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Staatsschauspiel Dresden
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Theater

Das Blaue Wunder

von Thomas Freyer, Ulf Schmidt

Uraufführung: 26. Januar 2019

„So geht’s nicht weiter. Etwas muss sich ändern. Grundlegend und sofort.“ Davon überzeugt, bricht eine Gruppe Dresdner Bürger zu neuen Ufern auf. Natürlich per Schiff; die Dresdner sind erfahrene Dampfschifffahrer. Der Kurs ihrer Reise geht hart nach rechts, ihr Logbuch ist das „Blaue Buch“, in dem die Grundlinien für eine alternative Zukunft beschrieben werden.
Verrückt, auf wie viele Fragen dieses Buch eine Antwort hat! Natürlich darauf, wie das Zusammenleben auf dem Schiff organisiert werden muss, und was dabei die Frauen zu tun und zu lassen haben, und wie man die Geburtenrate steigert, damit am Ende der Reise die Richtigen in der Mehrzahl sind. Steht alles drin im „Blauen Buch“. Ebenso, was man mit einer erfahrende Schiffsmannschaft macht, von denen keiner eine Deutsche oder ein Deutscher ist ...
Das „Blaue Buch“ gibt Antworten, wo andere nur Fragen stellen. Mit Fragen aber kommt keiner zu neuen Ufern. Ressentiments und Zweifel bringen vom rechten Kurs ab! Gut, dass die Passagiere davon nicht gequält werden. Sie kämpfen dafür, dass das „Blaue Buch“ konsequent umgesetzt wird.
Wenn einigen das übertrieben und radikal erscheint, sei’s drum: Für einen Kurswechsel braucht es Entschlossenheit. Wo gehobelt wird, da fallen Späne, und wenn Dresden die Hauptstadt der Bewegung werden soll, dann darf nicht gekleckert werden.
Volker Löschs neue Inszenierung spielt mit grotesker Überzeichnung durch, was passiert, wenn die politischen Forderungen der neuen Rechten kompromisslos umgesetzt werden. Und fragt: Wer leistet in Dresden Widerstand dagegen?

Regie: Volker Lösch
Bühne: Cary Gayler
Kostüme: Carola Reuther
Licht: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Theater

Ein Sommernachtstraum

von William Shakespeare

Eine Handwerkertruppe soll zu Theseus’ Hochzeit in Athen ein Schauspiel aufführen, doch die nächtlichen Proben im Wald vor der Stadt scheitern kläglich. Der Streit zwischen Elfenkönigin Titania und ihrem Gatten Oberon führt zu einem Liebeschaos, das alle Umherirrenden ergreift: Handwerker Zettel wird in einen von Titania geliebten Esel verwandelt, Pucks Zauber narrt zwei geflüchtete Athener Liebespaare und lässt sie im Sekundentakt die Partner wechseln, die heimelige Waldwelt wird zum tosenden Strudel verborgener Wünsche, zum Wahn aus Leidenschaft, Schmähung, Begehren und Scham. Erst knapp vor dem Morgengrauen lässt Oberon die traumtrunkenen Athener zurück in die Stadt. Wie soll man angesichts dieses Spektakels ein Schauspiel proben und aufführen können? Und war die Traumnacht selbst nicht ein großes, zauberreiches Schauspiel, doch aufgeführt von wem, für wen und wozu?

EIN SOMMERNACHTSTRAUM gilt als erster Höhepunkt in William Shakespeares Komödienschaffen. Geschrieben anlässlich einer Hochzeit von Adligen präsentiert der Autor die Höhenflüge der ewigen Liebe ebenso wie ihre Schattenseiten, der keine Art von Eifersucht, Manipulation und Macht fremd sind. Virtuos jagt er seine Figuren durch Traum, Wachheit und Wahn, spielt mit der Fantasie der Figuren ebenso wie mit der des Publikums. Die Banalität der magischen Verstrickungen wechselt sich unablässig mit dem Zauber des Menschlichen ab. Der Wunsch wird zum Alptraum und das Schauspiel zur Wirklichkeit, in einem Wort: „Bombastisch, jubelnd, es wird lustig werden.“

