungen stammenden Gemälde erlaubt nicht nur das Studium von ter Borchs verfeinerter und zugleich so effizienter Maltechnik im direkten Vergleich. Sie verspricht auch Aufschlüsse über die Werkstattpraxis, die frappierende Übereinstimmungen ermöglichte, welche durch die Exaktheit der Details, des Faltenwurfs und der Lichtreflexe verblüffen. Schließlich wirft die Präsentation auch ein Schlaglicht auf die überaus geschickte Vermarktung seiner erstaunlich wandelbaren Motiverfindungen und Bilder.

Verschiedene Lesarten
Schillernd gibt sich auch das Thema der dargestellten Szene, wovon die erst in jüngerer Zeit erfolgte Umbenennung von „Die väterliche Ermahnung“ in „Die galante Konversation“ zeugt. Entgegen der früheren Lesart spricht einiges dafür, dass es sich um die Darstellung einer amourösen Verführung handelt. Tatsächlich kommt ter Borchs herausragendes erzählerisches Talent gerade in der subtilen Behandlung seiner Sujets und der bewusst gewählten Uneindeutigkeit des Moments zur Geltung. Diese inhaltliche Vagheit erlaubte jedem Jahrhundert seine eigene Lesart des Bildes. So erklärt sich, wie die Verführungsszene im 18. Jahrhundert den Titel „Die väterliche Ermahnung“ erhalten konnte. Eindrücklich und prominent zeugt in der Ausstellung hiervon der aus dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin stammende Reproduktionsstich von J. G. Wille (1765), der nicht zuletzt die Vorlage für Johann Wolfgang von Goethes berühmter Beschreibung der „herrliche(n) Gestalt im faltenreichen, weißen Atlaskleid“ in den „Wahlverwandtschaften“ bildete.

Eine Sonderpräsentation der Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin

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Ausstellung

Cevdet Erek. Bergama Stereo

Musikwerke Bildender Künstler

In der Architektur- und Soundinstallation Bergama Stereo (2019) nutzt der in Istanbul lebende Künstler und Musiker Cevdet Erek Gestalt, Inhalt und Rezeptionsgeschichte des in Berlin befindlichen Pergamonaltars als Referenz für eine Neuinterpretation des bedeutenden hellenistischen Bauwerks.

Rezeption des Pergamonaltars
Bergama ist der türkische Name für das antike Pergamon sowie der heutigen Stadt und des Bezirks in Kleinasien. Der berühmte Gigantenfries des Altars wird in einer Multi-Kanal-Komposition interpretiert, die den Raum beschallt. Der Sound übernimmt hier die zentrale Rolle zur Schaffung einer Architektur, die durch die Besucher*innen in ihrer Bewegung im Raum hörend erfasst wird.

Bergama Stereo ist eine ortspezifische Arbeit und ist konzipiert für zwei Schauplätze, die auf unterschiedliche Weise mit der Geschichte des Pergamonaltars und dem historischen Kontext seiner Rezeption und Rekonstruktion verbunden sind. Die Installation hat ihre erste Station in der Turbinenhalle auf dem Gelände der Jahrhunderthalle in Bochum und wird dann in der Historischen Halle im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin gezeigt. Integraler Bestandteil der Präsentationen ist jeweils ein im Ausstellungsraum stattfindendes Konzert- und Performanceprogramm, das Themen und strukturale Aspekte der Architektur aufgreift.

Reihe "Musikwerke Bildender Künstler"
Die Ausstellung findet zum 20-jährigen Jubiläum von „Musikwerke Bildender Künstler“ statt. Die Reihe ist ein Gemeinschaftsprojekt von Freunde Guter Musik Berlin e.V. und der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Seit 1999 wurden bereits musikalische Werke und Installationen von Hanne Darboven, Yves Klein, Hermann Nitsch, Rodney Graham, Stephen Prina, Lawrence Weiner / Peter Gordon, Käthe Kruse, Carsten Nicolai, Janet Cardiff & George Bures Miller, Cory Arcangel, Egill Sæbjörnsson & Marcia Moraes, Ryoji Ikeda, Susan Philipsz, Saâdane Afif, Christian Marclay, Ari Benjamin Meyers und Jorinde Voigt im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin präsentiert.

