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Blues Festival Basel

4. bis 19. April 2019

Stars und Legenden beim 20. Blues Festival Basel
Die Rheinstadt wird zum Mekka des Blues; internationale Stars und hochkarätige Schweizer Acts präsentieren sich vom 9. bis 14. April 2019 im Volkshaus Basel.

Eröffnet wird die Jubiläumsausgabe am Dienstag 9. April mit der Swiss Blues Award-Verleihung (VIP-Apéro ab 18:30 im Unionsaal Nr. 6); anschliessend die Promo Blues Night (freier Eintritt) mit 5 vielversprechenden heimischen Bands. Am Mittwoch 10. April spielen das hochdotierte Flo Bauer Blues Project aus Frankreich, anschliessend der bekannteste Schweizer Bluesmusiker Philipp Fankhauser mit seiner erstklassigen Band. Den Donnerstag 11. April eröffnet die preisgekrönte US-Sängerin & Saxophonistin Vanessa Collier, gefolgt vom Gipfeltreffen des schwedischen Gitarristen Paulo Mendonca, des niederländischen Soul-Sängers Alan Clark sowie der französischen Singer-Songwriterin & Blues-Gitarristin Nina Attal. Am Freitag 12. April brillieren der als Wunderkind gehandelte US-Gitarrist «King» Solomon Hicks ebenfalls die mehrfach ausgezeichneten, britischen Bluesrockstars The Nimmo Brothers (exklusives CH-Konzert!). Der Samstag 13. April steht im Zeichen regelrechter Ikonen: Die in Basel lebende 93-jährige US-Sängerin/Tänzerin Othella Dallas verzaubert zusammen mit Yvonne Moore und dem in Chicago lebenden Heimweh-Basler Sam Burckhardt – und übergibt den Mojo danach einer der grossartigsten aktuellen Blues- und Soulkünstlerinnen, der US-Sängerin Marla Glen. Am Sonntag 14. April (ab 11:00) der krönende All Stars Blues Brunch mit einzigartigen Jam Sessions.

Kontakt

Blues Festival Basel
Veranstaltungsort: Volkshaus Basel
Rebgasse 12
CH-4058 Basel

Telefon: +41 (0)61-751 54 74
E-Mail: sekretariat@bluesbasel.ch

Blues

Blues in der Kirche:
Reto Nägelin, Patchvox Band, Special Guest Othella Dallas

Bluesdiakon Reto Nägelin (CH)
Othella Dallas (voc) und Gitarrist (CH)
Patchvox Band (CH): Aurelia Erhardt (voc), Dascha Lüscher (voc), Franziska Hafner (voc), Jacques Minder (g), Stefan Hänggi (b), Peter Hell (dr)


Seit mehr als 10 Jahren prägt Reto Nägelin als sogenannter «Bluesdiakon» die Schweiz auf spirituelle genauso wie auf musikalische Weise – weil bei ihm und seinen Bluesgottesdiensten eben beides sich vereint. Wenn er eine Messe zelebriert, werden nicht als Beilage ein paar Blue Notes gespielt; es entsteht eine inspirierende und berührende Verschmelzung der verschiedenen Ebenen. Basel war die letzten Jahre ein wunderbares Beispiel dafür; wer es miterlebte, verliess die Stadtkirche nach einer Stunde innerlich bereichert. Auch für dieses Jahr hat Nägelin musikalische Gäste mit grosser Sensibilität und Ausstrahlung eingeladen: «Patchvox», die Basler Band mit ihrem einzigartigen Harmoniegesang, und als Stargast die legendäre US-Sängerin/Tänzerin Othella Dallas, die mit 93 Jahren auf ein bewegtes Leben zurückblickt und die Menschen mit ihrer unglaublichen Energie beschenkt.

Musik gibt existenziellen Gefühlen wie Wut, Trauer, Freude oder Übermut eine Stimme; sie kann trösten, manchmal sogar heilen – fordert uns aber immer auf, das Gute, den Humor und die Kraft des Lebens zu suchen. Ein starker Blues-Song ist nicht die göttliche Antwort, doch er macht die Fragen erträglicher. Naheliegend also, dass ein musikbegeisterter Gottesmann wie Reto Nägelin den Blues in seine Gottesdienste einbaut. Wir freuen uns ausserordentlich, dass der Seelsorger auch dieses Jahr in der Stadtkirche Liestal gastiert.

Wie bei jedem Gottesdienst, wechseln sich bei Nägelin Wort und Musik ab; mit dem Unterschied allerdings, dass die Musik nicht von der Orgel intoniert wird, sondern von einer Live-Band – und dass darüber hinaus die für den Blues typische Improvisation ins Spiel kommt. In einer intimen, lockeren Atmosphäre greift der Bluesdiakon Geschichten aus dem Leben auf und lässt sie durch die Musik kommentieren. Überraschungen sind jederzeit möglich, denn auch die Musiker/innen kommen zu Wort und gewähren Einblick in ihre Lebensphilosophie. Reto Nägelin engagiert Persönlichkeiten, die etwas zu sagen haben, nicht nur auf ihrem Instrument: Die Patchvox Band mit den drei herausragenden Sängerinnen Franziska Hafner, Aurelia Erhardt und Dascha Lüscher, begleitet von Jacques Minder (Gitarre), Stefan Hänggi (Bass), Miguel Arévalo (Perkussion) und Peter Hell (Schlagzeug) – sie überzeugten letztes Jahr mit einem stimmungsvollen und feinfühligen Auftritt bei der Promo Blues Night. Und als ganz besonderer Gast die in Basel lebende, amerikanische Jazzsängerin und Tänzerin Othella Dallas. Ein konfessionsübergreifendes Grossereignis für Geist, Seele und Musikherz. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind! (rk)

Vor dem Konzert spielen vor der Kirche, ab ca. 17.15 Uhr: Band „Ham n’Cheese“ Emilio (b,voc), Fele (g, voc), Mr. Drumstick (dr), Rolf (keyb, acc), Turi (g, voc)

Einlass: 17:30 Uhr

Eintritt frei
Blues

Promo Blues Night 2019

Little Mouse & The Hungry Cats (F)
Pat & The Blueschargers (CH, BS)
Pat Cossar & Band (CH, LU)
Chicago Dave mo'Blues & Guest (CH, BL)
Bluesteel (CH, AG)


