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Internationales Brucknerfest Linz

VISIONEN - Bruckner und die Moderne
vom 4.9. bis 11.10.2022


Das Internationale Brucknerfest Linz 2022 lädt das Publikum dazu ein, sich auf Spurensuche zu begeben: Eines der bedeutendsten Klassikfestivals Österreichs schließt in der fünften Ausgabe unter der Intendanz von Mag. Dietmar Kerschbaum auf seiner Entdeckungsreise durch den Kosmos von Leben und Werk Anton Bruckners thematisch den Kreis.

Heuer gilt die Aufmerksamkeit des Festivals unter dem Motto "Visionen - Bruckner und die Moderne" neuen musikalischen Welten, der Modernität des Linzer Komponisten und seinem Einfluss auf die Nachwelt. Überraschungen sind dabei vorprogrammiert, Verwunderungen nicht ausgeschlossen und Spannung ist garantiert, denn neben Vertrautem wartet ganz viel Neues darauf, gespielt, gehört und geliebt zu werden: Faszinierende Orchesterkonzerte mit großen Dirigenten, prominent besetzte Kammermusikabende, Publikumslieblinge und Superstars, Chor- und Kirchenkonzerte, tanzbare (Bruckner-)Beats an einem ungewöhnlichen Ort, ein wissenschaftliches Symposium, musikalische Raritäten, fantastische Klangwirkungen und magische musikalische Höhepunkte, die begeistern werden.

Kontakt

Internationales Brucknerfest Linz
Linzer Veranstaltungsgesellschaft mbH
Untere Donaulände 7
A-4010 Linz

Telefon: +43 / (0)732 / 7612-0
Fax: +43 / (0)732 / 7612-2069
E-Mail: kassa@liva.linz.at

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© Irene Zandl
Konzert

"Happy Birthday, Anton!"

Nils Mönkemeyer | Viola
casalQuartett
Felix Froschhammer | Violine
Rachel Späth | Violine
Markus Fleck | Viola
Andreas Fleck | Violoncello


Anton Bruckner (1824–1896): Streichquintett F-Dur, WAB 112 (1878–79)
Heinrich Kaminski (1886–1946): Streichquintett fis-moll (1916, rev. 1927)

Konzert zu Bruckners Geburtstag in Ansfelden

Obwohl Anton Bruckner, der sich selbst dezidiert „als Symphoniker“ verstand, der Kammermusik nur geringe Beachtung schenkte, schuf er mit seinem einzigen zu Lebzeiten veröffentlichten Gattungsbeitrag, dem 1879 vollendeten Streichquintett F-Dur, ein unbestreitbares Meisterwerk. Die enorme Diskrepanz zwischen dem naiven Erscheinungsbild des Komponisten und der kompromisslosen Modernität des Stückes veranlasste den späteren Brahms-Biographen Max Kalbeck gar zu der ‚Warnung‘: „Ja, Bruckner ist beiweitem der Gefährlichste unter den musikalischen Neuerern des Tages“. Ähnliche Reaktionen rief Heinrich Kaminski hervor, als er gut zwanzig Jahre nach Bruckners Tod erstmals mit einem großformatigen Werk in Gestalt seines Streichquintetts fis-moll an die Öffentlichkeit trat. Einerseits wurde er als Genie geadelt, der als legitimer Nachfolger Bruckners „den Blick in neues Land öffnet“, andererseits hielt auch hier der Rezensent Paul Ernst im Hinblick auf die Tonsprache des monumentalen Werkes fest: „Es gehört zum seltsamsten, was unsere Zeit hervorgebracht hat“. Am 198. Geburtstag Bruckners bringt das casalQuartett gemeinsam mit dem Ausnahmebratschisten Nils Mönkemeyer diese erstaunliche musikalische Wahlverwandtschaft in Bruckners Heimatort Ansfelden zu Gehör.

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Konzert

Klang-Kunst

Martin Tardy
Studiernde der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz



Anton Bruckner (1824–1896):
Sinfonie Nr. 1 c-moll, WAB 101 (1865–66, rev. 1877, 1889–91) „Wiener Fassung“
„Adagio Nr. 2“ Es-Dur zur Sinfonie Nr. 3 d-moll, WAB 103 (1876)
Sinfonie Nr. 5 B-Dur, WAB 105 (1875–76, rev. 1877–78)
Sinfonie Nr. 7 E-Dur, WAB 107 (1881–83)
Sinfonie Nr. 9 d-moll, WAB 109 (1887, 1891–94)
Fragmentarischer Finalsatz der Sinfonie Nr. 9 d-moll, WAB 109 (1895–96)

Zu den Klängen jener fünf Sinfonien Anton Bruckners, die im Internationalen Brucknerfest Linz 2022 zur Aufführung kommen, entstehen im öffentlichen Raum Kunstwerke aus fünf Gattungen, für deren Erstellung die Künstler*innen jeweils solange Zeit haben, wie die Musik des ihnen zugewiesenen Sinfoniesatzes dauert. Zur Sinfonie Nr. 1 c-moll werden vier Bilder in der Technik des Action Paintings gemalt. Zum „Adagio Nr. 2“ zur Sinfonie Nr. 3 d-moll wird fotografisch der Eindruck festgehalten, den Bruckners Musik auf Menschen von heute macht. Zur Sinfonie Nr. 5 B-Dur werden vier Graffitis auf vier portable Wände gesprayt. Zur Sinfonie Nr. 7 E-Dur zeichnet der österreichisch-französische Künstler Martin Tardy beidhändig vier großformatige Bilder, ohne dabei seine Stifte abzusetzen. Zur Sinfonie Nr. 9 d-moll werden vier Skulpturen gestaltet. Die Aktionen, manche nur einmalig, andere an mehreren Tagen zu erleben, finden unter anderem auf dem Domplatz, dem OK-Platz und dem Hauptplatz sowie im Freiraum des LENTOS Kunstmuseums Linz statt. Die Ergebnisse der vor aller Interessierten Augen vollzogenen Transformation von Bruckner’schen Klängen in bildende Kunst werden bei den Aufführungen der fünf Sinfonien im Rahmen des Festivals ausgestellt.

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Konzert

Linzer Klangwolke 22

Mit Panta Rhei war bei der Linzer Klangwolke 21 ein Aufsehen erregendes Gesamtkunstwerk inklusive cineastischem Soundtrack zu erleben. Starregisseur Robert Dornhelm inszenierte das bildgewaltige Event gemeinsam mit Co-Regisseur Christoph Engel, die Musik komponierte Roman Kariolou. Fliegende Cellistinnen, eine überdimensionale Harfe und zahlreiche weitere Attraktionen versetzten das Publikum, das glücklicherweise wieder live dabei sein konnte, in Staunen. Passend zum Motto „Alles fließt“ fanden sämtliche Aktionen unmittelbar am Ufer und auf der Donau selbst statt. Das traditionelle Abschlussfeuerwerk wurde dabei erstmals durch eine ebenso aufwendige wie atemberaubende Lasershow ersetzt, die den gesamten Donaupark in eine magische Szenerie verwandelte.

40.000 Zuschauer*innen waren vor Ort, weitere 50.000 wollten sich das Ereignis nicht entgehen lassen und schalteten sich per Livestream dazu, womit seit der ersten Linzer Klangwolke im Jahr 1979 inzwischen insgesamt rund 3,4 Millionen Menschen diese Großveranstaltung mit internationaler Strahlkraft besucht haben. Auch heuer dürfen alle Fans des einzigartigen Open-Air-Spektakels wieder auf eine beeindruckende, begeisternde und beglückende Klangwolke im Donaupark gespannt sein.

