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(Foto: © Priska Ketterer / Lucerne Festival)

Lucerne Festival

Musik, die so erklingt, wie ihre Schöpfer sie sich vorgestellt haben. Musiker, die sich mit Hingabe und Leidenschaft ihrem Spiel widmen. Konzertbesucher, die mussevoll in die Klangwelten eintauchen, fernab der Alltagshektik. LUCERNE FESTIVAL macht’s möglich – seit über 75 Jahren.

Am idyllischen Vierwaldstättersee, in einer der schönsten historischen Altstädte der Welt treffen sich Jahr für Jahr die bedeutendsten Interpreten aus aller Herren Länder und feiern gemeinsam ein Fest der Musik: die berühmten Orchester, die legendären Dirigenten, die virtuosen Solisten. Im Konzertsaal von Jean Nouvel, gerühmt für seine phänomenale Akustik wie seine exquisite Architektur, begegnen sie ihrem nicht minder polyglotten Publikum: Rund 110.000 Gäste finden jährlich den Weg nach Luzern, um die drei Festivals zu Ostern, im Sommer und am Piano zu erleben.

Das Sommer-Festival ist das grösste in der Festspieltrias. Eröffnet wird es jeweils vom LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, das Claudio Abbado 2003 gegründet hat. Seit Sommer 2016 steht Riccardo Chailly an der Spitze dieses Klangkörpers de luxe aus international renommierten Solisten, Kammermusikern, Professoren und Mitgliedern des Mahler Chamber Orchestra und der Filarmonica della Scala. Mit der von Pierre Boulez ins Leben gerufenen und seit 2016 von Wolfgang Rihm geleiteten LUCERNE FESTIVAL ACADEMY verfügt das Festival über eine eigene Meisterschule für Neue Musik: Hochbegabte junge Musiker aus der ganzen Welt widmen sich hier exklusiv den Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Neben der Pflege des traditionellen Repertoires, das mit den bedeutendsten Interpreten der Welt zur Aufführung gelangt, engagiert sich LUCERNE FESTIVAL intensiv im Bereich der Moderne. Jeden Sommer werden ein oder zwei «composers-in-residence» verpflichtet, deren Schaffen im Blickpunkt steht. Hinzu kommen als «artistes étoiles» besonders profilierte Interpreten, die auch dramaturgisch tätig werden und ihre Kunst in verschiedensten Zusammenhängen präsentieren. Eine jede Saison wird unter ein ausgewähltes Motto gerückt, das den Spielplan und die Werkauswahl prägt. Mit innovativen Veranstaltungsformaten wie der Kurzkonzertreihe «40min» oder «Young Performance» geht LUCERNE FESTIVAL neue Wege und öffnet sich breiteren Publikumsschichten.

Das 1988 gegründete Oster-Festival findet jeweils eine gute Woche in der Passionszeit bis einschliesslich Palmsonntag statt und widmet sich verstärkt der geistlichen Musik, sei es in der «Salle blanche» des KKL oder mit Konzerten im stimmungsvollen Ambiente der Luzerner Kirchen. Als jüngstes der drei Festivals gibt es seit 1998 alljährlich im November das Piano-Festival: Die gefeierten Tastenvirtuosen und die Nachwuchsstars kommen für neun Tage nach Luzern, um sich mit Rezitalen und Klavierkonzerten hören zu lassen. Und «Piano Off-Stage» ergänzt das klassische Programm um lange Jazz-Nächte in Luzerns schönsten Bars.

Kontakt

Lucerne Festival
Hirschmattstr. 13
CH-6002 Luzern

Telefon: +41 (0)41 226 44 00
Fax: +41 (0)41 226 44 60
E-Mail: info@lucernefestival.ch

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Bewertungen & Berichte Lucerne Festival

Festival

Sommer-Festival

Di, 10.8.2021 - So, 12.9.2021 | Festival

Das Sommer-Festival vom 10. August bis 12. September 2021 bietet unter dem Motto "verrückt" ein vielfältiges Veranstaltungsangebot mit internationalen Stars, Orchestern und Ensembles.

LUCERNE FESTIVAL – das sind unvergessliche Konzerterlebnisse in einzigartiger Festspielatmosphäre. Sichern Sie sich mit unseren attraktiven Sommer-Abos frühzeitig Ihre Karten für die Weltstars der Klassik und profitieren Sie von unserem Abo-Rabatt!

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Konzert

Russian National Youth Symphony Orchestra | Valentin Uryupin | Sergej Dogadin

Glinka | Tschaikowsky | Rachmaninow

Russian National Youth Symphony Orchestra
Valentin Uryupin, Dirigent
Sergej Dogadin, Violine


Michail Glinka (1804–1857): Ouvertüre zur Oper Ruslan und Ludmilla
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893): Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35
Sergej Rachmaninow (1873–1943): Sinfonische Tänze op. 45

So erlebt man das KKL Luzern, die Festival-Zentrale und Kathedrale der altehrwürdigen klassischen Musik, nicht alle Tage: Zu Beginn des Sommer-Festivals wird es dort von jungen Menschen geradezu wimmeln. Nicht den grossen Stars der Szene gebührt das erste Wort – zwei Jugendorchester eröffnen den Reigen der rund hundert Festspielveranstaltungen. Den Auftakt gestaltet das Russian National Youth Symphony Orchestra, das zu den allerbesten in Europa zählt und Vergleiche mit arrivierten Klangkörpern nicht scheuen muss. Unter Leitung von Valentin Uryupin, der 2017 den «Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti» gewann, erklingt ein reines Tschaikowsky-Programm, mit der berühmten Pathétique, der Sechsten Sinfonie, als Hauptwerk. Bei ihr darf das Orchester alle Register seiner Kunst ziehen und ein breites emotionales Spektrum, von der Euphorie bis zur tiefen Verzweiflung, durchmessen. Zuvor spielt der begnadete Geigenvirtuose Sergei Dogadin Tschaikowskys Violinkonzert. Er hat eine ganz besondere Beziehung zu diesem Komponisten, ging er 2019 doch als Sieger aus dem renommierten Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb hervor.

Mit freundlicher Unterstützung von Dr. Urs Mühlebach

Aktion «Luege | Lose | Erläbe – gemeinsam ins Konzert»
Was gibt es Schöneres, als den Nachwuchs in die Geheimnisse der klassischen Musik einzuführen? Beim Kauf einer Eintrittskarte erhalten Erwachsene zwei gleichwertige Freikarten für ihre jugendliche Begleitung dazu.

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Konzert

Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester | Kai Bumann | Oliver Schnyder

Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester
Kai Bumann, Dirigent
Oliver Schnyder, Klavier


Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 467
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21

Das ist effektive Nachwuchsförderung: Im 1969 gegründeten Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester vereinen sich die begabtesten Musiker*innen aus allen Landesteilen und studieren in zwei jährlichen Arbeitsphasen Werke aus verschiedenen Epochen ein. Auch schwieriges und anspruchsvolles Repertoire ist dabei, Sinfonien von Mahler, Bruckner und Schostakowitsch zum Beispiel oder Partituren von Strawinsky und Messiaen. Wer diese Schule einmal durchlaufen hat, dem bieten sich beste Karriereperspektiven, und das nicht nur in der Schweizer Orchesterszene, nein: Frühere Mitglieder spielen heute bei den Berliner und den Wiener Philharmonikern, beim Israel und beim Oslo Philharmonic, beim Bayerischen Staatsorchester und beim NHK Symphony Orchestra in Japan. Der aktuelle Jahrgang zeigt mit der bahnbrechenden Ersten Sinfonie Beethovens sein Können: Da sind musikalischer Furor und spieltechnische Präzision ebenso gefragt wie schrulliger Humor. Zuvor steht Mozarts unwiderstehliches C-Dur-Klavierkonzert KV 467 auf dem Programm, mit Oliver Schnyder als Solisten: auch er ein Schweizer, der längst Weltkarriere gemacht hat.

Mit freundlicher Unterstützung der Bernard van Leer Stiftung Luzern

Aktion «Luege | Lose | Erläbe – gemeinsam ins Konzert»
Was gibt es Schöneres, als den Nachwuchs in die Geheimnisse der klassischen Musik einzuführen? Beim Kauf einer Eintrittskarte erhalten Erwachsene zwei gleichwertige Freikarten für ihre jugendliche Begleitung dazu.

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Wettbewerb

Preisträgerinnen und Preisträger

Preisträgerkonzert

Preisträgerinnen und Preisträger des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs

Trio EastWest
Brahms Ungarischer Tanz WoO 1 Nr. 5

Leron Ly Gitarre
Villa-Lobos Fünf Préludes für Gitarre (Auszüge)

Stan Theodas Orgel
Messiaen Dieu parmi nous aus La Nativité du Seigneur

Vera Flurina Gassmann Oboe
Holliger Fünf kleine Stücke für Oboe solo (Auszüge)

Quartett Inferno
Beethoven «Allegro ma non tanto» aus dem Streichquartett c-Moll op. 18, Nr. 4

Valerian Alfaré Euphonium
Sparke Pantomime für Euphonium

Duo A Flat
Lutosławski Tanzpräludien für Klarinette und Klavier (Auszüge)

Quartett Ventira
Schostakowitsch «Allegro» aus dem Streichquartett Nr. 7 fis-Moll op. 108

Saruschan Aghamiri Tuba
Wilder Suite Nr. 1 für Tuba und Klavier Effie Suite (Auszüge)

Sophie Bright Posaune
Dutilleux Chorale, Cadence et Fugato

ZO-Klaviertrio
Dvořák Klaviertrio e-Moll op. 90 Dumky (Auszüge)

Musizieren kann ein ziemlich einsames Geschäft sein, wenn man Stunden über Stunden im gar nicht so stillen Kämmerlein sitzt und sich mit Fingerübungen, Exerzitien und Etüden herumplagt. Übung macht den Meister, lautet die saure Devise. Aber es gibt zwei Arten der Belohnung. Zum einen das Zusammentreffen mit Gleichgesinnten im Duo, Ensemble oder Orchester – das unvergleichliche Erlebnis der gemeinsamen musikalischen Erfüllung. Zum anderen die Begegnung in der Konkurrenz. Denn nach der langen Zeit der Zurückgezogenheit mit dem Instrument ist es unvermeidlich, nein, ist es sogar wünschenswert, im Wettspiel mit Gleichaltrigen die eigenen Chancen und Grenzen auszuloten. Der Schweizerische Jugendmusikwettbewerb bietet dafür das ideale Podium. Kaum ein Musiker, eine Virtuosin aus diesem Land, die hier nicht wichtige Erfahrungen gesammelt hätten. In diesem Konzert stellen sich die Besten des Wettbewerbs 2021 vor und bieten einen Blick in die Zukunft.

Mit freundlicher Unterstützung von
Ruth Burkhalter-Stiftung zur Förderung junger Musiktalente
Stiftung Schweizerischer Jugendmusikwettbewerb

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Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly

Eröffnung - Lucerne Festival Orchestra 1

Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent


Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791):
Ouvertüre zu Don Giovanni KV 527
Sinfonie g-Moll KV 550
Franz Schubert (1797–1828): Sinfonie Nr. 6 C-Dur D 589

Endlich ein Anfang. In der Nacht vor der Prager Premiere komponierte Mozart die Ouvertüre zu Don Giovanni, der «Oper aller Opern». Aber dieser Anfang kennt schon das Ende, den Untergang, die Höllenfahrt des «bestraften Wüstlings», des amoralischen Helden, nach dem die Frauen verrückt sind. «Ich sah aus tiefer Nacht feurige Dämonen ihre glühenden Krallen ausstrecken», schrieb der Romantiker E.T.A. Hoffmann, der sich aus Mozart-Verehrung Amadeus nannte, über dieses abgründige Vorspiel. Was für ein Anfang! Wann begann je zuvor eine Sinfonie wie Mozarts g-Moll-Sinfonie, unruhig, leise, fast heimlich, ohne jeden Anklang an Fest und Fanfare? War das Musik für ein künftiges Zeitalter? Für die nächste Generation, zu der in Wien Franz Schubert gehörte? Der jedoch setzte in seiner Sechsten Sinfonie ganz auf die Sonnenseiten des Lebens und die guten Geister der Musik: C-Dur, wienerische Nonchalance, auskomponiertes Vergnügen, verspielte Einfälle und eine Nähe zur italienischen Opera buffa. Durch Nacht zum Licht.

Das Eröffnungskonzert live auf der Grossleinwand
Endlich wieder Musik! Damit möglichst viele dabei sein können beim Eröffnungskonzert, übertragen wir es live auf Grossleinwand. Packen Sie den Picknickkorb, klemmen Sie sich eine Decke oder einen Campingstuhl unter den Arm – und machen Sie es sich auf dem Luzerner Inseli bequem, nur wenige Schritte hinter dem KKL. Während sich die Dämmerung über Rigi, Bürgenstock & Co. senkt, reisen wir mit Riccardo Chailly und dem Lucerne Festival Orchestra durch die Nacht zum Licht: von Mozart in Moll zu Schuberts in C-Dur erstrahlender Sechster Sinfonie, die den überschäumenden Geist Rossinis und der Opera buffa atmet.

Wenn die Bestimmungen von Bund und Kanton es zulassen, wird das beliebte Public Viewing («Lakeside Symphony») stattfinden. Wir bitten Sie, sich vor dem Festivalstart auf unserer Website über das Schutzkonzept sowie allfällige Anpassungen bei dieser Veranstaltung zu informieren.

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Gespräch

«Verrückt – der Mensch und seine Ekstasen»

NZZ Podium

Gesprächsrunde mit
Melitta Breznik, Psychiaterin und Autorin
Heinz Holliger, Komponist, Oboist und Dirigent
Gerald Hüther, Neurobiologe und Autor

Moderation: Martin Meyer Leiter NZZ Podium

«Die Zeit ist aus den Fugen», konstatiert Hamlet, und wenn wir Shakespeares Stück vom Untergang des irrewerdenden dänischen Prinzen lange nur aus ästhetischer Distanz betrachtet haben, so wissen wir spätestens seit Corona und Donald Trump, wie es sich anfühlt, wenn die Welt Kopf steht. Was «normal» ist und was «verrückt», ist eine soziale Übereinkunft, die Menschen Verhaltens- und Denkmuster abverlangt. Wer die Regeln befolgt, führt ein «gutes» Leben. Das christliche Himmelreich stand auch Kranken und Narren offen. Mit der Vervielfachung der Lebensentwürfe in der Moderne zerfällt indes der Begriff von Normalität. Eine Kultur des Fortschritts pflegt das Abweichende. Es erwacht die Faszination des Subjektiven; das Ich wird zum Massstab ohne Mass. Alles Neue weckt Hoffnung, Irrsinn adelt, Krankheit ist interessant – zumal auf künstlerischem Feld. Doch der universale Glücksanspruch und Machbarkeitswahn überfordert die Menschen auch. Wer ihnen nicht genügt, wird pathologisiert: oft ohne Erbarmen.