Eine Koproduktion von Freunde Guter Musik Berlin e.V., Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, und Ruhrtriennale 2019. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, mit Unterstützung der SAHA Association.

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Ausstellung

Micro Era

Medienkunst aus China

2019 feiert die Städtepartnerschaft von Peking und Berlin ihr 25. Jubiläum. Initiiert vom GeKA e.V. in enger Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie wird im Kulturforum ein Ausstellungsprojekt mit Medienkunstwerken von vier in China lebenden Künstler*innen realisiert, das von einem chinesisch-deutschen Kurator*innenteam organisiert wird. Bereits 2001 wurden Positionen der Gegenwartskunst aus China mit der Ausstellung „living in time” von einem chinesisch-deutschen Kurator*innenteam in der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof gezeigt. Die schon in dieser Ausstellung vertretenen Cao Fei und Zhang Peili treten nun in „Micro Era“ mit Fang Di und Lu Yang in einen Dialog.

Von Dokumentarfilmbildern über die Auseinandersetzung mit klassischer Filmsprache bis zur Ästhetik des japanischen Anime konzentrieren sich die Kunstwerke in dieser Ausstellung auf das Verhältnis zwischen Geist, Körper und Technologie in Installationen und Ein-Kanal-Videos, die von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart reichen. Im Euro-Amerikanischen Kontext wird Videokunst historisch oft als demokratisierende Kunstform betrachtet. Denn durch die schnell zugängliche Technik ermöglichen Videos eine rasante Verbreitung von Informationen sowie globalen Ereignissen. Die beteiligten Künstler*innen Cao Fei (*1978), Fang Di (*1987), Lu Yang (*1984) und Zhang Peili (*1957) hinterfragen die verführerische These von dieser Demokratisierung, indem sie in ihrer Bildsprache ebenso die Massenproduktion von Waren reflektieren, wie die Art und Weise wie Bilder produziert und konsumiert werden oder wie wir unsere Welt durch bildgebende Technologien verstehen.

Kuratiert von Anna-Catharina Gebbers mit Victor Wang und Yang Beichen / Kuratorischer Berater: Pi Li

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin und der Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen kulturellen Austausch e.V. (GeKA e.V.) anlässlich des Jubiläums der Städtepartnerschaft Berlin-Peking, gefördert von der Lotto Stiftung Berlin.

Deutschlandfunk Kultur ist Medienpartner der Ausstellung.

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Ausstellung

comiXconnection

comiXconnection thematisiert den aktuellen independent comic in Serbien, Kroatien, Slowenien, Bosnien & Herzegowina sowie Ungarn und Rumänien.

Das Projekt spürt die unterschiedlichen Comic-Szenen der aneinandergrenzenden Länder auf und setzt sie in Beziehung zueinander. Ab 2013 tourte die Ausstellung durch diese Region. Die 20. und letzte Station in Berlin gewährt erstmals auch einen Blick hinter die Kulissen des Projekts. comiXconnection bringt dem Publikum die hier eher unbekannte Comic-Szene Südosteuropas näher und zeigt zugleich die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten des Mediums Comic auf.

Englischer Katalog und Essayband zur Ausstellung. Texthefte mit den Übersetzungen der Comics in mehreren Sprachen. Weitere Infos zur Ausstellung unter www.comixconnection.eu

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Ausstellung

Pablo Picasso x Thomas Scheibitz

Zeichen Bühne Lexikon

Kaum ein zeitgenössischer Künstler arbeitet so vielschichtig mit Versatzstücken und Referenzen, die aus dem Alltag und aus dem Fundus der Kunstgeschichte gleichermaßen stammen, wie Thomas Scheibitz (geb. 1968 in Radeberg bei Dresden). Seine dichten, oft leuchtend-farbigen Gemälde und seine schemenhaft, oft puristisch angelegten Skulpturen lassen sich als freie Realitäts-Montagen verstehen.

