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Mudam Luxembourg

Mudam, das Museum für zeitgenössische Kunst in Luxemburg, setzt sich für eine Vielfalt künstlerischer Disziplinen ein. Seine Sammlung und sein Ausstellungsprogramm stehen für die Tendenzen des zeitgenössischen Kunstschaffens und halten die Besucher ständig über neue künstlerische Arbeitsweisen auf dem Laufenden, auf nationaler wie auf internationaler Ebene.

Das Gebäude, ein Werk des chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei, steht in einem perfekten Dialog mit seinem natürlichen und historischen Umfeld. Erbaut unmittelbar hinter den Überresten des Fort Thüngen, dessen alte Wallmauern seinen Grundriss bestimmten, liegt es, nur wenige Schritte vom Europaviertel auf dem Kirchberg entfernt, im Park Dräi Eechelen, der vom Landschaftsarchitekten Michel Desvigne entworfen wurde und vom dem man eine herrliche Sicht auf die Altstadt hat.

Einfache Volumina und großzügig geschnittene Räume ebenso wie die Verbindung von Stein und Glas zeugen von der meisterhaften Beherrschung der architektonischen Mittel durch den berühmten Architekten. Das raffinierte Spiel zwischen Innen und Außen, bei dem eine Vielzahl von Ausblicken auf den umliegenden Park wie auch auf die Weite des Himmels durch die kühnen Glasdecken ermöglicht wird, wird unterstrichen durch die Verwendung von Magny Doré, einem honigfarbenen Kalkstein, der zu jeder Tages- und zu jeder Jahreszeit das Licht in subtilen farblichen Nuancen wiedergibt. Das Museum verfügt auf drei Etagen über 4500 m2 Ausstellungsfläche. Baubeginn war im Januar 1999, die Einweihung fand am 1. Juli 2006 statt.

Das kulturelle Projekt des Mudam beruht auf der Vorstellung von der Kunst als eine poetische Distanz zur Welt. Seine Hauptlinien lesen sich in den Worten Freiheit, Innovation, kritische Geisteshaltung, und all das nicht ohne Humor. In seinen Veranstaltungen wird nicht nur allen möglichen Ausdrucksformen Raum gegeben sondern es werden gleichzeitig auch unsere Gewohnheiten und überkommenen Vorstellungsweisen infrage gestellt. So werden Formen zeitgenössischen Denkens erforscht wie auch die ästhetische Sprache unserer sich entfaltenden Epoche vorgestellt.

Die Mudam Sammlung ist als Zeuge des zeitgenössischen Kunstschaffens in all seinen technischen und ästhetischen Formen offen gegenüber allen künstlerischen Disziplinen: Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie, aber auch Design, Mode und die verschiedensten Formen der Graphik und der Neuen Medien präsentieren sich dem Blick der Besucher. Dabei erlaubt sich die entschieden in der Gegenwart verankerte Sammlung eine poetisch-künstlerische Bandbreite, die bei den großen Namen von Bernd und Hilla Becher bis zu Daniel Buren reicht, von Blinky Palermo bis hin zu Cy Twombly. Die Möblierung im Innern wie im Außenbereich wurde Künstlern und Designern wie Erwan und Ronan Bouroullec, Martin Szekely, Konstantin Grcic, Bert Theis, Andrea Blum oder David Dubois anvertraut. Die Sammlung entwickelt sich im Hinblick auf das internationale Kunstschaffen und bewahrt dabei eine besondere Aufmerksamkeit auch gegenüber den bedeutendsten Resultaten der regionalen Kunstszene.

Dieses Abenteuer erlebt Mudam gemeinsam mit seinen Besuchern. Die Besucher sind eingeladen, sich im Museum selbst neu zu erleben, Vorurteile hinter sich zu lassen und der Kunst mit einem neuen und befreiten Blick zu begegnen. Zahlreich sind die Möglichkeiten der verschiedensten Besichtigungen, von der detailliert geführten bis zur selbstständig freien hat der Besucher die Wahl. Als Ort für ästhetische Entdeckungen, für Reflexion und Betrachtung, ist das Mudam auch ein Ort der Geselligkeit in anregendem Rahmen (im Mudam Café) wie auch ein Ort für den anregenden Einkauf (im der Mudam Boutique).

Kontakt

Mudam Luxembourg
Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean
3, Park Dräi Eechelen
L-1499 Luxembourg

Telefon: +352 45 37 85-960
E-Mail: info@mudam.lu

 

Öffnungszeiten
Mittwoch - Freitag 11-20 Uhr
Samstag - Montag 11-18 Uhr
Feiertage 11-18 Uhr
Dienstags geschlossen sowie am 25.12.

Photos: © Pierre-Olivier Deschamps / Agence Vu, Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean, Architect: I.M. Pei
Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Mudam Luxembourg

Ausstellung

Freigeister. Fragmente einer Kunstszene in Luxemburg und darüber hinaus

Gruppenausstellung

Aus Anlass des 15-jährigen Bestehens des Mudam zeichnet die Ausstellung Freigeister ein subjektives Porträt der aktuellen Kunstszene in Luxemburg, indem sie vierzehn in den 1970er und 1980er Jahren geborene Künstler•innen zusammenbringt. Diesen Künstler•innen, die sich mit den unterschiedlichsten Disziplinen, mit Fotografie, Malerei, Installation, Skulptur, Film oder virtueller Realität befassen, ist gemeinsam, dass ihre Herkunft oder ihr persönlicher Werdegang Verbindungen zwischen Luxemburg und anderen Ländern herstellt, worin sich die Weltoffenheit des Großherzogtums widerspiegelt.

Freigeister hebt auch die wesentliche Rolle hervor, die Künstler•innen in der heutigen Gesellschaft spielen, durch ihre kritische, engagierte, schräge oder poetische Sichtweise auf sie. Die Ausstellung zeigt ihr Talent, Rahmenbedingungen, Ideen und Formen in ihrer Etabliertheit in Frage zu stellen, um, mit den Worten des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche (1844 – 1900) , als „freie Geister“ zu handeln.

Der Ausstellung voraus ging ein spezieller Entstehungsprozess. Als gemeinschaftliche Plattform konzipiert, gab es im Vorfeld von Freigeister mehrere Events zum Informations- und Erfahrungsaustausch, bei denen die Reflexion über das Ausstellungsprojekt mit Begegnungen mit Forschern, Schriftstellern, Instituts- und Verbandsleitern usw. verknüpft wurden, und Diskussionen zu den Luxemburger Themen Migration, Vielsprachigkeit, Zusammenleben, Umwelt und Wirtschaft geführt wurden.

Ohne diese Themen lediglich illustrieren zu wollen, ist die Freigeister-Ausstellung von diesen Gesprächen geprägt, deren Gedanken in ihre Konzeption eingeflossen sind. Sie versammelt Werke, die von den Künstler•innen als Antwort auf diesen Kontext konzipiert wurden, und die als Fragmente einer umfassenderen Kunstszene zu sehen sind, die sich durch ihre Vitalität und Pluralität auszeichnet.

Im Rahmen der Ausstellung hat die museumspädagogische Abteilung gemeinsam mit dem Künstler Daniel Wagener ein spezielles Projekt rund um einen Brotbackofen entwickelt, der vor dem Museum errichtet wurde. Ket Baker wird während der Dauer der Ausstellung regelmäßig aktiviert werden. Ein Programm mit Performances und Begegnungen wird, nach dem Prinzip einer gemeinschaftlichen Plattform, ebenfalls die Ausstellung begleiten. Die Performances von Marco Godinho, Sophie Jung, Catherine Lorent, Karoline Markiewicz & Pascal Piron sowie Filip Markiewicz werden am Wochenende des 13./14. November als Echo auf die Luxembourg Art Week präsentiert werden. Schließlich hat das Mudam sechsundzwanzig Personen aus den unterschiedlichsten Erfahrungsbereichen eingeladen, über sechsundzwanzig Worte zu sprechen, um so ein Video-Alphabet zu bilden, von „Ailleurs“ (Anderswo) bis „Zesummen“ (Zusammen). All diese kurzen gefilmten Stellungnahmen skizzieren so ein subjektives und ausschnitthaftes Porträt der Luxemburger Gesellschaft und lenken außerdem den Blick auf einige der Probleme unserer heutigen Welt.