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Konzert

Quatuor Diotima

Quatuor Diotima:
Yun-Peng Zhao, Violine
Constance Ronzatti, Violine
Franck Chevalier, Viola
Pierre Morlet, Violoncello


Alex Nante (*1992): Quatuor à cordes no. 1 Prima Materia
Uraufführung | Auftragswerk von Lucerne Festival
Rebecca Saunders (*1967): Unbreathed
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Grosse Fuge B-Dur op. 133

«Ewig zeitgenössisch.» So charakterisierte Igor Strawinsky Beethovens Grosse Fuge. Und tatsächlich ist sie eines der verrücktesten und herausforderndsten Werke der Quartettliteratur: Wie Beethoven hier Fugen- und Variationsprinzip verschmilzt, wie er die Themen in bohrende Motive zersplittert, wie radikal er die Möglichkeiten des Kontrapunkts ausreizt, sodass «die Instrumente in den Regionen des Süd- und Nordpols mit ungeheuren Schwierigkeiten zu kämpfen haben und sich unter einer Unzahl von Dissonanzen durchkreuzen» – das sorgt bis heute für, wahlweise, bewunderndes Staunen oder aber ratlose Bestürzung. Nicht minder experimentierfreudig setzte sich composer-in-residence Rebecca Saunders 2017 mit dem Genre Streichquartett auseinander: «A melody, think Bach» notiert sie über den ersten Takten von Unbreathed. Aber natürlich ist es dann doch nicht einfach eine Melodie, die erklingt. Sondern eine faszinierende Klangexkursion, die zunächst um den Ton d kreist, ihn durch die Instrumente wandern lässt, ihn mikrotonal einfärbt und ihm mit detaillierten Anweisungen – auf welcher Saite gespielt werden soll, ob mit oder ohne Vibrato, ob auf dem Steg oder nur halb auf dem Steg – immer neue Facetten abgewinnt.

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Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly | Igor Levit

Lucerne Festival Orchestra 2

Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent
Igor Levit, Klavier


Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Ouvertüre zu Don Giovanni KV 527
Robert Schumann (1810–1856): Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 54
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Sinfonie g-Moll KV 550

Ohne diese beiden Werke wäre die Musikgeschichte wohl anders verlaufen. Mozart schrieb einen kopflosen Kopfsatz für seine g-Moll-Sinfonie, die wie ein dramatischer Auftritt beginnt, eine «Aria agitata», wie sie etwa der Cherubino aus Le nozze di Figaro singt im Überschwang der Gefühle: «Ich weiss nicht mehr, was ich bin, was ich tu …» Den Zeitgenossen erschien diese Musik fast verrückt, «zu stark gewürzt», «ein Meteor am musicalischen Horizonte». Robert Schumann wiederum befreite mit seinem Klavierkonzert die Gattung vom gängigen Prinzip des «Zweikampfs» zwischen Solo und Tutti, zwischen dem Ich und den Anderen. «Es gibt keine Hierarchien mehr», erklärt Igor Levit, der das Werk bei seinem ersten gemeinsamen Auftritt mit dem Lucerne Festival Orchestra interpretieren wird. «Das Stück ist ungeheuer improvisatorisch, man spielt in einem beinah Miles Davis’schen Sinne.» Und trotzdem – oder gerade deshalb? – ist der Solopart extrem anspruchsvoll. Vor allem das Finale, das auch in virtuoser Hinsicht alles abverlangt, hat es in sich.

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© Lukas Jahn
Konzert

Festival Strings Lucerne | Daniel Dodds | Johanna Dömötör

Nachmittagskonzert

Festival Strings Lucerne
Daniel Dodds, Violine und Musikalische Leitung
Johanna Dömötör Flöte


Luigi Boccherini (1743–1805): Musica notturna delle strade di Madrid C-Dur op. 30/6 (G. 324)
Arthur Benjamin (1893–1960) / Domenico Scarlatti (1685–1757): Suite für Flöte und Streichorchester
Gabriel Fauré (1845–1924): Fantaisie op. 79
bearbeitet für Flöte und Streichorchester von Amir Awad
Bernard Herrmann (1911–1975): Psycho: A Narrative for String Orchestra
herausgegeben von John Mauceri

Das Nachmittagskonzert der Stadt Luzern gehört zu den schönsten Angeboten des Festivals: Bei einem Kartenpreis von nur 10 Franken können die Einwohner*innen Luzerns, Gäste aus der Region sowie Besucher*innen aus sozialen Institutionen dabei sein – beglückende Musikerlebnisse sind also keine Frage des Geldbeutels. Langjähriger Partner dieser Konzertreihe sind die Festival Strings Lucerne, und sie haben sich auch diesmal ein abwechslungsreiches Programm ausgedacht. Mit Luigi Boccherini entführen sie das Publikum gleich zu Beginn in die nächtlichen Strassen von Madrid, deren Klangkulisse schon fast naturalistisch wiedergegeben wird. Träumerisch und etwas melancholisch geht es dagegen zu in Gabriel Faurés zarter Flöten-Fantasie. Und dann wären da noch zwei Filmkomponisten, die beide für den Grossmeister des Thrillers arbeiteten, für Alfred Hitchcock. Arthur Benjamin, der die Musik zu Der Mann, der zu viel wusste schrieb, ist hier allerdings mit einer Suite auf Motive von Domenico Scarlatti vertreten. Ganz anders Bernard Herrmann, von dem der berüchtigte Soundtrack zum Schocker Psycho stammt – ein irrer Beitrag zum Thema «verrückt»!

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Konzert

Reto Bieri | Patricia Kopatchinskaja u.a.

Verrückt 1

Reto Bieri, Klarinette, Schauspiel, Konzept
Patricia Kopatchinskaja, Violine, Schauspiel
Anthony Romaniuk, Tasteninstrumente, Schauspiel
Annekatrin Klein, Tasteninstrumente, Schauspiel
Dino Lüthy, Tenor
Arndt Krüger, Tenor
Peter Strömberg, Bass
Thomas Trolldenier, Bass


«Out of the Box»
Darbietungen aus Kisten und Künstlern – mit zum Teil sehr schönen Melodien von Franz Schubert, Alvin Lucier, Igor Strawinsky, Galina Ustwolskaja, Giuseppe Verdi und Iannis Xenakis sowie einer Filmfassung von Kurt Schwitters’ Ursonate

Was für ein Auftritt! Vier Haustechniker schleppen vier grosse, schwere Holzkisten auf die Bühne, packen sie sorgsam aus, öffnen sie … und – Überraschung! – «out of the box» steigen Patricia Kopatchinskaja, Reto Bieri, Annekatrin Klein und Anthony Romaniuk. Mit der Geige, der Klarinette und verschiedenen Tasteninstrumenten erproben sie die unterschiedlichsten musikalischen Konstellationen, pendeln zwischen Sinn und Unsinn, eröffnen tiefe Einsichten oder offenbaren überraschende Zusammenhänge. Das alles geschieht mit grossartiger Musik von Franz Schubert und Giuseppe Verdi bis zu Galina Ustwolskaja, Iannis Xenakis und Alvin Lucier. Auch die berühmte Ursonate steht auf dem Programm, das legendäre Lautgedicht des Dada-Poeten Kurt Schwitters: Es wird als Filmeinspielung mit den vier Künstler*innen präsentiert. Die zu guter Letzt wieder verpackt und in ihren Kisten abtransportiert werden. Ein inszeniertes Konzert, das sich vom Alltäglichen abhebt. Und uns alle, den Krankenpfleger wie die Sales-Managerin, ein wenig verzaubern will.

Mit freundlicher Unterstützung der Landis & Gyr Stiftung

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Konzert

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra

Lucerne Festival Orchestra 3

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra

Charles Ives (1874–1954): From the Steeples and the Mountains
George Antheil (1900–1959): Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier
Philipp Jakob Rittler (1637–1690): Mummum a 6
Niccolò Paganini (1782–1840): La Campanella aus dem Violinkonzert Nr. 2 h-Moll op. 7
Arvo Pärt (*1935): Fratres für Posaune und Klavier
György Ligeti (1923–2006): Mysteries of the Macabre für Trompete und Klavier
Charles-Valentin Alkan (1813–1888): La chanson de la folle au bord de la mer op. 31 Nr. 8
Carlo Gesualdo (1566–1613): Tenebrae factae sunt
Galina Ustwolskaja (1919–2006): Komposition Nr. 1 Dona nobis pacem

In diesem Konzert steckt alles drin! Da trifft der Renaissancefürst Carlo Gesualdo, für seine expressiven Madrigale ebenso berühmt wie als Gattinnenmörder berüchtigt, auf den selbsternannten «bad boy of music» George Antheil, dessen Zweite Violinsonate allerlei Schlagermelodien zitiert und den Pianisten überdies als Schlagzeuger einsetzt. Da steht Arvo Pärts meditativer «Glöckchen-Stil» neben einem Glocken-Hymnus des experimentierfreudigen Einzelgängers Charles Ives. Und da ist der komponierende Klaviervirtuose Charles Valentin Alkan mit seinem beklemmenden «Gesang einer Wahnsinnigen am Meeresgestade» zu entdecken. Eine kunterbunte Kammermusik-Revue, unterstützt durch eine verrückte Licht-Regie, haben sich die Musiker*innen des Lucerne Festival Orchestra ausgedacht. Und sie mit allerlei virtuosen Verrücktheiten gespickt – vom Bravourstück des «Teufelsgeigers» Niccolò Paganini bis zu György Ligetis Mysteries of the Macabre, einer Bearbeitung dreier teuflisch schwerer Koloratur-arien, die Reinhold Friedrich auf der Trompete intoniert. Eines eint all diese ganz unterschiedlichen Komponist*innen: Sie gingen eigene Wege und ver-rückten dadurch die musikalischen Massstäbe ihrer Zeit.

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Konzert

Teilnehmer*innen des Composer Seminars | Wolfgang Rihm u.a.

Composer Seminar

Teilnehmer*innen des Composer Seminars:
Arnau Brichs, Tyson Davis, Lanqing Ding, Theo Finkel, Anton Koshelev, Guillem Palomar, Daniil Posazhennikov und Senay Uğurlu
Wolfgang Rihm, Leitung
Dieter Ammann, Co-Dozent

weitere Gäste

Präsentation und Diskussion der ausgewählten Werke

Composer-in-residence Rebecca Saunders machte sich einst auf den Weg nach Karlsruhe, um bei Wolfgang Rihm zu studieren. Auch Jörg Widmann, Márton Illés oder David Philip Hefti profitierten von seinem Unterricht. Völlig verschiedene Künstlerpersönlichkeiten mithin, was zeigt, dass Rihm ein ebenso inspirierender wie undogmatischer Lehrer ist. Das gilt auch für das Composer Seminar, das er allsommerlich in Luzern anbietet: Weder wolle er eine Schule gründen, noch ziele er auf einen Wettbewerb, der die (vermeintlich) Besten der nachrückenden Komponistengeneration prämiert, erklärt Rihm. Vielmehr versuche er, aus den jeweils über 250 internationalen Bewerbungen Komponist*innen «aus verschiedenen Entwicklungs- und Bewusstseinszuständen zusammenzustellen». Denn es gehe ihm um ein produktives Gespräch und darum, «dass die Artikulation des Eigenen auf den Weg gebracht, dass der Eigensinn gefestigt wird» – doch dafür «müssen ganz verschiedene Positionen vertreten sein». Die Sitzungen der ersten Woche, in denen die Teilnehmer*innen ihre Werke mit Rihm, Dieter Ammann und weiteren Gästen diskutieren, sind offen für alle Neugierigen.

Mit freundlicher Unterstützung der RHL Foundation

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Konzert

West-Eastern Divan Orchestra | Lahav Shani | Daniel Barenboim

West-Eastern Divan Orchestra 1

West-Eastern Divan Orchestra Orchester
Lahav Shani, Dirigent
Daniel Barenboim, Klavier


Sergej Prokofjew (1891–1953): Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 25 Symphonie classique
Johannes Brahms (1833–1897): Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83

Als Der Spiegel vor einigen Jahren von Daniel Barenboim wissen wollte, ob er sich einen anderen Dirigenten für sein West-Eastern Divan Orchestra vorstellen könne, erhielt er zur Antwort: «Das ist so, als ob Sie einen glücklich verheirateten Mann fragen, ob seine Frau mit einem anderen glücklich sein könnte.» Doch nun räumt Barenboim tatsächlich den Platz am Pult seines geliebten Orchesters – für einen Abend zumindest. Und das hat gleich zwei gute Gründe. Denn der «andere», der an seiner Stelle den Taktstock ergreift, ist der 32-jährige Lahav Shani, dessen steile Karriere Barenboim als Mentor nachhaltig förderte. Mit dem Ergebnis, dass Shani mittlerweile als Musikdirektor gleich zweier Toporchester amtiert: beim Israel und beim Rotterdam Philharmonic Orchestra. Ihm kann Barenboim voll und ganz vertrauen, wenn er sich selbst einer der grössten Herausforderungen im pianistischen Repertoire widmet, dem Zweiten Klavierkonzert von Johannes Brahms, für dessen vertrackten Solopart man eigentlich mehr als zehn Finger bräuchte. Aber gewiss nicht auch noch den Dirigentenstab.

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Konzert

Lea Sobbe | Halldór Bjarki Arnarson

Debut Prix Credit Suisse Jeunes Solistes

Lea Sobbe, Blockflöte
Halldór Bjarki Arnarson, Cembalo
Martin Reck, Electronics


«once:more»
Pons d’Ortaffa (1214–1240)
Si ay perdut mon saber
[sic]nals / Martin Reck (*1989)
once:more
Paolo Benedetto Bellinzani (1690–1757)
Sonata d-Moll op. 3 Nr.12
Marco Uccellini (1603–1680)
Sonata Seconda detta La Luciminia contenta
Dorothée Hahne (*1966)
commentari III
Georg Philipp Telemann (1681–1767)
Sonatina quinta TWV 41:a4
Emanuele Casale (*1970)
Studio 2a
Nicola Matteis (1672–1699)
Bizarrie sopra la Vecchia Sarabanda o pur Ciaccona aus : Ayres for the violin (1676), Arr. für Blockflöte und Cembalo

Die Blockflöte: Ist sie nur ein Kandidat für die Alte Musik? Die 1994 in Trier geborene Lea Sobbe, die gerade ihr Masterstudium an der Schola Cantorum Basiliensis absolviert, trat beim «Prix Credit Suisse Jeunes Solistes» den Gegenbeweis an, gewann den begehrten, mit 25.000 CHF dotierten Nachwuchspreis und darf sich nun obendrein mit einem Debut-Rezital bei Lucerne Festival vorstellen. Dabei experimentiert sie mit verschiedenen Blockflötentypen vom Mittelalter bis zur Moderne und spürt der Frage nach, wie viel Wiederholung es braucht, um die vollkommene musikalische Freiheit, um Lust und Spielfreude zu erlangen. Zeitgenössische Stücke mit Live-Elektronik kombiniert sie in ihrem Programm mit Improvisationen und frühbarockem Repertoire, das sie gemeinsam mit ihrem Kammermusikpartner am Cembalo, dem Isländer Halldór Bjarki Arnarson, aufführt. «Gross-artig, gewagt, schön, fliessend, berührend», so beschreibt Noémi L. Robidas, die Jury-Präsidentin des «Prix Credit Suisse Jeunes Solistes» 2021, ihren Eindruck von Lea Sobbes Spiel und Programmkonzeption.

Credit Suisse Foundation
Donatorin Prix Credit Suisse Jeunes Solistes

Strebi Stiftung Luzern – Partner Debut-Reihe

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Konzert

«Inside the Lucerne Festival Orchestra»

40min 1

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra

Kein Dresscode, kein Vorwissen: Die moderierten Konzerte der Reihe 40min beginnen früher als gewohnt, sind kürzer – und kosten keinen Eintritt. Hier begegnen Sie den Stars bei der Probe, lernen aussergewöhnliches Repertoire kennen und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Festspielbetriebs. Unkonventionell und abwechslungsreich.

