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MaerzMusik

22. bis 31.3.2019

Ein Festival für Zeitfragen – das ist ein Ort, der unserer wertvollsten Ressource gewidmet ist: der Zeit.

Zeit, verstanden als Erfahrungsdimension, die Allen gleichermaßen zugänglich ist, als Phänomen, das sich der Reduktion und Definition entzieht. Zeit als Medium der Musik und der Kunst, das chronologische und effizienzorientierte Ordnungen sprengt.

Aber auch: Zeit als Kategorie des Politischen, die unsere Lebens-, Arbeits- und Produktionsweisen bestimmt – Konzept und Erfindung im Dienste weltanschaulicher und wirtschaftlicher Interessen; Instrument der Macht, die den Takt und den Rhythmus vorgibt; Dimension des Imaginären, die unsere Vorstellung von Zukunft und damit unseren Handlungsspielraum umschreibt. Zeit als Gestaltungsdimension für Zeitgenossen, Individuen und Gesellschaften.

Das Festival MaerzMusik versteht sich als Ort für künstlerische Erfahrungen, für Begegnungen und das gemeinsame Nachdenken über unseren Umgang mit Zeit. Entwickelt aus der Perspektive des Hörens und getragen von den Rhythmen der Gegenwart und der Zukunft, öffnet das Festival einen Raum, in dem Leben, Kunst und Theorie, Erlebnis und Reflexion konvergieren können.

Wir laden Sie ein, diesen Raum und diese Zeit zu teilen – ein Garten von Pfaden, die sich verzweigen: Konzerte, Performances, Installationen, Filmpräsentationen und Diskursformate an verschiedenen Orten Berlins. Momente, so hoffen wir, die in Erinnerung bleiben; Tage und Stunden, die wie im Flug vergehen: verdichtete, gedehnte, anachrone, beschleunigte, unterbrochene, stillstehende und verschwendete, gemeinsam verbrachte, geteilte und gelebte Zeiten.

Kontakt

MaerzMusik
Berliner Festspiele
Schaperstraße 24
D-10719 Berlin

Telefon: +49 (0)30 254 89-218
Fax: +49 (0)30 254 89-114
E-Mail: maerzmusik@berlinerfestspiele.de

Konzert

Opening:
The People United Will Never Be Defeated

Uraufführung

Frederic Rzewski, Klavier
Johnny Chang, Samuel Dunscombe, Rama Gottfried, Judith Hamann, Francis Heery, Rebecca Lane, Alexandra Lorenz, Karen Lorenz, Andrea Neumann, Michiko Ogawe, James Rushford, Julie Sassoon, Evelyn Saylor, Ernst Surberg, Stellan Veloce, Matthias Vorndran, Spieler Sound Icons
Samuel Dunscombe, Leitung


Frederic Rzewski
The People United Will Never Be Defeated
36 Variations on “El pueblo unido jamás será vencido”
für Klavier (1975)

Horațiu Rădulescu
Clepsydra
für 16 Spieler mit Sound Icons, op. 47 (1981/82)
UA der Originalfassung

Das Eröffnungskonzert bringt Melodien des Widerstands und des Klassenkampfs zum Klingen, von Frederic Rzewski meisterhaft in Variationsform gebracht. Von Horaţiu Rădulescu, einem Meisters der Spektralmusik werden die selten zu hörenden Klangwelten seiner Sound Icons realisiert.

„Das vereinte Volk wird niemals besiegt werden“ – diese Botschaft eröffnet MaerzMusik 2019, getragen von Sergio Ortegas ikonischer Melodie, die diese Hymne des chilenischen Widerstandes weltweit bekannt gemacht hat. Eine Botschaft, die heute neue Relevanz erhält.

Der amerikanische Komponist und Pianist Frederic Rzewski (*1938) hat das Lied 1975 zum Thema eines großen Variationswerkes gemacht – eine der eindrucksvollsten Klavierkompositionen des letzten Jahrhunderts, gespielt vom Komponisten selbst.

Der zweite Teil des Eröffnungskonzerts ist einem selten gespielten Meister der Spektralmusik gewidmet, Horațiu Rădulescu (1942–2008). Mit „Clepsydra“ präsentiert MaerzMusik ein Werk für sechzehn Spieler mit „Sound Icons“, in Streichinstrumente umgewandelte Klaviere, die von Rădulescu erfunden wurden. Ein entrückendes Klangplasma, dessen Zeitlosigkeit in suggestivem Kontrast zur präzisen Organisation von Rzewskis Klavieropus steht.

€ 30
Symposium

Circluding History I

Thinking Together

Nicht nur die Frage, wie Zeitkonzeptionen unsere Auffassung von Geschichte leiten, ist Gegenstand der Konferenz von Thinking Together. Vor allem werden andere, nicht-lineare Modelle Geschichte zu denken zur Diskussion gestellt.