Freigeister knüpft an die Ausstellungen an, die das Mudam in den vergangenen Jahren dem Schaffen zeitgenössischer Künstler aus Luxemburg gewidmet hat, darunter ELO: Inner Exile – Outer Limits (2008), Atelier Luxembourg – The Venice Biennale Projects (1988–2011) (2012) sowie die Retrospektiven von Su-Mei Tse (2017), Bert Theis (2019) und Jean-Marie Biwer (2020).

Biografien :

Yann Annicchiarico (1983, Luxemburg) hatte Einzelausstellungen im KIT – Kunst im Tunnel, Düsseldorf (2020); in der Galerie Nosbaum Reding, Luxemburg (2019); im Centre des Arts Pluriels, Ettelbruck (2018). Er nahm teil an Künstlerresidenzen in der Fonderie Darling, Montreal (2019) und in der Villa Médicis, Académie de France, Rom (2015). Er erhielt 2020 das Stipendium Bourse Francis-André für seine erste Einzelausstellung in einer öffentlichen Institution im KIT – Kunst im Tunnel, Düsseldorf (2020). Er lebt und arbeitet in Luxemburg.

Laurianne Bixhain (1987, Wiltz) hatte Einzelausstellungen bei Lët’z Arles – Rencontres internationales de la Photographie d’Arles (2017); im Cercle Cité, Luxemburg und im Centre National de l’Audiovisuel, Dudelange (2016); in der Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig (2015); im Centre d’Art Nei Liicht, Dudelange (2014). Sie nahm teil an Künstlerresidenzen in der Fonderie Darling, Montreal (2017), in der Islington Mill, Manchester (2016) und in Torna, Istanbul (2014). Derzeit nimmt sie teil an einer Künstlerresidenz im ISELP, Brüssel (2021). Sie lebt und arbeitet in Luxemburg und in Brüssel.

Aline Bouvy (1974, Watermael-Boitsfort, Belgien) hatte Einzelausstellungen im IKOP – Museum für Zeitgenössische Kunst, Eupen (2020-2021); im Künsterhaus Bethanien, Berlin (2019); in der Galerie Nosbaum Reding, Luxemburg (2018, 2014); in der Galerie Albert Baronian, Brüssel (2018); im CIAP, Hasselt (2018). Von 2000 bis 2013 arbeitete Aline Bouvy mit John Gillis zusammen. Sie ist Gründungsmitglied des feministischen Kollektivs „The After Lucy Experiment“, gemeinsam mit Claudia Radulescu, Delphine Deguislage, Charlotte Beaudry, Céline Gillain und Aurélie Gravas (2010 – 2015). Sie lebt und arbeitet in Luxemburg und Brüssel.

Marco Godinho (1978, Salvaterra de Magos, Portugal) hatte Einzelausstellungen im Parvis – Centre d’art contemporain, Tarbes (2019); in der Fonderie Darling, Montreal (2018); im MAMAC – Musée d’art moderne et contemporain, Nizza (2016); im MNAC – Museu Nacional de Arte Contemporânea do Chiado, Lissabon (2015); im Museo Universitario Universidad de Antioquia, Medellín (2013); im Casino Luxemburg – Forum d’Art Contemporain, Luxemburg (2013). 2019 stellte er für Luxemburg auf der 58. Biennale von Venedig aus. Er lebt und arbeitet in Luxemburg und in Paris.

Sophie Jung (1982, Luxemburg) hatte Einzelausstellungen im Casino Luxemburg – Forum d’Art Contemporain, Luxemburg (2020); im Kunstmuseum Basel (2018); in der Blain Southern Gallery, London (2018). 2016 und 2019 war sie Preisträgerin des Swiss Art Awards. 2018 erhielt sie den Manor Kunstpreis. Sophie Jung lebt und arbeitet in London und in Basel.

Catherine Lorent (1977, München) hatte Einzelausstellungen im Centre d’Art Nei Liicht, Dudelange (2021); im Toolbox Finnish-German Artspace, Berlin (2019); im bb15 Space for Contemporary Art, Linz (2018); in der artothek Köln (2016). 2013 stellte sie für Luxemburg auf der 55. Biennale von Venedig aus. Neben ihrer Tätigkeit als bildende Künstlerin gründete sie mehrere Musikprojekte, darunter Gran Horno. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Filip Markiewicz (1980, Esch-sur-Alzette) hatte Einzelausstellungen im C+N Canepaneri, Mailand (2020); im MNAC – Nationales Museum für zeitgenössische Kunst, Bukarest (2020); in der Kunsthalle Osnabrück (2019); im CCA – Derry/Londonderry (2019); im Casino Luxembourg – Forum d’Art Contemporain (2018); in La Panacée, Montpellier (2018); im Theater Basel (2017). 2015 stellte er für Luxemburg auf der 56. Biennale von Venedig aus. Er lebt und arbeitet in Hamburg und in Luxemburg.

Karolina Markiewicz (1976, Luxembourg) und Pascal Piron (1982, Luxemburg) arbeiten seit 2013 zusammen. Sie hatten Einzelausstellungen im Casino Luxembourg – Forum d’Art Contemporain (2021/2016); im Centre National de l’Audiovisuel, Dudelange (2019); im VT Artsalon und TheCube Project Space, Taipeh (2018); im Centre d’Art Dominique Lang, Dudelange (2017). Sie nahmen 2015 als offizielle Repräsentanten von Liechtenstein an der 56. Biennale von Venedig teil und hatten zahlreiche Teilnahmen an internationalen Filmfestivals, wie 2019 bei den 76. Filmfestspielen von Venedig. Sie leben und arbeiten in Luxemburg.

Claudia Passeri (1977, Esch-sur-Alzette) hatte Einzelausstellungen in der Galerie Nosbaum Reding (2020); bei Lët’z Arles – Rencontres internationales de la Photographie d’Arles (2019); in der SRISA Gallery, Florenz (2017). Sie begründete einige kollektive und kuratorische Projekte wie auch Künstlerresidenzen: Agence Borderline (2006), gemeinsam mit Michèle Walerich, Transitus immobilis (2018), mit Catherine Lorent und Serge Ecker, sowie Common Wealth (2018) mit Benoit Delzelle. Sie lebt und arbeitet in Luxemburg und in Umbrien (Italien).

Daniel Reuter (1976, Trier) hatte Einzelausstellungen bei Lët’z Arles – Rencontres internationales de la Photographie d’Arles (2021); in der Galerie Nosbaum Reding, Luxemburg (2021); in Harbinger, Reykjavik (2020); Neskirkja Reykjavik (2018); Ramskram, Reykjavik (2018); MiCamera, Mailand (2014) und 25 Books, Berlin. Er lebt in Luxemburg und in Reykjavik.

Nina Tomàs (1989, Béziers) hatte Einzelausstellungen in der Fondation privée du Carrefour des Arts, Brüssel (2020); in der Galerie Nosbaum Reding, Luxemburg (2019); in der Galerie Art Est Ouest, Marseille (2017). Sie nahm teil an Künstlerresidenzen im ISELP, Brüssel (2021); an der Fondation privée du Carrefour des Arts, Brüssel (2017) und am Anderson Center, Minnesota (2016). Sie lebt und arbeitet in Luxemburg und Brüssel.