Wir bitten Sie, sich vor dem Festivalstart auf unserer Website über den Bestell- und Registrationsprozess für die Reihe 40min zu informieren. Aufgrund der aktuellen Situation und der Vorgaben zum Contact Tracing haben wir den Bestellprozess noch nicht abschliessend festgelegt.

Eintritt frei

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Konzert

West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim | Michael Barenboim | Kian Soltani

West-Eastern Divan Orchestra 2

West-Eastern Divan Orchestra Orchester
Daniel Barenboim, Dirigent
Michael Barenboim, Violine
Kian Soltani, Violoncello


Johannes Brahms (1833–1897): Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102
César Franck (1822–1890): Sinfonie d-Moll

Wo andere kapitulieren, kommt Daniel Barenboim erst recht in Fahrt. Viele visionäre Projekte hat er Wirklichkeit werden lassen. Etwa das 1999 gegründete West-Eastern Divan Orchestra, in dem junge Musiker*innen aus Israel und der arabischen Welt gemeinsam musizieren und beweisen, wie man nationale, religiöse und kulturelle Gräben überwindet. Frieden muss keine Utopie bleiben, lautet der Leitgedanke. Längst ist Barenboims «Divan» den Kinderschuhen eines Jugendorchesters entwachsen und gehört zu den Top-Ensembles weltweit. Und einzelne seiner Mitglieder haben selbst internationale Solokarrieren gemacht. Wie der Geiger Michael Barenboim, Sohn des Maestros, oder der Cellist Kian Soltani, der 2018 den «Credit Suisse Young Artist Award» gewann. Für Brahms’ Doppelkonzert finden sie sich nun wieder zusammen: ein Familientreffen in Luzern. Anschliessend erklingt die raffinierte d-Moll-Sinfonie von César Franck, dem «belgischen Brahms», wie er zuweilen genannt wird, weil auch er die ausgetüftelte motivische Arbeit mit emotionalem Reichtum zu verbinden verstand.

Aktion «Luege | Lose | Erläbe – gemeinsam ins Konzert»
Was gibt es Schöneres, als den Nachwuchs in die Geheimnisse der klassischen Musik einzuführen? Beim Kauf einer Eintrittskarte erhalten Erwachsene zwei gleichwertige Freikarten für ihre jugendliche Begleitung dazu.

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Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly

Lucerne Festival Orchestra 4

Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent


Robert Schumann (1810–1856): Ouvertüre zum Dramatischen Gedicht Manfred op. 115
Joseph Haydn (1732–1809): Sinfonie D-Dur Hob. I:101 Die Uhr
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67

Mit einem Programm, das ganz um Obsessionen kreist, um emotionale wie musikalische, heizen Riccardo Chailly und sein Lucerne Festival Orchestra dem verrückten Festspielsommer 2021 ein. Da wäre zunächst der überspannteste Held der Romantik, Lord Byrons Manfred, dem Robert Schumann ein tönendes Denkmal setzte. Manfred irrt durch die Alpen, um seiner Schande zu entfliehen, einem inzestuösen Verhältnis mit tödlichem Ausgang, doch nicht einmal die okkulten Mächte, die er anruft, können ihn erlösen. Joseph Haydn dagegen dachte weniger an psychische Extremzustände, als er seine D-Dur-Sinfonie Hob. I:101 mit einem Tick versah: Im «Andante» lässt er die Achtel wie in einem Uhrwerk hin- und herpendeln. Ludwig van Beethoven wiederum legte mit dem Kopfsatz seiner Fünften Sinfonie das wohl berühmteste Stück der Klassischen Musik vor. Dabei verfuhr er minimalistisch: Er verwendet nur drei Notenwerte – Achtel, Viertel und Halbe – und fordert ein striktes Einheitstempo, kein Rallentando, nirgends. Doch gerade deshalb klingt seine Musik so bezwingend, so insistierend. Einfach obsessiv.

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Konzert

Dmitry Smirnov

Debut Dmitry Smirnov

Dmitry Smirnov, Violine

Steve Reich (*1936): Violin Phase für Violine und Tonband, Part 1 & 2
Johann Sebastian Bach (1685–1750): Partita d-Moll für Violine solo BWV 1004
Béla Bartók (1881–1945): Sonate für Violine solo Sz 117

Dmitry Smirnov liebt verrückte Herausforderungen. Bei seinem Debut koppelt er nicht nur zwei der anspruchsvollsten Kompositionen für Violine solo, nämlich Bachs d-Moll-Partita und Bartóks Solosonate. Nein, er verschachtelt sie auch noch ineinander, indem er zwischen beiden hin- und herpendelt, die Sätze abwechselnd spielt und so eine imaginäre, die Jahrhunderte übergreifende Werkeinheit stiftet. Dieses neue Konstrukt rahmt er zusätzlich mit Steve Reichs Violin Phase, einem Meisterwerk der Minimal Music aus dem Jahr 1967. Auf diese Weise entsteht das Tripelportrait dreier unsentimentaler Komponisten, das zugleich die Eigenarten herausstreicht: den rhetorisch geprägten Duktus von Bachs Klangsprache, die archaischen Floskeln Bartóks und die repetitiven Patterns bei Reich. Keine Frage: Der 1994 in St. Petersburg geborene Smirnov, der bei Rainer Schmidt in Basel studierte, den Tibor-Varga-Wettbewerb sowie den «Concours de Lausanne» gewann und heute mit Heinz Holliger und Giovanni Antonini zusammenarbeitet, ist einer der unkonventionellsten Köpfe unter den jungen Geigern.

Strebi Stiftung Luzern – Partner Debut-Reihe

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Klavierkonzert

Igor Levit

Rezital Igor Levit 1

Igor Levit, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Klaviersonate e-Moll op. 90
Klaviersonate A-Dur op. 101
Klaviersonate B-Dur op. 106 Hammerklaviersonate

Eigentlich hatte Igor Levit seinen grossen Luzerner Beethoven-Zyklus mit allen 32 Klaviersonaten des Komponisten im Jubiläumsjahr 2020 abschliessen wollen, aber die Corona-Pandemie hat die Pläne durchkreuzt. Die gute Nachricht: In diesem Sommer holt er die beiden letzten Folgen der achtteiligen Reihe nach. Und erklimmt mit der Hammerklavier-Sonate den «Mount Everest» des Klavierrepertoires. «Sie ist wirklich eine Grenzerfahrung, was die manuelle, die körperliche und die emotionale Beanspruchung betrifft», erklärt Levit. «Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht über diese Sonate nachdenke.» Doch auch die beiden Werke, die er zuvor zu Gehör bringt, sorgen für musikalische Glücksmomente. Die nur zweisätzige e-Moll-Sonate op. 90 etwa betört mit einem Rondo, das lustvoll in sich kreist, wie eine melodische Endlosschleife. Die A-Dur-Sonate op. 101 wiederum klingt dafür bereits im ersten Takt so, als hätte sie schon lange begonnen. Und greift mit dem vital auftrumpfenden Scherzo, das Schumanns Davidsbündler-Märsche vorwegzunehmen scheint, weit in die Zukunft voraus.

Mit freundlicher Unterstützung von Berthold Herrmann und Dr. Mariann Grawe-Gerber

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Konzert

«Märchenstunde mit Ravel»

40min 2

Lucerne Festival Orchestra
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent


«Märchenstunde mit Ravel: Ma mère l’Oye»

Kein Dresscode, kein Vorwissen: Die moderierten Konzerte der Reihe 40min beginnen früher als gewohnt, sind kürzer – und kosten keinen Eintritt. Hier begegnen Sie den Stars bei der Probe, lernen aussergewöhnliches Repertoire kennen und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Festspielbetriebs. Unkonventionell und abwechslungsreich.

Wir bitten Sie, sich vor dem Festivalstart auf unserer Website über den Bestell- und Registrationsprozess für die Reihe 40min zu informieren. Aufgrund der aktuellen Situation und der Vorgaben zum Contact Tracing haben wir den Bestellprozess noch nicht abschliessend festgelegt.

Eintritt frei

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Konzert

Berliner Barock Solisten | Reinhard Goebel | Solisten

Berliner Barock Solisten
Reinhard Goebel, Dirigent
Michael Hasel, Flöte
Christoph Hartmann, Oboe
Reinhold Friedrich, Trompete
Roberto González-Monjas, Violine und Viola
Raphael Alpermann, Cembalo


«300 Jahre Brandenburgische Konzerte»
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Brandenburgisches Konzert Nr. 1 F-Dur BWV 1046
Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur BWV 1050
Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048
Brandenburgisches Konzert Nr. 4 G-Dur BWV 1049
Brandenburgisches Konzert Nr. 6 B-Dur BWV 1051
Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur BWV 1047

Vor genau 300 Jahren, am 24. März 1721, schickte Johann Sebastian Bach eine kalligraphische Reinschrift mit «Six concerts avec plusieurs instruments» an den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg. Unter dem Namen Brandenburgische Konzerte gehören sie heute zu den beliebtesten Werken im Barockrepertoire, auch weil sie die «verschiedenen Instrumente» – die Flöte, Oboe, Trompete, Violine, Viola oder das Cembalo – mit unvergleichlichen Soloparts versehen. Die Berliner Barock Solisten, die sich aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker, Alte-Musik-Spezialist*innen und Gaststars wie dem Trompeter Reinhold Friedrich zusammensetzen, haben den legendären Zyklus gemeinsam mit Reinhard Goebel neu erarbeitet. 1985/86 sorgte Goebel mit seiner ersten Aufnahme der Werkgruppe für einen Paukenschlag. Damals verfuhr er nach den Prämissen der historischen Aufführungspraxis, heute sieht er es liberaler und präferiert einen freieren Zugang. Wie sehr ihm die Brandenburgischen Konzerte am Herzen liegen, beweist sein neues Buch über sie, das er während des Corona-Lockdowns verfasste.

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Konzert

Marco Blaauw | Arditti Quartet | Trio Accanto

Portrait Rebecca Saunders 1

Marco Blaauw, Trumpet
Arditti Quartet: Irvine Arditti, Violine | Ashot Sarkissjan, Violine | Ralf Ehlers, Viola | Lucas Fels, Violoncello
Trio Accanto: Marcus Weiss, Saxophon | Nicolas Hodges, Klavier | Christian Dierstein, Schlagzeug


Rebecca Saunders (*1967): shadow. Studie für Klavier
Schweizer Erstaufführung
Fletch für Streichquartett
Schweizer Erstaufführung
blaauw für Doppeltrichtertrompete
That Time. Trio für Saxophon, Schlagzeug und Klavier
Auftragswerk von Radio France, Lucerne Festival, dem Südwestrundfunk und Milano Musica – Associazione per la musica contemporanea
Schweizer Erstaufführung

Was ist besser als eine Trompete? Eine Trompete, die klingt wie zwei. Eine solche Doppeltrichtertrompete, die – wie der Name verrät – über gleich zwei Schalltrichter verfügt, hat Marco Blaauw entwickelt. Auf ihr kann er die verrücktesten Klänge hervorbringen, etwa blitzschnell zwischen offenem und gedämpftem Ton wechseln oder beide mischen. Composer-in-residence Rebecca Saunders hat aus solchen subtilen Farbwechseln ein faszinierendes Solo-Stück entwickelt. Dass sie ohnehin permanent auf der Suche nach ungewohnten, unverbrauchten Klängen ist, zeigen Instrumentalcoaches der Lucerne Festival Academy in ihrem Portraitkonzert: In shadow erzeugt Nicolas Hodges mit dem Sostenuto- und dem Legatopedal des Klaviers unterschiedlich dichte Nachhallklänge, akustische Schatten eben – eine Einstimmung auf Saunders’ neues Klavierkonzert, das er am 4. September gemeinsam mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra aus der Taufe hebt. Und das legendäre Arditti Quartet schiesst in Fletch tatsächlich fortwährend jene Klangpfeile ab, die der englische Werktitel (er meint die Befiederung des Pfeilendes) evoziert: geräuschhafte, harmonisch schillernde Tremoli, die sich in einem Glissando verflüchtigen.

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Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Yannick Nézet-Séguin | Yuja Wang

Lucerne Festival Orchestra 5

Lucerne Festival Orchestra
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Yuja Wang, Klavier


Claude Debussy (1862–1918): Prélude à l'après-midi d'un faune
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Konzert für Klavier und Orchester d-Moll KV 466
Maurice Ravel (1875–1937): Ma mère l’Oye, Ballettfassung

«Nézet-Séguin hat die Herzen der Musiker offenbar im Sturm gewonnen», urteilte die Neue Zürcher Zeitung, als der kanadische Maestro 2019 beim Lucerne Festival Orchestra debutierte. Kein Wunder, dass nun die Fortsetzung folgt – mit gleich zwei Konzerten. Am ersten Abend hat «Yannick», wie er allseits genannt wird, die Pianistin Yuja Wang als prominente Mitstreiterin an seiner Seite: Sie eröffnet mit Mozarts d-Moll-Konzert, das schon auf die Romantik vorgreift, ihre Residenz als «artiste étoile». Zwei Meisterwerke der französischen Orchesterkunst bilden den Rahmen. Claude Debussys epochale Tondichtung Prélude à l’après-midi d’un faune markiert die Geburtsstunde der modernen Musik. Maurice Ravel dagegen träumte sich mit Ma mère l’Oye zurück in die Welt der Märchen und schuf eine zauberhafte Partitur voller delikater Nuancen. «Man muss all das leben lassen», weiss Nézet-Séguin, «so natürlich wie möglich, damit eine unschuldige und einfache Poesie entsteht, wie bei einem Kind. Das aber mit der ganzen Kenntnis und Erfahrung eines Erwachsenen.»

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Konzert

Cecilia Bartoli | Carlo Vistoli | Les Musiciens du Prince - Monaco | Gianluca Capuano

Konzert Cecilia Bartoli

Cecilia Bartoli, Mezzosopran
Carlo Vistoli, Countertenor
Les Musiciens du Prince - Monaco
Gianluca Capuano, Dirigent


Antonio Vivaldi (1678–1741):
Motette In furore iustissimae irae RV 626
Motette Clarae stellae, scintillate RV 625
Giovanni Battista Pergolesi (1710–1736):
Stabat Mater f-Moll
sowie weitere Werke

In diesem Sommer gibt sich Cecilia Bartoli mit einem geistlichen Programm die Ehre. Ausgewählt hat sie nicht nur Werke ihres «Hausgotts» Antonio Vivaldi, sondern auch Musik von Giovanni Battista Pergolesi, des «angelico maestro», wie ihn Vincenzo Bellini nannte. Denn Pergolesi, dessen Kompositionen wie ein Versprechen auf die Zukunft klingen und in manchen Wendungen schon auf Mozart oder Schubert vorausgreifen, wurde nur 26 Jahre alt. Wenige Wochen vor seinem Tod im März 1736 vollendete er sein berühmtes Stabat Mater, das den Schwerpunkt dieses Konzerts mit Bartolis Ensemble Les Musiciens du Prince-Monaco unter Gianluca Capuano bildet. Anders als bei der CD-Einspielung aus den Anfangsjahren ihrer Karriere übernimmt Cecilia Bartoli diesmal den höheren der beiden Vokalparts – für den tieferen hat sie den Countertenor Carlo Vistoli eingeladen, der bei Lucerne Festival schon in John Eliot Gardiners Monteverdi-Trilogie mitwirkte. Gemeinsam lassen sie Pergolesis schlichte und sangliche Kantilenen erblühen, die nicht durch Kunstfertigkeit überwältigen wollen, dafür aber umso tiefer zu Herzen gehen.