Swiss Bluea Award 2019 & Swiss Blues Lifetime Achievement Award
(Übergabe ca. 19 Uhr im Unionsaal No. 6)


Little Mouse & The Hungry Cats (F)
Nominiert vom Blues Festival Basel

Claire Ramos Muñoz (voc)
Jean-Christophe Sutter (g, bv)
David Paquet (harp)
Denis Cusumano (dr)
Eric Courier (b)

Die französische Auvergne ist in Sachen Musik ein heisses Pflaster, und so erstaunt es wenig, dass uns diese Gegend nun eine vielversprechende neue Blues-Hoffnung beschert. Claire aka «Little Mouse» heisst die junge Sängerin, die mit viel Talent und grosser Ausstrahlung drauf und dran ist, sich einen Namen zu machen. Den Blues hat sie offenbar erst vor einem Jahr entdeckt, dafür aber gleich richtig. Little Mouse hat sich seither sehr intensiv mit dieser Musik beschäftigt – und will dennoch nicht einfach die bekannten Klischees bedienen. Ihre verführerische Art, den aktuellen Blues zu reflektieren und zusammen mit einer Band voller erfahrener Cats eigenwillig zu interpretieren, hat ihr in ihrer Heimat Frankreich schon viel Lob eingebracht: «Diese Band hat nationales und sogar internationales Niveau», meint zum Beispiel der renommierte F-Bluesjournalist Fred Delforge. Eine frische Brise in der Szene auf jeden Fall, und deshalb auch der verdiente Gewinn des «Prix France Blues». Jetzt soll von diesem tiefblauen und sehr unterhaltsamen Katz- und Mausspiel auch die Schweiz erfahren. (rk)


Pat & The Blueschargers (CH, BS)
Nominiert vom Blues Festival Basel

Patrick Lämmle (voc, g)
Christian Roffler (key)
Jürg Sidler (b)
Hani Ali (dr)

Die Formation um Sänger und Gitarrist Pat Lämmle besticht durch eine perfekte Mischung aus Leidenschaft, Virtuosität und Erfahrung, und das Quartett aus dem Aargau begeistert damit eine wachsende Fangemeinde. Lämmle ist kein unbeschriebenes Blatt; er war jahrelang erfolgreich zum Beispiel mit der von ihm mitgegründeten Band «Bluesrooster» unterwegs, und zwar im In- wie auch im benachbarten Ausland. Sein aktuelles Projekt «Pat & The Blueschargers» bietet druckvollen Contemporary Blues; ein abwechslungsreiches Repertoire aus mehrheitlich eigenen Kompositionen und einigen ausgesuchten Coverversionen. Homogen, wie aus einem Guss und mit sehr viel Spielfreude gesalzen. Auch ihr aktuelles, zweites Album «Charged With The Blues» zeigt wunderbar diese Palette; mal rockig, dann wieder eher die feinen Töne – und dennoch klingt der Blues immer durch. Oder wie Lämmle treffend meint: «Can't help it, the Blues is what it's all about!» (rk)


Pat Cossar & Band (CH, LU)
Nominiert vom Lucerne Blues Festival

Patricia Cossar (voc)
Paolo Cortese (g, voc)
Urs Bieri (sax)
Heinz Arnold (key)
Bruno Mühl (b)
Roli Fischer (dr)
Claudio Weigele (perc)

Die Geschichte dieser Formation reicht bis ins Jahr 2003 zurück: Damals wurde die Band «White and Blue» gegründet, und zwei Jahre später stiess die herausragende Luzerner Sängerin Patricia Cossar dazu. Die Formation erlebte einige Highlights und Wechsel, beheimatete eine Zeit lang auch den inzwischen bekannten Saitenzauberer Dominic Shoemaker – und ist heute unter dem neuen Namen «Pat Cossar & Band» authentischer als je unterwegs. Geballte Energie hoch sieben; eine Bühne vollgepackt mit Instrumenten, sieben charismatische Musiker und ein vielfältiges Repertoire an Songs, das keine Blueswünsche offen lässt. Grooviger Klangteppich, auf den Punkt gespielt, und natürlich Pats unverkennbare Stimme, ihre mitreissende Präsenz und Mehrsprachigkeit. Souliger Blues, rhythmisch packender Latin und druckvoller Rock – abwechslungsreiche Nahrung für jede Musikseele. Pat Cossar & Band entführen ihr Publikum auf eine musikalische Weltreise. (rk)


Chicago Dave mo'Blues & Guest (CH, BL)
Nominiert vom Blues Festival Basel

Chicago Dave (g, voc)
Simon Spinnler (sax, harp)
Tomi Schwarzenbach (key)
Bärni Spoendlin (b)
Christoph Bürki (dr)
Nadia Diriwächter (voc)

Ihn muss man in der Region Basel dem Bluespublikum kaum mehr vorstellen; Chicago Dave alias David Rutschmann macht seit Jahrzehnten grossartige Musik, beispielsweise mit seiner legendären Chicago Dave Blues Band. Jetzt hat der talentierte Mann aus Lupsingen einen neuen Pfeil im Köcher: Die «Chicago Dave mo' Blues»-Band formierte sich 2018 nach einem Auftritt bei unserem Festival. Der Blues ist natürlich ihr musikalischer Nährboden – doch darauf pflanzen die fünf erfahrenen mo' Blues-Musiker so einiges, was nicht ins sture Schema des 12-Takters passt. Alle bringen ihren eigenen Rucksack aus diversen Bands und Stilrichtungen mit, und auf diese Weise entsteht eine spannende Mischung aus Songperlen von Albert Collins, A.C. Reed, B.B. King, James Cotton, Lucky Peterson, Robert Cray und sogar Horace Silver oder Herbie Hancock. Verstaubt klingt das Ganze ganz und gar nicht; rauchige Rhythm'n'Blues-Klassiker kommen genauso authentisch rüber wie pulsierende Souljazz-Nummern, und Special Guest Nadia Diriwächter erweitert das beeindruckende Spektrum zusätzlich. «Give me mo' Blues, please!» (rk)