Daniel Wagener (1988, Luxembourg) hatte Einzelausstellungen im AICA Kiosk, Luxembourg (2018); im Centre d’art Dominique Lang, Dudelange (2017). Er nahm teil an Künstlerresidenzen im Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumünster, Luxemburg (2020) und im ISCP – International Studio & Curatorial Program, New York (2018). 2020 gründete Daniel Wagener gemeinsam mit Axel Claes das kollektive Projekt „Les Conseillers“, um ein Programm zu Drucktechniken anzubieten im Kanal – Centre Pompidou, Brüssel. Er lebt und arbeitet in Brüssel.

Jeff Weber (1980) hatte Einzelausstellungen im Carré d’art – Musée d’art contemporain, Nîmes (2021); im Lxhxb, Eidhoven (2020); in der Galerie Erna Hecey, Luxemburg (2019); in der Kunsthalle Leipzig (2014–2017); in der Jan Van Eyck Academie, Maastricht (2012). Er erhielt das Stipendium Bourse Bert-Theis (2018) sowie den Edward Steichen Award (2015). Er nahm teil an Künstlerresidenzen in der Cité Internationale des Arts, Paris (2020) und im ISCP – International Studio & Curatorial Program, New York (2015). Er lebt und arbeitet in Berlin.

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Ausstellung

Isamu Noguchi / Danh Vo

New Production

Als Teil des Ausstellungsprogramms im Henry J. und Erna D. Leir Pavilion zeigt das Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean eine Installation, die das Werk von Isamu Noguchi (1904, Los Angeles — 1988, New York), einer wichtigen Figur der modernen Kunst, mit der Arbeit des zeitgenössischen Künstlers Danh Vo (1975, Bà Rịa, Vietnam), einem der bedeutendsten Künstler seiner Generation, in einen Dialog setzt.

Diese neue Installation führt einen Dialog zwischen den beiden Künstlern weiter, der 2018 mit Vos Ausstellungen im M+ Pavilion in Hongkong (Noguchi for Danh Vo: Counterpoint) und im Statens Museum for Kunst in Kopenhagen (Take My Breath Away) begann. Sie besteht aus einer Ansammlung von Noguchis berühmten Akari-Lampen, die von der Glaskuppel des Pavillons hängen, und einer neuen „botanischen“ Installation aus Marmor- und Holzskulpturen, die von Noguchis Skulpturverständnis inspiriert sind. Die Arbeit reagiert auf die wechselnden Lichtverhältnisse im Laufe des Tages und während der vier Jahreszeiten, in denen sie zu sehen sein wird. Zugleich offenbart sie das Licht als Energiequelle für die Pflanzen und als immaterielles Phänomen, dem Noguchis Lampen eine skulpturale Form verleihen. Vos Installation, die aus einheimischen Pflanzen besteht und in Zusammenarbeit mit lokalen Gärtnern entsteht, wird sich im Laufe des Jahres stetig verändern.

Seit den frühen 2000er Jahren entwickelt Vo eine präzise und poetisch ansprechende Arbeit, in der persönliche Geschichten und kaum bekannte Ereignisse mit umfassenderen politischen, sozialen und historischen Themen verknüpft werden, um Prozesse der Identitätsbildung zu erforschen. Seine Arbeiten nehmen meist die Form von Installationen an, die auf sorgfältig durchdachte Anordnungen von Objekten und Artefakten aus verschiedenen kulturellen Kontexten beruhen, deren symbolische Bedeutung und evokative Kraft in einer engen und bewussten Beziehung zum Raum untersucht werden. In seine Arbeiten integriert Vo auch regelmäßig Werke anderer Künstler wie Noguchi, deren Bedeutung und Vermächtnis für die zeitgenössische Kunst er dadurch herausstellt.

Von den 1930er Jahren bis zu seinem Tod 1988 schuf Noguchi ein bildhauerisches Werk, das sich durch stromlinienförmige, organische und abstrakte Formen auszeichnet. Seine Arbeit ist stark beeinflusst von künstlerischen Traditionen aus dem asiatisch-pazifischen Raum und greift auf Materialien zurück, die eine enge Verbindung zur Natur verkörpern. Sein schöpferisches Werk umfasst unterschiedliche Bereiche, darunter Entwürfe für Landschaftsarchitektur sowie Möbel und andere Objekte. Bei seinen 1951 entworfenen Akari-Lampen aus Japanpapier, die von der Tradition der Gifu-Laternen abgeleitet sind, handelt es sich um wahre „Lichtskulpturen“, die Tradition und Moderne miteinander verbinden. Das japanische Wort akari steht für Leichtigkeit und Schwerelosigkeit. In den Worten von Noguchi: „Die Magie des Papiers verwandelt die kühle Elektrizität zurück ins ewige Licht der Sonne. Damit ihre Wärme auch in der Nacht weiter unsere Räume füllen kann.“

Biografien :

Isamu Noguchi (1904, Los Angeles — 1988, New York) ist eine bedeutende Figur in der Geschichte der Skulptur des 20. Jahrhunderts. Beeinflusst von seinem Mentor Constantin Brâncuși (1876, Hobita, Rumänien — 1957, Paris), aber auch von den abstrakten Formen eines Jean Arp (1886, Straßburg —1966, Basel) und japanischen Zen-Gärten, schuf er Skulpturen, Möbel, Bühnenbilder und Keramiken, in denen Moderne und Abstraktion, Lyrik und Ausdruckskraft miteinander in Einklang treten. Bei seinem Bestreben, japanische Ästhetik mit der westlichen Moderne zu vereinen, experimentierte er zeitlebens mit verschiedenen Disziplinen wie Kunst, Design, Theater und Architektur. Obwohl er keiner Schule angehörte, arbeitete er mit einer Vielzahl von Künstlern aus allen Bereichen zusammen. Die erste Retrospektive widmete ihm 1968 das Whitney Museum of American Art in New York City. 1986 vertrat er die USA auf der 42. Biennale von Venedig. Seine Arbeiten sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen weltweit und im Noguchi Museum in New York zu sehen. Zuletzt waren sie Gegenstand von Ausstellungen im Wadsworth Atheneum Museum of Art in Hartford, Connecticut (2020), im Cameron Art Museum in Wilmington, North Carolina (2020), im M+ Pavilion in Hongkong (2019), im Yokohama Museum of Art (2019), im Kagawa Museum in Takamatsu (2018) und im Museo Tamayo in Mexiko-Stadt (2016).

Danh Vo (1975, Bà Rịa, Vietnam) hat Einzelausstellungen im National Museum of Art in Osaka (2020), in der Winsing Arts Foundation in Taipeh (2020), in der South London Gallery in London (2019), im Solomon R. Guggenheim Museum in New York (2018), im M+ Museum in Hongkong (2018), im Statens Museum for Kunst in Kopenhagen (2018) und im Museum Ludwig in Köln (2015) präsentiert. Er wurde mit dem Arken Art Prize (2015), dem Hugo Boss Prize (2012) und dem blauorange – Kunstpreis der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (2007) ausgezeichnet. 2015 vertrat er Dänemark auf der 56. Biennale von Venedig. Im selben Jahr kuratierte er die Ausstellung Slip of the Tongue in der Punta della Dogana – Fondation François Pinault in Venedig. Er lebt und arbeitet in Berlin und Mexiko.