Regie: Friederike Heller
Bühne und Kostüme: Sabine Kohlstedt
Musik: Peter Thiessen
Dramaturgie: Katrin Schmitz
Licht: Peter Lorenz
Konzert

Geächtet

von Ayad Akhtar

Deutsche Fassung Barbara Christ

AMIR Der Islam kommt aus der Wüste. Von Menschen, die streng ge-dacht und streng gelebt haben. Für die das Leben etwas Hartes, Erbarmungsloses war. Etwas, das man erleiden muss … Juden haben anders auf diese Situation reagiert. Sie haben immer und immer und immer wieder drüber diskutiert … Ich meine, schau in den Talmud. Sie betrachten die Dinge aus hundert verschiedenen Blickwinkeln, wollen alles relativieren, leichter machen, lebbarer … Was sie auch tun – Muslime machen es anders. Muslime denken nicht darüber nach. Sie unterwerfen sich. Genau das bedeutet übrigens Islam. Unterwerfung.

Dem aufstrebenden New Yorker Anwalt Amir Kapoor könnte es nicht besser gehen: Demnächst soll er zum Partner der jüdischen Kanzlei werden, in der er arbeitet, er ist verheiratet mit der erfolgreichen und gut­aussehenden Künstlerin Emily, und von seinen pakistanischen Wurzeln hat er sich so vollkommen distanziert, dass er ein Vorbild an Integration darstellt. Doch als Emilys Galerist Isaac und Amirs Kollegin Jory zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen werden, zeigt die glänzende Fassade mit zunehmendem Alkoholkonsum schnell ihre Risse. Unterdrückte Vorurteile und rassistische Klischees werden auf den Tisch gepackt, Anschuldigungen erhoben und Affären aufgedeckt. Religiöse Konflikte und karrieristische Bestrebungen wechseln sich rasant mit persönlichen Verletzungen und Eifersucht ab, bis die unterschwelligen Bilder, die man sich vom anderen gemacht hat, plötzlich Wirklichkeit werden.

Ayad Akhtars Erfolgskomödie GEÄCHTET wurde 2013 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, 2016 von der Fachzeitschrift Theater heute zum besten ausländischen Stück gewählt und erhielt 2017 den Nestroy-Preis. Wie unter einem Brennglas lässt Akhtar in einer Gruppe wohl­situierter und bestens angekommener Bürger die schwelenden Konflikte um religiöse Ignoranz, falsch verstandene Assimilation, ethnische Vorurteile und alltäglichen Rassismus Feuer fangen, bis die Katastrophe unausweichlich ist.

Regie: Nicolai Sykosch
Bühne und Kostüme: Stephan Prattes
Licht: Jürgen Borsdorf
Dramaturgie: Jörg Bochow, Katrin Schmitz
Familienprogramm

Sophie im Schloss des Zauberers

nach dem Roman von Diana Wynne Jones

in einer Fassung von Katrin Breschke und Mina Salehpour

Sophie sucht das Glück, aber sie ist die älteste dreier Schwestern und im Lande Ingari wissen alle, dass das älteste Kind am schnellsten und schlimmsten versagen wird. Und so tappt Sophie in ein Fettnäpfchen nach dem anderen. Und dann wird sie von der Hexe der Wüste auch noch in eine alte Frau verwandelt! Sophie entschließt sich, ihr zu Hause zu verlassen und im fliegenden Schloss des Zauberers Howl als Gehilfin anzuheuern. Hier putzt sie, bereitet das Essen zu und steckt neugierig ihre Nase in Dinge, die sie nichts angehen. Sie muss den Feuerdämon Calcifer bei Laune halten, dem Lehrling Michael bei seinen Zaubereien helfen und Howl daran hindern, ihrer Schwester das Herz zu brechen. Denn dafür ist Howl bekannt und gefürchtet: Mädchen das Herz zu brechen. Und dann ist da noch ein vermisster Hexenmeister, ein verlorener Prinz und eine wilde Vogelscheuche – nicht zu vergessen, dass Sophie von ihrem Alterszauber befreit werden muss. Eine Menge an zu lösenden Geheimnissen, Abenteuern und Heldentaten warten auf Sophie, Howl und Michael. Abenteuer, die Sophies Selbstbewusstsein stärken, sie wachsen lassen und ihr vor allem zeigen, dass sie zwar die älteste Schwester, aber auf gar keinen Fall eine Versagerin ist.
Der jetzt für die Bühne adaptierte Roman der englischen Autorin Diana Wynne Jones diente auch als Vorlage für den Animationsfilm DAS WANDELNDE SCHLOSS von Hayao Miyazakio.