Bluesteel (CH, AG)
Nominiert vom Blues Festival Baden

Mike Ammann (voc, harp)
Tcha Simmons (voc, g)
Sascha Strinati (b)
Oli Schellenberg (g)
Mega Remensberger (voc, key)
Urs Fröhlicher (dr)

Hin und wieder kommt es vor, dass der Schlagzeuger nicht nur Puls, sondern auch Herz und Seele einer Band verkörpert. Bei Urs Fröhlicher trifft das ohne Wenn und Aber zu; er ist sogar in der gesamten Szene ein regelrechter Pionier, seine Geschichte reicht bis weit in die 60er-Jahre zurück. 1960 gründete er mit dem damals bekannten Elvis-Interpreten Cesy Zappa die Gitarren-Band «The Rumbler» (die erste langhaarige Beat- und Blues-Band hierzulande!), 1965 «The Cleans», 1967 «Polo and the Cleans» (jawohl, mit dem legendäre Polo Hofer!), 1969 «Les Cabanes», und 1970 schliesslich die grosse Kehrtwende: Fröhlicher wanderte aus nach Brasilien. Ende der 90er-Jahre kam das Comeback und 2017 nun die Gründung seiner Traumformation: «Bluesteel», zusammen mit dem fantastischen Bluesharpspieler Mike Ammann (der seine Kunst damals noch beim 2011 verstorbenen Jo Walter erlernte). Blues und Bluesrock vom Feinsten, von Muddy Waters über Blues Brothers bis zu Lynyrd Skynyrd. Eine echte Blues-Party, schweisstreibend leidenschaftlich. (rk)


Swiss Blues Award 2019

Die Übergabe des SWISS BLUES AWARD und des SWISS BLUES LIFETIME ACHIEVEMENT AWARD erfolgt am
Dienstag, 09. April 2019, ca. 19 Uhr im Unionsaal No. 6 - im feierlichen Rahmen des VIP-Apéros (Beginn: 18.30 Uhr).

Der «SWISS BLUES AWARD» wird jährlich vom Verein Blues Festival Basel an Personen oder Institutionen verliehen, die sich durch grosse Verdienste um den Blues in der Schweiz auszeichneten. KandidatenInnen, die für diesen Ehrenpreis vorgeschlagen werden, müssen sich auf einem oder mehreren Gebieten in der Schweizer Bluesszene verdient gemacht haben. Es kann sich um MusikerInnen, Organisationen, Medienschaffende, Produzenten, Vereine, usw. handeln.

Die Nominierten sind berechtigt, vom Zeitpunkt der Nominierung an das Logo «Nominiert SWISS BLUES AWARD» zu verwenden. Der oder die GewinnerIn werden Ende Januar von den Jury Mitgliedern gewählt, die sich bis zur Bekanntgabe am Schlussabend des Blues Festivals Basel der Schweigepflicht unterziehen. Die Jury nominiert zwei bis drei Kandidaten, die dann zum Schlussabend des Festival eingeladen werden. Der oder die PreisträgerIn kann nur einmal gewählt werden, hingegen können Nichtgewählte für ein anderes Jahr wieder nominiert werden.


Einlass: 19:00 Uhr

Freier Eintritt
Blues

Blues Night (CH/F)

Flo Bauer Blues Project (FR)
Philipp Fankhauser (CH)


Flo Bauer Blues Project - Winner Promo Blues Night 2018

Flo Bauer: Guitar, Voc
Pierrot Bauer: Drums
Benoit Seyller: Bass
Mario Tardio: Keyboards
Lucie Seyller: Backing Vocals
Kim Walter: Backing Vocals

Tonnenweise Talent und Fleiss sind für den Erfolg schon mal unverzichtbar. Wenn dann noch eine Prise Schlauheit hinzukommt, sind das perfekte Voraussetzungen für einen fulminanten Start. Dieses Kunststück ist dem 21-jährigen Elsässer Flo Bauer gelungen. Mit 6 Jahren begann er bereits, Musik zu machen. Die ganze Zeit badete er im Blues, zog diese Kultur in sich hinein, lernte von den Pionieren, liess sich vorwärtstreiben von seiner Liebe zur Musik und von seinem Traum. Mit 16 war der Junge bereits derart reif und souverän, dass man beinahe von einem Wunderkind reden könnte. Es fehlte nur noch der entscheidende Schachzug zum definitiven Durchbruch: Bauer nahm bei der französischen Ausgabe der TV-Show «The Voice» teil, machte dort gehörig von sich reden und schaffte es bis ins Viertelfinale. Das Ziel war natürlich nicht, Popstar zu werden, doch Flo schnappte sich zwei Fliegen mit einem Schlag: Er nutzte die Aufmerksamkeit eines Millionenpublikums und zeigte gleichzeitig die Identität des Bluesmusikers, der sich vom Musikbusiness nicht vereinnahmen lässt. Das brachte ihm allgemeine Bekanntheit und gleichzeitig grossen Respekt in der Blues-Szene. Genial! Seither macht er genau so weiter wie seine Kollegen; als Independent Artist, mit schweisstreibenden Konzerten. Frankreich hat eine hochkarätige Blues-Szene mit zahlreichen internationalen Festivals; bei einem der wichtigsten, beim «Blues sur Seine» in Paris, gewinnt er im Dezember 2016 den Newcomer-Preis. Wenige Monate später erscheint sein Debütalbum «FBBP», via Crowdfunding finanziert. Exzessive Studiokosten gibt's bei ihm sowieso keine – als erprobter Live-Musiker sind die Songs schnell im Kasten. Ein paar renommierte Gäste (Fred Chapellier, Michel-Yves Kochmann, Charlie Fabert), 8 überzeugende Eigenkompositionen und 2 Covers; eins davon die Stones-Schnulze «Angie», in einer komplett eigenwilligen Version, die jeden Bluesfan zutiefst berührt. Das Album ist eine Perle; der junge Mann hat grosse Klasse, als Sänger genauso wie als Gitarrist. Und er schart um sich abgebrühte Musiker, eine feurige Band, die mindestens zwei Blues-Generationen verbindet. In dieser Formation tourt Flo Bauer seither durch Frankreich, Deutschland und die Schweiz – und gewann im vergangenen Jahr bei unserer Promo Blues Night auf beeindruckende Weise das Ticket für den heutigen Abend. Verstärkt mit zwei exzellenten Chorsängerinnen wird der Überflieger aus dem benachbarten Elsass den magischen Abend mit Philipp Fankhauser in perfekter Weise eröffnen. (rk)