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Konzert

Luzerner Sinfonieorchester | Michael Sanderling | Steven Isserlis

Schumann-Zyklus 1

Luzerner Sinfonieorchester
Michael Sanderling, Dirigent
Steven Isserlis, Violoncello


Carl Maria von Weber (1786–1826)
Ouvertüre zur Romantischen Oper Der Freischütz op. 77
Robert Schumann (1810–1856)
Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129
Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120

Aufbruch in eine neue Ära: An diesem Abend eröffnet Michael San-derling seine Amtszeit als neuer Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters. Und steuert zwei wichtige Bausteine zum grossen Schumann-Zyklus bei, mit dem Lucerne Festival die letzten 15 Jahre des Komponisten begleitet, von seiner glücklichsten Zeit bis zu seinem tragischen Ende in einer Nervenheilanstalt. Sanderling widmet sich der Vierten, die eine ganze Dekade in Schumanns Leben umspannt. Die Urfassung entstand schon 1841, doch zehn Jahre später überarbeitete Schumann das Werk noch einmal, änderte die Instrumentation, die er nun dunkler und schwerer anlegte. Aus derselben späten Phase, in der die Nachwelt schon Spuren des geistigen Verfalls erkennen wollte, stammt auch das Cellokonzert, für das Sanderling, selbst ursprünglich Cellist, den britischen Virtuosen und Schumann-Experten Steven Isserlis verpflichtet hat. Und der weist jeden Verdacht zurück: «Wer glaubt, dass Schumanns Werke Produkte des Wahnsinns seien, geht in die Irre. In Phasen der Depressivität komponierte er gar nicht.»

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Klavierkonzert

Igor Levit

Rezital Igor Levit 2

Igor Levit, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Klaviersonate E-Dur op. 109
Klaviersonate As-Dur op. 110
Klaviersonate c-Moll op. 111

An diesem Abend erreicht Igor Levits grosser Beethoven-Zyklus sein Ziel: mit den letzten drei Sonaten, die zum Mythos geworden sind. Beethoven komponierte sie, als er schon vollständig ertaubt war, also selbst gar nicht mehr hören konnte, was ihm da gelungen war. Und das war nicht mehr und nicht weniger als eine abermalige Neujustierung der eigenen Kunst. In der E-Dur-Sonate erfindet er, so Levit, «die Form der Variationen neu»: mit einer weltabgewandten Sarabande, die er mal wie eine Bach’sche Invention, mal aber so melodisch frei verändert, als hätte schon Chopin die Szene betreten. Die As-Dur-Sonate op. 110 spiegelt einen Genesungsprozess, indem ein instrumentaler Klagegesang, das «Arioso dolente», von einer lichten Fuge abgelöst wird, die sich am Ende in Jubel steigert – «das pure Glück», wie Levit findet. Und mit der c-Moll-Sonate op. 111 scheint sich, so Thomas Mann in seinem Roman Doktor Faustus, das Schicksal der ganzen Gattung erfüllt zu haben. Am Ende erklingt ein hymnischer Gesang, der sich immer ekstatischer verströmt, von aller Erdenschwere erlöst.

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Klavierkonzert

Daniel Ciobanu

Debut

Daniel Ciobanu, Klavier

Moritz Moszkowski (1854–1925): Étincelles op. 36 Nr. 6
Modest Mussorgsky (1839–1881): Bilder einer Ausstellung
George Enescu (1881–1955): Carillon nocturne op. 18 Nr. 7
Sergej Prokofjew (1891–1953): Klaviersonate Nr. 7 B-Dur op. 83
Alfred Grünfeld (1852–1924): Soirée de Vienne op. 56. Konzertparaphrase über Johann Strauss’sche Walzermotive aus Die Fledermaus
u.a.

«Musik wird bei Daniel Ciobanu zum Erlebnis», schwärmte der Deutschlandfunk über die Debut-CD des Pianisten, die im Herbst 2020 auf den Markt kam. Denn dieser Tastenmagier verfüge über einen «unbedingten Erzählwillen» und habe obendrein «das technische Vermögen», ihn auch umzusetzen: «ein kluger und extrem emotionaler Künstler». Der gebürtige Rumäne, der Vladimir Horowitz, Arthur Rubinstein und Arcadi Volodos als Vorbilder nennt, trat schon 2011, als 19-Jähriger, in Lang Langs Show 100 Pianos auf. 2017 gewann er die Silbermedaille und den Publikumspreis beim Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv, und seither konzertiert er mit so renommierten Partnern wie dem Leipziger Gewandhausorchester, dem Israel und dem Royal Philharmonic Orchestra, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen oder der Enescu Philharmonie, die ihn zum «artist-in-residence» berief. Bei seinem Luzerner Einstand spannt Ciobanu einen weiten Bogen vom Nachtstück bis zur Champagnerlaune, wenn er das Konzert mit einer gefürchteten Fledermaus-Paraphrase beschliesst.

Strebi Stiftung Luzern – Partner Debut-Reihe

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Konzert

Musikgruppen aus aller Welt

Hudaki Village Band, Ukraine
Maestrale, Italien
Claudia Masika, Kenia/Senegal/Guyana/Schweiz
Old Salt, USA/Belgien
SAffrAn!, Spanien/Österreich/Italien/Frankreich
Vołosi, Polen


Auch Bluegrass und Balkan Brass, indischer Folk und afrikanische Vokalkunst gehören zu Lucerne Festival: «In den Strassen», das Weltmusik-Festival im Festival, bringt allsommerlich die ganze Stadt zum Klingen. Ein buntes Musikspektakel für Gross und Klein, das zeigt, wie vielfältig die Musik unseres Planeten ist!

Wenn die Bestimmungen von Bund und Kanton es zulassen, wird auch das Weltmusik-Festival «In den Strassen» stattfinden. Wir bitten Sie, sich vor dem Festivalstart auf unserer Website über das Schutzkonzept sowie allfällige Anpassungen bei diesen Veranstaltungen zu informieren.

Bucherer AG – Partner In den Strassen

Eintritt frei

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Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Yannick Nézet-Séguin

Lucerne Festival Orchestra 6

Lucerne Festival Orchestra
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent


Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745–1799): Sinfonie Nr. 2 D-Dur
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Sinfonie D-Dur KV 504 Prager
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Ein kurioses Gipfeltreffen ermöglichen Yannick Nézet-Séguin und das Lucerne Festival an diesem Abend: Wolfgang Amadé Mozart trifft mit seiner berühmten Prager Sinfonie auf «Le Mozart noir». So nämlich nannte man im ausgehenden 18. Jahrhundert den Geiger, Dirigenten und Komponisten Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges, der zu den ganz wenigen People of Color in der klassischen Musik der Mozart-Zeit gehört. Der Chevalier, dessen Mutter eine Sklavin aus Guadeloupe war, leitete das berühmte Orchester der Loge Olympique in Paris und brachte dort auch Haydns Pariser Sinfonien zur Uraufführung. Seine eigenen Werke aber bekommt man kaum mehr zu hören. Ludwig van Beethovens Siebte Sinfonie dagegen ist eine seiner meistgespielten. Und eine seiner verrücktesten. Denn das Werk setzt ganz auf die Kraft des Rhythmus, der unerbittlich vorangepeitscht wird und in einem rasenden Finale kulminiert. So etwas habe Beethoven wohl nur in trunkenem Zustand komponieren können, behauptete der Musikpädagoge Friedrich Wieck. Und Carl Maria von Weber glaubte gar, der Kollege sei nicht mehr bei Sinnen.

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Konzert

Michael Engelhardt | Stefan Wirth

Verrückt 2

Michael Engelhardt, Sprecher und Konzeption
Stefan Wirth, Klavier
Mark Sattler, Idee und Konzeption


«Bagatellen»
Beethoven/Hölderlin – eine musikalische Begegnung
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Sechs Bagatellen für Klavier op. 126
Friedrich Hölderlin (1770–1834): In lieblicher Bläue blühet
Späte Gedichte

Begegnet sind sie sich nie. Auch Zeugnisse einer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Werk des jeweils anderen fehlen. Dabei verbindet Ludwig van Beethoven und Friedrich Hölderlin weit mehr als nur ihr Geburtsjahr 1770: Beide reizten sie die Möglichkeiten ihrer Kunst formal wie inhaltlich aus, beide sprengten sie die ästhetischen Konventionen ihrer Zeit. Und beide waren sie am Ende ihres Lebens isoliert – Beethoven durch seine Taubheit, Hölderlin im Tübinger Turm, wo er nach einem psychischen Zusammenbruch unglaubliche 36 Jahre verbrachte. Wie Kristalle funkeln im Spätwerk der beiden Künstler die Bagatellen op. 126 und die sogenannten Turm-Gedichte: kondensiert und konzentriert, eine Summe ziehend. Stellt man sie nebeneinander, werden verblüffende Korrespondenzen sichtbar, befruchten sich Beethovens musikalische Sprachlichkeit und Hölderlins dichterische Klanglichkeit gegenseitig. «Von einem grossen Mann ist alles interessant, und die Kleinigkeiten desselben sind es nicht am wenigsten», wusste schon Jean Paul.

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Konzert

«Verrückt nach Klavier»

40min 3

Yuja Wang, Klavier
Mahler Chamber Orchestra


«Verrückt nach Klavier»

Kein Dresscode, kein Vorwissen: Die moderierten Konzerte der Reihe 40min beginnen früher als gewohnt, sind kürzer – und kosten keinen Eintritt. Hier begegnen Sie den Stars bei der Probe, lernen aussergewöhnliches Repertoire kennen und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Festspielbetriebs. Unkonventionell und abwechslungsreich.

Wir bitten Sie, sich vor dem Festivalstart auf unserer Website über den Bestell- und Registrationsprozess für die Reihe 40min zu informieren. Aufgrund der aktuellen Situation und der Vorgaben zum Contact Tracing haben wir den Bestellprozess noch nicht abschliessend festgelegt.

Eintritt frei

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Konzert

Tonhalle-Orchester Zürich | Paavo Järvi | Christian Tetzlaff

Schumann-Zyklus 2

Tonhalle-Orchester Zürich
Paavo Järvi, Dirigent
Christian Tetzlaff, Violine


Robert Schumann (1810–1856):
Ouvertüre zur Oper Genoveva op. 81
Konzert für Violine und Orchester d-Moll WoO1
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 Rheinische

Mit seiner Gesamteinspielung und einem Konzertfilm über die vier Schumann-Sinfonien sorgte Paavo Järvi für Aufsehen – und setzte interpretatorische Massstäbe. Wie kaum ein zweiter versteht es der estnische Maestro, ins Innere dieser Partituren vorzudringen. «Schumann hat die Fähigkeit, von tiefster Melancholie, Traurigkeit und Depression plötzlich in ein Feuerwerk der Freude zu wechseln. Das ist einzigartig», glaubt Järvi. «Er hatte das Gefühl, dass man Musik nie um ihrer selbst willen schreiben sollte. Hinter jeder seiner Kompositionen scheint noch eine Geschichte zu stehen.» Mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und der Rheinischen Sinfonie erzählt Järvi von der anfänglichen Euphorie, die Schumann überkam, als er 1850 nach Düsseldorf zog und dort das Amt des Musikdirektors übernahm. Mit Christian Tetzlaff und dem späten Violinkonzert aber führt das Programm in die dunkelste Zeit: Das Werk galt als so verrückt und vom «Wahnsinn» infiziert, dass es zu Schumanns Lebzeiten nie gespielt wurde und erst mit 84 Jahren Verspätung, im Jahr 1937, zur Uraufführung gelangte.

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Konzert

Frank Dupree

Debut Frank Dupree

Frank Dupree, Klavier

George Antheil (1900–1959): Klaviersonate Nr. 2 The Airplane
John Adams (*1947): Phrygian Gates für Klavier
Maurice Ravel (1875–1937): Prélude a-Moll für Klavier
George Gershwin (1898–1937): Three Preludes für Klavier
Nikolai Kapustin (1937–2020):
Auswahl aus den 24 Preludes in Jazz-Style op. 53
Variationen für Klavier op. 41

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Konzert

«Wie Neues entsteht»

40min 4

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Lin Liao, Dirigentin
Johanna Malangré, Dirigentin


«Wie Neues entsteht: Die ‹Roche Young Commissions 2021›»

Kein Dresscode, kein Vorwissen: Die moderierten Konzerte der Reihe 40min beginnen früher als gewohnt, sind kürzer – und kosten keinen Eintritt. Hier begegnen Sie den Stars bei der Probe, lernen aussergewöhnliches Repertoire kennen und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Festspielbetriebs. Unkonventionell und abwechslungsreich.

Wir bitten Sie, sich vor dem Festivalstart auf unserer Website über den Bestell- und Registrationsprozess für die Reihe 40min zu informieren. Aufgrund der aktuellen Situation und der Vorgaben zum Contact Tracing haben wir den Bestellprozess noch nicht abschliessend festgelegt.

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Konzert

Mahler Chamber Orchestra | Yuja Wang | Roberto González-Monjas

Mahler Chamber Orchestra

Mahler Chamber Orchestra
Yuja Wang, Klavier
Roberto González-Monjas, Konzertmeister


Jean-Féry Rebel (1666–1747): Chaos aus Les éléments
Johann Sebastian Bach (1685–1750): Konzert für Klavier und Orchester f-Moll BWV 1056
Igor Strawinsky (1882–1971): Oktett für Blasinstrumente
Leoš Janáček (1854–1928): Capriccio für Klavier (linke Hand) und Blasinstrumente
Joseph Haydn (1732–1809): Sinfonie f-Moll Hob. I:49 La Passione

Das soll Barockmusik sein? Wenn das Mahler Chamber Orchestra das Chaos aus Jean-Féry Rebels Ballettsuite Les élémens anstimmt, könnte man eher glauben, bei einer verschärften Variante von Igor Strawinskys Le Sacre du printemps gelandet zu sein, so radikal, perkussiv und dissonant hebt das Werk an. Keine Frage: Bei der Suche nach dem verrücktesten Stück des Sommers ist dieser Rebel(l) ein ganz heisser Kandidat. Und schlägt Strawinsky, der sich hier nicht als junger Wilder, sondern als Neoklassizist präsentiert, in puncto Modernität um Längen. La passione wird Joseph Haydns f-Moll-Sinfonie genannt: Ihre Ausdruckswut ist hemmungslos, ihre Einfälle sind bizarr und provokant. Und dann kommt auch noch «artiste étoile» Yuja Wang zum Zuge: Zunächst interpretiert sie Johann Sebastian Bachs unvergleichliches f-Moll-Konzert, das tänzerische Ausgelassenheit mit kontrapunktischer Meisterschaft und transzendentaler Entrückung vereint. Danach aber widmet sie sich dem späten Leoš Janáček, einem «alten Wilden»: mit seinem launenhaften Capriccio für das linkshändige Klavierspiel.