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Ausstellung

Post-Capital: Kunst und Ökonomie im digitalen Zeitalter

Gruppen-Ausstellung

Post-Capital: Kunst und Ökonomie im digitalen Zeitalter versammelt Skulpturen, Gemälde, Fotografie, Video und Performances, die sich mit dem Wesen der Produktion, des Konsums und des Wohlstandes auseinandersetzen. Die in einer Zeit bedeutenden Wandels und grundlegender Unsicherheiten entwickelte Ausstellung hat ihren Ausgangspunkt in dem kapitalistischen System innewohnenden Paradox, dass es gleichermaßen vom technischen Fortschritt abhängt, wie es von ihm bedroht ist.

Die Ausstellung hat ihren Titel von dem 1993 erschienenen Buch Post-Capitalist Society, welches prophezeite, dass die Wirkung der Informationstechnologie auf den Arbeitsmarkt so groß sein würde, dass sie etwa um das Jahr 2020 den Fall des Kapitalismus herbeiführen würde. Während das Internet damals noch in den Kinderschuhen steckte (so wurde Luxemburg beispielsweise erst 1992 mit dem Internet verbunden), sagte das Buch voraus, dass in der Zukunft das Wissen, und nicht Kapital, Arbeit oder Landbesitz zur Grundlage von Wohlstand werden würde.

Heute haben sich Arbeit, Währungen und Waren, aber auch der Konsum dramatisch durch sich ständig weiterentwickelnde Technologien verändert. Multinationale Firmen der Informationstechnologie gehören heute ebenso wie Handelsplatt-formen des E-Commerce zu den am höchsten bewerteten Unternehmen überhaupt. Dabei sind die in großen Mengen und unendlich reproduzierbaren Informationen zu einem kostbaren Gutgeworden, das herkömmliche, auf Knapp-heiten basierende Handelspraktiken herausfordert. Post-Capital stellt Arbeiten von einundzwanzig Künstlern aus siebzehn verschiedenen Ländern vor, die auf vielfältige Weise die Ästhetiken und die Paradoxien ebenso wie die Absurditäten und die ethischen Fragen behandeln, welche in unserem post-industriellen oder gar post-kapitalistischen Zeitalter aufkommen. In einer neu geschaffenen skulpturalen Installation von Roger Hiorns im Grand Hall ist ein bekannter Flugzeugtyp von Plastikschläuchen umwickelt und ein System sowohl des totalen Stillstands als auch eines beständiges Fliessens dargestellt.

Arbeiten von Cao Fei (im Auditorium -1), Simon Denny, Liz Magic Laser und Cameron Rowland (in den Galerien auf +1) beschäftigen sich mit heutigen Arbeitsbedingungen, wie dem Phänomen automatisierter Logistikzentren und Lagerhäuser, der Gig-Ökonomie oder biometrischen Zeiterfassungssystemen. An anderer Stelle in den Galerien des Obergeschosses gibt es LED-Gemälde von Ei Arakawa, Videoinstallationen von Mohamed Bourouissa und Yuri Pattison und Fotoarbeiten von Shadi Habib Allah, die „Tauschmittel“ dokumentieren, von der Pariser Münze bis hin zur Bitcoinproduktion im ländlichen China und vom inoffiziellen Handel mit Sozialkrediten in Lebensmittelgeschäften in Miami zeugen.

Andere Arbeiten des Künstlerkollektivs GCC oder von Guan Xiao thematisieren Geltungskonsum oder Überproduktion. Fotografien von Josephine Pryde oder die eigens in Auftrag gegebene Wandarbeit von Nora Turato reflektieren die Entwicklung von Sprache, Kommunikation und Selbstbezogenheit im Zeitalter des Smartphones. Videoinstallationen von Martine Syms und Sondra Perry sprechen von der Kommerzialisierung persönlicher Daten und stellen Fragen nach Identität, Authentizität und Selbstbestimmung. Die Skulptur von Katja Novitskova geht spielerisch mit dem Aufkommen der sogenannten „Aufmerksamkeits-Ökonomie“ in einer informationsgesättigten Welt um. Ein Gemälde von Laura Owens und eine Reihe von Fotografien von Nick Relph verschmelzen digitale und analoge Medien. Erstere bezieht sich auf kurzlebige Druckwerke und die Werbung des 20. Jahrhunderts, letzterer thematisiert die städtische Gentrifizierung im 21. Jahrhundert.

Arbeiten im Jardin des sculptures des Mudam zeigen Beispiele von Urheberrechtsfreiheit bzw. Allgemeinbesitz. Oliver Laric schafft copyright-freie Scans von Antiken aus verschiedenen Museen weltweit, während die Installation von Hito Steyerl die Phänomene des Freeports mit dem alten Begriff der Allmende in Konstrast setzt.Schließlich wird die Künstlerin Lara Favaretto an einem nicht bekannt gegebenen Ort im Museum eine Reihe von „heimlichen Gesprächen“ moderieren, bei denen es um Begriffe wie „Mehrwert“, „Macht“ und „Hacker“ geht und die vom Mudam aus per Livestream auf ihre Webseite thinking-head.com übertragen werden.

Die Ausstellung umfasst außerdem eine neue Performance und eine Plakatkampagne von Nora Turato an unterschiedlichen Orten der Stadt Luxemburg. Arbeiten der Ausstellung aus der Mudam Sammlung, darunter die von GCC, welche 2020 dem Museum geschenkt wurden, werden erstmalig im Museum präsentiert.

Kuratorin: Michelle Cotton, mit Assistenz von Clémentine Proby, Nelly Taravel und Joel Valabrega

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Ausstellung virtuell

Post Capital: A Screening

Mudam Collection Online Screening Programme

Post-Capital: Kunst und Ökonomie im digitalen Zeitalter vereint Skulpturen, Malereien, Fotografien, Videos und Performances, die sich mit der zeitgenössischen Ökonomie auseinandersetzen. Die in einer von Umbrüchen und Unsicherheit geprägten Zeit entwickelte Ausstellung untersucht den inhärenten Widerspruch des kapitalistischen Systems, das gleichermaßen von der Technologie abhängig und von ihr bedroht ist.

Post-Capital: A Screening ist ein Online-Programm mit Künstlerfilmen und -videos aus der Sammlung des Mudam, die im Bezug zu den in der Ausstellung behandelten Themen, insbesondere der Verschränkung von globalen Finanz- und Kulturnetzwerken, stehen.

Das Programm beginnt mit Fikret Atays Rebels of the Dance (2002), einer Aufnahme von zwei Jugendlichen, die im Vorraum eines Geldautomaten tanzen und traditionelle kurdische Lieder singen. Das Video, das eine Gegenüberstellung von traditioneller Kultur und globalem Kapitalismus inszeniert, wurde in Atays Heimatstadt Batman gedreht, einer Stadt in der türkischen Region Kurdistan, die trotz großer Ölvorkommen aufgrund politischer Unterdrückung unter wirtschaftlicher Armut leidet. Auch in Wael Shawkys The Cave (Istanbul) (2004) stoßen kulturelle Traditionen auf zeitgenössisches Konsumverhalten. Das Video zeigt den Künstler dabei, wie er durch die Gänge eines Lebensmittelgeschäfts spaziert und dabei die Sure Al-Khaf rezitiert, ein Kapitel des Korans, das Demut in allen Lebenslagen einfordert, auch im Wohlstand. Ulla von Brandenburgs Film Kalns, Grimsti! Ieleja, Celies!, Sink down mountain, raise up valley! (2015) ist vom Saint-Simonianismus inspiriert, einer politischen, religiösen und wirtschaftlichen Bewegung, die im 19. Jahrhundert für die Anerkennung der aufkommenden Arbeiterklasse in einer zunehmend industrialisierten Gesellschaft eintrat.