Thinking Together 2019 betrachtet Geschichte und Geschichtsschreibung durch eine politisch geschärfte Linse der Zeit. In ihrem fünften Jahr untersucht die Thinking Together Konferenz überkommene und hartnäckige Vorstellungen von linearer Zeit und Geschichte sowie die ihnen zugrunde liegenden politischen Matrizes. Welche politischen Einstellungen stecken hinter historisch kontingenten Geschichtsphilosophien? Auf welchen Zeitvorstellungen basieren sie? Und wie beeinflussen sie wiederum den Blick auf die Gegenwart, die Beziehung zur Vergangenheit und die Fähigkeit, die Zukunft zu gestalten? „Circluding History“ – der Titel der Konferenz – deutet einen anderen Ansatz beim Nachdenken über Geschichte an. Der Begriff „Zirklusion“ (geprägt von Bini Adamczak) ist das Antonym von Penetration. Ein Begriff, der auf nichtlineare Verständnisse hinweist, der das Verhältnis von Aktivität und Passivität umdenkt und eine symmetrische Verteilung von Handlungsfähigkeiten einfordert. Seinen spekulativen Bahnen folgend, erforscht und imaginiert die Konferenz Relationen zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, alternative Genealogien sowie dekolonisierte, globale, zusammenhängende und queere Geschichte(n).

Mit
Anke Charton (AT), Elizabeth Freeman (USA), Amelia Groom (AU/DE), Dag Herbjørnsrud (NO), Björn Schmelzer (BE), Rolando Vásquez (MX/NL) u. a.

Eintritt frei
Ausstellung

Tele-Visions / Persepolis

Eröffnung Filminstallation & -Ausstellung

Start zweier mediearchäologischer Zeitreisen

Tele-Visions präsentiert in einer raumgreifenden Installation Fernsehfilme zu neuer Musik und die Ausstellung Persepolis rekonstruiert das bedeutendste iranische Kunstfestival in Shiraz-Persepolis.

Mit der Doppeleröffnung zweier Projekte im silent green startet am zweiten Festivaltag eine medienarchäologische Zeitreise. „Tele-Visions“ hebt und präsentiert Schätze aus über 20 Fernseharchiven und fünf Jahrzehnten – eine kritische Mediengeschichte der Neuen Musik im Fernsehen von den 1950er bis in die 1990er Jahre.

Um 20:00 Uhr spürt „A Utopian Stage“ dem bedeutenden iranischen „Festival of Arts“ in Shiraz-Persepolis nach, das in den 1960er und 1970er Jahren Künstler*innen aus allen Weltteilen zu einem transnationalen, experimentellen Austausch einlud und damit historische, politische und ideologische Grenzen überschritt.

Um 21:00 Uhr kreuzen sich die Pfade beider Projekte in der Aufführung von Iannis Xenakis’ legendärer Tonband-Komposition „Persepolis“, die im Auftrag des Shiraz-Festivals entstanden ist und die ihre Spuren in französischen Fernseh-Archiven hinterlassen hat.

Programm:

19:00, Betonhalle
Tele-Visions
A Critical Media History of New Music on TV 1950s–1990s
Eröffnung Filminstallation

20:00, SAVVY Contemporary
A Utopian Stage
Festival of Arts, Shiraz-Persepolis (1967–1977)
Ausstellungseröffnung

21:00, Betonhalle
Iannis Xenakis
Persepolis
für Achtkanal-Tonband

Daniel Teige, Klangregie

Tele-Visions wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Mit Unterstützung von silent green, in Kooperation mit Deutsches Rundfunkarchiv – Stiftung von ARD und Deutschlandradio
Symposium

Circluding History II

Thinking Together

Thinking Together 2019 betrachtet Geschichte und Geschichtsschreibung durch eine politisch geschärfte Linse der Zeit. In ihrem fünften Jahr untersucht die Thinking Together Konferenz überkommene und hartnäckige Vorstellungen von linearer Zeit und Geschichte sowie die ihnen zugrunde liegenden politischen Matrizes. Welche politischen Einstellungen stecken hinter historisch kontingenten Geschichtsphilosophien? Auf welchen Zeitvorstellungen basieren sie? Und wie beeinflussen sie wiederum den Blick auf die Gegenwart, die Beziehung zur Vergangenheit und die Fähigkeit, die Zukunft zu gestalten? „Circluding History“ – der Titel der Konferenz – deutet einen anderen Ansatz beim Nachdenken über Geschichte an. Der Begriff „Zirklusion“ (geprägt von Bini Adamczak) ist das Antonym von Penetration. Ein Begriff, der auf nichtlineare Verständnisse hinweist, der das Verhältnis von Aktivität und Passivität umdenkt und eine symmetrische Verteilung von Handlungsfähigkeiten einfordert. Seinen spekulativen Bahnen folgend, erforscht und imaginiert die Konferenz Relationen zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, alternative Genealogien sowie dekolonisierte, globale, zusammenhängende und queere Geschichte(n).