Freier Eintritt

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© Lucas Jockel
Konzert

Festakt

V.I.P. – Voices in Progress
Oberösterreichischer Landesjugendchor
Oberösterreichisches Jugendsinfonieorchester
Oscar Jockel | Dirigent


Klaus Lang (* 1971): Neues Werk für Orchester (2022) [Uraufführung]
György Kurtág (* 1926): Stele für großes Orchester, op. 33 (1993–94)
Krzysztof Penderecki (1933–2020): Als Jakob erwachte aus dem Schlaf, sah er, daß Gott dagewesen war. Er hat es aber nicht bemerkt für Orchester (1974)
Olivier Messiaen (1908–1992): Les Offrandes oubliées. Méditation symphonique für Orchester (1930)
Anton Bruckner (1824–1896): Auszüge aus dem fragmentarischen Finalsatz der Sinfonie Nr. 9 d-moll, WAB 109 (1895–96)

Anton Bruckner musste zeit seines Lebens Konzessionen machen und seine Werke immer wieder grundlegend überarbeiten, zu sehr widersprachen vor allem seine Sinfonien dem damals vorherrschenden Musikgeschmack. Noch bei der posthumen Uraufführung der unvollendet gebliebenen Sinfonie Nr. 9 d-moll im Jahre 1903 sah sich der Dirigent und Bruckner-Schüler Ferdinand Löwe genötigt, Kürzungen vorzunehmen und Dissonanzen abzumildern. Wie radikal der Finalsatz von Bruckner gedacht war, wie weit außerhalb der kompositorischen Tradition er steht, lassen die erhaltenen Quellen immerhin erahnen. Das Konzertprogramm des Festaktes bringt die selten aufgeführten Fragmente zu Gehör und zeigt anhand von Werken von Olivier Messiaen, Krzysztof Penderecki, György Kurtág und Klaus Lang, wie wichtig Bruckner als Bezugspunkt für die Musik des 20. Jahrhunderts war und bis in die Gegenwart hinein geblieben ist. Am Pult des Oberösterreichischen Jugendsinfonieorchesters steht der junge, bereits vielfach ausgezeichnete Dirigent und Komponist Oscar Jockel, der Dirigierassistent beim französischen Ensemble intercontemporain sowie seit Dezember 2021 auch von Kirill Petrenko ist und ab der Saison 2022/23 Stipendiat der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker sein wird.

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Kinderkonzert

Kinderklangwolke 22

Im vergangenen Jahr begeisterte Die Flut aus Mut die vielen Familien, die den Weg in den sonnendurchfluteten Donaupark gefunden hatten. Die Kinderklangwolke 21 feierte das Leben und ermutigte dazu, den Herausforderungen der Zukunft unerschrocken zu begegnen; denn nicht allein den Erwachsenen, sondern ebenso den Kindern wurde während der Coronapandemie eine große Flexibilität abverlangt. Mit ihrer Kapelle der guten Hoffnung lud die Berliner Liedermacherin Suli Puschban das Publikum dabei zum Mitsingen, Mittanzen und Mitfeiern vor der großen Open-Air-Bühne ein.

Schon seit 1998 gelingt es dem Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel jedes Jahr aufs Neue, Kinder zu faszinieren und zu verzaubern, sie zugleich aber als Zuschauer*innen ernst zu nehmen und immer wieder aktiv in die Kinderklangwolke einzubeziehen, sei es als Tänzer*innen, Musiker*innen, Moderator*innen oder Texter*innen.

Auch heuer werden sich die Kinder in ungezwungener Atmosphäre im Donaupark auf Höhe des Brucknerhauses Linz tummeln und mit Familienmitgliedern aller Generationen in ein abwechslungsreiches Musik- und Kulturerlebnis eintauchen können. Zahlreiche Ess- und Trinkangebote sowie vielfältige Mitmachaktionen runden das populäre Linzer Familienevent ab.

Freier Eintritt

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Konzert

Baiba Skride & Markus Poschner

Baiba Skride | Violine
Bruckner Orchester Linz
Markus Poschner | Dirigent


Krzysztof Penderecki (1933–2020): Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 (1976–77, rev. 1988)
Anton Bruckner (1824–1896): Sinfonie Nr. 9 d-moll, WAB 109 (1887, 1891–94)

„Wir können noch immer alte Formen verwenden, um neue Musik zu schreiben.“ Mit dieser Aussage reagierte Krzysztof Penderecki auf die harsche Kritik, welche die Uraufführung seines Violinkonzerts Nr. 1 in den Kreisen der musikalischen Avantgarde 1977 provozierte. Einst selbst ein kompromissloser Erneuerer an der Spitze einer experimentierfreudigen Moderne, komponierte er ab den 1970er-Jahren wieder vermehrt Werke traditionelle(re)n Zuschnitts, die seine bis heute außerordentliche Popularität bei einem breiten Publikum begründeten. Explizit schloss Penderecki in diesen Werken, zu denen auch das erste Violinkonzert zählt, an die Klangwelten des ausgehenden 19. Jahrhunderts an, an die Harmonik der Wagner-Nachfolge, aber auch an die Sinfonien Bruckners, die er für unübertroffen hielt: „In der Symphonik ist Anton Bruckner mein Meister“, bekannte er noch im Jahre 2000 in einem Interview. Markus Poschner und das Bruckner Orchester Linz lauschen zusammen mit der international gefeierten lettischen Geigerin Baiba Skride diesem Bekenntnis nach und stellen Pendereckis Werk, das der Uraufführungssolist Isaac Stern zum bedeutendsten Violinkonzert nach demjenigen Alban Bergs erklärte, Bruckners weit in die musikalische Moderne vorstoßende Sinfonie Nr. 9 d-moll zur Seite.

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© Matthias Creutzige
Konzert

Thielemann & Sächsische Staatskapelle Dresden

Sächsische Staatskapelle Dresden
Christian Thielemann | Dirigent


Anton Bruckner (1824–1896): Sinfonie Nr. 5 B-Dur, WAB 105 (1875–76, rev. 1877–78)

Bruckners ‚Fünfte‘

Anton Bruckners Sinfonie Nr. 5 B-Dur ist im wahrsten Sinne des Wortes Zukunftsmusik: Musik, die schon bei der Entstehung außerhalb ihrer Zeit stand, Musik für künftige Generationen. In der Verschränkung von wegweisender, avancierter Harmonik mit auf Renaissance und Barock zurückblickenden kontrapunktischen Formen wagte der Komponist hier einen einzigartigen Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Moderne und schuf so ein Werk, dessen Tonsprache immer wieder aufs Neue frappiert. Da passt es ins Bild, dass dieses „kontrapunktische Meisterstück“, wie Bruckner die ‚Fünfte‘ stolz genannt haben soll, seine einzige nummerierte und vollendete Sinfonie ist, die er nie in orchestraler Gestalt gehört hat. „Vielleicht kein zweites Werk hat er so völlig unbekümmert um die herkömmlichen Maße und Ziele, um die Aufnahmefähigkeit normal veranlagter Hörer geschrieben als dieses“, urteilte der Musikschriftsteller Theodor Helm nach der ersten Klavieraufführung am 20. April 1887. Mit Christian Thielemann, der bei dieser Gelegenheit sein lang ersehntes Brucknerhaus-Debüt feiert, widmet sich einer der großen Bruckner-Dirigenten unserer Zeit am Pult der traditionsreichen Sächsischen Staatskapelle Dresden dieser faszinierend virtuosen ‚Maßlosigkeit‘ von Bruckners ewig modernem Meisterwerk.