Im Video The Invisible Hand (2011) leiht Ciprian Muresan ein Exemplar des für den Kapitalismus zentralen Essays Der Wohlstand der Nationen (1776) von Adam Smith (1723, Kirkcaldy, Schottland – 1790, Edinburgh) aus der Universitätsbibliothek in Cluj (Rumänien) aus. Dem Einband fügt er alsdann seine Zeichnung einer Szene aus Stadt der Verdammten hinzu, einem sowjetischen Science-Fiction-Roman aus dem Jahr 1972, der aufgrund seiner gesellschaftskritischen Haltung bis 1989 unveröffentlicht blieb. Indem er eine Kritik des Sozialismus in ein fundamentales Werk des Kapitalismus einbindet, verweist Muresan auf die „unsichtbare Hand“, die Adam Smith 1759 als Begriff einführte, um zu beschreiben, wie die unregulierten Kräfte des freien Marktes – allen voran eigennütziges Handeln – letztlich zum wirtschaftlichen Gleichgewicht führen.

The Residence (a wager for the afterlife) (2012) erzählt die Geschichte eines Architekten, der beauftragt wird, ein Haus zu entwerfen, in dem ein wohlhabender Investor nach seinem Tod „weiterlebt“. Der Architekt konzipiert eine Wohnstätte für das Jenseits als Finanzalgorithmus, mit dem auch nach dem Tod des Investors weiterhin Gewinne auf den Devisenmärkten erzielt werden können. In Bowls Balls Souls Holes (Tinfoil Moon) (2014) führt Mika Rottenberg diese Abstraktion von Finanzsystemen anhand der Vorstellung eines komplexen kapitalistisches Handelsnetzwerks weiter, das durch Körperenergie, kollektives Handeln und andere unsichtbare Kräfte wie Glück produziert und verwandelt wird.

Kuratiert von:
Lauren Wetmore, Allen & Overy Curatorial Research Fellow
mit Joel Valabrega, Kuratorin für Performance und öffentliche Veranstaltungen

Mit Arbeiten von:
Fikret Atay
Ulla von Brandenburg
Ciprian Muresan
Mika Rottenberg
Wael Shawky
Vermeir & Heiremans

Post-Capital: A Screening ist ein Online-Screening-Programm mit Videos aus der Sammlung des Mudam, die im Zusammenhang mit den Themen der Ausstellung Post-Capital: Kunst und Ökonomie im digitalen Zeitalter stehen.

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Ausstellung

mirror mirror: cultural reflections in fashion

Das in Luxemburg ans.ssige Designerpaar Sarah Zigrand (*1967 in London) und Georges Zigrand (*1971 in Luxemburg) konzipiert eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung von Modeobjekten des Mudam.

Die Ausstellung hebt die spartenübergreifende Akquisitionspolitik des Museums hervor, zu der seit 2000 auch die Mode als wesentlicher Bestandteil der Sammlung gehört. Im Zentrum von mirror mirror steht die Installation Afterwords (2000) von Hussein Chalayan (*1970 in Nikosia). Die aus einer Gruppe von Möbeln bestehende Arbeit, deren Überzüge sich als Kleider umfunktionieren lassen, ist eines der Hauptwerke aus der Modesammlung des Mudam. Sie wird zusammen mit anderen von Sarah Zigrand ausgewählten Werken präsentiert, von denen viele zum ersten Mal in Mudam zu sehen sein werden.

Die Ausstellung bietet einen guten Einblick in die Modekollektion des Museums und bezeugt das Interesse des Museums an Designer und Kollektionen aus den frühen 2000er Jahren. Gleichzeitig fragt sie, inwiefern die Mode die Veränderungen in der Gesellschaft reflektiert. Die Ausbreitung des Internets und die fortschreitende Globalisierung spiegeln sich in der Vielfalt der Referenzen und der schrittweisen Auflösung der Geschlechtergrenzen – Phänomene, die diese entscheidende Epoche charakterisieren. Die Präsentation bietet die Gelegenheit, historische Kreationen einer Vielzahl von Designer zu entdecken, darunter Helmut Lang (*1956 in Wien), Martin Margiela (*1957 in Genk), Hiroaki Ohya (*1970 in Kumamoto), Grit and Jerszy Seymour (*1966 in Halle / *1968 in Berlin), Walter Van Beirendonck (*1957 in Brecht), Junya Watanabe (*1961 in Fukushima) und Bernhard Willhelm (*1972 in Ulm).

Biografien

Sarah Zigrand (*1967 in London) ist freischaffende Designberaterin. Sie pendelt zwischen London, Paris und Italien und betreibt ein Atelier in Luxemburg. Nach einem Master in Mode/Schuhe und Accessoires am Royal College of Art in London entwarf sie Herren- und Damenschuhkollektionen für internationale Modemarken. Sie war für das Schuhdesign bei Stella McCartney, Céline und Dries Van Noten verantwortlich und arbeitete viele Jahre mit Hussein Chalayan und Damir Doma zusammen.

Georges Zigrand (*1971 in Luxemburg) absolvierte 1997 die École supérieure des arts décoratifs in Straßburg. Er begann seine Karriere in London, wo er zehn Jahre lang für führende Designfirmen wie CassonMann Designer tätig war, die unter anderem für Ausstellungen im Victoria and Albert Museum, Science Museum und Imperial War Museum in London verantwortlich zeichnen. Bei seiner Rückkehr nach Luxemburg 2007 gründete er sein eigenes Studio und arbeitet seitdem als freiberuflicher Designer. Zu seinen Arbeitsbereichen gehören Möbel- und Ausstellungsdesign sowie das Ausarbeiten von umfassenden Designstrategien für institutionelle Kunden.

Kuratorin: Sarah Zigrand
Ausstellungsdesign: Georges Zigrand

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Ausstellung

Nedko Solakov

A Cornered Solo Show #1

A Cornered Solo Show #1 (2021) ist eine bewusst unkonventionelle Intervention des Künstlers Nedko Solakov (1957, Tscherwen Brjag, Bulgarien) in einer Ecke des Museums (im Gegensatz zu den Ausstellungsräumen, in denen Kunstwerke normalerweise gezeigt werden). Für den Künstler ist es die erste einer Reihe von Einzelausstellungen in unbedeutenden Ecken in verschiedenen bedeutenden Museen.

Nedko Solakov, der für seinen scharfen Humor bekannt ist, verweist mit seinen Arbeiten immer wieder auf die Absurditäten und Widersprüche, die sozialen Normen innewohnen. Im Mudam ist die vom Künstler ausgewählte „Ecke“ die Garderobe des Museums. In diesem begrenzten und meist übersehenen Raum präsentiert Solakov nun eine Installation, die mit den ästhetischen Gepflogenheiten und den Codes einer Retrospektive spielt. Man kann die Ausstellung auch im Zusammenhang der Pandemie verstehen, als Antwort auf die soziale Vereinsamung, die durch sie ausgelöst wurde. „Dieses Projekt erzählt von unserer Zeit, in der wir überleben müssen, selbst wenn wir in eine Ecke gedrängt sind. Der Standpunkt eines Künstlers, aus seiner Ecke heraus, mag uns dabei helfen, der Bitterkeit des Alltags besser zu begegnen,“ so der Künstler.