Mit
Anke Charton (AT), Elizabeth Freeman (USA), Amelia Groom (AU/DE), Dag Herbjørnsrud (NO), Björn Schmelzer (BE), Rolando Vásquez (MX/NL) u. a.

Eintritt frei

Synchronübersetzung ins Deutsche

Ausstellung

A Utopian Stage

Festival of Arts, Shiraz-Persepolis (1967–1977)

Kuratiert von Vali Mahlouji / Archaeology of the Final Decade

Das „Festival of Arts“ war ein Ausnahme-Festival für Avantgarde-Kunst im Iran. Für kurze Zeit, zwischen 1967 und 1977, fand dort ein intensiver Austausch jenseits der historischen, politischen und ideologischen Demarkationslinien statt. Die Ausstellung im silent green rekonstruiert diesen Zeitraum in seiner ganzen Komplexität.

Ab den frühen 1970er Jahren war es eine der wichtigsten Plattformen für einen transnationalen, experimentellen Austausch von Kreativität und Wissen, das Künstler*innen aus der ganzen Welt versammelte, darunter auch wichtige Figuren der musikalischen Avantgarde wie Iannis Xenakis, Karlheinz Stockhausen und John Cage. Von der Islamischen Revolution von 1978/79 unterbrochen und in einem Dekret von Ayatollah Khomeini für dekadent erklärt, wurden alle mit dem Festival verbundenen Materialien unter Verschluss gehalten und sind im Iran bis heute offiziell verboten. Die Ausstellung „A Utopian Stage“ rekonstruiert diesen komplexen historischen Raum der internationalen Moderne, indem sie die Sensibilitäten der „Dritten Welt“ in der unmittelbar postkolonialen Periode hervorhebt und den Austausch von Wissen auf alternativen (häufig nicht-europäischen) Ebenen verfolgt.

Öffnungszeiten: 14:00 – 19:00

Eintritt frei

In Zusammenarbeit mit SAVVY Contemporary
Installation

Liping Ting

Installation & Performances

Poetische Aktionen und schamanistische Rituale

Poésie d'action – mit diesem Ausdruck bezeichnet Liping Ting selbst das Besondere ihrer Kunst. Er steht für die Verbindung von Tanz, Ritual, Klang und Poesie, die sie in eine auf ihren Körper bezogen Raumchoreografie überführt.

Langsamkeit ist eine Herausforderung. In den Arbeiten von Liping Ting ist sie allgegenwärtig. Die in Taiwan geborene Künstlerin ist fast in all ihren Arbeiten körperlich als Performerin präsent. Ihre extrem konzentrierten Handlungen berühren die Grenze zur Trance und verleihen ihren Installationen zusätzliche Intensität und Präsenz. Ihr Atmen, Murmeln und Flüstern, ihre bisweilen durchdringende Stimme begleiten ihre Performances. Liping Tings Sinn für Körper und Zeit scheinen nicht in der Moderne verankert, und doch zeugen Referenzen zu Artaud, Joyce, Xenakis, Cage von einem intensiven künstlerischen Dialog mit der westlichen Avantgarde.

Im Rahmen von MaerzMusik präsentiert Liping Ting eine neue Arbeit in der daadgalerie: „Water Timing S. – Times’ Spiral“ ist eine Raum-, Klang- und Lichtinstallation mit Videoprojektionen und performativen Interventionen. Bei The Long Now wird Liping Ting überdies mit einer Langzeit-Performance in der Schaltzentrale des Kraftwerk Berlin präsent sein.

Eintritt frei

Dauer der Ausstellung
25.03.– 31.03.2019, 12:00 – 19:00

Programm
15:00 Eröffnung der Ausstellung
16:00, 17:00, 18:00: Performative Interventionen
21:00 – 23:00: Durational Performance
Performance

TIME TIME TIME

Multimedia-Performance

Eine neue Multimedia Performance von Jennifer Walshe und Timothy Morton und eine musikalische und philosophische Reflexion über die multiplen Schichten von Zeit. (Deutsche Erstaufführung)