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Konzert

«Klassische Musik, heute komponiert»

40min 5

Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Teilnehmer*innen des «Composer Seminar»
Wolfgang Rihm, Leitung


«Klassische Musik, heute komponiert»

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Konzert

Staatskapelle Berlin | Daniel Barenboim

Staatskapelle Berlin
Daniel Barenboim, Dirigent


Franz Schubert (1797–1828): Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 Sinfonia eroica

Mit seiner Sinfonia eroica legte Ludwig van Beethoven 1803 ein epochales Werk vor, das die bisherigen Standards der Gattung ausser Kraft setzte. Schon die ersten beiden Sätze dauern länger als eine ganze Haydn-Sinfonie. Die wie Stützpfeiler eingerammten Eröffnungsakkorde und die schneidenden Dissonanzen, die Beethoven im Kopfsatz platziert, wirkten wie ein Schock auf das damalige Publikum. Und das Pathos der «Marcia funebre», die Anklänge an die Revolutionsmusik und die ideologische Überhöhung des Finales, das auf den Prometheus-Mythos anspielt, eröffneten aussermusikalische Botschaften. Manch einem Zeitgenossen ging das zu weit. Der junge Franz Schubert etwa legte 1816 mit seiner Fünften die Antithese vor: eine Sinfonie in schlanker Besetzung und einem an Mozart orientierten Klangbild. Und doch muss sich Schubert damit vor Beethoven keineswegs verstecken. Die anmutige Melodik und die spielerische Agilität seiner Musik, ihre Natürlichkeit und kunstvolle Einfachheit weisen den damals erst 19-jährigen Komponisten ebenfalls als Meister seines Metiers aus.

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Kinderkonzert

Eleonora Savini | Federico Carraro u.a.

Sitzkissenkonzert 1 / Für alle ab 5 Jahren

Eleonora Savini, Violine
Federico Carraro, Viola
Pietro Gaudioso, Choreographie und Bewegungscoach
Giuditta Gaudioso, Malerei und Bühnenbild


«Mona Violina»
Ein klingender Spaziergang durch Bilder mit Musik von Alessandro Rolla, Wolfgang Amadé Mozart, Johann Sebastian Bach, Bohuslav Martinů u. a.

Auf der Suche nach Perfektion übt ein Bratschist Tag und Nacht in einem alten, abgelegenen Haus – und vergisst darüber die Welt und das Leben ausserhalb seiner selbstgewählten Einsamkeit. Da erwacht plötzlich, bewegt von seiner Musik, eines seiner Lieblingsbildnisse zum Leben. Es verlässt die Leinwand und beschliesst, ihn mit der Geige auf einer ebenso romantischen wie unterhaltsamen musikalischen Reise zu begleiten … In diesem szenischen Konzert für die ganze Familie sind die Gemälde Teil des Bühnenbilds. Sie sind beweglich und werden unterschiedlich beleuchtet, lassen im Spiel von Schatten und Licht immer neue Formen entstehen, enthüllen und verbergen die beiden Protagonisten. Ist deren Begegnung ein blosser Traum oder doch real? Die Geigerin Eleonora Savini und der Bratschist Federico Carraro haben sich 2012 in der Lucerne Festival Academy kennengelernt und führen ihre unterschiedlichen Erfahrungen – sie in diversen Kinder- und Jugendproduktionen, er im Bereich der zeitgenössischen Musik – in diesem Projekt zusammen.

Mit freundlicher Unterstützung der Arthur Waser Stiftung

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Konzert

Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)

Composer Seminar – Abschlusskonzert

Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)

Pierre Boulez (1925–2016): Initiale für sieben Blechbläser
Werkschau des Composer Seminars:
Kompositionen von Arnau Brichs, Tyson Davis, Lanqing Ding, Theo Finkel, Anton Koshelev, Guillem Palomar, Daniil Posazhennikov und Senay Uğurlu

Wolfgang Rihm stellt die Teilnehmer*innen und ihre Werke im Konzert vor

Eine ungewöhnliche Besetzung hat Wolfgang Rihm den jungen Teilnehmer*innen seines diesjährigen Composer Seminar vorgegeben: Sieben Blechbläser treffen auf Harfe, Klavier und zwei Schlagzeuger. Was für vielfältige Klangfarben sind da möglich! Die Zusammenstellung des Ensembles kommt indes nicht von ungefähr, sondern lehnt sich an Pierre Boulez’ Initiale an: eine virtuose Bläserfanfare, die der Gründer der Lucerne Festival Academy 1987 für das Houston Symphony Orchestra schrieb. Sie eröffnet ein Konzert, in dem Sie ganz unterschiedliche Positionen heutigen Komponierens kennenlernen können. Denn Rihm geht es um die Vielfalt. Er möchte «Eigenarten fördern und nicht ein scheinbares Eingehen in die Konventionen, sei es des Avantgardistischen oder des Reaktionären». Und weil wenige derart erhellend über Musik zu sprechen vermögen wie er – über das, was ihre Schöpfer beabsichtigen, und über das, was die Hörer wahrnehmen –, gibt Rihm höchstpersönlich den Reiseführer durch diese Werkschau.

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Konzert

Mariinsky Orchestra | Valery Gergiev | Yuja Wang

Mariinsky Orchestra 1

Mariinsky Orchestra
Valery Gergiev, Dirigent
Yuja Wang, Klavier


Sergej Prokofjew (1891–1953): Vier Stücke aus dem Ballett Romeo und Julia op. 64
Sergej Rachmaninow (1873–1943): Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 g-Moll op. 40
Igor Strawinsky (1882–1971): Petruschka. Ballett in vier Bildern (Fassung von 1947)

Wo spielt die Musik? In Igor Strawinskys Ballettmusik Petruschka scheint sie von überall her zu tönen, von nah und fern, von links und rechts, von vorn und hinten, doch gleichzeitig vermischen sich die verschiedenen Melodien und Rhythmen zu einer atemberaubend verrückten Melange, wie auf dem Rummelplatz. Genau dort ist auch die Bühnenhandlung um das russische Kasperle Petruschka, den tragischen Helden der Jahrmärkte, angesiedelt. Strawinsky öffnete mit seiner Partitur das Fenster weit in Richtung Moderne, indem er das musikalische Material frei collagiert, überblendet oder mit harten Schnitten aneinandersetzt – und das im Jahr 1911! Ungewohnt modern zeigt sich auch Sergej Rachmaninow in seinem Vierten Klavierkonzert, das «artiste étoile» Yuja Wang interpretiert: Etliche jazzige Klänge hat er hier mit eingebaut. Am Anfang dieses rein russischen Abends mit dem Mariinsky Orchestra und seinem Chef Valery Gergiev aber steht Sergej Prokofjew at his best: mit berührenden und schmissigen Stücken aus Romeo und Julia, einer Ballettversion der berühmtesten Liebesgeschichte der Welt.

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Konzert

Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Johanna Malangré | Juliet Fraser

Lucerne Festival Academy 1

Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Johanna Malangré, Dirigentin
Juliet Fraser, Sopran


Iannis Xenakis (1922–2001): Syrmos für 18 Streicher
Márton Illés (*1975): Post Torso für Streichorchester
Schweizer Erstaufführung
Rebecca Saunders (*1967): Nether für Sopran und Ensemble
Schweizer Erstaufführung

«Man muss das Monster in sich rauslassen». Diese Überzeugung leitet Rebecca Saunders, wenn sie für Stimme komponiert. Sie wolle einen Text nicht bloss vertonen, sondern versuche, dass «das, was den Text ausmacht, gehört und gespürt werden kann». Arbeite man mit dem gesprochenen, geflüsterten oder gesungenen Wort, «ahnt man, dass auch das geschriebene Wort ein enormes Potenzial birgt, das man aus der Tiefe des Textes herausreissen – und damit das Monster freilassen – kann.» In gleich mehreren Werken hat sich unsere diesjährige composer-in-residence vom berühmten Schlussmonolog der Molly Bloom aus James Joyces Jahrhundertroman Ulysses inspirieren lassen: Nether von 2019 übersetzt Mollys chaotischen Bewusstseinsstrom, diesen wilden Wirbel aus Geistesblitzen, Erinnerungsfetzen und Sinneseindrücken, in eine emotionale Vokalperformance. Auf die Suche nach neuen Klängen haben sich auch Iannis Xenakis und Martón Illés in zwei energetischen Werken für Streichorchester begeben, die fast ein halbes Jahrhundert trennt. Glissandi und Pizzicato-Attacken wandern durch die Instrumente, werden übereinandergeschichtet, verdichten sich und brechen unerwartet ab. Musik unter Hochspannung!

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Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Heinz Holliger u.a.

Lucerne Festival Academy 2

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Lin Liao, Dirigentin (Milenko)
Johanna Malangré, Dirigentin (Vaughan)
Heinz Holliger, Dirigent
Felix Renggli, Flöte


Kirsten Milenko: Traho für Orchester
Uraufführung «Roche Young Commissions»
Alex Vaughan: Logos für Orchester
Uraufführung «Roche Young Commissions»
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Maurerische Trauermusik c-Moll KV 477 (479a)
Heinz Holliger (*1939): Ostinato funebre für kleines Orchester
Turm-Musik für Flöte solo, kleines Orchester und Tonband

«Musik findet nur an den Grenzen statt. In der Mitte gibt es nichts, was die Kunst interessieren könnte», ist Heinz Holliger überzeugt. Weshalb ihn seit jeher krisenhafte Künstler faszinieren: Grenzgänger am Rande der Gesellschaft, die als «verrückt» eingestuft und ins Irrenhaus verfrachtet wurden. Für Holliger indes haben sie «einfach viel mehr Antennen». So hat er sich in seiner Turm-Musik, einem zentralen Teil seines über sechzehn Jahre hinweg entstandenen Scardanelli-Zyklus, intensiv mit Friedrich Hölderlin und dessen späten, stets mit dem Pseudonym Scardanelli signierten Gedichten auseinandergesetzt: Hölderlin (der ein guter Flötist gewesen sein soll) schrieb sie in den 37 Lebensjahren, die er als «unheilbar Geisteskranker» in der Abgeschiedenheit des Tübinger Turms verbrachte. Teil des Scardanelli-Zyklus ist auch das Ostinato funebre, das zugleich einem anderen Künstler die Reverenz erweist: Holliger zitiert und paraphrasiert, verzerrt und überschreibt hier Mozarts Maurerische Trauermusik. Darüber hinaus hebt das Lucerne Festival Contemporary Orchestra zwei Partituren aus der Taufe, die im Rahmen der «Roche Young Commissions» entstanden sind.

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Konzert

Vokalensemble und Orchester des Collegium Musicum Luzern | Pascal Mayer u.a.

Gottesdienst zum Kirchweihfest

Solisten des Collegium Musicum Luzern
Vokalensemble und Orchester des Collegium Musicum Luzern
Pascal Mayer, Leitung
Suzanne Z’Graggen, Orgel


Leopold Mozart (1719–1787)
Missa solemnis C-Dur

Eintritt frei

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Konzert

Mariinsky Orchestra | Valery Gergiev

Mariinsky Orchestra 2

Mariinsky Orchestra
Valery Gergiev, Dirigent


Alexander Borodin (1833–1887): Sinfonie Nr. 2 h-Moll op. 5
Nikolai Rimsky-Korsakow (1844–1908): Suite aus der Oper Das Märchen vom Zaren Saltan op. 57
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893): Sinfonie Nr. 2 c-Moll op. 17 Kleinrussische

Der erste, Alexander Borodin, lehrte als Professor für organische Chemie an der medizinisch-chirurgischen Akademie in St. Petersburg. Der zweite, Nikolai Rimsky-Korsakow, kreuzte als Marineoffizier auf einem Kriegsschiff durch die Weltmeere. Und der dritte, Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, arbeitete als Jurist im russischen Justizministerium. Zu unvergänglichem Ruhm gelangten sie aber allesamt in einem anderen Metier, mit ihren Kompositionen: Musikalische Karrieren können ganz schön verrückt sein! Valery Gergiev und sein Mariinsky Orchestra unternehmen bei ihrem zweiten Luzerner Auftritt einen Streifzug durch die Gründerjahre der russischen Sinfonik und präsentieren dabei Werke, die nicht alle Tage auf dem Programm stehen. Wie Borodins Zweite Sinfonie, die mit ihrer unwiderstehlichen Mischung aus sehnsuchtsvollem Melos, berührender Melancholie und tänzerischem Schwung ein echtes Hörvergnügen bietet. Ohrwurmqualitäten besitzt auch Tschaikowskys Kleinrussische mit ihren zahlreichen Volksliedzitaten – sie klingt schon bei der ersten Begegnung so vertraut, als würde man sie seit Ewigkeiten kennen.

Aktion «Luege | Lose | Erläbe – gemeinsam ins Konzert»
Was gibt es Schöneres, als den Nachwuchs in die Geheimnisse der klassischen Musik einzuführen? Beim Kauf einer Eintrittskarte erhalten Erwachsene zwei gleichwertige Freikarten für ihre jugendliche Begleitung dazu.

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Konzert

Royal Concertgebouworkest | Daniel Harding | Yefim Bronfman

Royal Concertgebouworkest

Royal Concertgebouworkest
Daniel Harding, Dirigent
Yefim Bronfman, Klavier


Richard Wagner (1813–1883): Ouvertüre zur romantischen Oper Tannhäuse
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll op. 37
Claude Debussy (1862–1918): La Mer

Ein Musiker, der zu ertauben droht und nicht mehr richtig hören kann, was er spielt und was er komponiert: Dieses Schicksal, das andere in den Wahnsinn getrieben hätte, führte Ludwig van Beethoven zur Begründung seines heroischen Stils. Das Dritte Klavierkonzert, das der amerikanische Tastentitan Yefim Bronfman aufführt, steht beispielhaft dafür. Mit gehämmerten Doppeloktaven betritt der Solist die Szene, es herrscht existentieller Ernst. Die Musik wirkt wie eine Selbstbehauptung, sie strahlt Willensstärke und Stolz aus. Auch Claude Debussy sorgte für einen Paradigmenwechsel in der Tonkunst, als er seine Tondichtung La Mer schuf. Er verzichtete auf das zentrale kompositorische Prinzip der thematischen Verarbeitung und reihte stattdessen lose Motiv an Motiv. Doch wie die Wellen im Meer gleicht keines dem andern. Und so entsteht ein wogender Organismus, ein wahrer Ozean an Klängen, den Debussy lustvoll und schillernd instrumentierte. Ein Paradestück für das grossartige Royal Concertgebouworkest, das diesmal mit dem britischen Dirigenten Daniel Harding antritt.