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Konzert

Vasily Petrenko & Royal Philharmonic Orchestra

Sergey Khachatryan | Violine
Royal Philharmonic Orchestra
Vasily Petrenko | Dirigent


Jean Sibelius (1865–1957):
Finlandia. Tondichtung für Orchester, op. 26 (1899, rev. 1900)
Konzert für Violine und Orchester d-moll, op. 47 (1902–03, rev. 1905)
Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op. 43 (1900–02, rev. 1903)

Jean Sibelius – Erbe und Neuerer

Nachdem der 24-jährige Jean Sibelius im Oktober des Jahres 1890 in der Hoffnung nach Wien gereist war, Kompositionsschüler Anton Bruckners zu werden, musste er ernüchtert feststellen, dass sich dieser als Professor am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien kurz vor der von ihm erbetenen Pensionierung befand und nur noch sporadisch unterrichtete. Obwohl er daher nicht, wie angestrebt, aus erster Hand von Bruckner lernen konnte, übten dessen Werke, die er in Wien hören und studieren konnte, doch einen enormen Einfluss auf den jungen Komponisten aus. So schrieb er, überwältigt von der Erstaufführung der „Fassung 1889“ von Bruckners Sinfonie Nr. 3 d-moll am 21. Dezember 1890, an seine Verlobte Aino Järnefelt: „Er ist meiner Meinung nach der größte lebende Komponist.“ Unter der Leitung seines neuen Chefdirigenten Vasily Petrenko macht das Royal Philharmonic Orchestra hörbar, welch tiefe Spuren Bruckners musikalisches Erbe im Schaffen des großen finnischen Sinfonikers hinterließ. Seinem berühmten Violinkonzert d-moll widmet sich mit Sergey Khachatryan, der 2000 im Alter von 15 Jahren zum bisher jüngsten Gewinner der International Jean Sibelius Violin Competition in Helsinki gekürt wurde, einer der herausragenden Geiger der Gegenwart.

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© Roger Mastroianni
Konzert

Welser-Möst & The Cleveland Orchestra

The Cleveland Orchestra
Franz Welser-Möst | Dirigent


Richard Strauss (1864–1949): Macbeth. Tondichtung für großes Orchester (nach Shakespeare’s Drama) d-moll, op. 23 (1887–88, rev. 1891)
Alban Berg (1885–1935): Drei Stücke aus der Lyrischen Suite für Streichorchester (1925–26, 1928)
Richard Strauss: Till Eulenspiegels lustige Streiche. Nach Schelmenweise – in Rondeauform – für großes Orchester gesetzt F-Dur, op. 28 (1894–95)
Richard Strauss: Orchestersuite aus der Oper Der Rosenkavalier, op. 59 (1909–10)
[Zusammenstellung von Franz Welser-Möst (* 1960)]


Werke von Richard Strauss und Alban Berg

Mit einem ihrer Tourneeprogramme machen das Cleveland Orchestra und Franz Welser-Möst erstmals seit fünf Jahren wieder Station in Linz. Im Gepäck haben das „europäischste“ unter den amerikanischen Orchestern und sein seit nunmehr 20 Jahren amtierender oberösterreichischer Chefdirigent neben den drei Sätzen aus der Lyrischen Suite für Streichquartett, die Alban Berg 1928 im Auftrag seines Verlegers für Streichorchester bearbeitete, eine Suite aus der Oper Der Rosenkavalier von Richard Strauss sowie zwei jener einsätzigen programmatischen sinfonischen Dichtungen, mit denen Strauss der Durchbruch zum Erfolg gelang: Macbeth und Till Eulenspiegels lustige Streiche. Letztere „Tondichtung“ stand auch auf dem Programm des Konzerts der Wiener Philharmoniker vom 29. März 1896, welches das letzte war, das Bruckner in seinem Leben besuchte. Die modernistische Programmmusik war ihm zutiefst fremd, weshalb er dem Kritiker Theodor Helm höflich gestand, das Werk „nicht völlig verstanden“ zu haben. Das Unverständnis beruhte dabei ganz auf Gegenseitigkeit: Strauss nannte Bruckner noch in seinen späten autobiographischen Aufzeichnungen einen „stammelnden Zyklopen“, in dessen „an sich tüchtigen Kompositionen […] man willkürliches Musikmachen oft peinlich empfindet“.

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© Chris O' Donovan
Konzert

Tenebrae Choir

Johannes Zeinler | Orgel
Tenebrae Choir
Nigel Short | Leitung


Anton Bruckner (1824–1896):
„Christus factus est“ (III). Graduale d-moll für vierstimmigen gemischten Chor a cappella, WAB 11 (1884)
„Locus iste“. Graduale C-Dur für vierstimmigen gemischten Chor a cappella, WAB 23 (1869)
„Os justi“. Graduale lydisch für vier‑ bis achtstimmigen gemischten Chor a cappella, WAB 30, 2 (1879)
„Virga Jesse floruit“. Graduale e-moll für vierstimmigen gemischten Chor a cappella, WAB 52 (1885)
Arvo Pärt (* 1935): Trivium für Orgel (1976)
Heinrich Kaminski (1886–1946): Die Erde. Motette für vierstimmigen gemischten Chor a cappella (1929)
Hugo Distler (1908–1942): Sonatine, Nr. 1–4 aus: 30 Spielstücke für die Kleinorgel, op. 18, Nr. 1 (1938)
Paul Hindemith (1895–1963): Messe für gemischten Chor a cappella (1963)
Anton Bruckner: Praeludium („Perger Präludium“) C-Dur für Orgel, WAB 129 (1884)
György Ligeti (1923–2006): „Lux aeterna“ für sechzehnstimmigen gemischten Chor a cappella (1966)
Arvo Pärt: „Da pacem, Domine“ für gemischten Chor a cappella (2004, rev. 2006)

Rund 50 Jahre lang, also seine ganze Schaffenszeit über, hat Anton Bruckner geistliche Chorwerke geschrieben, damit einen singulären Beitrag zur Sakralmusik geleistet und deren Entwicklung bis weit ins 20. Jahrhundert hinein beeinflusst. Den klingenden Nachweis führt der 2001 von Nigel Short gegründete Tenebrae Choir, inzwischen eines der führenden Vokalensembles der Welt, indem er vier vorbildhafte A-cappella-Motetten Bruckners, darunter das späte „Virga Jesse floruit“, mit Kompositionen von Heinrich Kaminski, Paul Hindemith, György Ligeti und Arvo Pärt kombiniert, für die auf je eigene Weise Bruckner die musikalische Wurzel darstellt.

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© J. Hackl
Ausstellung

Vernissage zur Ausstellung von Helga Traxler

Helga Traxler | Fotografien

In ihren exklusiv für diese Ausstellung entstandenen Porträts thematisiert Helga Traxler, im oberösterreichischen Freistadt geborene, nach ihrem Studium an der Kunstuniversität Linz inzwischen international gefragte Fotografin mit Wohnsitz in New York, die Situation junger Kunstschaffender und beschäftigt sich zugleich mit den Gegenpolen der freien künstlerischen Arbeit und der Erwerbsarbeit. Welche Wege finden Künstler*innen heute, um ihrer Passion nachzugehen? Welche Rolle spielt gegenseitige Unterstützung und auf welche Netzwerke kann man vertrauen? In welchem Verhältnis stehen künstlerische und finanzielle Wertschätzung? Wie hat sich der Arbeitsbegriff, insbesondere mit Blick auf künstlerisches Schaffen, entwickelt? In der Auseinandersetzung mit diesen und ähnlichen Fragen erhalten hier junge Musiker*innen eine Bühne und die Gelegenheit, ihre Erfahrungen mit einer breiten Öffentlichkeit zu teilen. Die kritische Reflexion des eigenen künstlerischen Tuns, das Vertrauen in die eigenen Talente und die Abgrenzung gegenüber anderen sind dabei Themen, die überraschende Parallelen zu Anton Bruckners Leben und Werk zutage treten lassen, weshalb persönliche Statements der Porträtierten Auskunft darüber geben, was der große Komponist den Heutigen bedeutet.