Regie: Mina Salehpour
Bühne: Andrea Wagner
Kostüme: Maria Anderski
Musik: Sandro Tajouri
Dramaturgie: Katrin Breschke
Licht: Andreas Barkleit
Theater

Odyssee

von Roland Schimmelpfennig

Homers ODYSSEE ist das früheste große europäische Epos über eine Kolonialisierung und ihre Folgen. In ihm schlägt sich zugleich, wie Horkheimer und Adorno anmerkten, „die Erinnerung an Geschichte nieder, welche Sesshaftigkeit, die Voraussetzung aller Heimat, aufs nomadische Zeitalter folgen ließ.“ Die zehnjähre Irrfahrt des mythischen Helden Odysseus, der durch seine List den Krieg gegen Troja entschieden hatte und danach über das Mittelmeer trieb, um seine Heimatstadt Ithaka zu erreichen, zeigt, wie der Krieg in der Fremde die Kolonisatoren selbst zu Nomaden und Migranten macht. Odysseus ist sich selbst, seiner Heimat und seiner Frau Penelope fremd geworden, und als Fremder kehrt er zurück – aber wohin?
Roland Schimmelpfennig, dessen Texte eine neue Form dramatischer Literatur bilden und weit über den deutschsprachigen Raum gespielt werden, hat im Auftrag des Staatsschauspiels Dresden die ODYSSEE neu und für die Bühne des Schauspielhauses geschrieben. Wie auch bei Homer werden in seiner ODYSSEE viele der Ereignisse nicht unmittelbar dargestellt, sondern als bereits vergangene erzählt oder auch erfunden. Penelope liebt einen Lehrer in dessen Kleinwagen, der Lehrer erzählt immer neue Geschichte von Odysseus, bis dieser schließlich heimkehrt nach Ithaka. Auf dem Weg dorthin fragen sich Odysseus und seine Begleiter, was das eigentlich ist, Heimat, und ob es ein Grundrecht darauf gibt. Sie begegnen dem Zyklopen, der die Eindringlinge vernichten will, andere nehmen sie auf und feiern mit ihnen, aber der kurze Willkommensrausch ist schnell vorbei.

Regie: Tilmann Köhler
Bühne: Karoly Risz
Kostüme: Susanne Uhl
Musik: Jörg-Martin Wagner
Licht: Michael Gööck
Dramaturgie: Jörg Bochow
Theater