Philipp Fankhauser

Philipp Fankhauser: Gesang, Gitarre
Marco Jencarelli: Gitarre, Bandleader
Hendrix Ackle: Hammond B3 und Piano
Angus Thomas: Bass
Richard Spooner: Schlagzeug

«Ich stehe auf der Sonnenseite des Lebens», sagte Philipp Fankhauser kürzlich. Diese Worte können nur von einem Künstler stammen, der mit sich im Reinen und auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn ist. Mit 13 Jahren behauptete Philipp, er würde mal Bluessänger werden; 40 Jahre später ist er weit mehr als das: Der Swiss Blues Award-Gewinner von 2005 zählt zu den besten heimischen Bluesmusikern, berührt mit seiner Stimme, mit seiner rauhen und punktgenauen Gitarre, ist begnadeter Entertainer, Geschichtenerzähler, Zeremonienmeister – und wird seit Jahren von einer unglaublich starken Band unter der Leitung von Marco Jencarelli (Swiss Blues Award Gewinner 2018) begleitet. Das wäre an sich bereits sehr viel; doch Fankhauser hat, genau wie der elsässische Shooting Star Flo Bauer, auch das Prinzip der Prise Schlauheit begriffen. Er ist auf die richtigen und wichtigen Leute zugegangen, hat von ihnen gelernt und mit ihnen getourt. Margie Evans zum Beispiel, oder Johnny Copeland. Und auch er hat die TV-Trumpfkarte gespielt, bei «The Voice of Switzerland» – nicht als Musiker allerdings, sondern als Jurymitglied. Mit demselben genialen Effekt: Seither kennt man den Thuner in jeder Schweizer Wohnstube, und dennoch hat er als Bluesmusiker nichts an Glaubwürdigkeit verloren. Er wurde im Gegenteil zum perfekten Ambassador, gibt der Blues-Szene Rückenwind und trägt ihren Spirit in die Welt des sogenannten 'Mainstream' hinaus. Dem Blues kann nichts Besseres passieren, denn in puristischer Weise hat er kaum Zukunft. Mit seinen letzten vier Alben stürmte Philipp Fankhauser regelmässig die Hitparaden und füllte Konzertsäle landauf landab. Da wäre längst genug Versuchung, sich auf diesem grossen Lorbeerhaufen auszuruhen. Will er nicht, kann er nicht. Im Dezember 2017 erschien das 15. Album «I’ll Be Around», welches Fankhauser mit seiner Band live in den legendären Malaco Studios in Jackson, Mississippi, einspielte. Auch hier wiederum mit einer genialen Idee; er schaffte es, zwei renommierte und seit Jahrzehnten sich konkurrenzierende US-Produzenten ins Studio zu holen: Dennis Walker und Wolf Stephenson. Die Platte wurde zu Fankhausers bisher besten; sie klingt unglaublich entspannt, mit einer Prise Soul, retro und dennoch modern – und sie strahlt auch kräftig ins Ausland aus, wurde beispielsweise in die Bestenliste der deutschen Schallplattenkritik aufgenommen. Mehr als ein Jahr war er mit diesem Album nun live unterwegs, mit grossem Erfolg. Ausruhen ist noch immer kein Thema; im März 2019 geht Philipp Fankhauser zusammen mit seiner Band erneut ins Studio. Beim 20. Blues Festival Basel wird er mit seiner fünfköpfigen Stammformation vielleicht schon den einen oder anderen Song des neuen Albums vorstellen. Grossartig wird der Abend im ehrwürdigen Volkshaus Basel so oder so. (rk)
Blues

Blues Funk Night

Vanessa Collier (USA)
Paulo Mendonca feat. Alain Clark
& Nina Attal (SE, NL, FR)


Vanessa Collier (US)
«Heart Soul & Saxophone»

Vanessa Collier - lead vocal, alto saxophone, resonator guitar
Nick Stevens - drums
Adam Ahuja - keys
Fred Sunwalk - guitar
Adrian Taylor oder Roger Inniss - bass

Wir lieben Ikonen aus dem Geschichtsbuch des klassischen Blues – doch wir sind auch der Meinung, dass ein weiter Horizont dieser Musik gut bekommt, und dass die Geschichte durch unglaublich talentierte Shooting Stars stets neu geschrieben wird. Manchmal von Künstler/innen, die in der Schweiz noch kaum richtig bekannt sind – genau wie im Falle dieser amerikanischen Songschreiberin, Saxophonistin und Sängerin. In der Regel ändert sich das schlagartig nach einem Auftritt beim Blues Festival in Basel. Für Vanessa Collier allerhöchste Zeit.

Die Ausnahmekönnerin wurde in Clarksville, Maryland, geboren und entdeckte den Blues mit 11 Jahren. Erst mal als Saxophonistin – für diese Musik eher untypisch. Dem Zufall überlassen wollte sie den Weg allerdings nicht; sie studierte später an der renommierten Berklee College of Music in Boston und erwarb zwei Hochschulabschlüsse in Performance und in Music Production and Engineering. Die eigentliche Bewährung indes findet noch immer vor Publikum statt; Vanessa Collier ging mit dem bekannten US-Bluesgitarristen Joe Louis Walker auf Tournee, stand dabei mit Stars wie Annie Lennox, Kathy Mattea oder Willie Nelson auf der Bühne – und beeindruckte jeden Abend mit Virtuosität, Einfühlungsvermögen und Persönlichkeit. «Ich bin dazu gemacht aufzutreten, für mich gibt es keine andere Option.» Allerdings spürte Vanessa auch, dass sie auf Dauer nur mit ihrer eigenen Musik glücklich sein kann. «Ich bin unnachgiebig und leidenschaftlich, bei allem was ich tue», betont sie selbstbewusst. Von ihren Vorbildern wie den Isley Brothers, Stevie Wonder, Seal, Jill Scott, John Legend, Norah Jones, Otis Redding, Aretha Franklin oder Herbie Hancock hatte sie gelernt – nun galt es, ihr eigenes Ding zu lancieren. Sie hat alles, was es dazu braucht; eine fantastische Stimme, das Wissen über Produktion und Arrangement, und natürlich ihren Joker, das Saxophon. 2014 veröffentlichte Collier ihr Debütalbum «Heart Soul & Saxophone» und traf ins Schwarze. Die Platte mit fünf Eigenkompositionen und vier Coverversionen beeindruckte die Fachpresse, bescherte ihr Vergleiche mit der Tedeschi Trucks Band und Bonnie Raitt – und brachte sie ins Finale des John Lennon Songwriting Wettbewerbs sowie der International Blues Challenge 2016 in Memphis. Bei Ruf Records veröffentlichte sie 2017 ihr zweites Album «Meeting My Shadow», und das war der endgültige Durchbruch. Ein fantastischer Mix aus Blues, Soul, Funk und Rock – eine eigenwillige Musik, welche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereint. Seither tourt Vanessa Collier mit ihrer Band in den USA, in Kanada sowie in Europa (auch mit Ruf's Blues Caravan), wurde bereits drei Mal für den Blues Music Award nominiert («Contemporary Blues Female Artist of the Year» und «Instrumental - Horn Player of the Year») – und wird uns nun am im Volkshaus Basel verzaubern! (rk)