Sie zeigen sich als komplexe Bild- oder Objektspeicher, in denen sich die visuelle Lebenskultur eingeschrieben hat, vom Künstler formal jeweils stark verdichtet. Unverkennbar ist der Einfluss von Pablo Picasso und dem Kubismus. „Von allen großen Ismen des 20. Jahrhunderts“, erklärt Thomas Scheibitz, „ist der Kubismus am radikalsten, am prägendsten geblieben.“
Ein offener Parcours entlang der Ähnlichkeiten

Das Museum Berggruen, das der Kunst Picassos und seiner Zeit gewidmet ist, schlägt mit dieser Ausstellung einen Bogen von der Klassischen Moderne in die Kunst der Gegenwart. Anhand von circa 45 Werken jeweils zeigt sich, dass Picasso und Scheibitz zwar nicht die gleichen Motive verbinden, jedoch eine sehr ähnliche künstlerische Haltung. Beide Künstler begreifen ihre Arbeit als offenen Prozess, der unablässig zu neuen Varianten und Aktualisierungen der bereits gefundenen Lösungen führt. Nichts bleibt hier statisch. Beide Künstler halten zugleich an der grundsätzlichen Idee von Bild und Skulptur fest.

So ist die Ausstellung als direkte Gegenüberstellung von „Picasso“ und „Scheibitz“ angelegt, als offener Parcours durch das Museum Berggruen. Die Unterschiede des unterschwellig jeweils mitreflektierten Lebensalltags – dem alten Paris und dem heutigen Berlin – könnten kaum größer sein. Umso markanter sind die formalen und inhaltlichen Parallelen, das jeweilige Ringen um Glaubwürdigkeit oder Gültigkeit – angesichts einer (bereits zu Picassos Zeiten) brüchigen, instabilen Welt.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.

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Ausstellung

Menzel. Maler auf Papier

Adolph Menzel ist das Auge des 19. Jahrhunderts. Das Berliner Kupferstichkabinett, das mit mehr als 6.000 Werken über den weltweit größten Bestand an Papierarbeiten des deutschen Künstlers verfügt, entdeckt im Herbst 2019 mit einer großen Einzelausstellung Menzel als Maler auf Papier neu. Gezeigt werden rund 100 Werke in Aquarell, Pastell und Gouache aus eigenem Bestand, ergänzt um ausgesuchte Leihgaben, die erstmals einen fundierten Gesamtüberblick über Menzels malerische Arbeiten auf Papier bieten.

Adolph Menzel (1815–1905) ist bekannt als Maler großer Leinwandgemälde und als Zeichner unzähliger Bleistiftstudien. Doch erst als Maler auf Papier nutzte er die gesamte Palette seiner künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten: Es sind farbige Arbeiten von der experimentellen Einzelstudie bis hin zur durchkomponierten Malerei.

Die Ausstellung präsentiert neben überwiegend eigenständigen Werken auch ausgewählte Vorarbeiten für berühmte Gemälde – darunter etwa jene Porträtstudien, die als Vorarbeiten zu dem im Auftrag von König Wilhelm I. zwischen 1861 und 1865 gemalten Krönungsbild entstanden, dem größten und figurenreichsten von Menzel Gemälden.

Facetten Menzels in zehn Kapiteln
Die Facetten Menzels als Maler auf Papier stellt die Ausstellung chronologisch und nach Techniken geordnet anhand ausgewählter Werke in zehn Kapiteln vor. Ebenso gibt sie den Besucher*innen einen Einblick in die spezifische Wirkung von Aquarell, Pastell und Gouache und Menzels eigentümliche Mischtechnik. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Pastelltechnik, die seit Mitte der 1840er- bis Ende der 1850er-Jahre für Menzel eine entscheidende Brücke vom Zeichnerischen zum Malerischen darstellt.

Gezeigt werden neben fragmentarischen Beobachtungen auch Experimente und Verworfenes – wie etwa eine „Gewandstudie“, die von Menzel detailliert mit leuchtenden Kreiden zu Papier gebracht und später mit energischer Geste zerstört wurde.