Der Untertan

nach dem Roman von Heinrich Mann

in einer Spielfassung von Jan-Christoph Gockel und Julia Weinreich

Der ‚Untertan‘ ist Diederich Heßling – „ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt.“ Er misstraut dem Vater und verehrt ihn doch. Die Macht der Schule ist ihm zuwider, den strengen Einsatz des Rohrstocks lobt er trotzdem. Heßling ist einer, der nach oben buckelt und nach unten tritt.
In einer bitteren Satire analysierte Heinrich Mann visionär die nationalistische Politik und deutsche Mentalität der Vorkriegszeit und zeichnet eine Gesellschaft und ihre Protagonisten, die sich immer willenloser von den Strömungen des Zeitgeistes treiben lassen. Sie huldigen einem falschen Patriotismus und sind rücksichtslos auf ihre kleinen Vorteile bedacht. Die herrschende Moral ist doppelbödig. Eine Moral, die sich allein nach dem persönlichen Nutzen ausrechnet – mal kommt eine Brise Antisemitismus gelegen, mal die Angst vor dem Sozialismus. Frauen sind begehrenswert, wenn sie reiche Erbinnen sind oder sich in jenen Tabuzonen bewegen, die nicht zum Bereich der Öffentlichkeit gehören. Kurt Tucholsky rühmte den Roman als „Enthüllung des deutschen Seelenzustandes“ und als „Anatomie-Atlas“ des Wilhelminischen Kaiserreichs. – Heute sind die Fürsten lange fort. Und der deutsche Untertan? Gibt es ihn noch?

Regie: Jan-Christoph Gockel
Bühne: Julia Kurzweg
Kostüme: Sophie Du Vinage
Puppenbauer: Michael Pietsch
Musik: Anton Berman
Licht: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Julia Weinreich
Theater

Der gute Mensch von Sezuan

von Bertolt Brecht, Version 1943

mit Musik von Paul Dessau

Die Götter sind beunruhigt. Von der Erde erreicht sie die Nachricht, dass es auf dieser keine guten Menschen gibt: Sind da womöglich bei der Schöpfung eklatante Fehler gemacht worden? Anlass genug jedenfalls für die Götter, sich selbst ein Bild zu machen. In Sezuan treffen sie auf die mittellose Prostituierte Shen Te, die ihnen als Einzige Obdach gewährt. Die gute Tat bleibt nicht unbelohnt: Vom göttlichen Mikrokredit kauft sie sich einen Tabakladen. Ihre Gastfreundschaft und ihr bescheidener Wohlstand werden jedoch von ihrer Kundschaft schamlos ausgenutzt. Unglücklich über die Ausbeutung, die ihr widerfährt, weiß sich Shen Te nicht anders zu helfen und erfindet den skrupellosen Vetter Shui Ta als kapitalistisches Alter Ego. Bald schon prosperiert der kleine Tabakladen und wird zum ausbeuterischen Tabakimperium. Für Shen Te jedoch beginnt ein Hürdenlauf: Ist es möglich, gut zu sein und doch zu leben? Wie kann ein Mensch im Angesicht von Armut, Konkurrenz und Unterdrückung dennoch das Gute bewahren? Brecht selbst verweigert in seiner Fabel über das Gute im Menschen jede Antwort: „Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss! Es muss ein guter da sein, muss, muss, muss.“

Regie: Nora Schlocker
Bühne: Jessica Rockstroh
Kostüme: Caroline Rössle Harper
Musik: Benedikt Wolfgang Schiefer
Chorleitung: Anne Horenburg
Licht: Jürgen Borsdorf
Dramaturgie: Julia Weinreich
Theater

Hamlet

von William Shakespeare

In Dänemark ist nichts, wie es war. Die bisherige Ordnung gibt es nicht mehr. Dem krisengebeutelten dänischen Königreich droht der Untergang; etwas ist faul im Staate. Mittendrin der Königssohn: Hamlet.
Der taumelt – in sich selbst gefangen und traumatisiert von der Hochzeit seiner Mutter mit dem potenziellen Vatermörder – durchs Leben. Antworten auf die quälenden Fragen seiner Existenz findet er keine. Gerade eben hat Hamlet noch seinen Vater zu Grabe getragen, da muss er seinen Onkel als neuen Mann der Mutter akzeptieren. Und Ophelia, die er liebt, spioniert ihm nach im Dienste seiner vermeintlichen Gegner. Eine Welt aus Lug und Trug, so scheint es Hamlet. Woher sollte da noch Vertrauen kommen? Hamlet strauchelt. Er schwankt. Er will handeln und tut es lange nicht. Innerlich zerrissen, will er den Tod seines Vaters rächen. Und damit setzt er ein mörderisches Spiel in Gang.