€ 25
Kombiticket TIME TIME TIME & useless land € 30
Performance

useless land

Lesung & Performance

Intensivierte Wahrnehmung zwischen Wachen und Schlafen

Die kolumbianischer Tänzerin und Choreografin Catalina Insignares und die brasilianische Regisseurin Catalina Mendonça laden das Publikum ein, im Haus der Berliner Festspiele zu übernachten, sich niederzulegen und Texten zuzuhören, die von der Welt vor der industriellen Revolution erzählen. Mit Texten von Silvia Federici, Roger Caillois, NOF4, Gloria E. Anzaldúa, Virginia Woolf, Michael Taussig und mit Beiträgen von Sursignal, remote viewing club

Die Nacht schenkt uns einige Stunden. Portale nehmen sich Zeit, sie fordern uns zum Verweilen auf. „useless land“ ist eine Zusammenstellung von fiktionalen und theoretischen Texten, die von einer Welt vor der industriellen Revolution sprechen. Texte, die eine kognitive Karte zeichnen von anderen möglichen Verbindungen, anderen Perspektiven auf die Beziehung des Menschen zur Umwelt, zu Tieren, Geistern, Pflanzen, Zeit …

Die kolumbianische Tänzerin und Choreografin Catalina Insignares (*1987) und die brasilianische Regisseurin Carolina Mendonça (*1984) laden dazu ein, mit ihnen die Nacht zu verbringen, sich niederzulegen und zuzuhören. Laut lesen sie Texte vor, bis zum Sonnenaufgang, schaffen einen Raum, in dem das Schlafen eine Möglichkeit ist, die Welt zu verstehen. Stimmen, die in Ohren fließen und Geschichten weben. Ein Ödland. Die Notwendigkeit der Gemeinschaft der Menschen, mit denen wir schlafen, zu vertrauen. Eine Nachtwache, in der wir in Uneinigkeit zusammen sein können, mit verschiedenen Sprachen und Träumen, zwischen wachsam und schlafend.

Besetzung
Catalina Insignares & Carolina Mendonça

15 €
Kombiticket TIME TIME TIME & useless land € 30

Die Teilnehmer*innen werden gebeten, Schlafsäcke mitzubringen.
Kurs

Beyond Eurocentrism and Tribal History: Towards Decolonization and Connected Histories

Thinking Together

Mit
Dag Herbjørnsrud (NO)

Eintritt frei
Anmeldung erbeten: thinking-together@berlinerfestspiele.de

In englischer Sprache
Kurs

Queer Temporalities, Queer Histories

Thinking Together

Workshop mit Elizabeth Freeman (USA)

Im Rahmen von „Defragmentation – Curating Contemporary Music“
Ein Projekt der Kulturstiftung des Bundes und des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (IMD) / der Darmstädter Ferienkurse, der Donaueschinger Musiktage, von MaerzMusik – Festival für Zeitfragen sowie in Kooperation mit dem Ultima Festival Oslo

In englischer Sprache

Eintritt frei
Anmeldung erbeten: thinking-together@berlinerfestspiele.de
Konzert

QuerKlang 15

Festakt und Konzert

Gruppen-Kompositionen von Schüler*innen verschiedener Schulen Berlins

Schule machen: Experimentelles Komponieren in der Schule
Schule machen: QuerKlang

Komponieren, Musik selber machen, bedeutet nicht nur mit der Materie Klang umzugehen, sie zu formen und zu notieren. Es ist auch ein sozialer Prozess, eine Interaktion von Mitkomponierenden, den Ausführenden und dem Publikum.

Seit 15 Jahren bringt das Projekt QuerKlang im Rahmen von MaerzMusik Kollektiv-Kompositionen von Schüler*innen Berlins zur Uraufführung. Begleitet von Teams, bestehend aus Pädagog*innen, Komponist*innen und Studierenden, erforschen sie Klänge, setzen diese in Beziehung zueinander und machen ihre Entdeckungen für andere hörbar. Die Welt der Schule, die der universitären Ausbildung und die der Musiker*innen und Komponist*innen werden dabei in einen spannungsreichen Zusammenhang gebracht.

Mehr Informationen zum Educationprogramm und QuerKlang www.querklang.eu

Uraufführungen von Gruppen-Kompositionen durch Schüler*innen der Rosa-Parks-Grundschule (Kreuzberg), Grundschule unter dem Regenbogen (Marzahn), Parzival-Schule (Zehlendorf), Heinrich-Böll-Oberschule (Spandau), Friedrich-Ebert-Gymnasium (Wilmersdorf) – begleitet durch ihre Musiklehrer*innen sowie Genoël von Lilienstern, Silvia Ocougne, Naomi Pinnock, Amir Shpilman, Ute Wassermann und Studierende der UdK Berlin und der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin

Projektteam
Franziska Hildner, Mathias Hinke, Elinor Metzke, Daniel Ott, Stefan Roszak, Henning Wehmeyer, Kerstin Wiehe

QuerKlang ist ein Projekt der Universität der Künste Berlin / klangzeitort in Zusammenarbeit mit k&k kultkom / Kulturkontakte e.V. und Berliner Festspiele / MaerzMusik – Festival für Zeitfragen. Finanziert aus Mitteln der Universität der Künste Berlin.