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Klavierkonzert

Zee Zee

Debut Zee Zee

Zee Zee, Klavier

Arnold Schönberg (1874–1951): Drei Klavierstück op. 11
Maurice Ravel (1875–1937): Gaspard de la nuit
Franz Liszt (1811–1886):
Vallée d’Obermann S 160 Nr. 6 aus Années de pèlerinage
Les Jeux d’Eaux à la Villa d’Este S 163 Nr. 4 aus Années de pèlerinage
Tarantella S 162 Nr. 3 aus Années de pèlerinage

Ein wunderbares Programm zum Thema «verrückt» hat die chinesische Pianistin Zee Zee zusammengestellt. Mit Arnold Schönbergs Klavierstücken op. 11, die auf die herkömmliche musikalische «Grammatik» verzichten, präsentiert sie die wohl folgenreichste Verrückung in der Musikgeschichte: den Sprung in die Atonalität. Ravels Gaspard de la nuit kreist um ein dämonisches Geisterwesen, das den Menschen den Schlaf raubt – und steht zugleich für die verrückteste Virtuosität. Die verlangt auch Franz Liszt in seinen Werken: etwa in der Tarantella, einem irrwitzigen italienischen Volkstanz, der bis zur Raserei exerziert wird, als seien die Tänzer von der Tarantel gestochen worden. Zee Zee, die bei Leon Fleisher studierte und von Alfred Brendel beraten wurde, gewann die «Gina Bachauer Competition» und konzertierte bereits mit dem San Francisco Symphony, dem Los Angeles Philharmonic, dem Londoner Philharmonia Orchestra und dem Zürcher Tonhalle-Orchester. Dessen Chef Paavo Järvi bezeichnete sie als «eines der ausserordentlichsten pianistischen Talente, denen ich je begegnet bin».

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Konzert

«Spotlight on: Rebecca Saunders»

40min 6

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Ilan Volkov, Dirigent
Nicolas Hodges, Klavier


«Spotlight on: Rebecca Saunders»

Kein Dresscode, kein Vorwissen: Die moderierten Konzerte der Reihe 40min beginnen früher als gewohnt, sind kürzer – und kosten keinen Eintritt. Hier begegnen Sie den Stars bei der Probe, lernen aussergewöhnliches Repertoire kennen und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Festspielbetriebs. Unkonventionell und abwechslungsreich.

Wir bitten Sie, sich vor dem Festivalstart auf unserer Website über den Bestell- und Registrationsprozess für die Reihe 40min zu informieren. Aufgrund der aktuellen Situation und der Vorgaben zum Contact Tracing haben wir den Bestellprozess noch nicht abschliessend festgelegt.

Eintritt frei

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Konzert

Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker

Die 12 Cellisten

Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker

Claude Debussy (1862–1918): La cathédrale engloutie, Clair de lune
Brett Dean (*1961): Twelve Angry Men
Duke Ellington (1899–1974) / Juan Tizol: Caravan
Marijn Simons (*1962): It's Raining Skyscrapers op. 71 Nr. 1
Krzesimir Debski (*1953): Cello animation
Astor Piazzolla (1921–1992): Buenos Aires Hora Cero, Revirado, Soledad, Tres minutos con la realidad

«Es gibt keine leichte oder ernste Musik, es gibt nur gute oder schlechte Musik», hat Leonard Bernstein einmal festgestellt. Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, die in der Saison 2021/22 ihr 50. Jubiläum feiern, haben ihn beim Wort genommen. Die «Fabulous Twelve» verbinden in ihren Programmen das scheinbar Unvereinbare: Sie bringen neue Werke zu Gehör, die eigens für sie komponiert wurden, wie etwa Brett Deans Twelve Angry Men, entstanden zum 25. Geburtstag des Ensembles (dem mittlerweile auch «angry women» angehören). Sie interpretieren raffinierte Arrangements von Klassikern, widmen sich aber auch mit Inbrunst dem Tango, französischen Chansons oder Hits der Beatles. Die 12 Cellisten musizieren ohne Scheuklappen, mit lustvoller Offenheit. Doch was auch immer bei diesen musikalischen Grenzgängen ertönt: Es gerät zu einem Triumph des Klangs, des vollen satten Cellosounds, in dem man einfach nur schwelgen kann. Und da es den Zwölf auch an Temperament und Spielwitz nicht mangelt, bieten sie dem Publikum alles, was gute Musik nur zu geben vermag.

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Klavierkonzert

Kit Armstrong

Verrückt 3

Kit Armstrong, Klavier

Clara Schumann (1819–1896):
Variationen über ein Thema von Robert Schumann op. 20
Robert Schumann (1810–1856):
Sieben Klavierstücke in Fughettenform op. 126
Geistervariationen Es-Dur WoO 24
Franz Liszt (1811–1886):
Le triomphe funèbre du Tasse S 517
Széchényi, Teleki und Mosonyi aus den Historischen ungarischen Bildnissen S 205
Csárdás macabre S 224

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Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Ilan Volkov u. a.

Masterclass in Conducting

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Teilnehmer*innen des Conducting Fellowship
Ilan Volkov, Leitung
Christian Dierstein, Schlagzeug
Dirk Rothbrust, Schlagzeug


Rebecca Saunders (*1967): void für Schlagzeug-Duo und Orchester
Anton Webern (1883–1945): Variationen für Orchester op. 30

Dirigieren ist kein Kinderspiel. Das gilt erst recht für die Partituren des 20. und 21. Jahrhunderts, denn sie sind oft dermassen komplex, dass es zunächst einmal um ganz grundsätzliche Fragen der Koordination geht, bevor an weitergehende interpretatorische Entscheidungen gedacht werden kann. Neben Instrumentalist*innen und Komponist*innen fördert die Lucerne Festival Academy allsommerlich auch junge Dirigent*innen: Im Rahmen eines breit angelegten «Conducting Fellowship » begleiten sie die tägliche Probenarbeit der Academy und können sich mit den eingeladenen Künstler*innen austauschen. Hinzu kommt ein öffentlich zugänglicher Dirigier-Meisterkurs mit Ilan Volkov, in denen sie selbst am Pult des Lucerne Festival Contemporary Orchestra stehen und praktische Erfahrungen sammeln. Live-Unterricht auf dem Konzertpodium, bei dem auch das Publikum viel lernt – über die Kunst des Dirigierens ebenso wie über die behandelten Partituren.

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Konzert

«Die Kunst des Dirigierens»

40min 7

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Ilan Volkov, Leitung
Teilnehmer*innen des Conducting Fellowship


«Die Kunst des Dirigierens»

Kein Dresscode, kein Vorwissen: Die moderierten Konzerte der Reihe 40min beginnen früher als gewohnt, sind kürzer – und kosten keinen Eintritt. Hier begegnen Sie den Stars bei der Probe, lernen aussergewöhnliches Repertoire kennen und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Festspielbetriebs. Unkonventionell und abwechslungsreich.

Wir bitten Sie, sich vor dem Festivalstart auf unserer Website über den Bestell- und Registrationsprozess für die Reihe 40min zu informieren. Aufgrund der aktuellen Situation und der Vorgaben zum Contact Tracing haben wir den Bestellprozess noch nicht abschliessend festgelegt.

Eintritt frei

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Konzert

Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker 1

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko, Dirigent


Carl Maria von Weber (1786–1826): Ouvertüre zur Romantischen Oper Oberon
Franz Schubert (1797–1828): Sinfonie Nr. 8 C-Dur D 944 Grosse C-Dur-Sinfonie

War Franz Schubert nicht mehr ganz bei Sinnen? Ausgerechnet er, der zu seiner Zeit allein als «Liederfürst» und Miniaturist Anerkennung gefunden hatte, legte am Ende seines kurzen Lebens eine Sinfonie von gewaltigem Ausmass vor, die Grosse in C-Dur, die mit ihren insistierenden Wiederholungen einzelner Motivgruppen eine hypnotische Wirkung entfaltet. Die Wiener Gesellschaft der Musikfreunde, der er das Werk widmete, sah aufgrund der Länge und des hohen Anspruchs jedoch von einer Aufführung ab, sodass Schuberts Achte erst elf Jahre nach seinem Tod erstmals erklang. Wenn Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker dieses Werk spielen, wird niemand mehr die ursprüngliche Ablehnung verstehen können. Am ersten Abend ihres Luzerner Gastspiels erweisen sie auch Schuberts Zeitgenossen Carl Maria von Weber die Reverenz: mit der zauberischen Oberon-Ouvertüre, die der Komponist nur wenige Wochen, bevor er verstarb, zu Papier brachte. Sie führt in das verrückte Reich der Elfen und stimmt schon mit dem ersten Takt, dem Ruf des Horns, auf die Traumwelt der Romantik ein.

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Konzert

Salomo Schweizer | Petya Mihneva

Debut Salomo Schweizer

Salomo Schweizer, Oboe
Petya Mihneva, Klavier


Robert Schumann (1810–1856): Drei Romanzen op. 94 für Oboe und Klavier
Isaac Albéniz (1860–1909): Aragón, Sevilla und Cataluña aus der Suite española op. 47
Christoph Willibald Gluck (1714–1787): Reigen seliger Geister aus Orfeo ed Euridice
Antonino Pasculli (1842–1924): Concerto sopra motivi dell’opera «La Favorita» di Donizetti
Gaetano Donizetti (1797–1848): Andante sostenuto für Oboe und Klavier



Er kam in Luzern zur Welt, sammelte erste musikalische Erfahrungen als Sängerknabe in der Luzerner Kantorei und studierte auch zunächst an der Musikhochschule seiner Geburtsstadt: Sein Auftritt beim Sommer-Festival ist für Salomo Schweizer also eine Art Heimspiel. Doch natürlich hat der 1993 geborene Oboist längst seinen Weg in der grossen Musikwelt gemacht. Sein weiteres Studium führte ihn über Zürich und Lausanne zum Berliner Philharmoniker Dominik Wollenweber, bei dem er sich den letzten Schliff holte. Seit 2017 spielt er auf der Soloposition beim Staatsorchester Braunschweig, mit dem er auch die Oboenkonzerte von Mozart, Haydn und Strauss interpretierte. Sein Debut-Programm umkreist das Motto «verrückt» in verschiedenen Facetten. Natürlich darf Robert Schumann nicht fehlen: Er ist mit den drei Romanzen op. 94 vertreten, intimer Hausmusik aus dem wilden Revolutionsjahr 1849. Schweizer stellt aber auch Antonio Pasculli vor, den «Paganini der Oboe», führt uns mit Glucks Reigen der seligen Geister ins Jenseits und feiert mit Isaac Albéniz die ausgelassene spanische Lebensfreude.

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Konzert

Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko | Anna Vinnitskaya

Berliner Philharmoniker 2

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko, Dirigent
Anna Vinnitskaya, Klavier


Sergej Prokofjew (1891–1953): Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Des-Dur op. 10
Josef Suk (1874–1935): Pohádka léta («Ein Sommermärchen») Sinfonische Dichtung op. 29

Josef Suk steht bei Kirill Petrenko ganz hoch im Kurs, seit er als Student die Musik des tschechischen Komponisten für sich entdeckte. Die opulente Klangwelt Suks, die Anklänge an Wagner mit der böhmischen Tradition und impressionistischen Einflüssen verbindet, schlug ihn sofort in Bann. Für den zweiten Auftritt der Berliner Philharmoniker hat Petrenko das Sommermärchen ausgesucht, das Suk nach dem Tod seiner geliebten Frau Otilie und seines Schwiegervaters Antonín Dvořák schuf. Die fünf Sätze stellen eine Reise durch den Tag dar, von der ersten Morgenstunde bis in die tiefe Nacht, und stehen für den Versuch, nach der erlittenen Tragödie zurück ins Leben zu finden. Doch dabei hat der imaginäre «Held» auch mit verrückten Trugbildern, Halluzinationen und einem Hexensabbat zu kämpfen, ehe er am Ende Frieden und Trost erlangt. Eröffnet wird das Konzert von Anna Vinnitskaya, als Virtuosin ebenso gefeiert wie als Klangpoetin, die das atemberaubende Des-Dur-Klavierkonzert spielt, mit dem der junge Sergej Prokofjew als «enfant terrible» schlagartig zur Berühmtheit aufstieg.

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Vortrag

Martin Zenck | Angela de Benedictis | Wolfgang Rihm

Vortrag und Gespräch

Vortrag von Martin Zenck über Boulez’ Polyphonie X und anschliessendes Gespräch mit Angela de Benedictis, Wolfgang Rihm und Mark Sattler

Eintritt frei

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Konzert

Les Arts Florissants | William Christie | Sophie Daneman | Solist*innen

Oper Partenope

Les Arts Florissants
William Christie, Dirigent
Sophie Daneman, Halbszenische Einrichtung
Solistinnen und Solisten des «Jardin des Voix» 2021:
Ana Vieira Leite, Partenope | Helen Charlston, Rosmira/Eurimene | Hugh Cutting, Arsace | Alberto Miguélez Rouco, Armindo | Jacob Lawrence, Emilio | Matthieu Walendzik, Ormonte


Georg Friedrich Händel (1685–1759): Partenope HWV 27, Oper in drei Akten
Halbszenische Aufführung in einer von William Christie eingerichteten Kurzfassung

Die schöne Königin Partenope kann sich vor Verehrern kaum retten: Gleich drei Prinzen buhlen um ihre Gunst. Einer von ihnen, Arsace, hat für sie sogar seine Braut Rosmira verlassen. Doch die sinnt auf Rache, verkleidet sich als armenischer Edelmann Eurimene und gesellt sich als weiterer Freier zu den drei anderen. Im Vierkampf der Rivalen geht es dann heftig zur Sache. Prinz Emilio schreckt nicht einmal vor einem Krieg zurück, weil Partenope ihn nicht erhört. Und Arsace, der bald Eurimenes wahre Identität erkennt, fordert den «Nebenbuhler» zum Duell – infamerweise mit nacktem Oberkörper. Da hilft dann nur noch ein Geständnis, das den schier unentwirrbaren Knoten der Handlung löst. Partenope ist Händels irrwitzigste Oper, funkelnd vor Ironie, mit der er den heroischen Stil, die Militärmusik und die Travestie der damaligen Opernstoffe aufs Korn nimmt. Ein Schmankerl für William Christie und die Absolvent*innen seiner Meisterschmiede «Le Jardin des Voix», die das selten gespielte Meisterwerk in einem halbszenischen Arrangement auf die Bühne bringen.

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Konzert

Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Lin Liao

Lucerne Festival Academy 3

Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Lin Liao, Dirigentin


Victor Coltea (*1986): Orbitor für Ensemble
Uraufführung | Auftragswerk von Lucerne Festival mit Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
Samir Amarouch (*1991): Neues Werk für Ensemble
Uraufführung | Auftragswerk von Lucerne Festival
Pierre Boulez (1925–2016): Polyphonie X für 18 Instrument

Vor siebzig Jahren wurde Polyphonie X das erste und bislang einzige Mal aufgeführt. Und sorgte mit seinen zersplitterten, in all ihren Parametern einem radikal seriellen Ansatz unterworfenen Klängen für einen veritablen Uraufführungsskandal, der den damals 26-jährigen Pierre Boulez schlagartig an die Spitze der Musikavantgarde katapultierte. Seinem Kollegen John Cage gegenüber hatte Boulez das Polyphonie-Projekt mit der Hybris des Turmbaus zu Babel verglichen und geunkt: «Hoffentlich falle ich nicht auf die Nase, wenn ich so auf der Bordsteinkante balanciere.» Nach der Premiere strich er es aus seinem offiziellen Werkkatalog, weil er es als zu theoriebefrachtet empfand. Die Partitur erschien nie im Druck, einziges Zeugnis war bislang der Mitschnitt der Uraufführung. Ein Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra ermöglicht nun eine neuerliche Begegnung mit Polyphonie X – mit einer faszinierenden Boulez’schen Werkkonzeption also, die einen wichtigen Schritt in seiner Entwicklung markiert. Und die auf zwei brandneue Arbeiten von Vertretern der jungen Komponistengeneration trifft, geschrieben für dieselbe Besetzung.

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Konzert

Solist*innen der Hochschule Luzern - Musik | Clemens Heil | Juliet Fraser u.a.