Regie: Roger Vontobel
Bühne: Claudia Rohner
Kostüm: Ellen Hofmann
Musik: Woods Of Birnam
Dramaturgie: Robert Koall
Licht: Michael Gööck
Theater

Yerma

von Federico García Lorca

aus dem Spanischen von Susanne Lange

Er ist einer der bedeutendsten Dichter Spaniens des 20. Jahrhunderts: Federico García Lorca, geboren 1898 im andalusischen Weiler Fuente Vaqueros nahe Granada; seine Stücke schmücken die Spielpläne von New York bis Berlin noch heute – über 80 Jahre nach seiner Ermordung durch die nationalistischen und erzkatholischen Falangisten.

Der renommierte Regisseur Andreas Kriegenburg, der am Staatsschauspiel Dresden bereits BERNARDA ALBAS HAUS gezeigt hat, wird nun Lorcas Tragödie YERMA aus dem Jahre 1934 über das ausweglose Leid der Kinderlosigkeit in Szene setzen.
Es ist ein Stück über Unerfülltheit: Lorcas Heldin, Yerma – schon der Name bedeutet in seiner literarischen Übersetzung „Die Brache“ –, ist die Frau eines einfachen Bauern. Anfänglich glücklich verheiratet, droht sie schon bald über der vermeintlichen Schande, nicht schwanger zu sein, verrückt zu werden; Kinder gebären wird schließlich als raison d’etre vorausgesetzt. Doch Yermas Liebesleben ist so körperbetont wie das der Hildegard von Bingen. So gehen die Jahre dahin und ihr Wunsch nach Kindern und der Druck der Gesellschaft, in der sie lebt, werden unerträglich. Dumm nur, dass ihr Mann Juan seinerseits so gar kein Interesse an der Reproduktion hat. Zudem erlaubt Yerma der Ehrenkodex keinen Treuebruch. Ihre Verfasstheit und die Umstände zwingen sie schließlich zu einer unwiderruflichen Tat – der Ermordung ihres Ehemanns.

Lorcas dunkle Poesie rückt die Not Yermas in die Sphären des Traumhaften, die im Symbolischen verhaftet sind; er zeigt uns eine Frau, die außerhalb des Lebens steht. Eine zutiefst menschliche Erfahrung – eben darin ist sie uns so nah.

Regie: Andreas Kriegenburg
Bühne: Harald Thor
Kostüme: Andrea Schraad
Musik: Marcel Blatti
Licht: Peter Lorenz
Dramaturgie: Julia Weinreich
Theater

Die Affäre Rue de Lourcine

von Eugène Labiche

Es war ein feuchtfröhlicher Abend. Nicht nur ein Glas wurde zu viel getrunken. Die Erinnerung an die letzten Stunden der Nacht sowie die Erinnerung an den Weg nach Hause sind nur noch unscharf vorhanden. Jetzt brummt der Kopf. So geht es Monsieur Lenglumé, als er am Morgen in seinem Bett erwacht. An alle Details der letzten Nacht kann er sich definitiv nicht mehr erinnern. Im Bett neben ihm liegt dann auch nicht seine Frau, sondern ein ihm fremder Mann – Monsieur Mistingue. Was ist passiert? Weitere Indizien geben Rätsel auf: Kohlenstücke in den Hosentaschen der Männer, eine blonde Locke, ein Damenhäubchen und ein Frauenschuh ohne Besitzerin im Schlafzimmer des Herrn Lenglumé. Der Filmriss ist perfekt. Um seine Frau nicht zu beunruhigen, stellt Lenglumé den fremden Bettnachbarn als alten Freund vor. Alle versammeln sich um den Frühstückstisch. Da bestätigt die morgendliche Zeitungslektüre alle Befürchtungen: In der Rue de Lourcine wurde ein Mädchen ermordet. Man nimmt an, dass es sich um zwei Täter handelt ... Eugène Labiche zeichnet in seiner Komödie mit bösem Witz Charaktere am Abgrund. Anstatt nach Aufklärung zu streben, suchen sie nach Vertuschung und sind bereit, lästige Mitwisser skrupellos umzubringen, um die bürgerliche Fassade aufrechtzuerhalten und die eigenen Hände in Unschuld zu waschen.