Eintritt frei
Vortrag

Tele-Visions Nights

Vorträge, Panels, Filmpräsentationen

Kommentierte Fernseh-Abende

Zwei kommentierte Fernseh-Abende im Rahmen des Projekts „Tele-Visions“ bündeln aktuelle Perspektiven auf die Mediengeschichte der Neuen Musik im Fernsehen.

Zwei kommentierte Fernseh-Abende im Rahmen des Projekts „Tele-Visions“ bündeln aktuelle Perspektiven auf die Mediengeschichte der Neuen Musik im Fernsehen. In Vorträgen, Panels und Präsentationen werfen Historiker*innen, Künstler*innen und Kurator*innen Schlaglichter auf ein umfangreiches Archiv von Fernsehproduktionen aus der ganzen Welt. Welche Geschichtsnarrative begegnen uns in der massenmedialen (Selbst-)Darstellung der Nachkriegs-Avantgarde? Welche Perspektiven ergeben sich aus dieser Fern-Sicht auf die 1950er bis 1990er Jahre, vor allem hinsichtlich aktueller Fragestellungen wie Diversität, Ungleichheit der Geschlechter, Kolonialität und weißer Vorherrschaft?

Eintritt frei

Tele-Visions wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Mit Unterstützung von silent green, SAVVY Contemporary, in Kooperation mit Deutsches Rundfunkarchiv – Stiftung von ARD und Deutschlandradio
Performance

Elaine Mitchener

Transformation von Formen des Erinnerns in künstlerische Performance

Die Vokalistin Elaine Mitchener, bekannt für ihre Stilmixturen aus klassischer Musik, Gospel, Soul, Jazz und experimenteller freier Improvisation, und der Choreograf Dam Van Huynh erproben in ihrem neuen Projekt einen Begriff von Erinnerung als Akt der Verantwortung.

“We will inhabit a concept of remembering as an act of responsibility. An act that in turn is ultimately liberating and healing.”
Elaine Mitchener

In ihrem neuen Stück für MaerzMusik untersucht Elaine Mitchener Walter Benjamins Konzept von ‚Eingedenken‘ – ein geschichtliches Bewusstsein und eine Form des Erinnerns, in der die Vergangenheit nicht als etwas Abgeschlossenes begriffen und verklärt, sondern im Gegenteil ihre schonungslose Gegenwärtigkeit betont wird. Im Gegensatz zur vermittelnden, distanzierend beschwichtigenden Tendenz der Erinnerung bleibt Eingedenken dem Leiden der Vergangenheit treu, indem es die Beilegung vergangenen Unrechts ablehnt.

Mitchener wurde in Ost-London von jamaikanischen Eltern geboren. Ihre künstlerische Arbeit als Vokalistin, Performerin und Komponistin ist durchdrungen vom Bewusstsein vergangener und gegenwärtiger Formen der Diskriminierung, postkolonialer Wunden und ihren Auswirkungen auf die Menschheit. „the then + the now = now time“ ist ein künstlerischer Versuch, die Vergangenheit zu politisieren, Zeit und Raum mithilfe von Musik und Bewegung aufzulösen und aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Programm
Elaine Mitchener
the then + the now = nowtime (2019) UA

Besetzung
Elaine Mitchener Konzept, Musik & Performance
Dam Van Huynh Bewegungsregie

€ 20

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Logo Kulturstiftung des Bundes

Mit Unterstützung von silent green

History as a warm wet place

Reading Group / Thinking Together

In englischer Sprache

Mit
Catalina Insignares (CO) & Carolina Mendonça (BR)

Im Rahmen von „Defragmentation – Curating Contemporary Music“
Ein Projekt der Kulturstiftung des Bundes und des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (IMD) / der Darmstädter Ferienkurse, der Donaueschinger Musiktage, von MaerzMusik – Festival für Zeitfragen sowie in Kooperation mit dem Ultima Festival Oslo

Eintritt frei
Anmeldung erbeten: thinking-together@berlinerfestspiele.de
Konzert

Ways of Listening 1

Listening Session / Thinking Together

Mit
Lucia Farinati (GB)

In englischer Sprache

Eintritt frei
Anmeldung erbeten: thinking-together@berlinerfestspiele.de

Im Rahmen von „Defragmentation – Curating Contemporary Music“
Ein Projekt der Kulturstiftung des Bundes und des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (IMD) / der Darmstädter Ferienkurse, der Donaueschinger Musiktage, von MaerzMusik – Festival für Zeitfragen sowie in Kooperation mit dem Ultima Festival Oslo
Performance

Recital

Konzertperformance & Gespräch

Ein Abend für Terry Adkins von George E. Lewis, Fred Moten und Ensemble Pamplemousse. (Europapremiere)

Aus neuen Texten von Fred Moten, Live-Interaktionen zwischen Instrumenten, elektronischen Klängen, Bildern und Videos lässt George E. Lewis mit seinem Recital eine Hommage an den Künstler, Performer und Multi-Instrumentalisten Terry Adkins entstehen.