Bilderpaar „Herr“ und „Dame im Coupé“ wieder vereint
Bei den szenischen Darstellungen ist mit dem seit 1907 in der Sammlung befindlichen Bilderpaar „Herr“ und „Dame im Coupé“ (1859) eine besondere Sensation zu entdecken: Die als Folge des Zweiten Weltkrieges verlorene „Dame“ konnte im Januar 2019 nach Jahrzehnten des unbekannten Verbleibs wieder für die Sammlung des Kupferstichkabinetts zurückgewonnen werden. Das von Menzel mit Sinn für menschliche Entgleisungen beobachtete, im Umgang miteinander so abweisende Paar, ist nun erstmals seit über 70 Jahren wieder vereint.
Leihgaben, Neuerwerb und Rückgewinnungen

Ebenfalls präsentiert werden Werke, die nicht nur szenisch angelegt, sondern blattfüllend durchgearbeitet sind. „Platz für den großen Raffael“, eine Leihgabe aus dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, steht für den Aspekt des Überarbeitens in verschiedenen Techniken: 1855 als Pastell begonnen, vollendet Menzel das Werk erst vier Jahre später in Gouache.

Auch die 2018 für das Kupferstichkabinett erworbenen „Schlittschuhläufer“ sind von Menzel monumental in Pastell angelegt – eine Überarbeitung in Gouache erfolgte hier jedoch nicht. Die Schlittschuhläufer sind unmittelbar nach Menzels erstem Frankreichaufenthalt im Jahr 1855 entstanden und zeugen von der Moderne, wie Menzel sie in Paris bestätigt fand und wofür in der Ausstellung die Leihgabe aus der Hamburger Kunsthalle „Erinnerung an Paris“ steht.

Seit den 1860er-Jahren dominierte eine ausgefeilte Gouache- und Mischtechnik das Schaffen Menzels. Eindrucksvolles Beispiel dafür ist der „Schutzmann im Winter“ (1860/1865), eine blattfüllende Schilderungen der eigenen Zeitgenossenschaft. Ebenso wie das Porträt des als Vorarbeit zum Krönungsbild geschaffene Bild des „Oberregierungsrath Knerk“ (1863/1865) war der „Schutzmann“ seit 1941 Kriegsverlust. Seit diesem Frühjahr zurück im Bestand können die Werke nun erstmals wieder präsentiert werden.

Weitere Werke aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts
Drei herausragende Werktypen aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts runden die Ausstellung ab: Das in den Jahren 1863 bis 1883 als lose Folge von 44 Gouache-Malereien für Menzels Nichte Gretel und Neffen Otto entstandene „Kinderalbum“, die Auftragsarbeiten zu den Entwürfen zum „Tafelgeschirr“ der königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin für die Silberhochzeit des Kronprinzenpaares 1883 sowie die von Menzel eigenwillig uminterpretierten Allegorien.

„Menzel. Maler auf Papier“ wird kuratiert von den Menzel-Experten Werner Busch und Claude Keisch, Anna Marie Pfäfflin (Kuratorin für die Kunst des 19. Jahrhunderts, Kupferstichkabinett) und Georg Josef Dietz (Leiter der Restaurierungsabteilung, Kupferstichkabinett).

Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation im Imhof Verlag.

Eine Sonderausstellung des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin

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Ausstellung

Nah am Leben

200 Jahre Gipsformerei

Anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Berliner Gipsformerei zeigen die Staatlichen Museen zu Berlin die Sonderausstellung "Nah am Leben" zum Thema der Lebend- bzw. Naturabformung als eine seit der Antike überlieferte Praxis der bildnerischen Annäherung an das Leben.

Die Ausstellung geht der These nach, dass die Abformung dasjenige Verfahren ist, das dem Leben (und dem Tod) buchstäblich am nächsten zu kommen vermag. Anhand von 200 Objekten – v. a. Skulpturen, aber auch Gemälde, Bücher, Druckgrafik und Fotografie – macht sie die Bedeutung der Abformung in der Geschichte der Bildhauerei deutlich. Vom Abguss eines Krokodils über die verschiedenen Arten der Lebend- und Totenmaske wird der Bogen bis hin zu prominenten Werken der Kunst geschlagen, die mit Hilfe von Körperabformungen entstanden sind.