Portrait Rebecca Saunders 2

Solist*innen der Hochschule Luzern – Musik
Clemens Heil, Dirigent
Daniela Argentino, Sopran (Skin)
Juliet Fraser, Sopran (The Mouth)
Charlotte Lorenz, Violoncello
Erik Borgir, Einstudierung
Alexis Baskind/IRCAM, Computer Music Design


Rebecca Saunders (*1967): Solitude für Violoncello solo
The Mouth, für Sopran und Tonband (Schweizer Erstaufführung)
Sole. Trio in Fis für mobiles Akkordeon, Schlagzeug und Klavier (Schweizer Erstaufführung)
Skin für Sopran und 13 Instrumente (Schweizer Erstaufführung)

Die Titel Skin und The Mouth bezeichnen mit Haut und Mund Schnittstellen zwischen Innen und Aussen. Und genau auf diese Übergänge zielt Rebecca Saunders in ihren Vokalkompositionen: Sie wolle von der Oberfläche des Klangs «zur Essenz der Stimme vordringen: dem physischen Körper, der diesen Klang produziert». So untersuche The Mouth «die breite Palette an Farben und Klängen, die auf natürliche Weise in der Mundhöhle erzeugt werden». Dabei gehe es um die «Kluft zwischen unserem geheimen inneren Monolog und der Stimme, die in die Welt gesandt und gehört wird». Saunders hat eng mit der Sopranistin Juliet Fraser zusammengearbeitet, um neue, unverbrauchte Artikulationsformen zu entwickeln, die weit über das hinausgehen, was man gemeinhin Gesang nennt: Die Solistin flüstert, wispert, haucht. Sie singt, während sie ein- und ausatmet, und ihre Stimme verschmilzt mit dem Ensembleklang. Doch nicht nur mit Vokal-, sondern auch mit zwei Instrumentalwerken stellt sich unsere composer-in-residence des Sommers 2021 in dieser Matinee vor.

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Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra | Patricia Kopatchinskaja u.a.

Bye-Bye Beethoven

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Patricia Kopatchinskaja, Violine, Konzept und Musikalische Leitung
Lani Tran-Duc, Visuelle Gestaltung
Ricarda Schnoor, Licht
Jonas Link, Video


«Bye-Bye Beethoven»
Ein inszeniertes Konzert

Bruchstücke aus Werken von Charles Ives, Joseph Haydn, John Cage, Johann Sebastian Bach, György Kurtág, Jorge Sánchez-Chiong und Pauline Oliveros
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61

«Wie bekommt man die alten Stücke wieder so frisch, dass man heute noch das Gefühl hat, was für ein Rebell und Innovator Beethoven war?», fragt Patricia Kopatchinskaja. Und hat rund um Beethovens berühmtes, ja allzu berühmtes Violinkonzert eine verrückte Konzert-Collage erdacht, die den Klassiker mit Bruchstücken von Bach bis Kurtág konfrontiert. «Vielleicht ist dieser Titel Bye-Bye Beethoven provokant», erklärt die Geigerin. «Wir wollen uns natürlich nicht von ihm verabschieden. Aber ich möchte mich von einem Betrieb verabschieden, der bei Beethoven, Bruckner, Brahms steckenbleibt und die Relevanz verliert. Mir kommt es vor, als wenn wir in einem riesigen Auto fahren würden, und alle schauen nach hinten und sagen: ‹Ach, wie schön es war›, und niemand schaut nach vorne.» Weshalb Patricia Kopatchinskaja und das Lucerne Festival Contemporary Orchestra das Gewohnte in vielerlei Hinsicht auf den Kopf stellen. So geht das Finale aus Haydns Abschiedssinfonie, bei dem das Orchester eigentlich nach und nach die Bühne verlässt, hier einmal umgekehrt vonstatten: Die Musiker*innen kommen herein, und die Musik läuft sozusagen rückwärts dazu …

Mit freundlicher Unterstützung von Carla Schwöbel-Braun

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Konzert

Orchester der Lucerne Festival Academy | Ilan Volkov | Nicolas Hodges u.a.

Lucerne Festival Academy 4

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY
Ilan Volkov, Dirigent
Nicolas Hodges, Klavier
Christian Dierstein, Schlagzeug
Dirk Rothbrust, Schlagzeug


Rebecca Saunders (*1967): void für Schlagzeug-Duo und Orchester (Schweizer Erstaufführung)
Anton Webern (1883–1945): Variationen für Orchester op. 30
Igor Strawinsky (1882–1971): Movements für Klavier und Orchester
Anton Webern (1883–1945): Sinfonie op. 21
Rebecca Saunders (*1967): to an utterance für Klavier und Orchester
(Uraufführung «Roche Commissions»)



Composer-in-residence Rebecca Saunders ist eine unermüdliche Klangforscherin. Gerne rückt sie einzelne Instrumente in den Fokus und arbeitet intensiv mit ihren Interpret*innen zusammen. So gingen void «inspirierende Klangsondierungs-Sessions» mit den Schlagzeugern Christian Dierstein und Dirk Rothbrust voraus, und auch in ihrem neuen Klavierkonzert to an utterance erprobt die in Berlin lebende Britin ungewohnte Spieltechniken. Sie habe das «Soloklavier als körperlose Stimme konzipiert», erklärt Saunders. «Am Abgrund des Nicht-Seins», in einem «pausenlosen, zwanghaften Monolog», versuche es, «seine eigene Geschichte zu erzählen». Saunders’ Musik trifft an diesem Abend auf zwei moderne Klassiker, die vielen als Antipoden gelten: hier Igor Strawinsky mit seinen entfesselten Rhythmen und archaischen Melodien, dort Anton Webern als Vertreter der strengen Zwölftonmusik. Doch in späten Werken wie dem Mini-Klavierkonzert Movements nahm sich der Anverwandlungskünstler Strawinsky ausgerechnet Webern zum Vorbild und erhob ihn zum «fortwährenden Pfingstfest für alle, die an Musik glauben».

Konzerteinführung | 17.30 | KKL Luzern, Auditorium
Rebecca Saunders im Gespräch mit Mark Sattler

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Konzert

Juan Diego Flórez | Vincenzo Scalera

Rezital Juan Diego Flórez

Juan Diego Flórez, Tenor
Vincenzo Scalera, Klavier


Ausgewählte Lieder und Arien u. a. von Franz Schubert, Vincenzo Bellini, Paolo Tosti, Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti, Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini

Als gefeierter Tenor steht Juan Diego Flórez im Zenit seiner Kunst. Wer ausser ihm verfügt über eine derart souveräne und bestechend klangschöne Höhenlage? Wer könnte die Koloraturen besser perlen lassen, die Melodiephrasen delikater ausgestalten? Und wer ist auch nur annähernd so vielseitig wie er, der Mozart und den Belcanto, Verdi, französische Partien und Volksmusik mit derselben Überzeugungskraft vorträgt? Seitdem er vor 25 Jahren beim Rossini-Festival von Pesaro spektakulär debutierte, ist der gebürtige Peruaner Stammgast auf den bedeutenden Bühnen der Welt. Dabei hat er sein Repertoire behutsam erweitert. «Ich beobachte meine Stimme, kenne sie sehr genau, kontrolliere sie», erklärt der 48-Jährige sein Geheimnis. «Auf der Bühne bin ich ziemlich angstfrei. Und ich führe ein balanciertes Leben, hauptsächlich in Europa.» Da passt sein Auftritt bei Lucerne Festival mit einem bunten Strauss von Arien und Liedern gut ins Konzept. Und vielleicht wird er am Ende auch wieder die Gitarre zur Hand nehmen, um sich selbst bei einem südamerikanischen Volkslied zu begleiten.

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Kinderkonzert

Die Schurken

Familienkonzert – Die Schurken 1 / Für alle ab 5 Jahren

Die Schurken:
Stefan Dünser, Idee, Trompete | Martin Schelling, Klarinette | Martin Deuring, Kontrabass | Goran Kovacevic, Akkordeon
Lilian Genn Kommissarin, Flunke
Theresita Colloredo, Libretto, Inszenierung
Murat Üstün, Musik


«Kommissarin Flunke und die Schurken»
Ein turbulenter Musikkrimi für Kinder

Sie heissen Romero Calzone, Al Arrabiata, Mozzarella und Diavolo. Sie sind, na klar, vier handfeste Schurken. Und sie stecken in der Bredouille. Denn sie möchten ein Konzert geben, doch was sie hervorbringen, klingt einfach schauderhaft. Helfen soll Musikkommissarin Flunke von der Abteilung Superschlau. Und die hat tatsächlich schon bald eine heisse Spur. Unterstützt von den singenden, klatschenden und tanzenden Kindern aus dem Publikum, zeigt die Kommissarin den rauen Kerlen, dass es beim gemeinsamen Musizieren nicht ausreicht, bloss zu spielen, was in den Noten steht. Es geht um mehr: um gemeinsames Atmen, um Rhythmus und darum, aufeinander zu hören. Aber zuallererst müssen natürlich die Instrumente richtig gestimmt werden. Das Vorarlberger Ensemble Die Schurken, bereits zweimal mit dem «Junge Ohren»-Preis ausgezeichnet, vermittelt die Geheimnisse des musikalischen Zusammenspiels – mit Slapstick, Sprachwitz und zündenden Melodien. Ein ideenreiches Musiktheater für die ganze Familie!

Mit freundlicher Unterstützung von
Geert und Lore Blanken-Schlemper-Stiftung
Gemeinnützige Stiftung Accentus

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Theater

Ensembles des Luzerner Theaters und des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) u. a.

Ensemble des Luzerner Theaters
Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Stefan Schreiber, Musikalische Leitung
Lydia Steier, Regie
Sophia Schneider, Bühne und Kostüme
Barbara Lenartz, Bühne und Kostüme
Jennifer Mosen, Bühne und Kostüme


Mauricio Kagel (1931–2008): Staatstheater
Szenische Komposition für Sänger*innen, Schauspieler*innen, Tänzer*innen und Instrumentalist*innen
Schweizer Erstaufführung

Koproduktion des Luzerner Theaters mit Lucerne Festival

Skandalös war die Uraufführung von Staatstheater vor 50 Jahren an der Hamburgischen Staatsoper: Der argentinisch-deutsche Komponist Mauricio Kagel bricht auf der grossen, staatstragenden Opernbühne mit vielen Theatertraditionen und erzählt keine klare Geschichte, sondern macht das Spielen und den Theaterapparat selbst zum Thema. Der Meister des instrumentalen Theaters bringt Instrumentalist*innen, Sänger*innen und Chor in einer grossen Komposition zusammen, die in jeder Aufführung aus einer Art Szenen-Baukasten neu zusammengesetzt werden muss. Steckte in den 1970er Jahren viel Bilderstürmerei und Aufruhr im Stück, können wir Staatstheater heute als Feier der Möglichkeiten des Theaters sehen. Zum Start der Intendanz von Ina Karr am Luzerner Theater wird Regisseurin und Operndirektorin Lydia Steier mit ihrem Team und den Ensembles in einer grossen Collage all diese Möglichkeiten ausleuchten: Stadtraum und Bühnenraum werden verschwimmen, Opernfiguren in ungewohnten Zusammenhängen auftreten. Und Kagel’scher Nonsens trifft auf Geister aus dem reichen Theaterfundus.

Mit freundlicher Unterstützung der Arthur Waser Stiftung

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Konzert

Mozarteumorchester Salzburg | Mirga Gražinytė-Tyla

Schumann-Zyklus 3

Mozarteumorchester Salzburg
Mirga Gražinytė-Tyla, Dirigentin


Mieczysław Weinberg (1919–1996):
«Adagio» aus der Sinfonie Nr. 2 op. 30
Robert Schumann (1810–1856):
Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38 Frühlingssinfonie
Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61

Die ersten beiden Sinfonien Robert Schumanns spiegeln die Wechselfälle seines Lebens. Wie im Rausch komponierte Schumann die Frühlingssinfonie binnen weniger Wochen zu Beginn des Jahres 1841. Er war frisch verheiratet, voller Enthusiasmus und setzte zu einem schöpferischen Höhenflug an. Vier Jahre später, als er die Zweite schuf, sah das ganz anders aus. Er klagte über Schlaflosigkeit und Schwindelanfälle, litt unter eigenartigen Angststörungen und Gehörhalluzinationen. Nur mühselig kämpfte sich Schumann mit dieser Partitur aus der Krise heraus. Im Finale, das ein Zitat aus Beethovens Liederzyklus An die ferne Geliebte als Liebesbekenntnis an seine Frau Clara einsetzt, scheint die Genesung erreicht. Oder ist das Werk doch schon ein Vorbote des finalen Zusammenbruchs, der 1854 zu seiner Einweisung in die Nervenheilanstalt führen sollte? Die litauische Maestra Mirga Gražinytė-Tyla, die bei den Sommer-Festivals von 2016 und 2017 für Sternstunden sorgte, wird mit dem Salzburger Mozarteum-Orchester Antworten geben – und in die widersprüchlichen Wunderwelten von Schumanns Musik führen.

Patronatskonzert der Freunde Lucerne Festival

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Konzert

Bamberger Symphoniker | Zürcher Sing-Akademie | Jakub Hrůša | Solisten

«räsonanz» – Stifterkonzert

Bamberger Symphoniker
Jakub Hrůša, Dirigent
Juliane Banse, Sopran
Ilya Gringolts, Violine


Iris Szeghy (*1956): Offertorium für Sopran und Orchester nach einem Gedicht von Emily Dickinson
Uraufführung
Beat Furrer (*1954): Konzert für Violine und Orchester
Schweizer Erstaufführung
Miroslav Srnka (*1975): move 01-04 für Orchester
Erste Gesamtaufführung aller bestehenden Teile (move 01-03 in revidierten Fassungen, Erstaufführungen)

Was gibt’s Neues? Im räsonanz – Stifterkonzert können Sie es herausfinden, denn hier steht aktuelle Orchestermusik auf dem Programm. Iris Szeghy stellt ihr jüngst enstandenes Offertorium vor: ein expressives Sopransolo auf Verse von Emily Dickinson. Beat Furrer hat den Corona-Stillstand dazu genutzt, ein teuflisch schwieriges Violinkonzert für Ilya Gringolts fertigzustellen. Eine «Zwanzig-Minuten-Eruption», resümierte die Süddeutsche Zeitung nach der Münchner Uraufführung im vergangenen Oktober. «Furrer reiht Klangteppiche aneinander, setzt dunkles Raunen gegen gehetztes Sologehäcksel, harte Kontraste treffen aufeinander, rasant virtuose Läufe kommen wie ein Hauch daher. Alles ist wirkungsvoll, mitreissend, komplex.» Miroslav Srnka schliesslich spürt in einer Reihe von Orchesterstücken, komponiert zwischen 2015 und 2020, nicht nur musikalischen Bewegungen nach, sondern auch ihren Voraussetzungen: den physischen Bewegungen der Musiker*innen. Für die erste Gesamtaufführung hat er move 2 noch einmal neugefasst.