Drei herausragende afroamerikanische Künstlerpersönlichkeiten treffen sich an diesem Abend in einem offenen Ritual mit Live-Interaktionen zwischen Instrumenten, elektronischen Klängen, Texten und digitalisierten Stand- und Bewegtbildern. George E. Lewis’ “A Recital for Terry Adkins” ist eine Hommage an den Künstler, Performer und Multi-Instrumentalisten Adkins (1953–2014), der für die Recitals in seinen Ausstellungen gefeiert wurde. Von Lewis selbst gemeinsam mit dem New Yorker Ensemble Pamplemousse aufgeführt, enthält das Stück auch Texte des einflussreichen Dichters und Wissenschaftlers Fred Moten (*1962), die anlässlich dieser Europa-Premiere neu für MaerzMusik geschrieben wurden.

Mit seiner Wahl der instrumentellen und elektronischen Mittel, seinen Kompositionsformen, Improvisationsstilen, mathematischen Analysen und historischen Überlegungen ist George E. Lewis (*1952) bis heute ein Pionier zeitgenössischen musikalischen Ausdrucks. – Eine Gelegenheit, die Arbeit eines außergewöhnlichen Künstlers und Freigeists kennenzulernen.

Programm
George E. Lewis
A Recital for Terry Adkins
für Ensemble, Video und Live-Elektronik (2016)
mit neuen Texten von Fred Moten (2014/2019) DE

Besetzung
Terry Adkins Original Sounds, Images, Voice
George E. Lewis Live-Electronics & Video Processing
Fred Moten Text

Ensemble Pamplemousse
David Broome Keyboard
Natacha Diels Flöten
Andrew Greenwald Perkussion
Bryan Jacobs Elektronik
Jessie Marino Violoncello
Weston Olecki Posaune

€ 25

Im Anschluss Gespräch mit George E. Lewis und Natacha Diels

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Logo Kulturstiftung des Bundes

Mit Unterstützung von Radialsystem V
Kurs

History and Time in the context of the Gaia hypothesis

Workshop & Reading Group / Thinking Together

Mit
texture (Jakob Claus, Niklas Egberts, Moritz Klein, Hannah Schmedes, Yannick Schütte)

Im Rahmen von „Defragmentation – Curating Contemporary Music“
Ein Projekt der Kulturstiftung des Bundes und des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (IMD) / der Darmstädter Ferienkurse, der Donaueschinger Musiktage, von MaerzMusik – Festival für Zeitfragen sowie in Kooperation mit dem Ultima Festival Oslo

In englischer Sprache

Eintritt frei
Anmeldung erbeten: thinking-together@berlinerfestspiele.de
Konzert

Ways of Listening 2

Listening Session / Thinking Together

Mit
Myriam van Imschoot (BE)

Film-Präsentation
Myriam van Imschoot: Le Cadeau (BE 2018)

In englischer Sprache

Eintritt frei
Anmeldung erbeten: thinking-together@berlinerfestspiele.de

Im Rahmen von „Defragmentation – Curating Contemporary Music“
Ein Projekt der Kulturstiftung des Bundes und des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (IMD) / der Darmstädter Ferienkurse, der Donaueschinger Musiktage, von MaerzMusik – Festival für Zeitfragen sowie in Kooperation mit dem Ultima Festival Oslo
Konzert

Ways of Listening 3

Listening Session / Thinking Together

Mit
Kamila Metwaly

In englischer Sprache

Eintritt frei
Anmeldung erbeten: thinking-together@berlinerfestspiele.de

Im Rahmen von „Defragmentation – Curating Contemporary Music“
Ein Projekt der Kulturstiftung des Bundes und des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (IMD) / der Darmstädter Ferienkurse, der Donaueschinger Musiktage, von MaerzMusik – Festival für Zeitfragen sowie in Kooperation mit dem Ultima Festival Oslo
Konzert

Clocks without Hands

Konzert & Gespräch

Drei Werke für Orchester von Ashley Fure, Justė Janulytė und Olga Neuwirth

Sowohl Ashley Fure als auch Justė Janulytė haben sich von literarischen Texten inspirieren lassen: Ashley Fure von einem Gedicht Samuel Tayler Coleridges und Justė Janulytė von einem Essay Quinn Latimers. Olga Neuwirth reflektiert in ihrer Komposition ausgehend von ihrer Familiengeschichte das Wesen von Zeit und das Verblassen von Erinnerung.