Paulo Mendonca feat. Alain Clark & Nina Attal (SE, NL, F)
die drei Energiebündel werden sich gegenseitig zu Höchstleistungen antreiben.

Paulo Mendonca (Vocals, Guitar)
Jesper Petterson (Bass)
Frank Nilsson (Drums)
Antonio Farris (Keys)
Lukas Thöni (Trumpet)
Daniel Durrer (Sax)

Nina Attal (voc, g)
Alain Clark (Vocals)

Blues ist wie gemacht für All Stars-Abende; wenn sich in dieser Musik herausragende Künstler bei einem Gipfeltreffen begegnen, entstehen keine «who is who»-Hahnenkämpfe, sondern hochkreative Momente im Dienste der Musik. Erst recht, wenn die Begegnung neu und einzigartig ist, wie in Basel. Drei internationale Musiker-Persönlichkeiten, die sich zwar kennen und schätzen, aber noch nie gemeinsam auf der Bühne standen – wir machen das Unmögliche möglich und freuen uns auf ein exklusives Konzert des schwedischen Funk-Gitarristen Paulo Mendonca, des niederländischen Soul-Sängers und Chartstürmers Alain Clark sowie der französischen Singer-Songwriterin und Blues-Gitarristin Nina Attal.

Paulo Mendonca, oder «Mendo», wie er liebevoll genannt wird, gilt nicht ohne Grund als «Funk König». Der Ausnahmegitarrist ist hierzulande zwar bis heute so was wie ein Geheimtipp geblieben, doch in seiner Heimat Schweden oder zum Beispiel auch in Japan räumt er ganz gross ab, mit Gold- und Platin-Alben. Als Sideman war er schon mit Legenden wie Tina Turner unterwegs, und mit seiner eigenen Musik brillierte der Schwede mit portugiesischen Wurzeln als Headliner zum Beispiel in Montreux, beim Gurtenfestival oder in Rapperswil. Mendonca ist mit dem brandneuen 2019er-Album «Mindcontrol» unterwegs, da kommt Frischmusik zur Aufführung. Seine fünfköpfige Band, die sprüht vor Groove – und sie wird zwei hochkarätige Gäste mit sehr viel Power und Nuancen begleiten: Alain Clark, ein wunderbarer Sänger, Songschreiber und Produzent, der spätestens seit seinem Album «Live It Out» von 2007 auf der Erfolgswelle reitet. Diese unglaublich stimmungsvolle Platte im Stil des Motown-Souls (mit Steve Gadd am Schlagzeug) erreichte Doppel-Platin-Status, eroberte die Charts, schickte den sympathischen Ausnahmekünstler auf die wichtigsten Bühnen dieser Welt (u.a. 2009 auch beim Jazz Festival in Montreux), bescherte ihm den niederländischen Edison Award und letztlich einen internationalen Plattenvertrag mit Warner Music. Clarks einzigartige Stimme, seine R&B-Roots und sein Charisma sind purer Genuss für jeden Bluesfan. Die zweite Gastmusikerin ist Nina Attal, das ehemalige Wunderkind des französischen Blues. Heute längst eine gefeierte Künstlerin – und eine Vermittlerin, denn mit grosser Glaubwürdigkeit bewegt sie sich im Crossover von Soul, Blues, Pop, Jazz und Funk. Eigenständig vermischt sie den Rhodes-Sound der 70er-Jahre mit coolen Grooves, peitschenden Basslinien und mitreissenden Riffs, inspiriert von Legenden wie B.B. King, Stevie Wonder oder Chaka Kahn. Ihre Präsenz ist hochenergetisch; funkelnde Augen, strahlendes Lächeln, Wahnsinns-Stimme und höchst virtuoses Gitarrenspiel. Mendonca, Clark und Attal – die drei Energiebündel werden sich gegenseitig zu Höchstleistungen antreiben. Über diesen Abend werden die Leute noch Jahre später reden. Mitreden können Sie nur, wenn Sie dabei sind ... (rk)


Einlass: 19:00 Uhr
Blues

Blues Rock Night

"King" Solomon Hicks (USA)
The Nimmo Brothers (UK)
Alan Nimmo - Stevie Nimmo


"King" Solomon Hicks
«Jazz- & Blues-Innovator und Bewahrer des Erbes»

Solomon Hicks (Gesang, Gitarre)
Kirk Yano (Bass)
Alan Evans oder Jerry Bruno (Drums)

Selbstbewusstes Auftreten ist unverzichtbar im hart umkämpften Markt – und gehörte schliesslich bereits während der Pionierzeit des Blues zum Erfolgsrezept. Nicht verwunderlich also, wenn sich eines der aktuellen Wunderkinder, der inzwischen 22-jährige US-Gitarrist und Sänger Solomon Hicks, unbescheiden als «Jazz- & Blues-Innovator und Bewahrer des Erbes» versteht – oder wenn er sich mit Übernamen wie «King Solomon», «lil B.B.» oder «East Montgomery» schmückt. Dass der Leistungsdruck dadurch ins Unermessliche steigt, scheint den jungen Mann nicht zu kümmern. Kein Wunder, bei so viel Talent. Gelegentlich wird der New Yorker auch als «Entertainer-Gitarrist und -Sänger» bezeichnet; weil er schon früh eine weitere Lektion der Altmeister lernte: Das Publikum will berührt werden, durch ein Spektakel. Hicks macht hier schlicht und einfach alles richtig, und das nicht erst seit gestern.