Präsentation und Gegenüberstellung
"Nah am Leben" ist die erste umfangreiche Präsentation des Sammlungsbestandes der Berliner Gipsformerei. Als weltweit größte, noch heute aktive Manufaktur ihrer Art verfügt die Gipsformerei über ein mehrere Tausend Stücke umfassendes Konvolut von Mastermodellen, Formen und Malmodellen. Die Ausstellung erschließt diesen Bestand querschnittsartig und stellt ihm Objekte aus den anderen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin sowie herausragende Leihgaben aus dem In- und Ausland gegenüber. Eine zentrale Rolle spielt hier die zeitgenössische Kunst, anhand derer die Emanzipation des Abgusses vom technischen Hilfsmittel zum eigenständigen Kunstwerk nachvollzogen werden kann.

Ausstellung eröffnet die James-Simon-Galerie
Mit der Ausstellung eröffnen die Staatlichen Museen zu Berlin aber auch eine neue Spielfläche auf der Museumsinsel: den Sonderausstellungsraum in der neu errichteten James-Simon-Galerie. Anlässlich ihres Jubiläums kehrt die Gipsformerei damit zu ihren historischen Wurzeln zurück: So war die Königlich-Preußische Gipsgussanstalt in den 1840er-Jahren im Souterrain des Alten Museums untergebracht, während die komplette erste Etage des Neuen Museums allein der Gipsabgusssammlung gewidmet wurde. Den engen Verknüpfungen der Gipsformerei mit den Skulpturenbeständen der Staatlichen Museen zu Berlin geht die Ausstellung zudem anhand einer „Gipsspur“ nach, die sich in Form von ausgesuchten Interventionen durch die Dauerausstellungen auf der Museumsinsel zieht.

Medienpartner der Ausstellung sind ARTE und Der Tagesspiegel.

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Preisverleihung

Preis der Nationalgalerie 2019

Im Herbst 2019 wird zum zehnten Mal der Preis der Nationalgalerie verliehen. Er fördert wichtige Positionen der Gegenwartskunst, die durch neue künstlerische Ansätze bereits Bedeutung erlangt haben und die Lebendigkeit und Internationalität der Kunstszene in Deutschland widerspiegeln.

Alle zwei Jahre werden vier Künstler*innen, die jünger als 40 Jahre alt sind und in Deutschland leben und arbeiten, für den Preis nominiert und in einer Shortlist-Ausstellung vorgestellt. Die international besetzte erste Jury hat aus den rund 70 eingegangenen Vorschlägen die folgenden vier Künstler*innen ausgewählt:

Pauline Curnier Jardin (geboren1980 in Marseille, lebt in Berlin)
Simon Fujiwara (geboren 1982 in London, lebt in Berlin)
Flaka Haliti (geboren 1982 in Pristina, lebt in München)
Katja Novitskova (geboren1984 in Tallinn, lebt in Amsterdam und Berlin)

Der*die Preisträger*in wird von einer Fachjury ermittelt und erhält im Folgejahr eine große Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie sowie eine begleitende Publikation.

Die bisherigen Preisträger*innen waren Agnieszka Polska (2017), Anne Imhof (2015), Mariana Castillo Deball (2013), Cyprien Gaillard (2011), Omer Fast (2009), Ceal Floyer (2007), Monica Bonvicini (2005), Elmgreen & Dragset (2002) und Dirk Skreber (2000).

Gemeinsam mit dem Preis der Nationalgalerie wird seit 2011 in einer Kooperation mit der Deutschen Filmakademie der Förderpreis für Filmkunst verliehen. Diese Auszeichnung richtet sich an junge Filmemacher*innen, die mit experimentellen Filmen die Grenze zur Kunst berühren.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und gefördert durch BMW.