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© Daniel Fuchs
Liederabend

Ludwig Mittelhammer & Helmut Deutsch

Ludwig Mittelhammer | Bariton
Helmut Deutsch | Klavier


Lieder von
Gustav Mahler (1860–1911)
Alexander von Zemlinsky (1871–1942)
Richard Wetz (1875–1935)
Karl Weigl (1881–1949)
Joseph Marx (1882–1964)
Egon Wellesz (1885–1974)

Liederabend

Während das Liedschaffen Anton Bruckners, trotz dessen durch glaubwürdige Berichte überlieferter Affinität zur Gattung, mit dem Begriff „überschaubar“ noch euphemistisch beschrieben ist – abseits einiger Studienwerke vollendete er gerade einmal sechs Klavierlieder –, fördert ein Blick auf diejenigen Komponisten, die sich in den nachfolgenden Generationen dezidiert mit dem Schaffen des großen Sinfonikers auseinandersetzten, zahlreiche Meisterwerke der Liedkunst zutage. Ausgehend von Gustav Mahler und Alexander von Zemlinsky, die Bruckner während ihrer Ausbildung am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien noch selbst erleben konnten, erkundet der junge, bereits international erfolgreiche Bariton Ludwig Mittelhammer gemeinsam mit seinem renommierten Begleiter Helmut Deutsch dieses im heutigen Konzertbetrieb zu Unrecht kaum präsente und unbedingt entdeckenswerte Repertoire. Neben Liedern der zeitgleich in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts in Wien wirkenden Komponisten Karl Weigl, Joseph Marx und Egon Wellesz stehen dabei auch, erstmals überhaupt im Brucknerhaus Linz, Werke von Richard Wetz auf dem Programm, einem Komponisten, der sich wie kaum ein anderer seiner Zeitgenossen mit der Musik Bruckners identifizierte.

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© Tim Klöckner
Konzert

Matthias Schorn & Fauré Quartett

Matthias Schorn | Klarinette
Fauré Quartett
Erika Geldsetzer | Violine
Sascha Frömbling | Viola
Konstantin Heidrich | Violoncello
Dirk Mommertz | Klavier


George Enescu (1881–1955): Klavierquartett Nr. 1 D-Dur, op. 16 (1909)
Franz Schmidt (1874–1939): Quintett A-Dur für Klavier, Klarinette, Violine, Viola und Violoncello (1938)

Wahlverwandtschaften

Wien 1888. Fast zeitgleich treffen der dreizehnjährige, aus Preßburg (heute: Bratislava, Slowakei) stammende Franz Schmidt und der aus seinem rumänischen Heimatdorf Liveni kommende, gerade siebenjährige George Enescu in der Kaiserstadt ein, um am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien zu studieren, wo Anton Bruckner Harmonielehre, Kontrapunkt und Orgelspiel unterrichtet. Für kurze Zeit können sie den berühmten Sinfoniker aus nächster Nähe erleben, Schmidt besucht sogar einige der letzten Kontrapunktstunden Bruckners, ehe sich dieser im Jänner 1891 endgültig von seiner Lehrtätigkeit zurückzieht. „Als ich ihn kennen lernte, war er bereits ein schwerkranker Mann“, teilt Schmidt dem Journalisten Julius Bistron später mit: „Ich war natürlich glücklich, in die Nähe des von mir vergötterten Meisters gelangen zu können, aber in engeren Contact mit ihm zu kommen, ist mir nicht gelungen.“ Auch wenn sich Schmidts und Enescus Wege schon bald trennten, fördert der Blick auf den gemeinsamen Ursprung ihres Wirkens, der sich etwa in der für beide Künstler essenziellen Verankerung in kompositorischen Traditionen manifestiert, eine unerwartete Wahlverwandtschaft zutage, die das Fauré Quartett gemeinsam mit dem Klarinettisten Matthias Schorn zum Klingen bringt.

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© Frank Loriou
Klavierkonzert

Thomas Enhco

Thomas Enhco | Klavier

Hat Anton Bruckner den Jazz beeinflusst, zum Beispiel mit dem sogenannten Bruckner-Rhythmus, einem ständigen Neben- und/oder Gegeneinander von Duolen und Triolen? Eignen sich die musikalischen Motive und Themen des Meisterimprovisators auf der Orgel als Grundlage für Jazzimprovisationen? Sind Bruckners Werke eine Inspirationsquelle für den Jazz der Gegenwart? Für die Suche nach Bruckners Blue Notes ist der französische Pianist und Komponist Thomas Enhco genau der Richtige, ein Wanderer zwischen den Welten, der als Jazzmusiker seit früher Jugend für Furore sorgt, etwa indem er im Alter von nur zehn Jahren beim Festival Jazz à Juan auftrat und 2006 als 18-Jähriger sein Debütalbum aufnahm, im genreübergreifenden Duo mit der Perkussionistin Vassilena Serafimova Musik von Bach, Mozart, Romantisches und Zeitgenössisches spielt, Filmscores schreibt, als Klaviersolist mit Sinfonieorchestern Konzerte von Bach über Mozart und Beethoven bis zu Gershwin, Ravel und Adams zur Aufführung bringt und inzwischen mehr als einhundert Werke für die verschiedensten Besetzungen komponiert hat. Ein universeller Musiker also, der Bruckner liebt und ihm mit großem Respekt, aber auf Augenhöhe begegnet, um jazzige Funken aus dessen monumentalen Partituren zu schlagen.

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Konzert

Trinks & Tonkünstler-Orchester

Dmitry Shishkin | Klavier
Tonkünstler-Orchester
Constantin Trinks | Dirigent


Erich Wolfgang Korngold (1897–1957):
Baby-Serenade für Orchester, op. 24 (1928–29)
Viktor Ullmann (1898–1944): Konzert für Klavier und Orchester, op. 25 (1939)
Karl Weigl (1881–1949): Tänze aus Wien (Old Vienna) für großes Orchester (1939)
Egon Wellesz (1885–1974): Sinfonie Nr. 4 (Austriaca) g-moll, op. 70 (1951–53)

Wien modern?

Seit je ist die Stadt Wien vom fruchtbaren Spannungsfeld zwischen Vergangenem und Zukünftigem geprägt, dem Festhalten an Traditionen einerseits, dem Anspruch, eine moderne Kulturmetropole ‚am Puls der Zeit‘ zu sein, andererseits. Ob Erich Wolfgang Korngolds jazzig angehauchte Baby-Serenade, Viktor Ullmanns rastlos vorwärtsdrängendes Klavierkonzert – komponiert 1939, drei Jahre vor der Deportation des Komponisten in das Konzentrationslager Theresienstadt –, Karl Weigls im selben Jahr aus dem amerikanischen Exil musikalisch auf die Heimat zurückblickende Tänze aus Wien (Old Vienna) oder Egon Wellesz’ in der englischen Emigration entstandene, zwischen Sehnsucht und Wehmut schwankende Sinfonie Nr. 4 g-moll mit dem Titel Austriaca – auf vielschichtige Weise werfen die vier Werke der allesamt in Wien aufgewachsenen Komponisten, jeder auf seine Art mit einem Bein in der Tradition des 19. Jahrhunderts verwurzelt, mit dem anderen inmitten der progressiven Strömungen der eigenen Zeit stehend, die Frage auf: Wien modern? Die klingende Antwort liefert unter der Leitung von Constantin Trinks das Tonkünstler-Orchester, unterstützt vom jungen russischen Pianisten Dmitry Shishkin, der sich 2019 den 2. Preis beim Internationalen P. I. Tschaikowski-Wettbewerb erspielte.

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© Julia-Wesely
Konzert

Minetti Quartett

Minetti Quartett
Maria Ehmer | Violine
Anna Knopp | Violine
Milan Milojicic | Viola
Leonhard Roczek | Violoncello


Charles Ives (1874–1954): Streichquartett Nr. 1 (From the Salvation Army) (1896)
Arnold Schönberg (1874–1951): Streichquartett Nr. 3, op. 30 (1927)
Fritz Kreisler (1875–1962): Streichquartett a-moll (1919)

Alte und Neue Welt

Ausgehend von Anton Bruckners Lebenswelt erkundet das in Wien beheimatete Minetti Quartett im künstlerischen wie im buchstäblichen Sinne alte und neue Welten. Beginnend in der ‚Neuen Welt‘ mit dem aus Bruckners Todesjahr 1896 stammenden Streichquartett Nr. 1 von Charles Ives, in dem dieser sich unter Einbeziehung nordamerikanischer Kirchenlieder intensiv mit klassischen Kompositionsmodellen auseinandersetzte, führt der Weg zunächst zurück in die ,Alte Welt‘ nach Wien zu Arnold Schönberg, der sich in seinem 1927 entstandenen Streichquartett Nr. 3 ungeachtet aller harmonisch-melodischen Modernität mit der traditionellen viersätzigen Form beschäftigte, wobei ihm für den Kopfsatz das Finale von Bruckners Sinfonie Nr. 7 E-Dur als Vorbild diente. Dass das Werk der US-amerikanischen Pianistin und Mäzenin Elizabeth Sprague Coolidge zugeeignet wurde, führt schließlich wieder in die ‚Neue Welt‘. Dorthin auszuwandern, sah sich 1939, wie 1933 bereits Schönberg, der ebenfalls jüdische Violinvirtuose Fritz Kreisler gezwungen. In seinem 1919 komponierten Streichquartett a-moll, das er, der als 7-jähriges „Wunderkind“ einst Schüler Bruckners gewesen war, sein „Bekenntnis zu Wien“ nannte, blickte er auf das Wien der Kaiserzeit und damit auf die ‚Alte Welt‘ von gestern zurück.