Biographie des Künstlers
Seit den frühen 1990er Jahren hat Nedko Solakov (*1957, Tscherwen Brjag, Bulgarien, lebt in Sofia) bei zahlreichen Ausstellungen in Europa und den USA seine Arbeiten gezeigt. Seine Werke waren zu sehen bei Aperto ’93 (Biennale in Venedig), auf der 48., 49., 50. und 52. Biennale von Venedig,
der 3., 4. und 9. Biennale von Istanbul, bei São Paulo’94, auf der Manifesta 1, Rotterdam, der 2. und 4. Biennale von Gwangju, der 5. Biennale von Lyon, bei Sonsbeek 9, Arnhem, der 4. und 5. Biennale von Cetinje, der 1. Biennale von Lodz, der 7. Biennale von Sharjah, Vereinigte Arabische Emirate,
der 3. Biennale von Tirana, der 2. Biennale von Sevilla, der 2. Biennale von Moskau, der documenta 12, der 16. Biennale von Sydney, bei Prospect 1 New Orleans, der Biennale von Singapur 2011, der documenta 13, der Kathmandu Triennale, der 1. Riga International Biennial for Contemporary Art sowie auf der 2. Biennale von Lahore. Er hatte Einzelausstellungen im Museu do Chiado, Lissabon, in der Stichting De Appel, Amsterdam, dem CCA Kitakyushu, Japan, dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid, dem Israel Museum, Jerusalem, dem Centre d’Art Santa Monica, Barcelona, dem Kunsthaus Zürich, dem Castello di Rivoli, Rivoli, der Sofia City Art Gallery, der Galleria Borghese, Rom, dem Salzburger Kunstverein, dem BOZAR, Brüssel, dem ICA Sofia und in La Panacée, Montpellier. Von 2003-2005 wurde eine ausführliche Zwischenbilanz seiner Karriere mit der Ausstellung A 12 1/3 (and even more) Year Survey im Casino Luxembourg, dem Rooseum Malmö und dem O.K Centrum Linz gezeigt. 2008-2009 wurde das Emotions Solo-Projekt im Kunstmuseum Bonn, im Kunstmuseum St. Gallen und im Institut Mathildenhöhe, Darmstadt gezeigt. 2011-2012 war seine Retrospektive All in Order, with Exceptions in der Ikon Gallery, Birmingham, der Fondazione Galleria Civica Trento (All in (My) Order, with Exceptions), dem S.M.A.K., Gent und der Fundação de Serralves, Porto, zu sehen. Seine Werke befinden sich in über fünfzig internationalen Museen und öffentlichen Sammlungen, darunter das MoMA New York, die Tate Modern, London und das Centre Pompidou in Paris.

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1 Ausstellung

25 Jahre Mudam Sammlung

Präsentation der Sammlung

Die Feierlichkeiten zum fünfzehnten Jahrestag der Eröffnung des Mudam bieten Gelegenheit, die Vielfalt und die Stimmigkeit der Mudam Sammlung zu betonen, deren erste Ankäufe ja bereits im Jahr 1996, in der Vorphase des Museums, getätigt wurden. Anhand einer Auswahl von etwa vierzig Werken bietet diese neue Zusammenstellung nun einen Überblick von den 1960er Jahren bis in die ersten Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts, bei dem es um Formen, aber auch um Prozesse oder Haltungen in der zeitgenössischen Kunst geht. Der Parcours bleibt nicht statisch, da sich die Hängung der Werke im Laufe des Jahres verändern wird. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Bezügen, die sich zwischen den in den vergangenen 25 Jahren erworbenen Werken herstellen lassen, und auf gewissen Tendenzen und Themen, die sich daraus ableiten lassen.

Die Auswahl thematisiert eine Reihe von Begriffen, die unmittelbar mit dem zeitgenössischen Kunstschaffen zusammenhängen. Sie hebt beispielsweise den Einfluss der Konzeptkunst oder des Minimalismus auf heutige Kunstpraktiken hervor. Gleichzeitig unterstreicht sie den sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion ständig erneuernden Dialog und verweist auch auf den Stellenwert der Narration in der Herstellung von Bildern und der Darstellung der Welt. Bedeutsam ist auch die Vielfalt der Materialien und der unterschiedlichen, von den Künstlern verwendeten Verfahren, sei dies der Gebrauch industriell gefertigter Stoffe, die Verwendung fertig vorgefundener Dinge, die Verwandlung des Körpers in ein künstlerisches Werkzeug oder die Neudefinition des kreativen Prozesses. Diese Präsentation der Werke aus der Mudam Sammlung bietet so auch eine Gelegenheit, über ihre zukünftige Entwicklung nachzudenken und unterstreicht ihren Anspruch, das zeitgenössische Kunstschaffens in seiner ganzen Vielfalt darzubieten, ohne dabei den Blick auch auf die Gegenwart der Welt zu verliere

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Bewertungen & Berichte 25 Jahre Mudam Sammlung

Ausstellung

Mudam Sammlung

Die bedeutendste Sammlung für Gegenwartskunst in Luxemburg

Inhaltlich wie konzeptuell konsequent international, umfasst sie beinahe 700 Werke aller Medien von Künstlern aus Luxemburg und der ganzen Welt.

Dabei besteht ein kleiner Teil der Sammlung aus Mode- und Designobjekten. Über 54 Werke in der Sammlung waren Auftragsarbeiten für das Mudam und entstanden unter Berücksichtigung seiner spezifischen architektonischen Gegebenheiten. Eckdaten für den Sammlungsaufbau waren die ersten Erwerbungen in den 1990er-Jahren, die Gründung des Museums 1998 und seine Eröffnung 2006. Wenngleich die 1960er-Jahre als historischer Bezugspunkt für die Gegenwartskunst gelten, datiert die Mehrzahl der Werke in der Sammlung aus den Jahren 1989 bis heute. Eine Ausnahme bildet das Möbelensemble für das Paimio-Sanatorium, welches zwischen 1931 und 1933 von dem Architekten Alvar Aalto entworfen und 2002 durch das Mudam erworben wurde.

Dabei besteht ein kleiner Teil der Sammlung aus Mode- und Designobjekten. Über 54 Werke in der Sammlung waren Auftragsarbeiten für das Mudam und entstanden unter Berücksichtigung seiner spezifischen architektonischen Gegebenheiten. Eckdaten für den Sammlungsaufbau waren die ersten Erwerbungen in den 1990er-Jahren, die Gründung des Museums 1998 und seine Eröffnung 2006. Wenngleich die 1960er-Jahre als historischer Bezugspunkt für die Gegenwartskunst gelten, datiert die Mehrzahl der Werke in der Sammlung aus den Jahren 1989 bis heute. Eine Ausnahme bildet das Möbelensemble für das Paimio-Sanatorium, welches zwischen 1931 und 1933 von dem Architekten Alvar Aalto entworfen und 2002 durch das Mudam erworben wurde.

Nancy Spector (Artistic director – Chief Curator des Solomon R. Guggenheim Foundation in New York), Daniel Birnbaum (Direktor des Acute Art in London) und Adam Szymczyk (künstlerischer Leiter der Documenta 14) sind Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Mudam Sammlung bis 2020, zusätzlich zu Paul die Felice, der dort den Verwaltungsrat vertritt. Das Komitee wird geleitet von Suzanne Cotter, der Direktorin des Mudam.