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Ausstellung

Starke Typen. Griechische Porträts der Antike

Das Porträt als Bildnis einer bestimmten, realen bzw. historischen Person ist eine wichtige Errungenschaft der griechischen Kunst. Sie wirkt über die römische Kaiserzeit und die Renaissance bis heute fort und bildet die Grundlage der westlich-abendländischen Porträttradition. Griechische Porträts sind jedoch keine fotografisch genauen Abbilder, die uns das tatsächliche Aussehen einer Person überliefern, sondern sie sind typengebunden und charakterisieren die Person nach Alter, sozialem Status und Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Maßgebend sind die jeweils gültigen Idealvorstellungen, Anlass und Ort der Aufstellung, die Eigenschaften der jeweiligen Bildträger (Statuen, Reliefs, Vasen etc.) sowie die programmatischen Absichten der Auftraggeber. Individualisierende Merkmale machen das Bildnis unverwechselbar, müssen jedoch nicht lebensecht sein. Identität wird durch Namensbeischrift hergestellt.

Die Ausstellung veranschaulicht die Entwicklung des griechischen Porträts im Spannungsfeld von Ideal und Individualisierung, die in ihren unterschiedlichen, jeweils nebeneinander existierenden Mischungen vielfältige Möglichkeiten zur Inszenierung von Identitäten boten. Zugleich beleuchtet sie verschiedene Aspekte des antiken Kontextes und der Überlieferungsgeschichte griechischer Porträts.

Den Kern der Schau bilden 20 hochkarätige Leihgaben der Glyptothek und Antikensammlungen München. Es handelt sich um marmorne Porträtköpfe historisch bedeutender Dichter, Strategen, Philosophen und Könige, einen historischen Bronzenachguss und eine attische Vase mit einer einzigartigen Darstellung der Dichterin Sappho. Hinzu kommen aus dem Liebieghaus Frankfurt rekonstruierende Nachgüsse der berühmten bronzenen Kriegerstatuen von Riace, die in der Rotunde des Alten Museums aufgestellt und in eine spannungsreiche Interaktion mit den dort befindlichen Götterstatuen treten werden. Ergänzt und erläutert werden die Leihgaben durch Skulpturen, Vasen und Kleinkunstobjekte aus eigenen, sonst magazinierten Beständen der Antikensammlung.

Zusätzlich werden ausgewählte Exponate der Dauerausstellung im Alten Museum durch besondere Kennzeichnung und einen Übersichtsflyer einbezogen, um weitere Aspekte des Themas zu veranschaulichen. Den Besuchern wird damit ein frischer Blick auf die Dauerausstellung unter neuen Gesichtspunkten ermöglicht. Die Ausstellung ermöglichet mit ihrer Ausrichtung eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen nach Selbstbild, Image und Inszenierung von Identitäten, die auch heute für ein breites Publikum aktuell sind und moderne Porträtschöpfungen mitbestimmen.

Eine Begleitpublikation dokumentiert die Ausstellung und ordnet die Exponate in ihren Kontext ein.

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Ausstellung

Schätze aus dem Rhein. Der Barbarenschatz von Neupotz

20.12.2016 bis auf Weiteres

Im Bacchussaal des Neuen Museums stand lange einsam der Xantener Knabe, eine römische Bronzestatue, 1858 im Rhein bei Xanten von Fischern entdeckt. Nun bekommt der Bronzejüngling Zuwachs en masse: eiserne Werkzeuge und Wagenteile, Vorhängeschlösser und Fußfesseln, Bronzekessel und Silbergeschirr. Der „Barbarenschatz von Neupotz“ – im 3. Jahrhundert n. Chr. im Rhein versunken – wird für die kommenden Jahre die Dauerausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte um eine Attraktion bereichern.

Die einst in den Fluten des Rheins versunkenen Objekte stammen zumeist aus römischen Privathäusern. Es handelt sich etwa um einfaches Küchen- und Kochgeschirr, aber auch um wertvolles Tafelgeschirr zum Auftragen von Speisen und Getränken und zum Mischen von Wein. Viele Stücke zeigen Spuren intensiven Gebrauchs: Abnutzung, Reparaturen, Flicken. Die Objekte führen uns ganz nahe an die Menschen, die damit arbeiteten, an ihren Alltag. So auch die römischen Werkzeuge aus Eisen – wie Äxte, Zangen und Hacken –, deren Formen uns heute immer noch vertraut erscheinen. Sie haben sich über die Jahrhunderte nicht sehr verändert. Vorhängeschlösser und die schweren Eisenbeschläge römischer Lastwagen geben Aufschluss über den hohen Stand der antiken Technik. Fußfesseln erinnern an die weniger fortschrittlichen Züge der römischen Gesellschaft. Weiheinschriften auf manchen Stücken schließlich lassen vermuten, dass diese aus Heiligtümern genommen worden waren.