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© Adriano Heitman + Andrej Grilc
Konzert

Martha Argerich & Lilya Zilberstein

Martha Argerich | Klavier
Lilya Zilberstein | Klavier


Das Programm wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

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Konzert

Krieg und Frieden

Chorus sine nomine
Johannes Hiemetsberger | Chorleitung
Chorus Viennensis | Männerchor ehemaliger Wiener Sängerknaben
Michael Schneider | Chorleitung
ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Markus Stenz | Dirigent


Arnold Schönberg (1874–1951): Dreimal tausend Jahre für gemischten Chor a cappella, op. 50A (1949)
Anton Bruckner (1824–1896): Germanenzug d-moll für vierstimmigen Männerchor mit Männer-Soloquartett und Blechbläsern, WAB 70 (1863–64)
Kurt Weill (1900–1950): Die Legende vom toten Soldaten für gemischten Chor a cappella (1929)
Anton Bruckner: Das deutsche Lied (Der deutsche Gesang) d-moll für vierstimmigen Männerchor mit Blechbläsern, WAB 63 (1892)
Hanns Eisler (1898–1962): Gegen den Krieg. Thema und Variationen für gemischten Chor a cappella (1936)
Anton Bruckner: Helgoland. Chorballade g-moll für vierstimmigen Männerchor und großes Orchester, WAB 71 (1893)
Hugo Wolf (1860–1903): Dem Vaterland für vierstimmigen Männerchor und Orchester (1890–98)
Karl Weigl (1881–1949): Morgen, Nr. 4 aus: Vier Gedichte für vierstimmigen gemischten Chor a cappella, op. 7 (1909)
Richard Strauss (1864–1949): Austria C-Dur für vierstimmigen Männerchor und Orchester, op. 78 (1929)
Karl Amadeus Hartmann (1905–1963): Miserae. Poème symphonique für Orchester (1933–34)
Anton Bruckner: Volkslied C-Dur für vierstimmigen Männerchor a cappella, WAB 94, 1 (1882)
Arnold Schönberg: Friede auf Erden für gemischten Chor a cappella, op. 13 (1907)
Hugo Wolf (1860–1903): Dem Vaterland für vierstimmigen Männerchor und Orchester (1890–98)
Karl Weigl (1881–1949): Morgen, Nr. 4 aus: Vier Gedichte für vierstimmigen gemischten Chor a cappella, op. 7 (1909)
Richard Strauss (1864–1949): Austria C-Dur für vierstimmigen Männerchor und Orchester, op. 78 (1929)
Karl Amadeus Hartmann (1905–1963): Miserae. Poème symphonique für Orchester (1933–34)
Anton Bruckner: Volkslied C-Dur für vierstimmigen Männerchor a cappella, WAB 94, 1 (1882)
Arnold Schönberg: Friede auf Erden für gemischten Chor a cappella, op. 13 (1907)

Bruckner und die Folgen

Anton Bruckner komponierte nicht wenige Werke, die Patriotismus und deutschnationaler Gesinnung Ausdruck verleihen. Er schrieb sie auf Texte, deren Militanz und chauvinistisches Pathos heute unangenehm berühren. Hugo Wolf und Richard Strauss taten es ihm, wie viele andere, gleich. Nicht zufällig entstand diese Musik zumeist für Männergesangvereine, gedieh doch gerade im Chorwesen ein Nationalismus, der nicht ohne Folgen blieb. Als aus Männern Soldaten und aus Tönen Taten wurden, legten jüdische Komponisten ihren Widerstand Gegen den Krieg und ihre Utopie vom Frieden auf Erden in die Kehlen gemischter Chöre und damit aller Menschen.

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© Lisa-Marie Mazzucco
Konzert

Bruckner im Mariendom

Mária Celeng | Sopran
Nikolay Borchev | Bariton
Prager Philharmonischer Chor
PKF – Prague Philharmonia
Eugene Tzigane | Dirigent


Anton Bruckner (1824–1896): Psalm 150 C-Dur für Sopran, gemischten Chor und Orchester, WAB 38 (1892)
Arvo Pärt (* 1935): Cantus in memoriam Benjamin Britten für Streichorchester und Glocke (1977, rev. 1980)
Richard Wetz (1875–1935): Requiem h-moll für Sopran, Bariton, gemischten Chor und Orchester, op. 50 (1923–25)

„Diese Kunst braucht keine Tagesmode, keinen Zeitgeschmack zu fürchten, denn sie steht außerhalb aller Zeit und der Geschmackswellen, die nur das Glänzende, für den Augenblick Geborene in den Abgrund der Vergessenheit reißen.“ Mit diesen Worten pries Richard Wetz seinen kompositorischen Abgott Anton Bruckner im 1922 erschienenen Band Anton Bruckner. Sein Leben und Schaffen. Wie kaum einem anderen seiner Zeitgenossen gelang es Wetz, mit seinem Werk unmittelbar an die Tonsprache Bruckners anzuknüpfen. Dass er dabei nicht zuletzt die opulente religiöse Erhabenheit von dessen Sakralwerken bewunderte, wird durch die Gegenüberstellung seines monumentalen Requiems h-moll mit Bruckners überschwänglich jubelnder Vertonung des alttestamentarischen Psalms 150 eindrucksvoll hörbar gemacht. Als musikalische Brücke zwischen beiden Werken fungiert Arvo Pärts elegischer Cantus in memoriam Benjamin Britten im von ihm entwickelten Tintinnabuli-Stil.

Unter der Leitung von Eugene Tzigane werden der Prager Philharmonische Chor und die PKF – Prague Philharmonia den teils offensichtlichen, teils unterschwelligen Verbindungen zwischen den drei einander gerade auch durch ihr Einzelgängertum innerhalb der künstlerischen Strömungen ihrer Zeit nicht unähnlichen Komponisten nachspüren.

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© Nikolaj Lund
Konzert

Klassische Klangwolke 22

Chouchane Siranossian | Violine
PKF – Prague Philharmonia
Eugene Tzigane | Dirigent


Gottfried von Einem (1918–1996):
Bruckner Dialog für Orchester, op. 39 (1974)
Richard Wetz (1875–1935):
Konzert für Violine und Orchester h-moll, op. 57 (1932)
Anton Bruckner (1824–1896):
Sinfonie Nr. 1 c-moll, WAB 101 (1865–66, rev. 1877, 1889–91) „Wiener Fassung“

Dialoge

„Über Bruckner kann ich gar nicht mehr reden, weil mir jedes Wort fehlt, um zu sagen, für wie groß und erhaben ich diese Kunst halte“, schrieb Richard Wetz 1913 in einem Brief. Neun Jahre später veröffentlichte er dennoch eine Monographie über Leben und Werk seines Leitsterns, auf dessen kompositorischen Spuren er stets wandelte. Ein exemplarisches Beispiel hierfür ist sein rhapsodisch-glutvolles Violinkonzert h-moll von 1932, das zugleich dem Liszt’schen Prinzip der Mehrsätzigkeit in der Einsätzigkeit verpflichtet ist; den herausfordernden Solopart übernimmt die international gefeierte französische Geigerin Chouchane Siranossian. Bruckners eigenen, höchst individuellen sinfonischen Stil lernte Wetz unter anderem durch die „Wiener Fassung“ von dessen Sinfonie Nr. 1 c-moll kennen, die, anders als die ursprüngliche „Linzer Fassung“, bereits seit 1893 gedruckt vorlag. Das von Bruckner selbst liebevoll „keckes Beserl“ genannte Werk kombinieren Eugene Tzigane und die PKF – Prague Philharmonia mit Gottfried von Einems musikalisch auf das Fragment des Finalsatzes der Sinfonie Nr. 9 d-moll bezogenem Orchesterwerk Bruckner Dialog, das zum 150. Geburtstag des Komponisten entstand und anlässlich der Eröffnung des Brucknerhauses Linz am 23. März 1974 seine Uraufführung erlebte.