Mutter Holly Hicks war seine erste Gitarrenlehrerin; sie führte den 6-jährigen (!) Solomon behutsam in die Geschichte der afroamerikanischen Musik ein. Der Junge lernte Soul, Blues, dann Funk à la Hendrix – und war bereits ein unglaublich guter Gitarrist, noch bevor er Musik lesen konnte. Um das Ganze auch intellektuell zu erfassen, studierte Solomon an der Harlem School of Arts sowie am Harbor Konservatorium, besuchte die legendären Jazzmobile-Workshops und beherrschte allmählich zahlreiche Stile; Blues, Rock, R&B, Jazz, Klassik, Latin, sogar Bebop. Doch seine Eltern wussten, wo der eigentliche Joker liegt: in der Kunst des freien Spiels. Sie nahmen ihn früh mit an allerlei Jamsessions in Harlem, wo Solomon in der Lenox Lounge oder im St. Nick's Pub mit Cracks wie Patience Higgins, Charles Earland oder Jimmy McGriff improvisierte. Die Szene wurde hellhörig, und mit 13 begann der Junge, regelmässig im berühmten Cotton Club in New York zu spielen – als Leadgitarrist mit einer 17-köpfigen Band zusammen. Ein Jahr später erschien bereits Hicks erste Platte; das Live-Album eines 14-jährigen Jungen, in eben diesem Cotton Club aufgezeichnet. 4 Jahre später gelang ihm der Durchbruch, mit dem hochgelobten zweiten Album «Carrying On The Torch Of The Blues». Seither spielt Hicks in den renommiertesten US-Clubs (auch mal an der Seite von Stars wie Bruce Springsteen, Mike Stern oder Lee Ritenour), ist in der internationalen Fachpresse wie in grossen US-Medien präsent (Washington Post, New York Daily News, The New York Times) und tritt an UNO-Veranstaltungen oder im Madison Square Garden für Prominente wie ex-NY-Bürgermeister Michael Bloomberg auf. Jetzt tourt der junge Meister durch Europa; beim Holland International Blues Festival eröffnete er letztes Jahr auf brillante Weise die Shows von Ringo Starr und Jeff Beck. Im Volkshaus Basel wird Solomon Hicks mit seiner messerscharfen Gitarre und seiner erstklassigen Band die Stimmung bereits vor dem Konzert der Nimmo Brothers zum Siedepunkt bringen – und so garantiert die letzten Zweifel am Namenszusatz «King» ausräumen. (rk)


The Nimmo Brothers
Eine der aufregendsten Live-Bands aller Zeiten

Stevie Nimmo: Voc, Guitar
Alan Nimmo: Voc, Guitar
Craig Bacon: Drums
Mat Beable: Bass

Blues-Rock ist vielleicht das am meisten missverstandene Genre unserer Zeit und wird zu oft mit Lautstärke, Pose, Saitenakrobatik und modernem Blues verwechselt. Vergessen wird dabei, dass es diesen Stil tatsächlich gibt, mit tief verwurzelter Geschichte und wunderbar authentischem Spirit. In zwei grundsätzlichen Färbungen; der amerikanischen mit Bezug auf Texas-Blues und Southern-Rock, und natürlich der britischen, ausgelöst durch Alexis Korner, Eric Clapton, Jeff Beck, Jimmy Page, Peter Green, Rory Gallagher und Konsorte. Die zweite Generation des britischen Blues wurde dann mehr als 20 Jahre lang von einem Brüderpaar geprägt; einem Act, dem der Ruf vorauseilt, eine der aufregendsten Live-Bands aller Zeiten zu sein: The Nimmo Brothers. Die schlechte Nachricht kursierte vor wenigen Jahren, als die beiden sich trennten, um eigene Projekte zu verwirklichen. Die gute Nachricht kam kürzlich, als die Meldung durchsickerte, die Könige des British Blues würden nun doch zu einer weiteren gemeinsamen UK-Tour aufbrechen. Und die eigentliche Sensation: The Nimmo Brothers machen einen Abstecher und kommen für nur ein exklusives Konzert ausserhalb UK nach Basel ins Volkshaus!

Die Band wurde 1995 von den schottischen Brüdern Stevie und Alan Nimmo gegründet. Beide sind eine Wucht sowohl als Gitarrist wie auch als Sänger. Zuvor waren sie bereits in einer gemeinsamen Gruppe, der Blackwater Blues Band, unterwegs. Zu ihren Haupteinflüssen gehörte «Free», die legendäre Formation um Paul Rodgers und Paul Kossoff – the real thing also; Rockmusik mit der aufgewühlten Intensität eines schreienden Blues-Herzens. In Glasgow nahmen die Nimmo Brothers 1998 das vielversprechende Debütalbum «Moving On» auf. 2001 begann ihre Zusammenarbeit mit dem kleinen, aber feinen Independent Label «Armadillo» (auf welchem sie bis heute fünf hochkarätige Alben veröffentlichten), und ein Jahr später heimsten die beiden bereits zwei British Blues Connection Awards ein. Die letzte und aktuelle Platte («Brother To Brother» von 2012) markiert den Höhepunkt ihrer Laufbahn. Ein Hammer-Album, aufgenommen im Zentrum des US-Bluesrock, in Austin/Texas, im Studio mit dabei Musiker aus John Mellencamps und Eric Claptons Band. Hervorragendes Songwriting, vielseitig und dynamisch arrangiert, mit fesselnden Gitarrensoli und Twin-Leads der beiden Brüder – so muss Blues Rock klingen! Stevie und Alan Nimmo sind zwei Künstler mit ausgeprägten individuellen Fähigkeiten, und so erstaunt es nicht, dass sie auch solo sehr erfolgreich unterwegs sind; Alan mit seiner Band «King King», und sein älterer Bruder Stevie mit dem «Stevie Nimmo Trio». Doch zusammen sind sie unschlagbar, erst recht auf der Bühne. Kein Wunder, dass ihr Schaffen 2015 und 2016 mit dem British Blues Award als beste Bluesband ausgezeichnet wurde. Die beiden Schotten und ihre fantastische Band spielen bei jedem Konzert, als gäb's kein Morgen mehr. The Nimmo Brothers gehören zum Besten, was Grossbritanien seit dem Blues-Boom der 1960er Jahre gesehen hat – deshalb: Wer sie heute verpasst, wird das morgen bereuen. Oder womöglich gar ein Leben lang. (rk)