Im passenden Ambiente des Bacchussaals mit seiner an pompejanische Wandmalereien angelehnten Ausgestaltung wird ein Querschnitt aus den Neupotzer Metallmassen in zwei Hoch- und zwei Tischvitrinen präsentiert. Sie geben einen Überblick über den umfänglichen Fund. Der im Bacchussaal seit der Neueröffnung des Neuen Museums aufgestellte Xantener Knabe bleibt vor Ort. Auch er war im Rhein verloren gegangen, bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. In der Behausung eines vornehmen Römers aufgestellt, reichte er Gästen als „Stummer Diener“ einst Speisen und Getränke auf einem Tablett dar. Auch für seinen Verlust im Rhein werden Unruhen verantwortlich gemacht. So passen sie gut zusammen – der Xantener Knabe und der Schatzfund von Neupotz: die Schätze aus dem Rhein.

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Ausstellung

Picasso und seine Zeit

16.03.2013 bis auf Weiteres

Am 16. März 2013 öffnete das zur Nationalgalerie gehörende Museum Berggruen wieder die Pforten für seine berühmte Sammlung der Klassischen Moderne. Der westliche Stülerbau wurde um das benachbarte Kommandantenhaus am Spandauer Damm und den neu angelegten Bettina-Berggruen-Garten erweitert.

Name und Entstehung der Sammlung gehen auf den Kunsthändler und Sammler Heinz Berggruen zurück (1914-2007). Über einen Zeitraum von mehr als vierzig Jahren trug er Meisterwerke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Paul Klee und Alberto Giacometti zusammen. Unter dem Titel "Picasso und seine Zeit" wurde die Sammlung Berggruen 1996 erstmals im westlichen Stülerbau präsentiert und im Jahr 2000 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Nationalgalerie erworben. Heute ist die Sammlung im Museum Berggruen - ergänzt durch weitere bedeutende Leihgaben der Familie - einer der wichtigsten Standorte der Klassischen Moderne.

Heinz Berggruen wurde 1914 in Berlin-Wilmersdorf geboren. 1936 emigrierte er aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die USA, wo er zunächst als freier Kulturjournalist arbeitete und seit 1939 am San Francisco Museum of Art angestellt war. Nach dem Krieg gründete er in Paris eine Galerie, die viele der Künstler vertrat, die Berggruen auch privat zu sammeln begann. 1980 zog sich Berggruen aus seiner Galerie zurück und konzentrierte sich auf die Erweiterung seiner Sammlung. Hierbei interessierten ihn vor allem jene Künstler, die heute das Herzstück der Sammlung des Museums ausmachen.

Mit mehr als 120 Werken von Pablo Picasso (1881-1973) gibt das Museum Berggruen einen vielfältigen Gesamtüberblick über seine künstlerische Entwicklung. Zu sehen sind zentrale Arbeiten, wie etwa Picassos berühmtes Motiv des sitzenden Harlekins aus der Rosa Periode, eine eindrückliche Detailstudie für "Les Demoiselles d'Avignon" sowie zahlreiche Porträts der Dora Maar. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Schaffen Paul Klees (1879-1940). Henri Matisse (1869-1954) und Alberto Giacometti (1901-1966) sind vor allem mit ihrem späteren Werk vertreten. Darüber hinaus zeigt das Museum Werke von Georges Braque, Henri Laurens und Paul Cézanne.

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Ausstellung

Altes Ägypten

17.10.2009 bis auf Weiteres

In bislang nie gezeigtem Ausmaß von über 2 500 Exponaten präsentiert sich das Ägyptische Museum und Papyrussammlung im Nordflügel des Neuen Museums über drei Ebenen auf einer Fläche von 3 600 Quadratmetern.