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© Julien Mignot
Konzert

Melnikov spielt Schostakowitsch

Alexander Melnikov | Klavier

Dmitri Schostakowitsch (1906–1975): 24 Präludien und Fugen für Klavier solo, op. 87 (1950–51)

Ewiger Kontrapunkt

„Ich stolpere ständig über Komponisten, die Mahler und Bruckner nur gehört haben, aber noch nie eine Partitur von ihnen gelesen, nie überhaupt in die Noten geschaut haben.“ Dmitri Schostakowitsch, der diese Worte gegenüber Solomon Volkow zu Protokoll gab, beschäftigte sich dagegen immer wieder mit den Werken Anton Bruckners, studierte sie gründlich und trug im privaten Rahmen Klavierfassungen seiner Sinfonien vor. Neben der sowohl Bruckner als auch Schostakowitsch eigenen Meisterschaft in der Beherrschung der großen sinfonischen Form verbindet beide nicht zuletzt die Rückwendung zu klassischen und barocken kontrapunktischen Kompositionstechniken. In seinen 24 Präludien und Fugen, die er für die Pianistin Tatjana Nikolajewa, Gewinnerin des 1. Internationalen Bach-Wettbewerbs Leipzig im Jahr 1950, komponierte, setzte Schostakowitsch sich intensiv mit Johann Sebastian Bachs Wohltemperiertem Klavier auseinander, das schon der junge Bruckner mehr als einhundert Jahre zuvor während seines Unterrichts bei Leopold von Zenetti zwischen 1843 und 1845 „mit Heißhunger“ regelrecht „verschlang“. Mit dem russischen Starpianisten Alexander Melnikov nimmt sich einer der herausragenden zeitgenössischen Interpreten des Zyklus dieses gewaltigen kontrapunktischen Kosmos an.

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© Hans van der Woerd
Konzert

Camerata RCO spielt Bruckner

Camerata RCO
Kersten McCall | Flöte
Hein Wiedijk | Klarinette
Fons Verspaandonk | Horn
Ursula Schoch, Joanna Westers | Violine
Jeroen Woudstra | Viola
Maartje-Maria den Herder | Violoncello
Olivier Thiery | Kontrabass
Marc Aixa Siurana | Pauke
Franka Herwig | Akkordeon
Frank van de Laar | Klavier
Rolf Verbeek | Dirigent


Anton von Webern (1883–1945): Langsamer Satz für Streichquartett (1905)
Arnold Schönberg (1874–1951): Kammersinfonie Nr. 1 E-Dur, op. 9 (1905–06)
[1922–23 erstellte Bearbeitung für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier von Anton von Webern]
Anton Bruckner (1824–1896): Sinfonie Nr. 7 E-Dur, WAB 107 (1881–83)
[1921 erstellte Bearbeitung für Klarinette, Horn, zwei Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass, Pauken, Klavier zu vier Händen und Harmonium von Hanns Eisler (1898–1962), Erwin Stein (1885–1958) und Karl Rankl (1898–1968)]


Ewiger Kontrapunkt

Seit je standen Avantgardebewegungen in einem Spannungsfeld zwischen ästhetisch radikalen Überzeugungen und finanziellen Zwängen. Die Zweite Wiener Schule rund um den seinerzeit gefürchteten Neutöner Arnold Schönberg machte dahingehend keine Ausnahme: Der von ihm gegründete Verein für musikalische Privataufführungen, dessen Ziel es war, Werke der Gegenwart sowie der unmittelbaren Vergangenheit in mustergültigen Interpretationen zur Aufführung zu bringen, um „Künstlern und Kunstfreunden eine wirkliche und genaue Kenntnis moderner Musik zu verschaffen“, musste nach nur dreijährigem Bestehen im Dezember 1921 wegen Geldmangels aufgelöst werden. Die nicht mehr aufgeführte Bearbeitung von Anton Bruckners Sinfonie Nr. 7 E-Dur für Kammerensemble der Schönberg-Schüler Hanns Eisler, Erwin Stein und Karl Rankl verschwand bis zu ihrer Wiederentdeckung 1994 in der Schublade. Neben diesem originellen Arrangement bringt die aus Mitgliedern des Royal Concertgebouw Orchestra bestehende Camerata RCO aus Amsterdam den Langsamen Satz für Streichquartett von Anton von Webern und eine von diesem erstellte Bearbeitung von Schönbergs Kammersinfonie Nr. 1 E-Dur zu Gehör, zwei Werke, die vom hohen Ansehen Bruckners bei den Vertretern der Zweiten Wiener Schule zeugen.

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© Nikolaj Lund
Konzert

Back to the Future

Christoph Heesch | Violoncello
Bruckner Orchester Linz
Markus Poschner | Dirigent


Auszüge aus:
Arnold Schönberg (1874–1951) / Matthias Georg Monn (1717–1750): Konzert für Violoncello und Orchester D-Dur (1932–33)
Franz Schmidt (1874–1939): Sinfonie Nr. 2 Es-Dur (1911–13)

Das An.Ton.Hören Schulkonzert im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes Linz 2022 nimmt Schüler*innen ab 14 Jahren mit auf eine Reise Back to the Future. Im Fokus steht ein Werk des für seine radikalen Neuerungen, darunter die „Erfindung“ der Zwölftontechnik, bekannten Komponisten Arnold Schönberg, der in seinem Cellokonzert D-Dur allerdings auf Musik der Vergangenheit zurückgriff, nämlich ein Cembalokonzert von Matthias Georg Monn. Dem berühmten spanischen Cellisten Pablo Casals teilte Schönberg in einem Brief vom 20. Februar 1932 mit: „Ich glaube, es ist ein sehr brillantes Stück worden. Jedenfalls habe ich mir wegen des Klanges ganz besondere Mühe gegeben und bin sehr zufrieden damit.“ Gemeinsam mit dem bereits international erfolgreichen Nachwuchscellisten Christoph Heesch wird das Bruckner Orchester Linz dieses außergewöhnliche Konzert unter der Leitung seines Chefdirigenten Markus Poschner zum Klingen bringen. Ergänzt wird das Programm durch Ausschnitte aus der Sinfonie Nr. 2 Es-Dur für großes Orchester von Franz Schmidt. Auch Schmidt besann sich in diesem Werk auf alte Kompositionstechniken zurück, die er mit seiner ganz eigenen Handschrift verschmolz und so musikalische Formen der Vergangenheit in mitreißende Zukunftsmusik verwandelte.