Ein Abend geprägt von drei herausragenden Komponistinnen-Persönlichkeiten der Gegenwart: Ashley Fure (*1982), Olga Neuwirth (*1968) und Justė Janulytė (*1982). Ashley Fures (*1982) hypnotisierendes Werk für Orchester und Elektronik war für den Pulitzer-Preis 2017 vorgeschlagen. Olga Neuwirths (*1968) fulminantes „Masaot/Clocks without Hands“ – eine poetische Reflexion über das Wesen der Zeit und das Verblassen von Erinnerungen – hat seit seiner Uraufführung von Wien bis New York Begeisterung ausgelöst. Gekrönt wird der Abend im klassizistischen Ambiente des Konzerthaus Berlin von der Uraufführung einer Auftragskomposition der litauischen Komponistin Justė Janulytė (*1982), deren großflächige, vielschichtige Texturen und häufig extrem langsamen, graduellen Metamorphosen, eine faszinierende, entschleunigende Sogwirkung entfalten.

Programm
Ashley Fure
Bound to the Bow
für Orchester und Elektronik (2016) DE

Justė Janulytė
Was there a Swan?
für Orgel und Orchester (2019) UA
Kompositionsauftrag Berliner Festspiele / MaerzMusik und Konzerthaus Berlin

Olga Neuwirth
Masaot / Clocks without Hands
für großes Orchester (2013/2015)

Besetzung
Konzerthausorchester Berlin
Daniel Weingarten Klangregie
Peter Rundel Leitung

€ 25 / 20 / 15

19:00 Carl-Maria-von-Weber-Saal
Künstler*innengespräch

In Zusammenarbeit mit Konzerthaus Berlin. Mit Unterstützung von Berliner Künstlerprogramm des DAAD und Lithuanian Culture Institute.

Live-Mitschnitt Deutschlandfunk Kultur, Sendung 20:03
Konzert

Ways of Listening 4

Listening Session / Thinking Together

Mit
Lendl Barcelos (CA/PT)

In englischer Sprache

Eintritt frei
Anmeldung erbeten: thinking-together@berlinerfestspiele.de

Im Rahmen von „Defragmentation – Curating Contemporary Music“
Ein Projekt der Kulturstiftung des Bundes und des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (IMD) / der Darmstädter Ferienkurse, der Donaueschinger Musiktage, von MaerzMusik – Festival für Zeitfragen sowie in Kooperation mit dem Ultima Festival Oslo
Konzert

Stadt ohne Juden

Lesung & Film mit Live-Musik

Stummfilm mit Live-Musik von Olga Neuwirth, gespielt von Ensemble PHACE

Ein einzigartiges Dokument mit einer einzigartigen Geschichte: Der Stummfilm „Die Stadt ohne Juden“ regt zu tiefem Nachdenken an, über historische Zeit, über die Blindheit der Zeitgenossenschaft, über unsere Gegenwart und Zukunft selbst.

“Today’s right-wing demagogues show how language and rhetoric can be used to whip up hatred. This film got there before them. Hopefully it can help us think about where we’re going wrong.”
Olga Neuwirth

Ein einzigartiges Dokument mit einer einzigartigen Geschichte: Der Stummfilm „Die Stadt ohne Juden“ regt zu tiefem Nachdenken an, über historische Zeit, über die Blindheit der Zeitgenossenschaft, über unsere Gegenwart und Zukunft selbst. Auf dem gleichnamigen „Roman von übermorgen“ des jüdischen Schriftstellers und Journalisten Hugo Bettauer (1872 – 1925) basierend, wurde der Film 1924 in Wien gedreht. Irritierend prophetisch zeigt er – nur 15 Jahre vor den Novemberpogromen – den eskalierenden Antisemitismus seiner Zeit und die Verarmung einer Stadt nach der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung. Das Werk war nur in einer fragmentarischen Version erhalten, bis es 2015 auf einem Pariser Flohmarkt wiederentdeckt wurde. Aus Anlass der Veröffentlichung der neu restaurierten Fassung hat die österreichisch-jüdische Komponistin Olga Neuwirth (*1968) eine neue Filmmusik geschrieben, die vom Wiener Ensemble PHACE live gespielt wird.