Werke der Sammlung die aktuell im Mudam ausgestellt sind

Stephan Balkenhol, Portaits de SS.AA.RR. Le Grand-Duc Jean et La Grande-Duchesse Joséphine-Charlotte
Ronan & Erwan Bouroullec, Mudam Café
Thomas Hirschhorn. Flugplatz Welt/World Airport
Suki Seokyeong Kang
Michel Paysant, Nano-portraits de SS.AA.RR. le Grand-Duc Henri et la Grande-Duchesse Maria Teresa
Recent Donations and Long-Term Loans
Martin Szekely, Lobby
Bert Theis, Drifters
Su-Mei Tse, Many Spoken Words
Worlds in Motion
Werke der Sammlung die aktuell im Park Dräi Eechelen ausgestellt sind

Maria Anwander, The Present
Nairy Baghramian, Beliebte Stellen/Privileged Points
Andrea Blum, gardens + fountains + summer café
Fernando Sánchez Castillo, Bird Feeder
David Dubois, Chênavélos & Bancs-terre
Ian Hamilton Finlay, HUIUS SECULI CONSTANTIA ATQUE ORDO INCONSTANTIA POST ERITATIS A ST.J

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3 Ausstellung

Enfin seules

Fotografien aus dem Archive of Modern Conflict

Enfin seules (Endlich allein) präsentiert eine Auswahl von über zweihundert Bildern aus dem Archive of Modern Conflict. Dieses 1992 in London gegründete Archiv beschreibt sich selbst als „Aufbewahrungsort für die vergessenen und verborgenen Geschichten, die versteckt in seinem fotografischen Fundus liegen.“ Von seinem ursprünglichen Fokus auf die Geschichte von Konflikten erweiterte es sich in etwas, das mehr einem Laboratorium ähnelt als einem herkömmlichen Archiv. Heute gehört es zu den größten Fotosammlungen der Welt mit über acht Millionen Bildern, mit Veröffentlichungen und Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen.

Mit Fotografien aus allen Kontinenten und einem zeitlichen Umfang, der von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre reicht, bietet Enfin seules einen neuen Blick auf die Welt der Pflanzen in all ihrer Vielfalt und individuellen Besonderheit. Die ausgestellten Fotos spiegeln die Vielseitigkeit der Sammlung und präsentieren die Vorstellung einer Welt, in der alle Tiere von der Erde verschwunden sind.

Enfin seules ist eine immersive Ausstellung, die sich um einen zentralen, höhlenartigen Raum herum entwickelt. Die Wände der Ausstellung sind mit stark vergrößerten Fotos aus dem Archiv tapeziert. Aus Bildern von Blumen, Pilzen, Baumstämmen, Farnen, Tropfsteinen und Nordlichtern entsteht ein Panorama von Pflanzen, Felsen und Lichtern, welches den Hintergrund bildet für die Auswahl historischer und neuerer Abzüge. So stehen Werke bekannter Künstler und Fotografen neben Fotos von Botanikern, Astronomen, Mathematikern und anderen Wissenschaftlern wie auch neben solchen von begeisterten Laien und Unbekannten, die eine Zeitspanne von mehreren Generationen umfassen und zahlreiche fotografische Techniken und Prozesse repräsentieren.

The Archive of Modern Conflict hatte Ausstellungen bei: PHotoESPAÑA, Madrid (2018); Les Rencontres d’Arles (2018 und 2017); in der Tate Modern, der Hayward Gallery, London (2014), dem Museum of Contemporary Art Toronto (2013) und bei Paris Photo (2012). Ihr preisgekrönter Verlag AMC Books veröffentlichte bereits über 70 Bücher und unterhält auch eine Zeitschrift: AMC2.

Der Europäische Monat der Fotografie (EMOP) ist ein Netzwerk einzelner Fotofestivals, die alle zwei Jahre in Berlin, Lissabon, Luxemburg, Paris und Wien stattfinden. In diesem Zusammenschluss werden Partnerschaften der internationalen Fotoszene gestärkt, der Austausch gefördert und junge Künstler unterstützt. Der Europäische Monat der Fotografie in Luxemburg wird organisiert von Café-Crème asbl.

Mit Fotografien von:
Anna Atkins (1799, Tonbridge – 1871, Halstead), Paul Marcellin Berthier (1822, Paris – 1912, Paris), Brassaï (1899, Brașov – 1984, Beaulieu-sur-Mer), Adolphe Braun (1812, Besançon – 1877, Dornach), Fred Payne Clatworthy (1875, Dayton – 1953, Estes Park), Thomas Joshua Cooper (1946, San Francisco), William Craven (1809, London – 1866, Scarborough), Maxim Petrowitch Dmitriew (1858, Powalischino – 1948; Nischni Novgorod), Henry John Elwes (1846, Cheltenham – 1922, Cheltenham), Dmitri Ermakov (1845, Tiflis –1916, Tiflis), Amelia Elizabeth Gimingham (1833, London – 1918, Axbridge), Fay Godwin (1931, Berlin – 2005, Hastings), Conrad Theodore Green (1863, Kirkburton – 1940, Birkenhead), Petr Helbich (1929, Prag), John Karl Hillers (1843, Hannover – 1925, Washington D.C.), Frederick Hollyer (1838, London – 1933, Blewbury), Bertha Jaques (1863, Covington – 1941, Chicago), Edward Dukinfield Jones (1848, Derby – 1938, Los Angeles), August Kotzsch (1836, Dresden – 1910, Dresden), Axel Lindahl (1841, Mariestad – 1907, Södertälje), Lee Miller (1907, Poughkeepsie – 1977, Chiddingly), Paul-Émile Miot (1827, Trinidad – 1900, Paris), Charles Nègre (1820, Grasse – 1880, Grasse), Ferdinand Quénisset (1872, Paris – 1951, Juvisy-sur-Orge), Willy Ronis (1910, Paris – 2009, Paris), Jaroslav Rössler (1902, Smilov – 1990, Prag), José María Sert (1874, Barcelona – 1945, Barcelona), Carlo Baldassare Simelli (1811, Stroncone – nach 1877), Fredrick Carl Størmer (1874, Skien – 1957, Oslo), Josef Sudek (1896, Kolín – 1976, Prag), Graham Sutherland (1903, London – 1980, London), Eugen Wiškovský (1888, Dvůr Králové nad Labem – 1964, Prag) und Shikanosuke Yagaki (1897, Kyoto – 1966).

Ausstellungskonzept: Timothy Prus (Archive of Modern Conflict)

Kuratoren:
Timothy Prus
Assistiert von Ed Jones, Luce Lebart, Giulia Shah und Michelle Wilson
Michelle Cotton
Assistiert von Sarah Beaumont und Christophe Gallois

Ausstellungsdesign: Polaris Architects

Die Ausstellung wurde vom Archive of Modern Conflict für das Mudam konzipiert, im Rahmen des Europäischen Monats für Fotografie (EMOP).

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Bewertungen & Berichte Enfin seules

19.05.21, 23:32, KP Enfin seules heiß endlich allein

Die älteste Künstlerin dieser Ausstellung wurde 1799 geboren. Das ist insofern etwas Besonderes, weil es um Fotografie geht und die Fotografie erst um 1820 erfunden wurde. Enfin seules heiß endlich allein und ist der Name der Ausstellung mit Werken des Archive of Modern Conflict. Diese Archiev, dass sich zunehmend selbst zu einem Laboratorium rund um die Fotografie entwickelt, versteht sich selbst als “Aufbewahrungsort für die vergessenen und verborgenen Geschichten, die versteckt in seinem fotografischen Fundus liegen.” Und da liegt einiges wie diese Ausstellung im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie (EMOP) im Mudam Luxembourg Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean in Luxemburg stattfindet.

19.05.21, 23:32, KP Enfin seules heiß endlich allein

Die älteste Künstlerin dieser Ausstellung wurde 1799 geboren. Das ist insofern etwas Besonderes, weil es um Fotografie geht und die Fotografie erst um 1820 erfunden wurde. Enfin seules heiß endlich allein und ist der Name der Ausstellung mit Werken des Archive of Modern Conflict. Diese Archiev, dass sich zunehmend selbst zu einem Laboratorium rund um die Fotografie entwickelt, versteht sich selbst als “Aufbewahrungsort für die vergessenen und verborgenen Geschichten, die versteckt in seinem fotografischen Fundus liegen.” Und da liegt einiges wie diese Ausstellung im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie (EMOP) im Mudam Luxembourg Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean in Luxemburg stattfindet.