Die Konzeption und Gestaltung der Schausammlung gewährt einen umfassenden Einblick in Kontinuität und Wandel der altägyptischen Kultur über vier Jahrtausende sowie in die Kulturgeschichte des antiken Sudan. Durch den Wiederaufbau mehrerer Opferkammern werden Grabarchitektur und Reliefkunst des Alten Reiches in einzigartiger Weise präsentiert. Neben der Thematisierung verschiedener kultureller Schwerpunkte wie Toten- und Götterkult, Königtum und Alltagsleben wird erstmals auch die Wissenschaftsgeschichte der Ägyptologie dargestellt und erläutert. Die Papyrussammlung zeigt in der "Bibliothek der Antike" eine große Auswahl hoch bedeutender Texte und Literaturwerke über die gesamte Zeitspanne altägyptischer bis spätantiker Schriftkultur.

Eine besondere Betonung der Ausstellungskonzeption liegt auf der Vermittlung des altägyptischen Menschenbildes durch die nach unterschiedlichen Gesichtspunkten in mehreren Räumen arrangierten Skulpturen, deren Höhepunkt die Präsentation der Büste der Nofretete im Nordkuppelsaal des Neuen Museums darstellt.

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Ausstellung

Rokokowelten

Neupräsentation der Porzellan- und Fayencesammlung
seit 21. März 2019

Das 18. Jahrhundert war das Jahrhundert des Porzellans. Unter Fürsten, Aristokraten und vermögendem Bürgertum war man regelrecht süchtig nach dem „weißen Gold“, man sprach von der „maladie de porcelaine“. Wer sich das exklusive Porzellan nicht leisten konnte, griff zur Fayence, um seine Tafeln, Konsolen, Kaminsimse und Kommoden zu schmücken.

In der Ausstellung gibt es verschiedene Themenfelder:

Wie verlief der Weg des Porzellans von Asien nach Europa?
Inwieweit spiegeln sich in der Porzellan- und Fayencekunst die aristokratischen Lebensweisen des Rokoko wider?
Welche gestalterischen Besonderheiten gab es, und wie waren die Herstellungstechniken?

Dass Porzellan bis heute für Gestalterinnen und Gestalter aktuell ist, wird exemplarisch unter dem Aspekt „Porzellan und 3 D Druck“ beleuchtet.

Das Kunstgewerbemuseum arbeitet kontinuierlich an der Neupräsentation seiner Bestände, der Vielfalt der Sammlungsteile entsprechend in unterschiedlichen Formaten. Die europäischen Porzellane und Fayencen des 18. Jahrhunderts bilden einen Kernbereich des Museums und sind von herausragender Qualität. Ihre Neupräsentation innerhalb des historischen Rundgangs grenzt direkt an das 2014 neu eingerichtete Kabinett mit Mode und Accessoires des Rokoko, so dass sich hier viele Querbezüge ergeben.

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Staatliche Museen zu Berlin

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Ausstellungen / Museum Staatl. Kunstsammlungen Dresden Dresden, Taschenberg 2
Ausstellungen / Museum Deichtorhallen Hamburg Hamburg, Deichtorstr. 1-2
Ausstellungen / Museum Haus der Kunst München München, Prinzregentenstr. 1
Ausstellungen / Museum Rautenstrauch-Joest-Museum Köln Köln, Cäcilienstraße 29-33
Ausstellungen / Museum Kunsthaus Zürich Zürich, Heimplatz 1
Ausstellungen / Burg Wartburg Eisenach Eisenach, Auf der Wartburg 2
Ausstellungen / Museum Mudam Luxembourg Luxembourg, 3, Park Dräi Eechelen
Ausstellungen / Museum GRASSI Museum für Völkerkunde Leipzig Leipzig, Johannisplatz 5-11
Ausstellungen / Museum Kunsthaus Zürich Zürich, Heimplatz 1
Ausstellungen / Museum Stiftung Moritzburg Halle Halle, Friedemann-Bach-Platz 5
Ausstellungen / Museum Museum fünf Kontinente München München, Maximilianstraße 42
Ausstellungen / Kulturveranstaltung OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich Linz, OK-Platz 1

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