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© Felix Broede
Konzert

Heesch & Bruckner Orchester Linz

Christoph Heesch | Violoncello
Bruckner Orchester Linz
Markus Poschner | Dirigent


Heinrich Kaminski (1886–1946): Dorische Musik für Orchester (1934)
Arnold Schönberg (1874–1951) / Matthias Georg Monn (1717–1750): Konzert für Violoncello und Orchester D-Dur (1932–33)
Franz Schmidt (1874–1939): Sinfonie Nr. 2 Es-Dur (1911–13)

Zurück in die Zukunft

Das erste Drittel des 20. Jahrhunderts war geprägt von Widersprüchen und Spannungen, einem Nebeneinander von melancholisch-krisenhafter Endzeitstimmung und affirmativen Aufbruchs- und Erneuerungstendenzen. Auch in den Künsten dominierte die emotional aufgeladene Frage nach dem Verhältnis zwischen Tradition und Vision das Denken. Der omnipräsenten Musik des 19. Jahrhunderts und ihrer Fortführung stand der Versuch gegenüber, in Frontstellung gegen die Spätromantik mit experimentellen Werken musikalische Freiheit neu zu definieren. Einen spannenden Einblick in die Bemühungen um eine Synthese beider Strömungen bietet das Konzert mit dem von Publikum und Kritik einhellig gefeierten jungen Cellisten Christoph Heesch, der mit Arnold Schönbergs selten gespieltem, dabei nirgends atonalem Cellokonzert D-Dur bekannt macht, bei dem es sich um die „freie Umgestaltung“ eines vorklassischen Cembalokonzerts von Matthias Georg Monn handelt. Darüber hinaus präsentieren das Bruckner Orchester Linz und sein Chefdirigent Markus Poschner mit der Dorischen Musik von Heinrich Kaminski und der epochalen Sinfonie Nr. 2 Es-Dur von Franz Schmidt zwei zentrale Werke von dezidierten Bruckner-Verehrern, die auf ganz andere Art aus der Tradition heraus ihre Musikästhetik begründeten.

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Bruckner Gemälde © Hermann Polz
Symposium

Biographische Bruckner-Bilder

Wissenschaftliches Symposium in Kooperation mit dem Anton Bruckner Institut Linz

Zu den Vortragenden zählen:
Univ.-Prof. Dr. Christa Brüstle, Univ.-Prof. Dr. Felix Diergarten, Mag. Sandra Föger, Dr. Andrea Harrandt, Dr. Klaus Heinrich Kohrs, Dr. Thomas Leibnitz, Dr. Elisabeth Maier, Dr. Johannes Leopold Mayer, Dr. Manfred Mittermayer, Univ.-Prof. Dr. Christian Neuhuber, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, Dr. Franz Scheder, Dr. Karin Wagner, Mag. Magdalena Wieser

Erstmals widmet sich das zweitägige Symposium heuer dem faszinierenden Thema „Bruckner in der Biographik“. Ausgehend von der ersten Bruckner-Biographie von Franz Brunner, die 1895 noch zu dessen Lebzeiten anlässlich der Gedenktafelenthüllung an seinem Geburtshaus in Ansfelden erschien, über das zwischen 1922 und 1937 publizierte, das gesamte nachfolgende Bruckner-Schrifttum beeinflussende Standardwerk von August Göllerich und Max Auer sowie die seit den späten 1970er-Jahren einsetzende Versachlichung der Darstellungen bis zu den Monographien der Gegenwart beleuchten die international renommierten Referent*innen das von der Biographik gezeichnete Bruckner-Bild, ohne die ideologische Vereinnahmung des Komponisten durch die Nationalsozialisten auszublenden. Die teilweise erbittert geführten Kontroversen um das Bruckner-Bild werden dabei anhand der Debatte um Franz Gräflingers Anton Bruckner. Bausteine zu seiner Lebensgeschichte von 1911 ebenso thematisiert wie unterschiedliche Herangehensweisen an die Erstellung von Biographien, die nicht zuletzt ein Blick nach Japan verdeutlicht. Berücksichtigung finden jedoch nicht nur wissenschaftliche Werke, sondern auch wirkmächtige Klischees und populär gewordene gesellschaftliche Bruckner-Bilder.

Freier Eintritt

(Kostenlose Zählkarten sind ab 5. September im Brucknerhaus Service-Center erhältlich.)

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@ Archipicture
Konzert

Bruckner-Beats

Thierry Balasse | Klangregie
Bernd Himsl, Gernot Kremser | Posthof-DJ-Team


Pierre Henry (1927–2017): Comme une symphonie, envoi à Jules Verne für Lautsprecherorchester (2005)

Die Jagd nach dem Meteor

Pierre Henry, Schüler von Nadia Boulanger und Olivier Messiaen, war Wegbereiter der Musique concrète, einer Kompositionstechnik, bei der Aufnahmen von Klängen und Alltagsgeräuschen durch Montage, Veränderung der Abspielgeschwindigkeit und Loops verfremdet werden. In Comme une symphonie, envoi à Jules Verne von 2005 ist jeder der acht Teile des knapp einstündigen Werks einem Roman von Jules Verne gewidmet, wobei Geräusche und elektronische Klänge in einen Dialog mit in unterschiedlichem Maße fragmentierten Zitaten aus allen nummerierten Sinfonien Bruckners treten. Durch den dritten Teil, der sich auf Vernes Die Jagd nach dem Meteor bezieht, ergibt sich eine weitere, wiewohl hintersinnige Verbindung zu Bruckner, den Nikolaus Harnoncourt als „Meteor“ beschrieben hat, der förmlich „in die Musikgeschichte hineinexplodiert[e]“.

Auf die Jagd nach den Überbleibseln des Meteors Bruckner in der aktuellen Clubmusik begibt sich anschließend das Posthof-DJ-Team und zeigt dabei, dass Bruckner und tanzbare Beats kein Widerspruch sind, aber auch, dass Bruckner und Techno durch die additive Anordnung kurzer Motive und hinsichtlich der rhythmischen Strukturierung des musikalischen Materials mehr gemeinsam haben, als man vermuten würde.

Anschließend: Party mit tanzbarer Musik

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Konzert

Böck ist Bruckner V

Wolfgang Böck | Sprecher
Elisabeth Wimmer | Sopran
Daniel Linton-France | Klavier


Lieder und Klavierwerke von
Anton Bruckner (1824–1896)
Richard Wetz (1875–1935)
Egon Wellesz (1885–1974)
Wilhelm Furtwängler (1886–1954)
Heinrich Kaminski (1886–1946)
u. a.

Bruckner im Zerrspiegel der Nachwelt

Im letzten Teil der Reihe Böck ist Bruckner rückt das Nachleben des Komponisten in den Fokus. Schon dem Zeitgenossen Hans von Bülow erschien dieser als „Halbgenie + Halbtrottel“ und der die liebgewonnene Vorstellung einer Harmonie von Person und Werk so empfindlich störende Widerspruch zwischen dem ‚einfachen‘ Menschen und seinen komplexen Schöpfungen wurde in der Rückschau nur noch größer. Während Victor Léon und Ernst Décsey mit ihrem 1924 uraufgeführten Erfolgsstück Der Musikant Gottes dem katholisch-konservativen Publikum das klischeetriefende Porträt eines naiv-tollpatschigen, aber tiefgläubigen und gottbegnadeten Künstlers kredenzten, verklärten der NS- wie zuvor schon der Ständestaat ihn zum „deutschen Tonheros“. Als Ergebnis dieser regelrechten Spaltung der historischen Persönlichkeit wird das Bruckner-Bild bis heute „von zwei zentralen Topoi beherrscht: Auf der einen Seite steht der ‚Musikant Gottes‘, auf der anderen der bäuerliche Sonderling, der ‚typisch‘ (ober)österreichische Künstler, der […] unschwer auch in faschistischen Systemen zum Nationalkünstler hochstilisiert werden konnte“. Die Lesung gibt eine unterhaltsame Tour d’Horizon über die vielstimmige literarische Bruckner-Rezeption, die von Musik erklärter Brucknerianer begleitet wird.