Eine Initiative der Ernst von Siemens Musikstiftung, in Kooperation mit Lucerne Festival und musica viva des Bayerischen Rundfunks

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Konzert

Connaught Brass

Debut Connaught Brass

Connaught Brass:
Aaron Akugbo, Trompete | Harry Plant, Trompete | Robyn Blair, Horn | Chris Brewster, Posaune | Aled Meredith-Barrett, Tuba


Jan Bach (*1937): Rounds and Dances
Heinrich Ignaz Franz Biber (1644–1704): Auszüge aus der Battalia D-Dur, bearbeitet von William Foster
Richard Strauss (1864–1949): Tanz der sieben Schleier aus der Oper Salome op. 54, bearbeitet von William Foster
Kurt Weill (1900–1950): Suite aus Die Dreigroschenoper, bearbeitet von Anthony DiLorenzo

2019 fand erstmals die «Philip Jones International Brass Competition» statt, die Ursula Jones, Stiftungsrätin bei Lucerne Festival, im Gedenken an ihren Mann, den Trompeter Philip Jones, ins Leben gerufen hatte. Denn der war mit seinem 1951 gegründeten Brass Ensemble so etwas wie der Urvater aller Bläserformationen, die seither eine immer grösser werdende Fangemeinde anziehen. Zum Sieger der ersten Konkurrenz kürte die Jury unter Vorsitz von Reinhold Friedrich das britische Quintett Connaught Brass, das 2016 an der Royal Academy of Music in London zusammenkam. Für ihr Luzerner Debut-Konzert haben die fünf ein Programm erdacht, das sich am Festivalmotto «verrückt» orientiert. Denn Jan Bachs Rounds and Dances bieten eine schräge Mixtur aus Kanons und Tänzen verschiedener Länder, während Kurt Weill in der Dreigroschenoper die Brücke zum Jazz und zur Moritat schlägt. Bibers Battalia ist eine humoristische Schlachtenmusik, und Strauss’ Tanz der sieben Schleier, bei dem sich die Protagonistin Salome splitternackt entkleiden muss, galt bei der Uraufführung 1905 als Skandalstück.

Strebi Stiftung Luzern – Partner Debut-Reihe

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Konzert

«Cross-over»

40min 8

Studierende der Hochschule Luzern – Musik

«Cross-over: Zwischen Klassik und Jazz»

Kein Dresscode, kein Vorwissen: Die moderierten Konzerte der Reihe 40min beginnen früher als gewohnt, sind kürzer – und kosten keinen Eintritt. Hier begegnen Sie den Stars bei der Probe, lernen aussergewöhnliches Repertoire kennen und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Festspielbetriebs. Unkonventionell und abwechslungsreich.

Wir bitten Sie, sich vor dem Festivalstart auf unserer Website über den Bestell- und Registrationsprozess für die Reihe 40min zu informieren. Aufgrund der aktuellen Situation und der Vorgaben zum Contact Tracing haben wir den Bestellprozess noch nicht abschliessend festgelegt.

Eintritt frei

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Konzert

Anne-Sophie Mutter | Lambert Orkis

Rezital Anne-Sophie Mutter

Anne-Sophie Mutter, Violine
Lambert Orkis, Klavier


Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Violinsonate e-Moll KV 304
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Violinsonate F-Dur op. 24 Frühlingssonate
César Franck (1822–1890): Violinsonate A-Dur

Wie nur wenige Klassikstars hat sich Anne-Sophie Mutter während der Corona-Pandemie für einen Neustart des Musiklebens eingesetzt. Dabei hat sie nicht nur an die Politik appelliert und in zahlreichen Interviews auf die katastrophale Situation insbesondere der Freelancer hingewiesen; sie hat auch als Überraschungsgast in Gottesdiensten gespielt und dort Spenden für notleidende Kolleg*innen gesammelt. «Musik ist ein Grundbedürfnis des Menschen», bringt sie ihr Engagement auf den Punkt. Wie sehr die Musik beglücken und beseligen kann, das beweist Anne-Sophie Mutter mit ihrem Klavierpartner Lambert Orkis bei diesem Rezital. Drei Violinsonaten hat sie ausgesucht, die allesamt tief zu Herzen gehen. Mozarts e-Moll-Sonate beginnt in aufgewühlter Stimmung und mündet in ein betörend entrücktes Finale. Beethovens Frühlingssonate verströmt eine ausgesprochen gelöste, lichte und freundliche Atmosphäre. Und César Francks leidenschaftliche A-Dur-Sonate, die er dem berühmten Virtuosen Eugène Ysaÿe zur Hochzeit schenkte, ist ohnehin eine Ikone im Violinrepertoire.

Mit freundlicher Unterstützung von Apricum Circle

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Konzert

Luca Pianca

Verrückt 4

Luca Pianca, Theorbe

«Follie e Stravaganze»
Werke von Pietro Paolo Melli, Alessandro Piccinini, Giovanni Girolamo Kapsberger, Giovanni Pittoni, Charles Hurel und Robert de Visée

Dieser Tanz brachte halb Europa um den Verstand: Die Follia, deren Name auf Deutsch «Tollheit» oder «Wahnsinn» bedeutet, verbreitete sich ab dem 16. Jahrhundert von der iberischen Halbinsel wie ein Lauffeuer über den Kontinent. Sie galt als so ungezügelt und wild, dass sie zeitweilig sogar verboten wurde. Dabei basiert die Follia auf einem ganz simplen Modell: Über einer prägnanten Bassformel im Dreiertakt der Sarabande steigt die Oberstimme auf und ab; parallel dazu wechseln die Harmonien unentwegt zwischen Dur und Moll. Dieses Schema avancierte im Barock zum beliebtesten Grundmuster für Variationen, die immer kleinteiliger und schneller werden, bis es einem schwindelt. Der 2018 mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnete Tessiner Lautenvirtuose Luca Pianca, ein langjähriger Mitstreiter von Nikolaus Harnoncourt und Giovanni Antonini, wird einige der schönsten «Follie» (und dazu andere verrückte «Extravaganzen») auf seiner Theorbe darbieten, deren tiefer, eherner Klang für die markante Bassstimme prädestiniert ist. Und er wird uns damit zur Raserei treiben.

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Konzert

«Hommage à Philip Jones»

40min 9

Connaught Brass

«Hommage à Philip Jones»

Kein Dresscode, kein Vorwissen: Die moderierten Konzerte der Reihe 40min beginnen früher als gewohnt, sind kürzer – und kosten keinen Eintritt. Hier begegnen Sie den Stars bei der Probe, lernen aussergewöhnliches Repertoire kennen und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Festspielbetriebs. Unkonventionell und abwechslungsreich.

Wir bitten Sie, sich vor dem Festivalstart auf unserer Website über den Bestell- und Registrationsprozess für die Reihe 40min zu informieren. Aufgrund der aktuellen Situation und der Vorgaben zum Contact Tracing haben wir den Bestellprozess noch nicht abschliessend festgelegt.

Eintritt frei

«Hommage à Philip Jones» bewerten:

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Konzert

London Symphony Orchestra | Sir Simon Rattle | Magdalena Kožená

London Symphony Orchestra

London Symphony Orchestra
Sir Simon Rattle, Dirigent
Magdalena Kožená, Mezzosopran


Ondřej Adámek (*1979): Where Are You? für Mezzosopran und Orchester
(Schweizer Erstaufführung)
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 Pastorale

In Beethovens Pastorale murmelt der Bach, rufen Kuckuck, Wachtel und Nachtigall, zucken die Blitze und grollt der Donner. Doch schon der Komponist warnte die Ausführenden vor allzu viel Naturalismus: «Mehr Ausdruck der Empfindung als Mahlerey», forderte er ausdrücklich. Auch Simon Rattle findet die Vorstellung, «der Sturm habe irgendwie mit dem Wetter zu tun», einfach nur grässlich: «Es geht ganz klar um eine geistige Krise, um die Schrecken der Französischen Revolution oder um Beethovens Wut angesichts seiner eigenen körperlichen Gebrechen und seine Dankbarkeit gegenüber Gott, dass es ihm gelang, damit zu leben.» Eine Sinn- und Gottessuche steht auch am Anfang des Konzerts, wenn Magdalena Kožená den Liederzyklus Where Are You? ihres tschechischen Landsmanns Ondřej Adámek interpretiert, der im März 2021 erst uraufgeführt wurde. «Adámek kombiniert gern die treibende Rhythmik der Minimal Music mit experimentellen Mitteln, aber auch Volksmusik-Patterns», urteilte die Süddeutsche Zeitung. «So bleibt seine Musik in jedem Moment verständlich und zielgerichtet.»

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Konzert

Marmen Quartet

Debut Marmen Quartet

Marmen Quartet:
Johannes Marmen, Violine | Ricky Gore, Violine | Bryony Gibson-Cornish, Viola | Steffan Morris, Violoncello


Salvatore Sciarrino (*1947): Streichquartett Nr. 7
Carlo Gesualdo (1566–1613): “O vos omnes”, Madrigal
György Ligeti (1923–2006): Streichquartett Nr. 1 Métamorphoses nocturnes
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Streichquartett Es-Dur KV 428

Gleich zwei wichtige Wettbewerbe konnte das Marmen Quartet 2019 gewinnen: die kanadische Banff Competition und den Concours de Bordeaux. Seither mischt das Ensemble, das 2013 am Royal College of Music in London gegründet wurde, die Quartettszene mächtig auf. Nicht nur, dass die vier meisterliche Virtuosen sind und wie aus einem Atem phrasieren. Sie lieben es, mit ihren Programmen Geschichten zu erzählen. In Luzern geht es natürlich ums Sommer-Motto «verrückt»: mit einem Madrigal von Carlo Gesualdo, dem Fürsten von Venosa und Mörder seiner untreuen Frau, der so schräge Musik komponierte, dass man sie eher im 20. Jahrhundert verorten würde. Salvatore Sciarrino hat über diesen «alten Meister» seine Oper Luci mie traditrici geschaffen – und macht ihm in seinem Siebten Streichquartett mit exzessiven Glissandi verrückte Konkurrenz. György Ligeti eckte mit seinem Quartetterstling im kommunistischen Ungarn so sehr an, dass er das Werk erst gar nicht zu Gehör bringen durfte. Und Mozart rückte die Gattung mit den sechs sogenannten «Haydn-Quartetten», deren drittes erklingt, auf ein neues Niveau.

Strebi Stiftung Luzern – Partner Debut-Reihe

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Konzert

Wiener Philharmoniker | Herbert Blomstedt

Wiener Philharmoniker 1

Wiener Philharmoniker
Herbert Blomstedt, Dirigent


Anton Bruckner (1824–1896): Sinfonie Nr. 4 Es-Dur WAB 104 Romantische

Dass Bruckner unentwegt und alles zählte, hört man auch seiner Vierten Sinfonie an. Allein der Rhythmus der kurzen Rufformel, die das Horn zu Anfang intoniert, erklingt innerhalb der ersten Minute schon 16 Mal! «Aber das ist nicht wie das Wummern der Bässe in der Rockmusik, wo man über drei oder fünf Minuten nur bum, bum, bum hört», sagt Herbert Blomstedt. «Die Harmonien, die Bruckner dazu verwendet, wechseln nämlich ständig und schaffen eine Landschaft. Man fühlt sich wie ein Tourist in den Alpen, der ständig neue Perspektiven, Ausblicke und Überraschungen entdeckt. Es ist also nie langweilig, man schaut immer in andere Richtungen.» Mit den Wiener Philharmonikern, denen er eng verbunden ist, seitdem er 2011 als 83-Jähriger bei ihnen debutierte, wird Blomstedt Bruckners Romantischer noch manches Geheimnis entlocken. Er wird hörbar machen, warum diese Musik mit ihren Vogelrufen und ihren Waldesidyllen so wunderschön ist. Und wird im Finale die typisch Bruckner’schen Ingredienzien – weihevolle Streichertremoli, Choralweisen und Hörnerschall – zu einer überwältigenden Apotheose führen.

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Konzert

Wiener Philharmoniker | Herbert Blomstedt

Wiener Philharmoniker 2

Wiener Philharmoniker
Herbert Blomstedt, Dirigent


Franz Schubert (1797–1828): Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 Unvollendete
Johannes Brahms (1833–1897): Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

«Man muss sich selbst verändern», erklärte Herbert Blomstedt vergangenen Sommer im Festival-Podcast «Happy Hour»: Was für ein bemerkenswertes Motto für einen 93-Jährigen! Vielleicht aber liegt genau darin der Schlüssel dafür, dass er so jugendfrisch geblieben ist und eine ungebrochene Vitalität ausstrahlt. Kein Wunder, dass Blom-stedt den Corona-Lockdown für Entdeckungen nutzte und gleich acht neue Partituren einstudierte. Aber auch das vermeintlich bekannte Repertoire hat er sich wieder vorgenommen: etwa Franz Schuberts aufwühlende Unvollendete, die der Komponist nach nur zwei Sätzen, wie sie allerdings vollendeter nicht sein könnten, abbrach. Mit den Wiener Philharmonikern wird Blomstedt nun seine neuesten Erkenntnisse präsentieren. Im zweiten Teil widmet er sich der Vierten Brahms, deren innige Melodien ihm «wie eine musikalische Umarmung» vorkommen, aber «ohne jede Sentimentalität». Das Passacaglia-Finale hält er für «ein ganz starkes Stück: sehr bewegend, reichhaltig und neuartig, doch schwer zu gestalten». Dass es ihm meisterhaft gelingen wird, steht ausser Frage.

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Familienprogramm

Taschenoper Lübeck

Familienkonzert – Oper / Für alle ab 6 Jahren

Taschenoper Lübeck:
Katia Diegmann, Ausstattung | Carl Augustin, Musikalische Leitung | Sascha Mink, Regie | Marlene Metzger, Greta, Sandmännchen, Taumännchen | Dirk Rave, Akkordeon | Cornelia Bach, Violine | Margrit Dürr, Bäckerin, Mutter, Hexe | Dorothee Bienert, Bäckerin, Mutter, Hexe | Giacomo Schmidt, Hans, Vater


«Hans und Greta»
nach Engelbert Humperdincks Oper Hänsel und Gretel
Eine Bearbeitung von Margrit Dürr und Julian Metzger

Wenn Hans und Greta singen und tanzen, dann wollen sie natürlich, dass das Publikum mitmacht, damit es wirklich lustig wird! Dabei kann dann schon mal etwas kaputtgehen, erst recht, wenn eine unbekannte Frau mit vielen Ideen die Finger im Spiel hat. Kein Wunder also, dass die Mutter schimpft und Hans und Greta zum Beerenpflücken in den Wald schickt. Dort gibt es neben den Beeren auch Pilze, die aber gefährlich sind und ungeahnte Wirkungen haben können. Ausserdem ist da wieder diese Frau – ist sie nun lustig oder doch eher nicht? Jedenfalls liebt sie es nicht, wenn man ohne zu fragen an ihrem Häuschen knabbert und schlecht von ihr spricht. Dann kann sie richtig unangenehm werden … Aus Gretel mach Greta, aus dem Hexenbesen einen Staubsauger: Hans und Greta lehnt sich an das Grimm’sche Märchen an, spielt aber im Hier und Jetzt. Es geht um Gut und Böse und darum, was Urteile sind und was bloss Vorurteile: «Wenn ich mir nicht sicher bin, guck’ ich lieber zweimal hin!» Das junge Festspielpublikum wird in diesen bunt-witzigen Musiktheaterspass aktiv eingebunden. Ja, manche der kleinen Gäste sind sogar plötzlich Hans oder Greta.

Mit freundlicher Unterstützung von
Geert und Lore Blanken-Schlemper-Stiftung
Gemeinnützige Stiftung Accentus