19.05.21, 23:32, KP Enfin seules heiß endlich allein

Die älteste Künstlerin dieser Ausstellung wurde 1799 geboren. Das ist insofern etwas Besonderes, weil es um Fotografie geht und die Fotografie erst um 1820 erfunden wurde. Enfin seules heiß endlich allein und ist der Name der Ausstellung mit Werken des Archive of Modern Conflict. Diese Archiev, dass sich zunehmend selbst zu einem Laboratorium rund um die Fotografie entwickelt, versteht sich selbst als “Aufbewahrungsort für die vergessenen und verborgenen Geschichten, die versteckt in seinem fotografischen Fundus liegen.” Und da liegt einiges wie diese Ausstellung im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie (EMOP) im Mudam Luxembourg Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean in Luxemburg stattfindet.

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Mudam Luxembourg

Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean

Mudam, das Museum für zeitgenössische Kunst in Luxemburg, setzt sich für eine Vielfalt künstlerischer Disziplinen ein. Seine Sammlung und sein Ausstellungsprogramm stehen für die Tendenzen des zeitgenössischen Kunstschaffens und halten die Besucher ständig über neue künstlerische Arbeitsweisen auf dem Laufenden, auf nationaler wie auf internationaler Ebene.

Das Gebäude, ein Werk des chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei, steht in einem perfekten Dialog mit seinem natürlichen und historischen Umfeld. Erbaut unmittelbar hinter den Überresten des Fort Thüngen, dessen alte Wallmauern seinen Grundriss bestimmten, liegt es, nur wenige Schritte vom Europaviertel auf dem Kirchberg entfernt, im Park Dräi Eechelen, der vom Landschaftsarchitekten Michel Desvigne entworfen wurde und vom dem man eine herrliche Sicht auf die Altstadt hat.

Einfache Volumina und großzügig geschnittene Räume ebenso wie die Verbindung von Stein und Glas zeugen von der meisterhaften Beherrschung der architektonischen Mittel durch den berühmten Architekten. Das raffinierte Spiel zwischen Innen und Außen, bei dem eine Vielzahl von Ausblicken auf den umliegenden Park wie auch auf die Weite des Himmels durch die kühnen Glasdecken ermöglicht wird, wird unterstrichen durch die Verwendung von Magny Doré, einem honigfarbenen Kalkstein, der zu jeder Tages- und zu jeder Jahreszeit das Licht in subtilen farblichen Nuancen wiedergibt. Das Museum verfügt auf drei Etagen über 4500 m2 Ausstellungsfläche. Baubeginn war im Januar 1999, die Einweihung fand am 1. Juli 2006 statt.

Das kulturelle Projekt des Mudam beruht auf der Vorstellung von der Kunst als eine poetische Distanz zur Welt. Seine Hauptlinien lesen sich in den Worten Freiheit, Innovation, kritische Geisteshaltung, und all das nicht ohne Humor. In seinen Veranstaltungen wird nicht nur allen möglichen Ausdrucksformen Raum gegeben sondern es werden gleichzeitig auch unsere Gewohnheiten und überkommenen Vorstellungsweisen infrage gestellt. So werden Formen zeitgenössischen Denkens erforscht wie auch die ästhetische Sprache unserer sich entfaltenden Epoche vorgestellt.

Die Mudam Sammlung ist als Zeuge des zeitgenössischen Kunstschaffens in all seinen technischen und ästhetischen Formen offen gegenüber allen künstlerischen Disziplinen: Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie, aber auch Design, Mode und die verschiedensten Formen der Graphik und der Neuen Medien präsentieren sich dem Blick der Besucher. Dabei erlaubt sich die entschieden in der Gegenwart verankerte Sammlung eine poetisch-künstlerische Bandbreite, die bei den großen Namen von Bernd und Hilla Becher bis zu Daniel Buren reicht, von Blinky Palermo bis hin zu Cy Twombly. Die Möblierung im Innern wie im Außenbereich wurde Künstlern und Designern wie Erwan und Ronan Bouroullec, Martin Szekely, Konstantin Grcic, Bert Theis, Andrea Blum oder David Dubois anvertraut. Die Sammlung entwickelt sich im Hinblick auf das internationale Kunstschaffen und bewahrt dabei eine besondere Aufmerksamkeit auch gegenüber den bedeutendsten Resultaten der regionalen Kunstszene.

Dieses Abenteuer erlebt Mudam gemeinsam mit seinen Besuchern. Die Besucher sind eingeladen, sich im Museum selbst neu zu erleben, Vorurteile hinter sich zu lassen und der Kunst mit einem neuen und befreiten Blick zu begegnen. Zahlreich sind die Möglichkeiten der verschiedensten Besichtigungen, von der detailliert geführten bis zur selbstständig freien hat der Besucher die Wahl. Als Ort für ästhetische Entdeckungen, für Reflexion und Betrachtung, ist das Mudam auch ein Ort der Geselligkeit in anregendem Rahmen (im Mudam Café) wie auch ein Ort für den anregenden Einkauf (im der Mudam Boutique).
Öffnungszeiten
Mittwoch - Freitag 11-20 Uhr
Samstag - Montag 11-18 Uhr
Feiertage 11-18 Uhr
Dienstags geschlossen sowie am 25.12.

Photos: © Pierre-Olivier Deschamps / Agence Vu, Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean, Architect: I.M. Pei

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Bewertungen & Berichte Mudam Luxembourg

Ausstellungen / Museum Staatlische Museen zu Berlin Berlin, Genthiner Straße 38
Ausstellungen / Museum Staatl. Kunstsammlungen Dresden Dresden, Taschenberg 2
Ausstellungen / Museum Deichtorhallen Hamburg Hamburg, Deichtorstr. 1-2
Ausstellungen / Museum Haus der Kunst München München, Prinzregentenstr. 1
Ausstellungen / Museum Rautenstrauch-Joest-Museum Köln Köln, Cäcilienstraße 29-33
Ausstellungen / Museum Kunsthaus Zürich Zürich, Heimplatz 1
Ausstellungen / Burg Wartburg Eisenach Eisenach, Auf der Wartburg 2
Ausstellungen / Museum Musei Vaticani Città del Vaticano, Viale Vaticano
Ausstellungen / Museum GRASSI Museum für Völkerkunde Leipzig Leipzig, Johannisplatz 5-11
Ausstellungen / Museum Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) Halle, Friedemann-Bach-Platz 5
Ausstellungen / Museum Museum fünf Kontinente München München, Maximilianstraße 42
Ausstellungen / Ausstellung OK im OÖ Kulturquartier LINZ Linz, OK-Platz 1
Ausstellungen / Messe Discovery Art Fair Virtual Köln, Gladbacher Wall 5
Ausstellungen / Museum Naturhistorisches Museum Bern Bern, Bernastrasse 15
Ausstellungen / Ausstellung Alexandra Kordas München München, Effnerstraße 44-46
Ausstellungen / Online-Galerie Falepi Online-Galerie Plate, Neue Straße 3 D
Ausstellungen / Galerie BORIS LURIE Virtual Gallery
Literatur / Museum Robert Musil Literatur-Museum Klagenfurt Klagenfurt, Bahnhofstraße 50
Literatur / Museum Robert Walser-Zentrum Bern Bern, Marktgasse 45
Sehenswürdigkeiten / Kirche Dom zu Salzburg Salzburg, Domplatz
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Aufführungen / Theater Theater im Pfalzbau Ludwigshafen Ludwigshafen, Berliner Str. 30
Weihnachtsmarkt / Lebkuchen Nürnberger Lebkuchen Webshop
Weihnachtsmarkt / Süßwaren Niederegger
Lübecker Marzipan
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