Regie: Michael Talke
Bühne: Barbara Steiner
Kostüme: Tabea Braun
Dramaturgie: Katrin Breschke
Licht: Michael Gööck
Aufführung

Circus Sarrasani. The Greatest Show on Earth

ein Abend von und mit Rainald Grebe

Jahrelang gab es für viele nichts Aufregenderes als einen Zirkusbesuch. Menschen aller Stände, Klassen und Schichten strömten auf der Suche nach dem wohligen Schauer hinter sicheren Gittern, dem atemlosen Staunen über waghalsige Salti und der hemmungslosen Heiterkeit der Clowns in das Rund der Arena. Keiner, der je dort war, konnte den Geruch von Sägespänen, Tieren, Schweiß und Popcorn vergessen; keiner die Erwartung, gerade heute den ungeheuerlichsten Attraktionen aus den entlegensten Orten der Welt zu begegnen. Live, handgemacht, ohne Netz und doppelten Boden!
Zu jenen magischen Orten der Unterhaltung gehörte der Circus Sarrasani. Um 1900 von Ernst Stosch-Sarrasani in Dresden gegründet, war er bald einer der größten und elegantesten in Europa. Kurz vor dem 1. Weltkrieg wurde in der Dresdner Neustadt ein festes Zirkusgebäude errichtet, das „Theater der 5000“. Heute scheint die Zeit des Zirkus zu Ende, nicht nur in Dresden. Die Gründe sind vielfältig. Der Zirkus war Weltausstellung, Völkerschau, Panoptikum und Jahrmarkt. Doch nie galt er als Kunstform, nie erfuhr er staatliche Förderung, immer stak er mittendrin in der Marktwirtschaft. Ein internationales Ding. Ein Riesenunternehmen. Ein Übertreibungsapparat. – Rainald Grebe macht sich auf die Suche nach Sarrasani, nach dem verlorenen Zirkus, auf die Suche nach Artisten und Raubtieren, nach U und E. Manege frei für ein Stück Dresden.

Regie: Rainald Grebe
Bühne: Janna Skroblin
Kostüme: Ira Hausmann
Musik: Jens-Karsten Stoll
Licht: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Theater

Erniedrigte und Beleidigte

nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski

„ … aber was soll ich tun, wenn ich bestimmt weiß, dass die Grundlage aller menschlichen Tugenden der größte Egoismus bildet.“

Dostojewski lässt in seinem Roman, erschienen 1861, den fiktiven Autor Iwan Petrowitsch auf den Zyniker Fürst Walkowski treffen, dem es Vergnügen bereitet, alles Gerede über Altruismus und selbstaufopfernde Liebe als bloße Illusion zu verspotten. Beide begegnen sich eines Abends im von Dostojewski als düsterer Großstadtmoloch geschilderten Petersburg. Walkowski hat seinen Sohn, den willensschwachen, kindlichen Aljoscha, bei seinem Verwalter und dessen Familie, den Ichmenews, untergebracht, bei denen auch der junge Dichter aufwuchs. Die Tochter der Ichmenews, Natascha, verliebt sich und verlässt mit Aljoscha die Familie. Walkowski verklagt seinen Verwalter und bezichtigt ihn der Intrige. In rasanter Folge gehen die Liebesverwirrungen sowie deren skrupellose Instrumentalisierung und der soziale Abstieg ganzer Familien ineinander über. Despotisch ist nicht nur der Fürst, sondern alle Figuren sind von ihrem verletzten Selbst und der Sucht nach Genugtuung getrieben. Hinter den großen Emotionen aber geht es schlicht um Vermögensanteile: „Das Leben ist ein Handelsgeschäft; werfen sie ihr Geld nicht umsonst weg“, rät Walkowski dem mittellosen Dichter.