Programm
Lesung
Hugo Bettauer
Die Stadt ohne Juden
Ein Roman von übermorgen (1922)

Film
Die Stadt ohne Juden
Stummfilm nach einem Roman von Hugo Bettauer (AUT 1924)
Hans Karl Breslauer Regie
Olga Neuwirth Musik (2017)

Besetzung
Josef Bierbichler, Samuel Finzi Sprecher (Lesung)
Ensemble PHACE
Alfred Reiter Klangregie
Nacho de Paz Leitung

€ 30

Eine Produktion von PHACE, Wiener Konzerthaus, Elbphilharmonie Hamburg, Ensemble intercontemporain, Barbican Centre, Sinfonieorchester Basel und ZDF/ARTE in Kooperation mit Wien Modern und Filmarchiv Austria

Mit Unterstützung von Österreichisches Kulturforum Berlin
Konzert

The Long Now

Konzerte, Performances, Installationen

30 Stunden Kraftwerk Berlin
Kuratiert von Berno Odo Polzer, Laurens von Oswald und Harry Glass

The Long Now ist ein Ort der andauernden Gegenwart. Ein Raum, in dem sich die Zeit selbst entfalten und das Zeitgefühl sich verlieren kann. Mit einer Dauer von 30 Stunden lädt das Projekt Besucher*innen ein, sich von der getakteten Chronometrie der Gegenwart zu lösen und sich dieser Zeitblase hinzugeben. The Long Now bildet den Abschluss von MaerzMusik − Festival für Zeitfragen 2019. In der monumentalen Kulisse des Kraftwerk Berlin sind Konzerte, Performances und elektronische Live-Acts mit Klang- und Videoinstallationen zu einer großformatigen Komposition in Zeit und Raum versammelt. Von der musikalischen Avantgarde bis hin zu experimenteller Elektronik, Ambient Music und Noise reichen die musikalischen Welten, die sich in der fünften Ausgabe von The Long Now zu einer körperlichen und künstlerischen Grenzerfahrung formieren. Wir laden Sie ein, den gesamten Zeitraum von The Long Now im Kraftwerk zu verbringen, dort zu übernachten oder mehrmals wiederzukommen. Betten werden bereitgestellt.

Programm
Frederic Rzewski
The People United Will Never Be Defeated
36 Variations on “El pueblo unido jamás será vencido” for piano (1975)
aufgeführt von Frederic Rzewski

Donato Dozzy
Extended Live Performance

The Harmonic Series
Showcase mit Performances in reiner Stimmung
mit Duane Pitre, First Tone, Byron Westbrook und Catherine Lamb
Uraufführung

Tonaliens
Werner Durand erfundene Blasinstrumente
Robin Hayward Microtonale Tuba, Tuning Vine
Hilary Jeffery Posaune
Anthea Caddy Violoncello

Organic Dial
Live-Electronik

Stine Janvin
Vocal-Performance

Mazen Kerbaj
Walls Will Fall: The Trumpets Of Jericho
für sehr großes Trompeten-Ensemble
UA der Neufassung

Eli Kezler
Live-Perkussion

Shiva Fesheraki
Live-Turntable-Performance

Sofia Jernberg
Vocal-Performance

Liping Ting
C. Time Meta
Sound-Video-Installation mit Live-Performances

Marja Ahti
Live-Electronik

und vielen anderen

Tagesticket € 35
2-Tageticket € 48

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

In Kooperation mit Berlin Atonal
Mit Unterstützung von Kraftwerk Berlin
Ereignisse / Festival Salzburger Festspiele Salzburg, Herbert von Karajan Platz 11
Ereignisse / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Ereignisse / Festival Lucerne Festival Luzern, Hirschmattstr. 13
Ereignisse / Festival Acht Brücken Musik für Köln Köln, Bischofsgartenstraße 1
Ereignisse / Festival Museumsnacht Bern Bern 8, Postfach
Ereignisse / Festival Osterfestival PSALM Graz Graz, Sackstraße 17, Palais Attems/Parterre
Ereignisse / Festival Händelfestspiele Halle Halle, Große Nikolaistraße 5
Ereignisse / Messe ART KARLSRUHE Rheinstetten, Messeallee 1
Ereignisse / Festival Lange Nacht der Dresdner Theater Dresden, Theaterstraße 2
Ereignisse / Festival Salzburger Pfingstfestspiele Salzburg, Herbert von Karajan Platz 11
Ereignisse / Festival Styriarte Graz Graz, Sackstraße 17
Ereignisse / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4
Ereignisse / Festival Mülheimer Theatertage Mülheim an der Ruhr, Akazienallee 61
Ereignisse / Festival Domstufen-Festspiele Erfurt Erfurt,
Ereignisse / Festival Richard-Strauss-Festival Garmisch-Partenk., Schnitzschulstr. 19