Einlass: 19:00 Uhr
Blues

Classic-Blues Night

Othella Dallas, feat. Yvonne Moore, Sam Burckhardt (CH, USA)
Marla Glen (USA)


Othella Dallas feat. Sam Burckhardt und Yvonne Moore

Othella Dallas (voc) feat. Yvonne Moore (voc) & Sam Burckhardt (sax)
Alex Hendriksen (sax)
Ueli Gasser (g)
Angelo Signore (p)
Michael Chylewski (b)
Lukas Gasser (dr)

Wir hatten schon mehrere Male das Glück, unsterbliche Blues-Legenden zu bewundern. Doch bei einer ganz bestimmten Künstlerin ist dieses Glück noch eine Spur spektakulärer; weil ihre Geschichte tatsächlich in die Gründerzeit des Blues zurückreicht, weil sie inzwischen eine von uns ist, hier in Basel lebt – und weil sie dem Begriff «unsterblich» neue Dimensionen verleiht: Othella Dallas. Vier Musik-Generationen hat sie hinter sich – und auf der Bühne singt und tanzt sie mit 93 Jahren (!) noch immer mindestens so energievoll wie eine Dreissigjährige. Schlicht und einfach phänomenal! Wenn Othella nun in Basel zusammen mit der Schweizer Ausnahme-Sängerin Yvonne Moore und unserem in den USA lebenden Blues-Ambassador Sam Burckhardt die Bühne betritt, machen wir uns nichts vor: Es gibt eine Sommerzeit, eine Winterzeit – und eine Othella Dallas-Zeit. Oder anders: Sie wird stillstehen, die Zeit.

Alles, nur nicht stillstehen wird Othella Dallas. Kann sie nicht, will sie nicht – Tanzen ist ihr Herzschlag. Geboren wurde sie 1925 in Memphis. Mit fünf Jahren wurde sie von ihrer Mutter, der ersten im Radio zu hörenden afroamerikanische Pianistin, auf den Esstisch gehoben mit der Aufforderung, Stepp zu tanzen. Ihr Babysitter war kein Geringerer als W.C. Handy, einer der Urväter des Blues (seine Komposition «Memphis Blues» von 1912 gilt als erster veröffentlichter Blues-Song der Geschichte). Während Grossmutter einkaufen ging, liess sie Othella in der Beal Street bei W.C.; der sang dem Mädchen seine Stücke vor und sagte: «Okay Girl, Stepptanz, Digidigidigidi ...!» Mit 19 wurde ihr Tanztalent von der legendären Choreografin Katherine Dunham entdeckt. Othella verfeinerte ihre Kunst in New York und reiste nach Europa, wo sie 1949 in Paris den Schweizer Peter Wydler kennenlernte, heiratete und schliesslich eine zweite Karriere als Jazzsängerin begann. Othella Dallas sang und tanzte mit Stars wie Edith Piaf, Sammy Davis Jr., Cole Porter, Quincy Jones, King Curtis oder Nat King Cole, erhielt von Duke Ellington zwei Songs auf den Leib geschrieben – und trat im legendären Apollo Theatre in Harlem auf. 1960 liess sie sich in der Schweiz nieder; es wurde ruhiger um sie, die Familie hatte Vorrang. Dem Tanz blieb Othella treu; sie gründete in Zürich eine Tanzschule und unterrichtete Margrit Läubli, Ruedi Walter und Margrit Rainer. Seit 1975 wohnt die Grand Old Lady des Blues und Jazz nun in Basel, wo sie bis heute ebenfalls Tanz unterrichtet. Mit über 80 Jahren lancierte sie ihre Gesangskarriere neu und ist seither regelmässig unterwegs mit ihrer fantastischen Schweizer Band. Als Special Guests wird sie im Volkshaus zwei Blues-Diamanten aus der Schweiz begrüssen: Einerseits Yvonne Moore, hierzulande eine der renommiertesten, faszinierendsten und vielseitigsten Stimmen – und dieses Jahr hochverdient für den Swiss Blues Award nominiert. Andererseits Sam Burckhardt (Swiss Blues Award 2008), der Saxophonist und Heimweh-Basler, der damals von Blueslegende Sunnyland Slim nach Chicago gerufen wurde und seither in der US-Szene tief verankert ist. Diesen Abend werden Sie nie vergessen; auch deshalb, weil Othella den Mojo danach gleich weitergeben wird – an die grossartige US-Sängerin Marla Glen. rk


Marla Glen
Sie ist vielleicht eines der grössten Blues- und Soul-Talente

Marla Glen (voc)
Cheri Kedida (bv)
Claudine Abusu (bv)
Catrin Groth (sax)
Katrin Ebbert (b)
Gert Neumann (g)
Gereon Basso (dr)
Bruno Seletkovic (key)

Sie ist vielleicht eines der grössten Blues- und Soul-Talente der vergangenen Jahrzehnte – und gleichzeitig eine der am meisten missverstandenen Künstlerinnen. Alles Mögliche wurde über die US-Sängerin im Nadelstreifenanzug und mit tief ins Gesicht gezogenem Hut geschrieben; das Wichtigste kommt nicht selten zu kurz: dass sie ein sehr sensibler und expressiver Mensch ist – und dass sie mit wunderbaren eigenen Songs und dunkler, rauchiger Stimme ihrem Publikum mitten ins Herz trifft. Ihr lustvolles Spiel mit den Geschlechterrollen wird überbewertet, ihr eigentlicher Joker ist und bleibt die Musik. Jetzt kommt sie zu unserer grossen Freude nach Basel: Marla Glen.