Regie und Bühne: Sebastian Hartmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Chorleitung: Christine Groß
Bild/Installation: Tilo Baumgärtel
Lichtdesign: Lothar Baumgarte
Licht: Peter Lorenz
Dramaturgie: Jörg Bochow
Theater

Maria Stuart

von Friedrich Schiller

Gericht und Parlament haben getagt, die Urteile sind gesprochen. Elisabeth, Königin von England, zögert. Bei ihr allein liegt die Entscheidung über Leben und Sterben der Stuart. Doch sie zaudert, hin- und hergerissen zwischen Staatsinteressen, Verwandtschaftsgefühlen, uralten Königsmörderängsten, Herzenshass auf die Rivalin und ein paar ungewohnten Gewissensbissen. Ihre Berater streiten. Baron Burleigh, dem die Staatsräson wie eine zweite Haut über den Leib gewachsen ist, drängt: Tod der Frau, Tod den Katholiken und Franzosen. Graf Leicester, überzeugt, Elisabeth wie Maria ein fester Halt im Staat und als Liebhaber sein zu können, schwankt zwischen den Parteien. Und ausgerechnet Talbot, der für England jahrelang über Maria wachte, rät zur Gnade.
Die schöne Stuart, Maria, Königin von Frankreich und Schottland, hat die Titel längst verwirkt. Ihr Anspruch auf den englischen Thron jedoch besteht fort und macht ihre Flucht aus den schottischen Revolten in den Gewahrsam ihrer protestantischen Großtante Elisabeth fragwürdig. Schnell wird sie zum Idol all derer, die mit dem zwiespältigen Fortschritt der Zeit nicht zurande kommen: nicht mit dem neuen Reichtum, den Piraterie und Handel ins Land schwemmen, nicht mit der theologischen Umwertung, die nach dem Bruch mit dem Papst um sich greift, erst recht nicht mit den neuen Herren, die sich durch die Instanzen des Staates nach oben kämpfen. Sie alle finden in Maria die verführerische Verkörperung ihrer Wünsche und eine willige Intrigantin. Zahlreich sind die Komplotte, die mit der Stuart in Verbindung gebracht werden; das letzte führt zu ihrem Todesurteil.

Regie: Thomas Dannemann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Regine Standfuss
Musik: Jan Beyer
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Licht: Michael Gööck
Kinderprogramm

Herr der Diebe

von Cornelia Funke

In den grauen Gassen des herbstlichen Venedigs stranden Prosper und Bo, nachdem sie vor ihrer Tante geflohen sind. Sie finden Unterschlupf im Sternenversteck des Herrn der Diebe, der durch seine Beutezüge sie und die Kinder Riccio, Wespe und Mosca versorgt. Plötzlich erhält die Bande einen geheimnisvollen Auftrag von einem noch viel geheimnisvolleren Conte: Sie sollen einen wertvollen Holzflügel stehlen. Doch dann stellt sich heraus, dass der Herr der Diebe in Wirklichkeit der besten venezianischen Gesellschaft angehört. Außerdem muss die Bande mit dem Privatdetektiv Victor fertig werden, der nach Bo und Prosper sucht. Und Ida Spavento, die Besitzerin des Holzflügels, entpuppt sich überraschend als große Hilfe auf dem Weg zum magischen Karussell, für das der Holzflügel bestimmt ist und mit dessen Hilfe man angeblich jünger und älter werden kann. Cornelia Funkes mehrfach ausgezeichneter Kinderbuch-Klassiker HERR DER DIEBE feiert die Kindheit in all ihren Facetten: mit Erwachsenen, die gerne wieder Kinder wären, und Kindern, die nichts lieber wollen, als möglichst schnell erwachsen zu sein. Voller Fantasie und Spannung wird der Weg der Kinder verfolgt, an dessen Ende sie entscheiden müssen, ob sie tatsächlich erwachsen sein wollen und dafür bereit sind, ihre Freundschaften, Träume und Wünsche der Kindheit aufzugeben.