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© Florian Wagner
Konzert

Hansjörg Albrecht

Hansjörg Albrecht | Orgel

Erwin Horn (*1940): Fantasie C-Dur über zwei Improvisationsthemen Anton Bruckners (1993)
Vinzenz Goller (1873–1953): Festpräludium in memoriam Anton Bruckner (1932)
Joseph Messner (1893–1969): Improvisation über ein Thema von Bruckner, op. 19 (1924)
Erwin Horn: Festmusik nach einer Improvisationsskizze Anton Bruckners (1995, rev. 1997) [Uraufführung]
Oscar Jockel (*1995): Denn er hatte noch eine dringende Verabredung mit den drei Eichen und den zwei Bächen am Fuß des goldenen Berges. Bruckner-Fenster II (2020)
Johanna Doderer (*1969): PINUS. Bruckner-Fenster IV, DWV 139 (2021)
Dmitri Schostakowitsch (1906–1975): Passacaglia aus der Oper Lady Macbeth von Mzensk, op. 29 (1930–32)
Franz Schmidt (1874–1939): Variationen und Fuge D-Dur über ein eigenes Thema (Königsfanfaren aus der Oper Fredigundis)

Anton Bruckner gilt als einer der bedeutendsten Organisten seiner Zeit, viel gerühmt vor allem für seine Improvisationskunst. Eigene Orgelkompositionen hinterließ er jedoch kaum. „Nein, die Welt ist zu schlecht, ich schreibe gar nichts für die Orgel“, soll er einmal gegenüber seinem Schüler Franz Marschner geäußert haben. Die Nachwelt hat sich dennoch mit seinem schmalen Orgelœuvre auseinandergesetzt. Wie unterschiedlich dabei die Zugänge sein können – von verschriftlichten Improvisationen über Memorialkompositionen und auf originalen Bruckner-Themen (auch aus den Sinfonien) basierenden Werken bis hin zu abstrakt-ästhetischen Konzepten von erklärten ‚Bruckner-Jüngern‘ –, zeigt das Recital des international renommierten Organisten Hansjörg Albrecht, den zahlreiche Engagements an die Orgeln der großen Konzerthäuser und Kathedralen Europas und der Vereinigten Staaten führten. Bereits jetzt schon große Aufmerksamkeit erregt ein vor kurzem von ihm gestartetes CD-Projekt: Bis zu Bruckners 200. Geburtstag im Jahr 2024 wird Albrecht sämtliche Bruckner-Sinfonien in Orgeltranskriptionen einspielen. Kombiniert werden diese mit neu komponierten Bruckner-Fenstern, die aus der Gegenwart auf Bruckners Sinfonik blicken und von denen zwei Bestandteil des Konzertprogrammes sind.

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© Reinhard Winkler
Konzert

Poschner & Bruckner Orchester Linz

Johannes Euler | Countertenor
Bernd Lambauer | Tenor
Bachchor Salzburg
Bruckner Orchester Linz
Markus Poschner | Dirigent


Anton Bruckner (1824–1896): „Adagio Nr. 2“ Es-Dur zur Sinfonie Nr. 3 d-moll, WAB 103 (1876)
Alfred Schnittke (1934–1998): Sinfonie Nr. 2 (St. Florian) für Kammerchor und großes Orchester (1979–80)

Festliches Abschlusskonzert mit Werken von Anton Bruckner und Alfred Schnittke

Auf dem Weg zu einem Konzert im Brucknerhaus Linz fuhr Alfred Schnittke am 10. Dezember 1977 nach St. Florian, um den für Anton Bruckner so bedeutsamen Ort und nicht zuletzt dessen Grabstätte unterhalb der großen Orgel der Stiftsbasilika zu besuchen: „Der Zugang zu Bruckners Grab war geschlossen. Trotzdem wurde es ein unvergesslicher Eindruck – die dunkle kalte Barockkirche mit mystischer Dämmerungsspannung geladen, ein kleiner unsichtbarer Chor irgendwo hinter der Wand bei einer unsichtbaren Abendmesse (,missa invisibilia‘), kein Mensch in der Nähe […].“ Als Schnittke ein Jahr später vom BBC Symphony Orchestra den Auftrag zu einem Bruckner gewidmeten Werk erhielt, komponierte er seine Sinfonie Nr. 2, der er den Titel St. Florian gab und in der er, den einzelnen Abschnitten des Ordinarium Missae folgend sowie unter Einbezug eines Kammerchores, sein Erlebnis eindrucksvoll in Töne übersetzte. Gemeinsam mit dem Bachchor Salzburg lässt das Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Markus Poschner Schnittkes Werk 45 Jahre später wieder am Ort seiner geistigen Entstehung erklingen und die im Gedenken an Bruckner konzipierte Musik dabei in den spannungsvollen Dialog mit dessen 1876 entstandenem „Adagio Nr. 2“ Es-Dur zu seiner Sinfonie Nr. 3 d-moll treten.

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Internationales Brucknerfest Linz

Linzer Veranstaltungsgesellschaft mbH

VISIONEN - Bruckner und die Moderne
vom 4.9. bis 11.10.2022


Das Internationale Brucknerfest Linz 2022 lädt das Publikum dazu ein, sich auf Spurensuche zu begeben: Eines der bedeutendsten Klassikfestivals Österreichs schließt in der fünften Ausgabe unter der Intendanz von Mag. Dietmar Kerschbaum auf seiner Entdeckungsreise durch den Kosmos von Leben und Werk Anton Bruckners thematisch den Kreis.

Heuer gilt die Aufmerksamkeit des Festivals unter dem Motto "Visionen - Bruckner und die Moderne" neuen musikalischen Welten, der Modernität des Linzer Komponisten und seinem Einfluss auf die Nachwelt. Überraschungen sind dabei vorprogrammiert, Verwunderungen nicht ausgeschlossen und Spannung ist garantiert, denn neben Vertrautem wartet ganz viel Neues darauf, gespielt, gehört und geliebt zu werden: Faszinierende Orchesterkonzerte mit großen Dirigenten, prominent besetzte Kammermusikabende, Publikumslieblinge und Superstars, Chor- und Kirchenkonzerte, tanzbare (Bruckner-)Beats an einem ungewöhnlichen Ort, ein wissenschaftliches Symposium, musikalische Raritäten, fantastische Klangwirkungen und magische musikalische Höhepunkte, die begeistern werden.

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Ereignisse / Festspiele Salzburger Festspiele 18.7. bis 31.8.2022
Ereignisse / Festival Lucerne Festival im KKL Luzern
Ereignisse / Festival Gstaad Menuhin Festival 15.7. bis 3.9.2022
Ereignisse / Festival Young Euro Classic Berlin 5. bis 21.8.2022
Ereignisse / Festival ImpulsTanz Wien 7.7. bis 7.8.2022
Ereignisse / Festspiele Domstufen-Festspiele Erfurt 15.7. bis 7.8.2022
Ereignisse / Theater Felsenbühne Rathen 5.6. bis 4.9.2022
Ereignisse / Tanz Dresden Frankfurt Dance Company Dresden / Frankfurt
Ereignisse / Festival MDR Musiksommer 18.6. bis 3.9.2022
Ereignisse / Festival Höri Musiktage Bodensee 5. bis 14.8.2022
Ereignisse / Freiluft/Open-Air SommerTheater Konstanz 28.6. bis 23.7.2022
Ereignisse / Messe art KARLSRUHE 7. bis 10.7.2022
Ereignisse / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Opernhaus Wuppertal
Ereignisse / Festival Festival Herbstgold Eisenstadt 14. bis 25.9.2022
Ereignisse / Ausstellung Nordart im Kunstwerk Carlshütte
Bildung / Festival ImpulsTanz Wien Workshops 7.7. bis 7.8.2022
Konzerte / Konzert Philharmonie Luxembourg Luxembourg, 1, Place de l'Europe
Literatur / Wettbewerb Literarischer März Darmstadt am 17. und 18.3.2023
Literatur / Museum Robert Walser-Zentrum Bern Bern, Marktgasse 45
Konzerte / Konzert Nordwestdeutsche Philharmonie Herford, Stiftbergstraße 2
Konzerte / Konzert Dresdner Philharmonie Dresden, Schloßstr. 2
Konzerte / Konzert Brucknerhaus Linz Linz, Untere Donaulände 7
Ausstellungen / Museum GRASSI Museum für Völkerkunde Leipzig Leipzig, Johannisplatz 5-11
Aufführungen / Theater Volkstheater München München, Tumblingerstraße 29
Konzerte / Konzert Elbphilharmonie Hamburg Hamburg, Platz der Deutschen Einheit 4
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Konzerte / Konzert Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar Weimar, Platz der Demokratie 2/3
Aufführungen / Theater Theater Erfurt Erfurt, Theaterplatz 1
Aufführungen / Oper Staatsoper Stuttgart Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3

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