1960 geboren und aufgewachsen in Chicago, wurde Marla als 5-jähriges Mädchen bereits von der Kraft des Blues erfasst: durch eine kleine Plastik-Mundharmonika, geschenkt von einem Mann aus der Nachbarschaft. Dass der Mann Muddy Waters hiess, und was dieser Name bedeutet, erfuhr sie erst später. Mit 11 schrieb sie ihren ersten Song («Repertoire», das Stück landete später auf ihrem Platin-Album «Love and Respect»). Mit 15 sang und spielte Marla bereits im Stil der Grossen, im berühmten Chicagoer Club «Kingston Mines», wo sie im Schutz von Uncle Billy (dem renommierten Bluesmusiker Billy Branch) auf die Bühne gelassen wurde. Mit 18 brillierte sie bei Jamsessions in Chicago, Detroit, New York, jobbte in Kalifornien als Assistentin für die legendäre Nina Simone und lief dort auch Bo Diddley über den Weg. Beide gaben dem Multitalent wertvolle Tipps fürs Leben, und dennoch fand Marla den Rank nicht sogleich. Erst 1990 kam ihr Karrierezug ins Rollen, als sie bei einem Wettbewerb das Ticket zur Teilnahme an einem Festival in Frankreich gewann. Marla begeisterte, blieb gleich in Frankreich, gründete dort eine Band und begann ihre Bilderbuchkarriere in Europa. Das Energiebündel erhielt schon bald einen Plattenvertrag, zog nach Deutschland, schaffte es 1993 mit ihrem ersten Album «This is Marla Glen» auf Anhieb in die D- und CH-Charts – und toppte das Ganze zwei Jahre später noch mit ihrem Erfolgsalbum «Love and Respect». Ein Song aus diesem Album («Believer») wurde schliesslich für einen C&A-Werbespot verwendet, ein paar Jahre später dasselbe mit ihrer umwerfenden Interpretation des James Brown-Hits «It's A Man's World», welche die Hymne für ein Männerparfüm wurde. Inzwischen war Marla Glens Radio-, TV- und Bühnenpräsenz beachtlich, vor allem in Europa. Nach diesen Erfolgen wurde ihre Laufbahn durch eine Reihe von Höhepunkten und Tiefschlägen geprägt, doch die Ausnahmekünstlerin machte die ganze Zeit hindurch hochkarätige Musik, produzierte fantastische Platten («Dangerous» 2006, «Humanology» 2011, «Here I Am – Live» 2016) und beweist mit ihrem brandneuen Album «Unexpected» nun eindrücklich, dass sie in der Form ihres Lebens ist: ausdrucksstark, selbstbewusst und berührend wie nie zuvor. Die Musikwelt wartet gespannt auf die von Stacey McClain verfasste, autorisierte Marla Glen-Biografie, die demnächst erscheinen soll. Eines wissen wir schon jetzt: Auf der Bühne ist Marla am stärksten. Ein emotionales Kraftpaket im Spannungsfeld von Blues, Soul, Afro, Jazz und Rock'n'Roll. Einzigartig! (rk)


Einlass: 19:00 Uhr
Essen/Trinken

Festival All Stars Blues Brunch

So, 14.4.2019, 11:00 - 13:00 |

Und noch einmal heisst es:"Hier spielt der Blues". Mit dem Blues Brunch am Sonntag, 11.00 Uhr schliesst das diesjährige Blues Festival Basel.

In den vergangenen Jahren wurde der Blues Brunch mit den Festival Allstars als Abschlussveranstaltung von vielen Besuchern als der heimliche Höhepunkt des Festivals bezeichnet und war immer sehr schnell ausverkauft.

Das Geheimnis des Erfolgs ist die hohe Bereitschaft aller Künstler, sich an der Jamsession zu beteiligen und mit Musiker-Kolleginnen und -Kollegen kreativ und gekonnt zu improvisieren. Auch den international erfolgreichen Stars bietet sich selten eine solche Gelegenheit und es macht ihnen ganz offensichtlich einen ungewohnt grossen Spass.

Mit reichhaltigem Brunch und vielen Gästen.
Ereignisse / Festspiele Salzburger Festspiele Salzburg, Herbert von Karajan Platz 11
Ereignisse / Festival Lucerne Festival Luzern, Hirschmattstr. 13
Ereignisse / Festival Tonlagen Dresden Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Ereignisse / Kinderprogramm Mülheimer Theatertage Mülheim an der Ruhr, Akazienallee 61
Ereignisse / Festival Acht Brücken Musik für Köln Köln, Bischofsgartenstraße 1
Ereignisse / Festival Museumsnacht Bern Bern 8, Postfach
Ereignisse / Messe Discovery Art Fair Köln Köln, Gladbacher Wall 5
Ereignisse / Festival Maerzmusik Berlin Berlin, Schaperstraße 24
Ereignisse / Festival Osterfestival PSALM Graz Graz, Sackstraße 17, Palais Attems/Parterre
Ereignisse / Festival Styriarte Graz Graz, Sackstraße 17
Ereignisse / Festspiele Händelfestspiele Halle Halle, Große Nikolaistraße 5
Ereignisse / Festival Young Euro Classic Berlin Berlin, Meierottostr. 6
Ereignisse / Festival Lange Nacht der Dresdner Theater Dresden, Theaterstraße 2
Ereignisse / Festival Festival intonations Berlin Berlin, Lindenstr. 9-14
Ereignisse / Festival Richard-Strauss-Festival Garmisch-Partenk., Schnitzschulstr. 19
Ereignisse / Festspiele Salzburger Pfingstfestspiele Salzburg, Herbert von Karajan Platz 11
Ereignisse / Festival Jazz- and Blues-Days Beringen Beringen, Schulstrasse 3
Ereignisse / Festival Vienna Blues Spring Wien, Hadikgasse 62
Ereignisse / Festival Theatertreffen Berlin Berlin, Schaperstraße 24
Ereignisse / Festival RADIKAL JUNG MÜNCHEN München, Brienner Straße 50
Ereignisse / Festival Fumetto Comic-Festival Luzern Luzern, Rössligasse 12
Ereignisse / Festival Internationales Musikfest Kreuth
Ereignisse / Festspiele Domstufen-Festspiele Erfurt Erfurt,
Ereignisse / Festival intersonanzen Fest der Neuen Musik Potsdam, Charlottenstr. 31
Ereignisse / Festspiele Darmstädter Residenzfestspiele Darmstadt, Mauerstraße 17

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