Regie: Niklaus Helbling
Bühne: Alain Rappaport
Kostüme: Kathrin Krumbein
Musik: Felix Huber
Video: Elke Auer
Licht: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Katrin Schmitz
Theater

Searching for William

Woods of Birnam & William Shakespeare in concert

Ein Shakespeare-Abend mit Christian Friedel und Woods of Birnam
In englischer und deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Nicht nur in der viel beachteten HAMLET-Inszenierung von Roger Vontobel am Staatsschauspiel Dresden kam die Band „Woods of Birnam“ in Kontakt mit William Shakespeare. Ihr Bandname hatte als Grundlage einen gleichnamigen Song, in welchem Zeilen von Macbeths Schlussmonolog verarbeitet und mit moderner Popmusik verbunden wurden.
Alle „Shakespeare-Songs“ der Band bilden die Grundlage für einen konzertübergreifenden Abend, der das Theater nicht nur streift, sondern es bewusst benutzt. Sänger und Schauspieler Christian Friedel wird sich neben den Songs auch Monologen und Texten aus verschiedenen Stücken widmen, und das in der Originalsprache. Der Zuschauer begibt sich mit der Band auf die Suche nach den Ursprüngen der Songs. Erforscht werden die Stimmen der Vergangenheit, man folgt der wunderschönen alten englischen Sprache und spürt den Assoziationen ins Heute nach. „Hamlet“ und „Macbeth“ kommen ebenso zu Wort, wie auch Hexen, Geister und Narren, entsprungen aus der Welt des berühmten Theaterdichters.

Das gleichnamige Doppel-Album zu diesem Abend, inklusive ­einem 56-seitigen, aufwendig gestalteten Songbook, ist für 25,00 € im Handel sowie im Schauspielhaus erhältlich. Das Album ist in Kooperation mit dem Verlag Theater der Zeit erschienen.

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass während der Vorstellung Stroboskopeffekte eingesetzt werden, die bei Epileptikern oder epilepsiegefährdeten Personen unter Umständen Anfälle auslösen können. Wir bitten Sie um Beachtung.

Regie: Christian Friedel
Bühne: Hannah Rolland, Bernd Mahnert
Kostüme: Ellen Hofmann
Licht: Johannes Zink
Ton: Torsten Staub
Video: Clemens Walter
Aufführungen / Theater Schauspielhaus Zürich Zürich, Rämistrasse 34
Aufführungen / Konzert Berliner Philharmoniker Berlin, Herbert-von-Karajan-Str. 1
Aufführungen / Theater Theater an der Wien Das neue Opernhaus Wien, Linke Wienzeile 6
Aufführungen / Theater Schauspiel Köln Köln, Schanzenstr. 6-20
Aufführungen / Konzert Philharmonie Luxembourg Luxembourg, 1, Place de l'Europe
Aufführungen / Konzert Duisburger Philharmoniker Duisburg, König-Heinrich-Platz
Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Theater Theater Konstanz Konstanz, Konzilstraße 11
Aufführungen / Konzert Gürzenich-Orchester Köln Köln, Bischofsgartenstr. 1
Aufführungen / Oper Wiener Staatsoper Wien, Opernring 2
Aufführungen Glocke Bremen Bremen, Domsheide 6-8
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Aufführungen / Theater Vorarlberger Landestheater Bregenz, Seestr. 2
Aufführungen / Theater Lofft Leipzig Leipzig, Lindenauer Markt 21
Aufführungen / Theater Theater im Pfalzbau Ludwigshafen Ludwigshafen, Berliner Str. 30
Aufführungen / Oper Oper Köln Köln, Offenbachplatz
Aufführungen / Theater Theater Erfurt Erfurt, Theaterplatz 1
Aufführungen / Theater Deutsches Schauspielhaus Hamburg Hamburg, Kirchenallee 39
Aufführungen / Oper Staatsoper Stuttgart Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3